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Seite: von 3

schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt am: 11.10.2020 :  13:51:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Liebe Forenmitglieder,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Livestacking mit der Software "Sharpcap" und meiner ZWO ASI294mc Pro. Sharpcap ist ein mächtiges Werkzeug zum Livestacking und beherbergt viele Features für die ASI294.
Es braucht schon einige Zeit, sich in die Software einzuarbeiten und auszuprobieren. Die meisten Schwierigkeiten machen mir zurzeit noch die Colorbalance während des Livestackings, zumal meine Augen von Geburt an einen leichten bis mittelmäßigen Farbknacks haben.

Hier eine Kostprobe von NGC 6946 (Feuerwerksgalaxie) mit dem offenen Sternhaufen NGC 6939 am 21.09.2020:



Aufnahmedaten: Skywatcher 150/750P auf NEQ5 GoTo, Kein Guiding,
ZWO ASI294mc Pro mit UV/IR-Sperrfilter; Belichtung: 377 x 10,0 Sec.
Gesamtbelichtung 62,8 Minuten; 50 Darks. Kühlung auf -10°C, Gain 380.
Bearbeitung mit AstroPixelProcessor und Photoshop.

Ich denke, das lässt hoffen...

Gruß und Cs Klaus

Bearbeitet von: am:

ingsten
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2229 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2020 :  22:09:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Klaus,

bemerkenswert, das man mit 10sec Subs so viel Details rausholt.
Gefällt mir. Top!

Grüße Ingmar

8" SC f/10 - EQ6 - TS 80/480 - Skywatcher 120/900 ED - MTO 90/500 - Daystar 0.6A T-Scanner/120mm CERF - Solar Spectrum 0,65A - Lunt LS35 - ATIK 2HS - DMK31AU03 - DMK41AU03 - IMG0H- 20d mod. - 500d mod. ATIK 383L+

Bearbeitet von: am:
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wynnie
Meister im Astrotreff

Deutschland
347 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  10:11:28 Uhr  Profil anzeigen  Besuche wynnie's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Klaus,

Bildbearbeitung mit ‚Farbknacks‘ ist echt unangenehm. Ich habe diese echt männliche rot/grün Schwäche. Wirklich lästig.

Dein Bild gefällt mir sehr, anscheinend klappt die Kurzbelichtung bei Dir richtig gut.
Da das Bild hier leider ziemlich heftig komprimiert wird, würde es mich freuen, wenn Du noch eine weniger stark eingedampfte Version verlinken könntest.
Das Bild wäre es alle mal Wert ;-)

Viele Grüße
Michael

_________________________
per aspera ad astra ...

Skywatcher Explorer-150PDS
Eigenbau Newton 200/1000
EQ6-R

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  10:54:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Erstaunlich, was heutzutage dank rauscharmer Chips so geht. Ein weiterer Vorteil ist ja der erhoehte Dynamikbereich, da helle Bereiche in der Einzelbelichtung nicht uebersaettigt werden und auch nach dem Stapeln durch die Wertebereichsvergroesserung im Endbild noch ihre Helligkeitsinformation behalten.

Zum "Farbknacks" - ich mache da "Instrumentenflug" mit dem RGB-Histogramm. Das hilft mir, abzuschaetzen, wieviel Rot im Bild ist und gestattet eine ausgewogene Farbbalance, die auch normalsichtige Augen erfreut.


Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
750 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  11:10:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Klaus,

das ist ein schönes Ergebnis. Ich mache auch Livestacking mit Sharpcap und der ASI294 und bin sehr angetan davon.
Man kann sich mit Sharpcap auch mit PHD2 verbinden. Das ist bei den kurzen Belichtungszeiten zwar nicht nötig, um eine gute Sternabbildung zu bekommen, aber es verhindert eine leichte Drift des Blickfeldes, wenn mal nicht so genau eingenordet wurde und vor allem kann man damit Dithern. Damit kann man dann sehr lange Belichtungsserien machen, die sich meiner Meinung nach nicht hinter "klassisch" aufgenommenen Bildern mit langen Einzelbelichtungen verstecken müssen.

