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Seite: von 3

Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 12.11.2020 :  22:07:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo quilty

Zitat:
jetzt kommt die Preisfrage. Wie misst man die tatsächliche Brennweite des Mak oder eines anderen katadioptischen Systems?
Also mein 5" Bresser Mak soll 1900 mm haben, in echt hat er aber eher 2,0 m.



zb. so wie von mir im Beispiel oben erklärt.
Also zb. den Durchmesser des Mondes im Fokus messen und mit dem Messergebnis so wie gezeigt die Brennweite berechnen.
---------------------------------------------------------------------

Zu Systemen mit HS Fokussierung.
Die Sekundärbrennweite bzw. Systembrennweite lässt sich sehr einfach berechnen.

f = f1xf2 / (f1+f2-e)

f = Sekundärbrennweite (Systembrennweite )
f1= Primärbrennweite ( Brennweite HS
f2= Brennweite 2. Element (Sekundärspiegel)
e= Abstand 1. Element (HS) zu 2. Element (SP) also hier Abstand HS zum SP

Die Formel gilt übrigens für Linsen genauso, ich spreche daher allgemein von optischen Element und nicht speziell vom Spiegel.

Wenn ich also über die HS Fokussierung e verändere dann wird auch f verändert.
Kennt man f1, f2 und e kann man f sehr einfach berechnen.
Leider sind alle 3 Parameter meist nicht bekannt sondern nur f.
Aber ich denke die obige Formel ist dennoch sehr nützlich um den Zusammenhang von e und f also von Systembrennweite und dem über die HS Fokussierung veränderbaren Abstand e zu verstehen.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: Gerd-2 am: 13.11.2020 14:21:46 Uhr
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 13.11.2020 :  12:20:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd, es kann sein, dass wir uns nicht widersprechen, und ich werd das demnächst in echt ausprobieren, z.B. an den Pleiaden
Gestern hab ichs mir aufgezeichnet, allerdings konnte ich die tatsächliche Brennweite nicht aufs A4 kriegen. Aber einses wurde mir klar: Derselbe Lichtkonus (Dasselbe Abbild) vom HS fällt auf einen kleineren Bereich des FS, wenn der FS sich vom HS entfernt. Und wird in stumpferem Winkel Richtung Okular reflektiert. Nach vorn verlängert, wie in Nonsensens Skizze zu sehen, rückt die virtuelle Frontlinse näher ran. Gleichzeitig rückt der Backfokus zum Teleskop, und wenn man den HS um ca. 1 cm nach außen schöbe, läge der Backfokus im Teleskop. Das heißt, die Brennweite des Teleskops verringert sich.
Oder ist da ein Denkfehler?

Bearbeitet von: quilty am: 13.11.2020 12:26:35 Uhr
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 13.11.2020 :  14:15:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo quilty

ich habe doch schon die Formel geliefert die zum vollständigen verstehen der Zusammenhänge benötigt wird.

f = f1xf2 / (f1+f2-e)

f = Sekundärbrennweite (Systembrennweite )
f1= Primärbrennweite ( Brennweite HS
f2= Brennweite 2. Element (Sekundärspiegel)
e= Abstand 1. Element (HS) zu 2. Element (SP) also hier Abstand HS zum SP

Wir haben hier eine Division
Der Abstand HS- SP (e) steht im Divisor, was passiert denn nun wenn e größer wird.
Achtung f2 ist hier negativ!
Das Produkt f1xf2 ist also auch negativ. Wenn der Quotient f positiv sein soll muss der Divisor also negativ sein.
Daraus folgt je größer e umso kleiner wird f.

Wem es schwer fällt die Formel zu interpretieren, der kann auch einfach mal mit Beispielwerten nach rechnen und schauen wie sich das Ergebnis bei verändern des gewünschten Parameters hier zb. e verändert.

gegeben

f1 = 60mm
f2 = -20mm
e = 45mm

gesucht f

f = 60x-20 / (60+-20-45)
f= -1200/-5
f= +240mm

Und wer es gerne visuell mag der kann natürlich auch die in der Beispielrechnung verwendeten Parameter inklusive dem Ergebnis f auf ein Blatt Papier zeichnen.
Praktischerweise nimmt man hier für die zugrunde zulegende Beispielrechnung Größen für f1,f2, e und f die man auch auf ein A4 Blatt bekommt.
Das habe ich daher auch gleich bei obiger Beispielrechnung so gemacht.

