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 Neu: noctutec Antireflex-Lack SL-94
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Seite: von 10

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17021 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2019 :  18:46:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Armin,
Zitat:
Man muss sich erst mal die Frage stellen, welche Teile in einem Teleskop reflektieren. Geht man von einem Newton aus sind das Die Fangspinnen, die Rückseite des Fangspiegels, die Halteklammern des Hauptspiegels und natürlich blanke Schraubenköpfe. Erst sekundär sind es die Seiten des Fangspiegels und der Bereich gegenüber des Okularauszuges. Ganz zuletzt kommen dan Teile des Okularauszuges selbst. Der Rest des Tubus spielt eine völlig untergeordnete Rolle. Wenn man sich nun eine einfache Zeichnung macht, und sich herleitet von wo das Licht aus dem Unendlichen linear auf die Teile trifft, wird einem schnell klar, warum die DIN sehr gut zu unserem Problem passt.
Meine praktische Erfahrung sagt da etwas gänzlich anderes.

Originaltubus Galaxy/(GSO) 300/1500- Beobachtung bei gut 3/4 Mond. Annäherung an den Mond, um den Terminatorbereich zu betrachten. Der Mond war noch nicht im Blickfeld (da fehlten vielleicht noch 0,2-0,3° bis zum Rand), aber im Okular wurde es flächig zunehmend heller mit einem noch stärker aufgehelltem Bereich am Blickfeldrand.

Tubus komplett mit Velour ausgekleidet und dann bei nahezu Vollmond gezielt genau das erneut versucht. Resultat: So gut wie keine Aufhellung im Okular sichtbar bis der Mondrand ins Blickfeld kommt und selbst dann wirkt die Umgebung noch dunkler.

Und außer Tubus auskleiden hatte ich sonst nichts geändert, werder die Streben noch den FS seitlich geschwärzt und auch der OAZ blieb unverändert. Der Bereich gegenüber des Okularauszuges war dabei auf der Mondseite, also bekam keinesfalls direktes Licht vom noch außerhalb stehenden Mond ab, das traf auf die Seite des OAZ.

Noch als Anmerkung- Fusel in der Vielzahl, wie auf deinem Bild gezeigt, hatte ich in den ganzen Jahren mit Velour ausgekleidet noch nie. Nur das am Tubusrand abgelöste Velour hatte ich auch. Das kam aber durch den Frontdeckel des GSO, der wird durch die rundum befindlichen "Klemmstellen" am Innenrand fixiert und diese sorgten für das Ablösen des Velours. Abhilfe- die vorderen ca. 2cm Velour abgetrennt und gut war es.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1381 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2019 :  20:55:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

hallo Armin (noctutec),

ich verstehe nicht, warum du dich so sehr gegen Velours stellst. Ihr habt euch sicherlich viel Mühe gegeben, einen neuen Lack zu entwickeln. Lacke lassen sich leicht verarbeiten und werden von vielen Sternfreunden ebenfalls sehr geschätzt. Ich plane zum Beispiel einen Holztubus zu bauen und dort auf der angerauten Oberfläche einen Lack aufzubringen da die Veloursfolie auf Holz schlecht klebt. Hier bin ich auch bereit, eine etwas schlechtere Effizienz bei einem Lack zu akzeptieren, wenn dafür die Verarbeitung passt.

Ich würde mir wünschen, dass ihr als Anbieter/Entwickler des Lacks den Sternfreunden das Velours nicht schlecht redet. Wenn euer Lack wirklich effektiv ist, habt ihr das auch gar nicht nötig. Ich würde mir ebenfalls wünschen, wenn ihr die Tests hier ebenfalls nicht schlecht reden würdet. Hier darf durchaus herauskommen, dass Velousfolie in der Streulichtunterdrückung am besten ist. Wer schon einmal einen Teleskop-Tubus mit Velours ausgekleidet hat wird bestätigen können, wie krass die Wirkung ist. Alle hier angesprochenen Lacke müssen hier einfach unterlegen sein. Wie gesagt, euer Lack muss nicht besser sein als Velours, um ein gutes Angebot zu sein. Er muss aber schon besser als die Konkurrenz sein, um ein exzellentes Angebot zu sein. Wenn die hier gezeigten Tests darstellen, dass unter einem flachen Einfallswinkel noch viel Licht reflektiert wird, ist das sehr aussagekräftig. Da solltet ihr euch nicht auf irgendwelche Testmethoden berufen. Wie gesagt, wenn euer Lack gut ist, braucht ihr ihn nicht so krampfhaft zu verteidigen.