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

Bearbeitet von: Doc HighCo am: 12.10.2020 11:11:08 Uhr
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pete_xl
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1151 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  11:14:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Klaus,

wo siehst du denn die Vorteile in solch kurzen Belichtungszeiten und dem Livestacking im Vergleich zu anderen Aufnahmestrategien, etwa mit APT, NINA oder SGP? ?

Viele Grüße
Peter

Viele Grüße und CS!
Peter

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
750 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  11:34:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

ich antworte mal für Klaus, da ich das auch mache. Vorteile die ich sehe, sind weniger Anforderungen an die Montierung aufgrund der kurzen Belichtungszeit und ein größerer Dynamikumfang, da durch das Aufaddieren der kurzen Belichtungen der Wertebereich erweitert wird.
Ich will eigentlich nicht von Klaus' Bild ablenken, aber der Irisnebel hier ist in 7,6 Stunden genau so entstanden:

https://astrob.in/nud35b/0/

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

Bearbeitet von: am:
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schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  12:30:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,
ich danke für die netten Statements zu meinem Bild. Der große Bildbearbeiter bin ich nicht, denn ich mache nur das Nötigste.
Mit dem Livestacking und der Technologie von Sharpcap, in Verbindung mit den neuen hochempfindlichen CMOS-Kameras, sehe ich den Vorteil, so wie es Heiko schon schildert, in den geringeren Anforderungen an die Montierung. Gegenüber meiner früheren ALccd8L kommt es nicht mehr darauf an, wie lange ich belichte, sondern wie oft. Da ich immer raus fahren und die Technik neu justieren muss, ist das so schon recht einfach. Einen weiteren Vorteil sehe ich vor allem in der Nutzung der Software Sharpcap, speziell der Anwendung des Smart Histogramms (Brain-Fenster). Das Programm führt mit meiner Aufnahmekamera eine Messung der Himmelshelligkeit im vorgesehenen Aufnahmegebiet durch und schlägt mir nach Auswertung die optimale Belichtungszeit, den optimalen Gain und die erforderliche Anzahl der Belichtungen vor. Das ist alles sehr easy. Voraussetzung dafür ist, dass man einmalig mit Sharpcap eine Sensoranlayse durchgeführt hat.

Heiko, klar arbeite ich auch oft mit PHD2-Guiding. Bei diesem Foto habe ich es einfach mal weggelassen, um zu probieren. Mit Dithern stehe ich noch auf Kriegsfuß, muss mich da erst einarbeiten.
Peter, APT habe ich für meine Aufnahmen mit einer DSLR genutzt. Soweit ich weiß, kann APT nicht das leisten, was Sharpcap mit diesen Kameras kann. NINA und SGP sagen mir leider nichts.
Und nochmal Heiko, Hochachtung! 7,6 Stunden Belichtung! Ich habe mich an das Objekt nur erst einmal richlich eine Stunde getraut und war schon begeistert (möchte ich aber nun gar nicht zeigen).
Aber zu Deinem Bild kein Vergleich!

Viele Grüße und Cs Klaus

Bearbeitet von: am:
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pete_xl
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1151 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  15:52:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Klaus und Heiko,

ich wollte um Himmelswillen keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen. Es war eigentlich die Erwähnung von Sharpcap, das ich auch benutze, die mich zu der Frage veranlasst hat. Ich schätze Sharpcap sehr, verwende begeistert das Polar Alignment Tool und habe auch schon "The Brain" bemüht. Für die Datenakquisition hatte ich es aber nicht auf dem Schirm und insbesondere das Livestacking kenne ich nicht.