Für die Zeichnung brauchen wir noch den Abstand SP zum Sekundärfokus
a = m *c
a Abstand SP –Sekundärfokus (Fokus des Teleskops)
c = Abstand SP zum Primärfokus (Fokus HS)
c = f1 –e
m = Verlängerungsfaktor
m = f/f1

für unser Beispiel
c = 60-45
c = 15mm
m = 240/60
m = 4
a = 4x15
a = 60mm
Der Fokus des Teleskops liegt also 60mm vom SP entfernt

Du kannst es also nun auf A4 nachzeichnen.
Jetzt kannst du gerne mal e oder auch f1 und f2 verändern und schauen was passiert und das auch wieder zeichnen wenn es zum besseren Verständnis der Zusammenhänge hilfreich ist.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: Gerd-2 am: 13.11.2020 23:02:04 Uhr
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 14.11.2020 :  11:39:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Also da ist dann kein Widerspruch, wenn e länger wird, verkürzt sich F. Mit F = f1f2/(f1+f2-e) könnte man das schön ausrechnen, wenn man die Daten hätte, vor allem f2. Dann kann man das nach f2 auflösen (oder versuchen das zu tun), dann krieg ich erst f1/f2 - e/f2 = F x f1 - 1 und dann: f2 = (f1-e)/Ff1-1, und das ergibt doch keine sinnvollen Ergebnisse für f2. Oder höchstens, wenn man in m und nicht in cm rechnet :-). Angewandt auf mein GSO CC6 ist f2 dann -1,75 m. (F=1,80m, f1=0,50m, e=325mm). Das find ich ganz schön lang. Und wie erhält man daraus den Vergrößerungsfaktor des Sekundärspiegels?
Wie gesagt werde ich das demnächst am Mak ausprobieren, nachdem ich die optischen Wege von 1,25 und 2 Zoll Zenit ermittelt habe.
Nochmal zum Verständnis des Mak: Ist es richtig, dass die Frontlinse überhaupt keine Linse, sondern nur eine gewölbte Scheibe von überall gleicher Dicke ist? Wie dick ist sie ungefähr? Denn wenn das der Fall ist, ist die Dicke der Scheibe für die Korrektur entscheidend. Und hat der Fangspiegel denselben Radius wie die Scheibe, oder wird der mit anderer Wölbung reingeschliffen?

Bearbeitet von: quilty am: 14.11.2020 16:29:55 Uhr
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 15.11.2020 :  01:43:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo quilty,

Zitat:
Angewandt auf mein GSO CC6 ist f2 dann -1,75 m. (F=1,80m, f1=0,50m, e=325mm).


1/f2 = (f1/(f*f1-f*e))-1/(f1-e)
1/f2 = (500mm/(1800mm*500mm-1800mm*325mm)) – 1/(500mm-325mm)
f2 = 1/-0,00412698 mm
f2 = -242,3mm

Zitat:
Nochmal zum Verständnis des Mak: Ist es richtig, dass die Frontlinse überhaupt keine Linse, sondern nur eine gewölbte Scheibe von überall gleicher Dicke ist? Wie dick ist sie ungefähr? Denn wenn das der Fall ist, ist die Dicke der Scheibe für die Korrektur entscheidend.


Das ist eine Meniskuslinse.
Beide Krümmungsradien weichen geringfügig voneinander ab so dass die Meniskuslinse eine geringe Brechkraft hat.
Es ist außerordentlich wichtig das beide Krümmungsradien exakt eingehalten werden.
Auch die Dicke der Meniskuslinse muss exakt stimmen da diese auf die Krümmungsradien abgestimmt ist.
Es wird so die sphärische Korrektur hergestellt.
Abweichungen von Design Vorgaben haben daher eine sphärische Aberration zur Folge.