Schöne Grüße,
Chris

überzeugter Newton-Fan

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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5293 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2019 :  09:28:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Christian,
das Thema Velourfolie kam ins Spiel wie der "AS-Fan" (auch Armin) nach einem Vergleich mit Velourfolie gefragt hat. Er hat schreibt seine eigenen negativen Erfahrungen mit der Folie und schreibt "uns ging es nicht darum, gegen die Folie anzutreten. Wer die Folie besser findet wird diese auch weiter verwenden. Für alle anderen sind unsere Lacke eine sehr gute Lösung."
Das finde ich in Ordnung.
Bei der anderen Anmerkung bin ich bei Dir. Die Tests sollte man nicht als unsinnig verurteilen sondern wenn, dann bessere Tests vorschlagen. Ich werde mal schauen, was ich wie testen kann. Ich finde Lacke einfacher zu verarbeiten, auch wenn Velourfolie manche Vorteile hat. Wenn der Lack möglichst nah an die Velourfolie käme, wär das schon super. Die Berger Antireflexfarbe gibt es nicht mehr und die war in meinen Tests bei flachen Einfall schon besser wie normaler schwarzer Schultafellack. Den Schultafellack kann man auch tunen. Auch das werde ich versuchen.
zum noctutec Antireflex-Lack. Der muss nicht der beste Lack sein, aber er sollte möglichst vorne mitspielen und auf jeden Fall besser wie der Tafellack sein.
Im eigenen Interesse würde ich seitens Noctutec die Reflexionseigenschaften der anderen guten Lacke und Farben zum Vergleich testen und schauen ob man es noch Optimierungspotential gibt und wie groß das ist...
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4166 Beiträge

Erstellt  am: 21.07.2019 :  08:57:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Zitat:
Wenn man sich nun eine einfache Zeichnung macht, und sich herleitet von wo das Licht aus dem Unendlichen linear auf die Teile trifft, wird einem schnell klar, warum die DIN sehr gut zu unserem Problem passt.


Das Licht aus dem unendlichen ist doch nicht unser größtes Problem. Das große Problem das wir haben, ist das Licht der künstlichen Beleuchtung, das aus allen erdenklichen Richtungen in unsere Tuben kommt.
Es wird sicher der größte Teil der Beobachter mit künstlicher Aufhellung zu tun haben, die wir versuchen mit Folie oder Farbe einzudämmen, damit das Bild im Okular nicht noch stärker durch Streulicht aufgehellt wird.

Es ist nur ein kleiner Teil der Rechnung, das lineare Licht aus dem unendlichen zu beachten, der große Teil ist das von willkürlichen Richtungen ausgehende künstliche Licht, das in unsere Fernrohre gerät und zu Aufhellungen im Tubus führt.

Der Lack sollte nicht spiegeln, sondern das Streulicht "schlucken", ähnlich wie es eine Veloursfolie macht.

