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 Die Newton-Kollimations/Justier-Möglichkeiten
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Ojmat
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
22 Beiträge

Erstellt am: 14.01.2020 :  02:19:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hey

seit dem bei meiner letzten Astrofotografiernacht mit meinem 250/1200 Skywatcher Newton ist mir aufgefallen, dass die Sterne alles andere als rund sind.
Bisher habe ich meinen Newton wohl "falsch kollimiert":

- Einen einfache Billigjustierlaser - von einer Teleskopauflösung - habe ich (fälschlicherweise) in meinen OAZ geklemmt und so den Laserpunkt durch Verändern der beiden Spiegelpositionen mittig gestellt

- Danach habe ich an einem hellen Stern kollimiert, indem ich diesen komplett defokussiert habe und dann (nur) am Hauptspiegel die Regler so verstellt habe, dass der innere Kreis genau in der Mitte war (dafür meine Sony-Kamera per remote dranngeschaltet und am PC eine "Maske" mit Kreisen drübergelegt.

Vermutlich war das ziemlich sinnlos, wie ich vorgegangen bin





Die Frage ist: Wie kollimiert man einen Newton richtig?
Nach meiner bisherigen Recherche streiten sich da die Geister, welche Methode wann eingesetzt werden soll:

- Justierlaser benutzen?
(nicht klemmen?)
- Cheshire Justierokular benutzen?
(oder Filmdose mit Loch?)
- Kollimation am Stern?
- Kamerasensor parallel ausrichten?


Außerdem scheint es auch verschiedene Meinungen zu Geben, welches Equipment "das beste" ist.
Siehe hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=231199
Beim Justierlaser sagen ja einige, dass ein einfacher von TS oder Omegon da absolut ausreicht.
Andere schwören auf Lösungen, wie den ICS Justierlaser von Intercon Spacetec
oder auf den Hotech 2" SCA-2C Justierlaser mit perfekter Zentrierung und Fadenkreuz.
Oder früher Mal auch auf den von Heinz Becker (drehen und mehr) .

Beim Punkt liest man auch oft von den Catseye Tools.

Vielleicht könnten wir hier zusammengefasst erläutern, wie und womit man am besten einen Newton justiert ;)

Bearbeitet von: Ojmat am: 14.01.2020 02:21:36 Uhr

Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10369 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  03:41:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Da streiten sich nicht die Geister, sondern es führen viele Wege nach Rom.

Was heißt kollimieren?
Es geht schlicht darum, dass die optische Achse des Okulars per Fangspiegel (FS) auf die opt. Achse des Hauptspiegel (HS) reflektiert wird (und umgekehrt). Der Fangspiegel selbst hat keine opt. Achse, denn das ist ein Planspiegel, der selbst nicht fokussiert.

Aber im Leben gibt es da Einschränkungen. Das Okular steckt im Okularauszug (OAZ) und dieser ist fest verschraubt am Tubus. Die opt. Achse geht durch die Mitte des Okulars und dieses steckt im Idealfall sauber im OAZ. Im Ergebnis verläuft die opt. Achse also mittig durch das OAZ-Rohr und lässt sich nicht verstellen.

Erste Aufgabe besteht deshalb darin, dass der FS diese Achse vom OAZ kommend auf die Mitte des HS spiegelt. Schön (aber nicht notwendig) ist es, wenn die opt. Achse dabei auf die effektive Mitte des FS trifft (Das ist die Mitte korrigiert um den Fangspiegeloffset** bei schnellen Newtonsystemen) Simpel gesagt: Blickt man aus dem geplanten Fokus mit dem Auge durch das OAZ-Rohr, dann sollte der FS schön rund und mittig liegen und sich die Mittenmarkierung des HS in der Mitte zeigen.

Und hier hat man das Problem Nummer zwei, denn die Stellschrauben am FS verkippen nicht nur den FS, sie verschieben ihn gleichzeitig. Zuvor muss man aber erst den FS so drehen, dass er überhaupt zum OAZ zeigt.

Wenn man da durch ist, dann geht es darum, den HS über die Stellschrauben so zu verkippen, dass er jetzt diese Achslinie, die vom OAZ via FS auf dessen Mitte zeigt, wieder genau zurückspiegelt.

Dann ist man schon fertig.

Wie man das hinkriegt, will danach keiner mehr wissen. Ein Laser macht die opt. Achse des OAZ sichtbar. Aber er weiß nicht, wann ein FS im OAZ schön mittig erscheint (oder man markiert auch auch am FS die effektive Mitte).

