Statistik
Besucher jetzt online : 258
Benutzer registriert : 22992
Gesamtanzahl Postings : 1127786
Astroshop
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie – die Wissenschaft
 Neues aus der Astronomie (Astronews)
 Anteil von Straßenlaternen an Lichtverschmutzung
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  

Caro
Astrophysikerin

Deutschland
6351 Beiträge

Erstellt am: 01.11.2020 :  19:27:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Satellitenbilder von nächtlich erleuchteten Orten und Straßen zeigen das Ausmaß der „Lichtverschmutzung“ auf der Welt. Nur: Wie viel des Lichts, das die Satelliten auffangen, stammt wirklich von Straßenlaternen und nicht aus anderen Quellen? Ein Team von Forschenden aus Deutschland, den USA und Irland hat diese Frage am Beispiel der US-amerikanischen Stadt Tucson zum ersten Mal beantwortet – dank der "Smart City"-Beleuchtungstechnologie, die es Städten ermöglicht, ihre Beleuchtung zu dimmen. Das Ergebnis: Nur etwa 20 Prozent des Lichts in den Satellitenbildern von Tucson stammt aus Straßenlaternen.

Das Team führte ein Experiment durch, in dem es die Helligkeit von Straßenlaternen in der Stadt Tucson, Arizona, USA, verändern ließ und beobachtete, wie dies die Wahrnehmung der Helligkeit der Stadt aus dem Weltraum beeinflusste. Christopher Kyba vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ leitete das Team. Er sagt, die Studie sei wichtig, denn sie zeige, dass Smart City Technologien für Experimente im Stadtmaßstab eingesetzt werden können: „Wenn Sensoren und Steuerungssysteme in einer ganzen Stadt installiert werden, ist es möglich, Prozesse der Stadt zu verändern und die Auswirkungen auf die Umwelt zu messen, sogar vom Weltraum aus.“

An zehn Tagen im März und April 2019 änderten Stadtbedienstete in Tucson die Helligkeitseinstellungen für etwa 14.000 der 19.500 Straßenlaternen der Stadt. Normalerweise werden die meisten Straßenlaternen in Tucson am Abend mit 90 Prozent ihrer maximal möglichen Beleuchtungsstärke eingeschaltet und um Mitternacht auf 60 Prozent gedimmt. Während des Experiments dämpfte die Stadt die Beleuchtung stattdessen in einigen Nächten bis auf 30 Prozent, in anderen regelte sie das Licht auf 100 Prozent hoch. Die Lichter der Stadt wurden von dem Satelliten Suomi National Polar-orbiting Partnership (NPP) beobachtet, der von den USA betrieben wird und für seine globalen Karten des nächtlichen Lichts berühmt ist. Der Satellit nahm wolkenfreie Bilder von Tucson auf: in vier Nächten während des Tests und in zwei weiteren Nächten danach, mit regulärem Beleuchtungsschema. Durch den Vergleich der Stadthelligkeit in den sechs verschiedenen Nächten fanden die Forschenden heraus, dass in einer normalen Nacht nur etwa 20 Prozent des Lichts in den Satellitenbildern von Tucson aus Straßenlaternen stammt.

Die Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit, so der Mitverfasser der Studie, Dr. John Barentine von der International Dark-Sky Association. In einem zweiten Experiment, das zur gleichen Zeit durchgeführt wurde, haben Barentine, Kyba und ihre Koautoren die Helligkeit des Himmels über Tucson von der Stadt aus vermessen. Dabei haben sie ebenfalls untersucht, welchen Einfluss die Variation der Beleuchtungsstärke von Straßenlaternen hat. So konnten sie zeigen, dass auch der Großteil der Helligkeit des Himmels über Tucson aus anderen Quellen stammen muss. „Zusammengenommen zeigen diese Studien, dass in einer Stadt mit gut konzipierter Straßenbeleuchtung der größte Teil der Lichtverschmutzung andere Ursachen hat, beispielsweise helle Fenster, beleuchtete Schilder und Fassaden oder Sportplätze“, erklärt Barentine. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass lokale und nationale Regierungen deshalb über mehr als nur die Straßenbeleuchtung nachdenken müssen, wenn sie versuchen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Dem Team zufolge sind die Veränderungen in der Helligkeit der Straßenbeleuchtung für Passanten kaum wahrnehmbar, da sich die Augen der Menschen schnell an das Lichtniveau anpassen. Die Forschenden berichten, dass die Stadt während des Tests keine Kommentare oder Beschwerden über die veränderte Beleuchtung erhielt. Es gibt auch keine Hinweise oder Andeutungen, dass die Reduzierung des Beleuchtungsniveaus als Teil des Versuchs negative Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit hatte.

