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Seite: von 3

spacepatrol
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
40 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2021 :  23:55:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich bin nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber ich habe mehr erfolglos versucht dich per persönlicher Nachricht zu kontaktieren. Dein Mailserver weißt die Mail immer wieder ab.
Ich kann dir vermutlich mit einigen Informationen weiterhelfen, die so allgemein nicht zugänglich sind. Wie können wir in Kontakt treten?

Schöne Grüße
Felix
PS.: Und allen im Forum wünsche ich natürlich ein frohes und gesundes neues Jahr!

Bearbeitet von: am:
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oldscope
Neues Mitglied

USA
8 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  03:11:24 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oldscope's Homepage  Antwort mit Zitat
Auch in Bezug auf F. Buser war seine Arbeit weiterhin nützlich. Dr. Leif Svalgaard erwähnte Folgendes: "Buser war einer der Beobachter, die ich bei unserer Rekonstruktion der Sunspot-Gruppennummer verwendet habe
[siehe Abb. 25 von https://www.leif.org/research/Revisiting-the-Sunspot-Number.pdf] Ein weiterer Amateur, H. B. Rumrill (102 mm Brashear), sandte ebenfalls Beobachtungen in die Schweiz. Ich besaß einmal sein Teleskop und seine Notizbücher. Sie werden seinen Namen in derselben Figur sehen.

Grüße Bart

Sic Itur Ad Astra!

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  13:16:26 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ja da mit der Kontaktaufnahme klappt über Astrotreff leider nicht. Das macht aber auch nichts, das was zu besprechen ist kann man ja auch hier tun.

Natürlich sind die historischen Gegebenheiten sehr interessant und werden für immer auch mit diesem Instrument verbunden bleiben.
Das ist sehr wichtig, da eine gute Dokumentation der Historie einfach dazu gehört. ich bin verblüfft, was da alles zum Vorschein tritt.

Zunächst einmal habe ich doch richtig verstanden, dass du dieses Instrument in Gute Hände abgeben möchtest, woran aber, so wie ich es lese, ein paar Bedingungen geknüpft sind.

Der technischen Seite und der Restaurationsaufgabe fühle ich mich gewachsen und könnte das, unter Verwendung einiger Quellen auch durchführen. Sowohl auf der IAS Sternwarte auf Hakos, als auch auf dem Gamsberg befinden sich jeweils eine Zeiss IV Montierung, die dort noch im Einsatz sind und als Schwerlastesel eingesetzt werden. Bin dort Mitglied...

Nur zum Verständnis meinerseits. Die Beobachtung der Corona erfordert eine bestimmte Höhe des Aufstellungsortes. Natürlich lassen sich mit solch einem Instrument gute Beobachtungen von Protuberanzen durchführen, was einen funktionsfähigen Blockfilter vorausgesetzt. Das gelänge auch auf Meereshöhe. Coronadaten zu sammeln ist so wie ich es verstanden habe eine ganz andere Sache. Bitte Korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.

Einen Aufstellungsort für die Öffentlichkeit Zugänglich ist somit relativ schwierig.

Für mich interessant wäre nun zu wissen, unter welchen Bedingungen du das Teleskop denn abgeben möchtest und welche Erwartungshaltung damit den verbunden sind.

Die Restauration traue ich mir zu, unter Zuhilfenahme meiner Kontakte und meiner eigenen Fähigkeiten was die Restauration und Instandsetzung von Montierungen und Teleskopen angeht.

Freundliche Grüße,
Thomas



Meine Homepage: www.sky-win.de

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4086 Beiträge

Erstellt  am: 03.01.2021 :  14:09:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zum Thema kann ich nichts beitragen, aber zur Kontaktaufnahme ueber Astrotreff: Nachdem ich berufsbedingt zu Outlook wechseln musste, klappte das auch bei mir nicht mehr - bis ich in den "Junk Email"-Ordner schaute. Irgendweswegen landen alle an mich geschickten Astrotreff-PNs dort. Und das umzubiegen hilft nicht, da der Absender ja immer eine neue Emailadresse ist, die wieder als "Junk" klassifiziert wird. Computer sind halt schlauer als wir.

Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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klaus_160
Neues Mitglied im Astrotreff


20 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  18:13:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Sehr interessante Diskussion!

Ich habe auch Interesse an dem Gerät, mußte mir aber leider eingestehen, daß es doch wohl eine Nummer zu groß für mich ist ...