In der Praxis verstellt sich der FS später nicht. Er liegt ja gut geschützt im Tubus und wiegt kaum etwas, so das beim Transport da nichts rüttelt. Beim HS ist das leider oft nicht so.

**
FS-Offset:
Der ist visuell fast egal und hat keinen Einfluss auf knackscharfe Sterne. Den braucht man, damit der Bildrand nicht auf einer Seite mehr abdunkelt als auf der anderen Seite. Und das merkt man visuell oft gar nicht (wenn, dann nur im Übersichtsokular), wohl aber beim Fotografieren. Manche Newton sind so gebaut, dass der Offset über die FS-Halterung schon ausgeglichen wird, andere lösen das über unterschiedlich lange FS-Spinnenbeine. Also zerbrich Dir darüber nicht allzuviel den Kopf.
Das Problem beim Offset ist, dass der FS je nachdem, wie man in den OAZ reinschaut nicht mehr schön mittig rund erscheint. Das tut der FS mit Offset dann nur, wenn man das Auge genau im Fokus vom HS hinhält. Umgekehrt erscheint ein FS ohne Offset dann nicht schön rund und mittig. Ist aber hier zu kompliziert, das zu erklären. Dazu braucht man etwas Geometrie zum Strahlengang und wie Perspektiven sich auswirken. Das ist übrigens der Teil, der in jeder Kollimierungsanleitung am meisten verwirrt.
Praktikerlösung:
Man schaut durch den OAZ (Kopf ganz nah ran) und konzentriert sich nur auf den Rand des FS und verschiebt ihn über alle drei Justierschrauben rein oder raus, biss er kreisförmig in der Mitte des OAZ-Rohrs erscheint. Und das muss man nur machen, wenn man ihn mal ausgebaut hat. Auf Abweichungen von 2mm beim Offset kommt es nicht an. Da lässt man alle Neune auch mal gerade.

Noch ein Praktikertipp:
FS und HS sind in den allermeisten Fällen über je drei Justierschrauben verstellbar. Wenn man an einer Schraube etwas verstellt, sollte man es sich angewöhnen, dass man dann immer die beiden anderen Schrauben um die Hälfte in die andere Richtung dreht. Und wenn keine Federn für den Andruck der Schrauben sorgen, dreht man nie mehr als eine halbe Drehung an der einen und je eine Vierteldrehung an den anderen beiden.

PS:
Jetzt war an verschiedenen Stellen immer von Mitte die Rede. Wenn man nicht weiß, wo eine Mitte ist, geht man einen Umweg. Zwei Kreise liegen dann mittig, wenn die Kreisränder zueinander immer den gleichen Abstand haben (Symmetrie). Das führt dazu, dass man dann sich den Kreisrand anschaut, weil man ihn mittig legen will. Und wenn dann der Fangspiegel wegen Offset eh nicht mittig erscheint, wird's verwirrend und fummelt sich einen Wolf.


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Bearbeitet von: Kalle66 am: 14.01.2020 03:51:40 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10369 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  03:52:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hier die offizielle Anleitung von Skywatcher:
https://inter-static.skywatcher.com/upfiles/en_download_caty01424817556.pdf

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Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4772 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  10:40:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Ojmat,

wie Kalle schon schrieb, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich persönlich bevorzuge das Cheshire Justierokular bzw. die transparente Filmdose. Die Feinjustage erfolgt am Stern mit Okular bei hoher Vergrößerung.
Als erstes durch die leere OAZ Hülse prüfen, dass alles konzentrisch fluchtet. Hier die Details:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=11114
Hier die Justieranleitung vom leider verstorbenen Nils Olof Calin:
http://skyandtelescope.com/howto/scopes/article_787_1.asp

Zitat:
Original erstellt von: Ojmat

seit dem bei meiner letzten Astrofotografiernacht mit meinem 250/1200 Skywatcher Newton ist mir aufgefallen, dass die Sterne alles andere als rund sind.

Liegt das sicher an falscher Kollimation oder an Nachführfehlern? Wie sehen die Sterne auf der optischen Achse aus? Hast du Beispielbilder?

Zitat:
Danach habe ich an einem hellen Stern kollimiert, indem ich diesen komplett defokussiert habe...

