Workshop online - Das Sonnensystem

  • Ich möchte nochmals sagen, dass sich für mich die Teilnahme am Workshop auf dem Königstuhl sehr gelohnt hat!


    Es freut mich, dass Caro sagt, sie und das HdA werden versuchen, Impulse und Anregungen sufzunehmen und zu pflegen.


    Ich weiß im Moment keinen besseren Platz zum Weiterarbeiten als diesen hier und denke, es ist ein guter! Die Foren sind für mich als Leherer ein ständiger Platz für Riesenhaufen von Anregungen!


    Ich würde gerne folgendes vorschlagen:


    1) Ich nenne hier und gleich ein Thema, an dem ich arbeiten will
    2) Ihr schreibt mal kunterbunt zusammen, was Euch dazu einfällt
    3) Ich versuche die Ideen zu sortieren und in konkret einsetzbares Unterrichtsmaterial umzusetzen, vielleicht gibt es einen Platz, wo man Zwischenergebnisse (Word- und Bilddateien etc)online stellen könnte?
    4) Andere fangen an anderen Themen an
    5) Wenn viele weiterarbeiten, kommt man vielleicht in endlicher Zeit im Vergleich zu meiner Restarbeitszeit bis zur Pensionierung [:D] durch viele Themen der Astronomie durch. Wenn nein, könnte das entstandene Material ja auch gerne von anderen Initiativen zwischen Schule und Amateuren "geschluckt" werden.


    Ich nenne als Thema einen Satz aus dem Bildungsplan für das Fach NWT in Baden-Württemberg, man sollte also Schüler eines Gymnasiums zwischen Klasse 8 und Klasse 10, also zwischen 13 und 17 Jahren im Hinterkopf haben:


    "Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben"


    Setzen wir voraus, dass die Schule eine DSLR, ein kleines Fernrohr und einen einigermaßen rund laufenden Informatikraum haben, dann setzen wir nicht zuviel voraus. Die Schülerzahl schwankt zwischen 15 und 30 bei uns, die großen Klassen haben ich immer auch eine Doppelstunde lang geteilt für praktischen Arbeiten. Es wird ein halbes Jahr lang 4 Wochenstunden Astronomie unterrichtet, wobei auch noch 7 andere Sätze wie dieser abgearbeitet werden müssen. Für diesen Satz also 5 Schulstunden durchaus denkbar. Mein Eindruck ist aber: da macht kaum einer was. Oder täusche ich mich und es gibt irgendwo schon schulfertig aufbereitetes Material? Egal, ich hätte Lust, was eigenes mit Euch zu basteln!


    Grüße!


    Matthias P.

  • Ich kenne Astronomie aus der Perspektive einer Arbeitsgemeinschaft, die ich 4 Jahre lang leitete. Die dadurch zustande kam, dass ich, damals Referendar, eine Klassenfahrt begleitete. Hinter mir im Bus fingen plötzlich 2 Schüler an, darüber zu diskutieren, wie man durch ein Fernrohr fotografieren kann. Der eine hatte ne Chemie-SLR (1994), der andere einen kleinen Newton. Nun war die Frage: Wie kriegt man das eine an das andere? Die beiden waren die Urzelle der Astro-AG, deren Gründung unmittelbar nach den Sommerferien sofort beschlossen wurde. Schüler waren zu Beginn Neunt- Zehntklässler, und die AG lief, bis sie Abi hatten.


    Die AG lief ca. 2-stündig am Nachmittag, und zwar im Winterhalbjahr so spät, dass bei klarem Wetter beobachtet werden konnte. Fertiges Material, wie es hier immer gefordert wird, hatte ich kaum oder gar nicht. Habe Arbeitsblätter selber gemacht. Habe versucht, die Dinge nicht so starr vorzustrukturieren und viel auf Selbsttätigkeit gesetzt. Hatte aber auch kein vorgegebenes Programm und war in sofern im Vergleich zu dem hier anzudenkenden Regelschulprogramm klar im Vorteil.


    Wir haben die AG mit dem Selbstbau einer drehbaren Sternkarte begonnen. Daran haben wir Grundlagen der Beobachtung (Aufgänge, Untergänge, wo steht die Sonne, wo stehen die Planeten, einige aktuell sichtbare Sternbilder etc erarbeitet). Hatte den Bausatz aus einem DDR-Buch kopiert; heute ist das Netz voll von sowas. Das war der Vorlauf vor dem Planetenthema. Heute würde ich das auch machen, aber mit Stellarium stark unterfüttern.


    Zum Planetenthema selbst hab ich einen großen Haufen Bücher und Astrozeitschriften (SuW, Sky and Telescope immer die Hefte mit interessanten Planetenmissionen) auf den Tisch geschmissen (heute könnte man Internetrecherche dazunehmen), und die Schüler haben in Kleingruppen Informationen zu "ihren" Planeten zusammengesucht und danach "Planetensteckbriefe" erstellt. Diese Steckbriefe wurden in in Posterform erstellt und als Ausstellung in der Pausenhalle aufgehängt. So ein Block ist bei der erwähnten Fragestellung direkt einbaubar und umsetzbar.


