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Seite: von 2

Neoachillis
Neues Mitglied

Deutschland
6 Beiträge

Erstellt am: 20.05.2020 :  14:11:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat
Da ich vermute das meine Vorstellung etwas Umfangreicher ausfallen wird und ich am Ende dennoch eine Frage habe, hoffe ich das die Pros unter euch wenigstens den letzten Punkt lesen werden .


Zu meiner Person:

Zwar liebe ich seit meiner Jugend Dokumentationen über Weltraum und Weltall, ich weiß nicht wie oft ich die Voyager Episode „Kosmische Giganten“ von „Die Planeten“ gesehen habe , aber Astronomie war, bis auf wenige Ausnahmen, bei mir kein Thema. Die wenigen Ausnahmen beim „Teleskop schauen“, beziehen sich auf meinem Besuch meines Cousins der ein Dobson N 200/1200 besitzt. Die wenigen Augenblicke durch das Teleskop waren zwar super toll, aber immer so ein zwischen Tür und Angel geschaue. Dennoch konnte ich mich immer begeistern und unser Plan uns regelmäßig zu einer kleinen Astronomie-Runde zu treffen, steht noch bis heute im Raum, wird aber immer konkreter.
Dank der Corona Krise bin ich wieder einmal mehr auf das Hobby Astronomie gestoßen und natürlich nach dem Verlangen ein eigenes Teleskop zu besitzen.

Meine Vorstellung in Sachen Astronomie:

Meine erste oberflächliche Suche nach dem richtigen Equipment in Sachen Sterne und Planeten gucken, landeten irgendwie da, wo alle Neulinge ohne Erfahrung landen. Bei einem günstigen Komplett Set weit unter 250€. Dafür aber mit einer kruden GoTo Steuerung oder zumindest einer automatischen Nachführung. Das man eventuell Schwierigkeiten haben könnte schöne Astrofotografien mit einem Smartphone zu knipsen, ignorierte ich einfach. Die Klassiker zum Einstieg halt, Stichwort „Celestron AstroMaster 130 EQ 130/650 Newton-Spiegelteleskop mit Nachführmotor“.

Glücklicherweise habe ich den Fehler nicht begannen und mich in einem Forum angemeldet und die übliche Anfängerfragen à la „ist das AstroMaster 130 oder das „Bresser Spiegelteleskop 150/1400mm“ für den Anfänger besser geeignet“, gestellt. (Beide Systeme kosten etwas weniger als 200€).
Zwangsläufig kommt dann immer die gleiche Gegenfrage: „Hast du dich vorher informiert und was willst du mit dem Teleskop überhaupt machen?“, was im Endeffekt so viel bedeutet wie „Bist du doof oder was?“.
Mir wurde nach einigen Recherchen schnell klar das irgendwie alles auf ein günstiges Dobson Spiegelteleskop herausläuft. Das wollte ich dann aber auch nicht, da mein Cousin ja eines Besitzt und es irgendwie Doof ist wenn wir das gleiche Teleskop haben. Irgendwann treffen wir uns zu einem nächtlichen Gelage und da wären zwei verschiedene Teleskope schon irgendwie cooler.
Ich habe mir natürlich selber die Frage gestellt was ich will und um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Will ich Deep-Sky oder Planeten beobachten, am besten beides…

Meine erste Zufallsausrüstung:

Bei meiner Selbstreflexion und Recherchen kam ich meist auf Teleskope die die 1000 Euro Marke bei weitem übersteigen, genauso wie vermutlich mein Selbstbewusstsein auch alles auf Anhieb bedienen zu können. Außerdem wäre eine so hohe Geldsumme eher schlecht, denn ich bin sehr gerne verheiratet und und möchte es auch in Zukunft bleiben .
Wie es der Zufall so will, sprach mich ein Arbeitskollege auf sein altes Teleskop an und ob ich es haben möchte.



Nach kurzen Verhandlungen wanderte im Tausch gegen zwei Flaschen Bier ein betagtes „Bresser Classic-Line 70/900“ Teleskop (Bild) auf meinem Balkon und das war glaub ich die beste Investition die ich in diesem Fall tätigen hätte können.


Mein erster Blick durchs Teleskop:

