Megapixelwahn oder nicht?

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: DanielS</i>
    <br /><blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: FaNaLu</i>
    <br />Hallo zusammen


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: DanielS</i>
    <br />
    206*Pixelabstand in µm/Brennweite in mm
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Danke für die Erklärung! Wie kommst Du auf 2016, was ist das für ein Wert?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Fabio,


    die Zahl 206 in der Formel ist der Faktor der sich aus der Umrechnung vom Winkel- in das Bogenmaß ergibt.


    Gruß,
    Daniel
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hi,
    ich habe mich gerade etwas gewundert darüber, nur für den Fall das es noch jemand anderes nachvollziehen möchte:


    Hier ist ein Link:
    http://astrofotografie.hohmann…gen.fokale.projektion.php



    Für kleine Winkel ist der Tangens eines Winkels ungefähr der Winkel im Bogenmaß.
    Nun möchten wir wieder in Grad umrechnen, also X/(2*pi)*360
    Das geteilt durch 1000, da Pixelgröße in µm und Brenweite in mm vorliegt und am Ende noch mit 3600 multipliziert, da wir Bogensekunden als Ergebnis haben möchten.
    So komme ich auf den besagten Wert von ca. 206.
    Die Bogensekunde ist KEINE Angabe des Winkels im Bogenmaß, wie man vielleicht meinen könnte, sondern der 3600. Teil eines Grads.


    Grüße
    Florian

  • Hallo zusammen,


    ich schließe mich Ulrich an und oute mich ebenfalls als Idiot.
    Da ich die Leistungsfähigkeit technischer Geräte gern selbst überprüfe, habe ich dies im Fall der Nikon D70, D7000 und D800 auch gemacht.
    In der Anlage findet Ihr ein Bild, das ich mit ein und demselben, auf dem Stativ aufs Objekt ausgerichteten Objektiv gemacht habe. Nichts nachbearbeitet, nur die jeweils identischen Ausschnitte zusammenkopiert. Empfindlichkeit der D70 ISO 200 (da 100 nicht verfügbar), D7000 und D800 jeweils ISO 100.
    Urteilt selbst:




    Die Anforderungen bei der Astrofotografie mögen andere sein, als bei der "normalen"
    Fotografie, was die D800 aber ansonsten leistet ist erste Sahne und um Längen besser als alles, was ich jemals digital und analog benutzt habe, und das war einiges in den letzten 40 Jahren.
    Allerdings braucht es für gute Ergebnisse auch gute Objektive, mit einem 10fach Plastik- Zoom ist da schnell die Grenze erreicht.


    Viele Grüße,


    Ulli

  • Hallo


    was mir dazu noch einfällt
    mit meinem 100x Microskopobjektiv kann man locker bis zu 500fach vergrößern, das ist ja dann ca. 500x Öffnungsdurchmesser, dann ist die Formel das die maximal sinnvolle Vergrößerung bei Teleskopen 2x Öffnung ist auch eine Wahnvorstellung?
    Eher glaube ich das ein Test an Objekten in Nahdistanz nicht mit Astrofotografie vergleichbar sind. Aber man sieht an Ullis Test das die Megapixel tatsächlich für etwas gut sind.
    Nebenbei scheint bei den Vergleichsbildern das mit den mittelgroßen Pixeln also das Rechte das beste zu sein, die noch kleineren Pixel des mittleren Bildes verlieren total[:D]
    falls aber dann doch die Klötzchen des rechten Bildes den 36Mpixeln zuzuordnen ist dann versteckt die Kamera diese aber gut, ist zu dumm das auch zu speichern, oder war selbst der Meinung die Auflösung lieber zu reduzieren, solcherlei Eigenleben der Kamera kann ich gar nicht gebrauchen, dann wahre der Megapixelwahn des Fotografen größer wie der der Kamerasoftware, kI sozusagen.