Jeder soll ja so arbeiten, wie er mag. Für meine Art Bilder zu machen überwiegen für mich die Nachteile von Kurzbelichtungen. Klar gibt es weniger Probleme mit der Montierung bei Kurzbelichtungen, aber beim Livestacking hat man keinen weiteren Einfluss auf die eingerechneten Bilder, oder doch? Einen nennenswerten Zugewinn an Detailauflösung gegenüber längeren Belichtungen sehe ich nur, wenn diese mit suboptimalem Equipment gemacht werden. In einem exakt fokussierten und gut nachgeführten System sind es doch eher das Seeing und andere limitierende Faktoren, welche die Abbildungsleistung beeinflussen als die Montierung.

Die von dir, Heiko, angeführte Erweiterung des Dynamikumfanges sehe ich eher skeptisch. Die erhält man auch beim Stacken von weniger Lights mit längerer Belichtungszeit und startet da wegen des niedrigeren gain bereits mit mehr Dynamikumfang. Vielleicht war die Bemerkung aber auf die Sterne, also die rechte Seite des Histogramms bezogen. Die Sterne mögen nicht so schnell ausbrennen, aber für die andere Seite des Histogramms ist es aber m. E. eher umgekehrt. Die ganz dunklen Signale gehen bei sehr kurzen Belichtungen nach meinen Erfahrungen eher unter. Das sieht z. B. man auch bei den betreffenden Aufnahmeserien unseres 2. Gemeinschaftswettbewerbes. Auch sieht man oft blasse Farben in Kurzbelichtungen. Insbesondere die Farben schwacher Emissionsnebel fehlen oft ganz. Schmalbandfilter lassen sich gar nicht sinnvoll einsetzen, wenn ich nicht irre.

Für manche sehr helle Ziele habe ich auch schon erfolgreich mit Kurzbelichtungen gearbeitet, z. B. für das Trapezum in M42 oder das Zentrum des Irisnebels. Aber als Hauptstrategie passt mir die Festlegung darauf nicht, zumal ich unter meinem Himmel ohne Schmalbandfilter das Meiste verpassen würde ;-).

Wie dem auch sei - nix für ungut :-) und viel Spaß uns allen - egal wie die "Fotonen" auf die Platte kommen!

Peter

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
750 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  16:35:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

da war auch von meiner Seite nichts negativ verstanden worden. Schmalbandaufnahmen macht man mit längeren Belichtungen, da werde ich auch nichts dran ändern. Und weder Klaus noch ich haben gesagt, daß wir nur auf Kurzeitaufnahmen festgelegt sind. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit, die bei vielen Objekten gut funktioniert, bei manchen vielleicht nicht und da macht man es halt anders. Die Erweiterung des Dynamikumfangs war wirklich auf das helle Ende bezogen. Aber wenn ich mal das Ausleserauschen außer acht lasse - das funktioniert oft bei den moderneren Sensoren - dann wüßte ich nicht warum das dunkle Ende sehr leiden soll. Wenn in einem Stack z.B. hundert Photonen von einem schwachen Objekt stammen, dann ist es eigentlich egal ob da im Schnitt 10 in je 10 langbelichteten Aufnahmen registriert werden oder nur 1 in jedem 10ten von 1000 kurzbelichteten Aufnahmen. Am Ende kommt das Signal von 100 Photonen in der gleichen Gesamtzeit raus. Darauf kommt es an. Die Energie der Photonen ist quantisiert und solange die ein Signal auslösen können, spielt es keine Rolle wie die hereintröpfeln. Ok, bei irgendwelchen Besonderheiten, was da in der Elektronik passiert, da lasse ich mich belehren. Und wie Du richtig sagst, bei suboptimaler Ausrüstung bringt das am meisten. Leute mit billigem Kram können damit auch halbwegs gute Bilder machen. Vielleicht passt das einigen nicht in den Kram, da dann der Druck nicht so hoch ist eine teure Montierung oder eine Kamera mit 16-bit Auflösung zu kaufen und der teure Qualitätsvorteil, den man sich eingekauft hat wird kleiner?
Aber wie Du sagst - egal, Hauptsache alle haben Spaß.