    Um die Größenordnungen im Planetensystem zu verstehen, haben wir eine Art Planetenwanderweg in der Schulumgebung erdacht (nicht installiert, aber uns vorgestellt, und auf dem Stadtplan eingezeichnet). Neptun war an der nächsten S-Bahn-Station, und Alpha Centauri bei München....


    Was passierte sonst so? Beobachterisch hatte ich einen 10cm Newton in einem Schrank der Biosammlung gelagert, der, vor allem im Winterhalbjahr, bei klarem Wetter benutzt werden konnte. Später haben wir uns aus Schulmöbeln eine Dobson-Rockerbox für einen 25cm im Biofachraum zusammengebastelt. Dabei half der Hausmeister (sehr wichtig) mit seiner Bandsäge zum Zurechtsägen der Holzplatten aus kaputten Schultischen (nur echt mit Schülerkaugummi). Der Newton (Stangentubus) passte zerlegt immer noch in den mir im Bioraum zur Verfügung stehenden Schrank. Die Schüler waren sehr fit darin, das jeweilige Fernrohr auf dem Schulhof zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen.


    Die AG lief so lange, bis die Schüler Abi hatten. Theoretische Themen passten sich dem steigeden Level an, es endete mit so Sachen wie Spektroskopie, Sternentwicklung, Galaxien, Kosmologie. Astronomie ist eine wunderbare Methode, grundlegende naturwissenschaftliche Arbeitstechniken, deren Erlernung heute im Unterricht m.E. nicht ausreichend übend vertieft werden, so zu verpacken, dass sie Spaß bringen. Auch da war ich bei Schülern, die freiwillig jeden Dienstag zur AG pilgerten, in einer extrem komfortablen Lage.


    Bei klarem Wetter wurde natürlich praktisch gearbeitet. Vieles davon ist nicht mehr einschlägig (Z.B. Hale-Bopp fotografieren, Filme selber entwickeln, Abzüge machen, es war 1996), es ließe sich da mit heutiger Technik sehr viel direkter sehr viel mehr machen.


    Cheers
    Hartwig

  • Hallo Matthias,


    deine Idee ist sicher nicht schlecht. Ich bin allerdings etwas verwirrt: Wenn ich lese, ...
    "Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben"


    dann würde ich das so verstehen, dass vor allem um die Entstehung der Sonne und der Planeten gemeint ist, dann wäre das für die Mittelstufe aus meiner Sicht eher ein langweiliges, unergiebiges Thema, da es eigenltlich um reine Wissensvermittlung geht. Eigentlich ein völlig überflüssiges Thema für die Mittelstufe.


    Oder habe ich da vielleicht etwas falsch verstanden und es damit etwas anderes gemeint ?


    Gruß
    Martin

  • Hallo Matthias,


    die Betrachtugsweise bzw. das reine Abarbeiten der Sätze wie "Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben" würde die Schüler eher nicht ansprechen.


    Das reine Beschreiben ist für diese Altersgruppe imho eine Unterforderung. Des weiteren sollten Themen in der Schule eher problemorientiert und schülerzentriert 'behandelt' werden.


    Man könnte das Thema Sonnensystem mit Fragen wie,


    1. Im Sonnensystem gibt es nur auf der Erde Leben!
    oder anders:
    Gibt es im Sonnensystem nur auf der Erde Leben? => Sind wir allein im All?


    2. Auf der Erde wird es bald zu eng - was dann?


    3. Wie Captain Kirk durch das Sonnensystem düsen?


    besser angehen.


    Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Fragen, die über Jahre hinweg von meinen Schülern in den ersten Astronomiestunden der 10. Klasse kommen. Da machen wir erst mal eine Ideen- und Interessenfindung in Form von Mindmaps. Danach können sich die Schüler z.B in Gruppen den spezifizierten Fragen widmen und Vorträge, Ausarbeitungen, Modelle usw. entwickeln. Gerade am Ende eines Vortrages oder der Vorstellung von selbst entwickelten Modellen kommt es dann meist zu extrem spannenden Diskussionen. Ich denke das bringt mehr, als die bloße Abarbeitung eines vorgegebenen Lehrplans. Dieser kann nur die Rahmenbedingungen vorgeben. Wir als Lehrer sollten uns von der Rolle des reinen Wissenvermittlers verabschieden, wir sollten vielmehr Initiator, Beobachter und Berater des Lernprozesses sein, also den Lehrplan dementsprechend interpretieren und auf die jeweilige Klassensituation 'zurechtbasteln'.


    Zur Frage der Unterrichtsmaterialien - es gibt teilweise schon vorbereitete Arbeitshefte, siehe:
    http://www.duden-paetec.de/verlag/verlag/catalog.php?id=157
    oder
    http://computer.hitmeister.de/…e-beobachtungen-26173411/


    Allerdings macht es auch Sinn, diese Angebote nur als Anregungen zu sehen und als Basis für eigene entwickelte Lehrmaterialien
    zu nehmen. Man kann zwar Lehrmatierial entwerfen, aber das ist nicht immer 1:1 auf andere Klassen bzw. Schüler übertragbar.

