Daumenkur gegen hochgezogenen Rand?

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  • Hallo Forum,


    derzeit parabolisiere ich einen dünnen 18-Zöller. So sieht die Spiegelkurve jetzt aus (8 I-Gramme gemittelt, Spiegel jeweils um 90 Grad weitergedreht):



    Eigentlich bin ich mit der Form ganz zufrieden. Mit dem Interferometer kommt ein Strehl von 0,96 heraus, die erreichte Korrektur liegt bei -0,99.


    Mein Ego hadert aber noch mit dem Rand... Würdet Ihr da noch mal rangehen? Wenn ja, wie? Den Daumen einsetzen, nach dem Motto: runter kommen sie alle? Oder eher eine Mini-Pechhaut?


    Danke für Eure Tipps!
    Norbert

  • Hallo Norbert,
    erst einmal Gratulation zu diesem schönen Ergebnis!
    Ein Strehl über 0,9 interferometrisch gemessen ist ganz hervorragend und hey, es ist ein 18"! Wenn Lagerung und Fangspiegel die gleiche Qualität haben, wird man diese Qualität am Himmel wahrscheinlich niemals ausnutzen.
    Aber das wolltest Du gar nicht wissen[:D]


    Zum Daumen:
    Never ever in diesem Stadium!
    Du bekommst den Rand runter, aber ganz sicher keine exakten 0,15 Waves. Es können auch mal 0,75 werden. Und dann war's das erstmal.


    Zunächst musst du ganz genau wissen, wie der Rand *wirklich* aussieht.
    Dazu würde mich sehr Deine Mess-Vorgehensweise mit dem Drehen und Mittel etc interessieren. Und welche Glättung Du verwendet hast.
    Glättungsroutinen neigen dazu, besonders am Rand irgendwelche Formen frei zu erfinden. Das ist ganz normal, weil der Spiegel am Rand ja plötzlich aufhört und es damit keine Stützstellen mehr gibt.


    Willst Du wissen, was ich mit dem Spiegel machen würde?
    Gut sein lassen und ne Flasche Wein köpfen[:D]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    danke für die schnelle Antwort und den Tip mit dem Wein! Nachdem ich an dem Spiegel geraume Zeit geackert habe, hat der Gedanke, fertig zu sein, schon seinen Charme.


    Andererseits kommt es dann auf einen Tag auch früher oder später auch nicht mehr an. Wenn der Rand mit vertretbarem Risiko runterzubringen wäre, würde ich das wohl probieren. Das Problem, wie der Rand *wirklich* aussieht, hast Du ja schon angesprochen...


    Mein Interferometer hatte ich hier schon mal kurz vorgetellt: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=96810


    Damit der Spiegel sich bei der Auswertung nicht so durchbiegt, steht er nicht senkrecht, sondern leicht zurückgelehnt an drei Punkte in einer Schlinge. Ich fotografiere ein Interferogramm, drehe den Spiegel um 90 Grad und mache die nächste Aufnahme. Anschließend drehe ich die Bilder so, dass der Spiegel auf allen die gleiche Lage hat - dann ist eine am Spiegel angebrachte Markierung jeweils oben. Die Streifen trace ich mit OpenFringe. Das approximiert die damit vorgegebene Wellenfront durch Zernike-Polynome. Ich habe mal nachgeschaut, der maximale sphärische Term ist vom Grad 7. Ob und zu welchen Artefakten das am Rand führt, weiss ich allerdings nicht...


    Anschließend wird über alle Interferogramme mit der "average"-Funktion gemittelt. Ich denke mal, dass OpenFringe einfach Mittelwerte für die Zernike-Koeffizienten gleichen Grades bildet und diese dann darstellt.


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Mein Interferometer hatte ich hier schon mal kurz vorgetellt: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=96810<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das ist an mir vorbeigegangen, war gerade im Krankenhaus in der Zeit.
    Dein I-meter ist Einfachheit kaum zu überbieten! Hätte nicht gedacht, daß man mit dem PDI Plätchen einen 18" vermessen kann.
    Welches Öffnungsverhältnis hast Du da?


