150/750, aber sphärisch. Was sagt Ihr dazu?

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    Hallo Leute,


    was sagt Ihr dazu:
    Newton 150/750
    Spiegel: sphärisch
    Trennung: 1,5"
    Fangspiegel: 38mm
    Streben: 5mm


    Wo liegt bei dem Gerät der Nachteil beim sphärischen Spiegel. Das soll heißen, ab welchen Maßen wird es gefährlich(Unschärfe und so weiter). Beobachtet werden sollen damit hauptsächlich deep-sky Objekte. Hat dies bei den deep-sky Beobachtungen eine Bedeutung?


    Gruß
    Andreas

  • Hallo,


    Rechnerischer Strehlwert bei perfektem sphärischem Spiegel 150/750: 0.106.
    Richtig Freude will bei diesem Wert nicht aufkommen [:o)]


    Ciao,
    Roland

  • Hallo Ceres,


    f/5 bei 6" ist zu schnell um mit einem Kugelspiegel etwas erreichen
    zu können,auch nicht bei Deep Sky.Also Finger weg!Die starke sphärische
    Aberration führt dazu daß du keinen richtigen Schärfepunkt finden kannst.
    Roland hat den Strehlwert ja schon gepostet,oh weh.


    MfG,Karsten

  • <font face="Arial"></font id="Arial"><font size="2"></font id="size2">
    Hallo Karsten, hallo Roland,


    danke für die kurze und gute Erklärung. [;)]Erfahrung zahlt sich eben aus. Das reicht mir als Fazit. Danke nein. Der Strehlwert sollte nahe 1 liegen, habe ich gelesen. Kann man mir die Formel der Berechnung für den Strehlwert bitte geben.


    Tschüß
    Andreas

  • Hallo Ceres,


    wenn Du schreibst "Strehl nahe 1" dann erinnert dies mich an die "Inflation des Strehls".


    Grundsätzlich gilt (stark vereinfacht):


    Strehl 0,8 - die Optik bildet beugungsbegrenzt ab. Das sollte jede Optik bringen, wobei man teleskopspezifische Eigenheiten (Abschattung bei Newtons, Farbfehler bei Fraunhofer Achromaten...) berücksichtigen muß.


    Strehl 0,9 - die Optik ist wirklich gut - Geräte mit diesen Werten werden am Himmel auch im sehr hohen Vergrößerungsbereich eine gute Abbildung bringen


    Strehl 0,95 oder mehr - sehr gute Geräte im hohen Preisnivea


    Allerdings ist mit den Auswertungen inzwischen so viel Schindluder getrieben worden, daß wir den Kunden eine andere Empfehlung geben:


    Für den Preis von einem Test bekommt man:
    Einen einfacheren Ronchi Test und das Buch Star Testing Telescopes von Suiter.


    Mit diesen Mitteln ist man selbst in der Lage, eine Optik zu beurteilen, es ist zwar nicht so einfach aber man hat dieses Ergebnis dann selbst erarbeitet und weiß definitiv, was man hat, ungeachtet einer "schönen" Auswertung.


    Ein willkommener Nebeneffekt ist, daß man sich mit der Optik an sich beschäftigt und Fachwissen dazugewinnt. Man lernt mit dem Fernrohr besser umzugehen und sieht schneller, wenn sich was verändert (Dejustage, Verspannung).


    Insgesamt wird man ein kompetenerer Konsument, was sich beim Fernrohrkauf sehr positiv auswirkt. Das ist doch deutlich besser, als die bequeme Stehlhöhrigkeit, wo man sich auf Angaben verlassen muß, die man selbst nicht so überprüfen kann.


    Motto:
    Die breite Straße führt meist ins Nichts - nur der steinige unbequeme Weg führt zum Ziel.


    Wolfi Ransburg
    Teleskop-Service
    http://www.teleskop-service.de
    info@teleskop-service.de


    Quote
    <i>Original erstellt von: Ceres</i>
    <br /><font face="Arial"></font id="Arial"><font size="2"></font id="size2">
    Hallo Karsten, hallo Roland,


    danke für die kurze und gute Erklärung. [;)]Erfahrung zahlt sich eben aus. Das reicht mir als Fazit. Danke nein. Der Strehlwert sollte nahe 1 liegen, habe ich gelesen. Kann man mir die Formel der Berechnung für den Strehlwert bitte geben.