Das Besser 70/900 thront auf einem wackeligen Aluminium-Stativ mit Azimutale Montierung, Azimutale Montierung, auch so ein Wort das ich bis dato noch nicht kannte. Als Zubehör gab es ein 4mm, 12,5mm und 20mm Okular. Zusätzlich eine 2X Barlow Linse und einen Zenit-Spiegel.
Wir schreiben den 19. Mai 2020 ca. 15 Uhr, ich sitze auf meinem Balkon und versuche nach einer Internetanleitung den Sucher zu Kalibrieren, was auch einigermaßen funktioniert hat. Danach wurden drei Apps heruntergeladen Namentlich „Stellarium Plus“, Mo Free“ und „Star Walk 2“. Wobei ich echt sagen muss, dass für mich als Anfänger das billige Star Walk 2 am besten funktioniert hat.
Jetzt heißt es warte bis es endlich dunkel wird bei uns im Dorf. Ach so, ich wohne in einem Dorf nähe einer winzigen Kleinstadt in Franken. An ganz guten Nächten kann man sogar die Milchstraße als leichten Dunst am Himmel sehen. Also eigentlich passable Voraussetzungen um Sterne gucken. Leider war es in dieser Nacht nicht ganz so toll, aber so gegen 23 Uhr waren dennoch einige hundert Sterne zu sehen, aber leider keine Planeten.
Das Teleskop wird ausgerichtet. Laut meiner App befinde ich mich im Sternbild Bärenhüter bei einem Stern Namens Arktur. Ich war total Happy das zwischen dem Anvisieren mit dem billig wirkenden Sucher und dem sehen mit 12,5mm Okular nur knapp eine Minute vergangen ist. Einen kleinen unbeabsichtigten Schwenk weiter, das Stativ ist echt fürn Popo, kam ein weiterer Stern ins Okular. Das beeindruckende an diesem waren zwei Farben. Linke Seite eher Gelb, rechte Seite eher blau funkelnd. Ich denke ich habe diesen gut 5 Minuten beobachtet, mit verschiednen Okularen. Ich frage mich für was das 4mm und die 2 mal Barlow ist? Ob es sich dabei um einen Doppelstern gehandelt hat, weiß ich nicht, aber vermutlich würde er so aussehen. Was aber auch verblüffend durch den Blick des Teleskops war, waren die Farben. Richtig kräftig leuchtend funkelnd, so kennt man Sterne gar nicht, dachte immer die wären alle irgendwie blaß einfarbig. Durch das Teleskop ist es wie eine Leuchtreklame die man einschaltet.
Egal, ich musste meinen jetzigen Standort verlassen. Wenn ich über das Balkongeländer an unserem Haus klettere, lande ich direkt auf unserem Carport, was ich auch gemacht habe. Also das Teleskop darüber gehieft, ein paar Meter vom Haus entfernt auf dem Carport aufgestellt und schon konnte ich gut 4/5 des Himmels und nicht nur den Westen und Teile des Südens betrachten.
Diesmal war laut meiner App Capella dran. Obwohl es ein Doppelstern sein sollte, erschien Capella „nur“ als funkelnder bläulich gelber Punkt. Was aber für mich noch viel bedeutsamer war als Capella selber, waren die plötzlich auftauchenden Sterne drumherum. Ein Blick mit dem Auge zeigte mir nur eine Stern, Capella eben. Der Blick durchs Teleskop zeigte mir aber etliche kleine Punkte rund um den Hauptstern. Sollte das das ominöse Deep-Sky sein? Geile Sache. Ich glaube ich wechselte zwanzig mal zwischen Auge und Teleskop hin und her, unglaublich. Un das bei den eher schlechten nächtlichen Wetterverhältnissen.
Die nächste Zeit verbrachte ich damit im Schlafanzug irgendwelche hellen Sterne zu beobachten und mit dem Smartphone zu klassifizieren. Zum Glück wohne ich im Dorf, der Anblick in der Stadt wäre vermutlich irre komisch gewesen *grins*.
Irgendwann warnte mich mein Smartphone das die Akkukapazität nur noch 3% betragen würde, das ging aber schnell. Ein Blick auf die Uhr verriet mir das es fast 2 Uhr morgens ist. Tatsächlich sind mehr als 3 Stunden vergangen, eine Zeit die ich bedeutend kürzer eingeschätzt hätte. Irre. Hätte nicht gedacht das Sterne schauen mit so einem „miesen“ Teleskop so spannend sein kann. Ich dachte immer Planeten wären das A und O der Hobbyastronomie, das ich aber so viel Zeit mit leuchtenden Punkten verbringen und mich dabei wie ein kleines Kind freuen würde, hätte ich nie gedacht. War ein richtig geiler Abend, obwohl ich bei jeder Aktion gefühlt ein halbe Minute vergangen ist, bis das Teleskop nicht mehr wackelte und ich das anvisierte auch endlich scharf sah.

Fragen zur Montierung und Pläne für die Zukunft:

Ich denke das in nächster Zeit das Bresser Classic 70/900 für mich völlig ausreichend ist, nicht aber die Kuhschwanz ähnliche Montierung. Folgender Plan für die Zukunft schwebt mir vor: Ich möchte mir eine bessere Montierung kaufen, ich erhoffe mir dadurch eine wackelfreiere Beobachtung. Es sollte aber auch für ein zukünftiges größeres Teleskop (denke wieder ein Linsenteleskop) gewappnet sein. Das würde zwar etwas dämlich aussehen, also ein „kleines“ altes Teleskop an einer modernen überdimensionierten Montierung, aber ich denke das die Schrittweise Modifizierungen mir als Anfänger sehr entgegen kommt, preislich wie vom Lerneffekt her. Nun zu eigentlichen Frage: Was haltet ihr von diesem Plan und welche Montierung bis max. 400€ würdet ihr mir empfehlen?