Zu starkes defokusieren macht den Test unempfindlich.
Für die Feinjustage sollte man nur so weit defokusieren, bis man den Fangspiegelschatten beginnt zu sehen.

Aus deinen Äußerungen entnehme ich, dass du noch nicht lange dabei bist? Versuchst du als Anfänger mit einem 250/1200 Newton Astrofotografie zu betreiben? Echt sportlich!

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 14.01.2020 10:42:42 Uhr
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17394 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  12:08:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi,

http://www.seeing1.de/2a_justage.html#top

Justierlaser benutzen? (nicht klemmen?)- da muss sichergestellt sein, dass der Laser selbst justiert ist und im OAZ nicht verkippt. Die einfachen Justierlaser liegen teils am OAZ-Anschlag nicht richtig an. Der Laser sollte eine breitere Anschlagfläche haben, diese sollte gut am OAZ anliegen und wenn man die Klemmung anzieht sollte der Laser auch weiterhin flach anliegen. Die Steckhülse sollte auch nicht zu viel Spiel im OAZ haben.

Cheshire, Filmdose und/oder das Concenter würde ich einem Laser immer vorziehen.

In welcher Stellung/Lage des Tubus justierst du? Oft zu lesen- waagrecht hinlegen halte ich für Unsinn, in der Stellung wirst du nie beobachten. Der Tubus sollte bei der Justage in ca. 45° Neigung stehen.


Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10369 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  12:50:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
In welcher Stellung/Lage des Tubus justierst du? Oft zu lesen- waagrecht hinlegen halte ich für Unsinn, in der Stellung wirst du nie beobachten. Der Tubus sollte bei der Justage in ca. 45° Neigung stehen.

In Ergänzung zu Stefan:
Das ist deshalb sinnvoll, weil der Tubus sich unter seinem eigenen Gewicht etwas verwindet/verbiegt. Du kannst es ausprobieren. Laser einstecken und schauen, in wie weit der Laser auf HS hin- und herwandert, wenn man den Tubus von waagrecht auf senkrecht stellt oder wenn man am OAZ mit der Hand etwas drückt.

Bei der Gelegenheit kannst du auch überprüfen, ob der Laser was taugt oder selbst erst mal eingestellt werden muss. Dazu steckt man ihn ein und dreht in im Auszug. Macht der Laserspot dabei einen Kreis, dann muss man ihn erst mal einstellen. Dann fluchten Steckhülse des Lasers und die eingebaute Laserdiode nicht richtig zueinander. Der Laser zeigt gar nicht auf die Mitte.

Kalle - Alles wird gut !
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Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3561 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  13:29:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Ojmat,

Nach deiner Beschreibung bin ich mir nicht ganz sicher, wodurch die nicht runden Sterne bei dir genau verursacht werden. Es gibt auch Ursachen für unrunde Sterne, die eine Kollimierung nicht behebt.

Ich gehe davon aus, Du hast zum Fotografieren einen richtig justierten Komakorrektor im System (exakter Abstand zur Bildebende der Kamera) und Du kannst ausschließen, dass die unrunden Sterne von unperfekter Nachführung verursacht werden? Falls nicht, kümmer dich am besten erst mal um diese Baustelle. Liegt der Hauptspiegel entspannt in der Spiegelzelle? Ist der Fangspiegel nicht eingeklemmt?
Ist der Abbildungsfehler überall im Bild gleich, oder gibt es da Unterschiede?

Ich würde als ersten Schritt die Abbildung in der Bildmitte optimieren, Das kannst Du eventuell schneller mit einem Okular mit kurzer Brennweite (hier ca. 3-5mm je nach Seeing) beurteilen, das Du anstelle der Kamera am Teleskop montierst. Erst wenn das passt, macht es Sinn, mit der Kamera weiter zu optimieren.
Selbst bei den Profis werden Teleskope mit mehreren Metern Öffnung bei der Erstinbetriebnahme noch teilweise mit Okularhilfe kollimiert!

Ein Justierlaser ist ein Werkzeug. Wie bei allen Werkzeugen hängt das Ergebnis der Anwendung stark von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Benutzers ab. Natürlich muss ein Kollimierlaser selbst korrekt kollimiert sein, damit man damit ein Teleskop kollimieren kann. Die einfache Filmdosenmethode fürs visuelle Beobachten beseitigt diese Stolperfalle. Für Fotografie sollte allerdings die Bildebene der Kamera genau senkrecht zur optischen Achse sein. Das lässt sich mit der Filmdose nicht sicher stellen, dafür ist ein gut kollimierter Justierlaser tatsächlich sehr sinnvoll.