Viele Grüße
Gerd

Bearbeitet von: am:
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 21.07.2019 :  10:32:48 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Jepp, sehe ich genauso
Wollte nur nicht nochmal von meiner Seite dasselbe schreiben ... freue mich aber, dass meine Gedankengänge nicht ganz daneben zu sein scheinen.
Ich denke die geplante Tubusmattierung von Roland wird es (ganz praktisch, anwendungsbezogen) auf den Punkt bringen.
Dann könnte man nur noch argumentieren, dass das was man fotografisch abbildet oder was das Auge sieht, die tatsächlichen Reflexionseigenschaften nicht exakt wiedergibt oder wahrnimmt.
Das ist natürlich eine schwierige Argumentationsfigur

Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 21.07.2019 10:35:38 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5293 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  09:45:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß Euch,
ich hab gestern Abend meinen ersten Test mit den Farben noctutec Antireflex-Lack SL-94 rau, noctutec Antireflex-Lack SL-94, Schultafellack und Berger Antireflexfarbe gemacht. Im Bresser 114/900 Tubus war nach einmaligen Anstrich noctutec Antireflex-Lack SL-94 rau deutlich glänzender wie der alte Schultfellack, der vorher drin war und in der unteren Hälft noch drin ist. Heute in der Früh hab ich mal den Tubus so gehalten, dass das Licht von der Sonne durch den Tubus scheinen konnte. Die Haupthelligkeit war also aus dem "unendlichem". Die Farbe reflektiert im Tubus fast wie ein Spiegel.
Das ist der erste Anstrich und der ist ziemlich schiefgelaufen. Da ist der Tafellack im Tubus momentan deutlich matter und damit deutlich besser.
Ich habe aber noch weiter getestet.
Dazu hab ich einen Joghurtbecher mit Wattestäbchen angemalt. Auf dem bedruckten/glatten Untergrund hab ich den selben extrem glänzenden Effekt. An der Stelle, an der Druck aufhört, und der Untergrund rau und weiß ist, scheint auch die Farbe wirklich rau und wenig spiegelnd zu sein. Die Noctutec glatt ist bei glatten Untergrund deutlich matter wie die raue Version.
Alle anderen Farben sind auf glatten Untergrund matter und dunkler wie der noctutec rau. Noctutec glatt ist etwas matter wie der Schultafellack und die Bergerfarbe ist am mattesten und am dunkelsten.
Die Black 2.0 hab ich noch nicht getestet, kommt aber noch.
Momentan bin ich noch am Überlegen und Testen, was ich tun kann, damit die nnoctutetc rau weniger spiegelt.
Ich hab heute in der Früh einen weiteren Joghurtbecher genommen, der nur weiß war. Die noctutec Farbe wurde vorher geschüttelt (1 Minute) und dann nochmal etwas gerührt.
Ein weißer Joghurtbecher zeigt das selbe Spiegeln, Glänzen.
Ein anderer farbiger Becher wurde mit Schleifpapier angeraut. Dort ist die Farbe dank dem Untergrund rau und glänzt dann weniger. Bei dem speziellen Untergrund am Ende des Farbdrucks ist der Untergrund besonders rau. Da wirkt die Noctutec selbst extrem rau was das Glänzen unterdrückt. So sollte es eigentlich sein.
Im Tubus hab ich über den gestrigen Anstrich drüber gestrichen. Das scheint aber nichts zu bringen. Bei idealem Untergrund scheint es in die Nähe der Berger Antireflexfarbe zu kommen.
Ich werde mal an der idealen Stelle nochmal Bergerfarbe darübermalen um genau vergleichen zu können.
Einfach mit Ethanol die Oberfläche sauber machen reicht nicht.
Ich kann die DIN ISO vom Armin nicht finden bzw. ich finde sie in einem anderen Zusammenhang.
Was ich momentan sagen kann, dass ich die raue Version des noctutecs Antireflexlacks noch nicht empfehlen kann. Grundsätzlich färbt die Noctutec Farbe alles in Sekundenschnelle (Haut...) aber die raue Farbe hat zwar eine Körnung, glänzt aber mehr wie die glatte Variante des Lacks und auch mehr wie der Schultafellack. Auch der zweite Anstrich im Tubus glänzt noch. Den Tubus hab ich nicht mit Glaspapier ausgeschliffen und auch nicht mit Etahanol ausgewischt. Das Abputzen mit Ethanol hat am Joghurtbecher zumindest nichts gebracht.
Ich werde das im Tubus nachher dennoch einmal versuchen.
Servus derweil,
Roland

