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 Klein aber fein: der neue 8“ f/7 ist fertig
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MaettesC
Meister im Astrotreff

Deutschland
777 Beiträge

Erstellt am: 29.06.2020 :  19:19:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

dank Corona hat‘s etwas gedauert mit den Lieferzeiten der einzelnen Komponenten, doch nun ist er endlich fertig.

Aber zunächst von Anfang an... vor einigen Jahren hatte ich bereits einen 12“ f/5 von GSO, der mir mit der Zeit irgendwann einfach zu unhandlich und unbequem wurde, um ihn immer raus auf den dunklen Acker zu fahren. Der Spiegel war auch alles andere als makellos, aber schon brauchbar. Also habe mich schweren Herzens davon getrennt und nach einer kurzen Astropause einen 120/600 Richfield Refraktor angeschafft.

Dieser leistet seitdem gute Dienste bei der Beobachtung von ausgedehnten DS-Objekten und ist sehr schnell einsatzbereit. Da dann irgendwann wieder das Öffnungsfieber stieg und noch eine schöne Ergänzung für die Mond- und Planetenbeobachtung angeschafft werden sollte, bin ich nach langem Hin und Her beim 8“ Dobson gelandet.

Dieser stellt für mich persönlich den bestmöglichen Kompromiss zwischen Leistung, Einsatzgebieten und Aufwand in der Handhabung dar. Also entschloss ich mich, mir das Teleskop so zusammen zu stellen, dass für mich keine Wünsche mehr offen bleiben. Als dann bei Zambuto ein bereits fertiggestellter 8“ f/7 Spiegel angeboten wurde, ging es los...

Zu den Eckdaten:
Der Hauptspiegel ist wie gesagt ein 8“ f/7 von Carl Zambuto mit 1417mm Brennweite. Als Sekundärspiegel habe ich mir einen Antares 1,52“ (38,6mm) mit 1/30 Wave PV geordert. Die Obstruktion liegt damit bei rund 19 %. Sicherlich wäre hier auch weniger machbar gewesen, aber Carl meinte aus eigener Erfahrung, solange die Obstruktion bei unter 20% bleibt, würde er immer den etwas größeren Spiegel bevorzugen wegen der besseren Ausleuchtung. Hab ich ihm einfach mal so geglaubt, ohne selbst groß zu recherchieren. Er meinte, unter 20 % wäre der Zugewinn an Kontrast eigentlich kaum noch merkbar und daher wählt er selbst auch immer den größeren FS. Dem hab ich mich dann einfach mal so angeschlossen

Als Tubus habe ich mich für den TS ONTC Carbontubus entschieden, den TS nach meinen Vorgaben samt der 9-Punkt HS-Zelle und der FS-Spinne gefertigt hat. Daran verbaut ist ein 2“ Moonlite Okularauszug. Für die Balance wäre sicherlich ein kleiner Helikalfokussierer sinnvoller gewesen, aber da an dem Dobson auch mein schweres Denkmeier-Bino zum Einsatz kommen soll, wollte ich schon eher einen tragfähigeren Okularauszug.

Die Rockerbox habe ich mir von Dieter Martini bauen lassen. Für meinen alten 12“ f/5 hatte ich mir seinerzeit ebenfalls dort eine Rockerbox gekauft und war von dem Design mit den Höhenrädern fest mit den Rohrschellen verbunden sehr angetan. Die aktuelle Rockerbox habe ich gleich mit 10000 Step Encodern ausrüsten lassen, um mein Nexus DSC zu verwenden. Zur Schwingungsdämpfung und besseren Fixierung des Tubus habe ich die Innenseiten der Rohrschellen mit Streifen aus robustem 4mm Schuhsohlengummi beklebt, ebenfalls die drei Füße der Rockerbox.

Da die bei mir verwendeten Okulare zwischen knapp 200 gr und fast 2 kg (Bino mit 2x 12mm Delos) wiegen, war natürlich die Balance noch so eine Sache... Die Rockerbox bietet zwar die Möglichkeit, das Teleskop in den Rohrschellen auszubalancieren, aber das ist mir in der Praxis während des Betriebs deutlich zu viel Aufwand. Daher habe ich mich entschieden, mit Laufgewichten zu arbeiten, die ich auch unmittelbar vor dem Okularwechsel bzw. währenddessen, mit einer Hand umpositionieren kann. Hier habe ich mich für das Laufgewichtsystem von Geoptik entschieden, welches eigentlich für 8“ SC Teleskope angeboten wird. Passt aber auch wunderbar auf den 8“ Newton Tubus.

