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Astronomietag 2021
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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt am: 25.03.2020 :  12:58:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo beisammen,

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Neues Glas neues Glück



Erst wurde die Rückseite planiert mit einer 90cm Glasscheibe (Tischplatte vorher mit Polfilter getestet). Mein Schleifteller ist nun gut ausgefüllt



Nach vollzogener Planierungsaktion Check der "Randdicke" (Die Fase muss ich nachziehen).



In den letzten Tagen wurde dann das 510mm Tool hergestellt als Sandwich.



Dann ging es wieder mit K60 weiter, die Unebenheiten zu glätten. Erst mal mit Muskelkraft.



Am nächsten Tag dann doch lieber gleich Umstellung auf Maschinen-Betrieb. Der Abtrag ist mit Maschine bei mir nicht ganz so hoch wie mit Hand. Aktuell liegen 10KG oben auf, das ist zu wenig bei der Größe. Größere Gewichte habe ich gerade nicht zur Hand. Aber trotzdem eine große Erleichterung. Dauert dann halt alles ein wenig länger. Das Dinges läuft mit 45U/Min mehr schafft meine Maschine nicht.



Bin noch mittendrin im Grobschliff. Die restlichen Unebenheiten werden noch ausgemerzt. Pfeiltiefe ist bei 10,8mm. Ein wenig muss die Mitte dabei noch tiefer werden. Ich hoffe auf F3,7. Muss Gas geben. Ich freue mich
schon auf das Parabolisieren. Der Grobschliff ist eine ganz schöne Schlammschlacht. Das Interferometer wartet derweil nervös im Prüferraum:-). Einen fetten Messständer braucht es noch. Der wird dann zu gegebener Zeit gemacht.

Der Rohling ist im Grunde identisch mit diesem Tier:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=243996

Nur eben größer, mit 51mm Randdicke und jetzt mit 219 Elementen, um den vorderseitigen Meniskus zu stabilisieren. Nun hoffe ich, dass der Glasgott mich nicht ins Knie beißt, ich keinen Muschelbruch fabriziere und ansonsten alles so klappt wie ich es mir vorstelle.

Fortsetzung - folgt


Viele Grüße und bleibt gesund!
Gerhard

Bearbeitet von: am:

AQR66
Senior im Astrotreff

Deutschland
173 Beiträge

Erstellt  am: 25.03.2020 :  17:09:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
COOL! (groß ist wohl nur noch durch größer zu toppen :-) )

In der Selbstbauecke ist es ja bei den günstigen Angeboten aus Fernost recht ruhig geworden.

Da macht es richtig Spaß so innovative und auch experimentierfreudige Projekte ein wenig aus der Ferne verfolgen zu können.

Also viel Erfolg bei Deinem ambitionierten Projekt!

CS
Harold

Bearbeitet von: am:
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Timm
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2747 Beiträge

Erstellt  am: 26.03.2020 :  08:33:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Timm's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,

das läuft!
Wie schwer ist das Trumm und wie leicht wird dein Dobson?

cs
Timm

48°24'39"N / 8°0'38"O
und
26°52'53"S / 25°01'32"O

carpe noctem
observo ergo sum


Bearbeitet von: am:
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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 26.03.2020 :  22:04:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Harold und Timm,

freue mich über Eure Rückmeldung. Das DSM ist leider ausgefallen, sonst hätte man sich wieder gesehen.

In Zeiten von Corona ist das Spiegelschleifen eine schöner Ausgleich. Jeden Tag ein kleines Stück. Heute konnte ich die Pfeiltiefe auf nun 11mm erweitern. Der Spiegel ist bis auf eine kleine Stelle mit K60 nun ausgeschliffen. Morgen könnte ich mit dem Grobschliff wohl durch sein. Es ist schon eine Schlammschlacht. Grob über den Daumen sind inzwischen gut 1,5KG K60 verpulvert worden. Über das Gewicht kann ich nur spekulieren. Er ist ja per se sehr leicht und durch das schleifen geht prozentual deutlich noch was weg. Ohne mich festlegen zu wollen, könnte er auf ~8,7 KG kommen, sofern der Abtrag mit dem 17er identisch ist. Sowie ich mit dem Grobschliff durch bin, wird mal gewogen. Bin selbst schon gespannt, was da rauskommt.

