12" f/5 Zwillinge (momentan: sph. polieren)

  • So, wie bereits angedroht, mache ich mich zusammen mit einem Kollegen an 12" f/5 Zwillinge. Als Tool habe ich mir eine 300*300 mm Granitplatte besorgt und grob in Kreisform gebracht. Nach 20 Minuten und einer komplett verschlissenen Trennscheibe:



    Die Ränder haben wir dann noch etwas nachbearbeitet, allerdings sind noch allerlei Krater drin. Der Schleiftopf passte nicht auf den Winkelschleifer, hat aber auch mit der Hand erstaunlich viel abgetragen. Nach etwa 30 weiteren Minuten sah es so aus:



    Müssen die Krater noch verschwinden und gibt es sonst noch etwas, das wir tun müssen, bevor wir mit dem Tool loslegen können?


    Grüße


    Christoph


    Edit: Ich habe dem Threadtitel ein bisschen mehr Aussagekraft verpasst.

  • Hallo Christoph,


    man sieht es geht voran.
    Achte bei deinem Tool darauf das da nix abbröseln kann und es gut zu reinigen ist. Also keine Karbodepos bestehen bleiben. Oben und unten dann noch eine schöne Fase dran und dann könntest du auch schon loslegen.
    Beim ersten Bild sieht es allerdings so aus als wenn du eine Schraube in der Mitte hast. Das halte ich für suboptimal, von wegen Karbodepot.


    Gruß
    Kay

  • Hallo Kay,


    das in der Mitte ist nur eine Markierung für die Kreisschablone, keine Angst. Wüsste auch nicht, wozu ich da ein Loch und eine Schraube haben wollte. Der Hinweis auf mögliche Depots ist gut, ich werde versuchen, es glatt zu bekommen.


    Schleifmaterial ist schon da, nur die Rohlinge fehlen noch.


    Grüße


    Christoph

  • Hi Christoph,
    ein Loch in der Mitte ist gar nicht so dumm.
    Ich habe meinen ersten Spiegel mir einem Granittool geschliffen. Die hatten zweimal zusammengeklebt. Das ist nicht weiter schlimm, weil man das beheben kann.
    Beim zweiten Spiegel mit Granittool hatte das Tool in der Mitte ein Loch. Das hatte ich benutzt, um das Tool zu zentrieren, als ich dieses vorgeformt hatte. Beim Schleifen kann durch dieses Loch ein Druckausgleich stattfinden und der Spiegel 'klebt' nicht mehr fest. Eigentlich klebt da ja nichts, wenn immer genuegend Wasser vorhanden ist. Es kann aber bei kleineren Koernungen des Schleifmittels dazu kommen, dass sich im Zwischenraum zwischen Spiegel und Tool ein Unterdruck bildet, wenn die Flaechen fast genau zusammenpassen.
    Manche Granittoolschleifer machen auch Rillen in die Tools. Das foerdert gleichzeitig die bessere Verteilung der Suspension.


    Gereinigt habe ich meine Granittools uebrigens mit dem Gartenschlauch. Der Wasserstrahl spuelt die letzten Koernchen auch aus den Poren des Granits.
    Allerdings kann der doch recht grobe Granit immer irgendwo Partikel aus dem Gefuege verlieren. Das kannst Du nicht verhindern und es besteht somit immer ein gewisses Risiko, sich mit Granit Kratzer einzufangen.


    Ich hatte allerdings bei meinen beiden Speigeln, die ich mit Granit hergestellt habe, keine Probleme.


    Gutes Gelingen
    Axel

  • Hallo Axel,


    ich denke auch, dass Granit nicht ungeeignet ist, immerhin wird es oft als gut geeignetes Material dargestellt. Allerdings bereiten mir die kleinen Brösel schon etwas Sorge, allein deshalb werde ich den Rand nochmal bearbeiten. Dann wird die Reinigung auch einfacher.


    Rillen/Loch: Eventuell mache ich noch Rillen rein, dann kann ich auf das Loch verzichten, weil ein Druckausgleich auch gut in den Rillen stattfinden kann.


    Und wenn es auseinanderfällt, probiere ich ein Fliesentool aus! Dann kann ich damit auch gleich Erfahrungen sammeln.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    bei meinen Projekten hatte ich keine Probleme mit den Granitool's, obschon ich den Rand nicht besonders geglättet habe.
    Das Tool jeweils gut unter fliessendem Wasser mit Bürste gewaschen und gut is es.
    Das Tool würde ich konvex vorschleifen, der Grobschliff geht dann schneller.
    Eine Rille hilft auch bei festgebackenem Tool, man kann Druckluft einblasen und der Spiegel löst sich wieder.
    Nachtrag: nimm eine Diamantscheibe.


