Darks, Flats und der ganze Rest...

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  • Weil immer wieder Unsicherheiten bezüglich Darkframes, Flatfields und weiteren Kalbrtionsaufnahmen auftreten, finde ich es angebracht, hier mal eine Zusammenfassung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zu geben.


    Dazu sind auch einige grundlegende Dinge zur Funktion von CMOS- und CCD-Sensoren zu beachten, da sie die Anwendung bestimmter Kalibrationsdaten beeinflussen.


    In beiden Fällen ist das lichtempfindliche Element eine Photodiode, in der einfallende Photonen in der Sperrschicht (auch PN-Übergang, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Pn-%C3%9Cbergang) so genannte Elektron-Loch-Paare erzeugen, also eine Ladungstrennung bewirken. Das ist aber auch schon das Einzige gemeinsame. Bei einem CCD-Sensor wird diese Ladung direkt weiter geschoben, um als Strompuls am Ausgang zur Verfügung zu stehen. Da kein weiteres Element (außer der Zwischenspeicherung der Ladung im Horizontalregister) daran beteiligt ist, gibt es auch bis auf die durch technisch bedingte unterschiedliche Empfindlichkeit und Dunkelstrom keine Unterschiede von Pixel zu Pixel.


    Bei einem CMOS-Sensor ist die Sache anders. Da sind an der Signalerzeugung aus dem Photostrom auch noch bis zu 3 Transistoren beteiligt, die alle unterschiedlich in ihren elektrischen Eigenschaften sind. Folglich ist das Signal auch entsprechend unterschiedlich.


    Dies nur vorausgeschickt wenden wir uns nun mal der Definition der verschiedenen Bildarten zu.


    1. Darkframe
    Aufnahme mit abgedecktem Sensor, bei DSLR-Kameras mit der ISO-Einstellung, die auch für alle weiteren Bilder verwendet wird, mit der Belichtungszeit, die für die Lightframes eingestellt wird.


    2. Bias- order auch Offset-Frame
    Aufnahme mit abgedecktem Sensor mit kürzest möglicher Belichtungszeit und ggf. ISO-Einstellung, die für weitere Bilder (Flats, Ligths, Darks...) verwendet wird


    3. Flat-Field Frames
    Aufnahme <i>einer gleichmässig beleuchteten Fläche nahe der Eintrittspupille (Frontblende)</i> durch die Optik, mit der auch die Lights gemacht werden/wurden, ISO-Einstellung entsprechend der Einstellung für die Lights und Darks, Belichtung dergestalt, daß keine Überbelichtung bzw. Sättigung auftritt. Dabei sollte das Maximum der Verteilung im Histogramm bei linearer Skalierung in der Mitte oder etwas darüber liegen, bei logarithmischer Skalierung (Histogramm, wie es meist in der Kamera angezeigt wird) im oberen Viertel.


    4. Light-Frames
    Die eigentlichen Aufnahmen des Objektes.


    Damit sind erstmal die Grundlagen definiert. Wozu die einzelnen Bildarten wichtig (oder unwichtig!) sind, versuche ich dann im nächsten Beitrag zu beschrieben. Gerne könnt ihr das auch komplettieren und kommentieren.


    to be continued..


    ullrich

  • Hi Ulrich,


    wie in dem anderen Thread auch schon - noch eine Anmerkung zu den Flats:


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> ISO-Einstellung entsprechend der Einstellung für die Lights und Darks<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Prinzipiell völlig korrekt. Im Gegensatz zu Dark- oder Bias-Frames ist diese Regel bei Flats aber nicht wirklich wichtig. Unter bestimmten Umständen ist es aber schädlich, sie zu befolgen:


    Je nach Helligkeit der verwendeten Beleuchtung werden die Aufnahme-Zeiten für die Flats sehr kurz. Daraus ergeben sich u.U. zwei Probleme:


    a) Wenn die Kamera einen Shutter hat (DSLR, KAF8300, etc), kommt dieser bei sehr kurzen Belichtungszeiten evtl. ins Bild, wodurch das Flat sehr stark verfälscht wird. Bei CCDs mit Shutter hilft es nur, die Beleuchtung der Flatbox so weit wie möglich zu dimmen, oder z.B. Papier zwischen zu legen. Bei DSLRs bietet es sich an, den ISO-Wert so weit wie möglich zu senken.


    b) Bei sehr kurzen Belichtungszeiten entstehen bei getakteten Lichtquellen (z.B. Leuchtröhren, EL-Folien) Streifenmuster, die ebenfalls das Flat verfälschen. Auch hier sollte die Belichtungszeit erhöht werden, indem man den ISO-Wert herunterdreht.