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Anschließend drehe ich die Bilder so, dass der Spiegel auf allen die gleiche Lage hat - dann ist eine am Spiegel angebrachte Markierung jeweils oben. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Perfekt! Ein evtl vorhandener Teststand- und auch Interferometer-Asti-Anteil fällt damit mM raus. Coma solltest Du abziehen, auch wenn die Coma durch Igramme unterschiedlicher Orientierung sehr klein ausfällt. Ein kleiner Comawert bedeutet, daß das geometrische Spiegelzentrum mit dem Mittelpunkt des Paraboloids übereinstimmt, dh Du kannst die Mittemarkierung zur Justage mit dem Laser mit theoretisch uneingeschränkter Genauigkeit nutzen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die Streifen trace ich mit OpenFringe<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Per Einkringelen, FFT, Compute Surface?
    Oder manuel durch Streifen nachzeichnen?


    Im Falle der FFT Variante kannst Du die Wavefront per Zernike Glättung höherer Ordnung feiner darstellen. Alternativ geht auch der Lowpass, nur schlagen dort die Artefakte (Staubkörner etc) erheblich mehr durch. Aber zum beurteilen von Feinheiten taugt es.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    das Öffnungsverhältnis ist 4.5, also eher konservativ. Das geht mit einem PDI noch gut zu prüfen.


    Deine anschauliche Interpretation der Koma gefällt mir - ich hab' mich beim Justieren früher oft gefragt, ob denn der Scheitel der Parabel zwangsläufig in der Mitte des Spiegels sein muss...


    Die Auswertung mit OpenFringe mache ich so, dass zuerst der Umriss des Spiegels auf dem I-Gramm festgelegt wird. Dann wird der erste Streifen markiert (angeclickt) und das Programm verfolgt diesen automatisch. Das wird für alle Streifen wiederholt. Anschließend erfolgt die Zernike-Approximation und deren grafische Darstellung.


    Mit der FFT bei OpenFringe habe ich noch nicht viel Erfahrung. Unter Vista funktioniert die Hilfe nicht. Mir ist nicht richtig klar, wie die "sidelobe selection" bedient werden will. Kannst Du mir einen Tipp geben?


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    Daumenmethode für die Endkorrektur und dazu noch ausgerechnet am Spiegelrand finde ich genau wie Kai eher weniger empfehlenswert. Das Risiko der Verschlimmbesserung wäre mir zu hoch. Ich würde den Spiegel unbelegt am Himmel testen und durch Abblendung herausfinden wie breit denn der hochgezogene Rand tatsächlich ist. Ein nahezu perfekter 18" -(5 bis 10 mm) wäre nämlich praktisch von einem math. echten 18" nicht zu unterscheiden.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Mein Interferometer hatte ich hier schon mal kurz vorgestellt: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=96810
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Gut dass Du das ansprichst. Diese Diskussion um das PDI hab ich total vergessen. Mich würde noch interessieren ob Du damit auch den 18“ interferometriert hast und würde ggf. gerne die I-Gramme sehen.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Anschließend wird über alle Interferogramme mit der "average"-Funktion gemittelt. Ich denke mal, dass OpenFringe einfach Mittelwerte für die Zernike-Koeffizienten gleichen Grades bildet und diese dann darstellt...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Nach meiner Erfahrung kann man auch weniger schöne I-Gramme und auch solche mit relativ geringer Streifenzahl sinnvoll im FFT- Modus an openFrige verfüttern.



    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    ja, die Auswertung des 18ers habe ich mit dem PDI gemacht. Hier ist eines der Interferogramme - der Kontrast wurde etwas angehoben:



    Danke auch für Deinen Tipp. Ich werde wohl erstmal ein Fernrohr um den Spiegel herum bauen und ihn dann am Stern testen.


    Kannst Du mir die "sidelobe selection" bei der FFT-Auswertung erklären?


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    ganz super Qualität mit dem PDI!
    Lässt sich prima per FFT auswerten.
    Was es jetzt noch braucht, sind die genauen Spiegeldaten, dh optischer Durchmesser (+/- 0.5mm) und ROC (+/- 2mm).
    Der ROC wird per Foucault von der Messerschneide bis zur Mitte des Spiegels gemessen, auf dem Glas aufsitzend. Im Foucault wird die innerste Zone eingestellt, also wenn sich die Mitte gerade so hochwölbt.


    Du kannst mir gerne einen Sack voll Igramme aus einer Serie schicken, möglichst schon in die richtige Poition zurückgedreht (PM ist unterwegs). Ich komme nur heute nicht mehr zum Auswerten. Ohne Serie ist es wegen dem relativ großen Streifenabstand schwierig, das muss gemittelt werden, sonst drücken die Streifen durch.