    Gruss

  • Falls ich noch einen Winkelschleifer auftreiben kann, der den Schleiftopf aufnimmt, werde ich mir eine Schablone zum konvexen Vorschleifen herstellen und das auch noch machen. Wenn nicht, dann lasse ich es.


    Jetzt muss ich mir eine Strategie für den Planschliff überlegen:


    Die Granitplatte hat eine recht glatte Seite und eine, die ungefähr so rau ist wie eine Avocado. Die raue Seite würde ich konvex vorschleifen, die andere für den Planschliff der Rückseiten der Rohlinge nehmen. Dann habe ich drei Flächen, die ich gegeneinander schleifen kann, das sollte recht gut werden. Oder würdet Ihr nur die Rohlinge gegeneinander schleifen? Den konvexen Schliff der Vorderseite würde ich natürlich erst dann vornehmen, wenn die Rückseiten fertig sind.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    auf deine Anfrage per PN kann ich nur hier Antworten, da du keine Kontaktdaten angiebst, als Sender steht lediglich der Astrotreff drin, ev. in deinem Profil nachtragen oder sonst in der PN selber angeben.


    Die Diamantscheiben mit 125mm Durchmesser kosten bei uns nicht wirklich viel (ca. CHF 15.00), halten dafür geschätz ewig.


    Zum Fräsen siehe hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=115184


    Gruss

  • Hallo Roger,


    das ist merkwürdig, in einer anderen PM stand meine email-Adresse automatisch drin und ich hatte nichts an den Einstellungen geändert.


    Für die anderen Mitleser: Ich habe etwas Angst davor, die Trennscheibe (ob Diamant oder nicht) schräg anzusetzen, aber offenbar machen das viele und bleiben unverletzt. Der Winkelschleifer ist wirklich nicht mein Lieblingsgerät...


    Grüße


    Christoph

  • Das Tool ist fertig, glaube ich.


    Ich habe jetzt eine neue Flex mit Drehzahlregelung für den Schleiftopf und eine Diamantscheibe. Hat super funktioniert, danke für die Tipps! Und die Werkzeuge müssten lange halten, so wie es aussieht. Hier ist das Ergebnis, mit Furchen:



    Habe den Rand noch glatt geschliffen:



    Jetzt muss ich nur hoffen, dass aus den Furchen nichts ausbricht (oder zumindest nur am Anfang)...


    Die Rohlinge sind auch wohlbehalten eingetroffen, so dass es an den Planschliff der Rückseiten gehen kann. Die müssen ja "nur" rotationssymmetrisch sein, also: kurze, mittige Striche und immer wieder drehen; jede Körnung (80, 180,320) durch, bis überall Kontakt ist?


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Christoph


    oh... *eine* Rille...
    Da hast du's aber gut gemeint. Ich hab das noch nie so gesehen, gibt jetzt geschätzt 15x mehr Möglichkeiten zum hängenbleiben eines Korn's.


    Zum Planschleifen mit einer grösseren Glasfläche würde ich mit dem 320er beginnen, wenn die Differenz dann arg gross ist, kannst du immer noch zum gröberen Korn greiffen.


    Drei gegeneinander sollte gehen, jedoch mit einem als Rückseite vom Tool welches doch arg uneben ist, na dann eher 180er, wird aber meines erachtens schwieriger.


    Gruss

  • Hallo Roger,


    es sind ja zwei Rohlinge, ich bin davon abgekommen, auch das Tool "planzuschleifen".


    Ich hatte irgendwo im Netz ein Foto von einem Tool gesehen, das genauso aussah und dachte mir, dass das so falsch nicht sein kann. Allerdings kommen mir jetzt zweifel: Wenn ich MOT schleife, müsste ich erstmal die ganzen Rillen mit Korn füllen, bevor überhaupt etwas auf der Fläche bleibt. Würdet Ihr mir zu einem neuen Tool raten? Eine zweite Platte habe ich da, und mit dem neuen Werkzeug ginge es ja recht fix. Zwei Stunden oder so, bis es etwas konvex ist...