Über das Dobson gibt es noch keine genauen Vorstellungen, aber es wird auf jeden Fall ein Lowrider. Den Plan beim nächsten Projekt auf 26 Zoll zu gehen, hatte ich schon etwas länger im Hinterkopf und auch schon ein wenig konkretisiert. Nun hat sich ein Sternfreund gemeldet der zufällig (ich schwöre) genau an die gleiche Größe gedacht hat. Das gab dann die Motivation, die Ärmel vorzeitig hochzukrempeln.

Hoffe der Corona-Zirkus ist bald vorbei. Zeitweilig hat mich mein Spiegel sogar an den Virus erinnert. Rund, grün und dann noch mit diesen Punkten. Wird Zeit für Teleskoptreffen. Hoffe das ITV findet statt, dann sieht man sich wieder.

Viele Grüße
Gerhard

Bearbeitet von: Gerhard_S am: 26.03.2020 22:16:09 Uhr
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 27.03.2020 :  06:50:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,

tolles Projekt. Eine Frage dazu hätte ich. Wie steuerts du den Abtrag. Spielt die Position des Tools auf dem Spiegel eine Rolle? Je mehr Randüberhang, desto mehr Randbearbeitung und je mehr Mittenposition, desto mehr Mittenabtrag? Was passiert, wenn das 75% Tool mit gleichen Überhängen Mitte und Rand schleift.

Viel Erfolg,
cs Thomas

Meine Homepage: www.sky-win.de

Bearbeitet von: am:
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RuedigerH
Meister im Astrotreff

Deutschland
591 Beiträge

Erstellt  am: 27.03.2020 :  17:14:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,

tolles Projekt was Du da gestartet hast. Wünsche Dir den bestmöglichen Erfolg.
So eine einfache Schleifmaschine hatte ich mir auch gebaut, funktioniert wunderbar.
Beim Polieren gibt es eine Tendenz zu Zonenfehlern und Zentralberg. Später beim Parabolisieren von Hand verschwinden der Bürzel und die Zonen aber wieder schnell.
Wie Du weißt habe ich da ja "noch was rumliegen". Das wird auf alle Fälle fortgesetzt.





Viele Grüße
Rüdiger

Bearbeitet von: am:
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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 28.03.2020 :  14:05:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

zur Einstellung der Maschine. Das ist so eine Sache. Wollte etwas mehr Pfeiltiefe und entsprechend lief das Tool möglichst weit innen. Soweit so gut. Die Pfeiltiefe wollte aber nicht so richtig tiefer gehen. Bin aber bei der Einstellung geblieben, weil mir das logisch erschien. Dann der Eddingtest.... Bei der Grösse vielleicht doch mal im früheren Stadium anzuraten. Es gab ein ziemliches Aha-Erlebnis.






Bei der Einstellung werden Mitte und Rand weniger stark bearbeitet bzw. sind dann zu hoch. Gerade aber in der Mitte wäre doch der höchste Abtrag zu erwarteten. Da ist die Intuition wohl fehl am Platz. Und so ein wenig ist das mir auch beim polieren des 17er aufgefallen. Dort hatte ich einen Berg der nicht wirklich weg wollte. Nun gibt es ein Progamm "Polsim" von Martin Cibulski.
Meine Einstellungen sind die Simulation ganz links





Gut zu sehen, wie Praxis und Theorie hier zusammen gehen. Das hilft und gibt Vertrauen. Nach dieser für mich neuen Erkenntnis ging es dann per "Handbetrieb" entsprechend Mitte über Mitte weiter.

Die Fitnessstudios sind zur Zeit geschlossen. Heimisches Workout. Ziehe meinen Hut vor jedem, der sowas im reinen Handbetrieb raushobelt oder vor Leuten wie Kai und Jörg Peters mit noch deutlich grösseren Spiegeln. Schlussendlich wurde dann doch die Mitte vergleichbar mit dem parabolisieren mit einer kleine Hantelscheibe konzentriert bearbeitet. Nur 3(!) Chargen K60 haben ausgereicht, um dann dafür zu sorgen, dass auch die Mitte vollends gut in die Fläche integriert ist. Minitools beim Grobschliff..... So ein Eddingtest ist bei der Größe goldwert. Bin froh, dass ich das jetzt schon gemacht habe. 2,5 KG K60 sind verpulvert. Der Kontakt passt. Nun wieder Maschine mit neutraler Einstellung, um bei der Sphäre zu bleiben, diese zu verfeinern.




