Planetariumsselbstbau

  • Hallo Leute,


    bin mir nicht sicher ob ich hier richtig bin...
    Ich suche Gleichgesinnte zum Selbstbau eines Planetariumsprojektors (für eine 2,80m Kuppel). Angedacht ist ein klassischer Projektor in Hantelform der ca. 9000 Sterne über Optiken mit High-Power-Led's als Lichtquelle(n) projezieren soll. Zudem soll die Projektion von Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn über das Gerät möglich sein.


    Gibt es noch mehr Verrückte die sich für so etwas begeistern können??


    Viele Grüße an alle!

  • Ich würde sowas heute irgendwie mit einem guten Videobeamer machen.
    Also nen Beamer und da eine art umgekehrtes Fischauge drauf setzen um es auf 180° zu projezieren.

  • Hi,


    Quote
    <i>Original erstellt von: ThomasWest</i>
    <br />Ich würde sowas heute irgendwie mit einem guten Videobeamer machen.
    Also nen Beamer und da eine art umgekehrtes Fischauge drauf setzen um es auf 180° zu projezieren.


    Womit wir bei der interessanten Frage angekommen wären, wo man ein bezahlbares Fisheye-Projektions-Objektiv herbekommt.
    Bei Diaprojektoren war es so, dass Projektionsobjektive grundsätzlich keine verkitteten Linsen hatten, wegen der Wärmeentwicklung. Ein normales Fisheye-Objektiv war daher für Projektionszwecke unbrauchbar. Trifft das auch noch für moderne Beamer zu?


    Gruss
    Michael

  • @Thomas: Du hast zwar recht, dass man mit einem Beamer und einer Fisheye-Projektion wesentlich vielseitiger ist - ein reiner Sternhimmel sieht damit jedoch grauenhaft aus!! Wenn Du nicht eben den "Black Velvet" von Zeiss nimmst wird der Hintergrund nicht dunkel genug, die sehr begrenzte Pixelanzahl der derzeitigen Beamer geben den Möchtegern-Himmel dann den Rest!
    Nicht umsonst werden derzeit in den "großen Planetarien" die Sterne über den klassischen Projektor und nur die Effekte über die Beamer realisiert.


    @Michael: Ich denke das heutige Beamer weniger Wärme im Strahlengang haben - auch die TFT's mögen's nicht zu heiß. Man hat da mittlerweile doch schon recht viel optimiert. Abhilfe würde ohnehin eine Projektion über eine sphärischen Spiegel bringen. Die TFT-Fläche wird damit besser genutzt und der Projektor steht nicht mehr im Zentrum der Kuppel. (Russische Zenitar Fischaugen kriegt man mittlerweile gebraucht so um die 150€)


    Gerade wegen dem verwaschenen und flauen Bild der Beamer möchte ich einen Projektor nach dem klassischen Projektionsprinzip bauen. Der Sternhimmel an sich sieht z.B. bei den Sega Homestar Pro Heimplanetarien nicht schlecht aus!


    Gruß


    :)Frank

  • Hallo Frank,


    ich habe einen Eros Projektor von Goto. Er hat eine Kugel mit ca. 40cm Durchmesser wo viele kleine Bohrungen drin sind, und in der Mitte ist eine Glühbirne mit ganz kurzem Glühfaden. Das Faszinierende an dem Gerät ist, wie die Planeten mit Zahnrädern bewegt werden. Vorwärts und rückwärts, mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Wie in einer Zeitmaschine :)
    Leider habe ich noch keine geeignete Projektionsfläche.
    http://www.pielock.com/Goto.htm


    Gruss
    Michael

  • Hi Michael,


    der E-5 ist ein heißes Gerät, ich hab' ihn mir an der Sternwarte in München vor gut einem viertel Jahrhundert genauer unter die Lupe genommen. Wo hast Du denn das Gerät her? Lange Zeit hatte ich vor den Himmel genauso über Lochprojektion zu realisieren...
    Was hast Du als Kuppel für Deinen GOTO angedacht?
    Ich werde mir erst mal eine Kuppel nach "http://www.cccoe.net/stars/5mdome.html" basteln - das Material dazu habe ich schon länger herum liegen...


