Fangspiegelpositionierung und -justierung

  • Moin,


    ich würde gerne mal wissen, wie man genau herausfinden kann, wie weit der Fangspiegel vom OAZ weg sein muss (kann man an der Spinne einstellen), und wie weit er in den Tubus hineinragen muss (wird mit den Schrauben an der FS-Halterung eingestellt).


    Bei mir sieht das mit dem Justierokular von ICS (filmdosenähnlich, kein cheshire) folgendermaßen aus:


    Der weiße Ring (innenseite vom Justierokular) ist nicht zentrisch im FS-Schatten.
    Wenn ich den FS so justiere, dass der weiße Ring genau in der Mitte ist, sehe ich den HS nicht mehr zentrisch im FS.
    Liegt das am Versatz/Offset?


    Ich habe mir bereits folgende Anleitungen angesehen:
    http://www.pteng.de/astro/justage/justage.htm
    http://www.talianer.de/telesko…ierungrudi/justierung.htm


    Dort wird beschrieben, dass man den FS so positionieren muss, dass man ihn zentrisch durch den OAZ sehen kann. Allerdings sehe ich da praktisch keinen Unterschied, ob der FS nun eine cm weiter im Tubus ist oder nicht.


    Braucht man andere Hilfsmittel als das Filmdosenokular, um den FS exakt hinzubekommen, also z.B. Sighttube, Cheshire, Laser usw.?


    Beim ICS wurde mir gesagt, dass die justage des FS nicht so wichtig sei, solange man darin den ganzen HS sieht und dieser justiert ist "passt das schon".
    Diese Seite behauptet allerdings etwas anderes: http://rohr.ajax.de/dejustage.htm
    Klingt mir igrnedwie plausibler, denn man kann den HS ja immer so justieren, dass die Mittenmarkierung des HS zentrisch im justierokular ist, egal wo der FS sitzt. Es gibt aber nur eine optimale Einstellung, mit der die optische Achse genau parallel duch den OAZ verläuft, und so muss das ja sein.


    Bin gerade total verwirrt...



    Danke schonmal,
    Stephan

  • Hi Stephan,
    so wie das hier aussieht, muss nur noch der FS ein wenig korrigiert werden, um zentrisch im System zu
    stehen. Dann dürfte deine Justage auch ok sein.


    Gruß,


    PS
    der FS scheint ein wenig "verdreht" zur Achse zu sein.

  • Hallo Stephan,


    man justiert in drei Schritten:


    1. Der Fangspiegel muss zentriert vor dem Okularauszug sitzen (Höhe des Fangspiegels). Das mache ich mit einem Okular (Filmdose), dass ein 5mm-Loch in der Mitte hat. So ist garantiert, dass die Pupille genau zentriert einblickt. Jetzt drehe ich den Okularauszug raus und beurteile die Lage des Fangspiegels und korrigiere die Höhe, bis es passt.


    2. Der Fangspiegel muss genau auf den Hauptspiegel blicken (Schräglage und Drehung des Fangspiegels). Das prüfe ich ebenfalls mit meinem Loch-Okular, diesmal fahre ich den Okuklarauszug jedoch ganz rein und stelle so lange ein, bis der Fangspiegel genau den Hauptspiegel abbildet, was man bei GSO und Skywatcher gut anhand der Lage der Hauptspiegelhalter sehen kann. Hierbei auf keinen Fall von den Spiegelbildern des Fangspiegels und des Okulars ablenken lassen, die kommen in Schritt drei dran. Die Einstellung erfolgt über die Stellschrauben an der Fangspiegelhalterung.


    3. Der Hauptspiegel muss genau auf den Fangspiegel blicken. Ich stelle über die Justageschrauben an der Hauptspiegelhalterung so lange ein, bis die Spiegelbilder des Lochs im Okular, der Hülse und der gedachte Kreuzungspunkt der Spinnenstreben zueinander zentriert sind. Das geht bei meinem Skywatcher, weil der Offset schon eingeklebt ist, der Fangspiegel also etwas versetzt auf dem Halter sitzt - die Fangspiegelspinne sollte hier also weiterhin exakt zentriert im Tubus sitzen. Das Spiegelbild des Fangspiegels übrigens verhält sich nicht zentriert zum Rest, weil der Fangspiegel bei korrektem Offset etwas vom Okularauszug weg versetzt sitzt. Das sieht man umso stärker, je größer das Öffnungsverhältnis ist.