    Gruß Frank

  • Hi Frank, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Nebenbei scheint bei den Vergleichsbildern das mit den mittelgroßen Pixeln also das Rechte das beste zu sein, die noch kleineren Pixel des mittleren Bildes verlieren tota<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Schön beschrieben, aber wenn ich die techn. Daten der D7000 und der D800 ansehe und dann Chipgröße mit der Pixelanzahl rechne dann kommt für beide Kameras der annähern gleiche Wert heraus. Und zwar einmal 4,7µ und einmal 4,8µ. Die D70 hat Pixel mit 7,8µ, also deutlich größer. Damit stimmt deine Überlegung so nicht.


    Zu deiner Überlegung mit dem Mikroskop sagt Wiki...
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Entscheidend für die Fähigkeit eines Mikroskops, Strukturen kleiner Objekte unterscheidbar abzubilden, ist (neben dem Kontrast) nicht die Vergrößerung, sondern die Auflösung. Dieser Zusammenhang ist nicht allein durch strahlenoptische Überlegung zu verstehen, sondern ergibt sich aus der Wellennatur des Lichts. Ernst Abbe erkannte als erster den entscheidenden Einfluss der Numerischen Apertur auf die Auflösung. Er gab als förderliche Vergrößerung


    V_M = 500 ... 1000 * NA


    an. Dies bedeutet, dass die kleinsten vom Objektiv aufgelösten Strukturen nach der Abbildung durch das Okular im Auge noch aufgelöst werden können, also etwa unter einem Winkel von 2#8242; (Bogenminuten) erscheinen. Wird die Vergrößerung höher gewählt (z. B. durch ein Okular mit hoher Vergrößerung), wird das Bild des Objekts zwar noch größer dargestellt, aber es sind keine weiteren Objektdetails erkennbar. Objektive und Okulare müssen also aufeinander abgestimmt sein.


    Nach den Gesetzen der Wellenoptik ist die Auflösung des Lichtmikroskops durch die Größe der Wellenlänge der Beleuchtung beschränkt,<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan


    die 4,7 und 4,8 sollte ich gar nicht mit bloßem Auge in den beiden rechten Bildern unterscheiden können, der Unterschied ist aber offensichtlich,(Soll ich etwa einen Ausschnitt nachzählen?)
    oder der Einfluß von dem was die Kamera so ins geheim macht ist doch wichtiger als die Pixelgröße?
    Man sieht aber auch in den Spitzlichtern einen gewaltigen Unterschied, wie ich schon vermutet habe ist es nicht allein der Aufnahmechip sondern auch Peripherie und Software drum rum, das macht die Angabe der Megapixel als Kaufargument völlig unsinnig.


    Gruß Frank

  • Hi Frank,


    kann ich auch nicht sagen. Aber ein Bild ist ja mit Vollformatchip und das andere der kleinere Chip- wenn das gleiche Objektiv benutzt wurde, kann das auch was ausmachen, wurden unterschiedliche Objektive genutzt kann man eigentlich sowieso nicht vergleichen, da dann das Objektiv einen erheblichen Einfluss bewirken kann.


    Was ich noch gefunden habe zu Auflösung- guckt mal drauf, unter Tabelle der Messwerte bzw. auch den beschreibenden Text.


    http://www.henner.info/vergl.htm#Testbild


    Gruß
    stefan

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: ulli_v</i>
    <br />Hallo zusammen,


    ich schließe mich Ulrich an und oute mich ebenfalls als Idiot.
    Da ich die Leistungsfähigkeit technischer Geräte gern selbst überprüfe, habe ich dies im Fall der Nikon D70, D7000 und D800 auch gemacht.
    In der Anlage findet Ihr ein Bild, das ich mit ein und demselben, auf dem Stativ aufs Objekt ausgerichteten Objektiv gemacht habe. Nichts nachbearbeitet, nur die jeweils identischen Ausschnitte zusammenkopiert. Empfindlichkeit der D70 ISO 200 (da 100 nicht verfügbar), D7000 und D800 jeweils ISO 100.
    Urteilt selbst:




    Die Anforderungen bei der Astrofotografie mögen andere sein, als bei der "normalen"
    Fotografie, was die D800 aber ansonsten leistet ist erste Sahne und um Längen besser als alles, was ich jemals digital und analog benutzt habe, und das war einiges in den letzten 40 Jahren.
    Allerdings braucht es für gute Ergebnisse auch gute Objektive, mit einem 10fach Plastik- Zoom ist da schnell die Grenze erreicht.


