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 ISS mit Teleskop
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
185 Beiträge

Erstellt am: 02.04.2020 :  13:20:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Liebe Sternfreunde,

die Internationale Raumstation (ISS) oder auch andere Satelliten mit bloßem Auge zu verfolgen, ist ein Thema für sich. Mittels diverser Apps kann heute jeder Laie relativ einfach herausfinden, wann und wo am Himmel die Raumstation über dem eigenen Standort erscheinen wird.
Eine besondere Herausforderung stellt jedoch die Beobachtung der Raumstation mit Teleskop dar. Das bereits mit bloßem Auge relativ schnell fliegende Objekt erscheint im vergrößernden Teleskop nochmals sehr viel schneller, was die manuelle Nachführung am Teleskop schwierig macht. Anders als ein Flugzeug, das man oft einfach über den Kondenzstreifen kann, hinterlässt die Raumstation auch keine Spur, der man folgen konnte. Dieser Bericht soll allen Interessieren, die über ein Teleskop verfügen, eine grobe Beschreibung geben, wie man nur mit ein wenig Übung und möglichst einfachem Aufbau ohne motorisierte, computergesteuerte Nachführung Bilder von der Raumstation machen kann.

Zu meinem Aufbau

Teleskop: 14,5 Zoll Dobson Teleskop (Hersteller: ICS), Öffnungverhältnis f/5,2
Kamera: Canon EOS 5D Mark II (Standard) mit T-Ring + 2#8243; Adapter für Okularauszug
Sucher: TeleVue Starbeam (Leuchtpunkt)
Sonstiges: leider keine Barlow-Linse!

Bilder zum Teleskop-Aufbau:
http://www.astronomie-ingolstadt.de/wp-content/uploads/2020/04/14.5zoll_dobson_dslr_starbeam.jpg
http://www.astronomie-ingolstadt.de/wp-content/uploads/2020/04/14.5zoll_dobson.jpg
Optischer Sucher oder Leuchtpunktsucher (TeleVue Starbeam) mit befestiger DSLR Kamera am Okularauszug. 14,5 Zoll Dobson (ICS GND) Spiegelteleskop f/5,2 ohne automatische Nachführung.


Sichtbarkeit der Raumstation recherchieren

Für die optimale Planung kann man die aktuellen Sichtbarkeitsdaten der Raumstation sehr einfach über das bekannte und sehr zuverlässige Portal www.heavens-above.com abrufen. Das funktioniert ganz einfach und auch ohne Registrierung bzw. Erstellung eines Benutzerprofils. Im ersten Schritt gibt man seinen genauen Standort (Ortsnamen oder Koordinaten) ein und kann dann aus einer längeren Liste u.a. die Raumstation ISS auswählen. Sofern aktuell sichtbare Überflüge über Deutschland stattfinden, werden die exakten Zeiten und Verlauf der scheinbaren Flugbahn mit Himmelsrichtungen und Höhen über Horizont in Tabellenform angegeben. Zudem kann man sich den Flugverlauf am Himmel auch anhand einer generierten Sternkarte genau ansehen.

Gute Alternativen für das Smartphone sind aktuell die (kostenfreien) Apps „ISS Finder“ (IOS) und „ISS Detector“ (Android).