    Verwendet man eine andere ISO-Einstellung für die Flats, muss das natürlich bei den Flat-Darks (wenn man welche macht) berücksichtigt werden.


    Gruß
    Klaus


    P.S. Ach ja - und bei Aufnahmen mit Filterrad sollten die Flats pro Kanal gemacht werden. Zum einen, weil die Filterräder nicht immer gleich positionieren (sowieso immer nur in eine Richtung drehen lassen) und zum anderen, weil der Strahlengang wellenlängenabhängig ist

  • Hallo


    Flats und Iso Einstellung


    nun bei der DSLR ist die Abschattung nicht das Problem, die Kameras sollten einen Schlitzverschluß haben, der Schlitz wandert über die Zeilen,
    Mit batteriebetriebenen LED Flatboxen sind kurze Zeiten kein Problem. Streifenbildung entsteht aber durch das nacheinander belichten der Zeilen auf Grund flackernder Lichtquellen.
    bei den meisten CCDs ist keine Iso Einstellung oder Gaineinstellung möglich. die mechanischen Shutter haben aber schon einen Abwedeleffekt, Schlitzverschluß ist mir bei CCDs nicht bekannt.
    ganz verrückt, bei den verschlußlosen CCDs sickert während die Zeilen durchgeschoben werden noch Licht nach, sieht man auch manchmal an ganz hellen Sternen, gibt eigentlich immer einen Gradienten im Flat, da sollte die Lichtquelle auch nicht zu hell sein so das das Auslesen möglichst schnell zum Photonennachschub ist.


    das schränkt Zahl der Betroffenen ein


    bei Filterrädern ist auch der Dreck auf dem Filter Filterabhängig


    Gruß Frank

  • Sorry, habe den Thread jetzt erst entdeckt und Fragen zur BIAS Erstellung:


    Warum muss ich unbedingt die "kürzest mögliche Belichtungszeit" nehmen?
    Bei meiner 60D wären das 1/8000s.


    Ich habe absolut kein Problem nun für die BIAS-Erstellung 1/8000 einzustellen und mache das auch so. Aber was wäre nun wenn ich zb. nur 1/1000s einstelle? Welche (sichtbaren) Bildfehler handle ich mir damit ein? Wenn sich der BIAS-Wert (so wie ich es verstanden habe) hauptsächlich nur im Schwarzwert bemerkbar macht, dann könnte ich das doch auch in der Bildnachbearbeitung korrigieren. Oder ist dann zu spät?


    Und noch etwas worüber sich div. Quellen immer wieder uneinig sind:
    Einerseits wird behauptet BIAS-Aufnahmen muss man nur einmalig machen, weil es sich hier um Eigenschaften der Kamera handelt die sich nicht ändern. Andere wiederrum sagen, BIAS-Frames muss/soll man jedesmal neu erstellen, weil u.a. die Temperatur einen großen(?) Einfluss auf die Ergebnisse hat. Was ist nun richtig?

  • Bias-Frames enthalten im Idealfall "nur" das Ausleserauschen - d.h. je kürzer die Belichtungszeit - umso weniger Anteil haben andere Signale (thermisches Rauschen usw) - bei kürzest möglicher Zeit (ideal: null) habe ich dann NUR noch das reine Ausleserauschen. Du kannst das selbst recht gut testen - mache einfach mal mehrere Serien von Bias-Frames - ausgehend von kleinstmöglicher Belichtungszeit bis hin zu mehreren Sekunden - du wirst sehen, dass sich das erkennbare Signal (Muster im MasterBias) ändert - bei kleinster Belichtungszeit hast du eigentlich nur senkrechte Streifen (als Muster) - je länger die Belichtungszeit umso mehr verschwinden diese Streifen - und es kommt das thermische Rauschen hervor - sowie die Darkframe-typischen horizontalen Streifen ..


