Lumicon vs. Astronomik UHC-Filter

  • Hallo liebe Astrotreffgemeinde,


    ich habe mir kürzlich für meinen 10" Dob neues zubehör bestellt. Darunter war auch ein UHC-Filter der Firma Lumicon. nun habe ich eine E-Mail vom Astroshop bekommen das Lumicon Lieferschwierigkeiten hat und sich die Auslieferung stark verzögern wird.


    Eigentlich hätte ich keine Schwierigkeiten mit den Wartezeiten, mir steht jedoch im Moment ein großes Auto zur Verfügung was ich umbedingt ausnutzen muss, da es zum übernächsten Vollmond schonwieder nicht mehr meins ist.


    Deshalb erwäge ich nun umzubestellen auf einen lieferbaren Astronomik Filter (1.25" btw). Würde ich mir dank meiner Ungeduld, abgesehen von den 10 Euro Aufpreis, irgendwie ins Knie schießen oder wäre ich mit beiden Filtern auf der sicheren Seite?


    Vielen Dank für Antworten schon im Vorraus!


    Johannes


    <font color="limegreen">Vom Einsteigerforum verschoben. Stathis</font id="limegreen">

  • Hallo Johannes,


    ich denke, dass du ruhig umdisponieren kannst, ohne dass du dir deswegen irgendwann Löcher in die Beine machst.
    Ich halte die beiden Filter für ziemlich gleichwertig, mit leichten Vorteilen für Lumicon bei der Filterwirkung und für Astronomik bei der Haltbarkeit.


    Bedenke auch, dass hier schon die weissen Nächte angefangen haben. In unseren Breitengraden gibt es die nächsten 2 Monate keine astronomische Nacht mehr. Erst ab August wird es wieder richtig dunkel. Darum ist m.E. keine übertriebene Eile bei der Anschaffung von Astrozeugs nötig.


    Was macht dein 10-Zöller? Hast du damit schon einiges sehen können?


    Gruss Heinz

  • Hallo Heinz,


    ja ich habe so ziemlich jede klare Nacht bei mir draußen verbracht. Raus gekommen bin ich leider erst letztes Wochenende einmal so richtig. Hab mich mit meinem Dienstwagen auf nach Kölkebeck (zwischen Versmold und Brockhagen) gemacht. Den Lichtkuppeln von Gütersloh und Bielefeld konnte ich dort zwar noch nicht entfliehen, aber ich sah sie wenigstens von außen und nicht von innen.


    Erstaunlicherweise habe ich dann garnicht mal so sehr konzentriert gespechtelt sondern mehr den Anblick der Milchstraße genossen. Mein eigentliches Beobachtungsziel (Schütze) war nämlich leider extakt in der Lichtkuppel von Gütersloh und somit nicht sooo sehr interessant. Aber trotzdem beeindruckend besonders M24 fand ich hier interessant. Eigentlich war ich mehr auf den Trifidnebel gespannt, diesen konnte ich in dem Dunst aber leider nicht einmal eindeutig identifizieren. Schön wars trotzdem.


    clear skyes und gute Nacht


    Johannes

  • Hallo Johannes,


    ich hatte schon mal beide in 2" im Einsatz - für mich war hier kein Unterschied erkennbar. Letztenendes hatte ich den Astronomik behalten - wegen der harten Beschichtung (zumindest lt. Werbeaussage)


    Gruß


    Copernicus

  • Hi Sven,

    Quote
    wegen der harten Beschichtung (zumindest lt. Werbeaussage)


    Da sieht man, wie gut diese Hersteller-Aussage die Bedürfnisse trifft. Das Bildchen mit dem Filter im Sandkasten scheint wirklich überzeugend.



    Hi Johannes,
    wichtig bei Schmalbandfiltern ist
    1)
    Die Bandpasswellenlänge muss nanometergenau getroffen werden. Sonst leuchtet nichts im OIII oder dergleichen. Der Bandpass sollte möglichst transparent sein (hoher Durchlass und nicht 30% schlucken). Das gelingt nicht allen Herstellern so gut, manche haben da auch eine Streuung und liegen schon mal knapp daneben.


    2)
    Das Trägermaterial muss planpoliert sein. Sonst kann man auch durch eine "Fensterscheibe" teleskopieren. Sonst lässt sich nichts mehr scharf abbilden.


    3)
    Der Filter muss "vergütet" (sprich entspiegelt) sein und sollte eine Schutzschicht haben.


    Nice to have und abhängig von den Vorlieben sind zusätzlich Durchlässe (oder auch nicht) außerhalb des sichtbaren Lichts und eventuell im sichtbaren Licht, damit mit kleinen Öffnungen das Starhopping noch klappt.


    Interferenzfilter haben typische Intervalle, bei denen sich ein Durchlass "wiederholt". Ist wie "Obertöne", die einen Klang ausformen. Der Trick besteht darin, diese so zu gestalten, dass sie außerhalb des sichtbaren Fensters zu liegen kommen.


    Letztendlich gilt der subjektive Eindruck. Wenn Du Filter kaufst, vereinbare ein Umtauschrecht.


    .... und zuletzt:


    Die Filter müssen vom Gewinde her passen:
    Industriestandard bei 1,25" ist 1-1/8" x 42 tpi (Windungen per inch)
    Industriestandard bei _ 2"_ ist 48mm x 0.75 mm (Steigung pro Windung)


    Abweichende Gewindenormen braucht man bei speziellen Okularen z.B. von "Vernonscope" (Quester/Brandon).