    Gruß und CS

    Frank

    _____________________________________________________________________________

    Ein Blick in die Tiefen des Weltalls, ist immer ein Blick in die Vergangenheit.

    meine Website

  • Moin Matthias,



    Deine Idee, hier Online Workshops zu Unterrichtsthemen durchzuführen, ist sehr gut - das bisherige Feedback zeigt, dass das funktionieren kann. <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: pense</i>
    Ich nenne als Thema einen Satz aus dem Bildungsplan für das Fach NWT in Baden-Württemberg, man sollte also Schüler eines Gymnasiums zwischen Klasse 8 und Klasse 10, also zwischen 13 und 17 Jahren im Hinterkopf haben:


    "Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben"
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Damit weitere Workshops hier thematisch abgegrenzt und separat diskutiert werden können, benenne ich Dein Thema von "Schule Amateure Workshop online" in "Workshop online - Das Sonnensystem" um.


    Zum Thema selber noch eine Anmerkung:


    Um sich ein "Gefühl" für das Sonnensystem zu verschaffen, ist es sicherlich interessant, mit der Schülergruppe Hartwigs Idee aufzugreifen ...<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Astrohardy</i>
    Um die Größenordnungen im Planetensystem zu verstehen, haben wir eine Art Planetenwanderweg in der Schulumgebung erdacht (nicht installiert, aber uns vorgestellt, und auf dem Stadtplan eingezeichnet). Neptun war an der nächsten S-Bahn-Station, und Alpha Centauri bei München....
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">... vielleicht gibt es ja auch einen "richtigen" Planetenweg in Eurer Nähe (was evtl. den vorgesehenen Rahmen von 5 Schulstunden schnell sprengen kann :-), der Aufwand lohnt sich aber wirklich.


    Ich spreche aus Erfahrung, denn ein ähnlicher Ausflug weckte zu meiner Schulzeit das dauerhafte Interesse an Astronomie gleich bei mehreren Schülern meiner Klasse. Wir traten zu dritt in eine Astronomie AG einer nahegelegenen Sternwarte ein (das war 1979, und naja - der Astronomie blieb ich treu [:D])


    Viele Gruesse


    Matthias

  • "sollen die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben können"
    Der Satz ist m.E. sehr unglücklich, aber solche globalen Lernziele im Leerplan sind dafür da, das ganze zu legalisieren. Wir sollten das als Abstecken einer Spielwiese verstehen und nicht zu eng auslegen. Alles was wir zum Thema Sonnensystem hier diskutiert haben, ist damit abgedeckt und zu rechtfertigen.


    Cheers


    Hartwig

  • Hallo miteinander,


    eine kleine Erklärung für all diejenigen, die sich über die Formulierung "Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung des Sonnensystems beschreiben" wundern:


    Wie die meisten von uns sicherlich wissen, fällt Bildung in Deutschland in die Kategorie Ländersache. Wie der Großteil der Bundesländer hat Baden-Württemberg vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, das Konzept "Lehrplan" aufzugeben. Die Lehrpläne beinhalteten konkrete Themenbereiche, die in einem jeweiligen Fach in einer Jahrgangsstufe behandelt werden sollten und in gewisser Weise als Schlußfolgerung auch, welchen Kenntnisstand die Schüler im Anschluß haben sollten.


    Die Lehrpläne wurden abgelöst durch "Bildungspläne". Der Unterschied ist folgender: Bildungspläne orientieren sich nicht mehr nach konkreten Inhalten (also sowas wie "das Sonnensystem") sondern nach Kompetenzen, die die Schüler erwerben sollen. Fachwissen (also sowas wie die Namen der Planeten etc.) macht dabei nur einen kleinen Teil des Kompetenzbereichs aus. Allgemeinere Zusammenhänge wie eben "das Beschreiben eines Entwicklungsvorganges" dagegen fallen in andere, wichtigere Kompetenzbereiche.


    Mal ganz abgesehen davon, daß man zu kompetenzorientiertem Lernen so oder so stehen kann - für Lehrer ist es verbindlich. Das Konzept funktioniert aber natürlich nur, wenn man die Kompetenzen letztlich doch an Inhalten aufhängt, eben zum Beispiel am Sonnensystem.


    Viele Grüße
    Caro

  • N´abend!


    Zur Bildungsplan Angelegenheit.


    Ich bin gar kein Fan vom sturen Abarbeiten von Plänen. Ich finde das genannte Ziel aber interessant. Natürlich ist der jetzige Zusatnd des Planetensystems ein Teil seiner Geschichte und in dem Ziel enthalten. Ich habe in vergangenen Durchgängen auch immer Planetensteckbriefe machen lassen und versucht, Abstände und Größen anschaulich zu machen. Klar, wenn Planeten zu sehen waren, haben wir mit dem Fernrohr hingeguckt. Wenn man dabei bleibt, vemittelt man aber ein sicher falsches, weil statisches Bild des Planetensystems.