    Viele Grüße,


    Ulli


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo allerseids,


    leider ist der Vergleich der D70 mit 7,8my Pixel mit den beiden Kameras D7000 und D800 mit deutlich kleineren Pixeln 4,7my bzw. 4,8my bei Verwendung des gleichen Objektivs leider mehr als sinnlos. Um diesselben Details genau so fein gezeichnet abzubilden wie bei den Kameras mit den kleinen Pixeln müsste bei der D70 mehr Brennweite verwendet werden.


    Bei gleicher Brennweite und anschliessendem nachvergrössern auf den selben Abbildungsmaßstab ist es klar das bei der D70 mit grossen Pixeln das Bild auch sehr "pixelig" aussieht.


    Wichtiger als die reine Pixelanzahl oder Größe ist das die Optik auf diese Werte abgestimmt ist.



    Gruß, Gerry

  • Hallo Ulli,


    wie hast du denn die Aufnahmen fokussiert? Per Autofokus? Manuell über die Mattscheibe?
    Wäre beides wohl für diesen Test nicht so ideal...


    Oder kannst du Fehlfokus ausschließen?

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Gerry</i>


    Bei gleicher Brennweite und anschliessendem nachvergrössern auf den selben Abbildungsmaßstab ist es klar das bei der D70 mit grossen Pixeln das Bild auch sehr "pixelig" aussieht.


    Wichtiger als die reine Pixelanzahl oder Größe ist das die Optik auf diese Werte abgestimmt ist.



    Gruß, Gerry


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Yessss!
    Oder anders das Optik und Sensor optisch zueinander passen.
    klar sieht ein Stern mit einem Durchmesser von 16px verkleinert besser aus als ein 2x2 kästchen, aber mehr info gibt der auch nicht her.
    hab mal mit zwei sensoren (1/3" 14 mpx und micro4/3 12mpx)und 80/400mm m13 fotografiert, bei gleicher optischer größe (Winkel) hab ich keinen unterschied im detail gesehen.Das seeing hat sich da wohl als equalizer eingemischt.aber die sterne vom 1/3" foto waren bei 100% dreimal so groß...


    Tom

  • Hallo,


    (==&gt;)Gerry:


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">leider ist der Vergleich der D70 mit 7,8my Pixel mit den beiden Kameras D7000 und D800 mit deutlich kleineren Pixeln 4,7my bzw. 4,8my bei Verwendung des gleichen Objektivs leider mehr als sinnlos.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Deinen Einwand verstehe ich nicht.
    Wie ich bereits schrieb, mögen die Anforderungen in Astrofotografie andere sein als in der "normalen" Fotografie.
    Was ich mit dem Vergleich der Bilder zeigen möchte, ist das, was bei ansonsten gleichen Bedingungen (Abstand, Objektiv, Ausleuchtung ect.) unter Verwendung höher auflösender Chips am Ende hinten herauskommt. Und da ist das Ergebnis m.E. eindeutig.
    Wenn ich hoch aufgelöste Nahaufnahmen mache, ist das optimale Verhältnis der Pixelgröße zur Objektivöffnung ganz gewiss nicht das bildbestimmende Kriterium.
    Der Bildausschnitt liegt fest, das für die gewünschte Perspektive optimale Objektiv ebenfalls.
    Unter diesen Randbedingungen bringen die 16MP der D7000 ein deutlich besseres Ergebnis als die 6MP der D70, und die 36MP der D800 bringen im Vergleich zur D7000 noch mal eine deutliche Verbesserung der Bildqualität.
    Warum das trotz nahezu identischer Pixelgröße so ist, kann ja vielleicht mal jemand erklären, der etwas mehr von der Physik dahinter versteht als ich. Mir ist das "Warum" an dieser Stelle aber auch relativ egal, weil für mich als Anwender in erster Linie das zählt, was hinten heraus kommt.
    Damit ist die Antwort auf die vom TO gestellte Frage, ob denn diese hohen Pixelanzahlen überhaupt sinnvoll sind, für mich eindeutig mit ja zu beantworten, wohlgemerkt für die allgemeine, nicht für die Astro- Fotografie.