    Fazit nach dem ersten Igramm ist aber: Besser die Messmöglichkeiten voll ausschöpfen als auf irgendwelchen Artefakten und Fantomen herumpolieren. Mit Messen kann man auch nichts kaputt manchen[:)]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Norbert,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...ja, die Auswertung des 18ers habe ich mit dem PDI gemacht. Hier ist eines der Interferogramme - der Kontrast wurde etwas angehoben:...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    ... Die Qualität des I-Gramms finde ich ebenfalls sehr gut. Verrate uns sicherheitshalber noch welches PDI- Filter und welche Lichtquelle Du verwendet hast.


    Zum Vergleich ein Versuch mit meinem PDI durchgeführt an einem extrem anderen Spiegel:



    Diese I- Gramme sind zwar nicht ganz so schön wie Deine lassen sich aber ebenfalls gut auswerten.


    Nach meiner Meinung beweisen unsere Beispiele dass das simple PDI für die allermeisten Amateurspiegeltests gut geeignet ist[^].


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    auch ich habe die PDI-Platte "Typ 2" von Michael Koch verwendet. Der Laser ist das unter http://www.astro-electronic.de/pdi.htm von Michael angebotene Lasermodul, das ich im Lasermodus betrieben habe. Ob die Interferogramme - wie dort berichtet - im LED-Modus besser werden, habe ich nicht probiert.


    Die Aufnahmen wurden mit einer einfachen Digitalkamera gemacht, bei der alle Automatikfunktionen abgeschaltet wurden: manuelle Fokussierung, 1/10 Sekunde, Blende 5,6 (Canon Powershot A520).


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert, das sieht ja schon unverschämt gut aus!


    Meiner Ansicht nach kann man einen hochgezogenen = unterkorrigierten Randbereich überhaupt nicht mit dem Daumen oder Minitool korrigieren. Man müsste ja (wie in deiner Kurve schön zu sehen) um so mehr Glas wegpolieren, je näher man an die Kante kommt - an der Kante selbst am meisten. Dazu müsste man direkt über die Spiegelkante fahren. Mit dem weichen Daumen würde es unweigerlich die Kante rundpolieren. Mit einem Minitool müsste man tendenziell immer von innen nach außen polieren, um nicht das Pech über die Kante zu hobeln. Ob man die Druckverteilung auf den letzten 10 mm so gezielt steuern kann, wie es die Kurve anzeigt? Vielleicht kann es Alois, mir würde es den Angstschweiß auf die Stirn treiben.


    Der Daumen oder Minitool ist eher in der umgekehrten Situation, bei abgesunkenem = Überkorrigiertem Randbereich angesagt, wie in diesem fiktiven Beispiel:



    Hier muss man direkt innerhalb des Randes den Berg polieren und den Rand selbst unberührt lassen.

  • Hallo Norbert!
    Darf ich als Laie auch was dazu sagen? Ich würde es dabei belassen. Bitte denke doch an die Toleranzgrenzen, um die es hier geht! Das Ergebnis ist doch ausgezeichnet!
    Viele Grüsse
    Gerhard
    (Trotzdem: Alois würde mit einem Spezial-Minitool noch 2 bis 3 Runden drehen, so wie ich ihn kenne! ;-) :-) )

  • Hallo Notbert.
    Man hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich habe mir das angeschaut.
    Du hast ja ein sehr gutes Interferogramm gemacht und was man daraus ersehen kann ist der
    Rand sogar sehr schön scharfkantig. Den können wir mit Minitool absenken ohne das die Kante
    verschlechtert wird. Diese Erfahrung habe ich mit Andrè Heidemann machen können an dem seinen
    18 Zöller wir gerade noch intensiv drann sind.Ich denke schon dass mit viel Geduld auch dein Spiegel
    gut werden kann. Schicke mir die genauen Daten. 1. den Durchmesser der polierten Fläche und 2. den Radius den er hat wenn das Zentrum flach erscheint. Bei der Messung mit der Couder Maske wäre es der im Zentrum.
    Dann können wir weiter sehen.


    Viele Grüße
    Alois

  • Hallo Alois,


    danke, dass Du Dich gemeldet hast - und danke auch an den, der Dich aufmerksam gemacht hat!


    Der Durchmesser der polierten Fläche beträgt 456 mm.
    Die mittlere Zone hat einen Krümmungsradius von 4095 mm.