    Das Planetensystem sah früher ganz anders aus und wird in Zukunft völlig anders ausssehen. Es ist eine moderne Idee, den Entwicklungsgedanken in den Vordergrund zu stellen. Findet Ihr das wirklich langweilig? Wie kann man veranschaulichen, wie sich aus einer Wolke ein Stern bildet? Was erzählen uns die Kometen davon? Wie lange wird es noch Wasser auf der Erde geben? Genau, die Schüler fragen schnell bei den Steckbriefen danach, welche Bedingungen Leben braucht? Es gibt da viele Fragen, aber wenig Unterrichtsmaterial, ist mein Eindruck.


    Natürlich, man kann immer das Rad 35mal selbst neu erfinden, aber warum nicht Ideen sammeln und dabei wirklich soweit heruntebrechen, dass sie sofort einsetzbar sind? Vor allem auch für Referendare und Berufsanfänger? Die haben oft Lust, ächzen aber gleichzeitig unter der Aufgabe, ein volles Deputat abzuhaspeln.


    Das Material von Duden Paetec? Hmmm, ich habe nur die Physikbücher, die fand ich genau sehr lexikonartig und daher wenig praxisorientiert. Aber vielleicht täusche ich mich, ich werde herinsehen, danke für den Tipp!


    Daher nochmal die kurze Frage:


    Welche Ideen habt Ihr, um praxisorientiert die Entwicklung des Sonnensystems zu beschreiben?


    Grüße!!


    Matthias

  • Der Entwicklungsgedanke ist für das Sonnensystem alles andere als langweilig - und vor allen Dingen erstaunlich schülernah, sogar für die ganz Kleinen!


    Ich hatte immer gedacht, der Themenbereich Stern- und Planetenentstehung und die weitere Entwicklung für sehr schwer zu vermitteln. Tatsächlich wurde ich just in dieser Woche eines besseren belehrt: Das HdA hatte eine 4. Klasse(!) zu Gast, die sich in einem dreistündigen Workshop näher mit der Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems befassen sollte. Diese Klasse hatte sich vor zwei Jahren ein halbes Jahr lang intensiv mit Astronomie im Sachunterricht befaßt, und jetzt galt es, das eine oder andere aus der Unterrichtseinheit von vor zwei Jahren wieder ins Gedächtnis zu rufen und den Themenkomplex Sternentstehung und Sternentwicklung (bis hin zu Schwarzen Löchern!) ins Spiel zu bringen.


    Mein Kollege Olaf Fischer hatte Materiealien entwickelt, die sich später etwa an die Jahrgangsstufe 6-7 richten werden - mit der Gruppe konnte man wegen ihres Vorwissens mal die Extremeignung testen. Ich war mehr als erstaunt zu sehen, wie gut das klappte. In Zweiergruppen haben die Schüler zum Beispiel Aufgabenkarten bearbeitet - und es stellte sich raus, daß sogar Viertklässlern schon klar ist, daß es Grundbedingung für das Leben auf der Erde ist, daß die Sonne "warm genug sein muß, damit Wasser nicht einfriert" usw.


    Die Materialien werden nochmal überarbeitet werden, aber ich werde Olaf mal bescheidsagen, daß daran schon jetzt Interesse besteht [:)]


    Viele Grüße,
    Caro

  • Nachdem das Thema jetzt "Das Sonnensystem" heißt, formuliere ich jetzt einmal spontan einige wichtige Lernziele, die ich mit dem Thema Sonnensystem verbinde:



    - Die Schüler sollen lernen, dass man Planeten am Himmel durch ihre Bewegung vor dem Hintergrund der Fixsterne identifizieren kann.


    - Die Schüler sollen lernen, wie die scheinbare Schleifenbewegung der Planeten zu erklären ist.


    - Die Schüler sollen am Beispiel des geozentrischen Weltbildes erfahren, wie ein lange anerkanntes Modell, das leistungsfähig ist und gute Vorhersagen liefert, dennoch verworfen werden muss.


    - Die Schüler sollen Widersprüche zum Modell "Planetenbahnen = konzentrische Kreisbahnen mit konstanter Bahngeschwindigkeit" erfahren und dabei die Gesetze von Kepler kennenlernen.


    - Die Schüler sollen erkennen, dass die Einteilung der Planeten in erdähnliche und jupiterähnliche Planeten sinnvoll ist.


    - Die Schüler sollen am Beispiel des Zwergplaneten Pluto die Problematik erkennen, eine sinnvolle Klassifikation der Himmelskörper zu finden.



    All diese Lernziele halte ich für weitaus bedeutender als die Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems. Außerdem halte ich sie durchaus kompetenzorientiert und keineswegs besonders fachwissenorientiert.

  • Ich denke die Beispiele die Martin aufgeführt hat, zeigen ganz wunderbar, wie vielfältig die Möglichkeiten sowohl der Kompetenzorientierung als auch des kontextbasierten Unterrichts sind. Letzterer ist offensichtlich: "Schaut genau hin, da oben bewegt sich was. Was hat es damit auf sich?"