Damit konnte die Rockerbox sehr niedrig gehalten werden (weil der benötigte Spielraum zum Ausbalancieren in den Rohrschellen nicht benötigt wird), was die ganze Konstruktion sehr stabil und schwingungsunanfällig macht. Am Heck des Tubus sind nun 3x 1kg Gegengewichte auf einer Laufschiene montiert. Bei voller Zuladung mit dem Bino reicht es, die drei Gewichte am unteren Ende der Laufschiene zu fixieren.

Bei monokularer Beobachtung nehme ich das untere Gewicht raus und die beiden verbliebenen wandern auf der Schiene möglichst nah an die Höhenachse der Rockerbox. Kommen nun schwere Übersichtsokulare zum Einsatz, wandert eines der beiden Gewichte wieder nach unten und die Balance passt wieder. Das alles ist mit einer Hand zu bewerkstelligen, während die andere Hand das Teleskop bei Bedarf am Höhenrad in Position hält und das Okular wechselt.

Trotz den drei Kilo „unnützem Balast“ der Gegengewichte ist alles noch so schön leicht, dass ich Teleskop samt Rockerbox in einem Gang nach draußen befördern kann.

Zur Tubusentlüftung habe ich mir eine Platte etwas größer als der Tubusdurchmesser aus einer 20mm Polstermaterial-Platte (Shorehärte 30 Grad) ausgeschnitten und darin zwei PC Hochleistungslüfter mit Regelung verbaut. Den Rand der Platte habe ich nach innen verjüngend zurechtgeschnitten, sodass man die Lüftereinheit quasi wie einen Korken auf das untere Tubusende aufdrücken kann. Versorgt werden die Lüfter mit einer Powerbank über USB. Durch das Polstermaterial werden die Schwingungen der Lüfter selbst bei voller Kraft absorbiert.

Wie es ja leider so üblich ist bei Neuanschaffungen, ist nun erstmal schlechtes Wetter angesagt. Ein erster Test der Mechanik am Tag hat jedenfalls offenbart, dass der Gewichtswechsel während der Beobachtung reibungslos funktioniert, die Rockerbox sehr solide steht und auch bei hoher Vergrößerung so gut wie nicht nachtschwingt. Die Gleitlager aus Teflon und Ebony Star brechen ohne spürbaren Widerstand los und bleiben sauber stehen, wo ich das Teleskop loslasse. So soll‘s sein!

Der Tubus ist sehr stabil und verwindungssteif bei niedrigem Gewicht, die HS-Zelle macht auf mich ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Die FS-Halterung und Spinne wollte ich in der ersten Planung durch eine aus Carbon von Drehen und mehr ersetzen. Das erachte ich inzwischen aber als überflüssig, da die mit dem Tubus gelieferte wirklich solide ist und bereits über sehr dünne Streben verfügt. Alles in allem wird die Justage sehr stabil gehalten. Ich hatte den Tubus nun häufig auf dem Tisch liegen und immer mal wieder nach draußen getragen und aufgebaut, ohne dass sich etwas verstellt hätte. Justiert habe ich übrigens mit einem 2“ Concenter-Okular und einem Hotech Justierlaser.

Die optischen Qualitäten konnte ich bisher wegen des Wetters lediglich am Tag testen. Ein Baum in rund 500m Entfernung lies auf seinen Blättern die Blattaderungen erkennen, das Bild war im 6,7mm ES 82 Grad (mehr Vergrößerung als 212x geben meine Okulare aktuell nicht her) gestochen scharf.

Während ich diesen Text hier auf meiner Terrasse verfasst habe, bot sich zwischendurch einmal die Gelegenheit, in einer Wolkenlücke den Mond bei Tageslicht zu betrachten. Natürlich auch wenig aussagekräftig, aber es zeigt sich selbst am Tag schon, dass die Optik wohl einiges können wird! Ich fiebere also der ersten klaren Nacht entgegen...