Trotzdem kann ich an anderer Stelle viellecht etwas Beitragen:

>>>>>>>>>>>>>>>>>>
Nur zum Verständnis meinerseits. Die Beobachtung der Corona erfordert eine bestimmte Höhe des Aufstellungsortes. Natürlich lassen sich mit solch einem Instrument gute Beobachtungen von Protuberanzen durchführen, was einen funktionsfähigen Blockfilter vorausgesetzt. Das gelänge auch auf Meereshöhe. Coronadaten zu sammeln ist so wie ich es verstanden habe eine ganz andere Sache. Bitte Korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.

Einen Aufstellungsort für die Öffentlichkeit Zugänglich ist somit relativ schwierig.
>>>>>>>>>>>>

Ich baue und benutze selbst solche Geräte (siehe z.B. hier: https://www.cloudynights.com/topic/740380-i-saw-the-corona-yesterday/ ). Große Höhe ist nicht zwingend erforderlich, klare Luft ist wichtiger. Natürlich steigen die Chancen dafür mit Höhe, ich habe aber auch z.B. in München schon viele Tage gesehen, an denen man bestimmt die Korona hätte beobachten können. Das hängt aber auch von den lokalen Bedingungen ab (München hat z.B. Fön).

Die Korona (im Koronographen) ist visuell nicht sehr beindruckend, Protuberanzen machen da mehr her. Wäre trotzdem 'cool' das Gerät an einen guten Standort zu haben der manchmal Koronabeobachtung erlaubt, denn das wäre auf der Welt einmalig.

Kurz gesagt, Standort allein sollte kein Auschlußkriterium sein.



> Die Restauration traue ich mir zu, unter Zuhilfenahme meiner Kontakte und meiner eigenen
> Fähigkeiten was die Restauration und Instandsetzung von Montierungen und Teleskopen angeht.

Nicht auf Dich persönlich bezogen, aber zu diesem allgemeinen Punkt: Mechanik und Aufstellungsort sind sicher eine große Herausforderung, aber wo ich (noch mehr) graue Haare bekomme ist die Pflege der Linsen. Einmal falsch über das Objektiv gewischt und diese historische Stück ist für immer zerstört ...


Bearbeitet von: klaus_160 am: 04.01.2021 18:19:49 Uhr
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oldscope
Neues Mitglied

USA
8 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  18:48:53 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oldscope's Homepage  Antwort mit Zitat
"Wischen Sie die Linse einmal falsch ab und dieses historische Stück ist für immer zerstört ..."

Glücklicherweise ist das Glas Borosilikat, das sehr widerstandsfähig gegen chemische Verwitterung ist. Und Tau ist selten ein Problem bei Solarinstrumenten, die tagsüber und nur unter trockenen Bedingungen verwendet werden. Eine Kamelhaarbürste ist alles, was benötigt wird, um Staub fernzuhalten, und in dem seltenen Fall, dass die Linse gereinigt werden müsste, sollte es leicht genug sein, sie mit handelsüblichem Film zu reinigen, der aufgeschüttet und dann abgezogen wird. Es ist keine mechanische Reinigung erforderlich.

Falls ein Tradedy auftritt und die Linsenoberfläche beschädigt wird, kann es neu poliert werden, obwohl es dann nicht ganz die Arbeit von Andre Couder ist. Es könnte aber trotzdem wieder in Betrieb genommen werden.

Grüße, Bart

Sic Itur Ad Astra!

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  18:53:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Klaus

<<Nicht auf Dich persönlich bezogen, aber zu diesem allgemeinen Punkt: Mechanik und Aufstellungsort sind sicher eine große Herausforderung, aber wo ich (noch mehr) graue Haare bekomme ist die Pflege der Linsen. Einmal falsch über das Objektiv gewischt und diese historische Stück ist für immer zerstört ...>>

Nein, das passt schon. Ich gebe dir da vollkommen Recht. So etwas muss mit viel Bedacht und dem nötigen Respekt und Fingerspitzengefühl angegangen werden. Als langjähriger Spiegelschleifer bin mit dem Umgang von Optiken vertraut. Hier ist natürlich große Vorsicht geboten.

Das mit der Linsenreinigung hätte ich da gerne von dir etwas genauer
erläutert. Worin siehst du da im Speziellen ein Problem? In Punkto "historischem Wert" oder der "Empfindlichkeit der Oberflächen" geschuldet?