    Gruß
    Norbert

  • Hallo zusammen,
    ich habe mit den neuen Spiegeldaten und Norberts I-Gramm die Auswertung mit der OpenFringe-FFT-Methode gemacht. Ich hatte für die rote Diode 660nm angenommen, es sind aber eher 652 nach den Angaben auf Michael Koch's Seite. Sei's drum, mit einem einzelnen Igramm steht das sowieso auf tönernen Füßen.
    Weiterhin bewegt man sich mit den relativ wenigen Streifen in verbindung mit dem großen Spiegel auf dünnem Eis. Es muss noch gedreht und reichlich gemittelt werden. Dann kommt der Spiegel so wie er ist vielleicht über Strehl 0,9 und gehört in meinen Augen vorerst nicht mehr angefasst.
    Es bestätigt sich meine Vermutung, daß der Rand so hoch gar nicht ist.
    Am besten zeigt das immer die LowPass Glättung, bei der aber die Streifem noch durchdrücken, hier besonders auf 7 Uhr.

    In 3D sieht man sehr schön wie der ganze Spiegel in praktisch einer Ebene liegt. Das ist nicht selbstverständlich, denn wenn er irgendwie herausfällt, sprich Asti, dann ist es mit dem schönen Strehl vorbei.
    Die ganzen kleinen Buckel sind hauptsächlich Artefakte.

    Und jetzt der synthetische Startest für diese Glättungsmethode. Mit erhöhtem Kontrast! Ich weiß nicht recht, aber am echten Himmel muss man schon ziemlich genau hinschauen um hier was verwertbares herauszulesen, oder?

    Und hier die Contour mit Zernike-Glättung Order 22, das sind 529 Terme! Auffällig ist die Rinne kurz vor dem Rand. Übrigens bringt ein Abblenden hier nichts, der Spiegel wird sogar gerigfügig schlechter, wenn man 15mm wegnimmt! Also besser dranlassen [:D]


    Wenn ich da überhaupt ich was dran machen würde, dann nur nach reichlich Messerei. Und dann würde ich vorsichtig mit den inneren Zonen anfangen. Dabei kommt der Rand automatisch(!) etwas runter weil sich die Bezugsebene bzw der Fokus ändert.
    Mal sehen was Alois dazu sagt.


    Übrigens ist mein 21" f/3.7 sicherlich schlechter als dieser hier und trotzdem hält der auch kritischen Blicken stand. Obwohl man defokusiert einige Zonen ausmachen kann. Unter einmalig guten Seeing konnte ich zB den Polarstern wie ausgestanzt mit über 1100x beobachten. Fantastischer Anblick. Wenn Dich das beruhigt.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai, leibe Mitleser,


    nach meiner FFT- Auswertung mit openFringe komme ich zu zimlich genau den gleichen Bildern. Auch nach "Zernike Smoothing" sieht die Wellenfront noch ähnlich aus, nur etwas weniger "verbeult".


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Wenn ich da überhaupt ich was dran machen würde, dann nur nach reichlich Messerei...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das möchte ich 3 bis 5x unterstreichen. Soll heißen, bevor man die Plots richtig ernst nimmt sollte man mindestens 3 bis 5 I- Gramme mit jeweils anderer Streifenlage auswerten und die FFT-Wellenfronten mitteln.


    Gruß Kurt

  • Hallo Norbert.
    Habe heute versucht eine Auswertung zu machen und komme auch auf ähnliche Formen wie du und Kay.
    Leider vermögen Programme bei kleinen Frequenzen nicht immer ganz genau die tatsächliche Form zu zeigen.
    Open Fringe von Dale Eason ist da schon sehr gut weil er noch einige Zernikes Sphärische Aberrationen höherer
    Ordnungen hinzugefügt hat.
    Trotzdem vermag es noch nicht alles ganz richtig zu zeigen. Ist aber sehr minimal und ich möchte da niemand erschrecken.
    Deshalb verlasse ich mich bei so kleinen Zonen lieber auf das Interferogramm selbst und lese mir die Abstände dort ab.
    Wie man sieht sind die Linien am Rand etwas geknickt, was man in der Topografie nicht mehr sehen kann.
    Auf der Topografie ist links der Rand gleichmäßig und rechts zeigt sie den Rand ganz draußen etwas abgerundet,
    obwohl der Rand selbst scharf ist. Es sieht auch aus als sei die Topografie spiegelverkehrt.
    Weil auf dem Interferogramm haben wir links die krummer verlaufenden Linien als rechts.