Vielleicht kannst Du auch noch ein Probefoto hier reinstellen, mit 1:1 Ausschnitten der Bildmitte und der 4 Bildecken.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5833 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  17:27:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Ojmat,

Wenn Du bei defokussiertem Stern den Fangspiegelschatten in die Mitte des Donuts gebracht hast, hast Du in diesem Moment vermutlich die komplette vorhergehende Justage zerstört.

Bei einem f/4-Fotonewton kann man wohl davon ausgehen, dass der Fangspiegel mit Offset im Tubus sitzt. Sprich, er sitzt nicht genau mittig, sondern etwas vom OAZ weg versetzt. Diesen Offset siehst Du bei defokussiertem Stern. Der FS-Schatten sitzt bei einem perfekt justiertem Newton nicht mittig im Donut, sondern etwas vom OAZ weg verschoben. Wenn Du ihn dann mit dem HS wieder in die Mitte holst, ist die Justierung hinüber.

Bei der Justage am Stern wird bei höchster Vergrößerung betrachtet. Dann schaut man sich den Donut an, wenn er kurz vor dem Fokus winzig klein ist. Dann sollte er annähernd rund sein. Beim drehen durch den Fokus hindurch soll er zu einem Punkt mit umgebendem Beugungsmuster in sich zusammen fallen und sich danach wieder gleichmäßig zu einem neuen Donut entfalten. Dieses gleichmäßig in sich zusammen fallen, ohne dass ein Kometenschweif in eine Richtung geworfen wird und ohne dass sich seltsame asymmetrische Muster bilden, ist das Zeichen dass der Newton (oder SCT, RC, SC, MN, etc...) perfekt justiert ist.
Dabei kann man übrigens auch sehen ob das Teleskop einen Asti hat. Dann bildet der Donut kurz vor dem Fokus eine Ellipse, die sich nach dem Durchgang durch den Fokus um 90º gedreht wieder entfaltet.

Als Justagetool kann ich das Concenterokular von Spheretec empfehlen. Damit justiere ich meinen 16“ f/4 Donson so genau, dass ein Nachjustieren am Stern in der Regel nicht nötig ist. Mit einem Laser justiert, muss ich ihn immer am Stern feinjustieren. Und ich habe einen guten 2“-Laser von Drehen-und-Mehr.

Bis dann:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: Mettling am: 14.01.2020 17:28:59 Uhr
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Ojmat
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
22 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  17:59:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke Stathis für dein sportlich ;) in der Tat bin ich erst seit 1,5 Jahren dabei.

Hey Martin - ich bin mir recht sicher, dass es an den Spiegeln liegt, da ich

1) per Off-Axis Guider immer ganz gut nachführen kann

2) der Abstand ±1,5mm vom Komakorrektor eingehalten wurde

3) Zuvor (u.A. in der selbigen Januarnacht) gab es recht saubere Fotos
- Beispielfoto von Anfang Dezember:
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114170756.jpg

Anschließend war ich so unerfahren, dass ich den Tau am Fangspiegel per (sauberem) Miktofasertuch abwischte. Jetzt weiß ich, dass man das dem Spiegel nicht antut und dieser danach wohl falsch ausgerichtet sein kann.
erstes Foto nachdem ich den FS anrührte:
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114171109.jpg

Dort merkte ich, dass etwas nicht stimmte... es gab zahlreiche Neujustierversuche - die haben es dann eher schlimmer gemacht.. hierzu 3 Fotos die ich zwischen den Versuchen aufgenommen habe:
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114171135.jpg
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114171204.jpg
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114171230.jpg

Wie man an den Fotos erkennen kann, verhält sich die Bildmitte noch relativ gut - vor allem an den "oberen" bzw im Querformat "Ecken auf einer Seite" kamen beim Rumsitzen am Fangspiegel die Probleme hinzu (bzw. verschlimmerten sich).
Hier das dennoch fertiggestellte Bild (ohne kreisrunde Sterne)..
3 frames / a 322s / iso 800
http://www.astrotreff.de/upload/20781/20200114/20200114170343.jpg

zurück zum Kollimieren
Heißt das, man braucht keinen Justierlaser oder ist dieser zusätzlich zur Filmdose / Cheshire oder Concenter ein nützliches tool?

