Mögliche Supernova in M101

  • Die AAVSO meldet eine mögliche Supernova in M101. Zur Zeit hat sie eine Helligkeit von 17.2 mag. Es wird vermutet, dass sie noch heller werden wird.


    Die Koordinaten (2000.0): RA 14h03'05.81", Dekl +54°16'25.4"


    Beste Grüße


    Andre

  • Wenn ich die -19mag für die absolute Helligkeit von Supernovae vom Typ Ia nehme, könnte der Supernova-Kandidat in M 101 im Maximum an die 10mag rankommen. Das wäre ja was.

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: SigurRósFan</i>
    <br />... dass die Supernova jetzt offiziell die Nummer <b>2011fe</b> erhalten hat.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo zusammen,


    bei rochesterastronomy.org läuft das Teil (noch?) unter PTF11kly. Mal sehen, wie sie sich entwickelt.

  • Hallo Freunde der Nacht,


    habe soeben die Supernova 2011fe in M101 mit meiner Canon EOS1000D bei ISO1600 aufgenommen:



    Instrument: 10"-Newton f/4,7
    Datum: 26.8.2011
    Uhrzeit: ca. 21.00UT
    Belichtungszeit: 19x30sec


    Habe das Teleskop nicht geguided da immer wieder Wolkenfelder durchzogen und bald die Schlechtwetterfront angekündigt war. Mittlerweile windet es ganz schön draussen. Leider sind die Sterne etwas zu Strichen gezogen, aber ich denke das Bild ist mit der quick and dirty Bearbeitung ganz ok. Morgen werde ich die SN mal photometrieren.


    CS,
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    die Aufnahme ist Dir gut gelungen für diese Bedingungen und kurzen Belichtungszeiten.


    Bin echt gespannt, wie sich das Ding noch entwickelt.
    Nur, falls Du Lust und Zeit dazu hast hätte ich hier noch Bildmaterial zum vermessen. Du bist ja da Experte.



    Aufnahmedaten: 26.08.2011 / Celestron CAM / Newton 6" / Canon 450D / 65x60 sek


    Viele Grüsse
    Hermann

  • Hallo Hermann,


    danke [:)] Deine Aufnahme ist schöner! Hmmm, zum Photometrieren eignet sich jpeg und Bearbeitung der Gradationskurve nicht so gut. Bräuchte am besten das Rohmaterial. Messungen würd ich dann ins Veränderlichen Forum stellen. Dieses Jahr ist ja ein tolles Supernova-Jahr: Erste eine schöne in M51, jetzt M101...
    Ich denke die SN 2011fe wird den bisherigen Helligkeitsrekord von diesem Jahr (SN2011dh in M51) locker brechen! Steht ja schon bei etwa 13 mag laut rochesterastronomy.org.


    CS,
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    danke ebenfalls, naja ich hatte auch wesentlich mehr Belichtungszeit zur Verfügung.
    Ok, das mit dem vermessen bei meinem Bild wäre dann zu aufwendig. Gibt ja jetzt sicherlich noch genügend an weiterem Material.
    Zudem habe ich das Rohmaterial von der Kamera auch nur im JPG Format.


    Ja, es wird sicherlich spannend, ich war ziemlich überrascht wie hell die SN bereits ist.
    Nur mit dem Wetter sieht es jetzt nicht ganz so toll aus.
    Abwarten.


    Dazu wünsch ich natürlich ganz besonders CS
    Hermann

  • Hallo Hermann!


    Wenn ich fragen darf: Mit welcher ISO Stufe hast du aufgenommen? Denn das Bild sieht wirklich rauscharm aus. Gefällt mir gut!


    cs
    Markus

  • Hallo Markus,


    danke auch.


    Naja, das Rauschen auf den Rohbildern ist schon ziemlich heftig, vor allem da wir diese Nacht zur Aufnahmezeit noch über 20° hatten, was für den Chip viel zu warm ist und das Rauschen verstärkt.
    Hab aber trotzdem mit ISO 1600 aufgenommen, weil es natürlich in erster Linie um die SN ging.


    Aber bei 65 Bildern wird halt doch einiges gemittelt und das Bild ist auch noch in Fitswork mit Rauschfiltern bearbeitet, wodurch aber von der Galaxie halt einiges untergeht.


    Grüsse
    Hermann

  • Hallo zusammen,


    ...rasante Entwicklung !


    Frage an die Experten,
    wie genau kann eigentlich die maximale Helligkeit einer SN vorherberechnet werden.
    Wird das aus dem physikalischen Prozess berechnet oder sind das Erfahrungswerte ?