    Tschüß
    Andreas

  • Moin Wolfi,


    &gt; Allerdings ist mit den Auswertungen inzwischen so viel Schindluder getrieben worden [...]


    Tatsächlich? Das ist ja nicht zu glauben [;)]



    &gt; Ein willkommener Nebeneffekt ist, daß man sich mit der Optik an sich beschäftigt und Fachwissen
    &gt; dazugewinnt. Man lernt mit dem Fernrohr besser umzugehen und sieht schneller, wenn sich was
    &gt; verändert (Dejustage, Verspannung).


    &gt; Insgesamt wird man ein kompetenerer Konsument, was sich beim Fernrohrkauf sehr positiv
    &gt; auswirkt. Das ist doch deutlich besser, als die bequeme Stehlhöhrigkeit, wo man sich auf
    &gt; Angaben verlassen muß, die man selbst nicht so überprüfen kann.



    Es kann sicher nicht verkehrt sein, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, das hilft in vielen Situationen weiter. Doch sehe ich auch schon die Massen der neu geschaffenen Optik-Profis mit dem Suiter (Lesezeichen bei den Beispielabbildungen) unterm Arm in die Läden und Foren stürmen, die jeden Ring einzeln diskutieren wollen [|)]

  • Hallo Thorsten,


    das ist schon richtig und das Leben wird dadurch nicht leichter aber ich habe schon so oft die andere Seite erlebt....


    Erstmals hab ich für teures Geld ein Interferogramm in Auftrag geben dürfen und dann haben die Leute vom Rückgaberecht gebraucht gemacht, weil sie sich was ganz anderes vorgestellt haben. Der Strehl war dann plötzlich egal.


    Das ist der Ansatz - wenn die Leute gezwungen sind, sich mit dem Gerät zu beschäftigen und durch das Gerät zu schaun anstatt ein Zertifikat anzuschaun, entsteht eine Verbindung zum Teleskop. Man arbeitet damit und bekommt eher die Faszination des Schauens mit.


    Ich habe zu oft erlebt, daß der Strehl Wert oder ähnliches ein netter Aufhänger ist aber daß die eigentliche Kaufentscheidung davon nicht abhängt. Die Leute wissen ja gar nicht (und auch nicht die Prüfer) wie sich der Strehl effektiv bei der praktischen Beobachtung auswirkt, weil da ja nur ein Aspekt des Gerätes betrachtet wird und nicht das Gesamtgerät.


    Das geht zu oft in der Strehlerei unter


    Wolfi


    Quote
    <i>Original erstellt von: Torsten Krahn</i>
    <br />Moin Wolfi,


    &gt; Allerdings ist mit den Auswertungen inzwischen so viel Schindluder getrieben worden [...]


    Tatsächlich? Das ist ja nicht zu glauben [;)]



    &gt; Ein willkommener Nebeneffekt ist, daß man sich mit der Optik an sich beschäftigt und Fachwissen
    &gt; dazugewinnt. Man lernt mit dem Fernrohr besser umzugehen und sieht schneller, wenn sich was
    &gt; verändert (Dejustage, Verspannung).


    &gt; Insgesamt wird man ein kompetenerer Konsument, was sich beim Fernrohrkauf sehr positiv
    &gt; auswirkt. Das ist doch deutlich besser, als die bequeme Stehlhöhrigkeit, wo man sich auf
    &gt; Angaben verlassen muß, die man selbst nicht so überprüfen kann.



    Es kann sicher nicht verkehrt sein, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, das hilft in vielen Situationen weiter. Doch sehe ich auch schon die Massen der neu geschaffenen Optik-Profis mit dem Suiter (Lesezeichen bei den Beispielabbildungen) unterm Arm in die Läden und Foren stürmen, die jeden Ring einzeln diskutieren wollen [|)]