    Das schöne an Matthias' Ansatz ist meiner Meinung nach die Möglichkeit der Fächerverknüpfung, die das ganze zu einem Paradebeispiel für NwT-Unterricht macht.


    Das Lernziel "Den Schülern bewußt machen, daß die Erde und unser Sonnensystem nicht schon immer da waren und auch nicht ewig existieren werden" fügt sich ganz wunderbar in den Komplex Erdgeschichte/Evolution des Lebens ein. Je nach Altersstufe kommt man da zum Beispiel bis zur Entstehung der Elemente (durch Kernfusion im Sterninneren und in Supernovaexplosionen am Ende eines Sternlebens).


    Kompetenzorientiert ausgestalten läßt sich all das problemlos.


    Viele Grüße,
    Caro

  • Hmmm,
    Lernziele ...


    Bitte vorne anfangen:
    Erde=Kugel, dreht sich um sich selbst (Tag), dreht sich um die Sonne (Jahr) und hat eine verkippte Achse (Jahreszeiten).


    Planeten: Leuchten nicht selbst, sondern reflektieren das Licht der Sonne (=Stern) und drehen um die Sonne


    Mond: Dreht sich um die Erde, allg. drehen sich um Planeten, die viel größer sind als ihre Monde
    Mond: Ist verantwortlich für Ebbe/Flut wg. Schwerkraft.


    Abstände, Größen, Reihenfolge der Planeten. Innere Planeten nur bis Dämmerung sichtbar vs. äußere Planeten


    und dann ... Sie bewegen sich gegenüber dem Fixsternhintergrund


    Gruß

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Hmmm,
    Lernziele ...


    Bitte vorne anfangen:
    Erde=Kugel, dreht sich um sich selbst (Tag), dreht sich um die Sonne (Jahr) und hat eine verkippte Achse (Jahreszeiten).


    Planeten: Leuchten nicht selbst, sondern reflektieren das Licht der Sonne (=Stern) und drehen um die Sonne


    Mond: Dreht sich um die Erde, allg. drehen sich um Planeten, die viel größer sind als ihre Monde
    Mond: Ist verantwortlich für Ebbe/Flut wg. Schwerkraft.


    Abstände, Größen, Reihenfolge der Planeten. Innere Planeten nur bis Dämmerung sichtbar vs. äußere Planeten


    und dann ... Sie bewegen sich gegenüber dem Fixsternhintergrund


    Gruß
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Kalle !


    Die Erdrotation, der Umlauf der Erde um die Sonne sowie das System Erde/Mond verdient aus meiner Sicht, als eigenes Kapitel behandelt zu werden. Deswegen hätte ich das jetzt nicht in das Thema "Sonnensystem" integriert.
    Übrigens, ob man in einem solchen Kapitel das Thema "Ebbe und Flut" wirklich thematisieren sollte, hängt stark davon ab, welche Schüler man vor sich hat. Für Schüler der Unter- und Mittelstufe lässt sich das Phänomen nur beschreiben und gehört deshalb dort nicht in den Physikunterricht (außer als Randbemerkung).


    Der Unterschied zwischen inneren und äußeren Planeten hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit gehören dazu, ebenso die Phasen der inneren Planeten. In meiner Auflistung müsste man das zwischen "Schleifenbewegung" und "Weltbilder" einsortieren. Danke für den Hinweis.


    Das Thema "Bewegung der Planeten vor dem Hintergrund der Fixsterne" und "Schleifenbewegung" sollte auf jeden Fall an den Anfang, und zwar vor allem aus zwei Gründen:


    1. Eine Animation einer Jupiterbewegung am Himmel über 12 Monate (z.B.: mit Cartes du Ciel erstellt) ergibt einen idealen Einstieg. Es verwirrt zunächst die Schüler und macht neugierig, die Verwirrung lässt sich dann aber leicht auflösen und die Schüler haben sehr schnell schon etwas wesentliches verstanden.


    2. Auf diese Weise folgt man ja auch einer natürlichen Entwicklung. Die Auseinandersetzung des Menschen mit den Planeten beginnt mit der Beobachtung der Planeten am Himmel.



    Als Beleg, dass dieser Einstieg funktioniert, schildere ich eine Erfahrung aus der Praxis:
    In den vergangenen Jahren hatte ich sehr oft 5. Klassen in Mathematik. Immer in der letzten Stunde von Weihnachten behandle ich den "Weihnachtsstern", die dreifache Konjunktion von Jupiter und Saturn im Jahr -6.


    Zunächst frage ich die Schüler, ob sie wissen, woran man am Himmel einen Planeten erkennt. Dass Planeten sich bewegen, während Sterne immer in der gleichen Position zueinander sind (Sternbilder), scheint dabei schon zum Vorwissen der Schüler zu gehören. Jedenfalls kommt das sehr schnell von den Schülern.
    Anschließend zeige ich mit Cartes du Ciel eine Animation der Bewegung von Jupiter und Saturn im Jahre -6 im Sternbild Fische. Die Schüler staunen über die scheinbar miteinander tanzenden Planeten.
    Anschließend zeige ich ebenfalls mit Cartes du Ciel die Bewegung von Jupiter im Jahr 2010, und die Schüler sind noch mehr erstaunt, dass das Abbremsen und die vorübergehende Rückwärtsbewegung des Jupiter nicht nur im Jahr -6, sondern auch im Jahr 2010 statt findet. Wenn ich dann frage, ob jemand die komische Bewegeung erklären kann, meldet sich keiner.