Nachtrag: Das Auswischen mit Ethanol hatte im Tubus keinen Einfluss auf die Glsnzeigenschaft des rauen Lackes. Wenn der Lack im Tubus mehr spiegelt wie Tafellack, dann muss da meiner Meinung nach nachgebessert werden. Was unklar ist, warum der glatte Lack derselben Firma weniger glänzt. Der glatte noctutec Antieflexlack ist wenigstens besser wie der Schultafellack und das erwarte ich auch beim rauen noctutec Antifelexlack.
Jetzt hab ich beu der aufgerauteb Stelle am Joghurtbecher, an dem der noctutec Antireflex-Lack rau am wenigsten gespiegelt hat mit der Berger Antireflexfarbe verglichen. Selbst hier ist die Berger Antireeflexfarbe besser. An den anderen Stellen ist der Unterschied zwischen der rauen nictutec Farbe und der Farbe von Berger der Unterschied aber deutlich größer und damit gewaltig.

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 23.07.2019 11:35:10 Uhr
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1381 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  13:23:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen




Zitat:
Original erstellt von: Astroshop_de_DS

Der Antireflex-Lack SL-94 von noctutec eliminiert bis zu 99,3% des Streiflichtes in einem Winkel von 60°. Im 20° Streiflicht sogar bis zu 99,9%! Der lösungsmittelhaltige Lack wird in den Varianten glatt und rau angeboten, damit für jede Art der Anwendung der richtige Lack zur Verfügung steht.
Beide Lacke performen also gleich? Was ist hier die richtige Art der Anwendung? Wo steht das? Rau für raue Oberflächen, glatt für glatte Oberflächen? Warum gibt es keine Beschreibung der Lacke (rau und glatt) in der Werbung auf Astroshop.de, woraus die Unterschiede der beiden Lacke hervorgehen? Ich habe jedenfalls keine gefunden.




Zitat:
Original erstellt von: Niklo

Die Farbe reflektiert im Tubus fast wie ein Spiegel.
Roland, vielen Dank für deine Tests!

Wenn der Rau-Lack so sehr spiegelt, wie Roland beschreibt, dann nehme ich also jetzt die Glatt-Lack für meine raue Oberfläche? Woher weiß ich, ob meine raue Oberfläche rau genug für die Rau-Lack ist. Muss ich jetzt beide Lacke kaufen und ausprobieren? herjeee...





Schöne Grüße,
Christian

überzeugter Newton-Fan

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Grafzahl66
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  14:24:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es einen deutlichen Unterschied ausmacht, d
Ob der rauhe Lack mit Pinsel oder Rolle aufgetragen wird.

Ausserdem kam irgendwo die Aussage, der glatte Lack könne auch verspritzt werden, der rauhe Lack nicht.


Gruß Horst

16" Dobson Taurus T400 pp, 15x70 Celestron Skymaster auf Martinimontierung, Omegon Porrostar 10x50, Revue 7x50, VisionKing 5x25, Lunt Sunoculars 8x32

Bearbeitet von: am:
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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4166 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  14:30:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Die beiden neuen Lacke sind scheinbar sehr kompliziert anzuwenden.
Ich hatte selbst schon mit dem Berger Lack gearbeitet. Er war unkompliziert in der Verarbeitung auf unterschiedlichen Untergründen und wurde schon beim auftragen matt.

Wenn dieser Lack so sehr spiegelt, ist er ungeeignet für die Streulicht-Unterdrückung.

Viele Grüße
Gerd

Bearbeitet von: CorCaroli am: 23.07.2019 17:00:47 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5293 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  16:52:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd,
ich werde nachher noch Fotos einstellen. Es ist für mich selber merkwürdig, dass die raue Farbe mehr glänzt wie die glatte Farbe. Meines Erachtens ist etwas beim Rau Lack schiefgelaufen und er funktioniert nur auf besonderen rauen Unterlagen halbwegs.