    Gruß


    :)Frank

  • Hallo,
    vielleicht liest du trotzdem den uralten Thread, da stehen einige Ideen drin, wie wir mit unserem Projekt vorangekommen sind und was wir noch für verrückte Ideen hatten. Eigentlich schade, dass das ganze gestorben ist.
    Zu der Beamer-Idee: es gab irgendwo vor Urzeiten ein Gruppe, die einen Beamer oben in der Kuppel eingebaut haben und über einen 180°-Spiegel (wie sie in Kaufhäusern hängen) an die Kuppel projiziert haben. Das ganze klappte einigermaßen, allerdings ist die Auflösung eines einzelnen Beamers nicht so berauschend, wenn das Bild auf eine 2,8m große Kuppel geworfen wird.


    Gruß,
    Dirk.

  • Hallo Dirk,


    natürlich hab' ich Deinen Thread schon durchgelesen. Schade das die ganze Sache damals wohl eingeschlafen ist!
    Mir geht es um eine astronomisch korrekte wie auch ästhetisch anspruchsvolle Projektion des Sternhimmels - ich denke das dabei der Weg an einer optischen Projektion, über mindestens vier Einzelobjektive, kein Weg vorbeigeht. Lochprojektion ist zu lichtschwach und nur durch erheblichen Aufwand zu verbessern.
    Derzeit spiele ich mit dem Gedanken entweder einen Tetraeder mit vier Fischaugen aufzuspannen (hab' mir erst letzte Woche ein Zenitar über Ebay besorgt) oder einen Ikosaeder mit zwanzig Billig-Bresser-Heimplanetarien zu erschlagen. Am interessantesten wäre ein Dodekaeder - ich finde aber leider keine erschwinglichen Optiken mit genügendem Öffnungswinkel hierzu.
    Hab' hier ein Bresser-Planetarium zum Test ausgeschlachtet - es hätte den Vorteil das man Lichtquelle, Kondensor und Objektiv schon gleich passend hätte...


    Die Milchstraße möchte ich ebenso wie Du in Deinem Selbstbauprojekt verwirklichen.


    Die Sternmasken möchte ich entweder über einen Photoplotter oder als Metallschablonen aus Gerberdaten herstellen lassen. Davor muss jedoch das Optikkonzept stehen, damit ich die Verzeichnungen der Objektive 'rausrechnen kann...


    Ich bin etwas von der Sega Homestar Serie "versaut". Ich hab' hier Homestar, Homestar Pro und Homestar Extra 'rumliegen und möchte mindestens die Qualität des Homestar Pro's erreichen!
    (Wenn die Homestar Pro's nicht so teuer wären würde ich den Dodekaeder mit zwölf Pro's realisieren - die Optiken sind recht gut! Evtl. hätte ich die Möglichkeit die Optiken nachbauen zu lassen - das würde sich jedoch nur bei höherer Stückzahl rentieren und ich möchte nicht in die Planetariumsserienproduktion einsteigen...:-)


    Gruß


    :)Frank

  • Hi Frank,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    Wo hast Du denn das Gerät her?


    Vor ein paar Jahren beim ATT gekauft.



    Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    Was hast Du als Kuppel für Deinen GOTO angedacht?


    Gute Frage. Ich habe keinen Platz um die Kuppel permanent aufzustellen. Es müsste eine Kuppel sein, die man schnell zerlegen kann. Ich habe noch keine gute Idee wie man das möglichst einfach realisieren könnte.


    Gruss
    Michael

  • Hi Michael,


    mit der Kuppel geht's mir leider genauso wie Dir: Keinen Platz um sie dauerhaft stehen zu lassen.
    Hast Du Dir mal meinen Link angesehen? Die Kuppel kannst Du recht schnell, recht platzsparend verstauen. Ich hab' dünne, weiss beschichtete Pappe organisiert und die ersten Elemente damit mal aufgebaut (...es ist leider erst eines der sechs Fünfecke fertig), das Ergebnis sieht gar nicht mal so schlecht aus...
    Parallel dazu habe ich eine Stoffkuppel mit Glasfasergestänge angedacht - ebenso zum Auf- und Abbauen...


    Gruß


    :)Frank

  • Hi,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    Parallel dazu habe ich eine Stoffkuppel mit Glasfasergestänge angedacht - ebenso zum Auf- und Abbauen...