Ich habe noch auf die Schnelle eine Handvoll Bilder vom Teleskop gemacht, die ich hier nachreiche, sobald sie freigeschaltet wurden. Ein ausführlicher Bericht zum First Light wird dann noch folgen, sobald das Wetter mitgespielt hat. Bei allem, was ich bisher von dem Teleskop so gesehen hab, bin ich jedenfalls guter Dinge, dass mir das Teil sehr viel Spaß machen wird!

Liebe Grüße,
Matthias

PS: über die Sinnigkeit der Anschaffung eines 8“ Newtons, für den man auch locker 20“ von der Stange hätte kaufen können, lässt sich natürlich vortrefflich streiten. Für mich sind 8“ jedoch das praktikable Maximum und das wollte ich dann einfach so gut es geht umsetzen. Klein aber fein eben

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6038 Beiträge

Erstellt  am: 29.06.2020 :  20:17:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Wenn Rolls Royce Teleskope bauen würde, würden sie so aussehen wie Deines.

Hallo Matthias,

das klingt nach einem sehr schönen Teleskop. Sehr durchdacht, stabil und alle Komponenten von höchster Qualität. Ich bin beeindruckt. Könntest Du auch noch mal ein paar Bilder vom fertigen Dobson zeigen? Gerne auch mit dem Bino im OAZ, damit man sich mal ein Bild vom gesamten System machen kann.

Bis dann:
Marcus

16" f/4 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

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fastride
Senior im Astrotreff

Schweiz
183 Beiträge

Erstellt  am: 29.06.2020 :  20:20:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Klingt für mich alles durchaus vernünftig! Freu mich auf die Bilder.....

Gruss Konrad

Galaxy D10, 114/900 Newton
Carl Zeiss: Binoctar 7x50, Jenoptem 10x50, Swarovski Habicht 7x42, Steiner Firebird T 8x30

Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht !

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MaettesC
Meister im Astrotreff

Deutschland
777 Beiträge

Erstellt  am: 29.06.2020 :  21:07:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

die hochgeladenen Bilder sind jetzt freigeschaltet. Ein Bild samt Bino im OAZ reiche ich dir noch nach Marcus. Hatte heute Nachmittag nur ein mit dem ES 12mm 92 Grad im OAZ gemacht

Einmal das Teleskop im ganzen:



Hauptspiegelzelle und Rückseite des Spiegels:



Die Gegengewichte:



Blick von vorne in die Öffnung, gegenüber des OAZ ist Velourfolie verklebt, der Rest ist solide mit matter Farbe geschwärzt:



Tubusentlüftung mit zwei PC Lüftern und Regler:




Lieben Gruß,
Matthias

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Andreas72202
Meister im Astrotreff

Deutschland
464 Beiträge

Erstellt  am: 29.06.2020 :  21:30:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Matthias,

das Rohr sieht wirklich schick aus und mit den Komponenten wird es Dir sicher viel Spaß machen.

Hast Du vor, noch einen Streulichtschutz einzusetzen? Der Moonlite sitzt sehr weit oben am Tubus, so dass ich vermute, dass Du Dir von der dem OAZ gegenüber liegenden Seite Störlicht einfangen wirst. Könntest ja eine Taukappe in Carbonoptik nehmen. Oder eine schnöde Isomatte (sieht man im Dunkeln ja nicht)

Wie auch immer... ich wünsche Dir viel Freude bei der kommenden Planetenparade und darüber hinaus

Viele Grüße
Andreas

***Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe***

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fastride
Senior im Astrotreff

Schweiz
183 Beiträge

Erstellt  am: 29.06.2020 :  23:46:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Sehr schön geworden! Black Mamba ;-)
lässt du die Rockerbox in Naturfarbe?

Gruss Konrad

Galaxy D10, 114/900 Newton
Carl Zeiss: Binoctar 7x50, Jenoptem 10x50, Swarovski Habicht 7x42, Steiner Firebird T 8x30

Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht !

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hasebergen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3355 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  07:06:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hasebergen's Homepage  Antwort mit Zitat
Moin Matthias,

8"f7 (und das mit besten optischen Komponenten )... aus eigener Erfahrung: Du wirst viel Freude an dem haben! Tip: wenn das Seeing mal einen guten Tag hat, gib alles, was Du an Vergrößerung hast ... gerade am Mond - ich habe meinen 8" f8.8 (auch mit absoluter Spitzenoptik) mal auf 1006fach hochgejagt - Details in den Kraterwandterrasssen von Kopernikus - Wahnsinn. Saturn: eine Cassiniteilung, da hätte man einen LKW durchjagen können ... Sternaufgang über der dunklen Seite des Mondes (okay, da waren es "nur" 503fach ...) Doppelsterne - easy going bis 0"6 aufgelöst. Selbst ein Ringnebel - bei 503fach (klar, da brauchste natürlich dunkleren Hmmel) - Hammer.

Lass Dich nicht von den Theorie-Nörglern ("max 1.42fach pro mm Durchmesser"; das wären schlappe 280fach) beeindrucken. Klar - man sieht ab dieser Grenze nicht mehr Details, da haben die Theoretiker schon Recht. Nur - eben mit so einer Spitzenoptik - man sieht diese max erreichbaren Details größer, was das Beobachten m.M. nach entspannt. Details auf Ganymed gehen eben erst gut ab 450/500fach ... Klar - Seeing muss stimmen - das wäre ansonsten der einzige "Vergrößerungskiller" ...

Viel Freude mit dem schönen Newton,

Greetzle Hannes

EDIT: sehe gerade die Bilder ... gönn Deinem Newton auf jeden Fall noch eine 20-30cm lange Taukappe! Die abgestrahlte Wärme Deiner Rübe könnte sonst für unangenehmes "Selbstmachseeing" sorgen ...

Diverses klassisches Zeugs - Klassikerseite: http://amateurastronomie.com/index.htm - Bereich Klassiker

--> 07-2019: Erstellung eines Einsteigerbüchleins: Was ist zu bedenken beim Einstieg - welches Teleskop ist wirklich ein "Einstiegsgerät" etc.

Facebook - Gruppe Klassische Teleskope https://www.facebook.com/groups/1101191130018058/

Bearbeitet von: hasebergen am: 30.06.2020 07:08:24 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1615 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  07:37:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Matthias,

na, das ist doch die perfekte Ergänzung zu Deinem 120/600-Refraktor. Die zwei zusammen sind ein unschlagbares Pärchen :-)
Digitale Teilkreise hast Du auch dran, wie ich sehe - für ein Planetengerät nicht zwingend, aber vielleicht willst Du ja auch mal was anderes beobachten damit.
Jedenfalls mag ich das so: keine unnötigen Kompromisse, dafür hinterher auch nichts, mit dem man sich rumärgern muss.

Viel Spaß damit und viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: am:
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fastride
Senior im Astrotreff

Schweiz
183 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  07:54:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich hab da noch eine Verständnisfrage.

Gehen wir von 2 mal einer absolut perfekten Optik aus: welchen Vorteil bringt ein 8" f/8 gegenüber einem f/6 (und nur theoretisch wäre ein f/10 "besser")



Gruss Konrad

Galaxy D10, 114/900 Newton
Carl Zeiss: Binoctar 7x50, Jenoptem 10x50, Swarovski Habicht 7x42, Steiner Firebird T 8x30

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6038 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  09:18:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Konrad,

ein f/8 kommt aufgrund des längeren Öffnungsverhältnisses mit einem kleineren Fangspiegel aus als ein f/6. Man hat also weniger Obstruktion, dadurch (etwas) mehr Licht und eine bessere Auflösung, was vor allem im Hochvergrößerungsbereich (Planeten, Mond) von Vorteil ist. Er hat auch weniger Spiegelkoma. Ein f/10 wäre theoretisch noch besser, aber irgendwann kommt aufgrund der Tubusgeometrie kein kleinerer FS mehr infrage. Und der Tubus wird natürlich auch immer länger. Man muss also abwägen. F/7 bis f/8 dürfte somit in etwa das optimale Öffnungsverhältnis für einen in der Richtung optimierten klassischen Dobson sein.
Die Alternative wären unobstruierte Newtons wie Schiefspiegler oder Off-Axis-Newtons.

