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 HT-19 neue Wärmebildkamera 320x240!
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Alfredo Segovia
Meister im Astrotreff

Deutschland
329 Beiträge

Erstellt am: 14.02.2020 :  01:35:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kurt und Mitleser,

da ich deinen schönen Thread in Sachen CO2 nicht stören will, mache ich hier einen neuen für den Nachfolger deiner HT-18 Wärmebildkamera auf. Hier können wir auch in Zukunft neue Spielereien mit den Wärmebildkameras reinstellen. Als erstes die Luftballon-Wärmebildaufnahme, die ich zusammen mit StefanSLS gemacht habe. Zu sehen ist meine Hand. Ein Teil davon abgedeckt durch einen knallgelben Luftballon, der im Infraroten wie eine Glaskugel aussieht. Es ist eine Dämpfung zu sehen, aber sie ist relativ gering. Auch deutlich zu erkennen: der Luftballon reflektiert durch seine glatte Oberfläche Infrarotstrahlung ziemlich gut. Der Reflex ist gut zu erkennen. Genauer gesagt, man sieht schemenhaft Stefan´s und meinen Körper/Kopf. Stefan, rechts zu sehen, hatte eine Brille auf, die im Infraroten wie eine dunkle Sonnenbrille aussieht:




Eine interessante Anwendung für unsere Thermografiekameras, gerade für unsere Messlabore, ist das indirekte Erkennen von Verformungen unserer Autokollimationsspiegel oder sonstiger Glaskörper infolge Berührungen. Auf der nächsten Aufnahme sieht man einen eigentlich völlig austemperierten Autokollimationsspiegel. Durch blosses Anfassen der Rückseite erkennt man mit der IR-Kamera sofort, dass dadurch Temperaturgradienten entstanden sind. Der niedrige Kontrast zeugt von einer sehr gleichmäßigen Austemperierung. Und dennoch kann die Thermografiekamera oben leichte Aufhellungen, also wärmere Stellen, erkennen. Schon irre, wie empfindlich diese mittlerweilen sehr günstigen Kameras sind. Sie können schon kleinste Temperaturdifferenzen ausmachen. Diesen Spiegel würde ich so nicht mehr für Messungen mit dem Bath-Interferometer verwenden:





Hier noch eine Aufnahme, die in meinem Büro entstanden ist. Die Auflösung der HT-19 ist schon sagenhaft. Ich erinnere mich noch an die neunziger Jahre, wo man für diese Qualität mehrere zehntausend Deutsche Mark hinblättern musste. Es war für damals für mich als angehenden Ingenieur wie Weihnachten, als ich mal damit arbeiten durfte
Man sieht ein gleichmäßig austemperiertes Büro mit einer rechts offen stehenden Glastüre. Diese reflektiert das Infrarotbild meiner links stehenden Kollegin wie ein Spiegel:




Ich habe für diese Kamera eine spezielle ZnSe Linse mit 20mm Durchmesser und ca. 50mm Brennweite gekauft, die im Infraroten durchlässig ist und scharf abbildet. Damit kann ich nun hochauflösende Nahaufnahmen im langwelligen IR machen (z.B. für elektronische Platinen sehr gut zu gebrauchen!). Die Auflösung ist auch hier wirklich irre. Man sieht sehr detailreich meine Uhr und auch jedes einzelne Haar am Arm:




Auch die folgenden zwei Bilder zeigen die hohe Auflösung bzw. Qualität der Kamera. Das (dunkel zu sehende) Speiseeis und die Schüssel sind als reine IR-Aufnahme zu sehen. Zusätzlich kann sie auch eine optische Aufnahme überlagern, um kritische Stellen leichter lokalisieren zu können. Die HT-19 ist zwar nicht radiometrisch, d.h. es wird nicht JEDE Temperatur eines jeden Bildpunktes in den jpgs mit abgespeichert. Dafür aber die MINIMALE, die MAXIMALE und die Temperatur des mittig angepeilten Ortes. Für die meisten Anwendungen genügt das vollauf.



Nahaufnahme (reines IR-Bild) eines Fingers. Jede einzelne Falte ist zu erkennen.




Aber auch für die Gebäudethermografie taugt die HT-19 ganz gut. Nur auf eine Nachbearbeitung voll radiometrischer Bilder durch Software muß man verzichten. Aber einen defekten Anschluss an der Ecke des Wintergartens meines Freundes konnte die Kamera mühelos aufdecken. Oben ein Edelstahl-Kaminrohr, das natürlich ebenfalls relativ warm (hell zu sehen) ist:




Im Moment tut sich dermaßen viel auf dem Gebiet der Wärmebildkameras, vor allem seit diese günstigen Vox-Sensoren verbaut werden. Für den gleichen Preis einer HT-19 bekommt man wahrscheinlich sehr bald schon eine IR-Kamera mit 640x480 Bildpunkten IR-Auflösung, wie sie früher State of the Art waren...

cs,

Alfredo :-)

Bearbeitet von: Alfredo Segovia am: 14.02.2020 01:56:57 Uhr

Bikeman
Meister im Astrotreff

Deutschland
613 Beiträge

Erstellt  am: 14.02.2020 :  09:43:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Nett!
Kann man das auch an größere Optiken adaptieren (remote sensing)?
HB

6" f/5 GSO Newton, 8" f/5 Omegon Newton, GP2+SBS, HEQ5Pro SynScan, Canon EOS 1100D, ZWO ASI 178mm, StarAnalyser 100, vintage smc Pentax Objektive (50mm 1:1.4, 85mm 1:2, 135mm 1:2.5, 300 mm 1:4)

Bearbeitet von: am:
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Alfredo Segovia
Meister im Astrotreff

Deutschland
329 Beiträge

Erstellt  am: 14.02.2020 :  15:52:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo HB,

ja, man kann das wohl. Habe da mit Kurt darüber gesprochen. Allerdings dürfen keine normalen Linsen im Weg sein. Das Problem ist, dass IR-durchlässige Linsen aus Germanium oder Zinkselenid bei grösseren Durchmessern ziemlich ins Geld gehen. Daher versuche ich gerade eine 76mm-Newton-Optik an die Wärmebildkamera zu adaptieren. Da diese nur Spiegel verwendet und diese im IR Bereich sehr gut reflektieren, sollte es hervorragend funktionieren.
So kann man dann mit solch einer Kamera IR-Bilder im Nahen und im Weiten Aufnahmen machen. Bin gespannt auf die Ergebnisse...

cs,

Alfredo

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
621 Beiträge

Erstellt  am: 14.02.2020 :  16:45:59 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alfredo,

ein interessantes Thema. Wie würdest Du die Kamera an den Newton anpassen? Kann man da die Linse für Fokalfotografie am Newton problemlos entfernen? An einem Okular hast Du sonst ja wieder Glas im Weg.
Bin mal gespannt, was rauskommt.

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

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