    Deshalb verlasse ich mich bei so kleinen Zonen lieber auf das Interferogramm selbst und lese mir die Abstände dort ab.
    Die Puktelinie zeigt den korrigierten Idealverlauf.



    Wie du siehst haben wir 10 mm vom Rand weg eine schmale Zone und eine bei 37 mm .
    Diese zwei Zonen kann man mit einen 20 mm Tool ohne weiteres gut korrigieren.
    Braucht aber viel Zeit und Geduld weil die Flächendeckung sehr klein ist und die Kreisbewegungen langsam gemacht
    werden müssen. Wie Gerhard hier gut darstellt.
    http://www.astrotreff.de/topic…CHIVE=true&TOPIC_ID=83307
    Allerdings bin ich auch der Meinung wie Kay, dass der Rand in Wirklichkeit nicht so hoch ist und wenn die innere
    Zone Korrigiert ist sieht das schon besser aus weil die Auswertung eine andere Bezugsebene bzw Fokus bekommt.
    Den Rand würde ich dann nur 2 Drittel korrigieren weil ein wenig hoch ist da Vorteilhaft wegen der Abkühlung beim Beobachten.
    Wenn du korrigieren möchtest, brauchst du 3 Interferogramme bei denen die Linien um ein Drittel gedreht sind damit man den
    ganzen Umfang gut beurteilen kann. Dann würde ich zuerst die innere Zone zur Einübung korrigieren, weil da kann
    nichts passieren und dann kannst auch den Rand 2 Drittel besser machen.
    Wenn mit den Minitools Kreise gemacht werden bleibt sogar der Rand scharf und die Glätte wird auch gut.
    Diese Erfahrung habe ich mit Andrè Heidemann gemeinsam gemacht.
    Viele Grüße
    Alois

  • Hallo und danke an alle, die mir jetzt mit ihrem Rat zur Seite stehen!


    Auf Eure Hinweise hin habe ich mich heute mit der FFT-Auswertung in OpenFringe befasst und dabei 8 Interferogramme gemittelt - je 2 für 0, 90, 180 und 270 Grad. Die Ergebnisse sind interessant.



    Fazit: Der Spiegel ist im Wesentlichen rotationssymmetrisch, wie Kai ja schon bei seiner Auswertung eines Interferogramms gesehen hat. Also hat mich der Asti verschont.


    Im Gegensatz zur Auswertung mit dem Fringe-Tracing erscheint der Spiegel mit FFT-Auswertung aber noch merklich unterkorrigiert (bei FFT: best fit cc = 0.976, bei Fringe-Tracing cc = 0.991).


    Beim folgenden Bild werden Wellenfrontfehler und Strehl daher versuchsweise für cc=0.976 berechnet. Dadurch steigt der Strehl von 0.889 auf 0.924 und der Rand ist nicht mehr viel höher als die inneren "Ringe".



    Wenn ich der FFT-Auswertung vertraue, dann sollte ich wohl eher noch die Korrektur etwas weiter treiben - der Rand zieht sich dadurch etwas zurück.


    Was meint Ihr?


    Gruß
    Norbert



    P.S. Danke Alois, Du hast Deine Antwort eingestellt, während ich gerade am Schreiben war. Wenn Du mir den Weg zeigst, dann gehe ich ihn, auch wenn er Geduld erfordert! In dem Spiegel stecken schätzungsweise 70 Stunden Arbeit, da kommt es auf ein paar mehr nicht an.

  • Hallo Norbert,


    Ich habe heute noch ein wenig Randkorrektur mit einem 50mm Tool bei meinem 21 Zöller gemacht. Das kleinste Tool was ich habe misst 30mm.
    Alois hat mir den Weg mit den Minitools auch gezeigt.
    Du wirst dich wundern wie gut das geht. Klar muss man dabei behutsam und geduldig sein, doch wenn es klappt fühlt man sich besser [;)][:D].


    Ich wünsche dir dabei viel Erfolg.


    Mit der Hilfe des erstklassigen Forums hier und auch mit Alois seiner Erfahrung wirst du das Kind schon schaukeln... .


    Viele Grüße und meine Daumen sind gedrückt !


