12" f/5 Zwillinge (momentan: sph. polieren)

  • Wir erklären den Feinschliff für beendet und müssen nun ein (oder zwei) Poliertool(s) bauen. Das Angebot an Varianten (Holz, Tonuntersetzer, runde Fliesen, Glas, Fliesenkleber, ...) und Warnungen vor irgendeiner Variante (gleich Liste) ist recht verwirrend. Gibt es auch ungefährliche Empfehlungen?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph,
    Nehmt zum Auspolieren doch einfach die vorhandenen Schleiftools!
    Das sollte problemlos funktionieren. Falls es doch noch mal zurück zum Schleifen geht, das Tool in einer Plastiktüte in die Gefriertruhe legen und anschließend das Pech mit leichten Hammerschlägen vorsichtig abklopfen.
    Zum ersten Pechhaut gießen könnt ihr euch auch per Telefon bei Stathis anmelden und das an einem Dienstag abend in der Volkssternwarte München erledigen.


    Gruß,
    Martin

  • Wir haben nur ein vorhandenes Schleiftool - deshalb die Frage. Eingangs war die allgemeine Meinung, dass man bin zum Ende des Feinschliffs beide Spiegel abwechselnd mit dem gleichen Tool bearbeiten kann (das hat auch gut geklappt!).


    Wir wohnen in Hamburg. Alles, was mit München zu tun hat, wäre wohl keinesfalls an einem Abend erledigt. Egal ob Stathis dabei ist oder nicht ;)

  • Hallo Christoph


    Wenn Du mir eine Aluminium Platte oder Ronde 15 bis 20 mm dick besorgst kann ich Dir daraus ein stufiges Tool drehen . Da ich in Lübeck wohne brauchst Du dann nicht so weit zu fahren .


    Gruß Rainer

  • (==&gt;)Christoph:<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wir wohnen in Hamburg. Alles, was mit München zu tun hat, wäre wohl keinesfalls an einem Abend erledigt. Egal ob Stathis dabei ist oder nicht ;)<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Da hab ich wohl was verwechselt[:I]. Aber in Hamburg habt Ihr ja auch fähige Spiegelschleifer. Bei der GvA gibt's sicher auch fachkundige Hilfe, wenn Ihr persönliche Unterstützung möchtet. Falls Ihr zur GvA noch keinen Kontakt habt, wendet euch einfach an RuedigerH hier im Forum.


    (==&gt;)Rainer:
    Das gestufte Alu-Tool sollte eigentlich gut funktionieren. Hab ich aber noch nicht selbst probiert.
    Zum leichteren Entfernen des Pechs würde ich "nach meinem Bauchgefühl" die Stufen nicht größer als 1/2 mm und nicht steiler als 45° machen. Das sollte aber drehtechnisch kein Problem sein.
    An die Kante der Rückseite gehört eine große Fase (ca. 3mm), besser noch eine Abrundung. Dann liegt das Tool viel besser in der Hand.
    Man muss es ja immerhin 5-15 Stunden lang ziemlich kräftig über den Spiegel schieben.


    Gruß,
    Martin

  • Ich hatte schon Kontakt mit der GvA, daswar bevor wir mit dem Schleifen angefangen hatten. Das war auch sehr positiv! Eventuell frage ich auch da nochmal, ich denke aber, dass die Wissenbasis hier im Forum wesentlich breiter ist.


    (==&gt;)Rainer: Vielen Dank für das Angebot, ich schaue mal, ob ich ein so großes Alu-Stück auftreiben kann. Allerdings stelle ich mir das recht schwer vor (das Gewicht). Ein Auto ist im Moment leider nicht vorhanden, aber das wäre ja kein großes Hindernis. Auf der anderen Seite könnte ich aber auch hier vor Ort sowas machen lassen.


    Gibt es noch weitere Vorschläge, was gut als Poliertool funktioniert? Klar, wir könnten auch beide Spiegel nacheinander polieren. Das wäre evtl gar nicht so schlecht, beim Schleifen hat ein zweites Paar Hände auch sehr geholfen...


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    Aluminium hat ungefähr die gleiche Dichte wie Glas . Das Tool wird also nicht schwerer wie ein gleich dickes Glastool . Bei meinem 8 Zoll f6
    15mm dicken Tool habe ich alle 0,5mm Höhenunterschied eine Stufe mit einem 45° Seitenstahl gedreht . Wenn man Handschuhe verwendet ist die gute Wärmeleitfähigkeit von Alu ein Vorteil .


