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Seite: von 4

subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt am: 17.01.2021 :  17:53:29 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Abend Zusammen!

Nach langer Recherche habe ich mich dafür entschieden, einen Apochromat von Explore Scientiific zu kaufen. Mich quält aber nun die Frage, wie gross er sein soll. Ich möchte mit meinen Kindern zunächst visuell sowohl Planeten unseres Sonnensystems, als auch Galaxien und Deep Sky-Objekte beobachten. Ich möchte aber spätere Astrophotografie nicht ausschliessen.

Es soll tendenziell ein Teleskop mit dem Glas FCD-100 sein, da ich sonst die Befürchtung habe, dass ich mich später bei einem FCD-1 über (auch wenn kleine) Farbfehler ärgern werde und es dann aber kein Zurück mehr gibt.

Ich schwanke nun zwischen den Öffnungen 102mm und 127mm, da der Preisunterschied mit 700 Euro doch schon beträchtlich ist:

102mm: https://www.bresser.de/Astronomie/Teleskope/EXPLORE-SCIENTIFIC-ED-APO-102mm-f-7-Alu-FCD-100-Alu-HEX.html

127mm: https://www.bresser.de/Astronomie/Teleskope/EXPLORE-SCIENTIFIC-ED-APO-127mm-f-7-5-FCD-100-Alu-HEX.html

Ich als Anfänger habe verstanden, dass die größere Öffnung u.a. eine höhere Vergrößerung bedeutet. Aber sind in der Praxis Vergrößerungen von 254x mit dem 127mm-Apo überhaupt erreichbar/sinnvoll (v.a. wenn man am Rande einer Großstadt mit viel Lichtverschmutzung lebt) oder reicht für die meisten Fälle eine Vergrößerung von ca. 200x, wie bei dem 102mm-Apo? Und gibt es noch andere wesentliche Unterschiede bzw. Nachteile mit der 102-Öffnung i.V.m. der 127-Öffnung?

Ich danke Euch schon mal für Eure Unterstützung!

Viele Grüße
Alex

Bearbeitet von: am:

JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:01:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Alex,

die groessere Oeffnung erlaubt zwar eine groessere maximale sinnvolle Vergroesserung, aber der Haupteffekt ist 25% hoeheres Aufloesungsvermoegen und 56% mehr Licht. Gerade Letzteres ist fuer Deep Sky entscheidend - wenn Du also wirklich mal Nebel und Galaxien beobachten moechtest. Wobei diese selbst bei 125mm noch sehr schwach rueberkommen. Waeren sie Dein Hauptinteresse, waere ein grosser Newton geeigneter. Was aber in einem Refraktor gut kommt, sind die grossflaechligen Objekte - dies insbesondere mit 2"-Okularen.

Der groessere Refraktor hat natuerlich auch andere Anforderungen an die Montierung. Diese sollte gleichfalls groesser ausfallen. Denn wenn es wackelt, macht es nicht so viel Spass.

Musst Du das Fernrohr weit transportieren, oder kannst Du von Zuhause aus beobachten. Faellt Dir das Tragen schwerer Lasten leicht? Auch diese praktischen Erwaegungen gilt es zu beruecksichtigen, um die richtige Teleskopgroesse fuer Dich zu finden.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:09:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

danke für die schnelle Antwort. Ich habe schon eine EQ5 Montierung von Skywatcher, da ich zunächst einen Newton Maksutov von Explore Scientific gekauft habe, diesen aber zurückgeben werde, da ich persönlich irgendwie mit der Positionierung des Okulars nicht klarkomme. Die EQ5 sollte aber nach meiner Recherche für beide Größen ausreichen. Beobachten kann ich direkt auf dem eigenen Grundstück, muss also nicht weit schleppen.

Erkennt man denn mit dem 127er Apochromat bei visueller Beoachtung die Galaxien wenigstens schwach oder gar nicht und erst bei längerer Belichtungszeit mit einer Kamera? Und was meinst Du mit großflächigen Objekten?

