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HWS
Meister im Astrotreff

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615 Beiträge

Erstellt am: 26.12.2019 :  22:56:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das Allergrößte, das Allerkleinste und wir mittendrin

---------Unser Bemühen die Welt zu verstehen

Trauer empfinden ist die menschliche Eigenschaft, die man vorzugsweise verantwortlich machen kann, für die unbändige Neugier und das damit verbundene Streben, sich selbst und die Welt zu verstehen.
Große Trauer ist der am meisten isolierende, menschliche Zustand. Wenn Menschen sterben, stellen wir uns ganz automatisch die existenziellen Fragen
-------------------woher, warum und wohin.

Die Todeseinsicht drängt sich geradezu auf und wir suchen nach den notwendigen Erklärungen. Und dabei setzt eigentlich nur die Phantasie Grenzen.
Wir bevölkern den "Himmel" mit Göttern, die meist ach so menschlich sind und machen sie verantwortlich für die meisten Geschehnisse, sowohl gute als auch schlechte.
Wir organisieren und bauen Religionen auf und der einzige "liebe Gott" unserer heutigen Religionen hat sicher noch für die meisten von uns sehr menschliche Züge. Die christlichen Gemeinschaften haben ihm sogar noch einen menschlichen Sohn angehängt und eine exemplarische Morallehre daraus gemacht.
Der Ursprung aller Wissenschaften erklärt sich aus der natürlichen Religiosität und der Selbsteinsicht der Menschen, nämlich nach Erklärungen suchen.

Erst wenn sich eine Religion mit Dogmen gebildet hat, kann sie hinderlich werden, wie das halt eben so ist mit allen Ideologien. Ihr Grund steht auf alten Mythen, Vorstellungen, Überlieferungen und Erzählungen, die irgendwann einmal zusammengefaßt worden sind und Erklärungen und Anweisungen zum Leben anbieten.

Für unsere modernen Religionen bedeutet das , daß sie in Büchern niedergeschrieben sind. Ein Regelwerk bildet sich aus, eine regelrechte Bürokratie entsteht und die Voraussetzung für all das ist, daß Menschen daran glauben.

Und das ist das Wesentliche --- glauben. Alle glauben wir an etwas. Davon können wir uns nicht freimachen. Glauben kann sehr irrationell sein. Es gibt christliche Gemeinschaften, die noch heute das alte Testament buchstäblich betrachten. Objektiv ist dieses Buch ja doch nichts anderes als eine Niederschrift uralter Vorstellungen, ein Versuch unserer Vorfahren, sich unsere Welt zu erklären.
Das heute buchstäblich zunehmen, ist mehr als naiv. So ist das aber mit dem Glauben. Religionen fordern, daß man an das, was sie lehren, glaubt. Und uns Menschen fällt das leicht. Es ist unsere Natur.
Desto mehr verwunderlich ist dann, daß sich unter der Hoheit der Religionen eine mehr objektive Art und Weise entwickelt hat, die Welt zu betrachten und zu untersuchen.


Alles begann mit Astronomie

Tag und Nacht, der Weg der Sonne über den Himmel, die Mondphasen, die leuchtenden Punkte der Fixsterne am Nachthimmel. Und wenn man genau hinguckte, ließ sich dann auch noch ausmachen, daß einige dieser Punkte sich deutlich bewegten, und schaute man noch genauer hin, konnte man ahnen, daß sie etwas größer sind als die fixen Sterne und mehr kleinen Scheibchen ähnelten als Punkten. Damit hatte man die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, die mit bloßem Auge am Nachthimmel zusehen sind und die heller erscheinen als die meisten Fixsterne, identifiziert. All das wußte man schon in der Antike und ihre Namen stammen aus der römischen Mythologie.
Damit war erst einmal klar, daß Erde, Sonne, Mond und die sichtbaren Planeten eine Einheit bilden mußten, bewegten sie sich doch und auch noch offenbar um unsere Erde herum. Das konnte man mit bloßem Auge beobachten.

Das Erlebnis einer Sonnenfinsternis muß, wenn auch selten, früher schreckenerregend gewesen sein, bis man darauf kam, daß es sich um den Mond handelte, der sich vor die Sonne schob. Schon babylonische Astronomen konnten eine Sonnenfinsternis periodenweise vorhersagen, aber nicht auf den Tag genau. Bei den alten Griechen überlieferte Herodot in einer Anekdote, daß Thales eine Sonnenfinsternis vorausgesagt habe. Das war um 500 vor Christus herum. Aber für eine genaue Berechnung gab es damals noch keine mathematischen Voraussetzungen. Die kamen erst ca 200 Jahre später mit der euklidischen Geometrie und den Anfängen der Algebra - all das auch in dem antiken Griechenland. In der Wissenschaft der Astronomie ist nun mal das Rechnen mit Winkeln und Winkelfunktionen unerläßlich.

Um noch mal zu den Anfängen der Astronomie zurückzukommen, so war das Weltbild mit unserer Erde im Zentrum vorherrschend. Daß die Erde nicht flach war, haben wahrscheinlich die seefahrenden Völker zuerst herausgefunden, die ja mit dem ungebrochenen Horizont vertraut waren und das Rätsel des zuerst auftauchenden Segels lösen mußten -- das will heißen: zuerst sah man das Segel und dann das Schiff.

Daß die Erde eine Kugel war, wurde allgemeine Tatsache schon in der Antike. In dem Weltbild von Aristoteles, um 350 v.Chr., der mehr Philosoph als untersuchender Wissenschaftler war, bestand die Welt aus der schweren Erde, dem leichten Feuer und dazwischen halbschwerem Wasser und halbleichter Luft. Das alles war in unbeweglichen Sphären aufgeteilt, um die sich das fünfte Element, der Äther, bewegte. Weil alles Schwere einem Mittelpunkt zustrebte, mußte die Erde eine Kugel und damit das Zentrum der Welt sein. Den Äther benötigte Aristoteles, weil seiner Philosophie nach leerer Raum nicht existieren konnte. Diese Gedankengänge beeinflußten unsere Kulturen auf lange Zeit und mit dem Äther machte erst Albert Einstein endgültig Schluß.

Für die weitere Entwicklung der Astronomie und für Wissenschaft überhaupt sind dann erst mal sechs Namen sehr wichtig: Claudius Ptolemäus, Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Isaac Newton.





HWS

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