Bis dann:
Marcus

16" f/4 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
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Bearbeitet von: Mettling am: 30.06.2020 09:20:18 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5627 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  09:29:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Servus Konrad,
mit kleiner werdenden Öffnungsverhältnis kommt man mit weniger Obstruktion aus. Weiters ist Koma im Feld geringer. Ob das viel ausmacht sei dahingestellt. f/7 ist schon nah an f/8. Nebenbei kann man z.B. bei f/10 schon langbrennweitigere Okulare verwenden.
Direkt auf der optischen Achse sollte bei gleicher Obstruktion unf gleicher optischen Qualität kein Unterschied sein.
Es gibt aber auch Nachteile. Das Teleskop wird immer länger und unhandlicher... Außerdem nimmt das maximal sichtbare Feld ab.
Ich denke, dass ich bei einer möglichen Auswahl zwischen 8" f/7 bis f/10 mich auch für f/7 entscheiden würde, da das mit einem normalen Auto noch gut transportierbar ist. Bei f/8 wirds schwierig und f/10 ginge gar für mich gar nicht mehr. Du musst auch die Einblickhöhe im Zenith beachten...
Servus,
Roland

Hallo Matthias,
der 8" f/7 schaut echt edel aus. Schön ist auch die Lüftereinheit, die sich auch abmachen lässt. Das mit den Laufgewichten würde ich persönlich versuchen zu vermeiden, aber alles gut transportabel und mit wenig Aufwand einsetzbar ist, dann ist es sicher eine gute Lösung. Ich würde mir noch Okulare besorgen, die eine höhere Vergrößerung zulassen. Ich denke, dass bei gutem Seeing ohne weiteres 333x, 350x und je nach Objekt auch mehr möglich sind.
212x ist aber ein guter Einstieg und damit geht auch schon einiges besonders wenn das Seeing nicht so besonders ist.
Viel Spaß und lass uns an Deinen Beobachtungen mit dem guten 8" f/7 teilhaben :)
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

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fastride
Senior im Astrotreff

Schweiz
183 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  10:21:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Matthias,
Wie viel Platz ist da zwischen Spiegelrand und Tubus, auf dem Foto sieht man das nicht so gut.

Gruss Konrad

Galaxy D10, 114/900 Newton
Carl Zeiss: Binoctar 7x50, Jenoptem 10x50, Swarovski Habicht 7x42, Steiner Firebird T 8x30

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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3602 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  11:52:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Matthias,

Dein Planetenrohr gefällt mir sehr gut!
Für beste Leistung würd ich da auf jeden Fall auch noch eine Taukappe/Streulichtblende dran tun.
Für die Optik solltest Du bei der Spiegelzelle vielleicht Hutmuttern verwenden. Herausschauende Gewinde-Enden versuche ich an meinen Teleskopen zu vermeiden.


(==>)fastride:
Hallo Konrad, bei "langsamerem" Öffnungsverhältnis müssen die Okulare nicht für sehr stumpfe Strahlkegel optimiert sein.

Ethos-Okulare sind für dieses Teleskop definitiv nicht erforderlich für bestmögliche Abbildung. Bei f/6 und länger machen Erfle-Okulare eine richtig gute Figur. Extremfall sind die alten Huygens-Okulare. Die funktionieren erst ab ca. f/15 einigermaßen ordentlich. Matthias kann an diesem Teleskop sehr gut auch ältere "Planetenokulare" einsetzen, z.B. orthoskopische oder monozentrische. An einem F/3,5 Teleskop braucht man solche Okulare gar nicht erst zu auszutesten.

Gruß,
Martin

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MaettesC
Meister im Astrotreff

Deutschland
777 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  15:19:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Rückmeldungen und warmen Worte

Auf der Arbeit geht's heute etwas heiß her und ich komme noch nicht dazu, auf die Fragen einzugehen, hole ich aber nach!

Eins sei nur vorweg gesagt: eine Taukappe / Streulichtschutz kommt natürlich noch. Ich hätte auch gleich den Tubus etwas länger lassen können, aber dann ist der Transport halt wieder doof Also wird noch was abnehmbares montiert.

Lieben Gruß,
Matthias

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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4879 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  19:07:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Gratuliere zum "Schwarzen Langen", so was sieht man ja eher selten.
Kannst du noch was zum Tubus sagen: Durchmesser / Dicke / Sandwich? Wie viel Platz zum Spiegel? Was kostet so ein Tubus ungefähr? Wie hoch waren in etwa die Gesamtkosten?

Was mir weniger gut gefällt sind die Laufgewichte. Die sind ja "oberhalb" der Symmetrieachse und erzeugen ein Aufrichtmoment wenn der Tubus zenitnah steht.