Viele Grüße
Alex

Bearbeitet von: subsonic am: 17.01.2021 18:13:37 Uhr
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


18289 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:18:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

mal mit einer Austrittspupille von ~0,7mm verglichen- bei der kleineren Öffnung ist das bei ca. 140x und der größeren bei 185x der Fall, also weitgehend gleich helle Abbildung von flächigen Objekten. Das Mehr an Vergrößerung zeigt dir diese Objekte aber größer und damit sind diese für das Auge bzw. denBiocomputer dahinter besser erkennbar.

Nur zum Vergleich, ein 200/1200 Newton würde bei vergleichbarer AP eine Vergrößerung von ca. 280x bieten. Wenn du eine parallaktische Montierung nutzen willst, fordert der große Tubus natürlich eine deutlich stärkere (die EQ 5 wäre da nicht ausreichend) und Newton parallaktisch ist unangenehm, da bei jedem Schwenk der Tubus mit um die Längsachse dreht und damit Okular und Sucher teils an unpassender Stelle stehen.

Passend zur EQ 5 noch ergänzt: ein 150/750 Newton würde zu obigen Vergleich bei 215x liegen. Für visuell ginge das noch halbwegs brauchbar von der Tragkraft.

Wenn man am Rande einer Großstadt mit viel Lichtverschmutzung lebt, hilft für schwache Nebelobjekte ein guter UHC- oder OIII Filter und je größer die AP, desto besser dessen Wirkung.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: stefan-h am: 17.01.2021 18:25:32 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:34:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

Du musst Dir darüber im Klaren sein, dass schwache Objekte vielleicht weder visuell (Lichtverschmutzung) noch fotografisch (Kombination Teleskop/Montierung zu wackelig für Langzeitbelichtung) so richtig Spaß machen werden.

So ein Apo ist trotzdem ein schönes Gerät insbesondere für Planeten, aber Du nimmst da auch eine Stange Geld in die Hand, was gut überlegt sein will. Falls Du auch fotografisch unterwegs sein willst, könnte es auch sinnvoll sein, etwas Kleineres auf die Montierung zu setzen und parallel mit einem Dobson zu beobachten. Und dann raus aus der Stadt.

Für in der Stadt und für Planeten ist der Apo ok, es besteht halt die Gefahr, dass es aus den oben genannten Gründen nicht dabei bleibt...

Viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: am:
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:41:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Alex,

eine EQ5 duerfte fuer den groesseren Refraktor schon etwas schwach sein, speziell aber wenn Fotografie angedacht ist.

Mit grossflaechigen Objekten meine ich offene Sternhaufen, einige grossflaechige Nebel (die bei dunklem Himmel mit UHC-Filter beobachtbar werden, z.b. der Cirrusnebel im Schwan) und nahe Galaxien wie die Andromdagalaxie oder M33.

Generell wirst Du Galaxien mit den angedachten Oeffnungen als Nebelfleckchen sehen, die die aus Fotos bekannte Form allenfalls erahnen lassen. Beispiel Whirlpoolgalaxie (M51) - sie erscheint als runder Nebelfleck mit einem weiteren Flecken daneben (NGC5195). Um die aus Fotos bekannte Spiralstruktur zu sehen, brauchst Du neben einem dunklen Himmel eine Oeffnung von 300mm oder mehr. Fotografisch, beispielsweise mit einer DSLR, zeigen sich die Spiralen schon nach ca. 30-60 Sekunden im Bild.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  18:51:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielleicht nochmal was ganz Anderes: Waere ein achtzoelliges Schmidt-Cassegrain eine Alternative?

- passt gut auf eine EQ5
- Einblick komfortabel von hinten
- groessere Oeffnung zeigt mehr fuer Deepsky

Nachteilig waeren fuer Langzeitbelichtung die hohe Systembrennweite von 2m (die sich aber mit Reducern verkuerzen laesst), und ein etwas geringerer Kontrast am Planeten. Das letztere Problem, das durch die Zentralabschattung besteht, wird aber durch die groessere Oeffnung wettgemacht. Auch ist das maximal erreichbare Gesichtsfeld aufgrund der hohen Brennweite geringer. Die Plejaden beispielsweise wuerden im 127er ED aesthetischer wirken als im 8" SCT.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  20:13:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: stefan-h

Hallo Alex,

mal mit einer Austrittspupille von ~0,7mm verglichen- bei der kleineren Öffnung ist das bei ca. 140x und der größeren bei 185x der Fall, also weitgehend gleich helle Abbildung von flächigen Objekten. Das Mehr an Vergrößerung zeigt dir diese Objekte aber größer und damit sind diese für das Auge bzw. denBiocomputer dahinter besser erkennbar.