    (==&gt;)huxtebude:
    Fokusiert habe ich manuell, wie immer bei statischen Motiven im Nahbereich.



    Viele Grüße,


    Ulli



    Edit: Rechtschreibfehler korrigiert

  • Hallo


    eigentlich geht man bei der Megapixelwahnbetrachtung davon aus das es sich um immer mehr Pixel auf gleicher Fläche gandelt, sonst hieße es Reiesenchipwahn.
    Nun wenn dann zwei Kameras mit fast gleicher Pixelgröße, Unterschied lächerliche 2%, so unterschiedliche Ergebnisse zeigen liegt es dann wohl doch nicht am Chip sondern am Drumherum, die mehr Megapixel sind nur insofern gut das es eventuell eine neue Evolutionsstufe auch für die Bildprozessoren und Kamerasoftware ist.
    Folgt man dem Link von Stefan http://www.henner.info/vergl.htm#Testbildstellt das Samsung S4 wohl das Optimum dar??


    Gruß Frank

  • Hi Ulli, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der Bildausschnitt liegt fest, das für die gewünschte Perspektive optimale Objektiv ebenfalls.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Du hast aber nicht das optimale Objektiv gewählt, sondern in deinem Fall für den Vollformatchip das gleiche genommen wie für die beiden kleineren Chips. Damit ist dein Testbild nix wert- die Objektive werden ja nicht umsonst von den Herstellern für die unterschiedlichen Chipgrößen extra gerechnet und gefertigt.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ja, da hast Du wohl recht.
    Ist aber im vorliegenden Beispiel ohne Bedeutung da es sich um einen Ausschnitt und nicht um das gesamte Bild handelt.
    Bei der D70 und der D7000 sind die Verhältnisse wegen gleicher Sensorgröße identisch.
    Dennoch hat das mit der D7000 aufgenommene Bild mehr Details, was ja aufgrund der 2,6fach höheren Pixelzahl Sinn macht.
    Bei dem mit der D800 gemachten Bild ist auf dem Gesamtbild durch das Vollformat rundrum wesentlich mehr drauf, was aber auf den Ausschnitt keinen Einfluß hat, denn der ist ja derselbe wie bei den anderen beiden Kameras (gleicher Abstand, gleiche Brennweite).
    Man könnte jetzt hergehen und mit 1,4fach größerer Brennweite mit dem Vollformat den gleichen Bildausschnitt fotografieren, dann würde die Auflösung bei vergleichbarer Perspektive nochmal deutlich besser.


    Gruß Ulli

  • Hallo Ulli,


    danke für die Bilder, sie beweisen eindeutig, dass die Aussagen von Stephan und Frank sich perfekt mit der Realität decken. Die zeigt eindeutig das am besten aufgelöste Bild und damit ist der Beweis erbracht, dass es keine ausreichend guten Optiken für Kameras wie die D3x oder D800 gibt.[/ironie off]


    Ganz ehrlich, Äußerungen wie:


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: stefan-h</i>
    Kannst du ein Objektiv nennen das genug Öffnung hat um passend zu seiner Brennweite das Nyqistkriterium zu erfüllen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    und


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: FrankH</i>


    also das beste Objektiv das ich für Canon gefunden habe schafft 2660 Linien auf der Hohe des 24x36mm Chips
    Das wäre dann auf dem APS-C Chip optimale Auflösung von 2444x1722 Pixel... 4,2MP,
    gut sagen wir wir wollen den kleinstmöglichen Punkt in 4 Pixel quetschen, passt ja schön zur Bayermatrix, dann bräuchten wir 8,4 MP.
    Alles was danach kam war gerade für fotografen die mit Objektiven und nicht mit Teleskopen arbeiten reine Verarschung.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    zeigen für mich nur, dass da jemand offensichtlich Punke aufführt, die er selbst noch nicht so ganz bis zu Ende durchdacht hat. Und weil das so ist wird auf Teufel komm raus mit Phrasen argumentiert, die nur als Nebelkerzen dienen sollen.
    In diesem Sinne meinen Dank für deine Aufnahmen. Eine paar Fragen hätte ich aber noch. Verwendest Du die E-Variante der 800er? Was für ein Objektiv hast Du verwendet?



