| Autor |
Thema  |
|
|
dej05093
Senior im Astrotreff
  
Deutschland
246 Beiträge |
Erstellt am: 10.11.2008 : 20:25:11 Uhr
|
Hallo!
Eigentlich wollte ich ja erstmal etwas mehr Erfahrung mit meiner Äquatorialplattform und meinem Dobson http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=66280 sammeln, aber irgendwie wird das im Moment nix.
Da es neulich wieder einen so schönen Thread http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=77025 zum Thema gab, will ich meine Variante zum Thema doch schon mal vorstellen, auch wenn sich ggf. noch das eine oder andere ändert.
Ausgangspunkt war bei mir die hervorragende Seite von Reiner http://www.biophysik.uni-freiburg.de/Reiner/ATM/atm.html und ein Thread von Ed Jones http://www.cloudynights.com/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/533244/page/0/view/collapsed/sb/5/o/all/fpart/1/vc/1
Die Plattform von Ed war der Anlaß, es auch mal frech mit einer schrägen Lauffläche aus Holz zu probieren.

Die Plattform hab ich nach ersten Versuchen auf Papier die nötigen Holzmaße zu skizzieren/auszurechnen mit QCad entworfen, um die Bemaßung einfach abgreifen zu können, statt mich mit sin und cos zu verrechnen. Sehr zu empfehlen! Das konnte dann aber leider trotzdem nicht verhindern, daß ich die Lauffläche mit der Dekupiersäge erstmal im falschen Winkel (90 Grad - x) gesägt habe ... Im richtigen Winkel mußte ich dann nach der Hälfte feststellen, daß der Durchlaß meiner Hegner (und wohl jeder andereren Dekupiersäge ...) nicht hoch genug ist. Den Rest habe ich dann erst mit dem Hobel und danach mit einer Bohrmaschine + Schleifscheibe erledigt, die ich über ein Buchenholzbrett in einem winkelverstellbaren Schraubstock eingespannt habe und dann frei Schnauze das waagrecht liegende Holzstück daran entlanggeführt habe. Beim nächsten Mal würde ich das Segment vor dem Aussägen bzw. mit etwas Restholz so montieren, daß ich es um seinen Mittelpunkt drehen kann. Ansonsten geht das mit der Schleifscheibe eigentlich recht gut. Gegen die Konstruktion von Reiner, die einem solche Flächen erspart, spricht natürlich auch nichts.
Die Elektronik (in einer kleinen Holzbox hinter dem Motor), der RB-35 1:600 Getriebemotor und die weitere Untersetzung ist "klassisch"

auf der anderen Seite läuft die Fläche auf 5 Kugellagern, um eine entsprechende Breite zu bekommen.
Beim Spannungsregler habe ich eine Buchse vorgesehen, um mir eine Handbox mit Poti basteln und anschließen zu können, falls die Feinregelung das erfordern sollte und mir die Bückerei zu blöd werden sollte.
Für die Bodenplatte habe ich eine 15 mm Siebdruckplatte genommen, für die Plattform 12 mm Birkenmultiplex, an der Seite und quer/mittig mit Buchenleisten verstärkt. Mit entsprechenden Aussparungen oder Aufbau aus Holzleisten könnte man das ganze sicherlich deutlich leichter machen, aber ist halt mein erster Versuch und da wollte ich die Statik nicht ausreizen. Siebdruckplatten kann man übrigens nicht verleimen, ist eigentlich klar, aber ich hatte es trotzdem erst versucht ...
Für das Südlagern habe ich einfach ein Gelenk von Igus genommen, das ich ursprünglich für die Stangen gedacht hatte:
 Das Teil ist extrem robust und ergab beim ersten Test keine Probleme mit Ruckeln oder so. Das Gelenk hat an der Pfanne außen eine sechseckige Form, für die ich ein Holzstück passend ausgestemmt habe und ein Innengewinde, worüber es von unten her festgezogen wird. Oben habe ich einfach ein Gewinde ins Holz geschnitten und das Gelenk eingeklebt. Für die Justage habe ich am Südlager nach Daniel Restemeier (Diskussion siehe http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=74103) einen Holzfuß und eine Holzkonterscheibe angebracht. Auf der Nordseite sind unter einer verstärkenden Holzleiste entsprechend abgeschliffe Holzscheiben ohne Justiermöglichkeit angebracht, ein leichtes Verkippen hier sollte nach meinem Verständnis egal sein. An den "Abschirmung" des Motorteils habe ich leider zu spät gedacht, so daß das jetzt übersteht, statt bündig abzuschließen, aber das war mir keine neue Siebdruckplatte oder einen faulen Kompromiß am Südlager wert.
Beim bislang einzigen Außeneinsatz war leider die 9V Batterie, die ich statt dem inzwischen per Klettband angebrachten 12V Akku für Tests benutzt hatte, nach 15 Minuten komplett leer und ich habe auch nicht die nötige Nachführgeschwindigkeit erreicht, aber auch so war die längere Verweilzeit schon eine geniale Sache und gab einen guten Vorgeschmack.
Ich kann nur jedem Dobson-Nutzer empfehlen, sich eine EQ-Plattform zu basteln, der zeitliche Aufwand war deutlich geringer als ich dachte. Das Material lag so um die 100 Euro. Zum Zeichnen hatte ich QCad benutzt, daß ich auch schon für Teile des Dobsons benutzt hatte. Es ist zumindest unter Linux frei zu haben und läßt sich auch von einem Laien wie mir recht schnell produktiv einsetzen.
Viele Grüße, Jens |
Bearbeitet von: am:
|
|
|
reiner
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
840 Beiträge |
Erstellt am: 10.11.2008 : 21:38:28 Uhr
|
Hallo Jens,
das mit der angeschrägten Lauffläche von Ed Jones finde ich eine geniale Lösung, irgendwie juckt mich das auch schon in den Fingern, sowas mal auszuprobieren. Er hat das ja auf der Kreissäge gemacht, aber ob das wirklich so einfach ist, wie er beschreibt?
Deine Plattform sieht auf jeden Fall superstabil aus, und das ist so ziemlich das wichtigste bei einer Plattform. Bei mir steht der Motor meistens auch auf der Seite raus. Das war meistens nicht so geplant, sondern resultierte daraus, dass letztendlich unter dem Plattformtisch zu wenig Platz war. Ich habe vor kurzem die Plattform für meinen großen Dobson neu gebaut, und da den Motor nach vorne statt auf die Seite verlegt. Damit ist er besser geschützt.

Das würde bei Dir auch noch gehen, falls Dich der seitliche Motor auf Dauer nervt.
Viele Grüße Reiner |
Dobsons Bauen und Deep Sky |
Bearbeitet von: am: |
 |
|
| |
Thema  |
|
|
|