Höhenlager am Dobson zu leichtgängig

  • Hallo!


    Leider ist das Höhenlager an meinem 12,5"-Meade-Starfinder-Dobson zu leichtgängig. Die Höhenräder sind aus schwarzem Kunststoff und laufen auf Teflon-Stücken etwas zu reibungsarm, sodass der Tubus bei schweren Okularen trotz Gegengewicht am Tubusende schon mal kippt.


    Für einen Ausgleich mit Feder war das Gerät 1998 noch nicht konzipiert. Habt ihr Erfahrungen mit anderen Materialien als Teflon, bei denen die Reibungskräfte stärker sind? Oder sollte ich eine Feder anbauen? Was meint ihr?


    Schöne Grüße, Volker.

  • Hallo Volker,


    vielleicht hilft es ja schon, wenn Du die Teflonpads weiter auseinander anordnest? ... Meinem 16" Starfinder (den ich nicht mehr besitze) hatte ich aber seinerzeit neue, gössere Höhenräder verpasst. Allgemein sind die Höhenräder der günstigen "Standard-Dobson" zu klein ...


    Gruss
    Heiko

  • Hallo Volker,


    Ich denke auch dass größere Höhenräder die beste Lösung wären. Und dann als Lauffläche Ebony auf die Räder. das passt besser zum Teflon als der schwarze Kunststoff.
    Welchen Durchmesser haben denn die originalen Räder die im Moment dran sind?


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hi Volker,


    wenn du die Teflonstücke in dem Ausschnitt der Rockerbox höher setzt kannst du das etwas schwergängiger machen. Das Höhenrad liegt dann steiler an und dadurch erhöht sich die Reibkraft.


    Alternativ vielleicht etwas in der Art-


    http://www.sterngucker.de/arti…2-lightbridge-optimieren/


    oder Friktionsfedern anbauen. Dazu müsstest du aber in die Höhenräder möglichst mittig eine stabil sitzende Schraube einbringen.


    Oder größere Höhenraden anfertigen- über die vorhandenen überstülpen, Seitenplatten entsprechend größer und tiefer aussägen. Mit Griffmulden versehen die schönste und vermutlich am besten funkionierende Lösung.



    Gruß
    Stefan

  • Hallo zusammen!


    Vielen Dank für eure schnellen Tipps! Ich möchte mein "Museumsstück" am liebsten im Originalzustand belassen (zumindest äußerlich, "innen" oder "(fast) nicht sichtbar" wurde ja schon einiges getan...). Die Höhenlager sind die letzte "Baustelle".


    >Heiko: Die Teflonpads sind im friktionsgünstigsten Winkel von 45° zur Vertikalen montiert. Da kann man was ändern...


    >Marcus: Die originalen schwarzen Kunststoffräder haben einen Durchmesser von 152mm. Was wäre von der Größe denn ungefähr optimal?


    >Stefan: Ja, die Teflonpads höherzusetzen, bedeutet zusätzliche Reibungskraft. Das werde ich als erstes ausprobieren. Ich wollte auch -bevor ich zur Stichsäge greifen sollte- noch andere Kunststoffe statt Teflon probieren. Unbenutzte Federn hätte ich noch vom 10"-GSO-Dobson, obwohl mir die recht hart vorkommen.


    Zum Foto: Saubere Handwerkskunst! Erinnert ein wenig an eine Birkmaier-Rockerbox, wahrscheinlich unverwüstlich und doch -wie man sieht- recht gemütlich.


    Schöne Grüße, Volker.

  • Hallo Volker, Du kannst es auch mit Filzpads versuchen. Ich verwende die Dinger in Kombination mit den Teflonpads, ohne Spannfedern und es funktioniert tadellos. Liebe Grüße, Björn

  • Hallo Björn!


    Prima Idee mit den Filzpads! Wie hast du die Filzpads mit den Teflonpads kombiniert? Vielleicht könntest du eine kleine Skizze oder ein Foto machen und mir zumailen?