    Gruß


    So, ich hoffe, ich habe das jetzt korrekt zusammengetragen.

  • Hallo Kalle,

    Quote
    <i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Der Filter muss "vergütet" (sprich entspiegelt) sein und sollte eine Schutzschicht haben.
    ich behaupte mal, dass bei einem Interferenzfilter das Gegenteil der Fall ist.
    Die Wirkungsweise eines Nebelfilters basiert ja darauf, dass er das meiste Licht reflektiert und nur ein schmalen Wellenbereich durchlasst. Der Filter ist also eher verspiegelt als entspiegelt.
    Ein dielektrischer Spiegel ist eigentlich nur ein Sonderfall eines Interferenzfilters, weil er kein Durchlassfenster hat. Schon ein guter UHC-Filter dürfte etwa 90% des sichtbaren Lichts reflektieren, bei einem O-III ist es noch mehr.


    So weit ich weiss, sind die aufgedampften Schichten bei richtiger Materialauswahl sehr abriebfest, so dass keine zusätzliche Schutzschicht nötig ist. Gerade bei dielektrischen Spiegeln wird ja immer wieder mit der 'Unzerstörbarkeit' der Verspiegelung geworben.


    Gruss Heinz

  • Es gibt sowohl einseitig als auch beidseitig beschichtete Varianten.
    Bei Astronomik sind beide Seiten bedampft. Ich habe aber auch einen billigen UHC- und O-III-Filter, bei denen ein gelbes Trägerglas einseitig bedampft ist.
    Die Filter von Lumicon sind z.T. völlig anders aufgebaut. Dort befindet sich die Filterschicht zwischen zwei dünnen Glasscheiben.

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Menelmacar</i>
    <br />
    Deshalb erwäge ich nun umzubestellen auf einen lieferbaren Astronomik Filter (1.25" btw). Würde ich mir dank meiner Ungeduld, abgesehen von den 10 Euro Aufpreis, irgendwie ins Knie schießen
    Zu den Herstellern wurde bereits alles gesagt. Was ich mir persönlich fragen würde (sofern das nicht den finanziellen Rahmen sprengt): Warum nicht gleich 2"-Filter nehmen? 2" gehen für Okulare beider Einsteck-Größen, Die 1,25"-Filter natürlich nur für die kleinen...

  • Hallo Leute,


    danke für die Antworten. Dann werd ich glaub ich mal umbestellen, zumal ich auch fürchte, dass sich die Auslieferung noch weiter verzögern könnte. Die Liferung wurde nämlich bereits zum zweiten mal verschoben und so langsam wird mir das zu doof[}:)]


    Wo wir hier grad sowieso schön am schreiben sind kann mir jemand sagen wie schwierig der Nordamerika-Nebel zu beobachten ist. Denn ich war doch ein wenig entäuscht als ich ihn am letzten Freitag (war vielleich ein wenig diesig) auf dem Land nicht ausmachen konnte. Lag es vielleich daran, dass ich es noch nicht gewohnt bin gegen die Milchstraße anzubeobachten? Oder doch an meiner Okularwahl (42 mm Erfle auf 256/1200 Newton)? Ich meine eigentlich wird doch bei Lichtschwachen Objekten dazu geraten, eine möglichst geringe vergrößerung zu wählen um eine große Austrittspupille zu erhalten.


    Es würde mich nicht weiter irritieren würde Erich Karkoschka dem Ding nicht 5 leere Kreise geben, was ja auf ein einfaches Objekt schließen würde. Zudem war ich in der selben Nacht sehr wohl in der Lage ein Objekt mit 3 leeren Kreisen (M51) sehr eindrucksvoll zu beobachten.


    Vielen Dank nochmal!


    Mit freundlichen Grüßen


    Johannes


    PS.: &gt;&gt;Andreas, so ein Zusammenprall wär doch eigentlich ganz wünscheswert. Ich schreib dich mal an wenn ich mal wieder dort bin.

  • Der Nordamerikanebel ist m.E. gar nicht so leicht zu identifizieren. Das Teil ist riesig, aber fällt kaum auf, weil es in einem recht hellen Bereich der Milchstrasse liegt. Mit einem UHC dürfte das Auffinden deutlich leichter sein.
    Ich habe ihn bisher am besten im Feldstecher gesehen.

  • Hallo Johannes,
    stimme Heinz ausdrücklich zu,habe ihn auch schon oft nicht richtig identifizieren können.
    Er geht einwenig in diesem Sternengewimmel unter, außerdem bekommt man ihn mit einen 10 Zöller nicht ganz ins GF.UHC ist wirklich notwendig!M51 liegt etwas isolierter und ist außerdem eine Galaxie für die ein Filter nicht nötig ist.5 Kreise bedeuten bei Karkoschka das man mit Operglas spechteln kann 3 mit Fernglas.Schaue beim Karkoschka eher auf die Flächenhelligkeit!M51 hat 13m Nordamerika 14m also dunkelster Himmel!!
    Würde mich auch freuen wenn unsere 10 Zöller mal aufeinanderprallen!!
    Kannst Dich ruhig melden,Andreas

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