    Bias-Frames dienen einerseits zum Skalieren von DarkFrames (unterschiedliche Temperaturen von Darks und Lights, das Bias-Signal muss abgezogen werden ehe skaliert werden kann - daher auch die Bezeichnung Offset-Frames für Bias) - Weiterhin sind sie für die Flat-Erstellung notwendig - solange ich keine DarkFlats anfertige



    Jonas

  • Hallo & Danke für die Erklärung.


    Dennoch eine Frage zu den Flats:
    Habe mir übrigens jetzt eine FLatfield Folie gekauft von Neumann.


    Die Spitze des Histogramms auf der Camera sollte im oberen Drittel/Viertel sein ? gilt das jetzt dann auch für Photoshop ? verstehe nicht ganz was in dem Fall logarhytmisch heisst und was nicht.


    Wie sieht es bei Widefieldaufnahmen auf ? Also mit normalen Objektiven ? gilt hier das selbe Prodezere ?


    Und die letzte Fragen :
    Sind die Flats in irgendeiner Weise (Sensor) temperatur abhängig ? Kann man auch eine Flatsammlung erstellen /reproduzieren ?


    z.b. Horizont Position / Pol position / Zenithposition ?


    Ich habe keine bekannten Propleme bei meiner Kamera mit Donut Bildung, sondern nur(zumindest bekannterweise) Eckabschattungen.


    Wieviel Aufnahmen sollte man üblicherweise machen in Realition auf Gesamtbelichtung ? genügt so 10-30 Stück ?


    danke fürs Antworten

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Bias-Frames enthalten im Idealfall "nur" das Ausleserauschen - d.h. je kürzer die Belichtungszeit - umso weniger Anteil haben andere Signale (thermisches Rauschen usw) - bei kürzest möglicher Zeit (ideal: null) habe ich dann NUR noch das reine Ausleserauschen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Nicht vergessen: Der Offset, also ein fester Wert, der zu jedem Pixelwert addiert wird, um keine negativen Werte zu bekommen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die Spitze des Histogramms auf der Camera sollte im oberen Drittel/Viertel sein ? gilt das jetzt dann auch für Photoshop ? verstehe nicht ganz was in dem Fall logarhytmisch heisst und was nicht.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Logarithmisch heißt, daß die Werte auf der x-Achse nicht linear zunehmen, sondern exponentiell. Anders ausgedrückt fängt die Skala mit 1 an und von Teilstrich zu Teilstrich erhöt sich der Wert um einen Faktor, z.B. 2. Dann lauten die Werte 1;2;4;8;16;32 ... bei einem Faktor 10 wäre das dann 1; 10; 100; 1000; usw. (Warum das jetzt logarithmisch genannt wird führt hier etwas weit)
    Das Maximum legt man deshalb in das ob ere Viertel, damit der Bereich der Dynamik optimal genutzt wird, also die dunkleren Bereiche nicht vom Rauschen dominiert werden, sondern _echte_ Werte haben.



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wie sieht es bei Widefieldaufnahmen auf ? Also mit normalen Objektiven ? gilt hier das selbe Prodezere ?


    Und die letzte Fragen :
    Sind die Flats in irgendeiner Weise (Sensor) temperatur abhängig ? Kann man auch eine Flatsammlung erstellen /reproduzieren ?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    1.: Ja, nur wird es da ungleich schwerer, eine genügend gleichmässig helle Fläche zur Verfügung zu haben.


    2.a.: Im Prinzip schon, aber der Effekt ist vernachlässigbar, wenn wir keine Hochgenauigkeitsphotometrie machen wollen


    2.b.: Nur bedingt. Denn Donuts sind ja Schatten von Staubpartikeln auf dem Sensor und die ändern sich. Hinzukommt, daß die Ausrichtung der Kamera am Teleskop dann immer _exakt_ so sein muß wie bei der Erstellung der Flats.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wieviel Aufnahmen sollte man üblicherweise machen in Realition auf Gesamtbelichtung ? genügt so 10-30 Stück ?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Da man ja genug Licht hat, kann man auch 40 Flats machen. Einzig die Rechenzeit verlängert sich dadurch. Normalerweise reichen aber so 20 Stück.


