Foucault-Tester: Aufstellung

  • Hallo,


    ich habe Probleme mit der Aufstellung des Foucault-Testers. Erstmal die Beschreibung des Testers:


    - Er ist spaltlos, die LED ist abgeschliffen und die Klinge sitzt etwa 0.5 mm (geraten) vor dem LED-Chip.
    - Die Kamera hat 6 Freiheitsgrade und sitzt senkrecht über der LED, möglichst nah an der Klinge. Dabei kann ich den Spiegel fast bildfüllend heranzoomen.


    und so sieht er aus:



    Dies ist mein Vorgehen beim Aufstellen:


    - Spiegelhalter mit Spiegel und Foucault-Tester grob gegenüber aufstellen. Die Klinge verdeckt die LED noch nicht
    - Spiegelhalter so ausrichten, dass die Abbildung der LED in die Mitte des Kamera-Objektivs fällt. Jetzt schiebe ich den Tester vor oder zurück, um die LED bildfüllend im Display der Kamera zu sehen.
    - Klinge vor die LED schwenken.


    Wenn ich dann an der Verstellschraube für die Klinge drehe, bekomme ich irgendwie nur Murks zu sehen:


    - einen Lichtstreifen, der je nach Stellung der Schraube breiter oder schmaler ist oder
    - gar nichts mehr oder
    - ein rundes Bild, das zunehmend abgeschattet wird


    Jedenfalls nicht die schönen Bilder eines voll ausgeleuchteten Spiegels, die ich haben möchte. Zwischendurch gelang es mir (wohl eher durch Zufall), ein typisches Foucault-Bild zu sehen, aber nichts reproduzierbares.


    Wie stelle ich das richtig an?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christof,


    Tester und Spiegel grob gegenüber stellen (Klinge verdeckt LED zur Hälfte)


    Mit einem Blatt Papier nach dem Reflex (Abbild) suchen und Tester und Spiegel so einstellen,
    dass das scharf fokussierte Abbild (Halbmond) auf der Schneide, in Höhe deiner Kamera ist.


    Dann den Tester quer so verstellen, das der Halbmond Richtung Klingenkante bewegt wird.


    Dann sollten irgendwann Foucault Bilder sichtbar werden.


    Die Kamera kannst du dann mir Zoom entsprechend anpassen.


    Gruß Daniel

  • Hallo Christoph,
    für mich ließt sich das so, als wärst du mit der Klinge nicht genau im RoC. Zumindest ist das hier
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">schiebe ich den Tester vor oder zurück, um die LED bildfüllend im Display der Kamera zu sehen<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    dafür kein Kriterium. <i>Edit: Daniels Beschreibung ist nichts mehr hinzuzufügen</i>


    Von welcher Seite wird denn das Runde Bild abgeschattet?
    Der Foucaulttester sieht echt gelungen aus. Damit sollte das mit den Foucaultaufnahmen etwas werden. Einen kleinen Tip habe ich noch. Ich habe vor der LED eine U-Scheibe (so M4 oder M3) zum Abblenden geklebt. Zusätzlich deckt die Messerschneide eine Hälfte der der LED-Öffnung ab. Das gibt deutlich kontrastreichere Bilder. Was hier die physikalischen Hintergründe sind, kann ich leider nicht sagen. Probiers mal aus. Ist ja kein großer Aufwand.
    Weiterhin viel Erfolg,
    Matze

  • Christoph,
    Klinge, LED und Kamera sollten einmal vorjustiert (sprich grob ausgerichtet) zueinander nicht mehr verstellt werden. Man bewegt den ganzen Block aus Klinge, LED und Kamera beim Testen.


    Nimm vor die Kamera ein Stück Papier (an der Klinge) und stelle die Entfernung zum Spiegel so (grob) ein, dass das Abbild der LED darunter (darf dabei vom Papier dann nicht abgedeckt sein) möglichst scharf erscheint. Hier hilft ein kleiner Trick: Einfach von einem Stück Klarfolie-Verpackung mit Beschriftung ein Schnipsel vor die LED als Diavorlage halten und schauen, ob man die Schrift im Abbild lesen kann. Die Entfernung wird vom Abstand der Klinge zum Spiegel bestimmt und nur davon.