    Grüße


    Christoph

  • nö, nö, nö, kein zweites Tool. Dieses ist doch ganz prima. Wenn Du es sehr lieb hast, kannst Du sogar die Rillen noch entgraten. Das geht mit einem normalen Schleifstein ganz hervorragend. Eine Drahtburste macht alle losen Partikel weg und es kann losgehen.
    Klar wird sich der Schleifbrei in den Rillen sammeln. Aber wenn Du erstmal die Kante vom Tool ordentlich runtergeschliffen hast und Du Deinem Wunschradius naeherkommst, sind auch die Rillen am Rand nicht mehr so tief oder sogar verschwunden.
    Ich wuerde den Granit so verwenden und nicht so viel darueber nachdenken.
    Wird schon schiefgehen.
    Axel

  • Hallo Axel,


    danke für deinen Zuspruch! Ich habe mein Tool sehr lieb und hatte vorhin auch schon die Drahtbürste in der Hand. Die hat nicht nur lose Partikel weggemacht, sondern auch ne Menge Dreck auf dem Tool hinterlassen. An den Schleifstein hatte ich gar nicht gedacht, das werde ich auch noch testen.


    Als nächstes (nach den Rillen) gehts dann also an die Rückseiten.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo,
    ich habe mir zwei Griffe rein geflext.
    Oder eine Art umlaufende Rille am Umfang.
    Das erleichtert das abheben oder aufsetzten des Tools auf den Spiegel erheblich.


    Gruß Daniel

  • Danke für die Anregung Daniel,


    ich muss mal sehen, ob dafür der Platz reicht. Wie dick war dein Tool? Ich war recht großzügig bei der Fase auf beiden Seiten und der Rest des Umfangs ist leicht ballig. Da könnte eine Griffmulde eventuell das Abbröckeln von Krümeln begünstigen.


    Grüße


    Christoph

  • Hallo Roger,


    so ganz plan ist es nicht mehr (etwa 2 mm Pfeiltiefe, würde ich sagen). Ich denke aber, dass die Rillen noch verschwinden oder sehr flach werden.


    Die Rillen habe ich nun noch mit dem Schleifstein nachbearbeitet, aber ganz überzeugt bin ich von dem Tool noch nicht.


    Grüße


    Christoph

  • Weiter gings, heute haben wir zum ersten Mal Glasstaub produziert beim Schleifen der Fasen. Die Vorderseite hat schon gut 2 mm:



    Vor dem Symmetrieschliff der Rückseiten werden wir dort auch noch Fasen anbringen, allerdings dachten wir da eher an 1 mm. Ist ja auch schon etwas anstrengend.


    Grüße


    Christoph

  • Die Rückseiten sind nun in Arbeit:


    - kurze, zentrische Striche (etwa 30 - 40 mm)
    - oberen Spiegel beim Streichen kontinuierlich im Uhrzeigersinn gedreht
    - unteren Spiegel nach etwa 20 Strichen des oberen Spiegels ein Stück gegen den Uhrzeigersinn gedreht (geschätzt zwischen 30 und 90 Grad, immer anders)
    - nach etwa 15 Ladungen K180 (etwa 1/8 Teelöffel) sahen die beiden Brüder so aus:


    Nummer eins:


    Nummer zwei hat rechts noch einen blanken Bereich. Außerdem sieht man noch einen nicht ganz weggeschliffenen Eddingtest. Während des Schleifens wurde er rotationssymmetrisch, aber doch in klar unterscheidbaren Ringen abgetragen:


    hier der blanke Bereich in groß:


    Dieser blanke Bereich war anfangs noch etwa 25 mm Breit, jetzt sind es noch etwa 10. Eventuell wäre K80 am Anfang doch effektiver gewesen, aber so geht es auch und viel ist nicht mehr abzutragen. Oder doch jetzt noch auf K80 wechseln? Spaß machts ja irgendwie...


    Edit: Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie Stathis den Schliff der Rückseite für 10-30 Euro anbieten kann. Da muss es einen Trick geben! Hut ab!


    Grüße


    Christoph

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: chris3asdf</i>
    <br />Edit: Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie Stathis den Schliff der Rückseite für 10-30 Euro anbieten kann. Da muss es einen Trick geben! Hut ab!<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Bin halt in mancher Hinsicht billig zu haben[8D]
    In der Situation hätte ich auch einen Trick: Viel einseitigen Druck auf die noch blanke Stelle, damit wird sie recht schnell kleiner. Sobald sie nur noch ein paar mm breit ist, wieder neutral Schleifen, wie du zuvor beschreiben hast, damit der durch diese Aktion vielleicht entstandene Asti wieder rausgeschliffen wird. Sobald voller Kontakt herrscht, mit ca. 5-8 Beschickungen K320 verfeinern.


    Bin gesannt, wie es weitergeht

  • Hallo Stathis,


    danke für den Tipp, etwas in der Art dachte ich auch schon. Allerdings habe ich dazu einige Fragen:
    - ist das weggeschliffene Volumen dann nicht das gleiche, wenn der Astigmatismus wieder weg ist?
    - Käme der Spiegel mit dem blanken Bereich dabei nach unten?
    - Handle ich mir damit nicht nur kurz das gute Gefühl ein, dass die Stelle nun angefressen ist? Der Asti muss dann ja eh noch raus, nur dass ich eine weniger direkte optische Rückmeldung dabei habe.