Mit freundlichen Grüßen

Dimi

Bearbeitet von: Neoachillis am: 20.05.2020 14:35:12 Uhr

casatiastrotreff
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
57 Beiträge

Erstellt  am: 20.05.2020 :  15:00:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche casatiastrotreff's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

toller Bericht!
Zitat:
Nun zu eigentlichen Frage: Was haltet ihr von diesem Plan und welche Montierung bis max. 400€ würdet ihr mir empfehlen?

Ich bin (auch) heute Morgen um 5:30 von der Südterrasse zurück zum Frühstückskaffee. Nach 7(!) Stunden Beobachtungen rund um den Meridian.

Beobachtet wurde mit Bresser Polaris 102/460 auf ST80 Alt-Az Tischstativ(!), Quelle Revue 60/700 auf EQ3 (Astro3)/Alustativ und Evostar 120/1000 auf Skywatcher AZ4/Stahlstativ.

Falls Du weiter gerne mit einer Alt-Azimuth Montierung beobachten möchtest, die nicht so wacklig ist, dann besorge dir eine AZ4. Neu mit Stahlstativ ca. 240 EUR. Trägt visuell je nach Länge des Tubus ca. 6 kg. Mit Deinem Refraktor definitiv wackelfrei bei Fokussierung und Okularwechsel.

Falls Du in dieser Tragfähigkeitsklase dazu auch noch Goto und motorische Nachführung möchtest, ist die Alternative die Skywatcher Discovery Montierung auch auf Stahlstativ. Die liegt im Handel bei etwa 360 EUR.

Beide Montierungen sind noch leicht transportabel.

Gruß,
Peter



"Amateurastronomen betreiben ihr Hobby professionell." --pag
"Sagen wir so: andere schrauben Farbfilter für die Planetenbeobachtung ein, um den Kontrast zu steigern. Genau diesen Effekt hat man beim Achromat gratis ;-)" --Howdii

Orion 80/400 | Polaris 102/460 | Quelle(J) 60/700 | Evostar 120/1000 (FR .5) | SW N150/750 | C8 203/2030 (FR .63) - nach Bedarf auf EQ3, SP-DX, AZ-4, Star Discovery WIFI und/oder mit FR (Focal Reducer)
SQM: 21,13 Bortle: 4 Elevation: 371m

Bearbeitet von: casatiastrotreff am: 20.05.2020 15:03:19 Uhr
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17680 Beiträge

Erstellt  am: 20.05.2020 :  15:37:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

erst mal willkommen hier auf Astrotreff.

Zu deinem langen Bericht- schön geschrieben und den Kuhschwanz unter deinem sehr günstigen erwerb ebenso treffend beschrieben.

Zu Capella- das ist schon ein Mehrfachsystem, aber der Hauptstern ist im Vergleich zu den zugehörigen sehr hell und damit siehst du eigentlich auch nur Capella selbst- hier ein Foto davon, klick mal drauf (Bild ist nicht von mir)
Zitat:
Das beeindruckende an diesem waren zwei Farben. Linke Seite eher Gelb, rechte Seite eher blau funkelnd.
Das sind nicht die Farben des Sterns, das passiert durch Lichtbrechung in der Lufthülle über dir. Besonders Arktur funkelt da wie eine Diskokugel, sieht man oft auch mit freiem Auge, besonders dann, wenn hohe Luftunruhe (schlechtes Seeing) herrscht.
Zitat:
Ich frage mich für was das 4mm und die 2 mal Barlow ist?
Das sowieso sehr einfache 4mm Okular kannst du gleich mal in die Ecke legen, das führt an den 900mm Brennweite deines Teleskops zu einer bereits unsinnig hohen Übervergrößerung. Oder du nimmst es mal mit zu deinem Kumpel und steckst das 4mm in seinen Dobson und schaust damit mal am Mond den Bereich Licht-Schattenübergang an.Die Barlow kannst du allenfalls mit den beiden anderen Okularen nutzen.
Zitat:
Nun zu eigentlichen Frage: Was haltet ihr von diesem Plan und welche Montierung bis max. 400€ würdet ihr mir empfehlen?
Wenn da etwas Luft nach oben bleiben soll wäre eine EQ-5 von Skywatcher eine brauchbare Lösung, für den 70/900 etwas übertrieben, aber die trägt auch noch einen 150/750 Newton ganz ordentlich.

Was dir noch fehlt, wäre ein Okular für weniger Vergrößerung, das dafür aber ein deutlich größeres Feld am Himmel zeigt. Ein Okular 32mm Plössl "klick mich) wäre sehr sinnvoll. Das hilft dir auch beim Aufsuchen von Objekten.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: stefan-h am: 20.05.2020 15:41:11 Uhr
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Neoachillis
Neues Mitglied

Deutschland
6 Beiträge

Erstellt  am: 20.05.2020 :  19:03:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

das ging ja schnell mit den Antworten

(==>)Peter du hast ja einige Teleskope aufgefahren, die von dir Empfohlene Skywatcher Discovery Montierung sieht schon sehr interessant aus, wobei ich Stefans EQ-5 bevorzugen würde. Auf eine gute Transportfähigkeit kommt es mir (aktuell) weniger an.