    MfG


    Rainmaker

  • Hallo Leute,


    Jetzt stürze ich mich hier auch mal ins Getümmel, weil mir die Diskussion einerseits viel zu emotional geführt wird, und andererseits einige entscheidende Argumente überhaupt noch nicht erwähnt wurden.


    Wenn ich die bisherige Diskussion richtig interpretiere, geht es hier darum, ob es einen praktischen Nutzen hat oder nur ein Marketing-Gimmick ist, Bildsensoren mit immer mehr immer kleineren Pixeln auszustatten.


    Eine elektronische Kamera mit Halbleiter-Detektor ist eine komplexe Angelegenheit. Viele Basisparameter sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Systems, auf jeden Fall viel zu viele für die Marketing- und Werbestrategen, die sich mit ihren Aktionen aber nur auf Ignoranz, Denkfaulheit und geringen Wissensstand der typischen Käufer einstellen. In einer Gesellschaft, in der Technik nur konsumiert wird und die meisten Leute sich nicht wirklich dafür interessieren, muss man sich über sowas nicht wundern.


    Entscheidende Kriterien außer der Pixelzahl sind ebenso Signal pro Belichtung pro Fläche, Gesamt-Dunkelrauschen pro Auslesevorgang, Dunkelsignal pro Belichtungszeit, größtes pro Aufnahme detektierbares Signal, Übersprechen auf benachbarte Pixel- besonders bei Überbelichtung. Diese Liste ist sicher noch nicht vollständig.
    Bei Kameras, die nicht für wissenschaftliche Nutzung verkauft werden, sind solche Angaben aber so gut wie nie verfügbar.


    Wenn ich bei einer bestimmten Chiptechnologie bleibe, muss ich auch noch genau wissen, wie diese Werte mit der Strukturgröße auf dem Chip (= Pixelgröße) skalieren.


    Die Eigenschaften der Optik und der digitalen Nachbearbeitung sind hierbei noch völlig unberücksichtigt.


    Wenn auch nur einer der Faktoren unbekannt ist, kann ich keine verlässliche Aussage machen, welche Pixelzahl und -größe die beste ist.


    Ulli_v's Vergleichsbilder sind sehr eindrucksvoll, was die Weiterentwicklung bei den DSLR-Kameras insgesamt angeht. Ohne Angabe des genauen Objektivtyps und des Blendenwertes und ohne Verwendung von RAW-Bildern mit identischer und exakt abgegebener Nachbearbeitung
    ist ihr Aussagewert leider gering (Ulli, könntest Du die Angaben zum Objektiv bitte nachreichen?).


    Bildsensoren mit Bayer-Maske erreichen prinzipbedingt nicht die gleiche Auflösung wie SW-Sensoren. Bei Vergleichen darf man nicht einfach die Größe eines Einzelpixels hernehmen.


    Als ein wichtiges Kriterium für die optimale Pixelgröße wurde hier die Brennweite genannt. Das ist schlicht gesagt Unsinn. Bei beugungsbegrenzter Optik ist zunächst mal allein das Öffnungsverhältnis wichtig, weil nur dieses die Größe des Beugungsscheibchens beeinflusst.
    Weil FrankH die Mikroskopie angesprochen hat: Da zählt analog dazu allein die Apertur. Bei heutigen Pixelgrößen kann man jenseits von 20x Objektiv-Vergrößerung kaum noch mehr Apertur erreichen, und 100x Objektive werden nur noch für bewusste Übervergrößerung verwendet, ähnlich wie bei der Planetenfotografie.