    Gruß


    ullrich

  • du hast dann genug flats, wenn dein resultierendes masterflat frei von strukturen / streifen / pixelmustern ist .. je nachdem ob du auch ueber bias und darkflat gehst - koennen dafuer unterschiedlich viele frames notwendig sein .. da das ganze aber recht fix anzufertigen ist - und man ein einmal generiertes masterflat für das gleiche setup / bedingungen immer wieder verwenden kann - braucht man da mit den frames nicht geizen ..


    beispiel:


    links: boeses masterflat, streifen sind sichtbar. recht pixelig
    rechts: besseres masterflat, kaum streifen, glatter


    links wurde aus 40 - rechts aus 60 frames generiert ... aber etwas gestreckt damit man das sieht :)


    Jonas

  • ok, soweit hab ich das verstanden, nur noch bitte wegen der position,..


    Wenn ich sagen wir 3 Stunden belichtungszeit sammle, dann ist ja sehr wohl die Camera in einer anderen Position,wenn ich ein Objekt z.b. beginnen zu fotografieren das sich auf sagen wir mal 45° befinden und dann richtig zenith wandert innerhalb von einigen stunden.


    Meiner Meinung nach ist das vernachlässigbar oder nicht ? wird wohl niemand zu beginn, in der mitte und am ende der belichtungszeit flats machen oder?


    demnach müsste es ja eigentlich eher egal sein, wann und wie ich die flats mache oder?

  • so lange du das Gesamtkonstrukt Teleskop-Filter-Zwischenlinsen-Kamera und die Fokusposition nicht veränderst, hast du grundsätzlich Recht. In vielen Fällen wird der Aufbau aber eben verändert und das bekommt man so nicht "nachgebaut" später.

  • So...hier nun die Fortsetzung zum Opener.


    Das Thema Darkframes ist komplexer als zunächst angenommen, deshalb teile ich das in zwei Teile. Hier Teil 1:



    1. Wie erstellt man ein Darkframe


    Ein Dunkelbild wird - wie der Name schon sagt - ohne Licht auf dem Sensor erzeugt. Wenn da steht: 'ohne Licht', dann ist damit wirklich völlige Dunkelheit gemeint, was bei CCD-Kameras nicht immer so einfach durch nicht öffnen des Verschlusses erreicht wird. Auch ein schwarzer Deckel ist u.U. nicht lichtdicht genug (gerade im Infrarot lassen manche Deckel da mehr Licht durch, als gewünscht...), um auch bei 15 min _keine_ Photonen auf den Sensor zu lassen. Die Belichtungszeit wie auch (bei DSLR-Kameras) der ISO-Wert müssen natürlich den Werten bei der Aufnahme der Ligths entsprechen. Bei letzterer sollte auch die Temperatur so sein wie bei den Lights.
    Man macht jetzt soviele Aufnahmen wie Zeit zur Verfügung ist und mittelt diese mit der Median-Funktion, weil damit die Ausreisser bedingt durch Cosmics o.ä. unberücksichtigt bleiben.


    2. Was enthält das Darkframe


    Das Darkframe bildet den thermisch bedingten Dunkelstrom ab, der in jedem Pixel entsteht. Dadurch, daß es nicht möglich ist, absolut reines Silizium herzustellen, werden durch thermisch bedingte Schwingungen der Atome in der Sperrschicht (siehe oben) einzelne Ladungsträger freigesetzt, die letztendlich nichts anderes als einen Strom darstellen. Da dieser Strom gleich dem ist, der durch eine Belichtung erzeugt wird, ist er davon nur trennbar, wenn man seine Größe kennt. Zum Glück ist er relativ einfach bestimmbar und folgt relativ einfachen Gesetzen. Er steigt mit der Temperatur exponentiell an, meist verdoppelt er sich je 6-8K Temperaturerhöhung. Zudem ist die Ladungsmenge (entsprechend eine Lichtmenge) proportinal zur Belichtungszeit.


    3. Verwendung von Darkframes


    Das Rohbild ist zunächst eine Summe aus von Photonen erzeugten und thermischen Ladungsträgern. Damit ist aber auch klar, wie man das thermische 'Bild' los wird: Man muß nichts weiter tun, als das Dunkelbild vom Rohbild abziehen. Soweit so gut. Wenn da nicht noch zwei Probleme auftauchen würden. Einmal sorgen auch kosmische Teilchen hoher Energie für eine 'Belichtung', erkennbar an kurzen Strichen, Haken oder Bögen im Bild. Wenn diese im Dunkelbild enthalten sind, würde das auf dem bearbeiteten Bild zu einer dunklen Stelle führen.