Viele Grüße

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

Bearbeitet von: Doc HighCo am: 12.10.2020 17:02:32 Uhr
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pete_xl
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1151 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  17:46:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Heiko,

ich will dich auf keinen Fall belehren und nicht auf irgendwas festlegen, natürlich auch nicht den Klaus. Meine generelle Aussage zur "dunklen Seite" ist ja auch nicht wissenschaftlich begründet, sondern eher empirisch aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen abgeleitet. Aber auch mathematisch betrachtet wird das 1 Photon in jedem 10ten von 1000 Bildern beim Sigma Clipping wohl zwangsläufig als noise betrachtet und schneller aussortiert oder im Median gemeuchelt als das 10/10 Signal. Erst recht, wenn man wegen der kurzen Belichtungszeit und dem hohen gain eine große Varianz im Pixelstapel hat. Denn da sind da ja auch noch die elektronischen und atmosphärischen Störungen (Sky Fog, Ausleserauschen, Sensorrauschen etc.), die bei Kurzbelichtungen generell für ein sehr ungünstiges Signal/Rausch-Verhältnis und ein breit gezogenes Sigma sorgen, das problematisch für das Überleben schwacher Signale ist.

Ein gutes Beispiel für mich selber war der Katzenaugennebel. Da habe ich Langzeitbelichtungen mit Schmalbandfiltern für die Schale gemacht. Der Kern war so extrem hell, dass ich mit und auch ohne Filter hunderte von Kurzbelichtungen gemacht habe um seine Struktur zu bekommen. In diesen Aufnahmen habe ich nicht annähernd das Signal wiedergefunden, das aus den Langzeitbelichtungen zu gewinnen war. Und ich habe mit allen meinen Möglichkeiten danach gesucht, weil ich ja einen schönen Übergang vom Kern zum Halo hinbekommen wollte.

Na ja, jeder muss halt je nach seiner Fasson und seiner Zielstellung selber sehen, wie er das passende Signal aus seinen Daten herauspult :-)))

Euch noch einen schönen Abend!

Peter


Viele Grüße und CS!
Peter

Bearbeitet von: am:
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schimmi66
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  18:07:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,
auch ich habe keinesfalls Deinen Beitrag negativ oder belehrend verstanden. Wir können doch nur voneinander lernen. Zu Deinem Einwand, dass man beim Livestacking keinen weiteren Einfluss auf die Bilder hat, muss ich ergänzen, dass man vorher Darks und Flats machen soll, die sofort von Sharpcap in Masterdark und Masterflat gerechnet werden und automatisch beim Livestacking vom Frame verrechnet werden. Es sind also schon korrigierte Bilder. Ich mache es halt immer so, dass ich das Livestacking nach 30, 45 oder 60 Minuten automatisch speichern lasse und ich stelle Sharpcap so ein, dass jeder einzelne Frame als fits speichere. Da kommen etliche Gbyte zusammen. Die Einzelframes bearbeite ich dann ganz klassisch in Astroart oder AstroPixelProcessor und anschließend in Photoshop.

Grüße und schönen Abend
Klaus

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
750 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2020 :  18:15:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

