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matss
Forenmeister im Astrotreff
    
Mitteleuropa
4472 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:14:59 Uhr
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Liebe Leser und Schreiber,
heute forderten fast 300 Organisationen, Wissenschaftler und Lehrer in einem Offenen Brief an Bund und Länder, Astronomie bundesweit als Pflichtfach an Schulen einzuführen.
Ich denke, solch ein interdisziplinäres Schulfach ist notwendig, um sich von unserer komplexen Welt überhaupt ein Bild machen zu können.
Hier geht es zum Offenen Brief an Bund und Länder
Was meint Ihr dazu?
Gruesse - Matthias |
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arndt512
Altmeister im Astrotreff
    
Deutschland
1283 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:29:52 Uhr
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Hi,
wenn man so betrachtet, wie engstirnig sich viele Schüler entwickeln, könnte das sicher nicht schaden. Obwohl man in den Medien häufig mit dem "Weltall" konfrontiert wird, ist die Kenne darüber erschreckend gering - "Ufos" und "Nibiru", "Killer-Asteroiden" etc finden ihre Anhänger. Ausserdem wäre es eine nette Möglichkeit, die Theorie verschiedener Fächer mal praktisch zu üben und anzuwenden.
Sprich: Schaden tuts sicher nicht. Nur schade, das schon die eigentlichen Kernfächer durch Lehrermangel, Ausfälle etc beschnitten sind - erst einmal gilt es, diese Bereiche der Ausbildung sicher zu stellen, bevor man weitere Fächer hinzufügen kann.
cu - Arndt |
http://www.far-sky.net |
Bearbeitet von: arndt512 am: 12.11.2009 22:31:02 Uhr |
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff
    
2938 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:30:39 Uhr
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Hi Matthias,
wäre doch richtig gut und wohl auch sinnvoll.
Würde langfristig die Einsteigerberatungen vereinfachen, kurzfristig läge aber das Problem vor die Lehrer beraten zu müssen  
Gruß Stefan |
12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Vixen Atlux auf DP 95 - Skysensor 2000 PC - GP DX auf Berlebach Uni - Skysensor 2000 Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15 |
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sicmaggots
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
294 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:36:52 Uhr
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Eigentlich eine löbliche Sache, wobei es vorerst auch reichen würde die Astronomie etwas tiefer in Physik zu behandeln. Wenn ich mir aber den Durchschnittsschüler anschaue, wäre Deutsch und Mathe erstmal wichtiger :D |
8" GSO auf Starfinder1, Skylux auf Astro 3, Bresser 10x50 Lidl-Fernglas |
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grooved
Senior im Astrotreff
  
173 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:39:35 Uhr
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Hallo,
Ich muss da nicht lange überlegen. Dieser offene Brief macht durchaus Sinn, da die Astronomie verschiedene Lehren(Mathematik,Physik,Chemie) miteinander verbindet und den geistigen Horizont enorm erweitert.
Gruß ... Frank
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... www.lichtausin.de ... ist es Zeit zu handeln? |
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Schneidfried
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
298 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:47:01 Uhr
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Hallo Kann ich nur begrüßen. Als ich zur Schule ging, war das bei uns im Osten von der 8. Klasse an Plichtfach. |
Gruß und CS Jürgen ----------------------- 6"+8"f/5 GSO Fotonewton mit MPCC ; Synta 80/400 & Eschenbach Novalux MC 90/500 auf EQ6 & EOS 1000Da 52°53´3,48"N 12°54´39,96"E ----------------------------------- Vulcanier würden niemals Windows nutzen, denn das ist unlogisch.
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nuazo
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
362 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:51:17 Uhr
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Hallo,
ich kann das auch nur befürworten! Ich hatte zum Glück vor 4 Jahren noch Astronomieunterricht bei einem sehr kompetenten Lehrer, der u.a. auch Physik, Mathe und Informatik unterrichtet. Wir haben mit ihm sogar den Venustransit auf einem Projektionsschirm und den Mars beobachtet. Leider waren wir der letzte Jahrgang, der Astro hatte...jetzt wird das ganze Tehma ich glaube nur noch im Physikunterricht gestriffen
Gruß und CS, Marcus |
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Hico
Altmeister im Astrotreff
    