    Gruß Rainer

  • Hallo Christoph,


    für's Poliertool scheidet Holz denk ich mal aus. Das saugt sich zu sehr mit Wasser voll und verändert seine Form.
    Das Tool muss auch nicht zwingend die Krümmung des Spiegels haben. Ich hab meine beiden Spiegel z.B. mit 4-5cm dicken Kunststoffronden mit planen Oberflächen poliert. Das Pech darf dann eben nur nicht zu dünn aufgetragen werden damit es auch am Rand noch gut fließen kann.
    Als weitere Methode könnt ihr ein oder zwei neue Granittools schneiden. Ggf mit Flex und Schablone eine Wölbung aufbringen die etwa dem Spiegelradius entspricht. Dann gut schruppen wegen Brösel und ebenfalls Pech nicht zu dünn drauf.
    Die Gießmethoden hab ihr euch wahrscheinlich schon durchgelesen. Versiegelter Gips, Zahnartzgips, Zement etc. Hat den Vorteil die Kontur gut abzubilden. Muss nur bröselfest sein.


    Sucht euch da einfach eine Methode aus die euch am sichersten und erreichbarsten erscheint.
    Zu dünn (wegen der Handhabung) und zu leicht (wegen der Polierzeit) sollte es vielleicht nicht sein.


    Gruß
    Kay


    Nachtrag:
    Das auspolieren auf einem gemeinsamen Tool mag noch gehen. Das ist hauptsächlich Arbeit. Die eigentliche Kurvengestaltung, vor allem die Endphase würde ich aber lieber individuell machen. Da ist Konzentration, Gefühl und spezielle Pechhautgestaltung gefragt. Meiner Einschätzung nach zumindest.

  • Also eine Granitplatte (300x300x30) ist noch da (Fußnote 1), die könnten wir rund machen. Diamantscheibe und Schleiftopf auch, das wäre also nicht mit Investitionen verbunden.


    Zum Auspolieren noch als Volltool, oder? Für die Parabel dann ggf ein oder mehrere kleinere(s)?


    1) Dazu gibts ne lustige Geschichte: Ich habe mein Auto verkauft und vorher den Kofferraum nicht ausgeräumt. Darin lag auch die Granitplatte in einem Leinenbeutel. Der Käufer räumte also mit mir den Kofferraum aus, nahm den Beutel und fragte "Was hastn da drin? Steine?". Das war das erste Mal, dass ich das mit "Ja klar" beantworten konnte. Werde ich nie vergessen.

  • Zum Thema "Ein Poliertool für zwei gleichartige Spiegel" kann ich ein wenig eigene Erfahrung beisteuern:


    Ich habe mal zwei 180mm f/5,3 Spiegel mit einem gemeinsamen Tool geschliffen und poliert. Obwohl das Tool beim Feinschliff auf beiden Spiegeln perfekt gepasst hat (zum Schluss wurde ständig zwischen beiden Scheiben gewechselt), konnte ich beim Polieren nicht mehr ständig zwischen den Spiegeln wechseln, sondern musste die Pechhaut bei jedem Wechsel kurz neu anpassen, sonst hat sie "gebockt". Das Parabolisieren ging natürlich nur individuell. Am Ende hatte ich ca. 1mm Brennweiten-Unterschied.


    Zum Auspolieren würde ich auf jeden Fall ein Volltool nehmen.


    Bei 12" f/5 ist das Parabolisieren mit einem Volltool praktisch nicht mehr möglich. Dafür würde ich zumindest ein zweites Tool mit 18-20 cm Durchmesser und Einschnitten am Rand (Sterntool) hernehmen. Mit Interferometrie kann man zusätzlich gezielt lokale Korrekturen mit noch kleineren Tools durchführen, damit habe ich aber bisher noch keine Erfahrung.


    Gruß,
    Martin

  • Danke Martin für die klaren Worte! Dann basteln wir nächste Woche mal ein zweites Granittool.

  • Bei mir war es etwas anders als bei Martin:
    Ich hatte vor etlichen Jahren zwei 14-Zöller gemacht, siehe 14" f/4.5 Ultradünner Spiegel und später zwei 17 cm Spiegel, siehe Die 17 cm f/6.3 Zwillinge. Beide habe ich jeweils mit einem Tool auspoliert - funktionierte prima. Warmapassen der Pechhaut mache ich ohnehin immer vor jeder Poliersession.