(==>)Stefan

Zitat:
Das sind nicht die Farben des Sterns, das passiert durch Lichtbrechung in der Lufthülle

Na da hast du mir ja so richtig meine Euphorie gedämpft

Zitat:
Was dir noch fehlt, wäre ein Okular für weniger Vergrößerung, das dafür aber ein deutlich größeres Feld am Himmel zeigt

Das mit dem 32mm Okular klingt schon einmal sehr interessant. Muss ich mal schauen ob es bei Amazon ein ähnliches gibt, hab da noch einen Gutschein.

Zitat:
Wenn da etwas Luft nach oben bleiben soll wäre eine EQ-5 von Skywatcher eine brauchbare Lösung, für den 70/900 etwas übertrieben, aber die trägt auch noch einen 150/750 Newton ganz ordentlich.


Wie oben erwähnt liebäugle ich mit einem Refraktor Teleskop, vielleicht sowas wie dem Bresser Teleskop AC 152L/1200 Messier das wiegt aber knapp 11 Kilo, damit wäre das EQ-5 von Skywatcher schon sehr an seiner Belastungsgrenze. Wie sind denn die Erfahrungen mit dem Bresser Montierung Messier EXOS-2/EQ-5?

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17680 Beiträge

Erstellt  am: 20.05.2020 :  21:49:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Dimi,

Okulare Typ Plössl mit 32mm gibt es reichlich von verschiedenen Herstellern. Die unterscheiden sich teils deutlich im Preis, aber halt auch in der Qualität. Das gelinkte habe ich selbst im Gebrauch, das ist durchaus eines der besseren. Nutz den Amazon-Gutschien für ein gutes Buch oder eine gute Aufsuchkarte wie z.B. den Deepsky Reiseatlas.

Das AC 152L/1200 Messier ist ein Achromat und bei der Größe der Öffnung zeigt er schon einen deutlichen Farbfehler. Und die EQ-5 wird mit dem "Prügel" ebenso mehr als grenzwertig belastet oder schon überlastet sein wie die EXOS-2. Bedenke dabei, du musst das Stativ hoch ausziehen und dann kommst du wieder in die Gegend Kuhschwanz. Nicht alleine nur das Gewicht wirkt, der lange Hebel dieses Refraktors führt hier zum Wackeln.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
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Neoachillis
Neues Mitglied

Deutschland
6 Beiträge

Erstellt  am: 20.05.2020 :  22:48:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

Zitat:
Nutz den Amazon-Gutschien für ein gutes Buch oder eine gute Aufsuchkarte wie z.B. den Deepsky Reiseatlas


Alles klar, ist mit dem "Fernrohr Führeschein" bestellt
Zitat:
Nicht alleine nur das Gewicht wirkt, der lange Hebel dieses Refraktors führt hier zum Wackeln.


Muss mich da echt noch reinfinden und dafür habe ich ja noch genüge Zeit . Das AC 152L/1200 Messier sollte nur als schnelles Beispiel (Gewicht, Preis) dienen.
Ich mich frage mich wo der Unterschied zwischen dem EQ-5 und der EXOS-2 liegt? Im Forum finde ich dazu Aussagen wie:
Zitat:
Die Exos 2 ist im wesentlichen eine EQ-5 im Bresser Gewand. Sollte sie wirklich tragkräftiger sein, dürften die Unterschiede marginal sein.

Im großen und ganzen tendiert die Masse dennoch eher zur EQ-5, siehst du das auch so?
Der nächste Schritt wäre eine HEQ-5 oder die EQ-6, aber da ist der Preisunterschied schon etwas mehr als ein paar Euros

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3485 Beiträge

Erstellt  am: 21.05.2020 :  00:03:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

ich habe auch sehr begeistert Deinen schönen langen Bericht gelesen, die Begeisterung ist mitreissend und erinnert einen an die alten Tage, wo man selbst anfing mit dem Teleskop :-).

Klar, die meisten landen beim Dobson, wegen der Öffnung pro Geld. Manche auch weil es ein farbriner Newton ist. Aber ich habe auch mit einem Refraktor angefangen. Für Deep Sky hab ich aber einen 8" Newton nachgekauft. Deep Sky sind Sterne natürlich auch. Aber gemeint sind flächige Objekte wie Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Galaxien, Galaktische (meist Milchstraße) Nebel und vor langer Zeit explodierte Sterne als Planetarische Nebel. Leider hat Dein Bresser dafür eine geringe Öffnung. Manche Deepsky Objekte, na eigentlich recht viele, kannst Du aber dennoch gut sehen aus dem Dorf heraus.

