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Seite: von 2

Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt am: 11.01.2021 :  20:35:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Freunde,

gestern hatte ich mir noch etwas Deepsky vorgenommen, denn der strahlende Sonnenschein versprach eine klare Nacht.
Die Ausgangssperre im Lockdown läßt ja längere Zeit keine Beobachtungen mehr zu, wenn man keine Sternwarte im Garten hat.
Erst wollte ich zur Hohloh fahren, aber es war mir doch zu kalt oben am Berg in knapp 1000 m NN.
Es hat mir auch so gereicht, denn am halb so hohen Tochtermannsberg, an einer windgeschützten Stelle, waren es 3 Grad und später -2 Grad.
Den 28er Dobson hatte ich schon am Nachmittag in den Kombi gepackt, damit er sich temperaturmäßig anpasen kann.
Nach einem guten Essen (danke Moni) fuhr ich nach Hofstetten, baute den Dobson auf, justierte auf die Schnelle am Polarstern
(geht in Sekunden Dank Justiermotoren) und konnte gleich in die Vollen gehen!

Jetzt zu den Bedingungen:
28" Dobson f/3,1 mit Paracorr.
Zeit 21 Uhr bis 24 Uhr
Temperatur siehe weiter oben, auf jedenfall kalt!
SQM 21,45, Seeing nicht schlecht, manchmal gut.
Wind mäßig aber saukalt. Beobachtet ohne BDSC.

Erstes Objekt war der Eskimonebel, NGC2392.
Das seeing ließ das 8mm Ethos zu, also V=310x.
Boah! Schon im Aufsuchopkular, dem 26er Nagler, richtig türkis!
Im 8mm dann unglaublich viele Details, deutlich das Gesicht und die Parka sichtbar. Etwas störend der helle Zentralstern.
Eine höhere Vergrößerung zeigte nicht mehr Details.

Dann schon einmal den Orionnebel M42 eingestellt, der im 17er Ethos richtig blendete!
Da sage mal jemand, man könne nachts keine Farben sehen: nein, zarte Grüntöne und warme Brauntöne war sehr deutlich sichtbar!
Das Trapez war schön aufgelöst, E und F aber erst mit dem 10mm zu sehen. Das sollte gegen Mitternacht noch viel besser werden.

Dann kamen der Flammennebel, Alnitak und der Pferdekopf dran.
Die passen zusammen ebenso ins Gesichtsfeld.
Nimmt man den H-Beta-Filter, wird Alnitak so abgedunkelt, dass man den Flammennebel und gleichzeitig den Pferdekopf sehen kann.
So schön! Mir kamen Tränen die Augen... ich merkte aber schnell, dass es am blöden Wind lag.

Gleich weiter zum Gespenst mit den durchdringenden Augen! M 78
Dieser Gasnebel wirkt in der großen Tüte richtig plastisch. Fantastisch!

Gleich weiter zum Rosettennebel, auch wenn der mit meinem Gesichtsfeld von knapp einem Grad nur im Detail sichtbar war.
Im O III-Filter sah ich helle, detailierte Nebelschwaden und im 10mm Ethos deutlich die Elefantenrüssel.

Etwas höher über dem Orion kam nun M1 an die Reihe. Den finde ich im Schlaf... zum Glück war ich aber hellwach!
Er war sehr hell, sehr detailreich und sehr beeindruckend.
Ich vergrößerte auf 410x und konnte in den Momenten guten Seeings zwei Sternchen aufblitzen sehen.
Endlich habe ich mal wieder den Pulsar gesehen! Das ist mit bisher nur beim HTT mit Rolands 24-Zöller und mit Kais 33-Zöller gelungen.

Weil zeitweise gutes Seeing herrschte, konnte ich mich an Fuzzies wagen, die höhere Vergrößerungen brauchen.

Also bin ich schnell zum NGC2371/72 gegangen, der sich aber etwas bitten ließ!
Ohne Sternarte und BDSC musste ich etwas herumrühren, bis ich ihn endlich hatte.
Dann aber mit 410fach konnte ich sehr schön die Doppelstruktur und den Zentralstern sehen.

Mir kroch schon langsam die Kälte in die Klamotten... besonders in meine zu dünnen Handschuhe!

Weiter ging es zum intergalaktischen Wanderer NGC2419. Das ist ein 260 000 LJ entfernter Kugelhaufen.
Er wirkte gemottelt und hin und wieder meinte ich einzelne Sternchen aufblitzen zu sehen.
NGC2419 sieht etwa so aus wie M13 im 5-Zöller.

Jetzt stand der Christmas-Tree schon höher. Zeit, den Konusnebel NGC2264 zu suchen.
Im 10mm Ethos war er recht einfach zu sehen, eine Kante wirkte dabei etwas heller.
Der ganze Bereich erschien aufgehellt, so dass der dunkle Konus gut sichtbar war.

