Firstlight am Mars, was falsch gemacht ?

  • Hallo,


    gestern abend war endlich mal Wolkenloser Himmel und ich konnte meinen neuen Dobson mal ausprobieren.
    Der schon über einer Woche in der Ecke stand wegen sch... Wetter.


    Mit dem Mond hab ich angefangen, alles Super auch bei höchster Vergrösserung, bis auf starkes Luftflimmern.


    Da der Mars fast im selben Winkel nur einige Grad neben dem Mond stand wagte ich mich gleich daran.


    Zuerst mit dem Zoomokular bis auf 7mm Bennweite ranngeholt war der Mars schon als sehr kleine ca. 2mm große runde röliche
    Scheibe zu erkennen. Das kam mir schon klein vor.
    Dann auf das 3,2mm Planetary Okulargewechsel und mit 375 facher Vergrösserung drauf.


    Doch da war die scheibe immer noch winzig klein und soger noch schlechter zu sehen, schätze mal schlechtes Seeing.
    Das hatte ich erwartet nur nicht das sich die größe nicht ändert , da war ich schon enttäuscht.


    Hab ich was Falsch gemacht ? Oder was anderes gesehen ?
    Die Position war aber richtig , laut "virtuelles TELESKOP" im Internet.


    Ich hoffe jemand kann nem neuling wieder Mut machen .


    grüsse Thomas

  • Hallo Thomas,


    Was Du da gesehen hast war völlig normal. Die Opposition liegt mittlerweile drei Monate zurück und das Marsscheibchen erscheint mittlerweile wirklich winzig und zeigt deshalb auch kaum noch Details.


    Das ist auch der Grund warum Du hier im Forum kaum noch aktuelle Marsfotos findest. Die Marssaison ist einfach vorbei. Du solltest mal einen Blick auf Saturn werfen. Und in ein paar Monaten steht Jupiter am Abendhimmel. Dann gibt es richtig was zu sehen.


    Also nicht den Mut verlieren.[:)]
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60mm f/6 Apo, 125mm f/7.8 SD-Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo Thomas,


    wie Marcus schon geschrieben hat, an Mars ist praktisch nur noch ein rötliches Scheibchen zu sehen (auch mit 12").
    Wenn du gestern draussen warst, wäre ein Schwenk links neben dem Mond erfreulicher gewesen.
    Dort steht Saturn. Der hat gestern richtig Spaß gemacht.
    Du hast also nichts falsch gemacht, sondern nur das falsche Objekt ausgesucht.


    lg Dirk

  • Ok Danke ,dann bin ich ja einigermaßen erleichtert.


    Aber das es keinen unterschied mer gibt bei 170 und 375 facher Vergrösserung wundert mich sehr.
    Sind die Entfernungsunterschiede so extrem ?


    Kann jemand ein Bild Posten oder Verlinken wie ich den Mars mit meinem Gerät 200/1200 ,
    mit welcher Vergrösserung maximal sehen könnte , bei größter Annäherung .


    gruss thomas

  • Hallo,
    ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen - schaue dir lieber Saturn an, denn auch er verabschiedet sich bald, zumal die Tage immer noch länger werden.
    Zu den Mars-Bildern - ich denke man kann die gezeigten Bilder schwer mit dem visuellen Eindruch durchs Okular vergleichen. Aber ich zeige hier mal eines meiner Marsbilder. Vielleicht hilft dir das ein bisschen mit der Einschätzung, da ich auch mit einem Newton 200/1200 arbeite - aber jedoch mit 6m Brennweite.



    Entstanden am 29.1. also am Tag der Opposition, mit DMK und 5x Powermate.


    MfG
    Tom

  • Hallo,
    der von Tom gezeigte Mars enstprich recht genau dem visuellen Anblick zur Opposition in meinem 16" ACF. Also keine Wunder erwarten.

  • Hallo Thomas,

    Quote
    <i>Original erstellt von: bfler01</i>
    <br />Aber das es keinen unterschied mer gibt bei 170 und 375 facher Vergrösserung wundert mich sehr.
    das ist vermutl. ein eine Wahrnehmungstäuschung. Dein Zoomokular hat ein recht kleines scheinbares Gesichtsfeld, du siehst also recht wenig Umgebung beim Planeten.
    Das SGF des 3,2 mm Planetary ist deutlich grösser, zeigt also relativ mehr Umfeld. Darum hattest du den wahrscheinlich den Eindruck, dass die Vergrösserung nicht wesentlich stärker ist.


    Mein Tipp: Ersetz das Zoom durch ordentliche Weitwinkelokulare, dann musst du das Dobson auch nicht so häufig 'schubsen'.


