ORION SkyQuest XX16g

  • Hallo zusammen,


    ich würde mich freuen, wenn es dazu (SkyQuest XX16g) Erfahrungen gäbe. Ich habe ein 10 Zoll Newton Dobson ohne goto, mit dem ich beispielsweise M51 als undifferenzierten Nebel sehe (keine Spur der Spiralarme) oder das Wolkenband des Jupiter gerade eben so, ohne den roten Fleck.


    Eine andere Frage ist, wie man so ein kolossales Gerät überhaupt noch händeln kann.


    Bitte bedenkt bei Euren Antworten, daß ich mein Newton nur sehr gelegentlich in den Garten schleppe und nur minimale Erfahrungen habe.


    Grüße, Günter

  • Hallo Günter,
    willkommen hier im Astrotreff. Habe sogar einen 12.5" auf Rockerbox, ohne Goto. Händeln kann man so eine Röhre ohne große Probleme: habe den eigenen im Schuppen auf einem Transportwagen stehen. Zum Beob.-Platz (Gartenweg, Betonplatten) sind es noch keine 10 m. Nun kenne ich dein Umfeld nicht, du schreibst:....in den Garten schleppen. Habe mal an anderer Stelle hier gesehen, daß sich der Beobachter breite Transportbänder und einen Tragegriff am Dobson befestigt hatte.
    Wenn ich den Dob vom Transportwagen runternehme und auf die Rockerbox legen will, habe ich dicke Gummihandschuhe an. Die rutschen so gut wie nie.
    Was hast du an Literatur? Der Karkoschka wird meistens empfohlen, andere Beob. hier haben gewiß noch weitere Vorschläge, wie z.B. Zubehör zum Gerät, ein oder zwei weitere Okulare, Filter etc. Fürs eigene Gerät habe ich ein 8x50 Sucher, so orientiert, wie das Hauptrohr. vielfach wird auch der Telrad empfohlen.


    Gruß
    Guenther

  • Hallo Günter,


    Das Gerät dürfte in Deutschland sehr selten sein, da Orion US hierzulande wenig verbreitet ist. Das Handling wird von diesem Video aber gut illustriert:
    https://www.youtube.com/watch?v=iHqSN3uMjvg (englischsprachig)


    Dass M51 nur ein Lichtfleck ist, kann an Lichtverschmutzung oder ungünstiger AP liegen. "Jupiter mit Wolkenband gerade eben so" ist für einen Zehnzöller aber ein Desaster. Irgendwas kann da nicht stimmen. Wenn es mit Justage oder Temperierung ein Problem gibt, wird das bei einem größeren, schnelleren Gerät bestimmt nicht kleiner.


    Gruß
    Gil

  • Hallo Günter,

    Quote
    Bitte bedenkt bei Euren Antworten, daß ich mein Newton nur sehr gelegentlich in den Garten schleppe und nur minimale Erfahrungen habe.
    Nun- mit dem vorhandenen Dobson schleppst du Rockerbox, Tubus und Okularkoffer raus- also 3x gehen.


    Das Oriondingens aufbauen würde bedeuten- du schleppst Rockerbox, Tubusunterteil, Tubusoberteil mit Stangen und dann Okulare und Spannungsversorgung raus- also 5x laufen. Dazu kommt dann der Aufbau und die nötige Justage.


    Wenn du jetzt schon selten beobachtest wirst du das mit dem Trümmer noch seltener machen. Bezüglich M51- das Mehr an Öffnung hilft da nicht so viel, flächige Objekte werden nicht heller, du kannst nur etwas höher vergrößern.