Wegen Montierung stehen Dir zwei Wege offen. Entweder Kauf und die Exos II ist tatsächlich der EQ5 gleich zu setzen, hat aber (zumindest vor 6 Jahren) die dickeren Beine. Oder eben in den Baumarkt und eine stabile azimutale Konstruktion zusammenbauen. Anleitungen gibt es im Netz. Vielleicht auch hier in den Tiefen der Selbstbau Threads. Weil wer weiss, wenn Du durch den 8" Deines Kumpels schaust, findest Du vielleicht Geschmack an 8" Öffnung. Und dafür ist mindestens eine HEQ5 nötig. Übrigens auch für den schweren 152er. Der ist aber zu lang und die HEQ5 hat zu kurze Beine dafür, fürchte ich. Aber das überlegts Du ja erst in mittlerer Zukunft.

Viel Spaß weiterhin und berichte gerne weiter so schön :-)

CS,
Walter

LLAP

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17680 Beiträge

Erstellt  am: 21.05.2020 :  00:13:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Dimi,
Zitat:
Ich mich frage mich wo der Unterschied zwischen dem EQ-5 und der EXOS-2 liegt?
Na ja, die spielen in der gleichen Gewichtsklasse. Die EQ-5 von Skywatcher gefertigt mit den zugehörigen Steuerungen ist weit verbreitet, man kennt ihre kleinen Probleme und Schwächen. Die EXOS-2 wird auch irgendwo in Fernost gefertigt und ist prinzipiell ein Nachbau, so wie prinzipiell alle neueren Montierungen dieser Art Nachbauten der älteren sind.

Manche kommen dabei mit besseren Lagern, steiferem Aufbau und besserer Steuerung daher, bei der EXOS würde ich das, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt für den Fall halten.

Zum AC 152L/1200 nochmals bzw. grundsätzlich zu Refraktoren. Es gibt Achromaten wie der von dir erwähnte, es gibt welche 2-linsigen Objektiven, bei denen Sondergläser genutzt werden, die nennt man dann ED oder gleich ED-APO und es gibt 3-linsige Objektive, die dann als "echter" APO bezeichnet werden. Ausnahme bei 2-linsigen sind welche mit Fluoritglas, das sind auch "echte", also weitgehend farbfehlerfreie Objektive.

Die Preisunterschiede sind deutlich- Achromaten sind günstig, zeigen aber deutliche Farbfehler, ED(APOs) sind schon deutlich teurer, der Farbfehler ist dafür deutlich kleiner. Weitgehend farbfreie APOs kosten dann richtig Geld. Da würdest du für 150mm Öffnung einen 5-stelligen Betrag hinlegen dürfen.

Zum Presiunterschied bei den Montierungen- du kennst jetzt einen Kuhschwanz unter deinem Teleskop. Eine grenwertig beladene größere Montierung mit den gängig beigelegten Stativen wird auch nicht zitter-/wackelfrei sein. Die Montierung und das Stativ müssen zu der Optik oben drauf passen- oder man lebt mit Einschränkungen, zittern bei jeder Berührung und damit wird das Fokusieren unangenehm. Drehen, loslassen, kurz warten- Mift, noch nicht scharf, also wieder einen Winz drehen- loslassen....

Stabil montiert schaut man durch, dreht am Fokus und da nix zittert kann man den Fokus auf scharfe Abbildung einstellen.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
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mbba
Meister im Astrotreff

Deutschland
595 Beiträge

Erstellt  am: 21.05.2020 :  08:32:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

auch ein willkommen von mir.

Dein Bericht liest sich wirklich klasse.

Es ist ja schon viel passendes zu Deinem zukünftigen vorhaben gesagt worden.
Mal aus meiner Erfahrung, da ich ein Liebhaber von Refraktoren bin.

Im regelmäßigen Einsatz sind 120/600 und 120/1000 Refraktor FH. Dazu kommt noch ein 127/1200 Refraktor FH, aber jetzt seltener, da sich ein C8 zu meinen Teleskopen dazu gesellt hat.
Die Exos-2 steht bei mir auch.
Also Exos-2 und 127/1200 FH gehen gar nicht zusammen. Der Hebel ist einfach zu groß.
Die für einen zukünftigen 150-er, dann wohl gar nicht.
Wie sich das mit der EQ-5 verhält, keine Ahnung, aber denke mal dann wohl eher auch nicht.
Stabil ist mein 127/1200 auf meiner EQ-6 R und gerade noch so vertretbar auf meiner iOptron AZ Pro GoTo.
Diese beiden Montierungen liegen dann aber preislich ganz wo anders.

Der 120/1000 auf der Exos-2, da schwanke ich, könnte vertretbar sein, habe ich aber noch nicht ausprobiert.
So aus dem Bauchgefühl heraus wäre der auf einer EQ-5 besser aufgehoben.
Auf einer EQ-6 R, braucht man nicht's zu sagen.

Der kleine 120/600-er geht gut auf der Exos-2, hab ihn auch schon auf eine EQ3-2 gepackt und das war stabil.