    Selbstverständlich gibt es sehr schnell Grenzen bei langen Brennweiten wegen Seeing und Nachführ-Ungenauigkeit. Das hat aber primär nichts mit Optik und Detektor zu tun. Viel wichtiger (zusammen mit Empfindlichkeit und Signal/Rauschabstand) ist die Menge Licht pro Zeit, die ich für die Kamera zur Verfügung habe, also die Teleskopöffnung. Diese entscheidet, ob ich 10 Minuten oder 10 Stunden für ein gutes Bild brauche!


    Letztlich muss jeder Astrofotograf Optik, Objektwahl, Aufnahmetechnik und Nachbearbeitung möglichst gut aufeinander abstimmen. Erst hier zeigt sich, ob die Pixelanzahl der Kamera sinnvoll eingesetzt wurde oder nicht, und ob die Aufnahme mit einer kleineren Zahl größerer Pixel vielleicht besser geworden wäre. Planeten, Sternhaufen, Galaxien, Planetarische Nebel, Gasnebel, Kometen stellen jeweils teils ganz unterschiedliche Anforderungen ans Equipment.



    Bevor wir Amateure von Megapixelwahn sprechen, sollten wir uns erst mal dieses Teil hier ansehen - dagegen sind unsere besten Kameras Spielzeuge:


    http://www.cnet.com.au/the-870…ace-imaging-339344704.htm
    und
    http://www.science.gov/topicpa…s+camera+suprime-cam.html


    870 MPixel sind schon 'ne Hausnummer, oder?
    Die einzelnen Chips haben übrigens 60x30mm Kantenlänge, die Anschlüsse sind auf der Unterseite. Dadurch kann man beliebig viele anreihen.
    Die Bildhöhe und -breite ist ca. 32000 Pixel, das Bildfeld insgesamt 1,5° im Durchmesser, die Auflösung pro Pixel ca. 0,17".
    Allein die Kamera mit Korrektor wiegt 870 kg.


    Mir würde schon eine Kamera mit 2 dieser Chips genügen[:p]
    Aber obwohl der Hersteller mein Brötchengeber ist, sind die Chancen, dass ich da mal dran komme, wohl verschwindend gering[V]. Zumindest solange unsere Firma keine Serienkamera mit diesen Bildsensoren produziert.


    Außerdem erfordert der optimale Betriebspunkt von -100°C schon etwas zusätzlichen Aufwand. Obiges Bildsensor-Array wird im Vakuum betrieben!


    p.s. Die Konkurrenz kann natürlich auch solche Bildsensoren bauen:
    http://microlab.berkeley.edu/t…lides/holland_sep2012.pdf


    Gruß,
    Martin

  • Hallo Rainmaker,


    ich habe die D800, nicht die "E".


    Hallo Martin,


    das Objektiv ist das AF Micro-Nikkor 200 mm 1:4D IF-ED, der eingestellte Blendenwert laut Excif- Daten ist 6 gewesen.
    Ich habe seinerzeit Raws und Jpegs gemeinsam abgespeichert und für die Vergleichsbilder die Ausschnitte aus den Jpegs ausgeschnitten ohne irgendetwas zu bearbeiten.
    Das, was ich dann gesehen habe hat mir vollends gereicht um mir die Frage nach der Existenzberechtigung der D800 mit "ja" zu beantworten.
    Ich habe mich dann nicht weiter mit Vergleichsmessungen dieser Art beschäftigt sondern nutze sie für das, was am besten damit geht, nämlich in Verbindung mit hochwertigen Festbrennweiten Fotos damit aufzunehmen, die ich in dieser Qualität früher nur mit dem Mittelformat erstellen konnte.


    Viele Grüße,


    Ulli

  • Hallo


    ja mit dem Mikroskop wollte ich nur drauf hinweisen das es für ganz nah vor der Linse und unendlich weit weg dann doch andere Bedingungen gibt.
    jpg- Bilder, ja das ist auch so eine Sache, aufgrund der immer größeren Speicherkarten ist bei vielen Kameraherstellern auch die Kompression sehr viel geringer geworden.
    Man kann verschiedene Sensoren auch nicht einfach gleich lang belichten sondern müsste zB bis maximum 80% der jeweiligen full well capacity belichten um Überlaufen oder nichtlinearität durch Antibloominggates auszuschließen.
    Solange in den DSLRs noch keine backiluminated Sensoren auftauchen kann man davon ausgehen das die Kamerahersteller sich noch nicht 100% Mühe geben und es noch weiter geht.