    Beim seitlichen Hineinkippen/Bewegen sollte LED/Klinge/Kamera sich als Einheit bewegen. Nicht die Klinge allein vor LED und Kamera. Das wird nichts, denn es ist die hinterleuchtete Klinge, die die Foucaulteffekte erzeugt. Wenn die sich beim Messen ständig zur Kamera bewegt ... kann das Bild nicht vernünftig erscheinen bzw. fällt nicht vernünftig in die Kamera.


    Die passende Höhe des Reflex (auf Höhe des Kamaraauges) stellt man durch Verkippen der Spiegelhalterung gegenüber ein.


    Du siehst in der Kamera nicht die LED, sondern den Spiegel selbst. [;)] Die Entferungseinstellung also einfach auf die Entfernung zum Spiegel einstellen (und dann ohne Autofokus) beibehalten. Hier hilft im Rahmen der Aufstellung ein Zeitungsschnipsel, der am Spiegel hängt. Später, beim Test hast du nur noch den Spiegelrand als Orientierung, ob die Kamera richtig scharf gestellt hat.


    Die Blende sollte ganz offen sein. Während der Messung sollte die Belichtungszeit unverändert bleiben. Also alles auf manuell. Wenn die LED zu sehr überstrahlt, dann bewegt man den Tester (man sagt auch man kipppt die Klinge) solange in den Strahlungsweg, bis es dunkel wird.


    Beim Herausfinden, ob man wirklich genau den Krümmungsradius getroffen hat, hilft mir folgender Trick. Je näher die Entfernung (über das grobe Voreinstellen s.o hinaus) am KR* (einer oder mehrerer Zonen) ist, desto empfindlicher reagiert der Wechsel von Hell auf Dunkel beim Kippen der Klinge (sprich des Testers). Genau getroffen flimmert das Bild von Hell auf Dunkel, durch die Schwingungsübertragung Deines Herzschlags, wenn du neben dem Tester stehst. [:D]


    Gruß


    KR* = Krümmungsradius = doppelte Brennweite

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Vielen Dank für eure Tipps!


    Ich habe tatsächlich den Krümmungsradius nicht mit der Klinge gesucht, sondern mit der Kamera - das war offenbar der Fehler. Werde es dann also nochmal wie von Daniel beschrieben probieren, wenn ich wieder beim Spiegel und Tester bin.


    Auch die restlichen Tipps klingen hervorragend! Vielen Dank.


    Grüße


    Christoph

  • Eine kleine Frage ist da doch noch offen:


    Ich habe Wahl, die Kamera entweder
    - so nah wie möglich an der Klinge (wie im zweiten Bild zu sehen) oder
    - 1 cm weiter hinten, dafür tiefer (näher an der optischen Achse)
    zu positionieren. Was ist da vorteilhafter?


    (==&gt;)Mr_beteigeuze (Matze): Ich kann dir jetzt nicht mehr genau sagen, von wo aus das runde Bild abgeschattet wurde. Falls es nochmal Probleme in der Art gibt, werde ich Fotos machen und auch mehr dazu sagen können.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    die Cam sollte so nah wie möglich an die Klinge, dies infolge dessen dass sich der Strahl nach hinten weiter ausdehnt (ist ja kegelförmig)
    wenn du zu weit weg bist, passt dies nicht mehr durch die Blende der Kamera, was den Spiegel links/rechts abschattet und eine Auswertung ist nicht möglich.


    Gruss

  • Habe es gestern nochmal probiert und es lag wohl tatsächlich daran, dass die Kling nicht im Krümmungsmittelpunk bzw. zu weit davon entfernt war. Vielen Dank an alle!


    Der Tester hat übrigens einen riesigen Schönheitsfehler: Durch die Anordnung der Buchdeckelführung und der Stellschraube für die Querbewegung kippt er durch die schwere Frontplatte und das ganze daran angebrachte Geraffel nach vorn, so dass ich hinten ein Gegengewicht anbringen musste (oberes Foto). Dadurch ist das Obergeschoss insgesamt so schwer, dass er nicht mehr von allein nach hinten fährt - irgendwas ist ja immer...


    Grüße


    Christoph

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