Ich hab heute in der Früh extra nochmal das Doserl mit dem rauen Lack eine Minute geschüttelt und dann mit dem Pinsel eine zweite Schicht auf den gestrigen Anstrich im Tubus gemacht. Komischerweise hat das nicht geholfen.
Interessanterweise hat der "glatte" Lack auch auf glatter Oberfläche eine bessere Mattigkeit und ist damit etwas besser wie der normale Tafellack (beides gestrichen).
Meine Vermutung ist, dass der raue Lack entweder zu kompliziert ist oder bei der Lagerung sich der Lack im Vergleich zu den ursprünglichen Tests verändert hat.
Ich habe noch nicht im Mondlicht getestet, aber ich bin mir so gut wie sicher, dass die glänzende Eigenschaft auch da genauso zu sehen ist wie bei der Sonne. Streulichtunterdrückung, wenn der Tubus in Richtung nahe des Mondes ist, wird da nicht funktionieren und ist damit schlechter wie beim glatten Noctutect Lack und auch schlechter wie beim Schultafellack.
Die Bergerfarbe ist deutlich matter und aus meiner Sicht für Beobachtung von Mond und Objekten in der Nähe des Mondes besser geeignet. Freilich wird man bei einer tiefschwarzen Neumondnacht nur wenig bemerken, aber gerade wenn Straßenlaternen oder der Mond in der Nähe sind gibt es für den rauen Lack Verbesserungs- und Untersuchungsbedarf. Vielleicht hab ich ja auch einen Fehler gemacht.

Wenn ich die Wahl hätte, würd ich die Bergerfarbe momentan den anderen 3 Farben vorziehen. Die Black 2.0 hab ich noch nicht getestet.
Bei der Bergerfarbe war der Einsatz jedenfalls super einfach und man hat den Pinsel auch mit Wasser auswaschen können. Das geht beim Noctutec Lack leider nicht und der Terpentinersatz ist da auch wenig geeignet. Der Lack richt nach Aceton.
Wenn jemand den Tubus schwärzen will, dann wäre der glatte Noctutec Lack meinen Tests nach in Ordnung, da er besser wie der Tafellack wirkt. Da werde ich nachher noch Fotos machen.

Ich bin am Überlegen ob ich den Rand meines neuen Fangspiegels mit black 2.0 oder mit der Bergerfarbe schwärze.
Ist die Black 2.0 wasserfest wenn sie getrocknet ist?
Es ist ja eine Acrylfarbe und ich würde erwarten, dass sie wasserfest ist... Ich muss das wohl vorher testen.

Hallo Christian,
auf Wunsch kann ich Dir die Dosen zum Testen zuschicken. Vielleicht kannst Du da noch mehr Tests machen und vielleicht ist der Untergrund in Deinem Tubus gut genug.

Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 23.07.2019 17:01:35 Uhr
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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4166 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  17:24:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Niclo,

Was an den beiden Lacken, glatt und rau, der Unterschied ist, das wäre interessant. Ist der raue Lack auf der gleichen Basis wie der glatte, nur mit einem "Zusatzstoff", der dem Lack eine raue Oberfläche verleiht? Liegt es eventuell an diesem Zusatzstoff, der reflektiert? Eventuell sinken die Pigmente vom Lack zu sehr zwischen dieses "Zusatzstoff" ein, das dieser dann mit zu wenigen Pigmenten überzogen ist und das reflektieren anfängt.

Weiter vorne wurde unter anderem auch geschrieben, das der raue Lack direkt auf einem anderen Lack aufgetragen werden kann. In diesem Fall war es der Berger Lack, der dann schon eine raue Unterlage bietet und den Nocutec Lack eventuell zu einer matteren Oberfläche verhilft.