    Dann zeige ich eine von mir selbst mit dem Program Euklid DynaGeo erstellte Animation. Die Animation zeigt in der Draufsicht auf das Sonnensystem die Bewegung der Erde und eines (äußeren) Planeten während eines Jahres. Deutlich hervorgehoben ist dabei die Verbindungslinie zwischen Erde und Planet. Rechts daneben ist ein Himmelsausschnitt mit dem Planeten und ein paar Sternen zu sehen. Die Planetenbewegung kann während des Ablaufs der Animation also gleichzeitig aus der Perspektive der Draufsicht und aus der Perspektive eines Beobachters auf der Erde verfolgt werden. Ich lasse die Animation völlig unkommentiert zwei Mal langsam ablaufen und frage anschließend, wer jetzt diese komische Bewegung erklären kann. Bereits jetzt meldet sich der Großteil der Schüler. Dann läuft die Animation noch einmal ab und wird dabei mehrmals angehalten, damit der Schüler den Ablauf erklären kann.
    Zum Schluss wird mit einer sehr ähnlichen Animation die Draufsicht auf das Sonnensystem mit Erdbahn, Jupiterbahn und Saturnbahn während einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn gezeigt.


    Gruß
    Martin

  • Hallo!


    Danke für den Hinweis auf die Materialien, die Olaf Fischer erstellen will. Das nimmt mir den Wind aus den Segeln, denn die Arbeit werde ich nicht besser machen können. Ich hoffe einfach zunächst nur, dass ich im fernen Schwäbisch-Sibirien mitbekomme, wenn man diese Materialien bekommen kann? Klar, es gibt bei WiS gutes aber verstreutes, wenn Olaf Fischer eine Unterrichtseinheit daraus macht, wird man das unmittelbar einsetzen können.


    Die Beiträge zum Sonnensystem spiegeln wieder, was ich selbst auch als Situation so sehe: Planeten von Fixsternen unterscheiden, Schleifen erklären, Planeten charakterisieren, Abstände und Größen deutlich machen, das macht Sinn und wird vielfach in den Unterrichten auch gemacht. Es gibt da auch schon viel Material, ich arbeite auch immer mit Stellarium und Cartes du Ciel.


    Gibt es aus der Amateurszene gute Tipps, wie man ähnlich praxisbezogen die <b>Entstehung und Entwicklung </b> des Sonnensystems
    behandeln kann? Dazu habe ich noch nicht wirklich gute Tipps. Wenn die Lage so bleibt, warte ich einfach gut gelaunt auf die Ergebnisse von Olaf Fischer.


    Grüße mit Dank an alle Mitschreiber!


    Matthias Penselin

  • Hallo miteinander,


    ich habe den Workshop als Anlass genommen, mich ebenfalls hier zu registrieren. Es scheint hier ja sehr gemütlich zu sein. [:)]


    Ich unterrichte den Themenkomplex "Erde und Weltraum" im NwT-Unterricht (Baden-Württemberg) dieses Jahr zum zweiten Male und kann bislang sagen, dass astronomische Bezüge im Schulunterricht nach meiner Erfahrung sehr gut bei den Schüler ankommt. Man spürt Interesse, Begeisterung und Faszination, was ich bislang bei keinem anderen Thema in dieser Form erlebt habe.


    Konkret zur Entstehung des Sonnensystems:


    Das Thema hatte ich beide Male als ein mögliches GFS-Thema (für Nichteingeweihte: ein umfangreiches Schülerreferat, vom Notengewicht vergleichbar zu einer Klassenarbeit) angeboten, was auch prompt gewählt wurde, sodass ich es noch nicht in eigener Regie bearbeitet habe. Dieses Jahr wurde ich dabei auf ein Video aufmerksam gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=RDTgJcNaDyg


    Dabei dachte ich gleich: Genau so könnte man es machen. Man lässt die Schüler anhand vorbereiteter Texte oder als Online-Recherche die nötigen Informationen sammeln (und gibt natürlich je nach Schüler Hilfestellungen und beantwortet Fragen). Die Schüler werden bald erkennen, dass Detailabläufe (Akkretionsscheibenphysik) ihren Horizont übersteigen, können aber sehr wohl mit dem Drumherum etwas anfangen. Als Arbeitsauftrag wäre denkbar, die Entstehung des Sonnensystems möglichst einfach und verständlich aufzubereiten.