Nur zum Vergleich, ein 200/1200 Newton würde bei vergleichbarer AP eine Vergrößerung von ca. 280x bieten. Wenn du eine parallaktische Montierung nutzen willst, fordert der große Tubus natürlich eine deutlich stärkere (die EQ 5 wäre da nicht ausreichend) und Newton parallaktisch ist unangenehm, da bei jedem Schwenk der Tubus mit um die Längsachse dreht und damit Okular und Sucher teils an unpassender Stelle stehen.

Passend zur EQ 5 noch ergänzt: ein 150/750 Newton würde zu obigen Vergleich bei 215x liegen. Für visuell ginge das noch halbwegs brauchbar von der Tragkraft.

Wenn man am Rande einer Großstadt mit viel Lichtverschmutzung lebt, hilft für schwache Nebelobjekte ein guter UHC- oder OIII Filter und je größer die AP, desto besser dessen Wirkung.

Gruß
Stefan



Hi Stefan,

danke für den Filter-Tipp!

Ich frage mich nur, ob dieser Grössenunterschied zwischen den beiden Refraktoren 700 Euro wert ist. Ist sicherlich eine sehr subjektive Sache, aber ich kann mir diesen Unterschied bisher einfach nicht so richtig vorstellen.

Und bei dem 150/750 Newton hätte ich ja auch das Problem mit der Okularposition, wie bei dem Newton Maksutov.

Gruss
Alex

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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  20:20:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Cleo

Hallo Alex,

Du musst Dir darüber im Klaren sein, dass schwache Objekte vielleicht weder visuell (Lichtverschmutzung) noch fotografisch (Kombination Teleskop/Montierung zu wackelig für Langzeitbelichtung) so richtig Spaß machen werden.

So ein Apo ist trotzdem ein schönes Gerät insbesondere für Planeten, aber Du nimmst da auch eine Stange Geld in die Hand, was gut überlegt sein will. Falls Du auch fotografisch unterwegs sein willst, könnte es auch sinnvoll sein, etwas Kleineres auf die Montierung zu setzen und parallel mit einem Dobson zu beobachten. Und dann raus aus der Stadt.

Für in der Stadt und für Planeten ist der Apo ok, es besteht halt die Gefahr, dass es aus den oben genannten Gründen nicht dabei bleibt...

Viele Grüße, Holger



Hallo Holger,

das dem vielen Geld ist absolut richtig. Deswegen bin ich auch schon lange am Überlegen, was ich machen soll. Als ich deine Nachricht gelesen habe, kam mir spontan der Gedanke, dann doch lieber nicht so viel Geld zu investieren und einen 127mm-Achromaten für 699 Euro (https://www.bresser.de/Astronomie/Teleskope/EXPLORE-SCIENTIFIC-AR127-Air-Spaced-Doublet.html) zu nehmen, wenn ich sowieso mit dem Teleskop nicht so viel machen kann, wie ich vllt. wollte.Ich habe nur keine Vorstellung, wie stark bei dem Achromaten die chromatsiche Abberation ist und wie gut man diese mit Filtern wegzaubern kann.

Gruss
Alex

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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  20:28:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: JSchmoll

Hi Alex,

eine EQ5 duerfte fuer den groesseren Refraktor schon etwas schwach sein, speziell aber wenn Fotografie angedacht ist.

Mit grossflaechigen Objekten meine ich offene Sternhaufen, einige grossflaechige Nebel (die bei dunklem Himmel mit UHC-Filter beobachtbar werden, z.b. der Cirrusnebel im Schwan) und nahe Galaxien wie die Andromdagalaxie oder M33.