    Gruß Frank

  • Hallo zusammen!


    Kai hat wunderbare Darstellungen von Sternen auf verschiedenen Sensoren dargestellt, und auch die schlechte Auflösung von Farbsensoren gegenüber SW CCDs wurde aufgeführt. Alles weitgehend richtig! Aber was ich hier sehr vermisse: Je höher die Auflösung, desto brutaler werden Nachführfehler an den Sternen aufgezeigt, und um so höher ist die Ausschussquote. Aber auch die Abbildungsqualität der Optik wird erheblich erbarmungsloser offen gelegt. Ich habe genug Kommentare in Foren von D800 Usern gelesen, die bei 36 Mpixel ihr bisher noch so tollen Objektive in die Tonne getreten haben, laufen- wer das Geld noch hat- jetzt mit säckeweise Festbrennweiten der Spitzenklsse rum, Takahashi/TMB Liga mal transformiert... Und mit der deutlich geringeren Auflösung bei Bayersensoren ist auch nur korrekt, wenn man zu geringe Brennweiten/Öffnungen einsetzt, denn die Grenze wird oft durch das Seeing gesetzt! Ich habe es doch selber erlebt, als ich mit meinem Orion UK 250/1600 und meiner Atik 383 mit 5.6 um Pixeln umgeschaltet hatte auf 2x2 Binning beim sehr dunklen VDB141, was einer Bayermatrix entsprochen hätte in Sachen Auflösung. Keine nennenswerten sichtbaren Unterschiede in Sachen Auflösung, logisch!
    In der Adtrofotografie gilt der gleiche Satz wie bei den Bonsaizüchtern: Oft ist weniger mehr.....


    In diesem Sinne einen besinnlichern Abend,


    Uwe

  • Rehallo zusammen!


    Noch einen Zusatz zu meinem vorherigen Kommentar:


    Es gibt bei http://www.dpreview.com ein super Video von Canon. Die haben
    lächerliche 2 Mpixel auf einen Vollformatchip gepackt und den in eine Videokamera verfrachtet. Bei völliger Dunkelheit haben die damit
    Feuerfliegen gefilmt bei extrem niedrigen Rauschen.... Was lernen wir daraus? Je mehr Pixel, umso kleiner deren Fläche, und umso mehr rauscht der Sensor, und umso brutaler greift die Rauschunterdrückung ein, Stichwort texturverluste. Auch die Fullwellkapazität geht zurück und somit der Dynamikumfang. Reicht das an Opfern? Bei Kameras mit Kühlung relativiert sich das Theam Rauschen, aber auch nur dieser Nachteil!


    Gruß again,


    Uwe

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: scotty60</i>
    <br />.....Je höher die Auflösung, desto brutaler werden Nachführfehler an den Sternen aufgezeigt, und um so höher ist die Ausschussquote. Aber auch die Abbildungsqualität der Optik wird erheblich erbarmungsloser offen gelegt............


    Uwe
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Hallo Uwe,


    sehr richtig und vor allem sehr sachlich argumentiert.
    volle zustimmung.
    es geht hier vllt den meisten usern auch darum, die grenzbereiche der technik(physik)zu berühren.zumindest theoretisch.
    beispiel:
    für meinen 8" spiegel benötige ich für vollauflösung und erfüllung des NQ-kriteriums eine pixelgröße von ca 1µm(das ist ja auch schon wieder falsch,der fangspiegel verringert ja die auflösung....).
    das kriegt man hin, wenn man einen 1/3" chip mit 14-16mpx einsetzt.
    jetzt muß man nur noch so eine kamera finden, die sich an ein fernrohr adaptieren läßt und kann damit erfahrungen sammeln.
    t b c.....


    tom

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