Vorbereitungen am Teleskop und Kamera

Sind die Sichtbarkeitsdaten der Raumstation bekannt, sollte man vor dem Aufbau des Teleskops sicherstellen, dass auch die Sicht zu den relevanten Himmelsrichtungen vom gewählten Beobachtungsplatz aus frei ist.
Besonders im Winter sollte das Teleskop wenigstens eine Stunde vor dem Einsatz draußen aufgebaut sein, damit es gut austemperieren kann (Temperatur des Teleskop entspricht Umgebungstemperatur, Optik kann sich entsprechend anpassen, Warmluft aus dem Tubusinneren kann entweichen). Andernfalls riskiert man sogenanntes lokales Seeing, was die Luftunruhe in umittelbarer Umgebung verstärkt und die Abbildungsleistung des Teleskops stark beeinträchtigen kann. Im kalten Winternächten kann bereits die bloße Anwesenheit von einer oder mehreren Personen in der Nähe des Teleskops oder innerhalb einer Sternwartenkuppel starke Wärmequellen erzeugen, die das Bild stark stören.
Um eine Kamera (in meinem Fall eine digitale Spiegelreflexkamera) sicher und stabil am Teleskop zu befestigen, benötigt man einen passenden T-Ring sowie Adapter für den Okularauszug. Vorhandenes Objektiv an der Kamera wird zunächst abgeschraubt und dann T-Ring + Adapter aufgeschraubt. Die Kamera mit montiertem Adapter wird so direkt in den Okularauszug eingeführt und sicher wie ein Okular festgestellt. Diese Art der Fotografie, bei der die Kamera ohne Objektiv im Strahlengang des Teleskop eingesetzt und das Teleskop quasi als Super-Teleobjektiv dient, nennt man fokale Fotografie. Ggf. sind die Schräubchen am Okularauszug lieber etwas fester als sonst anzuziehen, da eine Kamera oft deutlich mehr Gewicht und Hebelkraft aufbringt und beim Schwenken des Teleskops das Risiko besteht, dass sie sich bei nicht ausreichender Fixierung im Okularauszug verdreht oder im schlimmsten Fall sogar ganz herausrutscht.
Ist der Aufbau abgeschlossen, muss die Kamera eingestellt werden. Viel Zeit sollte man sich hier vor allem für die bestmögliche Fokussierung (Bildschärfe) nehmen. Diese regelt man nun wie beim Einsatz eines Okulars auch über Ein- und Ausfahren des Okularauszugs. Bei der Spiegelreflex kann man direkt den optischen Sucher der Kamera verwenden. Zusätzlich oder ergänzend empfehle ich auch die Live-View Funktion (z.B. bei Canon 5D Mark II), mit der man einen Ausschnitt des Bilds mittels 10-fachem digitalem Zoom betrachten und so fein scharfstellen kann. Als Referenzobjekte können feine Details an der Mondoberfläche oder auch mittelhelle bis schwächere Sterne dienen. Dabei ist es wichtig, in Ruhe und mit etwas Zeit die Momente mit bestmöglicher Luftruhe abzuwarten, um die Schärfe korrekt beurteilen zu können.
Um ein brauchbares Bild an der Kamera zu bekommen, müssen neben der Schärfe auch die Einstellungen zur Belichtungszeit, ISO (Empfindlichkeit), Weißabgleich etc. sinnvoll gewählt sein. Keine Einstellung sollte von der Automatik übernommen werden, da es sonst auch während der Aufnahme zu plötzlichen, ungewollten automatischen Korrekturen kommen kann. Dazu schaltet man die Kamera unbedingt in den manuellen Modus (i.d.R. mit „M“ gekennzeichnet). Da die Einstellungen der Kamera direkt vom Kameramodell und der Bauart des eingesetzten Teleskops (Öffnungsverhältnis) abhängig sind, kann hier leider von mir kein Universalrezept gegeben werden. Für meinen Aufbau habe ich folgende Einstellungen an der Kamera vorgenommen:

Belichtungszeit: 1/2500s
ISO: 400

Weißabgleich manuell

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Raumstation ISS – inbesondere bei sehr hohen, zenitnahen Überflügen – ein extrem helles und kompaktes Objekt ist, das bei großzügig gewählten Belichtungs- oder ISO-Werten eher überbelichtet als unterbelichtet wird. Zudem führt eine zu lange Belichtung eher zu Bewegungsunschärfe der Aufnahme während der manuellen Nachführung. Ein weiteres Problem klassischer Spiegelreflexkameras ist leider das notwendige Klappen des Spiegels, der den Sensor freigibt. Dies kann zusätzlich zu Erschütterung und damit Unschärfen führen und kann nur bei spiegellosen Digitalkameras vermieden werden. In meinem Fall kam keine Barlow-Linse zwischen Kamera und Teleskop zum Einsatz, so dass die Raumstation bei einem Teleskop-Öffnungsverhältnis von f/5,2 auf dem Vollformat-Sensor der Kamera sehr klein abgebildet wurde. Dank der großen Auflösung des Vollformat-Sensors (5616×3744 Pixel) werden in der 100% Darstellung dennoch einige Details sichtbar (Siehe Rohbild weiter unten). Ein Aufnahmeversuch mit vergrößernder Barlow-Linse folgt in Zukunft noch – allerdings wird mit zunehmender Vergrößerung logischerweise der Bildausschnitt kleiner und damit die Nachführung der Raumstation zusätzlich erschwert.
Schließlich ist noch wichtig, dass die Speicherung der Aufnahmen der Kamera immer in maximal möglicher Auflösung und Format erfolgt. Keinesfalls sollte man im Menü die Fotoauflösung niedriger einstellen, um Speicherplatz zu sparen, da so die Leistung der Kamera nicht ausgeschöpft werden kann und die Bilder irreversibel niedrig aufgelöst auf der Karte gespeichert werden. Zudem sollte übergeprüft werden, dass die Karte noch über genügend freien Speicherplatz (ich empfehle mindestens 4 GB!) verfügt.
Viele mittelmäßige bis semiprofessionelle Kameras bieten zudem die Funktion JPG + RAW an, die ich unbedingt empfehle. Auf diese Weise werden die Bilder im komprimierten JPG Format (gut für die schnelle Vorschau und Auswahl am Computer) und im unkomprimierten, d.h. originalem RAW-Aufnahmeformat gespeichert. Letzteres sollte unbedingt bei der späteren Auswertung und möglicher Nachbearbeitung der Bilder bevorzugt werden. Der Qualitätsunterschied zwischen JPG und RAW Bild ist teils enorm! Siehe dazu auch Bildvergleich weiter unten.