Zum Schluss kam noch ein schweres Objekt dran: der Doppelquasar im UMA.
Auch den fand ich schnell über die 10m6 Galaxie NGC3079 und ein Viereck aus 14m Sternchen.
Der Quasar war relativ einfach zu sehen, weil die Position über das Viereck sehr einfach zu finden ist.
In Momenten guten Seeings ploppte er ab und zu doppelt auf.
Ich meine, das war erst das dritte oder vierte Mal, dass ich ihn trennen konnte.

Ganz zum Schluss stellte ich noch einmal M42 ein: ohne Worte! Ich war sprachlos

Zum allerletzten Schluss noch ein Blick auf Sirius: GRELL... und dann flackerte der Sirius plötzlich. Nix mit Sirius B

Mit klammen Fingern wurde der Dobson wieder ins Aute gepackt (Dauer etwa 10 Minuten) und es ging heimwärts.
Das letzte Mal Spechteln... wer weiß, wann man wieder rausfahren darf!

cs
Timm

48°24'39"N / 8°0'38"O
und
26°52'53"S / 25°01'32"O

carpe noctem
observo ergo sum


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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2021 :  21:55:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,


danke fuer den sehr schoenen Bericht und wow, 0.7m auf 500m Hoehe, da muss man schon was sehen.

Den Eskimo habe ich bereits einige Male in Zenitnaehe mit V=1000x beobachtet (das erste Mal versehentlich), wobei ich ein 14" Meade SCT nutze. Bei gutem Seeing kann ich Details erahnen, die ich bei 400x nicht sehe. Eigentlich nicht lehrbuchgemaess, aber anscheinend lohnt sich hier ab und zu Extremvergroesserung.

Am Sirius B habe ich mir dieser Tage mit dem 200mm-Refraktor ebenfalls die Zaehne ausgebissen. Er soll ja 10" OSO vom Sirius stehen und ca. 9 mag haben, eigentlich klingts trivial - wenn da nicht diese helle Funzel nebenan waere. Habe alles versucht, Sirius aus dem Gesichtsfeld gedraengt ... nix. Seeing war aber auch nicht gut.

Den Rosettennebel konnte ich letzte Woche erstmals im 150/750er RFT als schwache aber eindeutige Aufhellung sehen. Deine Beobachtungen zeigen, was Oeffnung mit einem dunklen Himmel zu verbessern in der Lage ist!

Ich hoffe, dass Dir bald wieder Beobachtungen vergoennt sind und Du waehrend des Lockdowns von Deinen erlebten Eindruecken zehren kannst.


PS: Was ist ein BDSC?

Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 11.01.2021 21:56:14 Uhr
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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2021 :  23:49:13 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

ja, 71cm sind schon ganz ordentlich!
Bei gutem Seeing ein Auflösungswunder... aber das gibt es selten.
Immerhin konnte ich es schon mehrmals erleben.
Leider noch nicht bei Sirius. Den habe ich aber schon sehr oft mit 20 Zoll in Südafrika getrennt.

Das BDSC ist eine Möglichkeit Objekte schnell einzustellen.
BDSC heißt Bluetooth Digital Setting Circles.

cs
Timm

48°24'39"N / 8°0'38"O
und
26°52'53"S / 25°01'32"O

carpe noctem
observo ergo sum


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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4103 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  00:20:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ah danke, ich dachte mir schon, dass es eine Art von "Push-to" ist.

Sirius B ist wohl seeingdominiert. Eine grosse Oeffung braucht man fuer 10" wohl kaum. Da werde ich hier von England wohl probieren muessen, bis ich 114 bin, um mal eine Nacht mit appropriatem Seeing zu erwischen.

Pferdekopf und Flamme gemeinsam im Bild - den Pferdekopf habe ich noch nie gesehen. Stimmt es, dass man da einen H-Beta-Filter fuer braucht? Ueber die Flamme bin ich erstmalig "gestolpert", als ich gerade 1st light mit meinem Zehnzoeller hatte. War allerdings damals noch dunklerer Himmel im Muensterland, nicht kuestennaher Streulichthimmel in Nordostengland.




Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3947 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  00:42:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,

na das ist ja ein Zufall :-)! Ich hab mich gestern endlich (seit September nicht mehr) auch auf einen "Berg" gemogelt. Auch etwa 450 Meter. Und wir hatten etwa die gleiche Ziele unter den Krachern. M42, M1, Rosettennebel, den Geisternebel, Eskimo, Weihnachstcluster und Hubbles Veränderlicher, und einiges, aber nicht vieles, mehr. An Fuzzel bin ich gar nicht ran, ich hatte keine Lust Zeit mit komplizierteren Suchen zu verdusseln.

