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 OdM August 2020 - Etwas Kleines und etwas Großes
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Ralph_Rogge
Senior im Astrotreff

Deutschland
123 Beiträge

Erstellt am: 01.08.2020 :  13:00:27 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Ralph_Rogge's Homepage  Antwort mit Zitat
Das Kleine: NGC 6543


Bild: NASA, ESA, HEIC, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA), siehe hier.

NGC 6543 (PK96+29.1), auch bekannt als Katzenaugennebel, ist ein Planetarischer Nebel (PN) im Sternbild Drache (17h 58.6m, +66°38’), mit einer visuellen Helligkeit von 8,1 mag und einem Durchmesser von ca 18’’.

Entdeckt wurde der PN am 15. Februar von 1786 von Wilhelm Herschel. Er verglich die Erscheinung des Objektes mit der Scheibe eines der äußeren Planeten und zack - so kam es zur Namenskreation: Planetarischer Nebel.

Am 29. August 1864 analysierte William Huggins mit NGC 6543 zum ersten mal einen PN mit einem Spektroskop und konnte das Objekt anhand seines Spektrums als sehr dünne (im Sinne der Dichte) leuchtende Gaswolke, und damit als nicht-stellar, identifizieren.

NGC 6543 hat eine sehr komplexe innere Struktur bestehend aus Knoten, Blasen und konzentrischen Ringen. Einige helle Knoten wurden von E.E. Barnard am 24 April 1900 entdeckt und habe einen eigenen Eintrag im IC Katalog: IC 4677.

In Abständen von 1500 Jahren kam es zu 11 oder mehr Masseauswürfen von je ca 1% Sonnenmassen des Zentralsterns, diese sind heute als leuchtende Kugelschalen (von uns aus als Ringe) zu sehen. Die Temperatur des Nebels liegt zwischen 7000 und 9000 K, die des äußeren Halos bei 15000 K. Der Zentralstern ist ein O7 Wolf-Rayett Stern mit einer Oberflächentemperatur von 80000K, einem Radius von 0,65 Sonnenradien.

Dreyer schreibt im NGC Katalog: Planetarischer Nebel, sehr hell, ziemlich klein, plötzlich heller in Richtung Mitte mit einem kleinen Kern (PN , vB, pS, sbMvSN).


Aufsuchkarte für NGC 6543 mit 5° Kreis. Erstellt mit SkySafari 6

Der PN ist etwa auf halbem Weg zwischen delta und zeta Dra zu finden. Mit meinem 4” f/6 Refraktor sehe ich bei 75x den PN fast so wie im Hubble Bild von oben ;). Im Detail sehe ich eine kleine blau-grüne Scheibe, die sich deutlich von den punktförmigen Sternen unterscheidet. Mit meinem 10” f/5 Newton bei 92x sehe ich mit indirektem Sehen einen schwachen Nebel um die Scheibe.

Das Große: IC 1396


Bild: DSS/ESA/ESO/NASA FITS Liberator; Farbbild von Davide De Martin, siehe hier.

IC 1396 ist ein Offener Sternhaufen (Trumpler Typ II m n) und ein Emisionsnebel im Sternbild Cepheus (21h 39.1m, +57°30’) mit einer visuellen Helligkeit von 3,5 mag und einem Durchmesser von 50’ für den Sternhaufen und 170' x 140' für den Nebel. In ihm befindet sich IC 1396A, der Elefantenrüsselnebel, eine hell umrandete Globule (= Ansammlung von interstellarem Gas und Staub, Sternentstehungsgebiet). Räumlich vor der Globule befindet sich der Reflektionsnebel vdB 142.


Aufsuchkarte für IC 1396 mit 5° Kreis. Erstellt mit SkySafari 6

Entdeckt wurde der Sternhaufen von Edward Barnard im August 1983.

Der 4 mag rote Riese mu Cep (der Granatstern, Spektrum M2 Ia, halbregelmäßig variabel 3,7 - 5,0 mag mit Perioden von 770 bis 4400 Tagen) weist den Weg. Mit meinem 4” f/6 Refraktor sehe ich bei 20x einen wunderbar sternreichen Haufen mit dem sowas-von-roten mu Cep am nördlichen Rand. Ab ca 8”-10” lohnt sich ggf der Einsatz eines UHC bzw O-III Filters.

Der Sternhaufen ist, bei vernünftig dunklem Himmel, mit dem bloßen Auge sichtbar und ein Blick mit dem Feldstecher lohnt sich!

Ich wünsche allerseits einen klaren Himmel und ein entspanntes Gucken bei angenehmen nächtlichen Temperaturen.

Viele Grüße Ralph

http://adastra.site

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Lars73
Meister im Astrotreff

Deutschland
402 Beiträge

Erstellt  am: 03.08.2020 :  18:16:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Ralph,

in der vorgestrigen Nacht habe ich vom Katzenauge ein paar Testaufnahmen mit dem H-alpha-Filter gemacht. Bei hellem Mond ist das ja gut möglich und ich wollte testen, wie leicht oder schwer im Halo etwas darstellbar ist. Bekanntlich wird der Halo von OIII dominiert, so daß die H-alpha-Verteilung in Farbbildern leicht untergeht.
Interessant erscheint mir die völlig asymmetrische Anordnung der Filamente angesichts der bipolaren Struktur des Objektes:



(Aufnahme mit AOM 160/1600, ASI1600mmc, 25 x 300 s, tlws. Schleierwolken)

Für die visuelle Beobachtung ist der Halo sicher zu schwach. Vielleicht sind mit größerer Öffnung die kleinen "Zipfel" an den Enden der Kernregion zu sehen ?

Gruß Lars

www.sternwarte-usedom.de
https://www.astrobin.com/users/LarsSt/

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