Die Pfeiltiefe liegt nun bei 11,2 bis 11,4mm. Etwas schwierig zu messen über den Durchmesser. Ernüchterung gab es dann beim Gewicht. Die Waage zeigt 9,6 KG an. Gut es wird jetzt noch etwas weggehen. Die Differenz erklärt sich damit, dass beim 17er ein paar Extra-Runden nötig waren, bis guter Kontakt da war. Die darf man als Abspeck-Runden auch freiwillig einlegen.


Die Maschine wurde vom Schlamm befreit. Grobe Arbeit....Das Tool für den Feinschliff aufpäppeln. Krümel vom Rand sind beim Feinschleifen nicht so optimal.


Dieser Blitzzement enthält wohl kein Quarz. Ein Schleiftest mit zwei Stück Glas und dazwischen das Material verlief negativ.

Hallo Rüdiger,

ja ich hoffe, dass Du bald weitermachst.... Ich selbst musste loslegen mit schleifen... War so nicht geplant. Aber die Verlockung, wenn so ein Teil neben einem steht, nicht auch gleich ein Tool herzustellen und dann so ein klein, klein wenig anzufangen war für mich zu groß....

Viele Grüsse
Gerhard

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1345 Beiträge

Erstellt  am: 29.03.2020 :  20:28:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,

danke für deine aufschlussreiche und ausführliche Antwort. Bevor ich mein Projekt 60 als eigenen Beitrag starte, wollte ich einfach nur sicher gehen, ob ich mit meiner Annahme richtig lag. Jein ist wohl die treffende Erkenntnis. das Progrämmchen ist mir bekannt und ich bin froh, dass hier die Realität mit der Theorie übereinstimmt. Bin ebenfalls gerade im Grobschliff mit K80 und habe zur Vertiefung keinen so großen inneren Überhang gewählt. Kämpfe da gerade mit ganz anderer Problematik. Die Rollen, die den Drehteller stützen sollen hab ich offenbar viel zu klein dimensioniert. Die Last, die da mit Tool und Spiegel drauf liegt ist doch recht üppig. Mein Spiegel wiegt zarte 30kg. Oldschool eben! Bin jetzt zu Rollerskate Rollen übergegangen, die ich nächste Woche einbauen werde. 5 Stück sollten reichen...Härte 82a!
Wie hast du das realisiert? Das mit der Schaumglasplatte ist ja auch eine Idee! Müsste bei mir aber 85cm haben!

Viel Grüße,
Thomas

Meine Homepage: www.sky-win.de

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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
818 Beiträge

Erstellt  am: 09.04.2020 :  10:55:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Gerhard,
ein tolles Projekt und ich bin total gespannt auf die ersten interferometrischen aussagen, die dir das Teil liefern wird.

Das 510mm Tool ist aber nicht plan oder? Das sieht für mich auf den Bildern so aus, aber bei dem vorgekrümmten Rohling kann ich mir das nicht vorstellen.

Diese Polsim kenne ich gar nicht. Kannst Du die empfehlen? Ich bin ja, was die spiegelschleifmaschinen anbelangt absolut unwissend. Es wird Zeit, dass ich mich mal da reinfuchse.

Viel Erfolg weiterhin. Das ist echt spannend.
Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 12.04.2020 :  14:20:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo miteinander,


Thomas meine Schleifmaschine ist hier kurz dokumentiert.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=238228

Ich benutze nur 3 Rollen, damit ich eine gute Auflage bekomme. Kugellager mit Nylonüberzug. Leider sind die recht klein. Würde größere nehmen, damit es ruhiger läuft. Wenn Du aber 5 Rollen nimmst, wie stellst Du die Auflage sicher, damit es nicht kippelt? Die Räder laufen auf einem 75% Radius, recht weit außen wegen der Stabilität. Mein Motor hat nur max. 60 Watt. Das schleifen hat damit aber gut und klaglos geklappt. Nur beim Polieren mit dem 20 Zoll Tool war er dann überfordert.

