Guidingproblem

  • Hallo liebe Forenmitglieder,


    ich beobachte jetzt schon länger die Diskussionen in diesem Forum, um verschiedene Probleme mit meinem Aufbau etc. zu lösen. Nun will ich mich selbst mal zu Wort melden.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand bei meinem Problem mit der aktiven Nachführung helfen könnte. Vielleicht hat der ein oder andere das gleiche Problem schonmal gehabt (Es sind schon einige Diskussionen zum Thema Guiding zu beobachten, leider noch nicht mein Problem)
    Und zwar:
    Ich möchte Doppelsternspektroskopie betreiben mit dem Dados-Spaltspektrografen.
    Trotz Guiding per Leitrohr mit PHD, parallel zum Hauptrohr, wandert der Stern aus dem Spalt. PHD zeigt allerdings kein Herauswandern an und guidet munter weiter.


    Meine Konfiguration:
    Montierung: Losmandy GM-8 mit TS-Prismenschiene (30cm) (parallele Montierung)


    Teleskope: Celestron C-8 (f=2030mm, D=203mm);
    Celestron Refraktor (f=560mm, D=70mm)
    (Die Teleskope wurden beide schon als Leitrohr verwendet, jedesmal das gleice Problem, auch mit den Brennweiten wurde schon gespielt (2xBarlow am Refraktor, Focal-Reducer am C8)


    Guiding-Camera: AlCCD 5 über Laptop mir Rs232-Schnittstelle der Losmandy (Ascom LX200 Protokoll) verbunden


    Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann!


    Viele Grüße
    Claudio

  • Hi Claudio


    Ich denke jetzt vor allem an 2 Fehlermöglichkeiten:


    Shifting des Spiegels im C8 wäre eine Möglichkeit, aber auch ich hatte letztens solch ein Problem, wo mir Guidemaster zeigte, dass die Nachführung exzellent war, aber trotzdem hatte ich einen Drift in den Bildern. Dann fand ich auch die Ursache:


    Den Okularauszug am Guidefernrohr musste ich sehr weit ausfahren und siehe da, dieser folgt der Schwerkraft nach unten (musst nur mal leicht antippen, dann siehst Du, wie viel Spiel das ganze hat). Jedenfalls reichte bei mir die Verwendung eines Zenitspiegels am Nachführrefraktor, damit dieser Effekt verschwand. Mit diesem musste ich nur noch ca. 2cm nach außen fokussieren und wenn man nun leicht antippt, dann gibt nichts mehr nach.


    Das schlechteste bei Dir wäre, wenn sich beide "Fehler" aufaddieren!


    hoffe, Du bekommst das in den Griff


    Tom

  • Hmmm, ich würde auch auf eine Art drift tippen. Entweder der OAZ des Leitrohrs, oder die Leitrohrbefestigung.


    Aber, da unser Institut hier auch vor kurzem ein DADOS bestellt hat.... Ich meine bei den Gesprächen dazu mitbekommen zu haben das der Spalt im Dados extrem gut poliert ist und eine mehr oder weniger hohe reflektion hat. Dadurch könntest du vll ein OAG anbringen. Ist am DADOS nicht eh eine OAG schnittstelle?

  • Hallo Claudio,
    dein Problem ist bestens bekannt und wurde in allen Foren schon bis zum Abwinken diskutiert.
    Mir scheint aber, dass eine genaue Nachführung für dein Projekt besonders wichtig is. Das, was dir in die Suppe spuckt, ist das bekannte Leitrohrshifting.
    Du wirst wohl auf einen OAG umsteigen müssen. Natürlich mit einer entsprechend empfindlichen Leitkamera.
    Klar ist übrigens, dass PHD keinen Fehler meldet. Das Guiding über das Leitrohr klappt schließlich. Nur wenn sich die optischen Achsen beider Optiken zueinander verschieben (und das tun sie), kommt es eben zu deinen beschriebenen Problemen.

  • Vielen Dank für die prompten Antworten.


    Die Drift scheint mir auch letztendlich das Problem zu sein.
    hatte vorher vermutet, dass es an den unterschiedlichen Bildausschnitten liegen könnte. Wie schon gesagt, war die Spielerei mit den Brennweiten allerdings nicht zielführend.


    Ich werde es heute Nacht einerseits mit einem Zenitspiegel am Refraktor versuchen und sehen was sich ergibt. Hoffe, das ist des Pudels Kern.
    Andererseits könnte man den Slitviewer des Dados sicherlich auch als OAG benutzen. Werde ich auch mal versuchen. Dadurch dürfte man eigentlich keine Drift bekommen.
    OAG hatte ich am C8 zwischen Teleskop und Dados versucht, nur hatte ich Problem mit der Aufsuche von Leitsternen (was ja auch schon oftmals diskutiert wurde).


    Werde heute Nacht mal wieder versuchen zu den Sternen zu greifen und diese hoffentlich lang genug festhalten für ergiebige Spektren.