    So etwas könnte ich mir auch gut vorstellen, nur leider ist so eine Kuppel nicht mal so eben schnell zusammengenäht.


    Gruss
    Michael

  • Hi Michael,


    ich denke ich werd's aus Stoff probieren wie's in etwa in "http://diyplanetarium.blogspot.com/" beschrieben wird. Nur das dort einfache Folie verwendet und die Kuppel aufgeblasen wird.
    Zum Abspannen möchte ich Glasfasergestänge von Igluzelten verwenden - davon hätte ich genug...
    Fällt Dir bezüglich preiswerter Optiken etwas ein? ...oder Geräte wie die Bresser-Planetarien, die man ausschlachten könnte?


    Gruß


    :)Frank

  • Hi Frank,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    Fällt Dir bezüglich preiswerter Optiken etwas ein?


    Was brauchst du denn konkret? Die entscheidenden Parameter sind:
    -- Brennweite
    -- Lichtstärke
    -- maximaler Öffnungswinkel eines Projektors
    -- wie gut wird die Wärme weggefiltert, sind verkittete Linsen erlaubt? Wenn sichergerstellt ist, dass in dem Projektor _immer_ ein Dia mit Sternen drin ist, dann spricht nichts gegen verkittete Linsen. Denn &gt;99% des Lichts geht ohnehin nicht durch das Dia durch.


    Eine hohe Lichtstärke wäre sinnvoll, weil man dann helle Sterne mit weniger Leistung erreichen kann. Das widerspricht aber der Verwendung von Fisheye-Objektiven.


    Gruss
    Michael

  • Quote
    <i>Original erstellt von: mkoch</i>


    Es müsste eine Kuppel sein, die man schnell zerlegen kann. Ich habe noch keine gute Idee wie man das möglichst einfach realisieren könnte.


    Gruss
    Michael



    was für einen Durchmesser müsste sie denn haben?, vielleicht habe ich da was was für dich.


    Was dürfte Sie denn kosten?


    Gruß Jogi

  • Hi Michael,


    Temperaturprobleme erwarte ich keine, da ich vorhabe als Lichtquelle High-Power Led's zu verwenden - es spricht also nichts gegen verkittete Optiken. (Homestar Pro verwendet eine 3W Lambertion von Luxeon, im Extra ist ein Array mit 15W verbaut)


    Der Öffnungswinkel müsste idealerweise 90-95° betragen - es sollte dann möglich sein einen Dodekaeder mit 12 Flächen aufzuspannen.
    Das Problem ist vielmehr: Wo krieg' was her? Geeignete Objektive aus dem Fotosektor sind zu teuer (12x Objektive + 12x Kondensor + 12x Lichtquelle)
    Über die Brennweite kann ich so lapidar nur wenig sagen, der Öffnungswinkel ist mit das Wichtigste.



    Die Fischaugen hätten den Vorteil: Nur vier Einzelprojektoren mit geringererem Justageaufwand...
    Nachteil: Randverzeichnung, ungünstige Bildfeldausnutzung, Helligkeitsabfall zum Rand hin, niedrige Lichtstärke (was Du ja schon erwähnt hast), etc.


    Deshalb bin ich auf die Bresserplanetarien gestossen - man hätte Objektiv, Kondensor und Lichtquelle schon fertig! Dummerweise haben die Dinger einen zu geringen Öffnungswinkel =&gt; Ikosaeder mit 20 Einzelprojektoren! Das geht auch wieder ziemlich ins Geld... (+ hohen Justageaufwand)


    Wenn die Einmalkosten nicht so hoch wären würde ich die Optik des Homestar Pro kopieren. Linsenradien und Abstände ließen sich ermitteln und in der Region gibt's 'ne Firma die Linsen nach den Vorgaben herstellen würde...


    Gruß


    :)Frank

  • @Dirk:


    Sag mal, den Milchstraßenprojektor den ihr damals gebaut habt (finde das mit der Klarsichtfolie davor eine sehr gute Idee), hatte der auch eine automatische Abschattung für den eben nicht sichtbaren Milchstraßenbereich? Bei den Zeiss Geräten wurde das ja über einen doppelten Glaszylinder realisiert, wobei der Zwischenraum mit Quecksilber gefüllt war - eine nicht eben RoHS konforme Lösung...