Der Spiegel wurde über K220 (4,5 Stunden), K400 (3 Stunden) K800 (4 Stunden) und K1000 (2 Stunden) ausgeschliffen. Das anpassen der Pechhaut war ein Drama. 3 Versuche mit Pechabkratzen und reichlich Schwund. Pech ist in zwischen nachbestellt. Letztlich war die Pechhaut zu dünn und das polieren klappte nicht gut. Am Rand polierte der Spiegel nicht aus. Bin wieder zurück zum Feinschliff und mache einen neuen Anlauf. Das Gewicht ging durch das schleifen auf nunmehr 9,3KG zurück

Hallo Matze, ich finde das Programm durchaus brauchbar. Ist eine Orientierung letztlich variiere ich den Offset immer ein wenig beim schleifen.
Beim Drehteller neigt man zur Faulheit. Das ist gefährlich. Da musste ich schon Lehrgeld zahlen. Auch hier reichlich den Spiegel gegen den Drehteller verdrehen, dadurch wird auch die optische Mitte mit der geometrischen Mitte deckungsgleich, selbst dann, wenn der Spiegel nicht genau auf dem Drehteller zentriert ist, oder selbiger etwas eiert, da "Homemade". Keine Faulheit. Drehen ist auch hier das a und o. In Youtube gibt es einige gute Lehrvideos für Maschinenbetrieb. "Gordon Waite" heißt der Mann. Ein dickes Osterei habe ich mir jetzt bei diesem Spiegel auch nicht nehmen lassen.

Aufgrund der Schlammaktion mit K60 wollte ich mir meine Teppichunterlage nicht beim Feinschliff völlig verschmutzen. Habe den Feinschliff ohne Teppichunterlage auf meinem knallharten Glasdrehteller gemacht. Dann hat sich aber Schleifbrei zwischen Drehteller und Spiegelrand eingenistet und den Spiegel am Rand an einzelnen Stellen minimalst hochgebogen. Beim Polieren eine böse Überraschung....Zurück auf Los...Feinschleifen...

Frohe Ostern
Gerhard

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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 24.04.2020 :  21:31:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo beisammen,

eine große Pechhaut mit ordentlich Krümmung herzustellen viel mir schwer. Lernen durch Schmerz.
Habe heute dann mal diesen Versuch gestartet. Von unten nach oben.

1) Stabile Holzunterlage darauf eine dünne Schutzfolie und ein Damm außen herum.
2) Gips mit Form des Spiegels
3) Dünne Angstfolie und darauf ein Silikon/Acrylkunstwerk.

Gips anrühren und auf die Holzunterlage kippen. Folie drüber und dann
das Tool auflegen und leicht anpressen. Nach dem Aushärten hat dann
der Gips die Form des Tools bzw. Spiegels aufgenommen. Anschließend mit der Silkonpistole
seiner Kreativität freien Lauf lassen.



Bei meinem Spiegel ist der frontseitige Meniskus etwa 5mm dick. Man könnte
das Pech auf einen normalen Spiegel sicher gießen und das Tool auflegen.
Hier habe ich aber Angst, dass es dann zu einem thermischen Schock kommt.
Versuche dieser Art mache ich besser mal an einem Ausschuss-Rohling.

Jetzt hoffe ich, dass ich eine gute Anpassung hinbekomme und gleichzeitig dann auch
schon die Kanäle drin sind. Muss jetzt sagen, dass es bis hier hin gar nicht soviel Arbeit war.
Aber ob es funktioniert kommt auf. Den Durchmesser der Pechhaut will ich dabei etwas verringern auf ~46cm.
Das Zeug härtet nun schön aus über Nacht. Morgen dann Finale Furioso mit gutem
frischem Pech (Danke Stathis:-).

Viele Grüße
Gerhard

Bearbeitet von: Gerhard_S am: 24.04.2020 21:38:21 Uhr
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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2021 :  17:10:35 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo und ein gutes neues Jahr,

seit April lief nicht viel außer, dass ich den ersten Rohling aufgegeben haben. Die Rückseite konnte ich zum guten Teil nicht planschleifen (Formbruch im Schmelzofen) und die Hoffnung, dass die 2 Zoll Randdicke das ausgleichen war leider vergebens.