Zitat:
Und hat der Fangspiegel denselben Radius wie die Scheibe, oder wird der mit anderer Wölbung reingeschliffen?


Es gibt da Beide Möglichkeiten.
Beim Gregory hat der SP den gleichen Krümmungsradius wie die dem HS zugewandte Seite der Meniskuslinse.
Beim Rumak wird ein extra SP gefertigt mit abweichendem Krümmungsradius.
Der Rumak verfügt daher über eine bessere Feldkorrektur.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: am:
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 15.11.2020 :  10:08:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd,
jetzt komm ich da auch hin. Warum nur krieg ich das nie beim ersten mal ordentlich hin: f2 = F(f1-e)/(f1-F) und dann 242 mm. Das klingt viel realistischer als 1,75 m.
Wie bekommt man daraus den Vergrößerungsfaktor für den Fangspiegel. (f2/Durchmesser haut nicht ganz hin, optisch aktiver Durchmesser: 48 mm, das ergäbe ca. 5x, was eindeutig zu hoch wäre)

Was ist eine Meniskuslinse? Jede konvex-konkave Sammellinse? Ich nehme an, beim Mak ist dann vorn eine schwache Sammellinse.

Bearbeitet von: quilty am: 15.11.2020 11:54:54 Uhr
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 15.11.2020 :  15:34:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo quilty,

Zitat:
Wie bekommt man daraus den Vergrößerungsfaktor für den Fangspiegel. (f2/Durchmesser haut nicht ganz hin, optisch aktiver Durchmesser: 48 mm, das ergäbe ca. 5x, was eindeutig zu hoch wäre)


die Formel hab ich weiter oben schon angegeben.
m = f/f1
Bei dir also 1800/500 = 3,6
Es ist also schlicht und ergreifend das Verhältnis von Sekundär zu Primärbrennweite.
Also um welchen Faktor ist die Primärbrennweite größer.
Mit dem Durchmesser eines Spiegels hat das überhaupt nichts zu tun, der ist hier völlig irrelevant.
Eventuell irritiert dich hier das eingangs von Michael gebrauchte Bild mit den unterschiedlich Spitzen Kegeln.

Aber die Brennweite bestimmt natürlich den Abbildungsmaßstab.
Ein Objekt zb. der Mond ist im Fokus bei um Faktor m größerer Brennweite natürlich auch um Faktor m größer.
Um dir das grafisch vorzustellen ist ein Dreieck mit der langen Spitze zur Optik zugewandt richtig. Also genau anders rum wie der Lichtkegel der Optik!
Gegenüber der langen Spitze also auch gegenüber der Optik bestimmt die Größe des Abbilds eines Objekts also zb. der Durchmesser bzw. Radius des Mondes die Größe einer Kathete und die Brennweite stellt die Hypotenuse dieses Dreiecks dar.
Der Spitze Winkel des Dreiecks wird vom Winkel des Objektes vorgegeben unter den man es sieht. Beim Mond also 0,5° Durchmesser bzw. 0,25° im Radius
Hier mal eine kleine Skizze zur Veranschaulichung.



Zitat:
Was ist eine Meniskuslinse? Jede konvex-konkave Sammellinse? Ich nehme an, beim Mak ist dann vorn eine schwache Sammellinse.


Eine Sammellinse ist konvex eine Zerstreuungslinse konkav.
Ob eine konvex-konkave Linse eine Sammel oder Zerstreuungslinse ist hängt davon ab welcher Krümmungsradius kleiner ist, der konkave oder der konvexe.
Man kann sich das auch als einzelne plankonkav und plankonvex Linsen vorstellen deren Planflächen miteinander verkittet sind.
Haben beide die gleiche Brennweite heben sich die Brechkräfte gegenseitig auf.
Hat die plankonkav Linse die kleinere Brennweite also größere Brechkraft bleibt unterm Strich noch eine negative Brechkraft übrig. Hat die plankonvex Linse die kleinere Brennweite ist es umgekehrt.