    Gruß


    :)Frank

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    Der Öffnungswinkel müsste idealerweise 90-95° betragen ...
    Wo krieg' was her?


    Das entspricht etwa f=20mm bei Kleinbild-Format.
    Wo man die nötige Anzahl geeigneter Objektive herbekommen soll weiss ich leider auch nicht.


    Gruss
    Michael

  • Hi,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Jogi</i>
    was für einen Durchmesser müsste sie denn haben?


    Maximal 330cm Aussen-Durchmesser.



    Quote
    <i>Original erstellt von: Jogi</i>
    Was dürfte Sie denn kosten?


    Das ist zunächst einmal Nebensache.


    Gruss
    Michael

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Planetariumsfreak</i>
    <br />@Dirk:


    Sag mal, den Milchstraßenprojektor den ihr damals gebaut habt (finde das mit der Klarsichtfolie davor eine sehr gute Idee), hatte der auch eine automatische Abschattung für den eben nicht sichtbaren Milchstraßenbereich? Bei den Zeiss Geräten wurde das ja über einen doppelten Glaszylinder realisiert, wobei der Zwischenraum mit Quecksilber gefüllt war - eine nicht eben RoHS konforme Lösung...


    Gruß


    :)Frank


    nein, wir haben aber auch den (süd)Sternenhimmel auf den Fussboden projiziert[8D].
    Übrigens, die Lochprojektion war alles andere als Lichtschwach, wir hatten eine ähnliche Kuppelgröße wie du und haben die Lampe gedimmt betrieben. Aber mit einer Optik zu arbeiten ist auch ein spannendes Projekt. Was schwieriger ist , sind die Abbildungsfehler der Objektive in den Griff zu bekommen, v.a. Farbfehler.

  • Hi,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Jogi</i>
    <br />ich hatte da mal ein projekt einer kuppel mit ca 2,5m im auge. Die Form wäre leicht zu bauen, und dann müsste mann nur noch Teile aus GFK rauslaminieren.


    Hier kannst du mal schauen was ich meine


    http://www.modellbau-kessler.de/index.php?id=1103


    Das wäre mir zu unhandlich, weil es im zerlegten Zustand zuviel Platz wegnimmt.


    Gruss
    Michael

  • Quote
    <i>Original erstellt von: mkoch</i>


    Das wäre mir zu unhandlich, weil es im zerlegten Zustand zuviel Platz wegnimmt.


    Gruss
    Michael


    HI, na dann scheide dir aus einer teichfolie die in dem Schnittmuster ziemlich weit unten vorgeschlagenen Elemente aus, klebe sie zusammen das sie dich sind, dann machst du das ganze nochmal, lege beiden Halbkugelhälften aufeinander und Klebe die beiden Hälften zusammen vorher noch ein paar verbindungselemante zwischen die beiden hälften ( wie bei einer Luftmatratze ) einkleben, mache einen Anschluss für ein Gebläse dran, und blase das ganze auf. Leichter und kleiner wirst du keine Kuppel zusammenlegen können. Leider hat sie nicht die optimale kugelform, da sich zwischen den Verbindungselementen die Folie nach innen wölben wird.


    Gruß Jogi

  • Hi Jogi,


    Quote
    <i>Original erstellt von: Jogi</i>
    na dann scheide dir aus einer teichfolie die in dem Schnittmuster ziemlich weit unten vorgeschlagenen Elemente aus ...


    Diese Idee reisst mich nicht vom Hocker. Die Folie stinkt, der Ventilator macht Krach, und ich soll freiwillig in diesem Ding drin sitzen?
    Ich glaube da gibt es bessere Lösungen, z.B. ein Gestell aus Zeltstangen welches eine Halbkugel-förmige Leinwand von aussen her aufspannt. Ich habe mal nach Fiberglas-Zeltstangen gesucht. Es gibt die Stangen in verschiedenen Durchmessern, z.B. hier:
    http://www.zeltzubehoer.de/ers…erglasstangen_r400070.htm
    Was ich noch nicht gefunden habe sind Angaben zum minimalen Biegeradius der Stangen.


    Gruss
    Michael

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