    Nur wenn ihr parallel polieren wollt, braucht ihr 2 große Tools zum auspolieren. Wenn ihr euch abwechselt reicht auch ein Tool, da bin ich mir 100%-ig sicher. Wenn ihr unsicher seit, ob es immer passt, könnt ihr ja Zur Sicherheit alle 30 Minuten den Spiegel wechseln. Vor jeder neuen Session neu warmanpassen, dann passt es immer.


    Zum Parabolisieren empfehle ich 30-60% Tools, den Rand sternförmig angeknabbert und Arbeitsweise TOT, damit kommen die meisten gut zurecht. Mit Volltools und MOT gelingt es seltener, die Parabel genau zu treffen. Werner Reimann war ein meister dieser Technik, er parabolisierte sogar 20-Zöller mit Volltool MOT.


    Auf einem planem Tool muss die Pechhaut dick genug sein, damit auch am Rand das Pech noch hinreichend fließen kann. Ich habe mal einen 380 mm Spiegel mit einem flachen 300 Glas Tool (80% Tool) poliert. Nach ca. 12 Stunden immer TOT und W-Strichen von wechselndem seitlichem Überhang war er auspoliert und knall sphärisch.


    Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, polish more and worry less!

  • OK, danke Stathis! Vor allem der letzte Satz ist wahrscheinlich sehr wahr.


    Aber gehen wir es mal von der anderen Seite an - für wie viele Häute sollte das Pech reichen, das du mir geschickt hast?

  • Im 12" Set tue ich 750 g Pech. Das reicht für knapp ca. 2 Volltool Pechhäute oder einer dickeren und für weitere kleine Tools.


    Man kann das Volumen auch selbst berechnen mit einem spezifischem Gewicht von Pech von überschläglich 1 g/cm^3.
    Pechdicke: Unter 4 mm gilt als dünn, 4-6 mm als normal, dicker funktioniert natürlich auch.
    Beispiel: eine 300 mm Pechhaut von 5 mm Dicke braucht ca. 350 g Pech + Rest, der im Pechtopf verbleibt.

  • Die Pechhaut ist gegossen! <s>Das war bisher das einfachste, finde ich.</s> Wir sind nach der Fußmatten-Methode vorgegangen, mit einer neuen Fußmatte für 3 (oder 4?) Euro aus dem Baumarkt. Die Stege in der Fußmatte haben einen Abstand von etwa 15 mm.


    Alles ist beisammen:


    Das Pech (für 315 mm Durchmesser und 5 mm Dicke haben wir 400g genommen) haben wir langsam unter Rühren geschmolzen, von Spritzern und Bläschen keine Spur. Dann konzentrisch von innen nach außen auf die mit Spüliwasser eingepinselte Matte aufgetragen und Tool drauf:


    Schonmal von der Seite:


    Das Tool ist an den Rändern nicht 100% bedeckt. Eventuell haben wir zu langsam gearbeitet und/oder zu wenig gedrückt, aber ich vermute mal, dass das keinen negativen Einfluss auf die Funktion haben wird.


    Montag schauen wir uns dann das Ergebnis an und machen die ersten Striche. Pech scheint eine recht hohe Wärmekapazität zu haben, nach dem Aufsetzen des Tools waren nach einiger Zeit Tool und Spiegel spürbar warm.


    Grüße


    Christoph

  • Beim Abziehen der Fußmatte ist moderate Panik aufgekommen, weil viele der Rechtecke (etwa 30 %) Abplatzer haben:


    Hier die entsprechenden Reste in der Fußmatte:


    Woran kann das liegen? Uns sind folgende Möglichkeiten eingefallen:
    - Pech beim Gießen nicht warm genug (gibt es eine optimale Temperatur?)
    - Trennmittel (Spüli-Lösung) nicht sorgfältig genug/zu sparsam aufgetragen
    - Trennmittel nicht geeignet (Lösung zu schwach)


    Können wir trotzdem mit dieser Pechhaut polieren? Für eine neue ist noch Material da, das wäre kein Problem.


    Falls wir eine neue Pechhaut brauchen, wären wir für Tipps sehr dankbar.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    Da ist doch recht viel Pech hängengeblieben.
    Ihr könnt es mit warm pressen versuchen. Ich fürchte aber die Kanäle werden zügig dicht sein und nachgeformt werden müssen.
    Pech bekommt man aber gut vom Tool wieder ab wenn man es tiefkühlt und dann vorsichtig abschlägt. Das Ganze sinnvoll in einer Tüte praktiziert.


    Wenn Ihr nochmal eine Gießmatte verwendet pinselt sie mal mit Ceri ein und wartet mit dem Abziehen nicht solange bis das Pech total kalt ist. Es sollte noch so warm sein das es nicht splittert, aber trotzdem schon die Form behält.


