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Seite: von 3

Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 16.11.2020 :  18:55:27 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Niklo
Das Seeing war sicher um einiges besser.
Hallo Roland,

das war überhaupt das beste Seeing, was ich hier in all den Jahren mit meinem Setup erlebt habe, und anhand einer gemorphten Animation konnte ich zeigen, wie plötzlich es dann nach relativ kurzer Beobachtungsdauer abgestürzt ist.

Dank Dir für Deine freundlichen und hilfreichen Kommentare!

Gruß Jan

Bearbeitet von: Jan_Fremerey am: 16.11.2020 18:57:12 Uhr
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Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2020 :  19:23:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: 30sec
Wenn du weiter an diesem Thema arbeiten möchtest, dann würde ich dir vorschlagen das ganze "in Vitro" zu testen.
Hallo Ralf,

komme nochmal zurück auf Deinen Vorschlag sowie auf meinen alten "Zwischenverkleinerungstest": Habe jetzt also den oben gezeigten Jupiter um den Faktor 0,71 zwischenverkleinert und das in der verkleinerten Form abgespeicherte Bild anschließend mit dem interpolierenden dSinc Algorithmus in Fitswork um den Faktor 1,41 zurückvergrößert. Hier ist der Vergleich:



Damit glaube ich nachgewiesen zu haben, dass meine neueste Aufnahmetechnik mit 2,4 µm Kameraraster bei f/5 auch unter optimalen Sichtbedingungen gleichwertig ist mit der zuvor über 10 Jahre hinweg praktizierten Technik mit 3,75 µm bei f/11.

Gruß Jan

Bearbeitet von: Jan_Fremerey am: 17.11.2020 19:34:56 Uhr
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Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  12:03:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Jan_Fremerey
Damit glaube ich nachgewiesen zu haben, dass meine neueste Aufnahmetechnik mit 2,4 µm Kameraraster bei f/5 auch unter optimalen Sichtbedingungen gleichwertig ist mit der zuvor über 10 Jahre hinweg praktizierten Technik mit 3,75 µm bei f/11.
Inzwischen hatte ich vorübergehend Zweifel an der eigenen Demonstration, da nämlich das Ausgangsbild der Vergleichsanimation gegenüber dem Maßstab des Videos bereits um den Faktor 1.4 vergrößert war. Um also auf einen Maßstab zu verkleinern, der dem 0,7-fachen des Original-Videos entspricht, habe ich das Ausgangsbild nunmehr um den Faktor 2 verkleinert und abgespeichert:



Das verkleinerte Bild umfasst jetzt also tatsächlich nur noch halb so viele Pixel wie die Frames aus dem Original-Video und damit ebenso viele Pixel, wie wenn ich es mit der ASI178MM bei f/5 aufgenommen hätte.

Nach 2-facher Rückvergrößerung des verkleinerten Bilds sieht der Vergleich zu dem mit der ASI120MM bei 3,75 µm Pixelraster und f/11 gewonnenen Bild nun so aus:



Damit scheint mir der oben genannte Nachweis des Auflösungsvermögens bei 1,27 m Brennweite mit 2,4 µm Pixelraster und f/5 nun doch einigermaßen realistisch, auch wenn dieses Auflösungsvermögen bei meiner aktuellen Marsaufnahme aufgrund des mangelhaften Seeings nicht zur Wirkung kommt.

Gruß Jan

Bearbeitet von: am:
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30sec
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2868 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  12:26:33 Uhr  Profil anzeigen  Besuche 30sec's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jan,
ein guten und aufschlussreicher Vergleich. Allerdings führt der m.M.n. noch nicht zwangsläufig zu dem Schuss auch mit so kurzer Brennweite sinnvoll filmen zu können. Als Praktiker interessieren mich auch die "weichen" Faktoren. D.h. wie gut schafft es die SW auf den sehr kleinen Maßstäben zu stacken? Den Kontrast hatte ich schon angesprochen, die Sensorpixel streuen ja etwas Licht in die Umgebung und das Schärfen im Sub-Pixel-Bereich ist sicher auch schwieriger als wenn man etwas Luft hat. Aber, du hast durchaus Recht, wenn man einen Sinn darin sieht mit sehr kleiner Brennweite zu arbeiten (z.B. Helligkeit des Objektes, oder schlechtes Seeing), dann braucht man vor f/5 keine Angst habe. Ich selber hatte es damals mit Newton an der Vernus im UV so gemacht. Der Hintergrund war der, dass meine Brennweitenverlängerung im UV recht undurchlässig war. Erst ohne Verlängerung kam ich auf sinnvolle Belichtungszeiten und im UV ist das Seeing für gewöhnlich ja auch nicht sonderlich gut.
Ich glaube Übrigens, dass Jupiter kein so gutes Objekt ist um das Ganze zu testen. Die Strukturen in den Wolken sind in sich schon oft sehr weich.
Viele Grüße,
ralf

Bearbeitet von: am:
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Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  13:08:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: 30sec
wie gut schafft es die SW auf den sehr kleinen Maßstäben zu stacken?
Hallo Ralf,

da sehe ich eigentlich keine besonderen Probleme, siehe u.a. auch hier.