Generell wirst Du Galaxien mit den angedachten Oeffnungen als Nebelfleckchen sehen, die die aus Fotos bekannte Form allenfalls erahnen lassen. Beispiel Whirlpoolgalaxie (M51) - sie erscheint als runder Nebelfleck mit einem weiteren Flecken daneben (NGC5195). Um die aus Fotos bekannte Spiralstruktur zu sehen, brauchst Du neben einem dunklen Himmel eine Oeffnung von 300mm oder mehr. Fotografisch, beispielsweise mit einer DSLR, zeigen sich die Spiralen schon nach ca. 30-60 Sekunden im Bild.





Alles klar, danke! Das hilft mir schon mal, meine Erwartungen an die Realität anzupassen

Der grössere Refraktor wiegt inkl. Zubehör 7,7kg. Lt. Beschreibung kann die EQ5 bis zu 10 kg tragen. Ist das nicht genug Spielraum? Ich wollte die Montierung noch mit einem GoTo-Kit upgraden.

Gruß
Alex

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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  20:40:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: JSchmoll

Vielleicht nochmal was ganz Anderes: Waere ein achtzoelliges Schmidt-Cassegrain eine Alternative?

- passt gut auf eine EQ5
- Einblick komfortabel von hinten
- groessere Oeffnung zeigt mehr fuer Deepsky

Nachteilig waeren fuer Langzeitbelichtung die hohe Systembrennweite von 2m (die sich aber mit Reducern verkuerzen laesst), und ein etwas geringerer Kontrast am Planeten. Das letztere Problem, das durch die Zentralabschattung besteht, wird aber durch die groessere Oeffnung wettgemacht. Auch ist das maximal erreichbare Gesichtsfeld aufgrund der hohen Brennweite geringer. Die Plejaden beispielsweise wuerden im 127er ED aesthetischer wirken als im 8" SCT.





Das sollte wahrscheinlich nicht die grösste Rolle spielen, aber ich finde die Form eines Schmidt-Cassegrains nicht besonders ansprechend und wenn das Ding permanent im Wohnzimmer steht, sollte man den Anblick m.E. schon mögen. Aber danke für den Hinweis

Bearbeitet von: am:
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  20:43:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

Mit dem Achromaten hast Du dann sozusagen alle Nachteile kombiniert: kleine Öffnung, großer Hebel und Farbfehler...- ich hatte den auch mal und Mondbeobachtung hat damit nie richtig Spaß gemacht.

Meine Meinung: Wenn Du in der Stadt bleiben und die vorhandene Montierung nutzen willst, hol Dir ein Schmidt- oder Maksutov-Cassegrain. Ansonsten denk mal über einen Dobson nach.

So ein Apo ist ja nicht so teuer, weil man damit besonders viel sieht, sondern weil es bei größeren Durchmessern einfach aufwendig wird. Mit einem Dobson für ein paar hundert Euro sieht man mehr, wenn auch im Detail vielleicht etwas weniger ästhetisch. Aber das ist am Anfang irrelevant, da überwiegt das "Wow!", wenn man überhaupt was sieht...

Nachtrag: fürs Wohnzimmer kannst Du Dir ja noch ein altes Messingteleskop zulegen . Im Ernst: ich kenn das Gefühl auch, aber das sollte nicht entscheidend sein.

Viele Grüße

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 17.01.2021 21:19:06 Uhr
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  21:53:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Alex,

Tragkraftangaben sind bei Montierungen immer mit Vorsicht zu geniessen. Im Unterschied zum Beispiel zu einem LKW oder Kran kommt es bei einer Montierung nicht nur auf die Teleskopmasse, sondern auch auf die Form an. Je laenger das Rohr, desto groesser der Hebel und desto wackliger das Bild, wenn man fokussiert oder der Wind am Rohr zerrt. Da ist ein kurzer Stummel deutlich besser montierbar als ein langer Stab, auch wenn letzerer duenner ist und genauso viel wiegt wie der kurze Stummel.

