Weitwinkelokular 2"

  • Nabend,


    ich suche für mein 10" Dob (254/1200) ein Weitwinkelokular für Himmel, Sternhaufen und Nebelbeobachtung.
    Im Moment hab ich 10mm Plössel, 25mm Plössel und ein 5mm Flatfield ED.
    Im Preisbereich bis ca 150€.
    Dachte so an 38 - 50mm und 70° Gesichtsfeld.


    Weiß nicht was für eines ich nehmen soll, bei der großen Auswahl - wäre nett wenn ihr Vorschläge machen könnt^^.


    mfg Dominik

  • Hallo Dominik,


    das mit dem 38-50mm Okular vergiss mal gleich, du hast einen f/4,7 Dobson, da passt bei absolut dunklem Himmel höchstens ein 33mm Okular, sonst wird der Himmelshintergrund zu hell!


    Mein Vorschlag Hyperion 31mm, dass passt so um die 150,- Euro!


    Andreas

  • Nabend


    Ich habe mir kürzlich ein Meade SWA 34mm für meinen 10er Dob gekauft und bin recht zufrieden damit.


    Was die Brennweite angeht muss ich mich allerdings meinen Vorrednern anschließen. Erstens ist der Hintergrund stark aufgehellt. Zweitens wird es dir schwer fallen, wenn nicht sogar unmöglich sein, in der Preisklasse ein Okular zu finden, dass ein so großes Gesichtsfeld hat und auch noch ordentlich an f/4,7 abbildet.


    Johannes


    PS: noch eine subjektive Einschätzung zu Hyperion vs. Meade 5000: Ich besitze auch noch 3 Hyperions und muss sagen dass mir bei diesen der Einblick besser gefällt. Nichteinmal weil der Augenabstand so großzügig ist (ich bin Brillenträger), sondern weil das Meade Augenseitig so unergonomisch ist (schlichtweg eine 7 cm breite ebene Fläche), dass ich Schwierigkeiten habe meine Nase unterzubringen. Man sollte also keinen zu niedrigen augenabstand haben.

  • Hallo Dominik,


    um zu wissen, wo die Reise hingehen soll:
    was wären denn Beispiele für Objekte, die dir für das 25mm Plössel zu groß werden?


    Ich denke, das 25er Plössel zeigt an deinem Teleskop ca. 60 Bogenminuten Himmel. Ein 24er Hyperion dürfte knapp 80 Bogenminuten zeigen, deren Randbereich vermutlich nicht perfekt sein wird.
    Wenn es noch wesentlich mehr Feld bei sinnvoller Abbildung und AP werden soll, wird es mit deinem Budget vermutlich sehr schwierig.


    Andererseits sind sehr viele Nebel und Sternhaufen auch nicht größer als die obigen 60 Bogenminuten, einige der restlichen sind zumindest nicht viel größer.




    Grüße
    Michael

  • Hallo Dominik,


    ich habe ein 31er Hyperion Aspheric und hatte bis vor kurzem auch einen 254/1200 Flextube. Mit der Kombination waren da 1,8° wahrer Himmel drin - da passt dann schonmal alles optisch rein. Was die Himmelsaufhellung angeht, da brauchst du recht guten Himmel, sonst wird es etwas Hell im Hintergrund. Bei Stadthimmel war dann auch das 25mm Okular besser, aber es hatte auch deutlich weniger wahres Bildfeld.


    Ich habe letztens durch ein 24mm Hyperion schauen können, allerdings an f/8. Dabei war die Randabbildung und die allgemeine Schärfe sehr gut. Wie das bei f/4,7 ist weiß ich allerdings nicht. Ich selbst habe das 17mm Hyperion und nutze es an f/5, wobei es randscharf ist - 17mm wären aber unnütz für deine Zwecke.


    Sternklare Grüße
    Alko

  • Moin Dominik


    Sag uns mal was Du durchschnitlich für eine Grenzgrösse am Himmel hast.
    Ich habe auch einen 10" f 4,7. Bei mir funktioniert bei visueller Grenzgrösse von 6,20 im Zenit ein 32mm Erfl mit 70° zufriedenstellend. Der Himmel ist im Okular noch schön dunkel.Jedoch ist die Randschärfe was Koma und Okularasti angeht mit Verlaub gesagt ... sehr bescheiden. Deswegen überlege ich mir auch schon ob ich mir nicht das 31mm Hyperion Aspheric zulege, da dort die Randabbildung eindeutig besser ist.