    Problematisch würde dabei natürlich die Gruppengröße. Fünf ähnliche Animationen halte ich nicht für zufriedenstellend. Vielleicht verteilt man die Gestaltungsform einfach gruppenweise. Eine Gruppe könnte ein solches Video machen, eine andere einen geeigneten Vortrag dazu. Eine Bilder- bzw. Plakatereihe wäre auch denkbar. Für Freunde des Theaters wäre vielleicht gar ein kleines Schauspiel sinnvoll. Das fördert Kreativität, auch wenn der rein astronomische Mehrwert davon natürlich bezweifelt werden könnte. Eine Gruppe "guter Physiker" unter den Schülern könnte das Themengebiet noch erweitern um die Energieerzeugung in Sternen. Zumindest in BaWü wurde ja auch einiges in Klasse 9 in Richtung Kernphysik gemacht, was man in diesem Kontext aufgreifen könnte. Letztlich gehen diese Vorgänge aber natürlich in Richtung Oberstufenkurs.


    Hier ist auf jeden Fall auch genug Raum für differenzierten Unterricht, denn Astronomie sollte sowohl die physikalisch interessierten Schüler als auch jene ansprechen, die sich einfach nur mal fragen, woher wir kamen und wohin wir gehen.


    Soweit meine Gedanken, wie ich es vielleicht im nächsten Jahr angehen würde.



    Herzliche Grüße, Dank für dieses Unterforum und cs
    Enrico

  • Das finde ich ist eine wirklich schöne Idee zu dem, was ich meine. Ich schau mir morgen nochmal den Film genau an und stelle dann Fragen.


    Jetzt erschtmal Guts Nächtle!


    Matthias

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: pense</i>
    <br />
    Gibt es aus der Amateurszene gute Tipps, wie man ähnlich praxisbezogen die <b>Entstehung und Entwicklung </b> des Sonnensystems
    behandeln kann? Dazu habe ich noch nicht wirklich gute Tipps. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo,


    könntest du einmal konkret drei, vier konkrete Lernziele benennen die du mit dem Thema "Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems" verbindest.
    Meiner Meinung nach muss erst eine Präzisierung in den Lernzielen erfolgen, bevor man über Konzepte und dazugehörige Materialen vernünftig diskutieren kann.


    Viele Grüße
    Martin

  • Hmmm, ich hörte, das Abarbeiten von Lernzielen sei wenig förderlich. Da aber nun doch mehrere das wollen, ich finde Lernziele auch nicht schlecht zur Strukturierung.


    - Die Schüler beschreiben die Entstehung von Sternen aus Gaswolken.
    - Die Schüler kennen die Prozesse, die dazu führen, dass ein Hauptreihenstern mit relativ konstanter Größe und Leuchtkraft weiterbesteht.
    - Die Schüler kennen die Bedeutung der Anfangsmasse für die Entwicklung eines Sterns
    - Die Schüler beschreiben die Entstehung von Ringnebeln aus Sternen
    - Die Schüler kennen Prozesse, die zur Entstehung der erdähnlichen und der Gaspalneten führen
    - Die Schüler beschreiben die Entwicklung des Wetters auf der Erde in Vergangenheit und Zukunft und beschreiben dessen Bedeutung für das Leben auf der Erde
    - Die Schüler erkennen die Einzigartigkeit der gegenwärtigen Lebensbedingungen auf der Erde durch Vergleich mit anderen Zeiten und anderen Planeten


    Grüße!


    Matthias

  • vielen Dank für die Liste zu Lernziele zum Thema "Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems".


    Ganz ehrlich: Ich habe damit als Physiklehrer, der gerne astronomische Themen unterrichtet und auch schon mehrmals einen Grundkurs Astronomie in der Oberstufe geleitet habe, nach wie vor so meine Schwierigkeiten, wenn man die in den ersten 5 Lernziele genannten Sachverhalte imi Physikunterricht außerhalb der Oberstufe intgerieren will:


    Die ersten 5 Lernziele laufen für Schüler bis zur Mittelstufe auf reine Wissensvermittlung hinaus. Die letzten beiden Lernziele halte ich da schon für bedeutender, da sie mehr sind als reine Wissensziele, aber gehören für mich eher in den Geografie- und Biologieunterricht.



    Nach meinem Selbstverständnis als Physiklehrer hat Physikunterricht folgende Aufgaben:


    - Die Schüler sollen Kenntnisse über verschiedene physikalische Themen erwerben. (inhaltlicher Aspekt)


    - Die Schüler sollen physikalische Schlussfolgerungen nachvollziehen können und dabei lernen, wie man in der Physik neue Erkenntnisse gewinnen kann. (methodischer Aspekt)



    Dabei gilt:
    Der methodische Aspekt ist wesentlich bedeutender als der inhaltliche Aspekt. Themen, die sich weitgehend auf den inhaltlichen Aspekt beschränken (also Themen, bei denen zwar Inhalte vermittelt werden, jedoch der Erkenntniszugewinn kaum auf logische Schlussfolgerungen aufgebaut wird), halte ich nicht für lohnende Themen des Physikunterrichts.
    Deshalb gehören für mich die ersten 5 genannten Lernziele in einen Oberstufenkurs Astronomie, aber nicht in die Mittel- und Unterstufe !