Bei der Meniskuslinse eines Maks ist der konkave Krümmungsradius kleiner, sie besitzt also negative Brechkraft und ist daher eine Zerstreuungslinse. Aber wie gesagt es ist hier nur eine sehr geringe Brechkraft nötig

Grüße Gerd

Bearbeitet von: am:
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 16.11.2020 :  12:20:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd,
super, dass man hier so einfache, allgemeine Sachen besprechen kann. Und super mit der Skizze, welche ich momentan nicht hinbekommen würde. (Früher, mit Dos 6.2 und Freelance Graphics konnte ich sowas auch mal :-)). In deiner Skizze ist jetzt kaum eine Vergrößerung zu sehen, richtig? Hier ergibt sich die Vergrößerung aus dem Verhältnis vom Objekt zur Optik und von der Optik zum Abbild. Beim Maksutov, bei mir z.B. 2,0 m, ist die Brennweite von wo zum Brennpunkt? Von der virtuellen Frontlinse, welche der Sekundärspiegel nach vorn projiziert, wo der Lichtkonus den Durchmesser der Meniskuslinse hätte, oder?
F = f1xf2, das ist mir schon klar. Aber, wenn ich nun die Brennweite vom Fangspiegel kenne, hier z.B. 242mm, kann ich damit nicht direkt m ausrechnen? Das wäre ein Test, ob alles stimmt, wenn man auf zwei Wegen zum selben Ergebnis kommt.
Und nochmal Meniskuslinse, das Wort kommt von dir. Was ist das? Eine konvex-konkave Linse, egal ob sie sammelt oder zerstreut?
Gruß
Stephan

Bearbeitet von: am:
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 16.11.2020 :  20:37:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo quilty,

Zitat:
In deiner Skizze ist jetzt kaum eine Vergrößerung zu sehen, richtig? Hier ergibt sich die Vergrößerung aus dem Verhältnis vom Objekt zur Optik und von der Optik zum Abbild.


die Skizze soll für weit entfernte Objekte gelten, also dort wo man auf unendlich fokussiert und damit Bildweite und Brennweite nahezu identisch sind.
Ist natürlich sehr unglücklich gezeichnet wenn das Objekt in der Skizze nur etwa so weit weg ist wie das Abbild.
Mir ging es hier nur ums Prinzip, du musst dir das Objekt um ein vielfaches weiter von der Optik entfernt denken als das Abbild.

Vergrößert wird hier natürlich nichts, im Gegenteil das Abbild ist dann wesentlich kleiner als der Gegenstand.
Nehmen wir mal den Mond, der ist ja immerhin 3470km im Durchmesser. Stell dir mal vor das Abbild wäre genauso groß oder gar noch größer.
Es muss also wesentlich kleiner als die Originalgröße sein.
Hier hilft uns die Skizze von mir.
Er ist 380000km von der Erde und damit der Optik entfernt und sein Abbild sei 2m von der Optik entfernt.

Der Mond ist also um Faktor 380000km/0,002km = 190000000 weiter weg als das Abbild. Darum ist das Abbild um diesen Faktor kleiner als das Original.
Also Original Größe 3470km / 190000000= 0,00001826km = 18,26mm.
Also Mond in Originalgröße 34702km
Das Abbild des Mondes 2m hinter dem Objektiv = 18,26mm
Bei der enormen Entfernung kann man Bildweite und Brennweite als praktisch gleich ansehen.
Man kann also sagen bei einer Brennweite von 2m ist das Abbild des Mondes im Fokus 18,26mm groß.
Bei zb.0,5m Brennweite hingegen nur 4,56mm

Wenn man es etwas einfacher haben möchte bietet es sich an wie schon vor einer Weile von mir gezeigt mit dem Winkel zu arbeiten unter dem man das Objekt sieht. Es wäre gerade bei den Dimensionen in der Astronomie doch etwas umständlich immer mit den original Größen und Entfernungen zu arbeiten so wie ich es beim Mond vorgerechnet habe.