    Und zu Jupiter sehe ich es wie Gil- dein 10"er sollte da schon viel zeigen. Wobei der rote Fleck natürlich auch gerade sichtbar sein muss. Wenn er zufällig bei deinen Beobachtungen immer gerade auf der Rückseite von Jupiter steht wirst du ihn auch nicht sehen können.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Günther,


    Ich habe mir eben mal die Eckdaten des Orion 16"ers angeschaut. 44kg Tubusgewicht, 88kg Gesamtgewicht. Was für ein Monstrum! [xx(]
    Wie soll man so was händeln? Wahrscheinlich gar nicht. So ein Instrument wäre wohl eher was für stationären Betrieb. Ich habe auch einen 16"er. Der ist kein Leichtbau, sondern sehr auf Stabilität hin konstruiert. Dennoch wiegt er insgesamt nur 35kg. Und sogar das finde ich so schwer, dass ich mir immer gut überlege ob ich ihn aus dem Keller in den Garten stelle. Und dafür 4000,-€? Davon fast 2000,-€ nur für Goto? Einen 16"er ohne Goto bekommst Du nämlich schon für rund die Hälfte.


    Du schreibst, dass Du Deinen 10"er schon selten benutzt. Der wiegt alles in allem wohl weniger als die Rockerbox des Orion allein. Und die kann man nicht ohne weiteres für den Transport zerlegen! Frage Dich ernsthaft, ob Du das Riesentrumm wirklich öfter nutzen würdest als den 10"er.


    Noch etwas anderes. Du schreibst, dass Du mit dem 10"er keine Details in M51 erkennst und Jupiter matschig und ohne GRF bleibt. Daraus schließe ich, dass bei Dir etwas nicht stimmt:
    -Entweder Dein Standort bietet miserable Beobachtungsbedingungen.
    -Oder Dir fehlt einfach die Beobachtungserfahrung.
    -Oder mit dem Teleskop stimmt was nicht.
    Wenn einer der ersten beiden Punkte zutrifft ist fraglich, ob Du mit dem 16" wirklich so viel mehr zu sehen bekommen wirst.


    Wenn der Himmel bei Dir zu hell ist, bleibt M51 ein Matschfleck, egal in welchem Instrument. Wenn das Seeing miserabel ist, zeigt Jupiter keine Details, auch unabhängig vom Teleskop. Aber unter guten Bedingungen sollte sowohl die Spiralstruktur in M51 als auch der GRF und Details in den Jupiterbändern mit 10" gehen. Ich habe all das unter dunklem Himmel schon in einem 5"-Newton problemlos sehen können.
    Wenn Dein Himmel OK ist, Dir aber die Erfahrung fehlt um feine Details zu sehen gibt es nur eines: öfter mit dem 10"er nach draußen.
    Und zu Punkt drei: ist der Newton sauber justiert? Ist der Spiegel vielleicht verspannt oder stark verschmutzt? Oder hast Du eventuell eine Gurke (unwahrscheinlich)? Was für Okulare verwendest Du?


    Diese Punkte solltest Du hinterfragen, bzw. prüfen bevor Du eine Menge Geld in die Hand nimmst. Und was das Goto angeht: mein 16"er hat digitale Teilkreise. Die sind deutlich günstiger, ich finde die Objekte damit schneller und vor allem lautlos. Ich habe mal einen Gotodobson gesehen, der war beim Schwenken so laut wie ein Akkuschrauber unter Volllast. [:D] Ich muss halt nur von Hand nachführen. Und selbst dagegen würde eine EQ-Plattform helfen.


    Du siehst schon, ohne das Instrument aus eigener Anschauung zu kennen bin ich dennoch kein Freund davon. Ich finde es zu schwer und für das Gebotene deutlich zu teuer. Du kannst einen 16"er mit EQ-Plattform und digitalen Teilkreisen für knapp 3000,- realisieren, der dann auch deutlich leichter und transportabler wäre.
    Aber zuerst solltest Du Dich selbst kritisch fragen woran es liegt, dass Du den 10"er so selten nutzt und warum Du so wenig damit siehst. Und dann mal schauen, ob Du wirklich ein neues Teleskop brauchst.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60mm f/6 Apo, 125mm f/7.8 SD-Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo Günter,
    ich rate dazu, dich einmal mitsamt deinem Teleskop zu erfahrenen Gleichgesinnten zu begeben.
    Vielleicht ist das Teleskop nicht richtig kollimiert. Oder du versuchst den Jupiter zu beobachten, wenn der Spiegel noch gar nicht richtig temperiert ist. Oder du schaust (so wie bei meinen Standort) über eine Ansiedlung hinweg, die Sommer wie Winter das Seeing negativ beeinflusst.