Deutschland
1535 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 22:54:24 Uhr
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Mein Reden - absolut notwendig.
Auf Anfrage (vor allem der Schüler!) werde ich, so Wettergott will, am 21.11. einen Beobachtunsgabend mit einer 4. Grundschulklasse unternehmen. Die haben tatsächlich im vierten Schuljahr im Sachunterricht die Astronomie zum Thema gehabt. Ich habe mir von der Lehrerin den Test schicken lassen, den sie dort hat schreiben lassen und war echt überrascht, wie tiefgehend das Thema dort schon behandelt wurde. Absolut vorbildlich. Und das Interesse der Schüler an einem Beobachtungsabend zeigt, daß die Grundschule schon einiges vermitteln kann.
Ich bin auch der Meinung, daß man mit etwas mehr Astrokenntnissen/-wissen unserem Planeten auch mehr Respekt zollen kann und wird. Wenn man den Leuten klar macht, daß wir hier auf ´ner großen Kugel gefangen sind und nicht weg können, wenn wir sie zerstören, dann wird es schon bei dem ein oder anderen "klick" machen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich durch die Veranstaltung auch nur einen dazu bewegen könnte, mit wirklich offenen Augen durch die Welt zu gehen und z.B. Müll dort zu entsorgen, wo er hingehört oder besser noch, weniger davon zu produzieren. Und wenn dann noch einer dabei ist, der sich Weihnachten doch lieber ´nen Teleskop wünscht, anstatt ´n Computerballerspiel, dann hat sichs erst recht gelohnt, da Zeit reinzuinvestieren.
Also kurz gesagt, ja, ich finde Astronomie MUSS in den Schulen behandelt werden. Das Bewußtsein darüber wo wir leben, muß einfach in jedem geweckt werden! Könnte vieleicht über unsere Zukunft entscheiden. Wer weiß ...
Gruß und CS Heiko |
www.heiko-schaut-ins-all.de
... aus des Weltalls Ferne, funken Radiosterne ... (Hütter,Schneider,Schult)
51°16`N 8°50`O
16" Meade Starfinder Dobson 406/1830, 8" GSO Dobson 200/1200, 6" Meade LXD-75 152/762 Newton auf EQ EM10, 120/600 Skywatcher FH, 4" Celestron Explora Scope Kugeldobson f/4, 3" Bresser Newton 76/700 (für`s Töchterlein zum Dobson getuned), 16x80 Hannia Fernglas, 10x50 Bresser (Lidl-) Fernglas |
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lukas w
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
451 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:08:05 Uhr
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Hoi Matts
Ich find dass gut aber leider denke ich dass das in Schulen nicht groß einschlagen wird. Die meisten Schüler (Gesamtschule) finden am Naturwissenschaftlichen nichts Interessantes. Daas liegt aber auch an den Lehrern. Als ich im 8ten endlich Physikunterricht bekommen hab hab ich gedacht "toll". Wenn ich gedacht hätte das unsere Lehrerin nichts als Kinematic auf dem Stundenplan stehen hatte... Ich fand den Unterricht Staubtrocken und langweilig. Außerdem sind die sachen die im Unterricht drankamen so einfach gewesen. Uns wurde mit kleinen Modellen beigebracht dass ein Auto das schneller fährt als ein anderes Auto, schneller am Ziel ist. Wenn es schon einem Naturwissenschaftlich Interessiertem Jungen im Physikunterricht zu Staubig ist wie gehts dann erst den anderen   
Dazu kommt die dauernde unterbesetzung von Lehrkörpern in einigen Fächern (Physik/Chemie/Informatik/etc.) wärend Lehrer die Sprachen (English/Niederländisch/Spanisch/Französisch) unterrichten sich um Arbeitsplätze prügeln müssen. Dauernt fallen Unterrichtstunden aus die spaß machen und in Fächern wo man mit Hausaufgaben nicht mehr hinterherkommt fällt nichts aus, obwohl dass mal nötig wäre.
Trotz des Internationalen Jahrs der Astronmie haben wir als Thema in der Projektwoche "Wege"  Welch wunderbarer Titel für eine Projektwoche...
Ich finde die Naturwissenschaftslehrer sollten ihren unterricht mehr mit Schülerexperimenten bestücken. In der 6ten hatten wir einen Chemie Lehrer der war echt Crazy drauf. Hat uns Brenner, und allerlei Zeugs gegeben und machtmal gesagt. Das hat Super funktioniert. Komplikationen hats nur gegeben wenn irgendein "Superhirn" mal wieder den Not-Aus-Knopf mitten im Versuch drückt. Der dreht damit dann nämlich dann dem gesamten Raum die Gasversorgung ab. Heutzutage sind wir älter, und vernünftiger geworden und der Lehrer macht alles. Letztlich hat der Lehrer einen Versuch gemacht (Natrium in Wasser) den hättn wir ruhig an den Tischen machen können. (finde ich ) zugegeben Natrium das mit Wasser in berührung kommt ist nicht gerade ungefährlich aber Propangasbetriebene Bunsenbrenner halte ich in falschen Händen für ähnlich gefährlich.
So ähnlich wird dann der Astronmieunterricht warscheinlich leider auch abgespeist. Dass die Schule optische beobachtungsinstrumente anschafft glaube ich nicht. Zwar sind die Chemie und Physik räume gut ausgestattet aber das Geld wird lieber in einen neuen Turnhallenboden investiert.
Leider lassen sich Jugenliche immer weniger für Naturwissenschaften begeistern was daran liegt dass den meisten einfach zu viel Hintergrundwissen fehlt. Als im GL (Gesellschaftlehre) unterricht EINE Woche (komisch: Ludwig der 16te und sein Leben haben wir drei wochen lang durchgekaut ) lang Weltall an der reihe war haben wir gelernt dass der Rote große Tank des Space Shuttle den Schub liefert, während die von Morton Thiokol gefertigten SRB´s (Solid Rocket Booster´s) Den Treibstoff liefern. Der Treibstoff für dass Shuttle kommt aus der Payload bay. Schon damals habe ich dem Lehrer gesagt das dass nicht stimmt aber schon Einstein sagte: Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Nunja trotz alldem hoffe ich dass ich irgendwann trotzdem Astronomie Unterricht bekomme.   |
Gruß, Lukas
Meade Lightbridge 8" William Megrez 72 Apo Bresser Skylux (lidlscope) |
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KaStern
Altmeister im Astrotreff
    