Ich denke nicht, das du beim Auftrag einen Fehler gemacht hast. Weiter vorne steht: "Unsere Lacke sind anwendungsfertig in der Dose. Es muss nur gründlich aufgerührt werden".
Die Lacke sollten also einfach zu verarbeiten sein.
Bei der Berger Farbe war es auch so: Gut aufrühren und es konnte gestrichen werden. Die Werkzeugreinigung nur mit Wasser ist auch ganz gut.

Ich habe die Fangspiegelkante mit dem Berger Lack angemalt. Ich habe dazu einen kleinen und vor allem steifen Pinsel mit kurzen Borsten genommen. Damit ging das sehr gut. Zuvor habe ich erst mal kräftig am Pinsel gezogen, um lose Borsten wegzubekommen, damit mir eine solche nicht mit dem Lack an die Fangspiegelkante geklebt wurde.

Viele Grüße
Gerd

Bearbeitet von: am:
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  18:05:19 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Black2.0 ist, nachdem die Farbe auf Acrylbasis komplett durchgetrocknet ist, „wasserfest“. Ich habe es gerade (nochmal) „getestet“. Zumindest ist es mir nicht gelungen die Farbreste, die auf diversen Abdeckpapieren verblieben und eingetrocknet sind, wieder „anzulösen“. Zumindest nach 20minütiger dauerhafter Nässe auf dem Papier bleibt die Farbe stabil - und das, obwohl das Papier ja komplett durchfeuchtet ist.
Taucherflaschen würde ich deswegen dennoch nicht bemalen, aber wir sind ja auch nicht bei Mega-Nässe draußen. Und wenn der Tau schon im Tubus runterläuft, hui, dann hätte man auch schon früher einpacken können.
Je nach Hafteigenschaften des Untergrunds und der Auftragsdicke kann man aber natürlich mit Wasser als „Schmiermittel“ und dem Finger Abrieb erzeugen. Das schafft man aber bei fast jeder Farbe und bei den mattierenden Farben hier noch leichter, weil wir ja (ist ja oben schon erwähnt) eine dreidimensionale Struktur wollen.
Andreas-TAL

Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 23.07.2019 18:08:09 Uhr
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Starjunkie
Anbieter


172 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  21:12:11 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Starjunkie's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo an alle,

ich möchte mich kurz zu Wort melden.

Wir hatten nie vor einen Lack zu machen, der besser ist als XY. Es war auch nicht das Ziel eine Farbe zu machen die besser ist als Velours. Ziel war ein hochgradig antireflektiver Lack, der auf allen erdenklichen Untergründen hält und Streulicht unterdrückt. Dazu sollte die Anwendung einfach und der Lack bezahlbar sein. Das alles haben wir erreicht.

Ich hatte euch bereits geschrieben, dass wir die antireflektiven Eigenschaften nur verbessern könnten, wenn wir Kohlenstoffnanoröhrchen einsetzen. Den Preis, den wir dafür verlangen müsseten, würde niemand bezahlen.

Ich hatte euch auch geschrieben, dass der raue Lack im radialen Licht augescheinich mehr reflektiert. Man erkennt das übrigens auch auf dem Foto, welches wir hier eingestellt haben.

Natürlich werden wir den Lack in Zukunft weiter entwickeln. Im Moment aber, stehen uns einfach keine bezahlbaren Füllstoffe zur Verfügung, die das Ergebnis drastisch verbessern könnten.

Wir bewegen uns hier im absoluten Grenzbereich des lacktechnisch machbaren. Vieles ist schwer zu verstehen und ebenso schwer zu erklären. Wir stehen aber weiter hinter unserem Produkt, dass inzwischen auch von Profis im Bereich Optik angewedet wird.

Leider können wir euch zum jetztigen Zeitpunkt keinen Test anbieten, den jeder Zuhause machen kann. Gerade weil wir uns in so einem extremen Grenzbereich bewegen, versagen alle augenscheinlichen Tests. Deswegen arbeiten wir mit Profis zusammen, welche die Möglichkeit haben die Ergebnisse fundiert zu prüfen.