Nicht zuletzt sollte man kontrollieren, dass der verwendete Sucher (in meinem Fall ein Leuchtpunktsucher) auch möglichst exakt zum Teleskop justiert ist. Dazu kann man einfach im Teleskop bzw. im Live-View der Kamera den Mond oder einen Stern zentrieren und stellt den Sucher dann parallel entsprechend dazu ein. Die Genauigkeit des Suchers wird schließlich beim Verfolgen der ISS eine ganz entscheidende Rolle spielen.


Raumstation am Teleskop fotografieren

Hat man die Vorbereitungen gut abgeschlossen, kann es losgehen. Kurz vor dem erwarteten Überflug der Raumstation habe ich nochmal zur Übung am Teleskop die ungefähr erwartete Bahn der ISS entlang geschwenkt, um sicherzustellen, dass kein Hindernis im Weg ist und um eine sichere und möglichst bequeme Haltung einnehmen zu können, die ein flüssiges manuelles Nachführen des Teleskops und zugleich immer das Drücken eines Fingers am Kamerabzug. Zum Schluss hab noch einige schnelle Probeschüsse an Sternen und Mond vorgenommen. Ist die nötige Treffsicherheit per Sucher gegeben und die Abbildung der gemachten Bilder zufriedenstellend, ist man bestmöglich vorbereitet.
Als die ISS am Himmel erschien, machte ich mich am Teleskop bereit. Wichtig ist, dass man jetzt die Raumstation möglichst frühzeitig im Sucher „einfängt“ und sich dann auf die Schwenkbewegung konzentrieren kann. Nach kurzer Zeit hat man den Bogen raus. Während ich mit einer Hand an der Dobsonstange und bequem aufgelegtem Kinn das Teleskop stabil nachführen konnte, lag die andere Hand permanent am Kameraauslöser. Immer wenn ich den Eindruck hatte, dass die Raumstation gut im Leuchtpunkt des Suchers lag, habe ich eine Serie von Bildern ausgelöst. Technisch wahrscheinlich mit Tontaubenschiessen bzw. Schiessen auf ein bewegtes Ziel vergleichbar.
Keinesfalls verpassen sollte man den Zeitpunkt, wenn die Raumstation ihren höchsten Bahnpunkt am Himmel erreicht hat: An dieser Stelle ist die tatsächliche Entfernung zur Raumstation am geringsten und somit der bestmögliche Moment für die Aufnahme. Dabei ist damit zu rechnen, dass auch die Geschwindigkeit, mit der nachgeführt werden muss, dann deutlich zunimmt und eine Spitze erreicht. Vollste Konzentration ist erforderlich und zahlt sich später bei den Ergebnissen aus.

Zum Schluss noch zur Klärung der Frage: Warum manuell viele einzelne Fotos schiessen und nicht einfach eine durchgehende Videoaufnahme, aus der man dann einfach gute Einzelbilder aussortiert?
Die Antwort war für mich sehr einfach: Die Canon 5D Mark II unterstützt zwar die Videaufnahme, allerdings nur mit HD-Qualität, d.h. einer maximalen Auflösung von 1920×1080 Pixel. Die Foto-Auflösung der Kamera bietet jedoch 5616×3744 Pixel und damit deutlich bessere Qualität.
Eventuell wäre beim Fotografieren der ISS am Teleskop jedoch ein Fernauslöser als Zubehör zu empfehlen. Damit ließe sich die Kamera – ggf. auch mit eingestelltem Intervallprogramm – berührungsfrei und komfortabler auslösen.


Beispiel Rohbild ohne Zuschnitt – zeigt, wie klein die Raumstation auf dem Vollformatsensor abgebildet wurde.


Auswertung und Nachbearbeitung der Bilder

Wie oben bei den Kameraeinstellungen beschrieben, lassen sich die JPG Bilddateien später auf dem Computer gut zur Vorschau und Sichtung nutzen. Auf diese Weise schaue ich jedes einzelne Bild an und wähle die besten, schärfsten Bilder aus.
In diesem Fall habe ich während des gesamten ISS-Überflugs eine Serie von insgesamt 125 Fotos aufgenommen. Zusammen mit den parallel gespeicherten RAW-Bilddateien kommen da auf der Speicherkarte sehr schnell 4 oder mehr Gigabyte zusammen. Wer sichergehen will, sollte daher darauf achten, genügend freien Speicherplatz für die Kamera zu haben. Eine 16 oder 32 GB sollten für einen ISS Überflug jedoch gut ausreichend sein.
Die entsprechend ausgewählten Bilder öffne ich schließlich im RAW-Format in einem Bildbearbeitungsprogramm. Gewöhnlich verwendete ich dazu das gängige Standardprogramm Photoshop, das die RAW Bildbearbeitung unterstützt.