    Zu den Feinheiten gehe ich im zweiten Teil ein.

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kreislauf</i>
    <br />(==&gt;)Ullrich


    wäre es nicht sinnvoll diesen Thread ganz oben anzupinnen?


    Gruß,
    Jo


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Da immer wieder Fragen zu diesem Thema kommen, ist das eine gute Idee. Zumindest kann man dann immer hierauf verweisen.


    Danke für den Hinweis, ich werde das gleich umsetzen [8D]

  • Hallo Zusammen, ich würde gerne mal die Einschätzung von erfahrenen Astrofotografen hören ab wann diese Bilder sinnvoll werden.



    Ich habe mich zu beginn Eingelesen in diese ganze Dark Flat Bias Geschichte, diverse Quellen haben dann aber behauptet für kurz Belichtete Aufnahmen unter 1 Minute bräuchte man diese Bilder nicht in den stacking Prozess miteinzubeziehen.



    Was sagt ihr ab wievielen Sekunden / Minuten Belichtungszeit (Einzelaufnahme) wird es "Sinnvoll" oder "sollte man unbedingt" solche Aufnahmen machen?

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Xsplendor</i>
    <br />Hallo Zusammen, ich würde gerne mal die Einschätzung von erfahrenen Astrofotografen hören ab wann diese Bilder sinnvoll werden.



    Ich habe mich zu beginn Eingelesen in diese ganze Dark Flat Bias Geschichte, diverse Quellen haben dann aber behauptet für kurz Belichtete Aufnahmen unter 1 Minute bräuchte man diese Bilder nicht in den stacking Prozess miteinzubeziehen.



    Was sagt ihr ab wievielen Sekunden / Minuten Belichtungszeit (Einzelaufnahme) wird es "Sinnvoll" oder "sollte man unbedingt" solche Aufnahmen machen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das ist sehr vom Dunkelstrom der verwendeten Kamera abhängig. Das Problem hierbei ist, daß der Dunkelstrom von DSLR-Kameras selten angegeben wird, da sie meist nicht bei definierter fester Temperatur betrieben werden, sondern die Chiptemperatur selbst während einer Aufnahme variiert.
    Man kann einen Test machen: Sind auf einer Aufnahme mit 10s bereits viele heiße Pixel, also helle Pixel, die immer an der selben Stelle auftreten, sollte man bereits ab 1s Darkframes aufnehmen. Manche Sensoren erfordern erst ab 1 Minute Belichtungszeit ein Darkframe, aber das ist eher selten. Generell empfiehlt sich die Verwendung von Darks ab 10s, bei hohen Temperaturen auch schon ab 1-2s. Diese Werte sind aber nur als Schätzungen anzunehmen und nicht als fixe Werte - aus den oben genannten Gründen [;)]


    Gruß


    ullrich

  • Auf der anderen Seite schaden die Darkframes vor allem bei kurzen Belichtungszeiten ja auch nicht, die Zeit, die man für ein paar Darkframes mit wenigen Sekunden aufwenden muss hält sich da ja sehr in Grenzen.

  • Bezüglich der Darkframes und der Temperaturproblematik einen Tip.


    Bei einer längeren Fotosession durch die Nacht bringt die Praxis seine Darkframes im Nachhinein in der abmontierten Kamera und bis in die Morgenstunden anzufertigen rasche Temperaturabweichungen. Gerade in den wärmeren Jahreszeiten, wenn in den Morgenstunden der Einfluß der Sonne auf die Lufttemperatur stärker wird.