    Gruss Heinz


    Nachtrag: Sieh dir mal mal folgendes Bild an:



    Ein ungeübter Beobachter könnte durchaus den Eindruck haben, dass das 40 mm Okular ein höhere Vergrösserung bringt als das 32 mm Okular links oben, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

  • Moin Thomas!


    &gt; Aber das es keinen unterschied mer gibt bei 170 und 375 facher Vergrösserung wundert mich sehr.


    Das was Du hier gemacht hast, war imgrunde völlig nutzlos. Du schreibst selbst, daß in der Nacht starkes Seeing herrschte (sicher erkennbar an flackernden Sternen). Bei solchen Bedingungen lohnen Planetbeobachtungen - besonders bei Hochvergrößerung - schon mal gar nicht. Da macht es auch keinen Sinn, die Vergrößerung noch auf 375fach hochzujubeln. Mehr erkennen als mit 170fach war da also nicht drin.
    Mars ist KEIN Anfängerplanet: Die Marsscheibe ist die meiste Zeit über nur sehr klein und die Albedostrukturen zeichnen sich nur sehr zart ab. Wenn dann noch schlechtes Okularmaterial und - wie hier ungeeignete Bedingungen - dazukommen, klappt's halt nicht. Die vis. Marsbeobachtung lohnt sich normalerweise nur 8 Wochen vor und nach der Opposition, und die hatte Mars bereits Ende Januar! Tröste Dich: Die nächste Mars-Oppo in knapp zwei Jahren wird noch schlechter, was den max. Planetenscheibchen-Durchmesser angeht. Mars hat z.Zt. etwas mehr als 6" Durchmesser - das kann man also vergessen, vorallem als Anfänger.


    BTW: Die Perihel-Oppositionen, d.h. die Positionen, wo Mars im 15-Jahre-Zyklus der Erde am nächsten kommt, finden im Sommer statt. Dann steht Mars hierzulande nur wenige Grad über dem Südhorizont, was natürlich wieder Mist ist, da hier wieder das horizontnahe Seeing im Sommer besonders stark zuschlägt.


    &gt; Kann jemand ein Bild Posten oder Verlinken wie ich den Mars mit meinem Gerät 200/1200,


    Den visuellen Eindruck mit einem Foto zu vergleichen, ist wenig zielführend. So wird sich Mars bestimmt nicht im Okular zeigen. Die Farbunterschiede sind visuell meist sehr viel feiner, und gerade Anfänger tun sich schwer, außer bei sehr markanten Strukturen überhaupt etwas auf Mars erkennen zu können.

    Bye 4 now, Micha. (lebt ohne Smartphone)


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  • Hallo nochmal,


    ich denke an einer Wahrnehmungstäuschung hat es nicht gelegen da das Seben Zoom bei höchster Vergrösserung 60° scheinbares Gesichsfeld hat (bei min. 40°) und das 3,2 mm Planetary hat 58°, also kein wirklicher unterschied.


    Dann wars bestimmt das Seeing, das Scheibchen hat so getanzt und geflimmert das mir die Vergrösserung nicht aufgefallen ist.
    Und warscheinlich fällt die Vergrösserung des Objekts bei zunehmender Entfernung immer geringer aus.


    Ok, versuch ich es heut nochmal beim Saturn, wenn nicht grade Bewölkt.


    Danke für die Antworten.


    mfg thomas

  • Hallo Thomas,


    im Eingangsposting hast du was von 7 mm Brennweite gesagt, das Seben Zoom hat aber 24 - 8 mm. Darum bin ich von einem 21 - 7 mm China-Zoom ausgegangen und die haben gerade mal 40° SGF.

    Quote
    Und warscheinlich fällt die Vergrösserung des Objekts bei zunehmender Entfernung immer geringer aus.
    Vergrösserung hat nichts mit Entfernung zu tun. Ein Objekt erscheint bei 100-facher Vergrösserung immer so, als wäre es 100-mal näher und ist damit immer doppelt so gross wie bei z.B. 50-facher Vergrösserung. Ein Objekt mit 6 Winkelsekunden Grösse erscheint bei 100-facher Vergrösserung mit 600 Winkelsekunden bzw. 10 Winkelminuten Grösse, völlig unabhängig von der Entfernung.

  • War ein Schreibfehler, ist ein 8 bis 24 mm Zoom von Seben.


    Zu den Vergröserungen, ich meinte wenn ein Objekt weiter weg ist ist es ja am Himmen kleiner, als wenn es näher ist.


    Also wenn ich ein Objekt mit 3 Winkelsecunden 100 fach Vergrössere ist das Ergebnis natürlich nicht so Gross als wenn ich ein Objekt mit 6 Winkelsecunden 100 fach Vergrössere.


    Also hat es schon irgendwas mit der entfernung zu tun. Oder ?


    mfg thomas

  • Moin Thomas!