das mit dem Sigma Clipping stimmt so ja nicht. Sigma Clipping sortiert die extremen Abweichler aus wie z.b. Hotpixel, Cosmics, Satellitenspuren etc. die stark über dem mittleren Signallevel liegen. Gerade das hast Du bei einzelnen Photonen die da reintröpfeln ja nicht- die bleiben und werden summiert.
Auch das mit dem ungünstigen Signal/Rauschverhältnis bei "Sky Fog, Ausleserauschen, Sensorrauschen etc." stimmt nicht. Auf das einzelne Bild gesehen ja, auf die gleiche Belichtungszeit bezogen nein, da Du ja viele Bilder stackst bis Du auf die Belichtungszeit einer Langzeitaufnahme kommst. Das reduziert das S/R wieder und am Ende ist es für gleiche Belichtungszeit identisch. Da ist die Mathematik eindeutig. Die einzige Ausnahme ist das Ausleserauschen, da das abhängig ist von der Zahl der Aufnahmen und nicht von der Belichtungszeit. Aber wenn das Ausleserauschen im Vergleich zu einer anderen Rauschkomponente deutlich in den Hintergrund tritt wie z.B. Himmelsrauschen, thermisches Rauschen o.ä. dann kann man es eigentlich vernachlässigen.
Es gibt noch viele Mißverständnisse was Kurzzeitbelichtungen angeht. Ich empfehle da Videos und Vorträge von Robin Glover dem Macher von Sharpcap (einfach mal googeln).
Ich behaupte nicht, daß das bessere Resultate liefert. Halt nur nicht unbedingt viel schlechtere und es hat einige Vorteile, vor allem wenn man mit einfacher Ausrüstung unterwegs ist und z.B. unter nicht idealem Himmel aufnimmt.

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

Bearbeitet von: Doc HighCo am: 12.10.2020 18:40:51 Uhr
Zum Anfang der Seite

pete_xl
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1151 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2020 :  07:14:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: schimmi66

Hallo Peter,
auch ich habe keinesfalls Deinen Beitrag negativ oder belehrend verstanden. Wir können doch nur voneinander lernen. Zu Deinem Einwand, dass man beim Livestacking keinen weiteren Einfluss auf die Bilder hat, muss ich ergänzen, dass man vorher Darks und Flats machen soll, die sofort von Sharpcap in Masterdark und Masterflat gerechnet werden und automatisch beim Livestacking vom Frame verrechnet werden. Es sind also schon korrigierte Bilder. Ich mache es halt immer so, dass ich das Livestacking nach 30, 45 oder 60 Minuten automatisch speichern lasse und ich stelle Sharpcap so ein, dass jeder einzelne Frame als fits speichere. Da kommen etliche Gbyte zusammen. Die Einzelframes bearbeite ich dann ganz klassisch in Astroart oder AstroPixelProcessor und anschließend in Photoshop.

Grüße und schönen Abend
Klaus


Guten Morgen Klaus,
da hast du Recht, am Ende sollte ja bei solchen Diskussionen für jeden etwas herausgekommen sein. Das Liveview Konzept ist ja auch tatsächlich sehr spannend. Und wer weiß, was noch daraus wird?

Schönen Tag und beste Grüße,
Peter

Bearbeitet von: am:
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pete_xl
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1151 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2020 :  09:40:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen Heiko,

ich verstehe das anders und möchte sozusagen noch eine Rund drehen…

Zitat:
Original erstellt von: Doc HighCo

Sigma Clipping sortiert die extremen Abweichler aus wie z.b. Hotpixel, Cosmics, Satellitenspuren etc. die stark über dem mittleren Signallevel liegen. Gerade das hast Du bei einzelnen Photonen die da reintröpfeln ja nicht- die bleiben und werden summiert.



Mag sein, dass ich im Folgenden grandios daneben ziele, aber ich riskiere das .

Die Methode ist nach meinem Verständnis eine iterative Datenreduktion auf Median/Mittelwertbasis mit vorlaufender Ausreissereliminierung. Die Einzelframes werden zunächst aufeinander ausgerichtet (registriert) und dann normalisiert. Danach liegen korrespondierende Pixel übereinander. Sie gehen dann an jeder Koordinate des Bildstapels als "Pixelstapel" in die Berechnungen ein. Ein schwaches Signal, das nur in wenigen Bildern enthalten ist, also im jeweiligen Pixelstapel nicht hinreichend repräsentiert wird, dürfte nach meinem Verständnis Gefahr laufen als Ausreisser eingeordnet und eliminiert werden.