Kurzum, Refraktoren ab einer Brennweite von ca. 900mm werden in den Montierungen anspruchsvoll.
Nicht so sehr vom Gewicht her, eher von der Baulänge und dem damit einhergehenden Hebel.
Da hinten dran "hängt" ja auch noch der Zenitspiegel und das Okular.
Wenn Du bei Refraktoren mit einer größeren Brennweite und größeren Öffnung zukünftig bleiben willst, spare nicht an der Montierung.
Bedenke bitte auch den Farbfehler von Refraktoren FH, den sie mitbringen an hellen Objekten.
Den einen störts, den an anderen nicht. Ich kann da gut mit leben.
Um angenehm mit so einem Refarktor beobachten zu können, muss das Stativ schon ein Stück raus.
Bedenke auch, so ein 127/1200 Refraktor FH wird auch schon etwas unhandlich, auf Grund seiner Baulänge.
Wenn man da in einem engen Treppenhaus um die Ecke muss... ... ...
Der 1000-er ist da schon viel praktischer.

Ich kann mit den so genannten "Nachteilen" von Refraktoren FH gut leben.
Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

Gruß und CS
Mathias

| Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

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Neoachillis
Neues Mitglied

Deutschland
6 Beiträge

Erstellt  am: 21.05.2020 :  11:16:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo an Alle

Bin ja von den ganzen Antworten überwältigt. Hinsichtlich der Montierung schwanke ich zwischen der EXOS-2 und der Skywatcher EQ5, wobei ich rein emotional eher ersteres favorisiere. Warum weiß ich aber nicht . Beim Teleskop habe ich ja noch etwas Zeit, seit gestern weiß ich das ein anderer Sucher ganz oben auf meiner Kaufliste steht. Schwanke noch zwischen so einen Leuchtpunkt-Dingens und einem normalen optischen 6X30.

(==>)Stefan
Zitat:
Na ja, die spielen in der gleichen Gewichtsklasse....Manche kommen dabei mit besseren Lagern, steiferem Aufbau und besserer Steuerung daher, bei der EXOS würde ich das, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt für den Fall halten


Du bist zwar sehr Vorsichtig mit deiner Aussage, aber würdest du "meinen" das die 3 Kilo unterschied (EQ5 10KG, EXOS 13KG) sich dadurch bemerkbar machen, das die Hersteller eine andere Meinung von Reserve Sicherheit haben? Sprich beide haben im großen und ganzen die gleiche Obergrenze an Tragfähigkeit, allerdings hat Skywatcher seine max. Zuladung Sicherheitshalber lieber weiter unten angesetzt? Muss ich das in etwa so verstehen?

(==>)Mathias
Zitat:
Mal aus meiner Erfahrung, da ich ein Liebhaber von Refraktoren bin...Ich kann mit den so genannten "Nachteilen" von Refraktoren FH gut leben


Das ist schön zu hören, da ich mir, rational erklärbar oder nicht, ein Refraktor Teleskop einbilde. Obwohl im Großen und Ganzen ein Spiegelteleskop gefühlt mehr Vorteile besitzt (Preis, Gewicht, Größe etc.) Vielleicht ist das auch nur so ein Leidenschaftsding wie die Heimcomputerkriege der späten 80er . Es ist sicherlich auch dadurch gepuscht das mein erstes Teleskop eben auch ein Refraktor ist und meine bisher einzigen zwei realen Astronomie-Kumpanen ein Spiegelteleskop besitzen und dadurch für ein bisschen Abwechslung gesorgt ist

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

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mbba
Meister im Astrotreff

Deutschland
595 Beiträge

Erstellt  am: 21.05.2020 :  12:01:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

an Deinem Refraktor würde ich keinen geradesichtigen Sucher verwenden.
Wie auch bei allen anderen Teleskopen mit hinterem Einblick.
Nicht umsonst verwendet man ja auch Zenitspiegel, um einen bequemeren Einblick zu haben.
Das gilt für mich auch beim Sucher.
90° Winkelsucher einfach eine feine Sache.

Vom Preis/Öffnungs-Verhältniss hast Du sicher recht, dass Reflektoren preiswerter sind.
Deshalb wird ja meist ein Dobson für Einsteiger empfohlen und wegen der stabilen RockerBox.
Da hast Du nicht das hin und her überlegen und abwägen mit dem Stativ und der Montierung.
Die RockerBox steht platt und stabil auf dem Boden, fertig.

Vom Gewicht her bin ich mir da nicht mehr so sicher.
So ein 200/1200 Newton ist schon eine Kanone (bei mir steht einer).
Da ist die Brennweite, wie beim Refraktor, ebenfalls ca. der Baulänge.
Beim Refraktor liegt das Gewicht Vorne, weil da die Linsen sind, beim Reflektor halt hinten, da da der Spiegel ist.
So ein 150/750 Newton wiegt ca. 5Kg, mein Refraktor FH 120/1000 wiegt auch ca. 5kg.
Wie es jetzt bei Apo's oder ED's aussieht weiß ich nicht, haben aber auf jeden Fall mehr Linsen.

Willst Du einen Newton mit, sagen wir, 200/1000mm parallaktisch montieren, hast Du das gleiche Problem mit dem Hebel
wie bei einem Refraktor und dann kommt noch der dickere Tubus dazu.