    Ein Beispiel für einen verunglückter Lehrplan, bei dem anspruchsvolle Themen zu früh in der falschen Jahrgangstufe behandelt werden, erlebe ich jetzt in Bayern. Dort wird zum Beispiel in der 9. Jahrgangstufe Atomphysik (u.a. Emmissionsspektren) behandelt.
    Ich habe über das Thema neulich mit einer Schülerin gesprochen, die ich jetzt in der 12. Jahrgangsstufe in Mathematik habe, und die überragend ist. Sie kommt in Mathematik und Physik sicher auf 15 Punkte und wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein 1,0 Abitur schreiben. Diese Schülerin erzählt, dass sie den Physikunterricht in der Mittelstufe bei diesen Thema unbefriedigend empfunden hat, weil man dort nichts begreifen konnte, sondern einfach nachplappern musste, was im Unterricht gelernt wurde.
    Ich finde, diese Schülerin hat völlig recht. Wenn im Physikunterricht Zusammenhänge behandelt werden, die der Schüler wegen unzureichender Vorkenntnisse nicht begreifen kann, sondern nur Kenntnis nehmen kann, dann erwirbt der Schüler nur noch eine Scheinkompetenz, die ich für überflüssig halte. Dann verkommt die Physik zu einem Lernfach wie Biologie.



    viele Grüße
    Martin

  • Hallo Martin,


    ich würde da weiter differenzieren wollen. Tatsächlich sehe ich auch, daß einige von den Lernzielen die Matthias formuliert hat (auch wenn er das so ja eigentlich gar nicht wollte) sich besser auf ältere Schüler übertragen lassen, aber das gilt längst nicht für alle.


    Nehmen wir den Punkt "Sterne entstehen aus Gaswolken". Hier hat man die wunderbare Gelegenheit, einen Mittel- und (warum eigentlich nicht auch?) einen Unterstüfler die fundamentalen Eigenschaften eines Gases kennenlernen zu lassen
    - daß es aus ungebundenen Atomen besteht
    - wie es auf Änderungen von Druck oder Temperatur reagiert (Experimentieren!)
    Tatsächlich haben schon sehr junge Schüler ein gutes empirisches Verständnis von der Schwerkraft - daß sich eine Gaswolke unter ihrem eigenen Gewicht zusammenzieht, können sie sich gut vorstellen. Natürlich, vom Entwicklungsweg im HRD, Hayashi-Linie und Co. reden wir hier nicht im Falle der Mittelstufe. Aber die grundlegende Idee, daß aus einer Gaswolke allein durch Schwerkraftwirkung ein wesentlich kleinerer, dichter und heißer Gasball wird - eben ein Stern - läßt sich sehr wohl gut gedanklich wie auch experimentell nachvollziehen.


    Das Argument "gehören eher in den Geografie- und Biologieunterricht" lasse ich absolut nicht gelten. Wir reden hier immerhin über ein Fach namens Naturwissenschaft und Technik (das es inzwischen in vielen Bundesländern unter unterschiedlichen Bezeichnungen gibt), die Fächergrenzen sind aufgehoben - und sollen es auch sein.


    Gerade in diesem Zusammenhang vielleicht ein O-Ton von Herrn Lutz vom Regierungspräsidium in Stuttgart: "Vielen Lehrern fällt es im Bereich NwT schwer, ihren 'Expertenstatus' aufzugeben. Dabei ist es eigentlich viel besser, wenn sie ein fächerübergreifendes NwT-Modul gemeinsam mit den Schülern 'erlernen'."


    Viele Grüße,
    Caro

  • Verzeiht, ich bin von Klassenarbeiten verschüttet worden und leider muss ich erst die weißen Berge wegräumen, wenn sie sich doch einfach mit einem Fön hinwegblasen lassen würden...


    Ich melde mich am WE nochmals inhaltlich.


    Grüße!


    Matthias

  • Huhu, ist da noch jemand??


    Es tut mir leid, erst kamen die Klassenarbeitsberge, dann ein echter Schneeberg, der sich als härter erwies als gedacht, der Fuß meiner Frau brach und musste operiert werden[:(][:(][:(][:(][:(]


    Dann musste dies hier fertig werden:


    http://www.lehrer-online.de/wie-gross-ist-das.php


    wer will, darf auch die Januarausgabe von "Astronomie und Raumfahrt im Unterricht" ansehen, da gibts die Printversion zum gleichen Thema.


    Aber egal, mich interessiert die Frage nach Unterrichtsmaterial zum hier angedachten Thema immer noch. Mein Artikel zum Thema "Wie groß ist das gefällt mir da auch noch nicht wirklich. Ich habe das Thema soweit heruntergebrochen bekommen, dass man gut verstehen und nachmachen kann, hoffe ich, was ich mit meinen Schülern gemacht habe. Es fehlen aber Stundenplanungen und Arbeitsbögen, gäbe es die, würden vielleicht mehr Kollegen mein Material einsetzen. Ich werde erstmal noch schauen, was andere Leute (Olaf Fischer) zum Thema "Entstehung von Sternen und Sonnensystemen" entwickelt haben, dann melde ich mich wieder, versprochen ist versprochen!!


    [:)][:)][:)]


    Matthias

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