Kalt war es, -7 hatte mein Auto nach Mitternacht angezeigt. Aber weitgehend ruhig mit dem Wind - das macht enorm was aus. Und mit Schnee, das war richtig schön. Allerdings war ich noch unter der Inversionsschicht und ich hatte mit Rauhreiff zu kämpfen. Mit Fön, Fangspiegelheizung und Lüfter am HS. Und Jackentaschen für die Okulare. Ich habe mein Teleskop noch nie so weiss gefrostet gehabt. schade, ich hatte kein Fotoapparat dabei.

Das Seeing war einigermaßen gut, E und F konnte ich beim Trapez auch erwischen. Das ist selten mit meinen 8 Zoll. Pferdekopf ging natürlich nicht und ich hatte das Gefühl der Flammennebel könnte mehr hergeben. Aber da ging auch schon die Beschlagerei los.

Dein Dobson ist ja viel offener. Hattest Du keine Probleme? Andererseits weisen Deine Temperaturen drauf hin, daß Du über der Inversion gewesen warst. Bei mir schien es kälter und vor allem sehr feucht gewesen zu sein.

Hoffen wir daß die schlimmsten Sperren nur kurz aufrecht erhalten werden. Winter Nächte sind eigentlich klasse, wenn es nicht zu sehr aus dem Osten bläst.

Wegen Handschuhen, ich habe zum Glück zwei dabei gehabt. Die normalen dünnledrigen mit mehr Gefühl, aber da froren bald die Finger ein. Und dann wulstigere mit Thinsulate. Solche mit Fingerkuppen offen und dadrüber klappbare Kappe. Von Astrogarten, glaube ich. Damit wurden die Hände sogar von kalt auf richtig warm gebracht. Die Füße waren in den Moonboots, die sind unglaublich. Auf Schnee und mehr als 6 Stunden und mit wenig Bewegung und die Füße waren mollig warm. Leider fleddern sie um die Fersen rum langsam aus, die Boots. Ich brauch bald neue.

CS und viele Grüße,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 12.01.2021 00:54:13 Uhr
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6218 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  07:27:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm, hallo Deepskyfreunde,

ach Mensch, ich bin richtig neidisch. Abgesehen von ein paar netten, aber nicht optimalen Nächten im Herbst habe ich außer dem Mond in den letzten Monaten nichts gesehen. Deepsky konnte ich bislang in dieser Saison komplett vergessen.
Da tut es mir tatsächlich gut zu lesen, dass es anderen Beobachtern besser ergeht: das bedeutet, dass es da oben tatsächlich noch Sterne gibt und nicht nur Wolken.

Timm, Dein Bericht ist sehr schön. Ein paar Paradeobjekte abgeklappert um das schöne Wetter zu genießen ohne groß rumzusuchen ist immer wieder nett. Das ist wie Zirrusnebel im Sommer: schon 100x gesehen, aber immer wieder toll.
Danke für den Bericht, es hat mich sehr gefreut ihn zu lesen. Aber ich hatte noch gar nicht mitbekommen, dass Du den 28“er mit Justiermotoren ausgestattet hast. Hast Du die hier im Forum schon mal vorgestellt? Wenn nicht, hättest Du Lust ein paar Bilder davon zu zeigen? Mich würde das sehr interessieren.

Bis dann:
Marcus

16" f/4 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (70/700 PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: Mettling am: 12.01.2021 07:29:34 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  07:57:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,

Zitat:
Das letzte Mal Spechteln... wer weiß, wann man wieder rausfahren darf!
Du durftest doch in Baden-Württemberg auch jetzt schon nur bis 20 Uhr. Schon vergessen?

Ich gönn Dir Deine Beobachtungen aber trotzdem

Viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  08:50:28 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

der Pferdekopf geht ohne Filter kaum, mit UHC-Filter besser und mit H-Beta-Filter gut.
Etwas mehr Öffnung schadet nicht...

Hallo Walter,

schön, dass du auch beobachten konntest.
Bei mir war es nicht nass, eher etwas feucht, aber behinderte mich nicht.

Hallo Marcus,

den 28er habe ich hier schon vorgestellt... geh mal zur Suche.
Ansonsten hier: klosevideo.de

Hallo Holger,

bei uns ist erst seit Montag Ausgangssperre.
Deshalb mein Titel: schnell nochmal vor der Ausgangssperre

cs
Timm

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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  09:01:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,

Ich bin mir nicht sicher, ob Du mit Spechteln als "triftigem Grund" durchgekommen wärst. Dem Wortlaut nach eher nicht. Da sollte man zumindest einen Hund dabeihaben, den man ausführt. Ich hab's lieber sein lassen.

Gruß, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  10:36:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

OUPS... ich hatte meinen Hund vergessen

Hallo Marcus,

hier etwas über den 28-Zöller im Astrotreff:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=223201

cs
Timm

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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  10:59:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,

ich hätte mir eigens einen Hund ausleihen müssen, das war mir zu aufwendig...