    Gruß
    Claudio

  • Hallo Claudio,


    ich guide seit einiger Zeit auch. Mein Leitrohr ist der MAK (siehe Signatur) und als Hauptrohr zum Beobachten und Fotografieren benutze ich den Newton.
    Anfangs wanderte das beobachtete Objekt auch aus und produzierte fotografisch Eiersternchen.
    PHD hat wie bei dir munter weiter geguidet. Allerdings sah ich auf dem Kontrollbildschirm von PHD, dass der Stern dort langsam vom Fadenkreuz wegwanderte.
    Für meine EQ6 Synscan musste ich die Werte in PHD (Aggressivität) deutlich erhöhen. Da half nur austesten.
    Inzwischen bleibt der Leitstern sauber in der Fadenkreuzmitte und die Eier reduzieren sich auf wenige Aufnahmen, wo mir der Wind einen Strich durch die Rechnung (besser aufs Foto) macht.
    Trotz der immer wieder beschriebenen Probleme des Spiegelshiftings beim MAK hatte ich diesbezüglich nie ein Problem.
    Ob dir meine Hinweise helfen, kann ich nicht sagen, aber es könnte eine zusätzliche Fehlerquelle sein.


    CS
    Dieter

  • Hallo Claudio,


    es muss nicht immer eine Verschiebung der optischen Achsen zueinander durch Durchbiegung etc. sein. Wenn Guiding-Stern und Spektroskopiestern nicht identisch sind, dann gibt es bei ungenauer Polausrichtung auch eine Bildfeldrotation, die zu dem beschriebenen Effekt führen könnte.


    Grüße,


    Carsten

  • Hallo alle,


    ich war gestern Nacht wieder draußen:


    Der Zenitspiegel hat leider keine Abhlfe gebracht, auch wenn ich das Nachgeben reduzieren konnte.
    DAS OAG verlief auch suboptimal. Zuerst fiel es sehr schwer einen geeigneten Guidingstern zu finden. Als es dann geschafft war, hatte ich auch auch hier den Eindruck, dass der Stern aus dem Spalt wanderte (Anmerkung:Rauswandern zuvor vorzüglich in RA-Richtung, ähnliches beim OAG?!). Zumindest war nach 20min. Belichtung das Ergebnis im Helligkeitsbereich sehr schlecht und nicht verwendbar. Außerdem befand sich der Stern auch etwas unterhalb senkrecht zum Spalt im Slitviewer. Ich hatte das Gefühl, dass die Kamera im Celestron-Radial-Guider gehalten durch zwei Madenschrauben, ein wenig Spiel hatte. Dies wäre zu testen und zu optimieren.
    Bei einem weiteren Versuch kam mir der doch sehr erhebliche Bodennebel in die Quere und PHD verlor den Stern.
    Wie gesagt PHD zeigte keine Abweichung des Sterns an, weshalb ich die Aggresivitätseinstellung in PHD ausschließen möchte. Natürlich muss man aber eine optimale Einstellng durch Variation der Parameter herausfinden.
    Die Bildfelddrehung wurde mir auch von einem Mitstudenten angesprochen, wobei ich dachte, dass diese bei einer parallaktischen Montierung nicht auftreten würde.
    Die exakte Polausrichtung ist dann wahrscheinlich von großer Bedeutung für eine funktionierende aktive Nachführung? Ich dachte, dass PHD die Abweichungen ausgleicht und damit keine Drehung entstehen dürfte. ICh werde mich mal an Zeichnungen machen, um mir das Problem zu verdeutlichen.
    Für Deine Vermutung, Carsten, würde sprechen, dass ich auch den Eindruck des Rauswanderns beim OAG hatte.
    Werde dann beim nächsten mal die Polausrichtung als Chefsache erklären, um das zu testen. Leider komme ich z.Zt. nicht an eine empfindlichere Guiding-Kamera. Die Guidesternsuche wird also weiterhin schwierig bleiben (vor allem im Bereich von w Uma, der mein Ziel ist.)


    Danke für die Antworten
    GRuß
    Claudio

  • Hallo liebe Leute,


    vielen Dank vorab für Eure Hilfestellungen und entschuldigt, mein spätes Melden. Ich hatte den Kopf voll.


    Die Lösung meines Problems, war wie Carsten vermutet hat tatsächlich eine Bildfelddrehung die ich durch genaueres Polalignment verringern konnte. Die Gemini hilft einem ganz gut, so dass ich bis auf 3´Genauigkeit hinbekommen konnte.
    Das Guiding per Leitrohr habe ich allerdings jetzt aufgegeben, weil durch die nicht 100%ige Parallelität der opt. Achsen dennoch eine Bildfelddrehung erhalten blieb.
    Den OAG von Celestron, den wir besitzen, konnte ich aber mit der Alccd5 nicht wirklich erfüllend einsetzen, daher bin ich auf die Überlegung von Arp eingegangen und benutze den Slitviewer als OAG-Eingang, was den Vorteil hat, dass ich den Stern, den ich im Spalt habe auch guide und somit letztendlich auch die Bildfelddrehung keine Rolle mehr spielt.


    Ich danke Euch allen sehr!


    Viele Grüße
    Claudio

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