Kyba ist daher von der Idee begeistert, solche Experimente regelmäßiger und in anderen Kommunen durchzuführen. „Anstatt die Beleuchtung jeweils spätnachts auf immer das gleiche Niveau zu dimmen, könnte eine Stadt stattdessen an geraden Tagen auf 45 Prozent und an ungeraden Tagen auf 55 Prozent dimmen“, schlägt Kyba vor. „Die Stadtbevölkerung würde keinen Unterschied feststellen, aber auf diese Weise könnten wir messen, wie sich der Beitrag der verschiedenen Lichtarten im Laufe der Zeit verändert.“

Weitere Infos und Bilder auf den Seiten des GFZ Potsdam unter https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/meldungen/detailansicht/article/strassenlaternen-tragen-weniger-zu-naechtlichen-lichtemissionen-einer-stadt-bei-als-erwartet/

Bearbeitet von: am:

bachmaier
Senior im Astrotreff

Deutschland
148 Beiträge

Erstellt  am: 01.11.2020 :  19:41:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo

Den Eindruck hat man ja vom Boden auch.
Hier in Landshut hat private Beleuchtung wie Parkplätze, Fassadenbeleuchtung, Bauhöfe und Werbeflächen eindeutig den höchsten Anteil an der Lichtverschmutzung.
Liegt vor allem an der meist schlechten Ausrichtung solcher Anlagen und extrem schlechten Wirkungsgrad von Werbeanlagen (ein vielfaches des benötigten Lichtstroms geht in den Himmel).
Dabei scheint mir Landshut und Umgebung noch im Mittelfeld zu liegen.

Dunkle Nächte wünscht
Felix

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4713 Beiträge

Erstellt  am: 01.11.2020 :  20:10:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Ich bin auch der Meinung, das dass meiste Licht nicht von den Straßenlampen kommt.
In Nürnberg wo ich immer wieder unterwegs bin, kommt das meiste Licht sicher von Fassadenbeleuchtungen, Werbebeleuchtungen, die teils sehr großflächig und hell sind. Die meisten dieser Beleuchtungen senden ihr Licht ungelenkt in sämtliche Richtungen aus, Fassadenbeleuchtungen auch immer noch von unten in Richtung Weltraum, nicht selten auch weit an den Gebäuden vorbei.
Der weitere große Faktor an ungelenkten Licht sind die Firmen und die Industrie.

Bei uns am Land sind moderne LED Straßenbeleuchtungen installiert worden. Die "Lichtgrenze" dieser Lampen ist deutlich an den Gebäuden zu sehen. Es wird kaum noch direktes Licht nach oben abgestrahlt. Aber die Industriegebiete und auch die privaten Beleuchtungen strahlen munter die Nacht hindurch in alle Richtungen weiter... Es bleibt leider hell in der Nacht.

Viele Grüße
Gerd


Deep Sky, Planeten- und Sonnenbeobachtung.

Meine Website: corcaroli.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


18172 Beiträge

Erstellt  am: 01.11.2020 :  23:16:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Wenn ihr Nachts mit dem Auto unterwegs seid, achtet mal darauf, wohin ein guter Teil des Fahrlichts der vor euch fahrenden PKWs hingeht. Erkennbar, wenn die unter einer Brücke durchfahren. Auch seitlich stehende Bäume zu sehen, deren Äste etwas über die Straße ragen.

Da geht ein erheblicher Teil Licht in steilem Winkel nach oben, völlig unsinnig und wäre konstruktiv wohl leicht abzustellen. Fällt bei verschiedenen Fahrzeugmarken etwas unterschiedlich krass aus, aber triff leider auf viele zu.

Bearbeitet von: stefan-h am: 02.11.2020 00:21:17 Uhr
Zum Anfang der Seite

Buhh
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
68 Beiträge

Erstellt  am: 01.11.2020 :  23:39:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Interessanter Artikel. Auch bei mir deckt sich dieser mit meinen Erfahrungen. Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet in einem kleineren Vorort zwischen Frankfurt und Mainz. Sprich: Nähe des Flughafens Frankfurt in ca. 20KM Entfernung. Bei uns im "Dorf" finde ich (!) es recht dunkel und habe mit diesem Empfinden immer gen Himmel gespechtelt. War eigentlich zufrieden. Nun war ich im Sommer an der Nordsee und jetzt im Herbst in Berchtesgaden. Und was soll ich sagen. Es war ein ganz anderer Himmel welcher mir dort präsentiert wurde.