Vergleich: Qualität der originalen RAW-Bilddatei (links) gegen JPG-Bilddatei (rechts). Foto: Peter Maier

Meine Grundeinstellungen für die Entwicklung der RAW Fotos in Photoshop waren wie folgt
Temperatur: 5000 K
Farbton: 0
Belichtung: 0
Reparatur: 0
Fülllicht: 0
Schwarz: 0
Helligkeit: 0
Kontrast: +5
Klarheit: +80
Dynamik: +55
Sättigung: +20
Der Parameter Klarheit brachte deutlich mehr Feinheit in die Details. Dynamik und Sättigung habe ich erhöht, um farbliche Unterschiede besser herauszuarbeiten.

Weitere Nachbearbeitung erfolgte nicht.


Auswahl der 3 besten Einzelbilder aus einer Serie von 125 Fotos während des ISS-Überflugs am 01.04.2020. Rechts ein Vergleich mit 3D-Modell in ähnlicher Perspektive zur Identifizierung der sichtbaren Module.

Für Tipps, wo ich ein interaktives/drehbares 3D Modell der ISS zum Abgleich herbekomme, wäre ich sehr dankbar.

Die nächste und beste Gelegenheit für die Beoachtung eines Überflugs der Raumstation in dieser Woche bietet sich bereits heute Abend ab etwa 20:12 Uhr.


Viel Erfolg bei der Beobachtung und Aufnahme der Raumstation ISS wünscht Euch

Peter Maier

Astronomiefreunde Ingolstadt
www.astronomie-ingolstadt.de
http://www.astronomie-ingolstadt.de/btm/

Bearbeitet von: Peter_Maier am: 05.04.2020 14:11:29 Uhr

Alex_Michels
Senior im Astrotreff

Deutschland
149 Beiträge

Erstellt  am: 02.04.2020 :  16:15:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter
Vielen Dank für die genaue Beschreibung. Das hilft mir definitiv heute Abend bei meinem Versuch die ISS zu fotografieren
Meinst du ich kann auch eine etwas längere Belichtungszeit benutzen und dafür einen geringeren ISO Wert?
Ich werde einen 8" Dobson mit 2x Barlow verwenden.

LG Alex

Skywatcher 130/650 & 200/1000 Nikon D3300a/D600 Bresser Exos 2GoTo

Bearbeitet von: am:
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Stefan Simon
Senior im Astrotreff

Deutschland
147 Beiträge

Erstellt  am: 02.04.2020 :  16:42:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter!

Da hast Du Dir sehr viel Mühe gegeben, um die ISS-Fotografie mit der DSLR zu beschreiben! Deine Bildergebnisse sprechen für sich! Wahnsinnig gute Aufnahmen präsentierst Du hier.
Auch wenn die ISS-Profis jetzt sagen werden, dass das mit Videotechnik noch besser hinzubekommen wäre. Ich habe vor einigen Jahren auch mit dieser Methode angefangen, und kann
dadurch die einzelnen Schritte und Einstellungen komplett nachvollziehen. Der Hinweis mit der Barlow ist richtig, mehr Brennweite schadet nie, auch wenn dadurch die Trefferquote sinkt.
Ein Fernauslöser erleichtert ebenfalls enorm die Arbeit. Ich hatte es früher so gemacht, dass ich den Auslöser mit den Zähnen bedient habe (kein Witz). Dadurch hatte ich beide Hände
zum Nachführen des Teleskops frei. Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass bei einem Anflug am Morgenhimmel die Ergebnisse deutlich besser waren als am Abendhimmel, da man die Sonne
im Rücken hat und die Raumstation von vorn angestrahlt wird. Der Schwenk am höchsten Bahnpunkt gestaltete sich für mich immer sehr schwer, wenn ein zenitnaher Überflug stattfand.

Schöne Grüße!

Stefan

Bearbeitet von: am:
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Hico
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2188 Beiträge

Erstellt  am: 02.04.2020 :  17:42:50 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Hico's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

da hast Du eine tolle Anleitung geschrieben, die bestimmt allen eine Hilfe sein wird, die es auch mal selbst versuchen wollen.

Zitat:
Original erstellt von: Alex_Michels

Meinst du ich kann auch eine etwas längere Belichtungszeit benutzen und dafür einen geringeren ISO Wert?
Ich werde einen 8" Dobson mit 2x Barlow verwenden.



