Statistik
Besucher jetzt online : 221
Benutzer registriert : 22915
Gesamtanzahl Postings : 1124360
Astroshop
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie – die Wissenschaft
 Neues aus der Astronomie (Astronews)
 Erste Messungen der Strahlendosis auf dem Mond
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  

Caro
Astrophysikerin

Deutschland
6324 Beiträge

Erstellt am: 26.09.2020 :  14:46:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wollen verschiedene Nationen den Mond erforschen und planen, zu diesem Zweck wieder Astronautinnen und Astronauten auf den Mond zu schicken. Auf unserem unwirtlichen Trabanten ist die Weltraumstrahlung aber ein erhebliches Risiko. Die Apollo-Astronauten trugen deshalb sogenannte Dosimeter mit sich, welche die Strahlenbelastung rudimentär maßen.

Das „Lunar Lander Neutron and Dosimetry“ (LND) ist im Auftrag des Raumfahrtmanagements im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelt und gebaut worden. Die Messungen des LND erlauben die Berechnung der sogenannten Äquivalentdosis. Diese ist wichtig, um die biologischen Effekte der Weltraumstrahlung auf den Menschen abzuschätzen. „Die von uns gemessene Strahlenbelastung ist ein gutes Maß für die Strahlung innerhalb eines Astronautenanzuges“, meint Thomas Berger vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln, Mitautor der Publikation.

Die Messungen ergeben eine Äquivalentdosisleistung von etwa 60 mikro-Sievert pro Stunde. Zum Vergleich, auf einem Langstreckenflug von Frankfurt nach New York ist sie etwa 5- bis 10-mal kleiner, am Erdboden gut 200-mal kleiner. Weil Astronautinnen und Astronauten deutlich länger auf dem Mond wären als Passagiere nach New York hin und zurückfliegen, ist dies eine erhebliche Belastung für den Menschen, sagt Robert Wimmer-Schweingruber von der Kieler Universität, dessen Team das Instrument entwickelt und gebaut hat. „Wir Menschen sind eben nicht wirklich gemacht für die Weltraumstrahlung. Allerdings können und sollten sich Astronauten bei einem längeren Aufenthalt auf dem Mond möglichst vor ihr abschirmen, zum Beispiel indem sie ihre Behausung mit einer dicken Schicht Mondgestein bedecken“, erklärt der Zweit-Autor Wimmer-Schweingruber. „Bei Langzeitaufenthalten auf dem Mond könnte das Risiko der Astronauten für Krebs und andere Erkrankungen gesenkt werden“, ergänzt Mitautorin Christine Hellweg vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Die Messungen wurden an Bord der Chinesischen Mondlandesonde Chang’e-4 gemacht, die am 3. Januar 2019 auf der Rückseite des Mondes gelandet ist. Das Kieler Gerät misst jeweils „tagsüber“ und bleibt, wie alle anderen wissenschaftlichen Geräte, während der sehr kalten und fast zwei Wochen dauernden Mondnacht ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Gerät und Lander sollten mindestens ein Jahr lang messen und haben dieses Ziel nun bereits übertroffen. Die Daten des Gerätes und des Landers werden über den Relaissatelliten Queqiao, der sich hinter dem Mond befindet, zur Erde übertragen.


Die Chang’e-4 Mondlandesonde aufgenommen vom Rover Yutu-2. Das Kieler Messgerät befindet sich links hinter der Antenne. Illustration: CNSA/CLEP

Auch hinsichtlich zukünftiger interplanetarer Missionen besitzen die gewonnen Daten einige Relevanz. Da der Mond weder ein schützendes Magnetfeld noch eine Atmosphäre besitzt, ist das Strahlungsfeld auf der Mondoberfläche dem im interplanetaren Raum ähnlich, abgesehen von der Abschirmung durch den Mond selbst. „Deshalb werden die Messungen des LND auch verwendet, um Modelle zu überprüfen und weiterzuentwickeln, die für zukünftige Missionen eingesetzt werden können. Wenn zum Beispiel eine bemannte Mission gen Mars aufbricht, kann durch die neuen Erkenntnisse vorab die erwartete Strahlenexposition verlässlicher abgeschätzt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Detektor auch gewisse Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Strahlungsfeldes zulässt“, so Wimmer-Schweingruber.

Weitere Infos und Bilder auf den Seiten der Uni Kiel unter https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/203-mondmission


Bearbeitet von: am:

bachmaier
Senior im Astrotreff

Deutschland
142 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2020 :  22:11:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
hallo
Die unterirdische - ähh - untermondische Bauweise hätten noch mehr Vorteile: Schutz vor Meteoriten und thermisch stabile Umgebung.
Ein paar Meter unter dem Mondboden sollten nahezu konstante Temperaturen herrschen.
Auch Belastungen wie UV - Strahlung wären weg, die Materialien würden nicht so beansprucht.
Werde trotzdem nicht umziehen.
Gruss
Felix

Bearbeitet von: bachmaier am: 26.09.2020 22:13:02 Uhr
Zum Anfang der Seite
  Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2020 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.25 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?