Gut finde ich übrigens auch den Contract, der so aufgesetzt ist, dass das Instrument, so wie es jetzt ist auch der Nachwelt erhalten bleibt.

Viele Grüße,
Thomas





Meine Homepage: www.sky-win.de

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  19:04:18 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Bart,

was gibt es denn da für einen Film, den man auf Optiken zum reinigen aufsprühen kann. Das hab ich schonmal in einem YouTube Video gesehen.

Hast du zu diesem Produkt mal einen Link?

Also, wir wollen es mal nicht so weit kommen lassen, dass da an den Linsen etwas passiert. Eine Restauration durch Politur sollte da wohl das letzte aller Mittel sein. Auch in der Vergangenheit bedingte Spuren an Optik und Mechanik zeigen ja nur den historischen Charakter. Das war ein Arbeitsgerät und Mittel zum Zweck.

LG Thomas.

Meine Homepage: www.sky-win.de

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klaus_160
Neues Mitglied im Astrotreff


20 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  19:30:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
>>>
Das mit der Linsenreinigung hätte ich da gerne von dir etwas genauer
erläutert. Worin siehst du da im Speziellen ein Problem? In Punkto "historischem Wert" oder der "Empfindlichkeit der Oberflächen" geschuldet?
>>>

Bei einer normalen Optik machen etwas Staub oder ein paar Kratzer praktisch nichts aus. Bei einem Kornagraphen, der etwas sehen will was ungefähr 100000x schwächer ist als die Sonne selbst, verhindert selbst ein kleinstes Stäubchen oder ein Kratzer die Boebachtung komplett.

Das ist keine Therorie, sondern Praxis: wenn bei meinen Beobachtungen ein winziges Blütenstaubkorn auf meiner Linse landet, dann wird die Korona sofort vom Streulicht überstrahlt und unsichtbar. Staub kann ich reinigen, ein Kratzer macht die Linse permanent unbrauchbar (für die Korona).

Der Punkt ist also, das die Anforderungen an des Gerät sehr hoch sind. Das Glas selbst ist nicht besonders empfindlich.

> Falls ein Tradedy auftritt und die Linsenoberfläche beschädigt wird, kann es neu poliert werden, obwohl es dann nicht ganz die Arbeit von Andre Couder ist. Es könnte aber trotzdem wieder in Betrieb genommen werden.

Das ist das, was ich mit „historischem Wert“ meinte – der wäre dann in diesem Falls stark reduziert. Außerdem ist das Polieren sicher nicht einfach, denn dies ist keine normale, handelsübliche Politur (also das, was man bei Edmund, Thorlabs und Co. Kaufen kann).


> Hast du zu diesem Produkt mal einen Link?

Ich bin zwar nicht Bart, aber ich denke er meint Kollodion.

https://webari.com/oldscope/atspages/techtips.htm

Bearbeitet von: klaus_160 am: 04.01.2021 19:54:29 Uhr
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oldscope
Neues Mitglied

USA
8 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  23:08:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oldscope's Homepage  Antwort mit Zitat
https://www.researchgate.net/publication/318601939_Application_of_Strippable_Coatings_for_Removal_of_Particulate_Contaminants
https://www.photoniccleaning.com/
https://www.newport.com/f/polymer-optic-cleaning-kits

Hallo Thomas W.,

Hier finden Sie Links zu einer Produktmarke. Ein Link zeigt kleine Kits mit einem Pinselapplikator (ich habe mich geirrt, ich dachte, es wäre ein Pumpsprühgerät - das ist es nicht.)

Das Prinzip ist jedoch dasselbe. Wende es an; Lass es trocknen; Ziehen Sie es mit allen Verunreinigungen ab. Es gibt auch die Antwort eines "armen Mannes": nicht flexibles Kollodium. Dies ist möglicherweise in Ihrer Apotheke verfügbar - es wird in Krankenhäusern und Arztpraxen zur Wundversiegelung verwendet. Sie verwenden es auf die gleiche Weise, außer dass Sie eine Schicht Mullmaterial (Käsetuch) auftragen müssen. Es sollte sich in die Schicht einbetten, wenn es nass ist. Wenn das Kollodium trocknet, können Sie mit dem Tuch die Schichten abziehen. Wenn Sie das flexible Kollodium verwenden, hinterlässt es Rückstände. Wenn die Kollodiumschicht kleine Teile hinterlässt, können Sie diese mit einem schwachen Klebeband (vorsichtig) wie Malerband abheben.