Hallo Alex,

Belichtungszeit und ISO sind ganz stark davon abhängig, mit welcher Optik Du fotografierst. Peter hat in seinem Beispiel mit einem Öffnungsverhältnis von f/5,2 fotografiert. Ich nehme an, Dein Dobson hat f/6? Nun willst Du zusätzlich noch eine 2-fach Barlow verwenden, womit Du auf ein Öffnungsverhältnis von nur noch f/12 kommst. Allein dadurch wirst Du eine höhere ISO UND höhere Belichtungszeit nehmen müssen! Die Belichtungszeit darf aber auch nicht zu lang werden, da Du sonst Bewegungsunschärfe rein bekommst.

Hier mal mein Beispiel, dass ich letztes Jahr mit meinem 8" f/10 (!) Schmidt Cassegrain gemacht habe (34 von ca. 1.000 JPEG-Einzelaufnahmen während eines Überflugs):


Verwendet habe ich dafür meine EOS750D mit ISO 1.600 und 1/1.600 Sekunde Belichtungszeit. Länger würde ich die Belichtungszeit nicht wählen. Dann in Deinem Fall eher die Barlow weglassen, wenn Deine Kamera eine ausreichende Auflösung besitzt und/oder die ISO noch etwas erhöhen, was sich natürlich auch wieder negativ auf die Auflösung auswirken wird.

Gruß und klaren Himmel
Heiko

www.heiko-schaut-ins-all.de

... aus des Weltalls Ferne, funken Radiosterne ... (Hütter,Schneider,Schult)

51°16`N 8°50`O

12" f/5 Meade Lightbridge Dobson, 8“ f/10 Meade LX50 SC, 6" f/5 Meade Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Celestron Explora Scope Kugeldobson, 76/700 Bresser "Tchibo-Dobson", 70/700 SkyZebra Refraktor, 60/900 Bresser (Tasco) Refraktor, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC

Bearbeitet von: Hico am: 02.04.2020 17:45:31 Uhr
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
185 Beiträge

Erstellt  am: 03.04.2020 :  17:29:05 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

danke für Eure Rückmeldungen!

Alex:
Ich kann mich da Heikos Erklärung anschliessen. Sollte ich hier bzgl. Belichtungszeit/ISO gegenüber eingesetzter Teleskopbrennweite/Öffnungsverhältnis irgendeine brauchbare Faustregel herausfinden, lasse ich Euch diese gern wissen. Im Moment stehe ich aber - trotz dieser gelungenen Aufnahme - noch sehr am Anfang und experimentiere selbst stark herum.
Bei der nächsten Abendsichtbarkeit der ISS bekommen wir ja wieder genügend Gelegenheiten, wenn das Wetter mitspielt. Übrigens, ich hoffe, Du warst erfolgreich gestern Abend?

Stefan:
Definitiv werde ich nächstes Mal einen Fernauslöser parat haben! Das mit der Videoaufnahme ist so eine Sache - wie ich oben beschrieben habe, bietet zumindest die Canon 5D MarkII leider keine Videoaufnahme in maximaler Auflösung an, sondern nur maximal fullHD = 1920x1080 Pixel. Die Fotos dagegen haben 5616×3744 Pixel. Mit einem Video wäre ich mit meiner Kamera also qualitätsmäßig deutlich schlechter gefahren.
Ich denke aber, ein guter Kompromiss wäre die Sache mit Fernauslöser in Kombination mit programmierter Intervall-Aufnahme - z.B. alle 2 Sekunden ein Bild. Das wäre aus meiner Sicht gerade der nächste Schritt, den ich unternehmen würde.
Zusätzlich noch mindestens eine 2x Barlow. Ich spekuliere aktuell sogar auf die 2" TeleVue Powermate 4x Barlow. Wenn ich mir ansehe, wie klein ich die ISS im Moment ohne Barlow auf meinem Vollformatsensor abbilde und wie viel "Luft" da noch außen herum ist, dann müsste ich auch mit dieser Brennweitenverlängerung noch einige Treffer hinkriegen. Allerdings fällt mir gerade schwer einzuschätzen, ob ich dann Probleme bzgl. Belichtungszeit bekomme... (die 4x Barlow wäre übrigens vielleicht auch für Planeten und Mond interessant)

Heiko:
Danke Dir! Freut mich, wenn´s jemandem hilft und zum Nachmachen motiviert. :-)
Tolle Animation! Erst in der Bewegung erkennt man richtig gut den Perspektivenwechsel, der bei so einem Überflug stattfindet.