Zitat:
Den Kontrast hatte ich schon angesprochen, die Sensorpixel streuen ja etwas Licht in die Umgebung und das Schärfen im Sub-Pixel-Bereich ist sicher auch schwieriger als wenn man etwas Luft hat.
Die Auswirkung auf den Kontrast hatte ich noch nicht ganz verstanden, und die Bildbearbeitung beginnt bei mir grundsätzlich erst nach einer vorgeschalteten Vergrößerung auf mindestens 150% des Videomaßstabs.

Zitat:
wenn man einen Sinn darin sieht mit sehr kleiner Brennweite zu arbeiten (z.B. Helligkeit des Objektes, oder schlechtes Seeing)
Für mich ist da vielfach der Gewinn an Gesichtsfeld, insbesondere am Mond und bei Deep Sky, entscheidend.

Zitat:
Ich glaube Übrigens, dass Jupiter kein so gutes Objekt ist um das Ganze zu testen.
Das war jetzt nur mal ein Beispiel für exzellentes Seeing, aber es zeigt sich natürlich auch an kontrastreichen Objekten, wie etwa M3.

Dank&Gruß Jan

Bearbeitet von: am:
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30sec
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2868 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  17:56:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche 30sec's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jan,
Deep-Sky ist ja nochmal eine ganz andere Geschichte. Hier arbeitet man ja nie beugungsbegrenzt sondern immer seeingbegrenzt. (Weitwinkel mal ausgenommen) Gute Aufnahmen haben i.d.R. etwa 2" Auflösung. Dafür braut es bei kleinen Sensorpixeln und perfekter Optik nicht mehr als 300 bis 500 mm Brennweite. Aber auch hier spielt die Öffnung eine wichtige Rolle, nämlich sie gibt vor, wie viele Photonen eingefangen werden können, deshalb sollte sie möglichst groß sein. Habe ich z.B. 200mm Öffnung dann würde ich gerne nur 300 oder 500mm Brennweite haben, geht aber nicht wirklich, weil die Abbildungsqualität außerhalb der optischen Achse schnell sehr schlecht wird.
Das gilt übrigens auch für dein Argument mit dem großen Feld bei Mond. Selbst mit Komakorrektor verschlechtert sich die Abbildung in den Ecken. Ich selber ziehe es deshalb vor Mosaike zu erstellen aus kleineren Bildfeldern.
Zum Kontrast: Stelle dir eine Sinuskurve vor und taste sie einmal sehr grob und einmal eher fein ab. Die maximale Amplitude deiner Pixelhelligkeiten ist bei grober Abtastung geringer, auch, wenn die Kurve als solche zu erkennen bleibt. So verhält es sich -aus meiner Sicht- auch mit den Details im Bild. Ich habe viele Stern-PSFs erstellt. Sowohl bei kurzen Brennweiten f/10 (unter Nyquist) als auch bei f/14. Ich konnte jeweils gut das Airyscheibchen abbilden mit allem, was man braucht. Bei der kurzen Brennweite konnte ich das Tal zw. Zentrum und dem 1. Beugungsring zwar gut sehen, die Helligkeitsamplitude zwischen Beugungsring und dem Tal war aber geringer als bei der längeren Brennweite. Die Schärfe, also die räumliche Auflösung, war in beiden Fällen aber gleich. Hier spielt die Streuung zwischen den Sensorpixeln vermutlich auch noch eine Rolle. Das habe ich mit Kontrast gemeint.
Viele Grüße,
ralf