Beim Sigma Clipping wird einem iterativen Prozess für den Pixelstapel an jeder Bildkoordinate zunächst jeweils der Median (in anderen Verfahren der Mittelwert) gebildet und die Standardabweichung berechnet. Abhängig von den jeweiligen Vorgabeparametern wird ein Vertrauensintervall aufgespannt, das ein Mehrfaches der Standardabweichung abdeckt (typischerweise 2,5 – 3 fach). Pixel, die außerhalb dieses Intervalls liegen, werden eliminiert. Diese Grafík in der PixInsight Dokumentation zeigt das Prinzip ganz anschaulich:



https://pixinsight.com/doc/tools/ImageIntegration/ImageIntegration.html

Vom den überlebenden Pixeln wird der Median berechnet und das Ganze dann je nach Vorgabe mehrfach wiederholt, bis schließlich der letzte Medianwert als Pixelwert für die jeweilige Koordinate übernommen wird.

In deinem Beispiel ist das Signal der Kurzbelichtung nur in jedem 10ten Bild enthalten. Das wären 100 Pixel von 1000 im gesamten Pixelstapel. Bei sequenziellem Livestacking von z. B. 100 x 10 Aufnahmen/Stack wäre also nur 1 von 10 Pixeln im betreffenden Stapel ein Signal, der Rest wäre normalverteiltes Rauschen. Könnte also schon sein, dass das einzelne Signalpixel im 10er Stapel außerhalb des Vertrauensintervals liegt und eliminiert wird. Das Gleiche müsste eigentlich für die genannten 100 Signalpixel aus 1000 gelten. Anders sieht es bei den von dir als Vergleich genannten 10 länger belichteten Aufnahmen aus, in denen das Signal in jeder Aufnahme (1 Mal) vorhanden ist. Da ist es ausgeschlossen, dass das Signal eliminiert wird.

Das nicht eliminierte Signal, das an der betreffenden Koordinate in dem betrachteten Pixelstapel in 10 von 10 Fällen vorhanden ist, wird auch bei der finalen Medianberechnung viel besser repräsentiert sein, als 1 „überlebendes“ Signalpixel unter 9 Rauschpixeln beim sequenziellen Livestacking oder als 100 von 1000 Pixeln im Gesamtstapel der Kurzbelichtungen.

Ich stimme dir also insoweit zu, dass die Akquisitionsmethode bei gleicher Gesamtbelichtungszeit unerheblich ist soweit es um ein hinreichend starkes Signal geht. Das Bildrauschen dürfte sogar viel geringer sein. Bei sehr schwachen Signalen sehe ich jedoch die längeren Belichtungen im Vorteil.

Viele Grüße und CS!
Peter

Bearbeitet von: pete_xl am: 13.10.2020 09:41:48 Uhr
Zum Anfang der Seite

Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
750 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2020 :  13:07:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

im Prinzip hast Du recht, aber der Punkt ist, daß es nach ein paar Iterationen keine Werte (Pixel) mit Abweichungen mehr vom Median gibt, die größer sind als das Akzeptanzintervall für die Abweichung (das man übrigens setzen kann). Der Sigma-Schwellenwert wir ja nicht nach jeder Iteration verkleinert, sondern die Iteration abgebrochen, wenn es keine Ausreißer mehr zu eliminieren gibt, so wie ich es verstehe. Sonst bliebe am Ende nur ein einziges "repräsentatives" Pixel übrig. Selbst wenn es so ist, würden die durch ein Photon leicht erhöhten Werte ihre Spur im Median hinterlassen, da sie sich in etwa in der Mitte des sortierten Stacks (wie im Bild) befinden würden und dadurch schon den Medianwert angehoben hätten.

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

Bearbeitet von: Doc HighCo am: 13.10.2020 13:13:31 Uhr
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