    Bei der Gießmatte besteht meiner Erfahrung nach das Problem dass das Wasser zu schnell verdunstet wenn das Pech aufgegossen wird. Dann klebt Pech auf Gummi. Ich mag sie daher nicht mehr so gerne und gieß lieber ohne Matte.


    Beim nächsten Projekt will ich mal einen Pizzaschneider ausprobieren. Die Idee dahinter: Tool im heißen Wasser lassen und ganz genüsslich mit dem Roller die Kanäle einbringen ohne sich die Finger zu verbrühen. So zumindest die Idee.





    Gruß
    Kay

  • Hallo


    das Dillema mit der Autofussmatte hatte ich auch mal, das erste mal ging problemlos, beim zweiten mal giessen sah es genau so aus. Ich hab dies dann ohne die Matte neu gegossen.


    Wenn das Pech nach dem tiefkühlen abgeschlagen wurde, setzt sich an diesem in kaltem Zustand Kondenswasser an. Lasst dem Pech Zeit, sich bei Raumtemperatur zu erwärmen, so dass das Kondenswasser verdunsten kann, bevor es eingeschmolzen wird.


    Gruss

  • Danke euch beiden,


    die Tendenz geht also zum neu Gießen, scheint mir.


    (==&gt;)Leonos Zum Pizzaroller: Wäre evtl nicht ein gewellter Teigschneider (sieht aus wie ein Pizzaroller, nur mit gewelltem Rad) cooler, weil er mehr Pech "verdrängt? Oder gleich aus 5 mm Alu einen sehr breiten Pizzaroller drehen...

  • Hallo Christoph,


    der Pizzaroller muss für mich hauptsächlich zwei Kriterien erfüllen: einmal Keilförmig und zum Zweiten breit genug. Er soll eine mindestens 3mm breite V-Nut eindrücken können.
    Was Kaufhäuser da zu bieten haben muss ich mir erst noch ansehen.


    Selbstbau geht natürlich auch.
    Eine gedrehte 5mm Aluscheibe wäre ideal.




    Gruß
    Kay

  • Wir haben es nochmal mit reinem Spüli als Trennmittel versucht (mit einem Pinsel aufgetragen). Diesmal war das Pech etwas zu heiß, glaube ich, so dass es beim Auflegen des Tools eifrig an der Seite rausquoll. Die Haut ist entsprechend dünn geworden (ich denke etwa 4 mm). Wir haben die Fußmatte abgezogen, als das Pech noch warm war. Das Ergebnis sieht ganz gut aus:



    Eventuell machen wir heute abend die ersten Striche...


    Grüße


    Christoph

  • So, endlich war mal wieder Zeit. Unser Arbeitsplatz ist mittlerweile im Büro, das erspart uns eine Menge Fußwege. Die Pechhaut scheint nach 2 Mal Warmpressen (ich schätze mal 40 °C, drauf gesessen) ganz gut angepasst zu sein:



    Nach 15 Minuten MOT war auch schon ein Effekt zu sehen (vielleicht war das auch Wunschdenken).


    Die Pechhaut ist nicht hängengeblieben und sehr ruhig gelaufen, allerdings nur bei einigem Kraftaufwand. Ich musste den Spiegel seitlich greifen, um ihn schieben zu können. Ist das normal oder sollte es leichter gehen? Wenn es leichter gehen sollte, woran könnte es liegen?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    das ist normal. Pech und Ceri arbeiten anders als Microgrit. Da braucht man schon etwas Kraft. Der Widerstand sollte gleichmäßig sein. Nicht bocken und nicht durchrutschen.
    Wenn der Spiegel anfängt schwerer zu laufen etwas Wasser zusprühen, bzw. neues Ceri drauf.


    Ich hab bei jeder neuen Session warm gepresst, dann Fliegengitter zwischen und zum Schluss Ceri drauf und den Spiegel ein paar Minuten einfach drauf liegen gelassen (ohne Fliegengitter). Danach konnte ich problemlos stundenlang polieren.


    Nach 1-2 Stunden würde ich mir des Bild im Foucault ansehen. (Ist für mich immer der spannendste Moment) Ggf. lässt sich da schon sagen wohin die Reisen gehen sollte.


    Gruß und viel Erfolg
    Kay

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Leonos</i>
    Ggf. lässt sich da schon sagen wohin die Reisen gehen sollte.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ich bin erstmal auf den Krümmungsradius gespannt. Worauf sollten wir dann außerdem genauer achten?


    Grüße


    Christoph

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