Weiter ging es die Tage mit Rohling Nr. 3. Nachdem der Rohling anpoliert war, ging es mit der Messtechnik weiter. Die hat mir arg zu schaffen gemacht. Mal zeigte der Spiegel Asti, dann wider nicht, dann wieder in eine andere Richtung. Es ging hin und her. Ich bin wirklich kirre geworden. Aber ich denke so langsam kriege ich den Bogen raus. Dass bei 26 Zoll manches anders ist als bei 17 Zoll ist mir klar. Die Frage ist nur immer was genau. Wenn aber die Messtechnik nicht klappt, dann wird es seeeehr schwierig einen tauglichen Spiegel zu schleifen. Ursache war die Lagerung im Mesständer, wie sich mehr und mehr herauskristallisierte.



Im Gegensatz zum 17er hat hier die Schlinge nun nicht mehr funktioniert. Ich bin dem warum und wieso nicht mehr weiter nachgegangen, da mich das Teil wirklich wahnsinnig gemacht hat. Bin mir wie auf einem schwankendem Schiff vorgekommen. Beim 17er funktionierte die tadellos, aber hier bei 26 Zoll nicht.
Die Schlinge ist nun nach oben gewandert und liegt nur noch lose auf dem Spiegel, um groben Unbill zu verhindern.
Unten habe ich nun als Provisorium Isolierschaumstoffrohr verwendet. Da die rückseitige Platte einen kleine Tick größer ist, wurde an diesen Auflagestellen ein nur wenige mm tiefer Schlitz reingemacht.



Hier nun die ersten Messergebnisse. Wichtig war mir bis jetzt nur, dass ich zumindest, im Rahmen meiner Messmöglickeiten mit dem PDI, halbwegs reproduzierbar die Form bestimmen kann. Optimieren kann man noch vieles, aber das Prinzip taugt weit besser als die Schlinge.
Noch nie habe ich mich über einen sich mitdrehenden Asti so gefreut.

000 Grad Position:



090 Grad Position (im Uhrzeigersinn)



135 Grad Position (zur weiteren Absicherung, alles Neuland für mich)



Den Hauptübeltäter "Spiegelasti" konnte ich nun (endlich) dingfest machen. Leider kann ich noch nicht sagen, wie groß ggf. ein Knick-Asti ist. Ich denke es wird nicht viel sein. Das liegt jetzt erstmal alles im Spiegel. So manches Pechtool zappelt seit kurzem nervös...

Bei der Größe habe ich mit dem PDI oft viele Unwrap-Errors. Bin mir aber nicht klar warum. Beim 17er hatte ich viel weniger, dieser Einlesefehler. Nunja, muss mich noch etwas durchkämpfen bis ich ein Bath habe.

Hier nun ein erster Blick auf das Print-Through:



Bislang scheint es sich zu bestätigen, dass bei größeren Spiegeln das Print-Through in der Tendenz geringer wird. Das freut besonders, da musss ich aber mal sobald ich ein Bath habe nochmals näher hinschauen.

Bin mit meinem Spiegel wieder einigermaßen versöhnt, nenne ihn aber vorerst noch "Bürschchen"

Viele Grüße
Gerhard










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agga
Mitglied im Astrotreff


72 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2021 :  18:55:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,
wozu Corona nicht alles gut ist. Der Wahnsinn.
Den Astigmatismus solltest Du ignorieren. Den drueckst Du am Ende einfach raus. Machen die Yolos ja auch nicht anders. Oder Du baust gleich 219 Aktuatoren ein, anstelle der statischen Verbindungen. Dann musst Du nur auspolieren und einen Leitstern an den Himmel projezieren.
Polierst Du eigentlich maschinell oder manuell?
Weiter so.
Gruss
Axel

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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 08.01.2021 :  11:24:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

ich schleife und poliere auf einem Drehteller. Das schleifen, mache ich gern mit der Maschine aber ohne Exzenter. Das Polieren klappt nicht mehr bei dieser Größe, dafür bräuchte der Motor mehr Leistung.

Viele Grüße
Gerhard

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RuedigerH
Meister im Astrotreff

Deutschland
591 Beiträge

Erstellt  am: 08.01.2021 :  17:00:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerhard,

bei meinem 20"er funktionierte eine Schlinge auch überhaupt nicht. Es gab nur heftigen unregelmäßigen Asti zu sehen.
Als ideal empfinde ich auch die Lagerung auf auf zwei Punkten in einem Winkel von 90°.
Ich verwende dazu zwei Holzklötzchen auf denen nur die hintere, größere Scheibe zum Ruhen kommt.
Die vordere freischwebende Spiegelseite zeigt dann keinerlei sichtbaren Asti.
Das funktioniert auch im Teleskop sehr gut. Mit 18 Punktlagerung und radial auf zwei Klötzchen geht super.