Etwas skeptisch sehe ich auch diese extrem weit ausgeschnittene Rockerbox. Ist das wirklich bei der Röckerbox Höhe noch steif genug? Ich hatte bei meinen ebenfalls hochbauenden Zwillingen viel kleinere Aussparungen und zusätzlich noch Versteifungsstege angebracht - allerdings bei dünnerem Material. Ok, jeder setzt wohl andere Maßstäbe an die Steifigkeit.

Gummi unter die Azimutfüße finde ich kontraproduktiv. Besser als Schwingungen zu dämpfen ist es, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Schuhsohlengummi ist jedoch vermutlich so hart, dass es nicht weiter auffällt.

Wünsche dir viel Spaß beim beobachten.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

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MaettesC
Meister im Astrotreff

Deutschland
777 Beiträge

Erstellt  am: 30.06.2020 :  23:06:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

so... Endlich Feierabend

(==>) Marcus: Hab's noch nicht geschafft, ein Bild mit dem Bino im OAZ zu machen, aber das sollte morgen klappen. Dank Homeoffice

(==>) Andreas: ja, du hast Recht, der OAZ sitzt relativ weit oben. Das entspricht aber leider auch der maximalen Tubuslänge, die quer in meinen Kofferraum passt Ich hatte eh vor, noch einen Streulichtschutz zu bauen, den ich zum Transport abnehmen kann. Mir fehlt aber noch die Inspiration, was ich da machen soll. Hatte erst an DC-Fix Folie in Cabonoptik gedacht, aber der Unterschied zu dem "echten Carbon" direkt daneben sieht komisch aus...

(==>) Konrad: ja, ich hatte vor, die Rockerbox so zu lassen. Irgendwie macht gerade der Kontrast zwischen Carbon, einem eher modern anmutenden Werkstoff und dem zumindest in der Oberfläche sehr natürlich aussehenden Holz die Optik aus. Nicht, dass mir wichtig wäre, wie mein Teleskop aussieht, dass "Durchsehen" ist mir deutlich wichtiger, aber irgendwie finde ich, hat es schon was Außerdem hatte ich mal eine allergische Reaktion bei einem Holzlack und auch deshalb lass' ich's gerade so, wie's ist

(==>) Hannes: witzig, genau das hat mir Carl Zambuto auch gesagt. Der übrigens noch lange nach Verkaufsabwicklung regen Mailverkehr gehalten hat. Gutes after sales menagement würde man das heute nennen Er sagte jedenfalls, dass er viele Kunden hat, die davon berichten, bei wirklichem Ausnahmeseeing stark übervergrößern zu können. Da scheint ja dann schon was dran zu sein... Taukappe kommt wie gesagt noch dran... Nur fehlt mir halt noch die zündende Idee...

(==>) Holger: ja, ich denke, das wird sich ganz gut ergänzen. Aber ich habe mit dem Newton bei weitem nicht nur Mond und Planeten zum Ziel. Deshalb sind auch die Teilkreise dabei, die mit dem Nexus DSC und bei Bedarf auch darüber Verbindung zum Tablet mit Skysafari haben. Bisher bin ich nur Telrad bzw Riegel und DS Reiseatlas gewohnt. Das wird also schon neuer Luxus für mich sein.

