Astrocamping in Neu-Göhren

  • Ein verkorkster Surfurlaub (wenig Wind und viel Regen) haben uns (Marianne, Tochter Janna, Rüdiger und Ralf) von der Insel Fehmarn Richtung Mecklenburg flüchten lassen. Wir fuhren genau da hin, wo es nach den Lichtverschmutzungskarten mit am dunkelsten sein sollte und entdeckten dabei wohl den genialsten Astrocampingplatz nördlich der Alpen. Der Bootsanleger – und Campingplatz Neu-Göhren an der Elde-Müritz Wasserstraße liegt sehr idyllisch im Nirgendwo umgeben von Feldern und riesigen Waldflächen. Die nächste etwas größere Kleinstadt ist Ludwigslust in ca. 20 km Entfernung Richtung Norden. Hamburg liegt rund 100 km westlich. Im südlichen Bereich des Platzes befindet sich eine große freie Wiese, wo man ungestört Teleskope aufbauen kann. Die Inhaberfamilie Höffler steht amateurastronomischen Aktivitäten sehr aufgeschlossen gegenüber und würde sogar die moderate Platzbeleuchtung abschalten. Wir begnügten uns damit eine Lampe mit zwei Plastiktüten abzublenden. Während unseres Aufenthaltes konnten wir zwei Nächte für Beobachtungen mit unseren 18“ und 24“ Dobsons nutzen. Trotz leichter Feuchtigkeit war der Himmel einfach überwältigend. Die Milchstraße war unwahrscheinlich strukturiert und von Horizont zu Horizont sichtbar und warf Schatten! M8 war ganz entspannt mit dem bloßen Auge zu sehen. Wir verbrachten eine ganze Weile mit Grasnarbenguckerei in den südlichen Gefilden, die uns sonst verborgen sind. Ralf und ich waren der Meinung noch nie so einen fantastischen Himmel gesehen zu haben. M 33 war direkt mit dem bloßen Auge erkennbar. Das SQM-l zeigte in der Michstraße 21,6 ein wenig außerhalbgerichtet lag der Wert bei 21.7, eine Messung erbrachte sogar 21.78. Lichtglocken waren praktisch nicht vorhanden, nur minimale Aufhellungen von Ludwigslust und Dömitz. Dann, plötzlich am späten Abend Wolfsgeheul. Wir waren uns sicher, das kriegt kein Dorfköter hin. Nächsten Tag hatten wir dann bei der örtlichen Försterei einmal nachgefragt. Die teilten uns mit, dass im Winter in der Gegend ein Wolf gesehen wurde. Ein Wolfsrudel hat sich fest in der Lübthener Heide angesiedelt ( ca. 15 km westlich von Neu-Göhren) . Die Wölfe sollen für den Menschen keine Gefahr darstellen. Eine wirklich tolle Gegen zum Sternegucken, Wandern, Radfahren, Paddeln und Pilze sammeln . Zum Schluss noch die genaue Anschrift, falls es den einen oder anderen in diese Gegend verschlägt: Bootsanleger und Camping, Neue Straße 9, 19294 Neu-Göhren, Tel. 038755-20309, http://www.bootsanleger-neugoehren.de . Auf dem Platz gibt es auch ein Restaurant. Nach tel. Voranmeldung kann man auch außerhalb der Saison das ganze Jahr über kommen.

    Blick von der Eldebrücke

    Blickrichtung Norden

    Blick nach Süden

    Janna mit eingefangenen Pilzen. Auf der Liege Ralf bei seiner Lieblingsbeschäftigung unmittelbar bevor er von Marianne weggescheucht wurde.

  • Jo hallo hier auch Rüdiger,
    hatte die Gegend diesen Sommer auch gesehen (auf der Lichtverschmutzungskarte), aber Christine, meine Frau wollte unbedingt Hansestädte und Meer.
    ... Aber das wird schon noch, nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr ;-).
    Vielen Dank also für die Koordinaten des Landeplatzes.


    Rodger


    (weil Roger - Rüdiger auf Französisch - ein burgundischer Name ist. Die Burgunder (Nibelungensage, Rüdiger von Bechelaren = Pöchlarn in Österreich) wurden von den Römern so um 350 nach Christus - leg mich jetzt nicht fest - von der Gegend um Speyer und am Rhein nach Burgund in Frankreich zwangsverpflanzt, daher der Name der heutigen Region Burgund - übrigens auch ideal zum Sterneschauen ... und Burgunderrotwein trinken -: davon handelt die Nibelungensage. Wenn man den namen Roger auf Englisch ausspricht (Ro(d)ger), hört man das "d" noch.


    Gruss

  • Hallo Rüdiger,


    es gibt tatsächlich viele Ecken in Mecklenburg-Vorpommern, die einen fantastischen Sternhimmel haben. Kann ich nur bestätigen. Am letzten WE war ich im Gebiet Amt Neuhaus. Die Schwärze des Himmels hat mich förmlich erstarren lassen.[;)] Auch hier war M33 tatsächlich mit bloßem Auge zu sehen! Von M31 ganz zu schweigen, noch nie hatte ich mit bloßem Auge diese Galaxie als so ausgedehnte Spindel gesehen.


    Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so...


    Zurück in Kröppelshagen, etwa 30 km östlich der Hamburger City, also eigentlich auf dem Land, mochte ich gar nicht mehr beobachten, so vergleichsweise aufgehellt war der Himmel.[xx(]

  • Hallo Rüdiger,
    da habt Ihr ja eine schöne Ecke entdeckt. Aber wo ist den Deine große Tüte ? Hast Du wieder abgespeckt oder hat es ein Surfbrett verdrängt? Surfbrett gegen Dobson ist unfair.[:D]
    Grüß mir den Ralf. Ein schönes Foto hast Du von Ihm geschossen, ja so kennen wir ihn, immer ganz entspannt drauf.[:D]
    Viele Grüße
    Jörg

  • hallo rüdiger !


    wirklich ein toller lagebericht von neu göhren. den sternenhimmel kann ich nur bestätigen ,meine sternwarte liegt nur 15 km entfernt von neu göhren. hätte ich das gewußt daß in neu göhren solch große dobson teleskope aufgebaut werden wäre ich garantiert vorbeigekommen.
    aber vielleicht entwickelt sich ja neu göhren noch zum spechtelstandort . gerade in der vor und nachsaison, wenn die wassertouris verschwunden sind, ist dort wenig los und der sternenhimmel in der elbtalaue ,genau zwischen hamburg und berlin gelegen ,ist laut lichtverschmutzungskarte vergleichbar mit dem alpenhimmel.


    grüße von marianne


    http://www.privatsternwarte-lenzen.de

  • Hallo Jörg,
    keine Angst den 24"er gibt es noch und der bleibt. Ich habe auch aus dem Nachlass von Werner Reimann einen tollen 18" F 3.9 Spiegel erworben und dann dazu einen Kompaktdobson gebaut. Da wir mehrere Wochen Urlaub hatten, wurde der 18"er aufgrund seines geringeren Stauvolumens bevorzugt. Langfristig plane ich aber noch einen etwas kleineren selbsgeschliffenen Reisedobson (14"). Es nagt doch ganz leicht am Ego nicht mit einem selbstgeschliffenen Spiegel zu beobachten, obwohl der Spiegel von Werner wirklich Oberklasse ist.


    Hallo Ralf, Hallo Marianne,
    vielleicht könnte man ja mit Hilfe der Dark Association in der Gegend ja einen "Dark-Sky-Park" einrichten.

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