    Beste Grüsse
    André

  • moin ;)


    erstmal danke für die Vorschläge^^
    hm Helligkeit, ich hab nochnicht soviel Erfahrung, aber als ich die Andromeda Galaxie mit Starhopping gesucht habe, konnte ich alle Sterne vom Widder, Dreieck und Andromeda (jeweils mit 60x), sowie die Galaxie schon bei 120x problemlos erkennen. Hab auch schon Jupiter beobachtet und konnte viel Details sehen. Alles mit 250x Vergrößerung >> Flatfield ED 5mm und dem Dobson. Ich konnte auch mit meinem kleinen Mak (90/1250) mit 120x Vergrößerung (Plössel 10mm) die Kugelsternhaufen NGC 884 (mag 4,0) und NGC 869 (mag 4.0) detailreich sehen, das war am 3.10.2011, so gegen 22 Uhr.
    Habe die auch schon mit meinem Dobson sehr gut beobachten können. Die zwei Kugelsternhaufen kann ich auch ohne Teleskop erkennen, bei dem Himmel hier.


    @Menelmacar
    welche Preisklasse oder was für ein Okular würdest du denn empfehlen?


    ah ja nochwas vergessen
    Ich wohne auf dem Land, wer kennt hier Au am Rhein? [:)]

  • Hallo Dominik,
    für ein 10" f/5 Teleskop ist die Auswahl an preisgünstigen 2" Übersichtsokularen begrenzt.
    Ich würde da auch das 31er Hyperion Aspheric in die engere Auswahl nehmen. Am besten wäre natürlich ein 31er Nagler, aber bei knappem Budget macht das nicht viel Sinn. So häufig wirst Du die längste Brennweite wohl nicht einsetzen.
    Falls noch finanzielle Reserven da sind, gibts sinnvollere Möglichkeiten, deine Ausstattung zu verbessern. Zum Beispiel wäre ein 13-14mm Weitwinkel eine echte Verbesserung deiner Ausstattung...[;)]


    Gruß,
    Martin

  • Hallo Dominik,


    als ich mein Meade gekauft hab war es im Angebot und deshalb günstiger als die Baader Aspherics (31 oder 36 mm)was meine Entscheidung beeinflusste. Zudem habe ich gute Reviews zum Meade gelesen. Heute würd ich mich warscheinlich für das Baader Aspheric 36 mm entscheiden, hauptsächlich aus ergonomischen Gründen.
    Zudem habe ich leider erst im Nachhinein diese beiden Reviews auf cloudynights gefunden:


    http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=2064


    http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=2202


    Was die Diskussion bezüglich der AP (Austrittspupille) betrifft, muss ich sagen, dass die AP meine Kaufentscheidung kaum beeinflusst hat, da ich nicht mal zwingend nach dem optimalen Okular zum Beobachten gesucht habe. Mir ging es eher darum ein besseres Aufsuchokular als mein vorheriges 42 mm Erfle zu bekommen, was grässlich viel Coma zeigte (50% des Feldes nur Bananensterne).


    Eine Annmerkung zur Himmelsaufhellung vielleich noch. Wenn die Aufhellung des Himmels diskutiert wird, ist es immer hilfreich möglichst objektive, und einfach verständliche Werte anzugeben. Für jemanden, der die Geräte nicht kennt, ist es schwer einzuschätzen wie gut dein Himmel ist, wenn du sagst du hättest dieses und jenes Objekt dadurch sehen können. Versuch zum Beispiel heute Abend mal die Andromedargalaxie mit dem bloßen Auge auszumachen, oder ob du alle Sterne im kleinen Wagen sehen kannst. Wenn du es ganz genau wissen willst nimmst du eine Karte und suchst nach Sternen in der nähe deiner ungefähren Grenzgröße (minimale Helligkeit die du mit dem Auge gesehen hast) und schaust ob du diese sehen kannst um genau zu bestimmen wie stark dein Himmel aufgehellt ist.


    Johannes

  • Hallo Dominik,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Dome94</i>
    <br />moin ;)


    erstmal danke für die Vorschläge^^
    hm Helligkeit, ich hab nochnicht soviel Erfahrung, aber als ich die Andromeda Galaxie mit Starhopping gesucht habe, konnte ich alle Sterne vom Widder, Dreieck und Andromeda (jeweils mit 60x), sowie die Galaxie schon bei 120x problemlos erkennen. Hab auch schon Jupiter beobachtet und konnte viel Details sehen. Alles mit 250x Vergrößerung &gt;&gt; Flatfield ED 5mm und dem Dobson. Ich konnte auch mit meinem kleinen Mak (90/1250) mit 120x Vergrößerung (Plössel 10mm) die Kugelsternhaufen NGC 884 (mag 4,0) und NGC 869 (mag 4.0) detailreich sehen, das war am 3.10.2011, so gegen 22 Uhr.
    Habe die auch schon mit meinem Dobson sehr gut beobachten können. Die zwei Kugelsternhaufen kann ich auch ohne Teleskop erkennen, bei dem Himmel hier.