    Viele Grüße, Volker. [:)]

  • Hallo Volker,


    eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Auflagefläche zu erhöhen; sprich auf beiden Seiten noch Teflonpads zusätzlich anbringen.
    Was eventuell auch noch möglich, aber etwas "gefährlich" sein kann. Die vorhandenen Pads mit einem sehr feinen Schleifpapier (eventuell 400er) etwas anschleifen. Wenn sie allerdings dann zu stark "bremsen" musst du vermutlich dann neue Pads installieren. Viel erfolg.
    Grüße
    Rolf

  • Hallo Rolf!


    Vorsichtiges Anschleifen (evtl. auch mit nassem 800er-Papier) ist sicher auch eine gute Idee. Teflon habe ich noch übrig von der Optimierung der Azimutdrehteller. Da waren auch noch einige dünne Teflonplatten mit relativ rauher Oberfläche dabei (im Gegensatz zu den angebrachten (wahrscheinlich polierten) Teflonstückchen). Folgende Möglichkeiten werde ich ausprobieren oder auch kombinieren: andere Position der Teflonstücke (≈80° zur Vertikalen), Teflon mit rauher Oberfläche, evtl. leicht anschleifen, Filzpads oder Filzstreifen. Das Gegengewicht am Tubusende wird auch etwas schwerer gemacht. Plan B wäre dann die Anbringung von Federn ähnlich wie auf Stefans Bild, nur möchte ich die Originalhöhenräder auf jeden Fall behalten.


    Schöne Grüße, Volker.

  • Hi Volker,


    a) von Filz würde ich absehen. Trocken oder feucht und im Winter gar Feuchtigkeit gefroren verhält sich Filz völlig anders. Dazu nimmt Filz sehr gern Staub auf.


    b) Teflon anschleifen- die Höhenräder gleiten ja wohl nur auf einer sehr kleinen Fläche, die Pads dürften kaum komplett an den Höhenräder anliegen. Angeschliffen rutschen die Höhenräder dann nur noch über die erhabenen Teile des Teflons (das Schleifpapier bringt ja feine Rillen ein)- damit verringerst du eigentlich die Kontaktfläche anstatt sie zu vergrößern.


    c) meine original Höhenräder sind ja noch dran. [:)] Lediglich die größeren Holzhöhenräder sind über diese übergestülpt und fest damit verbunden. Mit einem Umbau würdest du deine Rockerbox verändern- zu ihrem Vorteil.


    Der geringste (leicht rückbaubare) wirkungsvolle Eingriff außer dem Höhersetzen der Pads wäre ein Band über das Höhenrad, das mit seinem Andruck bremst- siehe Optimierung der Lichtbrücke.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo zusammen!


    Ich habe die alten Teflonpads durch neue ersetzt, die jetzt ordentlich montiert ca. 75-80° zur Vertikalen sitzen. Deren Oberfläche ist matt, aber nicht angeschliffen. Zusätzlich habe ich in den unteren Teil der Mulde einen 5cm langen Streifen aus Filz geklebt. Es handelt sich dabei um ein Material mit einer speziellen Textur, auch für schwere Möbel auf Parkett geeignet oder für Stühle auf der Terrasse, also keinen einfachen Billigfilz. Ferner habe ich das Gegengewicht auf 1kg erhöht. Der Dob läuft jetzt wirklich sagenhaft gut. Alle Verbesserungen sind jetzt abgeschlossen (neue Spiegelzelle, 2"/1.25"-Crayford-OAZ, Veloursauskleidung, butterweiche Nachführung). Auch die optische Leistung ist toll. Mit dem 3,5mm Nagler zeigt der Spiegel auch bei V=440x noch ein schönes kontrastreiches Bild, bei perfektem Seeing sogar bei V=610x. Noch einmal ein Dankeschön für eure netten Tipps und Ideen zu diesem Thema. Zum Abschluss vielleicht noch ein Bild von meinem "Museumsstück" aus dem Sommer:



    Schöne Grüße, euer Volker. [:)]

  • Hallo Volker,



    Da dieses Gerät ja von 1998 ist, und Du sicher oft genug beobachtet hast, kann die Optik nicht so schlecht sein, wenn man bei 600 Fach mit den einfachen Crayford Auszug den Schärfepunkt noch findet.
    Das Du damit pfleglich umgegangen bist, sieht man ja im am Foto!