  • Hallo zusammen, hallo Wolfi,


    Das mit den Strehlwerten ist tatsächlich ein Problem wenn man sich NUR darauf stützt! Genau aus diesem Grund halte ich Strehlwerte alleine für ganz nett um grobe Vergleiche anstellen zu können, aber nicht für das einzig Wahre. Nur eine Kombination von mehreren Tests, durchgeführt von kompetenten und ehrlichen Leuten die Ahnung von der Sache haben, kann einen Gesammtüberblick über die Leistung einer Optik geben. Um eine qualitativ hochwertige und fundierte Meinung über ein Teleskop oder eine Optik ab geben zu können sind soooo viele Dinge zu beachten dass eine reine Strehlangabe nicht weiter hilft. Was soll z.B. ein Fotograf mit einer Optik die auf der Achse 95 Strehlpunkte erreicht anfangen, wenn 5mm ausserhalb Koma und Bildfeldwölbung die ganze Freude an guter Optik wieder zu Nichte machen und der Film/CCD-Chip die Schärfe in der Bildmitte nicht aufnehmen kann!? Warum soll ein Deep-Sky-Fan wegen lächerlichen zwei Strehlpunkten seinen Spiegel um 5mm abblenden und wichtiges Licht verlieren!? Was nützt ein Refraktor der im Grünen zwar Top ist, aber beim Planeten-Spechteln unscharf wird weil er entweder bei anderen Farben schlechter korrigiert ist oder Farbfehler aufweist!?
    Genau aus diesen Gründen ist eine Kombination von Tests nicht nur gut, sondern in vielen Fällen zwingend erforderlich. Welche Tests und Prüfungen durchzuführen sind ist von der Anwendung der Optik wie auch von der Optik selber abhängig. Was soll man einem Kunden einen Ronchi-Test machen und verrechnen wenn die Optik so gut ist, dass Ronchi keine Aussagekraft mehr hat? Was soll man bei einem Planetenrohr die Bildfeldwölbung kontrollieren und was bringt einem Sonnenteleskop für H-Alpha eine Messung der Farbfehler? (Nur um ein paar Beispiele zu nennen)
    Die selben Überlegungen muss man natürlich auch beim Erstellen des schriftlichen Dokumentes - meist "Prüfprotokoll" genannt - anstellen. Wenn eine Optik Fehler hat, sollte man diese unverblümt und klar aufzeigen. Dabei hilft es aber nichts, wenn man nur sagt wie groß ein Fehler ist oder wenn man einen Strehlwert nennt - wer kann sich schon unter einer Zahl was konkretes vorstellen!? Es ist für den Optikbesitzer wichtig zu wissen, welche Fehler vorhanden sind, was man evtl. dagegen tun kann und ob sie bei bestimmten Anwendungen stören oder nicht. Bei einem Spiegel mit absinkendem Rand habe ich kürzlich zur Abblendung geraten - und zwar für Deep-Sky soundsoviel mm, und für Beobachtungen bei denen es auf Auflösung und schärfe an kommt (Planeten) auf soundsoviel mm.
    Wer die vielen Aspekte einer Optik und deren Anwendung berücksichtigt kommt nicht mit einer Seite Protokoll aus auf der ein PV- und ein Strehlwert stehen. Ein ordentliches Protokoll mit Erklärungen zieht sich - je nach Anzahl der Tests und den Optikeigenschaften über 5-10 Seiten. Auch die Tests und Prüfungen sind nicht damit erledigt dass man die Optik mal eben vor einen Interferometer hält wie es verbreitete Meinung zu sein scheint. Der ganze Spass dauert natürlich - aber dafür bekommt der Kunde auch eine umfassende Einschätzung und Beurteilung der zu prüfenden Optik.


    Ronchitest und Sterntest alleine mögen ganz gut geeignet sein um sogenannte Gurken aus zu sortieren. Wer sich mit dem Sterntest aus kennt hat die empfindlichte aller Prüfmethoden zur Verfügung - allerdings möchte ich davor warnen zu früh der Meinung zu sein man beherrsche diesen Test. Wirklich beherrschen tun ihn wohl nur wenige und die alten Lehrmeister sterben leider aus.


    So, entschuldigt bitte diese Ausführung die wohl gehörig am eigentlichen Thema vorbei geht - aber ich denke eben, dass eine Vermessung der Optik in einem Prüfraum durchaus Sinn macht wenn man nicht vergisst, dass es ausser Strehlpunkten auch noch was anderes gibt was im Zweifelsfall viel wichtiger sein kann.


    Viele Grüße
    Raphael Bugiel


    Ach ja, ich würd auch keinen 150/750er mit spärischem Spiegel verwenden.

  • Hallo Raphael,


    frag doch mal an ob du deinen interessanten Beutrag nicht im Optikboard
    einstellen kannst?Wäre schade wenn der sich in den Tiefen des Astrotreff
    verlieren würde.


    MfG,Karsten

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