Die Milchstraße: Ganz klar zu sehen. (Bei mir daheim höchstens (!) zu erahnen!)
Sterne: Gefühlt 5x so viel am Himmel.
Ich kam tatsächlich aus dem Staunen nicht mehr raus! Mein Blick schweifte immer wieder staunend nach oben.

Ich denke, dass die Lichtverschmutzung auch in meinem Ort weniger an den Straßenlaternen liegt. Eher am Flughafen und wahrscheinlich an den Großstädten Frankfurt und Mainz. Der Artikel bestätigt es eigentlich.

Seitdem bin ich enorm eifersüchtig auf alle mit "dunklem Dunkel".

VG Dennis

Skywatcher Teleskop N 150/750 Explorer BD NEQ-3 - ALCCD5L-IIC - Rhein-Main-Gebiet

Bearbeitet von: Buhh am: 01.11.2020 23:43:09 Uhr
Zum Anfang der Seite

Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4993 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2020 :  08:47:12 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Interessantes Experiment!

Ich frage mich jedoch, wie sehr man eine 1/2 Millionenstadt (1 Million um Großraum) in der Wüste von USA mit Verhältnissen von Mitteleuropa vergleichen kann. In USA wird meist alles außerhalb des Zentrums sehr in die Fläche gebaut. Reklame und private Beleuchtung ist deutlich aggressiver als in Mitteleuropa.

Meine Wahrnehmung in einem zentrumsahnen überwiegend Wohngebiet einer Millionenstadt ab ca. 23 Uhr ist eine völlig andere:
70% Straßenlaternen
10% Autoscheinwerfer, im laufe der Nacht immer weniger werdend.
10% Reklameschilder und sonstige Fassadenbeleuchtung
10% Private Fenster- und Hofbeleuchtung, im laufe der Nacht immer weniger werdend.

Die Straßenbeleuchtung wird überhaupt nicht gedimmt, sondern "ballert" uns die ganze Nacht durch die Fenster rein, dass man am Fenster Zeitung lesen kann. Ohne Fensterabdunkelung ist schlafen nicht möglich.

In der Innenstadt ist der Anteil Reklame- und Fassadenbeleuchtung sicherlich höher. In Außenbezirken ist die Straßenbeleuchtung vielleicht weniger, dafür ist dort manch einer der Meinung, auf seinem Garten oder Parkplatz müsse man die ganze Nacht Fußball spielen können.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 02.11.2020 12:56:57 Uhr
Zum Anfang der Seite

nobbybuddy
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
77 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2020 :  11:19:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo in die Runde,
ich wohne auf einem stadtnahen Dorf.
Die Straßenbeleuchtung ballert mit ihren Natriumdampflampen in alle Richtungen, die ganze Nacht lang.
Vor einiger Zeit wurde eine neue Straße mit LED Lampen gebaut. Diese strahlen nicht mehr nach oben oder zur Seite,
sondern sie leuchten nur eine genau definierte Straßenfläche aus.
Meine Forderung an den Bürgermeister, doch die Natriumdampflampen
gegen LED auszutauschen, scheiterte an den Finanzen der Stadt. Trotz der zu erwartenden Stromeinsparungen durch LED Technik,
kann man wohl den Austausch der Lampen nicht finanzieren.
So bleibt alles beim alten.
Allen Abendbesuchern meiner kleinen Gartensternwarte zeige ich die Unterschiede und versuche so das Thema Lampentausch aktiv zu halten.
Beste Grüße
und CS
Norbert



Gartensternwarte Unglinghausen. Rollhütte mit MAK 5, EG6 mit Upgrade 3 von VTSB und Adapter von Astromechanik auf Betonsäule Parallelbefestigung
TS 15x70
Canon EOS 760 (Kit Objektive) Baader Hyperion Zoom MK IV, 12 Zoll Dobson

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3903 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2020 :  11:38:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das ist nicht ganz unerwartet, insbesondere unter Beruecksichtigung der meist guten Abschirmung moderner LED-Strassenlampen. Persoenlich kann ich den Eindruck teilen: In meinem Dorf (County Durham, Nordostengland) sind die LED-Lampen alle gut nach unten ausgerichtet, und eine Laterne, die aufgrund ihrer Installationshoehe immer noch munter in unser Schlafzimmer funzelte, konnte intern anders justiert werden.