(==>) Roland: die Lüftereinheit sehe ich eher noch als eine Art Prototyp an :) Nach dem bauen sind mir gleich einige Verbesserungen eingefallen, die ich vielleicht in einem nächsten Entwurf noch umsetzen werde. Aber bis dahin ist diese hier erstmal gut genug denke ich.
An Okularen bin ich im Mittelfend der Abstufung ganz gut ausgestattet. Wobei meine beiden Teleskope mit f/5 und f/7 am oberen und unteren Ende der Okularpalette schon gerne noch ergänzt werden wollen. So wäre am Dobson schon ruhig noch etwas mehr AP, als die vom ES 30mm 82 Grad mit rund 4,30mm möglich, während das Okular am Refraktor gut passende 6mm liefert. Aber z.B. für 0,2 Grad wGf mehr beim 41mm Panoptic gleich wieder viel Geld in die Hand zu nehmen, das ist es mir nicht wert. Zumal ich ja den Reffi für maximales Feld habe.
Am hochvergrößernden Ende bin ich gerade kurz vor der Kaufentscheidung. Als erstes wird eine 2x Powermate in 2" angeschafft. Damit aus meinem 12 mm ES 92 Grad, meinem Lieblingsokular, ein 6 mm mit 236x Vergrößerung zu machen und dann den Terminator entlang zu surfen, lässt mir schon das Wasser im Mund zusammen laufen Mein ES 9 mm 100 Grad wird dann zum 4,5 mm mit 315x, womit ich das seeingbedingte Maximum der meisten Nächte ausreizen dürfte Dann hätte ich noch ein 6,7 mm ES 82 Grad, was mit Borlow 423x liefert, womit es schon in die Übervergrößerung geht. Bei sehr guten Nächten stelle ich mir das schon machbar vor. Dann würde ich samt der Barlow noch das ES 4,7 mm 82 Grad bestellen, was ohne Barlow wahrscheinlich häufiger einsetzbare 301x liefert und mit Barlow satte 602x, was gradezu nach verrückten Experimenten an Doppelsternen schreit Da ich das kurze Ende der Okularpalette eher selten einsetzbar sehe, belasse ich es hier bei den ES, bevor ich viel Geld für Delos und Co. in die Hand nehmen möchte. Die meiste Zeit möchte ich eh am Bino verbringen, wo ich 2x 24 mm Panoptic und 2x 12 mm Delos im Einsatz habe. Zusammen mit dem Filterswitch des Binos habe ich hier pro Paar drei Vergrößerungen und liege damit zwischen 77x und 354x, bzw zwischen 2,6 und 0,6 mm AP. Für monokular dann nur noch die Barlow und das 4,7 mm ES, dann hab ich endlich alle sieben Sachen zusammen :)

(==>) Konrad: der Abstand zwischen Spiegelrand und Tubusinnenseite Beträge ziemlich exakt 21 mm. Könnte etwas mehr sein, aber das gleicht der Lüfter wieder aus.

(==>) Martin: der Streulichtschutz kommt auf jeden Fall noch dran. Aber welche Schrauben meinst du genau an der HS-Zelle?

(==>) Statis: vielen Dank. Der Tubus misst innen rund 245 mm, die Wand ist knappe 4 mm stark. Für den Tubus samt OAZ, HS-Zelle und Spinne habe ich knapp 1500 € gezahlt. Für das kommplette Teleskop samt Rockerbox und den Teilkreisen waren es rund 4500 €.
Das mit den Laufgewichten erschien mir auch seltsam. Eigentlich wollte ich sie auf der Unterseite des Tubus anbringen. Um sicher zu gehen, was wirklich besser funktioniert und bevor ich den Tubus unnötig falsch anbohre, habe ich das Gewichtsystem mit Panzertape nacheinander an den infrage kommenden Positionen fixiert und dann alle Okulare samt Bino durchgetestet. Mit den wenigsten Änderungen an der Gewichtposition zur Ausbalancierung kam ich komischwerweise in dieser Position hin. Es sieht zwar etwas seltsam aus, aber mir stand die Funktionalität im Vordergrund. Und die passt so erprobter- aber komischer Weise, tatsächlich am besten :)
Die Rockerbox steht wirklich sehr solide. Auf der Vorderseite befindet sich eine dicke Querstrebe und die Winkel sind ebenfalls verstärkt. Das Material ist dickes Birke Multiplex. Da zittert nichts. Beim Test am Tag ist bei 212x jedenfalls keinerlei Nachwingen bemerkbar.
Der Gummi unter den Azimutfüßen ist ziemlich hart. Der soll mir in erster Linie auch etwas die hölzernen Füße schützen, wenn der Dobson auf dem Acker steht. Auf hartem Untergrund werden Schwingungen von z.B. festen Schritten neben dem Teleskop etwas abgefedert. Mag aber auch Einbildung sein, da das "Vorher-Bild" schwer zu erinnern ist, um es realitisch einzuschätzen.

Ich bin auf jeden Fall auf den ersten Praxistest gespannt. Weitere Verbesserungen werden sich dann sicherlich über die Zeit ergeben. Aber bisher bin ich auf jeden Fall vollauf zufrieden

Vielen Dank für euren Input und liebe Grüße, wurde ja jetzt doch schon wieder ganz schön viel Text

Matthias

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