    Natürlich hat die Winkelausdehnung am Himmel (und nur das sehen wir) was mit Größe des Objekts und dessen Entfernung zu tun!


    Ein Objekt in doppelter Entfernung ist vom scheinbaren Durchmesser her nur noch halb so groß - im Fall eines Planeten ist die sichtbare Oberfläche aber nur noch ein Viertel (!) so groß wie zu Anfang.
    Was geschrieben wurde, ist so weit schon richtig: Verdopple ich die Vergrößerung, erscheint das Objekt auch doppelt so groß. Das wäre derselbe Effekt, als wenn sich dieses Objekt plötzlich in halber Entfernung befinden würde.


    &gt; ist ein 8 bis 24 mm Zoom von Seben.


    Sorry, wenn ich das so direkt schreibe: Aber so ein Billig-Zoom ist nichts für hochvergrößernde Planetenbeobachtung - schon gar nicht am Mars bei der jetzigen Größe!

    Bye 4 now, Micha. (lebt ohne Smartphone)


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  • Aber für den Anfang ist das Seben Zoom garnicht so schlecht. Fast über den gesamten Zoombereich bleibt das Bild scharf.
    Bei höchster Vergrösserung war der Mars ganz klar und scharf abgebildet.
    Robuster Eindruck.


    Ich bin mit dem Teil Zufrieden.
    Wenn mann dafür aber viel Geld ausgegeben hat sied man das natürlich anders.


    mfg thomas

  • Ganz klar, die scheinbare Grösse eines Objekts hängt natürlich von dessen Entfernung ab, wie Winnie es bereits gesagt hat. Aber der eigentliche Vorgang der Vergrösserung im Teleskop ist unabhängig von der Objektentfernung.
    So erscheint der Mond in Teleskop bei 50-facher Vergrösserung genau so gross wie die Sonne bei 50-facher Vergrösserung, obwohl er viel näher ist, da beide Objekte eine Ausdehnung von 30 Winkelminuten am Himmel haben.
    Eine gewisse Ausnahme sind Sterne, da deren scheinbare Grösse kleiner als die Auflösung von Amateurteleskopen ist. Darum bleiben Sterne im Teleskop immer punktförmig. Nur deren scheinbare Bewegung durch Luftunruhen (Seeing) wird vergrössert. Wenn ein Stern also unscharf und flächig im Teleskop aussieht, so ist dies eigentlich nicht der Stern, sondern die atmosphärischen Auswirkungen, die vergrössert dargestellt werden.

  • Moin Thomas!


    &gt; Bei höchster Vergrösserung war der Mars ganz klar und scharf abgebildet.


    Naja, wenn Du meinst... - und das mit Festbrennweiten schon verglichen hast...


    &gt; Wenn mann dafür aber viel Geld ausgegeben hat sied man das natürlich anders.


    Qualitativ hochwertige(re) Okulare kosten nunmal. Ein 40-Euro-Zoom würde ich zur Planetenbeobachtung jedenfalls nicht einsetzen. Das kann man für andere Sachen nehmen, aber nicht dafür - und schon gar nicht am derzeit so schwierigen Mars. Wenn Dir das reicht, was dieses Zoom leistet, dann brauchst Du Dich wirklich nicht wundern, wenn Du nichts erkennst. Du kannst ruhig Tips annehmen von Leuten, die sich ein bißchen mehr mit der Marsbeobachtung auskennen.

    Bye 4 now, Micha. (lebt ohne Smartphone)


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  • Hallo,


    Natürlich nehme ich Tips an von Leuten mit Erfahrung.
    Die ganzen Antworten haben mir ja schon Gut Weitergeholfen.


    Meine Eingangsfrage war ja das das Planetary mit hoher Vergröserung keinen erkennbar grösseren Mars zeigt, nur schlimmer.


    Ich hab das zoom auch mit einem 10mm SuperPlössel Verglichen, da gab es keinen Unterschied, beide zeigten eine sehr kleine rötliche scheibe.


    Ich wusste eben nur nicht das man die Planeten nicht das ganze Jahr gleich beobachten kann, das ist alles.


    Ich mach das erst seit Gestern.
    Und am Mond macht das Zoomokular schon spass. Für den Preis.


    grüsse thomas

  • Hallo Thomas,


    das Sebenzoom ist für den Preis wirklich okay. Ich hatte es selber mal. Aber im Vergleich zu meinen Goldkanten war die Bildqualität doch etwas schlechter.
    Ich wollte das Seben dann als Reiseokular behalten, aber habe festgestellt, dass drei Goldkanten in einer kleinen Brotdose auch nicht viel mehr Platz brauchen als das Zoom in seinem 'Kaffeebecher'. Darum habe ich es verkauft.


    Gruss Heinz

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