Das Problem sind die Privatlampen. Leider habe ich einen geltungssuechtigen Kleinunternehmer 150m entlang meiner Strasse, der gerne seinen Reichtum zur Schau stellt und sein opulentes Haus mit LED-Weisslicht bis 1 Uhr nachts anstrahlen muss. Inklusive des Baumbestandes, und im Winter kann man bei Dunst den nach oben gerichteten Strahl gut sehen.

Dazu kommmen eine Unzahl schlechter Designs, wie diese "dekorativen" Hauswandlampen, die einerseits nach unten, dann aber auch nach oben abstrahlen. Alles, was dann die Dachrinne nicht noch auffaengt, geht in den Himmel.

Auch ist mir aufgefallen, dass auf fast allen Verpackungen von Flutlichtern dieselbem falsch justiert abgebildet werden. Sie zeigen fast immer seitwaerts, anstatt nach unten. Insbesondere bei LED-Leuchmitteln, die in guter Naeherung Lambertsche Emitter sind, geht wieder 50% gen Himmel, und die Dinger blenden mehr als dass sie die Sicht verbessern. Ich habe selber zwei kleine Exemplare, die mit Solarzellen aufgeladen werden und nur bei Infrarotdetektion fuer 10s angehen. Auf dem Karton auch schoen seitwaerts abgebildet, musste ich sie umkonstruieren, um (fast) senkrecht nach unten zu scheinen. Das geht aber jetzt gut - die Tuer der Garage wird bei Bedarf maximal erleuchtet, aus einigen Metern Distanz ist keine Blendwirkung. Warum kann der Hersteller nicht diese deutlich sinnvollere Beleuchtungsmethode beruecksichtigen?


Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4713 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2020 :  14:25:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Zitat:
Das Problem sind die Privatlampen.


Wenn ich von der Nachtschicht gegen 3:45 Uhr zurück nach Hause fahre, brennt viel Licht in privaten Anwesen. Es ist fast schon unglaublich, was manche Leute in der Nacht, vor allem ganzjährig, so alles beleuchten.

Beleuchtete Hauseingänge sind noch das wenigste. Ich sehe regelmäßig Lichterketten, und das auch mitten im Sommer und nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Dekolichter die mit Solarzellen versorgt werden und sich in manche Vorgärten schon fast explosionsartig vermehren brennen die gesamte Nacht durch.

Ja, ich muss Stathis doch Recht geben: Die Straßenlampen machen einen großen Teil aus.
Vor 20 bis 30 Jahren wurden diese bei mir auf dem Land in der Nacht noch abgeschaltet, jetzt leuchten die LED Lampen die gesamte Nacht durch.
Wenn ich mit dem Moped in der Nacht von der Arbeit zurückfahre, könnte ich auch ohne Licht fahren, so gut sind die Straßen ausgeleuchtet.

Viele Grüße
Gerd


Deep Sky, Planeten- und Sonnenbeobachtung.

Meine Website: corcaroli.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

rs-bastler
Senior im Astrotreff

Deutschland
120 Beiträge

Erstellt  am: 04.11.2020 :  21:54:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,
der Anteil der Straßenbeleuchtung schwank von Stadt zu Stadt, was auch die Autoren der Studie im Supplement angeben.
Bei Königsee waren es dann schon 42%.
Man schreibt auch, dass Tucson wohl ein höheres Bewusstsein beim Thema Außenbeleuchtung hat (professionelle Astronomie, IDA Headquarter). Man kann also annehmen, dass Tucson im Vergleich eher besser abschneidet als durchschnittliche Städte. Von daher ist ~20% bei Straßenbeleuchtung vermutlich eher ein niedriger/guter Wert.
Ich will damit sagen: Es ist nach wie vor richtig und wichtig mit den Gemeinden und Städten über die Straßenbeleuchtung zu sprechen. Mache ich schon ne ganze Weile...
Hierfür sehr empfehlenswert:
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript543.pdf

Beste Grüße
Thomas





Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

stardust3
Altmeister im Astrotreff


3822 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2020 :  12:04:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: nobbybuddy

Hallo in die Runde,
ich wohne auf einem stadtnahen Dorf.
...
Meine Forderung an den Bürgermeister, doch die Natriumdampflampen
gegen LED auszutauschen, scheiterte an den Finanzen der Stadt. Trotz der zu erwartenden Stromeinsparungen durch LED Technik,
kann man wohl den Austausch der Lampen nicht finanzieren.