Meine (vorläufig letzte) Ausbeute von gestern Abend (02.04.) - im Süddeutschen Raum fand mit 86° nochmal ein sehr zenitnaher Überflug statt:


(sorry, falls das Bild insgesamt zu breit eingefügt ist... alternativ hier nochmal als Direktlink: http://www.astronomie-ingolstadt.de/wp-content/uploads/2020/04/ISS_P.Maier_20200401-1.jpg

Aufbau/Technik identisch zum Vorabend, allerdings schien mir das Seeing nicht mehr ganz so gut mitzuspielen (konnte man gut am Mond sehen...) und zudem bekam ich gerade in Zenitnähe mit dem Dobson doch einige Nachführprobleme. ;-) Das ist halt leider ein Nachteil dieser Bauart. Nehme ich aber trotzdem gern in Kauf.

Mein Fazit: 10 bis 15 Grad scheinbare Höhe machen bei der Abbildung der ISS offenbar keinen sehr gravierenden Unterschied!


Viele Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
www.astronomie-ingolstadt.de
http://www.astronomie-ingolstadt.de/btm/

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Alex_Michels
Senior im Astrotreff

Deutschland
149 Beiträge

Erstellt  am: 03.04.2020 :  19:45:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ob ich erfolgreich war, Peter?
Definitiv! Ich hätte wirklich nicht gedacht so ein gutes Ergebnis zu erzielen und das auch noch beim ersten Versuch.
Ich habe meine D3300a ohne Barlow and meinen 8 Zoll Dobson gepackt und per Fernauslöser ausgelöst sobald die ISS die Mitte des Fadenkreuzes des Suchers erreicht hat.

Dieses Bild entstand aus den besten 2 Bildern der Reihe. Bei einem war der obere Teil unbrauchbar und bei dem anderen der untere. Also einfach in Photoshop übereinander gelegt und dann maskiert.
Ein wenig schärfen und entrauschen und voilà...

1/1600s ISO 800

Skywatcher 130/650 & 200/1000 Nikon D3300a/D600 Bresser Exos 2GoTo

Bearbeitet von: Alex_Michels am: 03.04.2020 19:46:18 Uhr
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StarjunkieHH
Mitglied im Astrotreff


54 Beiträge

Erstellt  am: 04.04.2020 :  02:29:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat

Vielen Dank Peter für Deine hervorragende Beschreibung!

Sie spornt mich an, es auch einmal zu versuchen mit meinem 18" Dob f4,5 (2060 mm Brennweite), 2fach Barlow und EOS450D.

Mal sehen, ob ich das manuelle Führen meiner 47 kg Kiste mit etwas Training präzise genug hin bekomme.
Ein Telrad-Sucher ist montiert und ich hoffe die Genauigkeit reicht zum Treffen aus. Ich werde mal üben.

Auch Deinen Tipp mit dem Fernauslöser werde ich beherzigen! Stefans Praxis mit dem Auslöser zwischen den Zähnen hat auch was wenn ich beide Hände zum Nachführen frei hätte.

Mal sehen wie die Bahn dann verläuft, denn im absoluten Zenit wäre die Kamera bei mir dann in ca. 2,10 m Höhe, also sportlich recht herausfordernd.

Grüße aus Hamburg
Kristian

Für mehr Gerechtigkeit auf der Welt: CS for everybody

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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
185 Beiträge

Erstellt  am: 24.05.2020 :  00:57:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

kurzes Update:

Nach dem Erfolgserlebnis von Anfang April konnte ich es kaum erwarten, die nächste, aktuell finde stattfindende Abendsichtbarkeit der ISS für weitere Aufnahmversuche am 14,5" Dobson zu nutzen.
Leider bin ich diesmal nicht ganz so euphorisch! Die Aufnahme der Raumstation find ich zwar immer noch sehr spannend, aber die Ergebnisse und das Erscheinungsbild der Raumstation sind diesmal unerwartet anders ausgefallen! Ich habe zudem unterschiedliche Konfigurationen ausprobiert (Kamera u. Teleskop wieder gleich: Canon 5D MarkII, Vollformat und 14,5" ICS Dobson f/5,2):

- genauso wie letztes Mal ohne Barlow = f/5,2 (knapp 2m Brennweite)
- mit 2x Barlow (2" BIG TeleVue, achromatisch) = f/10,4 (rund 4m Brennweite)
- mit 4x Barlow (2" Powermate TeleVue, apochromatisch) = f/20,8 (ca. 7,5m Brennweite)