2234 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:12:36 Uhr
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Hallo Matts,
eine sehr begrüßenswerte Initiative!
MfG,Karsten |
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MichaelO
Senior im Astrotreff
  
Deutschland
223 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:23:31 Uhr
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Hallo
Astronomie als eigenes Pflichtfach halte ich für überzogen. Das gehört in die Physik rein. In vielen Physikbüchern stehen bereits Kapitel zum Thema Astronomie drin. Das Problem ist nur, dass diese Kapitel nicht behandelt werden. Also wenn Astronomie, dann als Thema im Physikunterricht. Einige astronomische Themen wie die Jahreszeiten kann man auch in Erdkunde behandeln. Wichtige Personen der Astronomie könnte man in Geschichte ansprechen.
Die Schule sollte die Schüler auf das Berufsleben vorbereiten. Astronomie ist ein sehr interessantes und schönes Hobby, aber einen praktischen Nutzen für das spätere Leben dürfte sie für die meisten Menschen wohl nicht haben.
Ich hoffe ihr seid mir deswegen nicht böse. Ich hätte mich damals über Astronomieunterricht an der Schule selbstverständlich gefreut. Wie ich schon angedeutet habe, wäre es besser einzelne astronomische Themen über die bereits vorhandenen zu verteilen (Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Erdkunde, Geschichte, ...). Dadurch würden diese Fächer interessanter.
Gruß Michael |
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matss
Forenmeister im Astrotreff
    