Hi Norbert,

so unterschiedlich sind die Leute ! Ich fluche immer mehr letzte Zeit, wo Stadtväter Geld verballern, das sie angeblich nicht haben. Für Umrüstung angenehm zurückhaltender und Biorhytmus schonender Natrium Beleuchtung. Auf blau-weiß-gleißend-blendender LED Lampen. Clark Kent hätte seine Freude an diesem Spektrum. Jedes Trottelstädchen, eines nach dem anderen. Ich kann abends/nachts nur noch mit Schirm Mütze spazieren gehen bei dieser beißender Beleuchtung, Melatonin Produktion durch blauweiss auf Null, und Autofahren geht auch nur noch mit Sonnenblende. Ich verwette meinen 8" Newton, daß diese LED Lampen NICHT weniger Strom verbrauchen. Stattdessen machen sie bei gleichem Strom viiiel mehr Licht. Geld Ersparnis gleich null (und angesichts der Umrüst Investition sogar negativ). Und abgeschaltet wird jetzt auch nicht mehr und dimmen ist wohl Science Fiction.

Naja und die Gewerbetreibenden, das grenzt schon an Körperverletzung bei manchen. So ein Trara zur letzten partiellen Sonnenfinsternis in den Schulen und Kindergärten, aber bei diesen gefährlichen LED Flutern - muxmäuschenstill .

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

nobbybuddy
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
77 Beiträge

Erstellt  am: 07.11.2020 :  11:35:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Walter,
diese LED Straßenlampen, von denen ich im meiner Wortmeldung sprach, sind erheblich dunkler eingestellt als die Natriumdampfböller. Sie leuchten die Straße, und zwar nur die Straße, mit minimaler Leuchtkraft aus. Ich habe dazu auch Vergleichsfotos erstellt. Offenbar hat hier mal jemand nachgedacht.....
Das LED grundsätzlich das volle Spektrum mit einem hohen Blauanteil abstrahlen ist ja bekannt und kann aber nun wohl auch fertigungstechnisch minimiert werden in Richtung der Farbe Gelb. Ich habe z.B. bei meinem Handy den Blaufilter immer eingeschaltet.
CS und bleib gesund
Norbert

Gartensternwarte Unglinghausen. Rollhütte mit MAK 5, EG6 mit Upgrade 3 von VTSB und Adapter von Astromechanik auf Betonsäule Parallelbefestigung
TS 15x70
Canon EOS 760 (Kit Objektive) Baader Hyperion Zoom MK IV, 12 Zoll Dobson

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

stardust3
Altmeister im Astrotreff


3822 Beiträge

Erstellt  am: 07.11.2020 :  12:45:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Norbert,

Ich bin eigentlich mit Dir. Die LED Technologie ist super, wenn intelligent dimensioniert und angewendet. Und Beispiele gibt es gelegentlich, anscheinend auch bei Dir.
Bei uns in der Region und auch in meiner Beobachtungszielregion haben sie es maßlos übertrieben. Zumindest aus Fußgängersicht, Autofahrersicht. Von oben mögen sie tatsächlich besser sein, denn nach oben strahlen sie nix ab (ich wohne hoch), im Gegensatz zu den alten (mir angenehmen) Natrium Lampen.

Na vielleicht wird es noch was in mittlerer Zukunft, aber die derzeitigen Installationen bleiben wohl. Das Geld ist weg ... Ich hoffe auf Alters Degradation der LED Leuchtdioden.

CS, Dir auch :-)
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 07.11.2020 12:45:46 Uhr
Zum Anfang der Seite

rs-bastler
Senior im Astrotreff

Deutschland
120 Beiträge

Erstellt  am: 08.11.2020 :  12:36:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Walter,
leider verfügen LED Leuchten nach Stand der Technik über eine Degradationskompensation. Man kann also nicht darauf hoffen, dass die Leuchtmittel mit der Zeit dunkler werden.
Ein für die Straßenbeleuchtung verantwortlicher Stadtwerke-Ingenieur, zuständig für eine Gemeinde, die nun komplett auf 3000K umrüsten wird sagte mir das. Die Leuchten verbrauchen dann eben nur mehr Strom... Einen Austausch von nun schon installierten kaltweißen LEDs wirds deshalb in Zukunft wohl nicht geben.
Wegen des Artenschutzes (Insekten) und dem damit verbundenen Erhalt der Nahrungsketten aber schon viel eher. Dieses Argument zieht m.E. viel besser als der Erhalt des Sternenhimmels... (Sorry, find ich auch nicht schön ist aber anscheinend so)
Beste Grüße
Thomas


Bearbeitet von: rs-bastler am: 08.11.2020 12:40:20 Uhr
Zum Anfang der Seite
  Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2020 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.57 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?