Zum zweiten Punkt - persoenlicher Geschmack - da kann Dir keiner reinreden. Obwohl die Idee eines Zweitrohrs zur Wohnzimmerdekoration was hat - gefallen muss Dir das Instrument schon.

Und wenn Du wirklich spaeter noch fuer Deepsky ein 8" SCT nachlegen willst, dann kannst Du dieselbe Montierung verwenden. Fuer Deepskytouren das SCT, fuer Mond- und Planetenbeobachtugen den Refraktor, der dann auch im Wohnzimmer auf der EQ5 residiert.

Also ist die Option, nach dem Refraktorkauf noch was lichtsammelnderes auf die EQ5 zu setzen, immer noch gegeben.


Ein Punkt noch zu den Triplett-Refraktoren: Da diese drei Linsen haben, sind sie relativ kopflastig. Der Tubus muss zum Balancieren weiter nach hinten geschoben werden als beim Zweilinser. Diese etwas klobigen Taukappen helfen bei diesem Problem auch nicht (ich haette sie kleiner im Durchmesser und dafuer laenger gebaut). Das bedeutet, dass der Okularauszug relativ niedrig liegt - insbesondere beim existierenden EQ5-Stahlrohrstativ. Hier bringt eine saeulenfoermige Stativverlaengerung Abhilfe (gibt es von Sky-Watcher, passt unten in die Stativaufnahme und oben in die EQ5-Basis), oder Du brauchst einen bequemen Beobachtungsstuhl, um sitzend zu beobachten.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

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4103 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  22:00:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ah, gerade erst gelesen, Achromatenoption.

Ich hatte mal etwas vergleichbares, 120/1000mm Bresser Pulsar. Das war ein zweilinsiger Achromat, und ich hatte viel Spass mit dem Teil. Aber der Farbfehler ist sichtbar, und waehrend Planeten damit "gehen", ist es nicht wirklich ein Planetenteleskop. Mit hoeherer Vergroessung wird der Farbfehler sichtbarer, gerade bei hellen Objekten wie Planeten. Und das kostet Kontrast, der gerade in der Planetenbeobachtung erforderlich ist, um Details wahrnehmen zu koennen.

Diese Geraete haben ihre Staerke in der Weitfeldbeobachtung - ein schoenes 2"-Weitfeldokular und Sternhaufen und Nebel erscheinen (im Rahmen der Oeffnung) sehr aethetisch.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
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Bearbeitet von: am:
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subsonic
Mitglied im Astrotreff


45 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2021 :  22:50:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank nochmal für Eure hilfreichen Tipps!

VG und schönen Abend
Alex


Bearbeitet von: am:
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casatiastrotreff
Meister im Astrotreff

Deutschland
333 Beiträge

Erstellt  am: 18.01.2021 :  01:34:08 Uhr  Profil anzeigen  Besuche casatiastrotreff's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

alternativ ist der 120er Skywatcher Startravel als 120/600 (oder als 120/1200 Evostar) preisgünstiger und hat m.E. die bessere Optik. Habe selbst den 120/1000 Evostar und den 150/750 Startravel im Einsatz. Letzterer läßt sich auch auf 120mm Öffnung abblenden (Objektivkappe ist darauf vorbereitet).

Gruß,
Peter

"Amateurastronomen betreiben ihr Hobby professionell." --pag
"Sagen wir so: andere schrauben Farbfilter für die Planetenbeobachtung ein, um den Kontrast zu steigern. Genau diesen Effekt hat man beim Achromat gratis ;-)" --Howdii

Quelle(J) 60/700 | Vixen M80S/400 | SV503 80/560ED | Polaris 102/460 | Evostar 120/1000 (FR .5) | SW N150/750 | StarTravel 150/750 | C8 203/2030 (FR .63) - nach Bedarf auf EQ3, EQ5, SP-DX, AZ-4, Star Discovery WIFI und/oder mit FR (Focal Reducer), CMOS SVBONY SV305
SQM: 21,13 Bortle: 4 Elevation: 371m

Bearbeitet von: casatiastrotreff am: 18.01.2021 03:09:52 Uhr
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