"Konusnebel einfach sichtbar" klingt schon verdammt gut. Eine Frage hätte ich noch zur Farbe des Orionnebels - welche Öffnung braucht es Deiner Erfahrung nach dafür? Hab ich mir das im 120/600-Bino eingebildet oder kann das sein? Die Koma heller Kometen sieht man ja auch schon im Fernglas in Grün.

Viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 12.01.2021 11:00:21 Uhr
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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  11:41:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

mit 12 Zoll konnte ich grünliche Bereiche erkennen, mit 16 Zoll dazu noch ganz zart bräunliche Bereiche.
Mit 20 Zoll in Südafrika war die Farbe dann deutlich zu sehen!
Der 28er hat die doppelte Fläche eines 20-Zöllers, also wird alles deutlich heller.

Mit deinem Bino auf der Edelweißspitze könnte es schon klappen.
Mit großen Binos habe ich aber keine Erfahrung... sie hört bei mir mit dem 15x50 Canon auf.

cs
Timm

48°24'39"N / 8°0'38"O
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26°52'53"S / 25°01'32"O

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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1929 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  11:52:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke für die Einschätzung, Timm. Ich hatte bisher schlichtweg nicht auf die Farbe geachtet und ins Auge springt sie bei meinen typischen Öffnungen dann doch nicht...

Viele Grüße, Holger


Machen ist wie wollen, nur krasser.

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3947 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  12:08:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi,

wenn ich mich einmischen darf ;-): es hilft, es zuvor gesehen zu haben. In Südafrika, hab ich es nachdem(!) ich es am 20" von Timm gesehen hatte (sehr einfach), danach auch in Patrices 16"er zart erkennen können. Und an meinem 8" dann zu Hause hab ich es mir einbilden können. Jetzt aber ist die Erinnerung verblasst - ich weiß nicht mehr wo "braun" und wo "grün" gewesen sein soll. Und so hab ich vorgestern eben im 8er nur "grün" gesehen ;-).

CS,
Walter

LLAP

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BenN
Meister im Astrotreff

Deutschland
836 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  20:12:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BenN's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,

da hast du ja gleich zwei Objekte eingestellt, die erst kürzlich hier im Forum Thema gewesen sind, den Doppelquasar und den Konusnebel. Und schön, dass du jeweils interessante Details erkennen konntest - 28-Zoll ist halt schon eine Menge Holz . Den Pulsar in M1 hat mir der Uwe mal in seinem 27-Zöller gezeigt: Damals konnte ich ihn indirekt auch als Komponente eines "Doppelsterns" erkennen, sehr denkwürdig.

Das nächtliche Farbsehen ist ja erfahrungsgemäß recht unterschiedlich ausgeprägt. Ich selber sehe im Orionnebel im Bereich von 10-Zoll Öffnung fast immer das metallisch-türkis, und manchmal auch die rötliche Komponente - hier zwei Eindrücke in meinem 9,5"-Fünfling:

Bei Hottie in Südfrika:" ... auch mit 9,5 Zoll fiel mir neben dem auffälligen grünlich/türkis auch die schwächere rötliche Komponente sofort ins Auge." Und Haley schreibt: "... es ist Zeit für einen turbofeisten Orionnebel. Im Fünfling, im 11er Nagler ist das Trapez kristallklar, Farben sind da, super." Im 16-Zöller beschrieb er übrigens "riesige, dunkelrote Schwingen" - kann ich bestätigen.

Und neulich am Auerberg: "Und wie immer großartig der Orionnebel M42, ich konnte auch etwas Farbkontrast zwischen grünlich-metallisch ("verbotene" Sauerstoff-Linien) und leicht rostrot (H-Alpha, die große Helligkeit bringt die Zäpfchen des Auges wieder etwas ins Spiel) erkennen."

Servus
Ben

http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/index.html

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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2174 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2021 :  21:26:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Timm,
danke für Deinen schönen begeisterten Kurzbericht.

Tatsächlich bist schön durch die Showpieces gehechelt, die ich auch gern anpeile im Winter. Komisch, dass der Erdnussnebel sich so hat bitten lassen...

Im Gegensatz zu Ben kommts mir eher so vor, als wäre der Pferdekopfnebel dieses Jahr ständig Thema hier im Forum :-))

Flammennebel und Pferdekopfnebel gleichzeitig in einem Sehfeld sehen, das hat mich auch überrascht in meinem 12"er. Hätte eher erwartet, dass der Hbeta den Flammennebel zu sehr abdunkelt dafür. Das war vor kurzem auch für mich sehr begeisternd. Erstaunlich dass Du die Objektkombi selbst in Deinem dicken 28er in ein Sehfeld bekommst...

Schöne Grüße und CS
Norman


gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

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