Spacelift

  • Hallo Sternfreunde,


    die gemütliche Gondelfahrt am Seil war vor 2 oder 3 Tagen wieder mal Thema im Fernsehen. Und wieder fehlte eine Erläuterung, auf welche Weise diese Gondel von den anfänglichen 0,46 km/s Umlaufgeschwindigkeit (aus Erddrehung) auf rund 3,0 km/s im Orbit beschleunigt wird; auf Raketen soll ausdrücklich verzichtet werden. Nur, wie sonst will man die Bude auf Touren bringen? Bei einer Aufwärtsfahrt mit z.B. 1000 km/h ist immerhin 36 Studen lang ein kleiner horizontaler Schub erforderlich. Den man keinesfalls vom Seil erwarten kann, denn jede Querkraft hätte ja eine nahezu unendlich große Längskraft zur Folge.
    Wird wohl doch nichr ohne ein (Ionen-)Triebwerk funktionieren; hat jemand etwas in dieser Richtung vernommen?


    Für einen Hinweis im voraus dankend grüßt Lutz


    (Interesse ist nur Neugierde; will nicht mitfahren)

  • Hallo Luzista,


    der Querimpuls wird soweit ich weiß aus dem Drehimpuls der Erde aufgenommen, es sind keine Raketen notwendig. Stelle Dir ein Gewicht an einer Leine vor, die Du um deinen Kopf herumwirbelst, z.B. einen Tennisball. Jetzt läßt Du ein Laufgewicht (z.B. eine Mutter) auf der Leine von deiner Hand nach außen laufen, es wird auf die Umlaufgeschwindigkeit des Tennisballs beschleunigt, ohne zusätzliche Querbeschleunigung mitbringen zu müssen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Den man keinesfalls vom Seil erwarten kann, denn jede Querkraft hätte ja eine nahezu unendlich große Längskraft zur Folge.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das stimmt meiner Meinung nach nicht, da der Orbitanker ja nachgeben kann.


    So ganz stimmt der Vergleich mit dem Tennisball sicher nicht, aber zum Veranschaulichen ist es ganz gut geeignet.


    Viele Grüße,
    Andreas

  • Hallo Lutz,
    leider habe ich die Fernsehsendung nicht gesehen.
    Das Gesamtsystem aus Erde, Seil, Raumstation und Lift würde sich natürlich automatisch so ausrichten, dass auf dem Seil nur Längskräfte wirken.
    Das bedeutet, der Lift würde "hinterhergezogen" und das Seil dort einen Knick machen.
    Die Raumstation müsste natürlich so positioniert werden, dass sie eine ausreichende Vorspannung des Seils erzeugt zusätzlich zu dem Betrag, der den Lift trägt. Die Umlaufbahn der Raumstation würde sich durch den Knick im Seil vorübergehend verringern.
    Es wäre mal interessant zu erfahren, ob überhaupt schon jemand so einen Spacelift-Vorgang kräftemäßig durchgerechnet hat.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo.


    Ich habe auch unlängst so'ne Sendung gesehen, wo der "Spacelift" erwähnt wurde, weiss aber nicht mehr wo. (war's 3SAT - Nano?)


    Da habe ich mir etwas überlegt... (Elektro)magnetismus funktioniert ja auch im Vakum... Wenn man all' den Weltraumschrott "da draussen" einsammeln und auf eine entsprechende Umlaufbahn bringen könnte, würde diese Masse wohl das als Orbitanker reichen?


    Dieser "Ballast" hätte 2 entscheidende den Vorteile,


    1. er hat den Energie-intensivsten Teil seiner Reise schon hinter sich gebracht
    2. dabei würde der Weltraum wieder wesentlich sauberer, also auch ungefährlicher für folgende Missionen.


    Aber das Hauptproblem ist immer noch das Seil selber - selbst die besten Seile sind bei dieser Länge zu schwer, sogar der "heilige Gral der Seilereien", der Spinnenfaden, würde nicht ausreichen.


    (Ich habe mal gehöhrt: "könnte man einen Spinnenfaden in der Dicke eines Bleistiftes spinnen, dann wäre er stark genug, um einen Jumbojet aus voller Reisegeschwindigkeit abzubremsen". Ich weiss aber nicht, ob das so stimmt. Ist ja doch eine ziemliche Masse in ziemlich schneller Bewegung, bei einem Jumbo...)

  • <b>Was ich <u>vor</u> dem Verfassen dieses Beitrages hätte überlegen sollen:</b> Das Erhöhen der Umlaufgeschwindigkeit der Liftkabine um 2,5 km/s ist zwar nicht wenig, aber wenn man dafür 36 Stunden Zeit hat, genügt eine Beschleunigung von 0,02 m/s². Und damit reicht schon 1,0 kN Schub für eine 50-Tonnen-Kabine.
    Wenn man diesen Schub nun aus dem Seil (als Querkraft) gewinnen will, entstehen daraus wohl einige Hundert kN Längskraft, doch die werden vermutlich in der Gesamtbelastung nicht entscheidend sein.


    etwas zerknirscht grüßt Lutz

  • Hallo Luzista,
    könntest Du dir den Lift auch ohne Kabel vorstellen?


    Wenn ein großer Wetterballon in die höhere Atmosphäre gelänge, sagen wir 20km hoch. Dann kann man eine Boden Luft Kanone die 15m lang ist abfeuern und ein Geschoß oder Patrone in die Umlaufbahn befördern.


    Möchtest Du mehr erfahren? Wie Material im Weltraum zu Satelliten produziert wird. Und Massive Materialien wie Kupfer und Eisen sowie andere Sachen in die Umlaufbahn geschossen werden. Wegen der hohen G Kräfte ca 15000G nur Material.
    Dann schreib hier was.
    Tschüß


    PS: so retten wir auch die Ozonschicht;-)

  • Hallo Lutz,
    schade, das Dich das nicht interessiert. Es ist produktiv, sofort zu bauen, leicht verständlich und tatsächlich der Weltraumlift den alle wollen.
    Für alle anderen, die vielleicht doch interesse haben, sollen doch mal bei WIKI den Leopard 2 Panzer besichtigen. Dessen Mündungsgeschwindigkeit der Kanone bträgt 1750m/s. Dabei ist das Rohr nur 5 Meter lang.
    Und zum Kabel für den Weltraumlift kommen die Bindungskräfte der Atome nie dazu ein Kabel von 100km zu flechten, oder so.(36000km)
    Es ist wie mit dem höchsten möglichen Berg auf der Erde. Der kann 12km hoch werden , mehr nicht.
    mfg aus Frankfurt

  • Nachtrag von mir,
    Kosmische Geschwindigkeit 1 2 3 und 4 sind mit der Kanone alle zu erreichen. Ein Objekt kann nicht mit 8250G beschleunigt werden, wenn es zu groß ist. Aber wie ein Bausatz kleine Teile zum großen zusammenfügt, so sollte die Endbeschleunigung zuerst abgeschlossen sein. Das geht alles. Die Grundidee zum Weltraumlift sollte aber mit einer Diskussion vom Anfang her beginnen.
    mfg aus Frankfurt

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