Das manuelle Nachführen mit der 4x Barlow bei rund 7,5m stellte sich für mich als nicht mehr praktikabel heraus und brachte gegenüber der Aufnahme ohne Barlow (2m) Brennweite aus meiner Sicht bei den Bildergebnissen bzw. Detailabbildung keinen echten Mehrwert, sondern nur Nachteile:
Der mit der 4x Barlow verbundene Lichtverlust erforderte eine etwas längere Belichtungszeit (von 1/2500s auf 1/1600s) und zum Ausgleich wiederum mehr ISO (von 400 auf min. 1000), was nicht zu einer besseren Aufnahmequalität führt (Rauschen!). Zudem sinkt die "Trefferquote" bei den Einzelaufnahmen erheblich! Während ich ohne Barlow bei rund 150 Einzelbildern während eines Überflug mit Sicherheit mindestens bei 80 Prozent der Bilder die ISS erwische, bin ich mit 4x Barlow froh über 20 bis 3o Prozent. Damit sinkt auch sehr die Zahl der Treffer mit gutem Seeing bzw. die Zahl nicht verwackelter Bilder...
Zudem ist die farbliche Abbildung mit 4x Barlow auch deutlich schlechter - obwohl eigentlich eine sehr hochwertige Linse!

Mit der 2" 2x "BIG" TeleVue Barlow habe ich ähnlich schlechte Erfahrung machen müssen. Deutlich weniger Treffer und ebenfalls keine bessere Bildqualität oder irgendein echter "Gewinn".

Vielleicht habe ich Anfang April auch einfach nur eine verdammt gute Nacht bzw. Seeing erwischt, aber nach diesen Tests werde ich wohl erst einmal wieder keine Barlow zur ISS-Aufnahme einsetzen.

Ein weiterer, nicht unerheblicher Nachteil des Einsatzes eines Barlow mit DSLR am Dobson ist schileßlich auch der extreme Hebel (!), der dabei auf den Okularauszug wirkt und bereits die Justierung des Teleskops beeinflusst... beim Dobson ist der OAZ ja leider immer horizontal ausgerichtet und dabei wirkt das Gewicht am OAZ immer sehr extrem in einem 90° Vektor.


Was aber bei der aktuellen Abendsichtbarkeit der ISS definitiv ANDERS ist als beim letzten Mal im April:

Die Raumstation erscheint offenbar völlig anders vom Sonnenlicht ausgeleuchtet zu werden!
Während im April zu ähnlicher Zeit und bei ähnlich hohen Überflügen die ISS inklusive Solarpanele wunderbar und eher gleichmäßig reflektiert hat, scheinen die Solarpanele aktuell für den Erdbeobachter eher ungünstig ausgerichtet zu sein. Bei identischem Teleskopaufbau und Kameraeinstellungen wie im April war es mir die letzten Tage einfach kaum möglich, die Solarpanele ordentlich abzubilden. Die großen HRS Radiatoren dagegen blenden richtig.

Hat irgendjemand eine genauere Erklärung dafür?
Bisher habe ich damit gerechnet, dass die Raumstation nur aufgrund eines unterschiedlichen Betrachtungswinkels von der Erde aus (je nach Übeflughöhe) unterschiedlich erscheinen kann. Zudem verändert sich während eines abendlichen Überflugs ja auch gewissermaßen die "Phase": Vor der maximalen Elevation, also wenn Sie noch auf uns zufliegt, sollten die Module inklusive Solarpanele theoretisch ja weniger Sonnenlicht fangen als nach der maximalen Elevation, also wenn Sie sich wieder entfernt. Dann sollte das Sonnenlicht ja eher "von hinten" auf die Station treffen und diese besser ausleuchten.
Diese Theorie scheint aber nicht wirklich den aktuell eher "finsteren" Anblick zu erklären.

FRAGE:
Kann es sein, dass die Raumstation ab und zu auch mal Ihre Lage bzw. Orientierung auf ihrer Umlaufbahn relativ zur Erdoberfläche verändert?
Also dass sie z.B. um Ihre x/y/z-Achse ein wenig rotiert wird? Bislang dachte ich, fliegt sie immer mit demselben "Ende" nach vorne - und zwar meine ich, fliegt sie mit dem Columbus/Kibo Modulen voran.


Nachfolgend meine neuesten Ergebnisse der letzten Tage. Ich versuchte immer, möglichst hohe Überflüge (etwa 70 Grad oder mehr) zu erwischen:



16.05.2020, 23:07 MESZ, max. Höhe: 73°
14,5" Dobson mit 4x Barlow TeleVue Powermate (= f/20,8 = ca. 7,5m Brennweite)


17.05.2020
14,5" Dobson ohne Barlow (f/5,2 = knapp 2m Brennweite),
erster Versuch eines Stackings aus 4 Bildern (Autostakkert)


19.05.2020, 22:20 MESZ, max. Höhe: 85°
14,5" Dobson mit 4x Barlow TeleVue Powermate (= f/20,8 = ca. 7,5m Brennweite)


21.05.2020, 00:47 MESZ, max. Höhe: 71°, leider Wolken!
14,5" Dobson ohne Barlow (f/5,2 = knapp 2m Brennweite)


Für diese ersten Versuche bin zwar schon recht zufrieden - ich sehe aber auch noch sehr viel Luft nach oben. Gerade wenn ich mir hier die anderen, hervorragenden ISS-Fotografien mit teils deutlich kleineren Optiken ansehe!
Die Frage ist, ob mit meiner Öffnung (14,5") und meiner Aufnahmetechnik (DSLR) aber noch mehr rauszuholen ist...