Und natürlich ist das Nachpolieren einer Optik immer die allerletzte Option. Es kann sogar besser sein, die ursprüngliche historische Optik aufzubewahren, wenn sie beschädigt wird, und sie einfach auszutauschen, wenn das Instrument weiter verwendet werden soll. Auf diese Weise wird die Arbeit des ursprünglichen Optikers für zukünftige Studien gespeichert.

Grüße, Bart

Sic Itur Ad Astra!

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oldscope
Neues Mitglied

USA
8 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2021 :  23:14:55 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oldscope's Homepage  Antwort mit Zitat
Ich habe vergessen, eine sehr wichtige Sache bei der Verwendung von nicht flexiblem Kollodium zu erwähnen. Das Lösungsmittel ist Ether. Es ist sehr flüchtig und wenn Sie es einatmen, werden Sie später mit Kopfschmerzen auf dem Boden aufwachen!

Bart

Sic Itur Ad Astra!

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
4086 Beiträge

Erstellt  am: 05.01.2021 :  03:02:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich habe bereits 1989 versucht, in meiner Apotheke "Kollodium in Aether" zu bekommen, da der Verkaeufer meines 150/1300er Criterion-Newtons mir angeraten hatte, den Spiegel damit zu reinigen. Damals hat der Apotheker mit dem Kopf geschuettelt, da das Zeug zu gefaehrlich sei, da Narkosemittel. Und das war lange vor den viel strengeren chemischen Richtlinien heutiger Tage. Es gibt aber kommerzielles Zeugs wie OpticPrep, das auf eine Linse gepinselt und spaeter abgezogen wird.

Und fuer Staub kann man auch gefahrlos Druckluftspray nehmen, speziell bei temperaturunempfindlichem Borsilikatglas.

Auch koennte man das Instrument noch versiegeln, z.B. gegen unverspiegelte Baaderfolie (gibt es die noch?), die sich problemlos austauschen laesst. Das schuetzt die originale Optik, fuehrt aber durch zwei "Glas"luftflaechen wieder Stoerungen ein.


Best wishes aus Nordostengland,
Jurgen
Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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oldscope
Neues Mitglied

USA
8 Beiträge

Erstellt  am: 06.01.2021 :  06:08:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oldscope's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas S. und alle,

Hier einige weitere Informationen von Dr. Jan Stenflo:

"Vielen Dank für die zusätzlichen historischen Informationen! Da der zusammenfassende Bericht von ATS, den Sie für mich kopiert haben, Informationen enthielt, mit denen ich nicht vertraut war (ich habe nie Zeit damit verbracht, historische Details zu untersuchen, die für unsere Institutsaktivitäten nicht relevant waren), habe ich sie erneut überprüft mit meinen Archiven nach möglichen Widersprüchen suchen. Nach einer solchen Prüfung kann ich bestätigen, dass der ATS-Bericht für mich korrekt erscheint. Hier sind meine Kommentare:

Ich sah mir noch einmal die Kopie meines Briefes vom 20. Mai 1985 an Markus Griesser an, der damals Präsident der Astronomischen Gesellschaft Winterthur war. Am Ende dieses Briefes habe ich markiert, dass eine Kopie davon an T.G. Spahni, an den ich mich nie erinnerte, dass ich ihn persönlich getroffen habe, der aber offensichtlich eine relevante Person für diesen Transfer war. Ich kenne seine genaue Rolle in diesem Zusammenhang nicht genau, aber meine Informationen über den historischen Hintergrund des Koronagraphen stammten vom Leiter meiner mechanischen Werkstatt, Frieder Aebersold, der unter Max Waldmeier in derselben Funktion gearbeitet hatte. In meinem Brief ist aufgeführt, was an die Gruppe in Winterthur übertragen wurde. Es enthielt den alten Koronagraph (ohne zu erwähnen, wer ihn gebaut hat) sowie die Halterung dafür und das Spektroskop, die beide von Zeiss stammten. Da Zeiss in dem Brief erwähnt wurde, nahm ich an, dass auch der alte Koronagraph von Zeiss gemacht wurde. Nach sorgfältiger Lektüre eines Berichts von Waldmeier in Astron. Fausthandschuh. Eidg. Sternwarte Zürich Nr. 250 erwähnt er, dass der Coronagraph eine gemeinsame Leistung von Kern & Co. (in Aarau, Schweiz) und dem Institut d'Optique in Paris war. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass T. Spahni sich um den Coronagraph gekümmert hat, nachdem die Amateurgruppe in Winterthur das Interesse daran verloren hatte, aber ich habe keine Informationen darüber.