Leider kommt man in Coronazeiten, wenn man viel Zeit hat, auch auf seltsame Ideen.
Meine Idee war, dass ich meinem 20" mit einem Fullsizetool die "Pickel" austreiben könnte, um den "ultimativen Sandwichspiegel" zu machen.
Ist schon ein komische Gefühl bei einem funktionierenden Spiegel den Belag abzulaugen...
Der Spiegel ließ sich dank eines starken Drehtellers (den ich Dir wirklich ans Herz legen möchte) in drei Stunden zu einer perfekten Sphäre zurückpolieren.
Die Oberfläche wurde ordentlich glatt, im Ronchitest war von den Stützstrukturen nichts mehr zu sehen. Im Foucaulttest waren sie noch schwach nachweisbar.
Die Idee war mit einem Sterntool und weichem Pech (Härte 19/20) ala Mel Bartels die Parabel mit kurzen Strichen hinzukriegen.
Kurzum bei mir hat es nicht geklappt.
Bis zur 50% Zone funktionierte auch alles harmonisch. Danach ging gar nichts mehr. Durch die stärkere Asphäresierung wurde der Polierwiderstand etwas größer, was dazu führte das in der Zone wo das Pech den höchsten Druck ausübte sich die Stützstrukturen ordentlich durchdrückten. Es entstanden Zonenfehler die auch mit mehrfach veränderter Pechhaut nicht beherrschbar waren. Wenigstens der Rand war hochgezogen, so dass keinen Stress mit einer abgesunkenen Kante gibt.
Jetzt bin ich noch am überlegen wie es weitergeht. Wahrscheinlich zu Sphäre zurück und dann mit 8" Tool TOT.

Viele Grüße
Rüdiger

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Gerhard_S
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
322 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2021 :  21:25:18 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gerhard_S's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Rüdiger,

bin noch am experimentieren, wie ich das mit der Kantenlagerung mache. Im Mesständer den Spiegel allein auf der hinteren Platte zu stützen, habe ich noch nicht ausprobiert. Lässt sich aber einfach umsetzen und werde ich mal testen.

Drücke Dir die Daumen, dass das Überpolieren gut klappt, und dass Du noch etwas rausholen kannst:-). Freue mich aufs ITV, so Gott will es stattfinden kann....

Ich muss mich noch an die Größe des Spiegels und die Eigenheiten, die sie mit sich bringt gewöhnen. Der Asti war real, aber aber weit weniger stark. So ist das, wenn man den Testständer erstmalig auf/bzw. umbaut und dabei den Spiegel permanent hin- und herstellt und dann mit gewisser Ungeduld gleich mal Interferogramme schießt. Immerhin war er "wirklich" im Spiegel.

Auch die mechanische Durchbiegung im Messständer auf den Auflagepunkten, ist noch nicht befriedigend gelöst. Der Spiegel hängt etwa einige Grad vornüber und wird von der Halteschlinge oben am Kippen gehindert. Es gibt halbwegs reproduzierbare Messergebnisse, die aber immer einen Trefoil zeigen aus der Lagerung.

Es geht in die richtige Richtung. Kein Asti, aber mit der Kante bin ich nicht ganz zufrieden. Soweit ich das sehen kann, ist diese ganz außen sogar i.O. nur der Ringwall kurz davor stört.


Bei der Auswertung habe ich den Spiegel auf 135°, 180°, 225°, 270° und 315° vermessen. Für die Positionen den Mittelwert gebildet, diesen zurückgedreht und dann den Durchschnitt gebildet. Ich hoffe, dass ich das so richtig gemacht habe. Es war eine gewisse Messorgie mit dem PDI. Bin mit dem Polieren aktuell etwas zurückhaltend, solange ich noch Unsicherheiten im Messen spüre. Der Spiegel ist nahe an der Sphäre. Das ist ein guter Zeitpunkt, hier mehr Erfahrung zu sammeln.
Die ersten Messungen in 0° und 90° habe ich verworfen, wegen starkem Asti aus Thermie.

Viele Grüße
Gerhard




Bearbeitet von: Gerhard_S am: 11.01.2021 21:52:33 Uhr
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