Unser Lack ist auf jeden Fall besser als Schultafellack und mindestens ebenbürtig mit der Berger-Farbe, welche es ja nicht mehr zu kaufen gibt. Alle anderen uns bekannten Farben in diesem speziellen Segment sind entweder deutlich teurer oder es liegt kein prüfbares Messprotokoll vor.

Viele Grüße

Armin Erndt


noctutec

Bearbeitet von: Starjunkie am: 23.07.2019 21:13:44 Uhr
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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4166 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2019 :  22:35:04 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Wie ist dann das fast schon spiegelnde Aussehen von eurem Lack zu erklären? Was verursacht dieses glänzen von eurem Lack, der damit auf dem Fotos deutlich heller erscheint als Schultafellack oder der Berger Lack.

Zitat:
Wir stehen aber weiter hinter unserem Produkt, dass inzwischen auch von Profis im Bereich Optik angewedet wird.


Gibt es dazu Referenzen?

Zitat:
Unser Lack ist auf jeden Fall besser als Schultafellack und mindestens ebenbürtig mit der Berger-Farbe, welche es ja nicht mehr zu kaufen gibt.


Gut, die Aussage muss man einfach mal so stehen lassen, ist aber doch gewagt.
Um das zu beurteilen, müsste man unabhängige Tests durchführen, mit identischer Optik bei gleichen Lichtverhältnissen, wie sie in der Realität vorkommen, und nicht im Labor.

Zitat:
Leider können wir euch zum jetztigen Zeitpunkt keinen Test anbieten, den jeder Zuhause machen kann. Gerade weil wir uns in so einem extremen Grenzbereich bewegen, versagen alle augenscheinlichen Tests.


Das liest sich irgendwie hilflos. Ein Test wäre eben mit identischer Optik bei realen Lichtverhältnissen die Aufhellungen im Tubus visuell, was aber wieder subjektiv ist, oder fotografisch zu bestimmen, um zu erfassen, ob sich dieses glänzende Aussehen vom Lack auf die Streulichtunterdrückung auswirkt.
Diese Beweisführung müssen wir Amateure aber nicht erbringen.

Es wäre jetzt noch interessant wie sich die TS-Optics Antireflexfarbe schlägt. Diese gibt es im Handel.
Ob man den Bewertungen Glauben schenken soll oder nicht, das bleibt natürlich jedem überlassen.

Viele Grüße
Gerd

Bearbeitet von: am:
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5293 Beiträge

Erstellt  am: 24.07.2019 :  11:43:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin (Starjunkie),
im Sonnelicht reflektiert/spiegelt die rauen Variante des Noctutect Antireflex Lack ganz enorm. Das ist deutlich schlechter wie beim Schultafellack. Ich brauch mich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen das auch für Mondlicht vorauszusehen.
Die glatte Variante ist interessanterweise deutlich besser wie die raue Variante Eures Lackes. Sie ist bei meinen Vergleichen im Tubus etwas besser wie der Schultafellack. Ich werde versuchen Fotos einzustellen. Leider ist ein BIOS Update auf meinem alten Hauptlaptop schiefgelaufen und derzeit nicht einsetzbar. Nun muss der zweite Laptop herhalten.
Meine persönlich Empfehlung an Dich ist, die Lacke im jetzigen Zustand zu vergleichen. Es mag sein, dass zum Zeitpunkt Eurer Tests die Lacke rau und glatt ebenbürtig waren. Das sind sie aber keines Falls mehr. So einen spiegelnden schwarzen Lack hab ich echt selten gesehen. Der hinkt, wenn ich den Tubus in die Sonne halte gewaltig! hinter dem Schultafellack hinterher. Es ist wirklich mehr wie ernüchternd.
Es geht hier nicht um den Vergleich mit Velour oder Bergerfarbe. Der Unterschied ist unvergleichbar hoch.
Zuerst ein Bild durch den Bresser 114/900 Tubus:

Im vorderen Teil (also unten bzw hinten bei den Jugschraublöchern für den Spiegel) ist noch die alte Innenschwärzung. Sie ist so gleichmäßig, dass sie vermutlich gespritzt oder aufgesprüht wurde. Sie ist deutlich weniger spiegelnd wie der aufgemalte Noctutec Antireflex-Lack SL-94 rau. Der Lack ist über Nacht getrocknet und ist nicht nass, auch wenn das Spiegeln oder Glänzen nass ausschaut.
Am nächsten Tag hab ich auf den rauen Lack eine Schicht rauen Lack aufgetragen => keine Änderung.
Eine Spur Tafellack => matter und weniger glänzend wie der raue Noctutect Lack, aber weniger matt wie fie gesprühte alte Farbe.
Daneben der glatte noctutec Lack => etwas matter und dunkler wie der Tafellack:

(Im Bild rechts die "raue" spiegelnde Noctutec Farbe, links (Richtung 7 bis 8 Uhr) die "glatte" aber deutlich mattere Noctutec Farbe, links (Richtung 9 Uhr eine dünne Spur nicht übermalte raue Farbe), daneben (Richtung 10 bis 11 Uhr) Schultafellack. Der Schultafellack ist ähnlich dem glatten Noctutec Lack wobei ich den Noctutec glatt noch etwas besser einschätze.
Der raue Lack fällt im Tubus am glänzensten auf. Ich vermute, dass sich dasselbe auch bei Mondlicht ähnlich zeigen wird. Werde ich testen.
Nachtrag: Armin, ich verstehe den grassen Unterschied im Tubus zwischen dem glatten und dem rauen Lack nicht. Am normalen weißen Joghurtbecher spiegelt/glänzt die raue Farbe auch. Auch leucht angeraut glänzt die raue Farbe mehr wie die glatte. Einzig an so einer "Nahtstelle" am Joghurtbecher wirkt der Anstrich matter und weniger glänzend. Meine Vermutung ist, dass die raue Farbe bei besondere, Untergrung weniger glänzt und dort weitgehend funktioniert. Leider konnte ich diesen Effekt nur an der einen Stelle erzielen und im Tubus war es mir nicht möglich. Ich möchte den Lack net verreißen. Da ist sicher viel Arbeit hineingeflossen. Unter Spezialbedingungen scheint Euer rauer Lack auch zu funktionieren. Mir war es im Tubus nicht möglich diese Bedingungen zu erzeugen.
Meine Bitte wäre dieses Problem von mir nachszustellen und zu überlegen wie man dieses Glanzverhalten unterdrücken kann. Beim glatten Lack scheint es ja deutlich besser zu sein, wenn auch nicht auf Niveau der Bergerfarbe. Ja, ich mach keine Messung mit Laserlicht. Das störende Streulicht kommt aber durch Straßenlaternen, Mond nahe des Gesichtfeldes... Dahingehend sollten die Lacke untersucht werden. Das kann dann auch der Anwender (Hobbyastronom) leicht selber machen und vergleichen wie es ist, wenn der Tubus in die Nähe des Mondes zeigt... Ein einfacher Test wäre ein Blech zu bestreichen und ins Mondlicht zu halten. Wenn im flachen Winkel die Oberfläche mehr glänzt wie eine mit Tafellack bestrichene Fläche, dann ist es schlecht.
Momentan muss man festellen unter welchen Bedingungen und auf welchen Oberflächen der Lack matt oder eher glänzend ist. Wenn das verstanden ist kann man schauen, wie man das verhindert ...
Ich bin selbst etwas traurig, dass das Ergebnis für mich nicht zufriedenstellend ist. Nun ja, es ist ein sehr neuer Lack, der kann noch ein paar Kinderkrankheiten haben und wenn man weiß, wie man ein eher mattes Ergebnis hinbekommt könnte man eine Art Workaround für den jetzigen Lack herausfinden und bei der nächsten Version kommt man vielleicht ohne Workaround aus und kommt dann in die Nähe der Berger Farbe.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 24.07.2019 17:28:10 Uhr
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