Aus Walmeiers Bericht erfahre ich, dass der Coronagraph 1938 mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für wissenschaftliche Forschung der Universität Zürich errichtet wurde. Es wurde ursprünglich in einer provisorischen Hütte in Arosa-Prätschli genutzt. Eine erste Reihe von Korona-Beobachtungen wurde im Winter 1938/39 durchgeführt, um die Leistung des Instruments zu testen. Waldmeier erwähnt Friedrich Buser in diesem Bericht jedoch nie, und ich selbst bin diesem Namen noch nie begegnet. Daher kann ich die Existenz von Buser oder die Rolle, die er möglicherweise gespielt hat, und die Anerkennung, die er möglicherweise verdient hat, nicht kommentieren. Waldmeier erzählt, wie er, nachdem er als Assistent bei der Eidg angefangen hatte. Sternwarte drängte auf die Einrichtung eines Observatoriums außerhalb von Zürich in den Bergen, insbesondere für koronale Beobachtungen. Als 1939 mit dem Bau des Arosa-Observatoriums begonnen wurde, wurde im Sommer 1939 die provisorische Hütte in Arosa-Prätschli abgerissen und der alte Koronagraph wurde Teil des neuen Observatoriums. Während dieser Zeit war W. Brunner Direktor der Eidg. Sternwarte. Max Waldmeier wurde 1945 Direktor. "

Natürlich wissen wir, dass Friedrich Buser Arosa-Prätschli besaß. Er trug Sonnenfleckenbeobachtungen bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1939 bei, was erklärt, warum sein persönliches Observatorium "abgerissen" wurde. Ich denke, "zerlegt" könnte eine bessere Beschreibung sein. Und es scheint, dass die zweite halbkugelförmige Kuppel und die 150-mm-Zeiss-AS-Rohrbaugruppe in das neue Observatorium überführt wurden. Es scheint, dass wir jetzt den größten Teil der Geschichte kennen, außer dass wir noch keine Informationen über das 30-Meter-Spektrohelioskop (ein sehr beeindruckender Gegenstand!) Oder das Schicksal des Zeiss-Refraktors haben.

Grüße, Bart

Sic Itur Ad Astra!

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agga
Mitglied im Astrotreff


72 Beiträge

Erstellt  am: 06.01.2021 :  19:04:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,
wenn jemand eine fachgerecht Restaurierung durchführen würde, wo soll denn das Instrument aufgestellt werden. Ein Museum halte ich nicht für richtig. Es sollte vielmehr dazu anregen, sich mit der Sonne zu beschäftigen und Interesse an den Vorgängen dort wecken. Dazu muß man aber durchschauen.
Oder ich frage mal anders. Wenn der Koronograph in gutem Zustand wäre, wo würde er heute eingesetzt?
Gruß
Axel

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2021 :  14:08:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Miteinander

nachdem jetzt von Dr. Thomas Spahni auch keine Reaktion auf Mails oder Diskussionsbeträge kommen, gehe ich davon aus, dass für das Schätzchen eine Lösung gefunden wurde. Natürlich ist es sehr schwierig nach der Restauration eine Sinnvolle Anwendung oder einen dauerhaften Aufstellungsplatz für das Gerät zu finden. So wie ich es gelesen habe , war das Instrument ja 40 Jahre verschollen und niemand wusste, wo es abgeblieben war. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee es wieder dahin zu setzen, wo es vor 40 Jahren abgebaut wurde.

Die Durchführung der Restauration hätte ich mir zugetraut, einen endgültigen Aufstellungsplatz dafür wüsste ich derzeit nicht. Ich denke auch nicht, dass der Kurator der Astronomische Ausstellung des Deutsche Museums in München Interesse zeigt. Da wäre es sicher besser irgendwo in der Schweiz aufgehoben, wo es ja einen historischen Bezug zur wissenschaftlichen Arbeit und zur Herstellerfirma des Teleskops gibt.

Schöne Grüße,
Thomas W.


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