    André

  • Hi Norbert,
    ich schreib lieber gleich noch was zu Deiner schönen Auswertung, nicht daß Du am Sonntag morgen gleich anfängst an dem Goldstück dranrumzukratzen.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Also hat mich der Asti verschont.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Kann man so sagen. Das Ding ist topfeben!
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Im Gegensatz zur Auswertung mit dem Fringe-Tracing erscheint der Spiegel mit FFT-Auswertung aber noch merklich unterkorrigiert (bei FFT: best fit cc = 0.976, bei Fringe-Tracing cc = 0.991). <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das "merklich unterkorrigiert" ist maßlos übertrieben. Schau Dir mal unter dem Menüpunkt "Report" den RMS Anteil für den Spherical an. Das ist nur ein kleiner Fehler unter vielen. Die 0.976 liegen voll im Toleranzbereich, ansonsten verbuch es unter Messtoleranzen.


    Wenn Du jetzt aus:
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...versuchsweise für cc=0.976 berechnet<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    diesen Schluss ziehst:
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">dann sollte ich wohl eher noch die Korrektur etwas weiter treiben<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    dann hast Du nicht mit dem bösen Geist in der Parabel gerechnet[:D]
    Dieses letzte Fünkelchen Korrektur kommt nur und ausschließlich dadurch zustande, daß Du ganz geduldig die tiefroten Bereiche abträgst. Und nur diese! Und dabei keine Gräben ziehen. Jedes Tool größer als 5cm gehört hier nicht mehr hin.


    Es kann auch sein, Du siehst so eine schöne Auswertung für lange, lange Zeit nicht wieder. Dabei lernst Du allerdings eine Menge über den besagten bösen Parabelgeist. Bezugsebenen, Fokus und so Sachen. Ist echt interessant. Mich hat er auch schon ins Knie gebissen. Falls Du ihn triffst, kipp ihn flüssiges Pech über den Kopf[:D]


    So, jetzt hab ich Dir genug Angst gemacht.
    Mal sehen was Alois sagt, der ist da vielleicht mutiger. Aber auch er hat geschrieben, ich zitiere ihn mal: "Wenn du korrigieren möchtest, ..." Also er hat nicht geschrieben "Du musst!"
    Stimmt doch Alois, oder?


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo


    auf den neueren Auswertungen sieht man aber auch schon das eigentlich keine hochstehende Zone umlaufend ist,
    da einen wall runter zu polieren würde recht schnell an den im Moment ebeneren stellen Gräben buddeln.
    jede Zone hat sozusagen ihren eigenen Miniasti, Wollt ihr da jetzt wirklich anfangen örtlich zu retuschieren? ganze Runden mit Minitool können ja kaum was verbessern?


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wollt ihr da jetzt wirklich anfangen örtlich zu retuschieren?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Wollen? Nun, in diesem Fall eher nicht.
    Wenn man müsste, ja, dann natürlich immer nur die Teile die hochstehen.
    Ich habe das bei zwei Spiegeln so gemacht, da waren die Zonen aber auch höher, so ganze Lambdas, das ist wie "Malen nach Zahlen"
    cs Kai

  • Hallo zusammen,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wollt ihr da jetzt wirklich anfangen örtlich zu retuschieren?
    Wollen? Nun, in diesem Fall eher nicht.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Nun, jetzt wohl tatsächlich besser nicht mehr:



    Ich hab's nicht lassen können und die Parabolisierung noch etwas weiter getrieben - mit dem 20 cm Tool und nicht zu kurzen Strichen, damit der Rand nicht noch weiter hochkommt. Jetzt ist er nicht mehr höher als die verbleibenden Zonen und ich werde die Finger davon lassen.


    Herzlichen Dank an alle, die mich beraten, aufgemuntert und gewarnt haben. Ich mach' die Flasche Wein auf, zu der Kai mir geraten hat!


    Gruß
    Norbert

  • Hallo Norbert,


    na dann lass es Dir schmecken, Du hast es Dir verdient!
    Das coole an dem PDI ist ja noch, daß dabei nichts außer Luft im Strahlengang ist und der winzige Mess-Asti (durch den Versatz zwischen Diode und Loch) bei der Spiegeldreherei meiner Meinung auch noch rausfliegt.
    Die Streifendichte reicht offensichtlich aus um einen 24" f/5 oder einen 8" f/3.5 damit zu erlegen. Das entspricht in etwa dem Spherical Zernike von -2.6


    Gut gemacht!


    Viele Grüße vom kleinen Angsthasen[:D]

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