    Dann berichte mal von den Vorteilen, des so oft gescholtenem Sonotube aus deiner Erfahrung damit bis Jetzt, wie thermisches verhalten, beschlagen des Tubus und Auskühlverhalten + unsterschied auch nach dem Umbau der Spigelzelle.


    Ich selbst konnte Mitte der1990 zigern bei einen Astrotreff, gleich durch 7 Sonotuben von 8" -16" schauen, 4 davon auf den Meade Montierungen Typ I +II bei einem 12" hatte ich da meine erste ausführliche Goto Begegnung, die Anderen waren Dobson!


    Ein Dobson und und 2 auf nachgeführten Montierungen zeigten bei Top Bedingungen eine sehr gute Abbildung was im Vergleich sofort deutlich wurde!
    Der 8" Dobson und einer 10" hatten neue umgebaute Spiegelfassungen.
    Dieser 10" hatte eine geklebte Gitterstruktur, ausgeführt mit 2,5 cm breiten Streifen aus 1,5mm Platinematerial mit einem doppelten 3cm breiten Ring aus Platinenmaterial umschlossen.
    Auch die 9 Punkt Lagerung und Halter waren aus gleichem Material!


    Die guten Einblicke waren der Anlass, für meinen späteren Kauf eines 12" Dobson!


    Also weiter viele Freude mit dem Starfinder!

    Gruß Günter


    GSO 12"+ 8" Skywatcher Dobson, Celestron 8" Scmidtkamera; C8 Orange + 5,5" Comet-Catcher; MAK 100/1000 + 127/1500; ED 80 PRO,

  • Hallo Günter,


    vielleicht dazu noch einige Gedanken: Der aufgeklebte HS ließ selten Vergrößerungen über 200x zu. Trotz allem fiel mir die Qualität des Spiegels auf. Nach dem Einbau der neuen Spiegelzelle konnte ich kaum glauben, dass damit solche kontrastreichen Hochvergrößerungen möglich sind. Erst vor kurzem beobachtete ich den Planetarischen Nebel IC 1747 bei bestem Seeing bei V=610x mit 82° GF. Auch Kugelsternhaufen wie M 15 sehen dann schon großartig aus. Solche Vergrößerungen wären ohne Verbesserungen gerade bei der Azimutbewegung nicht nachführbar, eine Fokussierung mit dem alten Plastik-OAZ kaum möglich. Nur über einen Crayford-OAZ mit 1:10-Untersetzung denke ich noch nach...


    Über Sinn und Unsinn des Sonotube wurde seinerzeit viel kontrovers diskutiert (Wärmeleitfähigkeit, Materialeigenschaften, Taupunkt...). Ich möchte das hier nicht weiter vertiefen. Der Starfinder ist sicherlich ein anachronistisches Teleskop, meist belächelt und beinahe ausgestorben. Ohne die Spiegelqualität hätte ich es heute sicher ebenfalls nicht mehr. Aber wie auch so manchem Refraktorliebhaber ein älteres Modell ans Herz wachsen kann, ist mein alter Starfinder für mich etwas Besonderes - vielleicht gerade weil ich so viele Arbeitsstunden damit verbrachte, aus ihm ein ordentliches Teleskop zu machen.


    Schöne Grüße, Volker.

  • Hallo Volker,
    hier sei noch einmal angemerkt, daß ich den gleichen Dob (auch von 1998) habe. Er hat mir ungezählte Beob.-Std. geschenkt. Das Haupt-Interesse von mir kennst du. Ein wahrer Genuß z.B. ist das Beob. im Orion-Nebel mit seinen V.
    Die Grenzgröße (hier auf 125 ü. N.N.) konnte ich noch nicht erweitern (eindeutig 15.3mag, bei 304fach).
    Bei 610fach hat es mir mal die Schuhe ausgezogen: Saturn, das kann man nicht vergessen.


    Gruß
    Guenther

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