Bearbeitet von: am:
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Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  20:37:47 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: 30sec
Deep-Sky ist ja nochmal eine ganz andere Geschichte. Hier arbeitet man ja nie beugungsbegrenzt sondern immer seeingbegrenzt. (Weitwinkel mal ausgenommen) Gute Aufnahmen haben i.d.R. etwa 2" Auflösung.
Hallo Ralf,

bei 0,5 s Belichtungszeit werden in meiner M3-Aufnahme Sternpaare mit knapp 1" Abstand klar, d.h. deutlich besser als Seeing aufgelöst. Bei noch kürzeren Zeiten komme ich praktisch ans Beugungslimit, siehe hier. Bei typischen DS-Aufnahmen mit Langzeitbelichtung reichen in der Tat 200-500 mm Brennweite, dann aber sinnvollerweise auch wieder mit einem an das Öffnungsverhältnis angepassten Kameraraster. Will mal bei nächster Gelegenheit mit der ASI178MM im Primärfokus meines Reiseteleskops DS ausprobieren, vermutlich dann im Hinblick auf Seeing eher mit 2x2 Binning. Das Teleskop ist immerhin mit einem komafreien FH 70 mm f/5,7 ausgestattet.

Zitat:
Selbst mit Komakorrektor verschlechtert sich die Abbildung in den Ecken.
Diese Korrektoren sind typischerweise auch auf der Achse unscharf mit Spotdurchmessern >10 µm, da lohnt sich keine hochauflösende Kamera.

Zitat:
Ich selber ziehe es deshalb vor Mosaike zu erstellen aus kleineren Bildfeldern.
Ja klar, da brauche ich aber mit meinem derzeitigen Setup viel weniger Teilbiler als zuvor, siehe hier.

Dank Dir für Deine Erläuterungen zum Kontrast. Damit werde ich mich gerne noch näher beschäftigen, vorzugsweise auch mit praktischen Tests.

Willst Du die 60-seitige Abhandlung, die Du gerade schreibst, in einem Printmedium veröffentlichen? Bin sehr gespannt darauf und hoffe, Du hast genügend Freizeit, um daran zu arbeiten.

Gruß, Jan

Bearbeitet von: am:
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30sec
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2868 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  23:04:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche 30sec's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jan,
mit Deep-Sky meinte ich klassisches Deep-Sky, nicht uns Kurzzeitbelichter, da geht tatsächlich mehr.
Was mein Geschreibsel angeht, so versuche ich überhaupt erst einmal alle meine Gedanken zu ordnen und aufzuschreiben. Mehr ist z.Z. nicht geplant.
Viele Grüße,
ralf

Bearbeitet von: am:
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Jan_Fremerey
Senior im Astrotreff


245 Beiträge

Erstellt  am: 27.11.2020 :  01:12:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jan_Fremerey's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Niklo
Was bei der Blinkmethode noch auffällt sind 3 dunkle Strahlen, die von der Bewölkung auf der Nordpolargegend ausgehen. --- Könnten das Schärfungsartefakte sein?
Hallo Roland,

diese Vermutung hatte ich ja bereits bestätigt. Inzwischen habe ich noch eine neue Ausarbeitung fertiggestellt, bei der diese Streifenrtefakte in der nördlichen Ebene kaum noch auffallen. Außerdem ist der hellere Planetenrand nicht so stark ausgebrannt wie in der älteren Version, und auf der Schattenseite sieht man noch mehr vom Planetenrand, hier ein Blinkvergleich:



Außerdem habe ich versucht, die Farbgebung mehr an die oben bereits zitierte Aufnahme vom 1m-Teleskop auf dem Pic du Midi anzupassen in der Annahme, dass diese weitgehend der fotografischen Realität entspricht:



Bedauerlicherweise ist es mir noch nicht gelungen die "Saumartefakte" am beleuchteten Planetenrand zu entschärfen, das gelingt möglicherweise nur mit zonalen Bearbeitungstechniken. Vor Jahren konnte ich solche Arbeiten mit der sehr gut zu handhabenden Software "Picture Publisher" durchführen, die ich auf meiner gegenwärtigen Windows 10 Plattform nicht mehr zum Laufen bringen konnte. Im übrigen will ich es aber mit der Nachbearbeitung an dieser Stelle auch nicht übertreiben, da die Qualität des Ausgangsmaterials* unter den Sichtbedingungen zum Zeitpunkt der Aufnahme doch recht eingeschränkt war.

Gruß Jan

*Nachtrag: Hier nochmal die ersten 1167 Frames des maßstäblich und bildtechnisch unveränderten, 52x52 px umfassenden Ausschnitts aus dem mit ROI 200x200 bei 560 fps aufgenommenen Originalvideo.

www.astro-vr.de
10" f5 Spiegel von Bob Royce, offene Bauweise an Trägerrohr
FH 6" f/20 von D&G mit gefaltetem Strahlengang, offene Bauweise an Trägerrohr

Bearbeitet von: Jan_Fremerey am: 27.11.2020 11:26:08 Uhr
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