Für Tipps, die mir helfen, noch schärfere Aufnahmen hinzukriegen oder die Brennweite mittels einer Barlow überhaupt sinnvoll auszunutzen, bin ich sehr dankbar! :-)

Schöne Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
www.astronomie-ingolstadt.de
http://www.astronomie-ingolstadt.de/btm/

Bearbeitet von: Peter_Maier am: 24.05.2020 01:16:38 Uhr
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Nebula
Neues Mitglied

Deutschland
1 Beitrag

Erstellt  am: 24.05.2020 :  05:16:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Wow Tolle Bilder hast du da gemacht...immer wieder schön zu sehen
Grüße und .CS

Omegon 76/700 Tasco 114/900 Skywatcher Dob 6" Skywatcher Dob 8"

Bearbeitet von: am:
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
185 Beiträge

Erstellt  am: 27.05.2020 :  20:40:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Der 69°-SW Überflug von gestern Nacht:



Bin aufgrund der (scheinbar unlösbaren) Schärfeprobleme mit der 2x und 4x Barlow an meinem Dobson wie oben beschrieben wieder dazu übergegangen, ohne Barlow aufzunehmen. Also f/5,2, was bei meinem Gerät eine Brennweite von knapp 2m bedeutet.
Auf dem Vollformat-Sensor der Canon EOS 5D Mark II erreiche ich damit inzwischen eine nahezu 100-Prozent Trefferquote, was die Einzelaufnahmen angeht. Zum manuellen Guiden benutze ich einen TeleVue-Starbeam mit schneller eingestelltem Blinkintervall.

Gibt es eigentlich irgendwo eine Möglichkeit zu sehen, was AKTUELL alles an der ISS angedockt ist oder nicht? Ich frage mich z.B., ob da aktuell ein Progress-Transporter am Svezda-Modul hängt oder auf meinen Bildern einfach nur die Reflektion der großen Turmantenne an diesem Ende zu sehen ist...

Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
www.astronomie-ingolstadt.de
http://www.astronomie-ingolstadt.de/btm/

Bearbeitet von: Peter_Maier am: 27.05.2020 23:12:36 Uhr
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
185 Beiträge

Erstellt  am: 27.05.2020 :  23:30:05 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Aufnahmeversuch vom heutigen 87-Grad Überflug - leider gab es viele Wolken. Die ausgesuchten Frames waren ein Glücksfall...



Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
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Erstellt  am: 26.07.2020 :  12:36:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo miteinander,

Update zur ISS Fotografie:

Technisch bin ich - leider - weiterhin unverändert mit der DLSR (Canon EOS 5D Mark II) am 14,5" Dobson unterwegs, mit den oben beschriebenen Vor- und Nachteilen.
Immerhin hat die manuelle Nachführung bei f/5,2 mit Vollformat-Sensor den großen Vorteil, dass die "Trefferquote" praktisch gegen 100 Prozent geht! Die Bildzahl wird daher tatsächlich nur durch die Serienaufnahme-Geschwindigkeit der Kamera limitiert.
Mit 4x oder auch nur 2x Barlow bekomme ich trotz mehrerer Versuche an dem Gerät einfach kein scharfes Bild hin - oder ich hatte ausgerechnet immer dann massives Pech mit dem Seeing... (?)

Am vergangenen Freitag (24.07.) und bei der letzten Abendsichtbarkeit am 26.05. sind mir bei ähnlich guten Bedingungen vergleichbare Ansichten der Raumstation mit und ohne Crew Dragon Kapsel gelungen.

Zudem habe ich einen ersten Stacking-Versuch mit drei zeitlich nah beieinanderliegenden frames in Registax 6 unternommen, was, meine ich, einen sehr geringfügigen Qualitätsgewinn bringt.
Grundsätzlich sehe ich das Stacken bei der ISS aber eher kritisch, da bereits wenige Sekunden eine merkliche Perspektivänderung bedeuten (siehe z.B. Ausrichtung der Solarpanele zwischen den Einzelbildern unten!).

24.07.2020 (mit angedockter Dragon Crew Kapsel - das Teil ist echt groß!):


Irgendwann in näherer Zukunft möchte ich die DLSR durch eine ASI ZWO oder andere, für diesen Zweck bestmöglich geeignete Kamera ersetzen. Aber hierzu bin ich noch am Recherchieren...

Viele Grüße,
Peter

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Bearbeitet von: Peter_Maier am: 26.07.2020 12:48:07 Uhr
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