Hier kommt das rote rechtwinklige Dreieck in meiner Skizze ins Spiel.
Der Mond hat 0,523° im Durchmesser also 0,2615° im Radius.

tan0,2651° = r/2000mm
r= tan 0,261° *2000mm = 9,13mm
d = 18,26mm
Bei dem kleinen Winkel kann man aber näherungsweise auch gleich mit dem Durchmesser rechnen
d = tan0,523°*2000mm = 18,23mm

Zitat:
Beim Maksutov, bei mir z.B. 2,0 m, ist die Brennweite von wo zum Brennpunkt? Von der virtuellen Frontlinse, welche der Sekundärspiegel nach vorn projiziert, wo der Lichtkonus den Durchmesser der Meniskuslinse hätte, oder?


Ja so kann man sich das vorstellen.

Zitat:
F = f1xf2, das ist mir schon klar.


F ist die Öffnungszahl und die errechnet sich f/D !
Es wäre sinnvoll die korrekten Kürzel zu verwenden um Verwechslungen vorzubeugen
f ist die Sekundärbrennweite und die berechnet sich zu f1 x m und nicht mal f2.

Zitat:
Aber, wenn ich nun die Brennweite vom Fangspiegel kenne, hier z.B. 242mm, kann ich damit nicht direkt m ausrechnen?


Dafür benötigst du noch den Abstand zum Primärfokus c
Der Verlängerungsfaktor hängt schließlich nicht nur von der Brennweite sondern auch vom Abstand zum Primärfokus ab.
Hast du nur den Abstand zum HS also e musst du c noch berechnen.
c = f1-e
m = 1/ 1-(c/f2)
m = 1/1-((f1-e)/f2)

Für dein Beispiel also
m = 1/1-((500-325)/242,3)
m = 3,6

Zitat:
Und nochmal Meniskuslinse, das Wort kommt von dir. Was ist das? Eine konvex-konkave Linse, egal ob sie sammelt oder zerstreut?


Du könntest ruhig selber mal etwas googeln dann würdest du schnell fündig.

Das Wort Meniskuslinse stammt nicht von mir.
Bei Zeiss hatte man die MAKs damals sogar als Meniscas bezeichnet.
Natürlich in Anlehnung an die hier verbaute Meniskuslinse.
https://de-de.facebook.com/138428192896386/posts/carl-zeiss-jena-maksutov-cassegrain-telescope-meniscas-1801800-never-used-comes-/1698048013601055/

Grüße Gerd

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quilty
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64 Beiträge

Erstellt  am: 16.11.2020 :  23:04:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das scheint zu stimmen. Danke Gerd, ich glaub ich hab alles zusammen.
Ich hab den Meniskus auch nicht erfunden, glaube aber dass konvex-konkave Linsen so genannt werden. Übrigens würde schon eine konvex-konkave Linse mit gleichem Krümmungsradius vorn und hinten leicht zerstreuen, daher meine Frage.
Gruß
Stephan

Bearbeitet von: quilty am: 17.11.2020 10:31:25 Uhr
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

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1146 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2020 :  13:41:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stephan,

Zitat:
Übrigens würde schon eine konvex-konkave Linse mit gleichem Krümmungsradius vorn und hinten leicht zerstreuen, daher meine Frage.