    Schritt 1 macht man normalerweise nur nach Umbauten. Punkt 2 und 3 entsprechen bei der Laserjustage den Schritten "Lichtpunkt auf Hauptspiegel zentrieren" und anschließend "Vom HS reflektierten Lichtpunkt auf der Matscheibe zentrieren". Dem Laser ist es jedoch völlig egal, ob der Offset stimmt oder wie hoch der Fangspiegel vor dem Okularauszug sitzt. Die Laserjustage würde auch "alles ist gut" sagen, wenn der Fangspiegel nur noch gerade so mit einer Kante vor der Okularauszugsmitte sitzen würde.


    Was ist bei Dir noch zu tun? Wenn dein Bild genauso aussieht, wie der Blick durch ein Loch-Okular oder ein Chesire, dann musst Du bei Punkt drei weitermachen. Ist aber beim Anblick eines Fotos nicht ganz klar zu sagen.

  • Hi,


    ist bei meinem Galaxy D8 auch so. Wenn ich nach den 3 Schritten vorgehe siehts hinterher auch so aus wie bei Dir. Fummle ich den FS so hin, daß alles mittig ist, dann ist die HS-Abbildung nicht mehr mittig auf den FS zu bekommen.


    Bei den Galaxys (wie auch bei den GSOs) ist der FS nicht gerade an der "Minimalgrenze" ausgelegtn (Obstruktion bei ca. 27%), soll heissen, es wird wohl kaum zu irgendwelchen Lichtverlusten kommen, bei dem Justageergebnis wie Du es jetzt erreicht hast. Insofern haben die bei ICS schon recht.
    Jedenfalls habe ich bisher nicht irgendwelche ungleichen Gesichtsfeldausleuchtungen wargenommen.


    Grüße


    Andreas

  • Ich habe heute noch ein wenig daran herumprobiert, bzw alles nach den 3 von Thorsten genannten Punkten überprüft. Insbesondere ist mir aufgefallen, dass ich bei Punkt 1 nicht genau feststellen kann, ob der FS nun mittig im Gesichtsfeld durch den OAZ sitzt. Beim Blick durch den OAZ (mit Justierokular) sehe ich den FS ca. mit dem Halben Durchmesser des OAZ-Rohres. Wie gesagt: Pi-mal-Daumen ist er schon in der Mitte, aber bei einem cm hin oder her sehe ich keinen Unterschied. Also bräuchte ich ein Sighttube, um das genau hinzubekommen, oder?


    Wie verhält es sich mit dem Abstand OAZ <-> FS? wenn der FS zu nah oder zu weit weg vom OAZ ist, ist die Optische Achse ja nach unten bzw. oben versetzt und liegt nicht mehr in der Mitte des OAZ. Genau das passiert auch, wenn der FS zu weit in den Tubus hineinragt, oder eben nicht weit genug.


    Wahrscheinlich mache ich mir wieder zu viele Gedanken um Nichts, aber was ich mache, mache ich gern 100%ig.

  • Hallo Stephan,


    Otterstedt hat mich kürzlich auf diesen Link aufmerksam gemacht.


    http://skyandtelescope.com/howto/scopes/article_812_1.asp


    Hier ist auch die Variante beschrieben, wenn der OAZ zwar richtig im Tubus sitzt (also zentrisch im OAZ zu sehen ist, aber nicht im richtigen Offset vom Fangspiegel entfernt.


    Mitdem Chesire empfinde ich es als leichter, den Fangspiegel in Position zu bringen. Man kann es so weit in den OAZ schieben, dass der Innenrand des Chesire nur etwas größer als der FS erscheint. Dann kann man auch seitliche Abweichungen des FS vom Innenrand leichter beurteilen.




    Viele Grüße


    Oskar

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