    Galaxien beobachtet man für gewöhnlich mit etwa 2,5 bis 3,5 mm Austrittspupille. Mir persönlich sind dabei die 3,5 mm AP lieber, da die Galaxien dann etwas heller sind. Die AP errechnest du, indem du die Okularbrennweite durch die Öffnungzahl teilst - in deinem Fall durch 4,7. Dein zukünftiges Galaxienokular sollte also zwischen 12 und 17 mm Brennweite haben.


    Bei der Andromedagalaxie ist das etwas anderes, da sie sehr groß ist - hier benötigst du einfach möglichst viel wahres GF. Dies führt bei deinem f/4,7 Dobson zu einem Übersichtsokular mit etwa 6 bis 7mm AP, also im Mittel 6,5 x 4,7 = 30,55 mm Brennweite - das 31er Aspheric wäre da passend. Wenn dein Himmel aber aufgehellt sein sollte, dann sind eher 5 mm AP anzupeilen, also eher 24mm Brennweite. So wie du das beschreibst, scheint dein Himmel aber gut zu sein und du kannst dich dann dem 31er Aspheric zuwenden.


    Für Planetenbeobachtung hingegen brauchst du Vergrößerung, um Details erkennen zu können. Ein gutes Optimum am Dobson ist die Normalvergrößerung - also Vergrößerung = Öffnung in Millimeter. Bei sehr guten Bedingungen (hochstehender Planet, sehr ruhige Luft) kannst du auch bis zur doppelten Öffnung gehen, was aber am Dobson ein gewisses Nachführproblem mit sich bringt - der Planet fliegt dann schon fast durch's GF und der Beobachtungsgenuss stellt sich dann nicht wirklich ein.


    Falls du also eine Okularsammlung anstrebst, mit der du alles abdecken kannst, dann peil etwa 6.5 mm AP, 3.5 mm AP und 1 mm AP an. Letzteres hast du schon (das 5mm Flatfield), die restlichen beiden sind dann eben demnächst fällig. Ich würde allerdings erst das Übersichtsokular holen, denn der Winter kommt und die ganzen schönen offenen Sternhaufen mit teilweise beträchtlicher größe warten schon. Außerdem passt sonst in dein 10" Dobson der doppelte offene Sternhaufen h und chi nicht rein (das was du als Kugelsternhaufen identifiziert hast)


    Sternklare Grüße
    Alko

  • Danke für die Tipps ;)
    muss mich mal eben selbst zitieren^^
    "Widder, Dreieck und Andromeda"
    kann die Sterne auch schon mit dem Auge erkennen, sowie ein schönes detailreiches Band unserer Galaxie
    ja ich strebe eine Okularsammlung an, danke für den Tipp mit dem 31mm Hyperion, werde mir das dann holen
    was wäre eigentlich mit dem Omegon SWA 32mm 2" 70° Okular oder dem SCOPOS Extreme 30mm 2" 70°?


    mfg Dominik

  • Hallo Dominik,


    zum Omegon und Scopos kann ich leider nichts sagen, da ich nur das Hyperion Aspheric habe. Ein 31er Nagler könnte ich noch empfehlen, aber das ist ein ganz klein wenig außerhalb deines Preisrahmens - und meines auch.


    Nun habe ich aber eine Frage. Wie ist denn so das 5mm Flatfield? Wie ist da dein Eindruck (Schärfe auf der Achse, Randschärfe, usw.)? Musst du nachfokussieren, wenn du vom Zentrum zum Rand beobachtest? Du merkst, es interessiert mich.


    Neugierige Grüße
    Alko

  • Ich sag nur soviel: Ich würd das Flatfield ED nichtmehr hergeben wollen, für den Preis Top.


    So ausführlich^^
    Es hat überhaupt keine Randunschärfe, ich muss auch nicht nachfokussieren
    was genau meinst du mit Schäfte auf der Achse?
    Die Augenmuschel ist auch perfekt, auch für Brillenträger - wie mich, aber kann alles ohne Brille nutzen, da ich nur sehr wenig Dioptrin habe. Es ist sehr robust aufgebaut und es wackelt nichts (lose Linsen, usw) - garnichts. Es ist mir bisher auch überhaupt keine Spiegelung aufgefallen - im Gegensatz zu meinen Plössels ...
    Ich drücks mal extrem aus: Die Sterne sehn nicht aus wie plumbe Flächen^^ - alles scharf

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