    Danke im voraus !
    Grüsse
    Hermann

  • Hallo Hermann,


    das kommt daher, dass Supernovae vom Typ Ia etwa immer die gleiche Energie freisetzen und so alle eine absolute Helligkeit von rund -19,0mag erreichen. Und dadurch eignen sich diese Supernovae als so genannte Standardkerzen wunderbar zur Entfernungsmessung.

  • Hi Hermann,


    wie Nico schon sagte besitzen Typ Ia Supernovae immer in etwa dieselbe maximale absolute Helligkeit M von -19mag. Das ist ja per Definition die Helligkeit in 10pc (1pc = 3,26 Lj) Entfernung. Zusammen mit der Tatsache das die Helligkeit mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt kann man daraus die maximale scheinbare Helligkeit ausrechnen. Die Formel schaut so aus:


    r = 10pc * 10^(0,2*(m - M))
    mit r: Entfernung in Parsec
    m: scheinbare Helligkeit


    Die Entfernung von M101 ist r = 7,15 Mpc Die scheinbare Maximalhelligkeit der SN 2011fe ist also:


    m = 5*log(7,15*10^6/10)-19mag = 10,3 mag.


    CS,
    Jürgen

  • Hermann,
    die Astrophysiker sind soweit, dass sie die Spektren mit synthetischen Spektren aus einer Modellrechnung verlgleichen und damit die absolute Helligkeit vorhersagen können. Dies in Verbindung mit dem zeitlichen Verlauf und der Rotverschiebung (=Entfernungsmaß) erlaubt recht präzise Aussagen, wie hell sie erscheinen wird und wie die Helligkeitskurve sich entwickeln wird.


    Gerade bei Ia-Supernovae explodieren die Sonnen an der Grenze zur sog. Chandrasekhar-Masse. Die Anziehungskraft und der Druck im Innern des Weißen Zwergs heben sich genau auf, der Stern, bestehend aus Sauerstoff und Kohlenstoff kollabiert bei geringster Überschreitung der Grenze, ein Kohlenstoffbrennen setzt dann im ganzen Kern schlagart ein und der Weiße Zwerg explodiert dann ohne Überrest. Der anschließende langsame Helligkeitsabfall stammt aus anschließenden radioaktiven Zerfallsprozessen in den Überresten und dauert mehrere Monate an.


    Offen, und derzeit Stand der Forschung ist, wie weiße Zwerge zusätzlich Masse im Kern ansammeln können, so dass das "Fass zum Überlaufen" kommt. Ob das nun durch Akkretion (Ansammlung) zusätzlicher Masse von einer zweiten Sonne in Doppelsternsystemen ist oder ob der kritische Kern durch andere Prozesse sich dieser kritischen Masse annähert, darüber rätselt die Forschung noch.


    Vergleiche das mit Luftballons, die man solange aufbläst, dass sie platzen. Die platzen dann auch immer bei etwa der gleichen Luftmenge und haben alle einen gleichlauten Knall.


    Gruß

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">... die Astrophysiker sind soweit, dass sie die Spektren mit synthetischen Spektren aus einer Modellrechnung verlgleichen und damit die absolute Helligkeit vorhersagen können. Dies in Verbindung mit dem zeitlichen Verlauf und der Rotverschiebung (=Entfernungsmaß) erlaubt recht präzise Aussagen, wie hell sie erscheinen wird und wie die Helligkeitskurve sich entwickeln wird.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    So wird auf den schnellen Anstieg eine schnelle Abnahme der Helligkeit folgen. Dies verraten die ersten Analysen der starken Magnesiumlinien im Supernova-Spektrum:


    - Near Infrared Spectrum of SN Ia 2011fe Resembles Fast Decliners Observed A Week Before Maximum

  • Hab sie gerade beobachtet, im heimischen Garten mit 14 Zoll "Phoenix von Goldammer", SN visuell sehr einfach und deutlich zu sehen bei 150- und 200-facher Vergrösserung, eindeutig indentifiziert anhand der schönen Bilder hier (weiter oben), die ich mir ausgedruckt habe, danke. Auch der Komet bei M71 war leicht zu finden (sogar ohne Bilder)

  • Hallo zusammen,


    hier nochmal eine neue Version von heute Nacht mit etwas mehr Galaxie.
    Was die Temperatur ausmacht, ist schon enorm.
    Diesmal aufgenommen mit einer Canon 450Da bei 10°, was der Chip im Gegensatz zum Bediener schon weit lieber mag.



    28.08.2011 / Celestron CAM / Newton 6" / 25x60 sek


    Beste Grüsse
    Hermann

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