mit gleichen Krümmungsradien hat sie bereits positive Brechkraft, wäre also eine Sammellinse. Wie stark die Brechkraft hier ist hängt auch sehr von der Dicke der Meniskuslinse ab.
Wie ich in einem Beitrag weiter oben schon einmal schrieb sind alle 3 Parameter wichtig, beide Krümmungsradien und die Dicke der Meniskuslinse.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: am:
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2020 :  22:05:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das kommt auf die Richtung an. Wenn die hohle Seite wie bei meinem Mak außen ist, streut die Linse zunächst das Licht. Und je dicker das Glas desto stärker.
Wollte das gerade aufzeichnen, warum der Meniskus das Licht von der hohlen Seite zerstreut, und beim Zeichnen merkte ich, dass das vom Abstand zur Linse abhängt. Zunächst zerstreut sie, aber das parallele Licht wird von der Innenseite etwas stärker gebrochen und leicht geneigt, so dass der Versatz nach außen bald kompensiert ist, da fragt sich, wo. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass bei gleichem Krümmungsradius der Meniskus nicht überall gleich dick ist, sondern eben in der Mitte am dicksten, wie bei einer Sammellinse :-). Überall gleich dick (in radialer Richtung) ist der Meniskus, wenn Innen- und Außenkrümmung konzentrisch sind. Vielleicht lässt sich hier eine Dicke finden, abhängig von der Brechzahl des Glases, welche die parallelen Strahlen nur nach außen versetzt. Das war meine tempöräre Idee, aber wahrscheinlich ist dieser Meniskus einfach ein ganz verzwicktes Ding, ein Wunderding mit vier entscheidenden Eigenschaften, Krümmung vorn, Krümmung hinten, Dicke und evtl. Krümmung Fangspiegel.
Gruß
Stephan

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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

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1146 Beiträge

Erstellt  am: 18.11.2020 :  03:02:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stephan,

Zitat:
Das kommt auf die Richtung an. Wenn die hohle Seite wie bei meinem Mak außen ist, streut die Linse zunächst das Licht.


wenn beide Krümmungsradien gleich sind ergibt sich immer eine positive Brechraft der Meniskuslinse.
Welche Seite vorn liegt ist hier egal. Es wäre ja auch ein Unding wenn eine Sammellinse plötzlich zur Zerstreuungslinse würde nur weil man sie anders rum hält.
Die Brennweite bleibt immer gleich und wenn diese positiv ist dann bleibt sie das auch wenn die Linse anders rum im Strahlengang steht.
Wer es nicht glaubt, heutzutage gibt es moderne Raytracing Programme.
Einfach mal selber ausprobieren.

Zitat:
Vielleicht lässt sich hier eine Dicke finden, abhängig von der Brechzahl des Glases, welche die parallelen Strahlen nur nach außen versetzt.


Mit 2 gleichen Krümmungsradien geht das nicht da wie gesagt dann immer eine positive Brechkraft vorliegt und diese nimmt mit der Dicke der Linse zu.
Man kann aber selbstverständlich beide Krümmungsradien und die Dicke so aufeinander abstimmen das die Brechkraft 0 wird.

Allerdings wenn man nur ein optisches Fenster ohne Brechkraft benötigt kann man ja auch gleich eine planparallele Glasplatte verwenden.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: Gerd-2 am: 18.11.2020 03:04:43 Uhr
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quilty
Mitglied im Astrotreff


64 Beiträge

Erstellt  am: 19.11.2020 :  08:43:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Gerd,
du ignorierst, dass das Licht, das von der hohlen Seite kommt, zunächst nach außen versetzt wird.

Bearbeitet von: am:
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Gerd-2
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1146 Beiträge

Erstellt  am: 21.11.2020 :  19:47:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stephan,

Zitat:
du ignorierst, dass das Licht, das von der hohlen Seite kommt, zunächst nach außen versetzt wird.


nein das ignoriere ich nicht.
Es spielt nur keine Rolle ob zuerst die zerstreuende optische Fläche kommt und dann die Sammelnde oder umgekehrt. Was zählt ist nur was unterm Strich also nachdem das Licht beide Flächen passiert hat herauskommt und das ist in beiden Fällen das Gleiche.
Es wäre auch völlig unlogisch wenn es anders wäre.
Wenn du der Logik nicht folgen kannst hilft nur die Sachen exakt durchzurechnen.
Das hatte ich dir ja im vorhergehenden Beitrag schon empfohlen.
Heutzutage gibt es Programme mit denen sowas sehr einfach ist.
Hier eine Meniskuslinse mit jeweils 120mm Krümmungsradius und 10mm Dicke.
Die Brennweite beträgt + 8128mm.
Und zwar völlig egal ob die konkave oder die konvexe Seite zuerst kommt.




Grüße Gerd

Bearbeitet von: am:
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