    Die Wolkenbänder und der GRF auf dem Jupiter lassen sich nämlich bereits mit 63mm Öffnung beobachten. Jetzt ist der GRF allerdings ziemlich blass, so dass ich lieber 80mm nehme.


    Da hilft schiere Größe der Öffnung nicht immer.


    Was M51 anbelangt, mit 10" kann man da schon viel sehen, wenn der Himmel passt.


    Ich empfehle dir Beobachtungspraxis mit dem 10" Dobson zu erlangen, bevor du an etwas Größeres denkst.
    Wenn du später alles gesehen hast, kannst du ja dann zuschlagen. Ich würde aber auch ein leichtes, zerlegbares Gerät ohne GoTo empfehlen.


    Gruß Hans-Jürgen

  • Hallo Günther,


    Mir ist gerade noch was eingefallen. Wie Gil schon geschrieben hat wird der Orion in Deutschland nur wenig verbreitet sein. In den USA dürfte das anders sein. Vielleicht solltest Du bei Cloudynights mal nach Erfahrungen dazu schauen. Eine andere Möglichkeit wäre Besitzer der 16" Meade Lightbridge zu fragen wie sie ihr Teleskop händeln. Die Lichtbrücke hat zwar kein Goto, ist aber ähnlich schwer und sperrig wie der Orion. Und sie ist in Deutschland deutlich weiter verbreitet.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60mm f/6 Apo, 125mm f/7.8 SD-Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Vielen Dank für Eure Antworten, die alle in dieselbe Richtung gehen. Dir, Gil, danke für das Video.


    Quote
    <i>Original erstellt von: Mettling</i>


    Noch etwas anderes. Du schreibst, dass Du mit dem 10"er keine Details in M51 erkennst und Jupiter matschig und ohne GRF bleibt. Daraus schließe ich, dass bei Dir etwas nicht stimmt:
    -Entweder Dein Standort bietet miserable Beobachtungsbedingungen.
    -Oder Dir fehlt einfach die Beobachtungserfahrung.
    -Oder mit dem Teleskop stimmt was nicht.
    Wenn einer der ersten beiden Punkte zutrifft ist fraglich, ob Du mit dem 16" wirklich so viel mehr zu sehen bekommen wirst.

    Ja, mein Standort (Nähe Stadt) ist tatsächlich nicht ideal. Sehr selten, daß ich mal die Milchstrasse sehe. Das Problem mit M51 ist vermutlich nicht die Auflösung sondern der mangelnde Kontrast. Die Cassini Teilung sehe ich sehr selten. Ich werde bei dunklem Himmel (habe ich sehr selten) nochmal Versuche mit M51 machen.
    Ihr habt Recht, eine größere Öffnung macht jedenfalls derzeit keinen Sinn.


    Nochmal danke für Eure Antworten.


    Grüße, Günter

  • Hallo Günther,
    ich habe den SkyQuest XX-12g. Ich stand beim Kauf vor der Frage 12 oder 14 Zoll? Ich bin froh, dass ich mich für den 12-er entschieden habe. Das ist auch schon ein Gesamtpacket, dass bewegt werden muss - mehr hätte es für mich nicht sein dürfen. Obwohl man bei den SkyQuest auch die Rockerbox vollständig auseinander nehmen kann, ist mir der Aufwand zu hoch - meine wiegt 30 Kg und ist sperrig! Bei dem 16" wiegt alleine die Grundplatte soviel.


    Ich fürchte auch, dass Dein Problem mit viel mehr Öffnung eher nicht zu lösen ist.

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