Und ja, mein Laser hat (im OAZ leicht geklemmt)genau dieses Problem... beim Rotieren wandert der Punkt auf dem HS im Kreis.

Bearbeitet von: Ojmat am: 14.01.2020 18:01:50 Uhr
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Ojmat
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
22 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  18:03:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
P.S. ich sehe gerade.. die hier hochgeladenen Bilder haben leider nur eine Auflösung von 1024px Breite.
Vielleicht sollte ich sie wo anders hochladen - aber wo?
Habe zwar eine eigene Webadresse - die würde dann aber jeder sehen ^^

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10369 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  18:45:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Wenn der Laser beim händischen Drehen im Kreis wandert ...

Die Referenzfläche sollte der Flanschanschlag sein, nicht die Hülse des Laser-Kollis. Die Hülse ist um ein paar Zehntel Millimeter kleiner als die Aufnahme am OAZ. Der Klemmmechanismus neigt gerne dazu, da etwas zu verkanten. Nur der Flanschanschlag liefert ein genaues Einstecken.

Das gilt übrigens auch für eine Kamerabefestigung im OAZ. Per Steckhülse geklemmt ist es unterm Strich immer suboptimal, wegen Verkantung. Dann ist die Chipebene nicht perfekt senkrecht zur opt. Achse. Besser ist es, wenn man einen Adapter anschrauben kann, bis er mit seinem Flansch anschlägt. Ansonsten immer darauf achten, dass man beim Anklemmen, den Flansch andrückt.

Der Laser ist bequem ... brauchen müssen tut man ihn nicht. Er macht die opt. Achse sichtbar, aber deswegen wird nicht genauer justiert.

Concenter liefern opt. Hilfskreise (Eingeätzte Kreise auf der Glasplatte im Concenter), so dass man die Kreismitten von FS und HS durch Kreisrandvergleiche platzieren kann.

Einblickzentrierer halten das Auge in der Mitte, so dass man die Kreiskanten (HS, FS, OAZ-Innenrohr) ohne Perspektivfehler platzieren kann. Durch Verändern des Augenabstands (Am Fokusrad drehen) kann man perspektivisch teilweise dafür sorgen, dass z.B. das OAZ-Innenrohr dann genauso groß erscheint wie der scheinbare Kreisrand vom FS usw.

Chesire sorgen mit ihrer schrägen Fläche dafür, dass Licht hineingelagt, während man mit dem Auge davorsitzt. Gerade im Dunklen ohne Tageslicht sinnvoll. Ein zusätzliches Fadenkreuz hilft zudem die Mitte zu lokalisieren (sinnvoll nur mit Mittenmarkierung auf dem HS).

Die Mittenmarkierung auf dem HS ist eigentlich die wichtigste Hilfe. Und die sollte man durchaus überprüfen, ob die auch in der Mitte angebracht ist. Traue da keinem Fremden.

Es geht auch ganz ohne Hilfen. Bei Tageslicht sieht man über die Spiegel sein eigenes Auge (dreifach reflektiert: FS -> HS -> zurück FS) und kann so erkennen, ob man genau durch die Mitte des OAZ-Rohrs hinein schaut.

PS:
Zu Test- und Analysezwecken reichen doch Bilder mit 1024 Px. Notfalls schneidet man die interessanten Bildauschnitte zusammen, z.B. die 4 Ecken, für einen direkten Vergleich. Die Begrenzung hat damit zu tun, dass unsere alte Foren-Software den Text auf Seiten mit übergroßen Bildern unleserlich machen würde. Da müsste man für jede Zeile von rechts nach links scrollen.
Es gibt freie Bildhoster, die man per Link einbinden könnte. Aber viele dieser Anbieter existieren nicht ewig und nach ein paar Jahren laufen solche Links dann ins Leere. Unser Forum ist voll von solchen toten Links aus den Anfängen der 2000er Jahre. Deshalb nicht wirklich empfehlenswert.
Bilder werden sichtbar, wenn man den Link passend tagged. Das Format lautet:
[img]Link-zum-Bild[/img]

Kalle - Alles wird gut !
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17394 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  21:19:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ergänzend dazu-
Zitat:
Der Laser ist bequem ... brauchen müssen tut man ihn nicht.
Mit Hilfe des Justierlasers kannst du den Fangspiegel kaum korrekt einstellen, mit Cheshire, Concenter oder dem einfachen "Justierokular" geht das Justieren des FS recht genau.

