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 M 56 und zwei weitere Objekte mit 12x80 und 8 Zoll
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Heinz.H
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
65 Beiträge

Erstellt am: 27.08.2020 :  23:26:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Die erste Beobachtungsnacht mit dem 12x80 Fernglas hatte ich schon zum Thema „BAfK“ beschrieben:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=250791
(Seite 6, unten).

Aber ich hoffe der Vergleich der Beobachtungen der gleichen Objekte in der zweiten Nacht mit dem C8 (d = 8 Zoll) ist von Interesse?

In beiden Nächten war es klar, wenn auch nicht ganz wolkenlos, aber genug Himmel frei, um gut zu beobachten. Fast im Zenit aber doch mit dem 12x80 Fernglas (Gesichtsfeld 4,5°) auf Stativ gut erreichbar stand die Leier - so beobachtete ich dort in der ersten Nacht am 18./19.8. drei Objekte, die im BAfK für Fernglas geeignet angegeben sind:

Startend um kurz nach 23h MESZ zunächst den Sternhaufen ASCC 101: Wie im BAfK beschrieben die „Vogelform“ schön sichtbar aus einigen hellen Sternen und einigen Ketten aus schwächeren Sternen.

Dann der Ringnebel M 57: im 12x80 sternförmig sichtbar, zusammen mit zwei Feldsternen ein kleines Dreieck formend.

Danach noch der Kugelsternhaufen M 56: ausgehend von Gamma Lyrae zu einem Sternmuster das an eine „7“ erinnert, M 56 südlich davon im Mittelpunkt eines kleinen Sternvierecks. Wie im BAfK für Fernglasbeobachtung beschreiben als schwacher Nebelfleck indirekt bis direkt sichtbar.

Um 23:20 MESZ dann die erste Nacht abgeschlossen mit einer Messung mit dem SQM-L (im Zenit): immerhin 19,5 mag/(Bogensek)^2, gar nicht sooo schlecht für meinen Kleinstadt Süd-Balkon, fand ich.

Den gleichen SQM-L Wert konnte ich dort auch in der zweiten Nacht 24./25.8. messen, in der ich die gleichen drei Objekte mit meinem C8 (grob d = 200 mm, f = 2000 mm) montiert auf einer Losmandy GM 8 beobachtete.

ASCC 101 schien mir für das C8 zu groß. Mit meinem Übersichtsokular (Televue Panoptic 35 mm) hat es nur etwas mehr als 1° Gesichtsfeld und ich erkannte die „Vogelform“ nicht so recht. Nachträglich sah ich, dass der Sternhaufen richtig zentriert doch gut hineingepasst hätte – vielleicht hätte ich mir doch etwas mehr Zeit nehmen sollen? Aber ich war auch zu gespannt auf:

M 56 - diesen Kugelsternhaufen hatte ich mir vor der Beobachtung mit dem 12x80 noch nie angesehen. Er bot natürlich im C8 deutlich mehr Detail. Schon bei 57 fach mit dem 35 mm Okular schien der gut direkt sichtbare Nebelfleck leicht „körnig“. Mit 110 fach (18 mm Televue Radian) die beste Abbildung, obwohl die volle Schärfe jeweils nur in den Momenten guter Luftruhe auftauchte. Eine 140 fache Vergrößerung (14 mm Radian Okular) war schon zu unruhig zu diesem Zeitpunkt – vielleicht war das C8 auch noch nicht fertig ausgekühlt?
Aber auf jeden Fall war das Bild im 18mm Okular gut genug für eine Zeichnung, die ich von ca. 23:55 bis 0:15 machte. Gezeichnet sind nur die wesentlichen Feldsterne, die leichte Körnigkeit von M 56 ist angedeutet, nahe am Kugelsternhaufen blitzten die 4 schwachen Sterne jeweils indirekt auf. M 56 schien zwei kleine „Ausläufer“ in Richtung SSW und N zu haben.


M 56, 24./25. August 2020, ca. 23:55 bis 0:15 MESZ, d = 200 mm C8, 110x, Norden oben, Westen rechts, Gesichtsfeld 0,5°

Ab 0:18 dann noch ein kurzer Blick auf M 57, der über den Sucher eingestellt unmittelbar im 14 mm Okular sichtbar wurde, das für ihn jetzt auch in den Momenten mit guter Luftruhe sinnvoll war. Die Ringform war klar erkennbar, eine bläuliche Scheibe mit einer Dunkelfläche in der Mitte. Um 0:20 wurde das Bild im Okular allerdings blass und dann dunkel – ein Blick an den Himmel zeigte, dass Wolken herangezogen waren.

Zunächst sollte aber noch kein Regen kommen, und so ließ ich das C8 aufgebaut und hoffte auf einen zusätzlichen Blick auf Mars, der vom Osten her schon höher zog. Das war es mir sogar wert den Wecker auf 03 Uhr zu stellen…

Tatsächlich war das auch lohnend: In ruhiger Luft, teilweise hinter einem leichten Wolkenschleier (aber gerade dann ist meiner Erfahrung nach das Seeing oft am besten) waren das 10 mm (200 fach) und 6 mm (330 fach) nutzbar und ich konnte nicht nur die Polkappe sondern auch etwas Struktur auf der Planetenscheibe ausmachen. Bis 03:24 machte ich eine kleine Skizze (nachträglich zeigte ein Vergleich mit CalSky, dass ich die Oberflächenstruktur grob richtig gesehen hatte):



Um 03:40 war das C8 abgebaut und verstaut, da gegen Morgen dann vielleicht doch Regen kommen sollte.

Insgesamt war auch die zweite Nacht sehr schön. Das Planeten-Extra mitten in der Nacht zwar etwas anstrengend, aber der erste ernsthafte Blick für diese Marsopposition doch zu verlockend. Ich hoffe das versteht man selbst hier im Deep Sky Forum…

Schöne Spätsommer-Nächte wünscht
Heinz

Bearbeitet von: Heinz.H am: 27.08.2020 23:30:09 Uhr
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