Möchtest Du den Hebel umgehen, ganz ausschließen kannst Du ihn m.E. nicht, musst Du komplett auf andere Teleskope umschwenken.
Die so genannten katadioptrischen Teleskope.
Die klassischen Vertreter wären Maksutow-Cassegrain (MC) und Schmidt-Cassegrain (SC).
Deren Baulänge ist sehr kurz.
Mein C8, Schmidt-Cassegrain von Celestron, mit 8" Öffnung und etwas mehr als 2000mm Brennweite hat eine Baulänge von etwas mehr als 40cm.
Wiegt dabei ca. 5Kg.
Den würde ich ohne Bedenken auf die EQ-5 packen.
Die Teile haben so gut wie keinen Hebel, sind somit nicht ganz so anspruchsvoll was die Montierung angeht.
Was bei diesen Teleskopen (leider) zu erst ins Auge fällt, der Preis.

Über alles andere, optische Leistung, Verwendungszweck/Einsatzgebiet, Obstruktion usw. etc. müsste man gesondert reden.

Gruß und CS
Mathias

| Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

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Neoachillis
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Deutschland
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Erstellt  am: 23.05.2020 :  18:52:59 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat


Also mein Teleskopkauf liegt zwar noch in weiter ferne, so September an meinem Geburtstag oder zu Weihnachten, aber das Schmidt-Cassegrain bzw. das Maksutow-Cassegrain ist mir schon im "Fernrohr Führerschein" aufgefallen. Diese Teleskope scheinen ein guter Kompromiss für einen ambitionierten Anfänger zu sein. Das von dir erwähnte C8 würde mit viel bitten und betteln eventuell ins Budget fallen, also zum Geburtstag oder Weihnachten. Wobei preislich das C6 oder ein Bresser MC 152/1900 Messier vermutlich für weniger Kopfschmerzen sorgen würde.
Ich kenne zwar den Unterschied im Aufbau zwischen einem SC und einen MC Teleskop (dank dem Fernrohr Führerschein), aber in wie fern macht der sich beim betrachten bemerkbar?
PS: Aktuell, ohne viel praktischer Erfahrung, tendiere ich eher zu Deep Sky Beobachtungen, möchte aber dennoch hin und wieder den Mond und die Planeten anschauen.

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

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Neoachillis
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Erstellt  am: 28.05.2020 :  09:23:12 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Neoachillis's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Morgen,
ich habe zwar keine Ahnung ob jemand diesen Thread noch weiter liest, aber mir ist aufgefallen das meine gesteckten "kleinen Schritte" noch kleiner ausfallen sollten.
In letzter Zeit habe ich mich sehr mit der Hardware der Amateurastronomie auseinandergesetzt, ihr dürft mich gerne korrigieren, aber ich denke das mein ursprüngliches Ziel, eine gute Montierung und danach ein großes Teleskop, doch etwas voreilig waren (siehe Bresser Teleskop AC 152L/1200).
Egal wie ich es Teleskop-technisch drehe und wende, ich würde bei der Montierung beinahe immer bei der EQ-6 oder zumindest HEQ-5 landen, wenn ich für alles zukünftige offen bleiben möchte. Das möchte ich aber eigentlich nicht (finanziell wie praktisch).
Momentan ist das erhabenste Gefühl für mich das auffinden von Objekten. Ich freue mich jedesmal wie ein kleines Schnitzel, wenn der gesuchte Stern auch tatsächlich im Okular erscheint. Dieses Gefühl möchte ich ein bisschen erhalten, um so ein Gefühl für die Mechanik der Astronomie zu bekommen. Ich denke das manuelle aufsuchen mit der Zuhilfenahme einer App und demnächst auf jedenfall mit Sternenkarte, sollte mein primäres Ziel für die nächsten Wochen sein. Eine parallaktische Montierungen mit Goto würde dem natürlich entgegenstehen.
Mit der aktuellen azumutalen Montierung macht das trotz einiger Erfolge aber wenig Freude. Es ist halt so als ob ich eine Bombe entschärfen müsste. Jede noch so kleine Unachtsamkeit, führt zu einem mittelgroßen Desaster. Alleine das Okular wechseln ist ein kleines Abenteuer mit ungewissen Ausgang.
Aus diesem Grund werde ich mir als erstes eine Skywatcher EQ-5 bestellen und auf diese irgendwie mein altes Refraktor Teleskop basteln. Einen größeren Winkelsucher habe ich mir schon bestellt. Ich erhoffe mir für die nächste Zeit eine noch intensivere Erfahrung, zumal ich mir das paralaktische Führen erst noch beibringen muss. Erst danach sehe ich weiter.
Ob ich mir dann in ein paar Monaten ein Refraktor, Maksutov oder Schmidt Cassegrain kaufe (auf jedenfall kein Newton *grins*), steht noch in den Sternen. Allerdings möchte ich das Gewicht von etwa 5 Kilo nicht überschreiten, denn wer weiss ob ich nicht zu Weihnachten doch einen Motor nachrüste und Fotos zur eigenen Dokumentation machen möchte. Aber das ist noch nahe Zukunftsmusik. Was haltet ihr von diesem Weg?