Mitteleuropa
4472 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:41:30 Uhr
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Hallo Michael,Zitat: Original erstellt von: MichaelO Die Schule sollte die Schüler auf das Berufsleben vorbereiten. Astronomie ist ein sehr interessantes und schönes Hobby, aber einen praktischen Nutzen für das spätere Leben dürfte sie für die meisten Menschen wohl nicht haben.
Genau dieses Argument hört man oft.
Wieso sollen Menschen nicht das Recht haben, wenigstens während ihrer Schulzeit über den Tellerrand des "betriebswirtschaftlich Nützlichen" zu blicken?
Wie soll es sonst zu wirklich wichtigen Fragen (Wer sind wir?, Woher kommen wir?) Antworten geben. Es kann doch nicht angehen, dass solch wichtige Fragen irgendwelchen wirtschaftlichen oder religiösen Meinungen untergeordnet werden.
meint
Matthias |
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Hico
Altmeister im Astrotreff
    
Deutschland
1535 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:47:28 Uhr
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Hallo Michael,
klar, es muß ja kein eigenständiges Fach sein. Wie Du schon schreibst, eingebettet in verschiedene Fächer, aber eben präsent und zwingend für alle Schulen.
Vorbereitung aufs Berufsleben ist meiner Meinung nach nicht alles, was zur Bildungsaufgabe der Schulen gehört/gehören sollte. Vorbereitung auf das Leben an sich, mit allem was dazugehört. Viele Eltern haben doch heute keine Zeit mehr oder nehmen sich keine Zeit mehr, die Kinder "ins Leben" zu führen. Da ist der "liebe" Beruf gern mal wichtiger als den Kids wahre Werte zu vermitteln. Deshalb sollte die Schule auch einen Beitrag dazu leisten müssen. Und dazu gehört eben auch jedem klar zu machen, daß wir, wenn wir hier auf unserem Planeten großen Mist bauen, hier von dieser Kugel nicht so ohne weiteres wegkommen. Und wenn doch, wohin? Astronomie ist wichtig! Egal obs interessiert oder nicht. Mir geht`s ja nicht darum Planetenbahnen berechnen zu können oder per Spektralanalyse die Zusammensetzung eines Sterns zu bestimmen. Nein, mir geht`s darum das Bewusstsein zu fördern/ zu entwickeln, wo wir hier leben und wie wir das noch lange erhalten können. Dazu kann das Lehren der Grundlagen der Astronomie beitragen.
Gruß Heiko |
www.heiko-schaut-ins-all.de
... aus des Weltalls Ferne, funken Radiosterne ... (Hütter,Schneider,Schult)
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Hico
Altmeister im Astrotreff
    
Deutschland
1535 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:48:50 Uhr
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Da war der Matss mal wieder schneller. 
Gruß Heiko |
www.heiko-schaut-ins-all.de
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Arndt
Mitglied im Astrotreff
 
Deutschland
67 Beiträge |
Erstellt am: 12.11.2009 : 23:57:09 Uhr
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Hallo Michael,
dazu muss ich mich doch auch mal zu Wort melden (bin selber Lehrer an einem Gymnasium, unter anderem für Astronomie und Physik): Deine Sichtweise ist leider ein Grundproblem der heutigen Schule. Wir sind inzwischen wirklich soweit, dass die Schule unmittelbar auf das Berufsleben vorbereiten soll - leider, leider. Bildung ist nicht mehr gefragt, nur noch Ausbildung. "Was nützt es" wird allenthalben nur noch gefragt, alles muss eine unmittelbare praktische Verwertbarkeit haben. Weltbild? Wozu? Die Schüler lernen Metaplan- und Präsentationstechniken, damit sie später gleich ins Marketing können. Sie haben 36 oder 37 Wochenstunden - super, das ist doch die beste Lebensschule: Sie sollen also trainiert werden, frühzeitig - pardon - die Schnauze zu halten und unbeschränkt belastbar zu sein. Humboldt ist tot! . Umso mehr muss man es laut ausrufen: Astronomie gehört zur Grundbildung! Mindestens so sehr wie Jura oder Wirtschaftslehre! Nebenbei gehört Astronomie mitnichten in den Physikunterricht, schon gar nicht als "Thema". Lies Dir den offenen Brief richtig durch, da steht alles drin. Astronomie umfasst so viel mehr, und vor allem bis zur Klasse 9 kann man kaum "Physikalisches" machen. Das spielt sich viel mehr auf dem Gebiet der Erdkunde ab, vielleicht Geschichte. Erst danach beginnen die Schüler allmählich gut genug ausgebildet zu sein, um physikalisch an die Sache heran zu gehen. Lieber Michael, bitte entschuldige, wenn ich so deutlich antworte, aber ich habe diese abgedroschenen "Argumente" schon zu oft gehört.
Nicht für ungut sagt Arndt |
--------- Twinkle, twinkle, little star. I don't wonder what you are. For by spectroscopic ken I know that you are hydrogen! |
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jonny
Altmeister im Astrotreff
    