    Grüße


    Christoph

  • Wir haben einfach noch 4 Chargen K180 geschliffen, ohne uns auf den blanken Bereich zu konzentrieren. Nach dreien war er verschwunden, also gabs noch eine vierte hinterher. K320 fühlte sich schon ganz anders an, interessant! Spaßenshalber haben wir uns auch ein Sphärometer gebastelt und einfach mal auf die Rückseiten gestellt.


    Nummer eins:


    Nummer zwei:


    Und nochmal die (unberührte) Vorderseite des ersten:


    Eigentlich wollten wir nur wissen, ob es halbwegs funktioniert. Dass der "Krümmungsradius" der einen Rückseite gerade der negative Wert der anderen Rückseite ist, stimmt zuversichtlich!


    Die Vorderseiten haben wir natürlich auch gleich in Angriff genommen. Das Tool ist für MOT echt blöd. Die ersten Löffel Karbo versenkt man praktisch sofort in den Rillen, die lassen wir jetzt bis zum Wechsel der Körnung voll. Das sollte etwas helfen. Beide Spiegel haben jetzt jeweils 10 Chargen K80 gesehen.


    Insgesamt ein zufriedenstellender Abend!


    Grüße


    Christoph

  • So sieht es nun aus nach nochmal jeweils 15 (Summe 25) Chargen K80:


    Links: Der Rohling 1 (sie haben jetzt Nummern) mit der zunächst besseren Rückseite. Der nun angeschliffene Bereich ist schön rund (250 mm Durchmesser), Pfeiltiefe 0,7 mm.
    Rechts: Der Rohling 2 mit dem zunächst blanken Bereich am Rand der Rückseite. Der angeschliffene Bereich ist etwas elliptisch (250 - 255 mm), das war nach 10 Chargen viel schlimmer. Pfeiltiefe 0,95 mm.


    Das Tool sieht auch schon ganz anders aus als am Anfang.


    Ich halte in diesem Post den Fortschritt des Grobschliffs fest:


    Rohling 1
    ---------
    Datum | K80 , Summe | Pfeiltiefe | D
    18.09. | 10, 10 | --- | ---
    19.09. | 15, 25 | 0,7 | 250
    20.09. | 15, 40 | 1,1 | 263 +-2
    20.09. | 15, 55 | 1,35 | 273 +-4
    23.09. | 15, 70 | 1,7 | 275 +-2
    24.09. | 15, 85 | 1,9 | 280 +-2
    25.09. | 15, 100 | 2,1 | 285 +-2
    26.09. | 15, 115 | 2,3 | 286 +-2
    10.10. | 20, 135 | 2,5 | 294 +-2
    15.10. | 20, 155 | 2,75 | 297 +-2
    17.10. | 20, 175 | 2,8 | 301 +-1
    (Schleiftechnik gändert)
    24.10. | 20, 195 | 3,0 | 301 +-1
    25.10. | 25, 220 | 3,45 | 301 +-1
    30.10. | 10, 230 | 3,70 | 301 +-1


    Rohling 2
    ---------
    Datum | K80 , Summe | Pfeiltiefe | D
    18.09. | 10, 10 | --- | ---
    19.09. | 15, 25 | 0,95 | 252
    20.09. | 15, 40 | 1,2 | 261 +-4
    20.09. | 15, 55 | 1,55 | 270,5 +-4,5
    23.09. | 15, 70 | 1,65 | 276 +-4
    24.09. | 15, 85 | 2,00 | 283 +-2
    25.09. | 15, 100 | 2,3 | 287 +-3
    26.09. | 15, 115 | 2,45 | 291 +-3
    14.10. | 20, 135 | 2,65 | 293 +-3
    22.10. | 20, 155 | 2,80 | 297 +-4
    23.10. | 20, 175 | 2,95 | 298 +-3
    (Schleiftechnik geändert)
    24.10. | 30, 205 | 3,30 | 299 +-2
    25.10. | 25, 230 | 3,55 | 302 +-2
    28.10. | 15, 245 | 3,70 | 303 +-2


    Grüße


    Christoph

  • Meistens ist das Tool ja unter etwas Schlamm versteckt, doch siehe da: Die Rillen werden tatsächlich flacher. Ich wusste das zwar, habe es aber heute zum ersten mal wirklich gesehen. Die erste ist schon an einer Stelle verschwunden:


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