Mit freundlichen Grüßen
Dimi

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mbba
Meister im Astrotreff

Deutschland
595 Beiträge

Erstellt  am: 28.05.2020 :  12:26:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dimi,

zu 23.05.2020:
ein C8 mit passender Montierung schlägt schon ordentlich zu buche.
Da landest Du bei 2000,-€.
Die EQ-5 liegt etwas über 300,-€ und der C8 als OTA etwas über 1200,-€.
Dann fehlt Dir aber noch ein Sucher und drei Okulare, weil OTA.
Die Okulare müssen nicht extrem hochpreisig sein, da ein C8, nach meiner Erfahrung, recht gutmütig mit Okularen ist.

MCs liegen preislich etwas niedriger als SCs.
Das Gesichtsfeld bei MCs ist kleiner.
Beide Bauformen sind für Deep-Sky-Detail gut geeignet.
Großflächige Objekte sind mit beiden nicht so gut machbar. So als Beispiel, ich bekomme die Plejaden (M45) mit 32mm 82° Okular so gerade rein.
Mir ist das Bild in meinem MC zu dunkel. OK, der Vergleich hinkt etwas, da der MC eine kleinere Öffnung hat, 127/1500.

Ich finde das MC und SC ab 150mm Öffnung schon sehr ambitioniert sind für den Start.

Wenn Du hauptsächlich zu Deep-Sky tendierst, brauchst Du Öffnung.
Da wäre halt der Dobson angesagt.
Newton in der klassischen Dobson-Größe, 200/1200-er, parallaktisch montiert wird teuer. Da ist eine EQ-6 R angesagt.
Dobson ist stabil, moderater Preis für Öffnung. Intuitiv bedienbar.
Alternativ ein Refraktor FH für Weitfeld. So ab 120/600 bis 120/1000.
Der Farbfehler ist da m.E. nicht so relevant. Da ist dann aber nicht viel mit Details, eben Weitfeld (RichField).
Wenn Du bei 600mm Brennweite bleibst, würde eine EQ-3-2 (nicht die Nachbauten) ausreichen.
Bei einer 1000mm Brennweite bist Du wieder (Minimum) bei einer EQ5, oder vergleichbares in Alt/AZ.

zu 28.05.2020:
grundsätzlich zu der EQ-5:
ich denke das Dein 70/900-er Zufallsrefraktor auf einer EQ-5 gut aufgehoben ist.
Ich kenne sie zwar nicht aus eigener Anschauung, aber sie wird von vielen als wirklich gut geeignet ausgewiesen.
Ich habe selbst zwei SkyWatcher Montierungen und bin mit deren Qualität sehr zufrieden.

Ich habe mir das Bild von Deinem Refraktor nochmals angeschaut.
Soweit ich das erkennen kann, hat der keine Rohrschellen und keine Prismenschiene.
Das könnte, wie Du selbst sagst, in Bastelei ausarten.
Aber da sind andere berufener was dazu zu sagen.
Informiere Dich da bitte, wie das gegebenenfalls zu machen ist.

Die EQ-5 würde auch einen zukünftigen C8 mit seinen ca. 5Kg tragen.
Auch einen MC in der gleichen Gewichtsklasse.
Bei beiden könnte es fotografisch mit einer DSLR vom Gewicht her auf der EQ-5 eng werden, abgesehen von den sehr langen Belichtungszeiten.
Planetenvideos mit Planetenkamera/Astrokamera schon eher, da diese nicht so viel Gewicht mitbringen, zumindest die kleineren.

Den Weg zu erst über eine stabile und gute Montierung zu gehen, halte ich für sehr praktikabel.

Und sei Dir über eines gewiss , wenn Du bei der Astronomie, dem Beobachten bleibst, wird es nicht bei einem Teleskop bleiben und sehr wahrscheinlich auch nicht bei einer Montierung.

Gruß und CS
Mathias

| Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

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Tilluas
Senior im Astrotreff


125 Beiträge

Erstellt  am: 28.05.2020 :  18:59:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Eq5 und das bisherige Teleskop ist doch schon ein Anfang. Dann kannst dugemütli h auf eine neue Optik sparen und trotzdem schon mit der jetzigen beobachten.

Aber Du wirst noch Rohrschellen benötigen. Am besten mit dem Teleskop zum Händler, welcher die Montierung verkauft. Dann weiss er gleich welche Schelle und Prismenschiene passen.

Gruss und clear sky


Alexander

--
12" Galaxy Dobson

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3485 Beiträge

Erstellt  am: 28.05.2020 :  20:23:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi,

vor allem kann man da uaf einen guten Gebrauchten warten ;-). Wir hatten da ja neulich die ganzen Intes Micro MC's in Diskussion...;-).

CS,
Walter

PS: eine EQ Montierung braucht mittelfristig auf jeden Fall einen Nachführmotor (die RA Achse), das verdoppelt gleich den Brauchwert! Sonst kannst Du auch gleich zum Dobson übergehen.

LLAP

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