Deutschland
1006 Beiträge |
Erstellt am: 13.11.2009 : 00:07:19 Uhr
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Moin, also ich weiß nicht. Astronomie als Schulfach.... Nein, ich halte es für überzogen. Klar, astronomische Inhalte sind enorm wichtig.Aber das sind andere auch. Das Problem der Schule liegt meiner Meinung nach nicht so sehr am Fächerkanon als daran, dass das Personal an Schulen (meiner Meinung nach sind davon wirklich die wenigsten Lehrer) es großflächig schafft, die Schüler zu antibegeistern. Paradebeispiel Mathe. Eigentlich ist dass, was in der Schule gemacht wird, nicht wirklich unverstehbar. Wenn man sich drauf einlässt, mal von der "ihh Mathe, kann ich sowieso nicht" Schiene abrückt und mal versucht mitzudenken. Allerdings wird das Ganze leider oft in einer Form dargestellt, die selbst Schülern, die Spaß daran haben, die Augenlieder schwer werden lässt. Zugegeben, es ist nicht unbedingt das einfachste Fach, was das betriff, aber machbar ist es, gibt ja auch einige gute Mathelehrer) Ich glaube nicht, dass es mit der Astronomie anders sein wird. Als Schulfach ist halt alles den (ich bin hier sehr überzogen und Schere über einen Kamm, das weiß ich) Pädagogen preisgegeben. Somit ein weiteres "Hassfach" (weil sich nicht alles auswendig lernen lässt) Ich halte es für wichtiger, dass in einen vernünftigen Unterricht in den Naturwissenschaften und Mathe investiert wird, als für viel Geld ein Fach einzuführen. Damit die zweifellos sehr wichtigen astronomischen Inhalte aber doch an den Schüler gebracht werden, sollten diese stärker in die bestehenden Fächer eingebunden werden. In meinem Physikbuch (Metzler) gibt es ein Kapitel zur Astronomie, welches eine kompakte Einführung bietet. Schade nur, dass das nie Thema war.... Und die verbindung mit den anderen Fachgebieten eigent sich sehr gut, um zu zeigen, dass das Ganze doch irgendwo Sinn hat und das alles miteinader verwoben, und letztlich ein einziges logisches Gebäude von gigantischen Ausmaßen ist.
Die Idee, den Schülern zu zeigen, dass ihr Planet zerbrechlich ist, wei gigantisch groß das Universum ist und ihnen die Augen zu ein wenig zu öffnen, scheitert an der Verklausulierung durch die Schule. Man kann keine Test in "Bewusstsein für das Universum" schreiben.
Also ich halte es für richtger, die Mittel in Naturwissenschaft zu stecken und diesen Unterricht zu reformieren. Da besteht gewaltiger Bedarf. Die Möglichkeiten, die heute vorhanden sind, werden in den allerwenigsten Schulen von den allerwenigsten Lehrern auch nur angekratzt.
Außerdem würden sich ganz profane Probleme ergeben: Wo soll die Zeit hergenommen werden? Welches Fach müsste abspecken? Weiterhin sehe ich ein Problem darin, dass einfach die Grundlagen für ein sinnhaftes und spaßiges betreiben des Faches fehlen. Ich erinere mich an eine Begebenheit in meinem Bio Kurs in der 12 (GAN), da ging es um Stoffwechsel. Die Ideen, mit der die Lehrkraft an die Sach ran ging, waren nicht schlecht, scheiterte leider an einem sehr schlechten Chemieunterricht, der einfach nicht die nötigen (und auch im Lehrplan vorgesehenen) Grundlagen lieferte.
ich denke die bessere Möglichkeit wäre eine Integration der Astronomie in die vorhandenen Fächer. cs jonny
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Bearbeitet von: jonny am: 13.11.2009 00:15:50 Uhr |
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Thema  |
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