Der Justierlaser (wenn er denn selbst justiert ist) dient zur schnellen Überprüfung und Nachjustage des HS in der Nacht. Wobei das auch mit den anderen Teilen gut geht.


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Ojmat
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
22 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  22:12:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Falls man einen Justierlaser benutzt: Wäre es dann nicht sinnvoll z.B. so eine Baader ClickLock-Klemme 2" M54 für den Justierlaser zu benutzen, damit er (im Gegensatz zum Schraubsystem) "von allen Seiten gleich stark geklemmt wird"?

https://www.baader-planetarium.com/de/zubehoer/adapter-foto-zubehoer/okularklemmen/baader-2%22-clicklock-okularklemmen.html

Bzw. wäre solch ein System nicht sowieso auch für die Kamera sinnvoll, damit diese auch mittig sitzt?

Ich konnte die Baader ClickLock-Klemme 2" M54 auch Mal testen und fand sie super.. aber da ich einen Off-Axis-Guider am Newton nutze, war diese "dicke" Click-Lock-Klemme leider zu dick, so dass ich nicht mehr Scharfstellen konnte. (Dafür müsste der OAG weiter hinten in Richtung Kamera sitzen - das geht aber nicht, weil der Weg von Prisma zum Guidingsensor zu lang ist)

Bzw. etwas günstiger: Den Justierlaser direkt in den M54-OAZ einschrauben?
mittels TS-Optics Adapter von M54x0,75 auf M48 - Fokaldapter für M54x0,75
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p6400_TS-Optics-Adapter-von-M54x0-75-auf-M48---Fokaldapter-fuer-M54x0-75.html

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17394 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2020 :  22:49:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Wäre beides natürlich machbar. Aber was hilft es, wenn der Laser schielt und du ihn bei jeder Justage zu seiner Längsachse etwas gedreht einsetzt und damit jedes Mal eine andere Abweichung bekommst?

Und nochmals- mit dem Laser kannst du den FS nicht korrekt justieren, dazu benötigst du eines der anderen genannten Hilfsmittel.

Also schaff dir ein Concenter oder Cheshire an und justiere damit- und damit kannst du deine Newton komplett justieren.


12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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roka
Senior im Astrotreff

Deutschland
233 Beiträge

Erstellt  am: 16.01.2020 :  20:09:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo

nur mit dem Laser kann man die komplette Justierung durchführen. Bei mir kam bei jeder Methode ein anderes Ergebnis raus. Man justier mit dem Concenter oder Cheshire und danacht überprüft man es mit Grzy Multi Kollimator. Ich habe mir alles angeschafft und war nie zufrieden. MA schluß war es der geklebte Fangspiegel der deformiert war und durch einen neuen ersetze werden mußte da man ihn nicht ablösen konnte und er dabei in 2 Teile gesprungen ist.
Meiner Meinung nacht ist die sicherste Methode zum justieren so.
1. überprüfen ob Laser gut justiert ist.
2. ohne Fangspiegel genau im Umpfang und Höhe den gegenpunkt zum Okularauszug markieren.
3. Okularauszug ganz ein und ausfahren und der Punkt muß stehen bleiben.
4. Schablone anfertigen mit Offset auf Papier drucken und genau das Papier einmal falten und mit Schere eine kleine Kerbe einschneiden und dann vorsichtig am Spiegelrand mit Klebeband befestigen.



den Fangspiegel dann so einbauen das man genau den Punkt trifft und den Fangspiegel der vorher schon im rechten Winkel vorjustiert ist das die Reflektion genau in der mitte vom Tubus ist.



hinten noch ohne Hauptspiegel exakt eine Markierung auf Papier hinten ankleben.



http://www.astrotreff.de/upload/6060/20200116/20200116172707.jpg[/img

und danach den Hauptspiegel mit Markierung einbauen und Hauptspiegel justieren und nur so ist es mir gelungen das alle anderen Methoden fast das gleiche Ergebnis zeigen.

Gruß Rolf

Bearbeitet von: am:
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Starbiker
Senior im Astrotreff

Deutschland
151 Beiträge

Erstellt  am: 16.01.2020 :  21:04:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Rolf, auf dem 2. Bild....du mußt die Pflanze links mal gießen.-))

Dobson 10" Orion, Selbstbau Dobson 16" mit Spiegel von Astroreflekt

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