    Ob die Darkframes noch passen erkennt man recht genau an der Dateigröße. Hier orentiert man sich am Startwert der ersten Darkframes, die noch zeitnah zu den letzten Lights gemacht wurden. Wenn die Kamera wärmer wird, erhöhen sich Dunkelstrom, Rauschen und die Hotpixelzahl, was sich in der Dateigröße ausdrückt. Läuft die Dateigröße zu sehr vom Startwert weg, so empfielt es sich diese Darks zu verwerfen. Damit man aber noch genügend Darks zur Verfügung hat, lohnt es sich Belichtungszeiten zu standardisieren und Darks fortlaufend mittelfristig zu speichern. So kann man noch Darks aus den letzten Tage und Wochen recyceln, wenn ihre Dateigröße ungefähr dem gesuchten Startwert entspricht (natürlich müssen Kamera, Belichtungszzeit und ISO identisch sein).

  • Interessanter Ansatz,
    jedoch auch stark vom Aufnahmeort und dem Wetter abhängig. Wenn ich in meinem Garten aufnehme variieren die möglichen Belichtingszeiten doch stark mit der Himmelsqualität mit. An guten Abenden schaffe ich mal 10-12 Minuten bevor die Lichtverschmutzung zu sehr durchkommt, an schlechten gehen grad mal 5-7 Minuten. Wie definierst du in dem Bezug "Mittelfristig"?
    Spricht prinzipiell was dagegen eine Darenbank für nach Temperatur und Belichtungzeit sortierten Darks? Davon ausgehend das der ISO-Wert identisch ist.
    Wie lange kann man alte Darks verwenden? Gibts da ein Verfallsdatum?

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Godnamedthor</i>
    <br />...
    Spricht prinzipiell was dagegen eine Darenbank für nach Temperatur und Belichtungzeit sortierten Darks? Davon ausgehend das der ISO-Wert identisch ist.
    Wie lange kann man alte Darks verwenden? Gibts da ein Verfallsdatum?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo,
    ich bin zwar jetzt nicht der absolute Experte, aber in den etzten April und teils auch Mainächten war es fast genauso kalt wie in den meisten Februarnächten, so dass ich bei fast allen Aufnahmen auch noch aus der Zeit Darks genommen habe. Wenn die Temperaturunterschiede nicht so groß sind geht das glaube ich. Ich habe erst neue Darks gemacht, als z.B. zu Begin einer Aufnahmeserie die Temperatur bei 12°C lag und zum Ende bei vielleicht 9 - 8°C. denn so warm wars im Feb dann auch wieder nicht. Teils wurde es dann noch kälter bis runter auf 5 - 4°C. Da hab ich die vom Feb genommen.
    LG
    Jörg

  • Ich habe das Internet zu diesem Thema durchforstet und es haben sich für mich folgende Fragen ergeben:


    Voraussetzung: Kamera -&gt; Canon 6D(A) // Objektiv-&gt; Brennweiten von 50-200mm // Benutze keine Teleskope (!)


    1)Laut Berichten hat die Canon 6D einen "Rauschunterdrücker" eingebaut welcher die Erstellung von Darks fast "überflüssig" macht...
    Stimmt das?


    2)In meinem Workflow lade ich die Bilder in Lightroom und mache dort immer die Objektivkorrekturen. Danach exportiere ich die Bilder für die weiter Bearbeitung als TIFF. Die Korrekturen beseitigen eine eventuelle Vignette... Kann ich mir dadurch die Flats ersparen oder beinhalten die noch weitere Infos die abgezogen werden sollten!?


    CS Gernot

  • Hallo,


    nein, das hat nichts miteinander zu tun.


    Bitte dringend das Thema "Bildkalibrierung" durchgehen. Das hier aufzudröseln, zumal bereits vielfach diskutiert, sprengt den Rahmen.


    CS
    Jörg

  • Hallo Gernot,


    Es hat , meiner Meinung nach,doch was damit zu tun.
    Wenn du die rauschunterdrückung bei langzeitbelichtung meinst, macht deine Kamera nach jedem Bild ein Dark. Dadurch dauert es auch doppelt solange ein Bild aufzunehmen. Ob Canon nun dieses vom Light subtrahiert und das Ergebnis besser wird, als wenn man einige Darks am Ende des Abends macht, weiß ich nicht. Der Nachteil ist, das ein 5 min. Bild jedes mal 10 min. dauert. Zu deinem zweiten Punkt. Es geht nicht nur um vignettierungen sondern auch um Dreck, welcher sich als so genannter Donut bemerkbar macht. Insofern ist es schon sinnvoll. Siehe seite 1


    Viele Grüsse

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