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Seite: von 10

HWS
Meister im Astrotreff

United Kingdom
531 Beiträge

Erstellt  am: 25.12.2019 :  13:28:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Mal eine praktische Frage, die mir öfters im Kopf rumgeht.
Beteigeuze ist einer der hellsten Sterne. Wie würde man ihn als SN am Nachthimmel mit bloßem Auge sehen?
Seine Leuchtkraft sollte sich auf Halb/Vollmond Niveau erhöhen.
Jetzt ist er ja aber immer noch nur ein kleinster Lichtpunkt. Wie sähe man das? Würde er einen Schatten werfen?

HWS

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3369 Beiträge

Erstellt  am: 25.12.2019 :  13:31:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hey Tobi,

coole Sache, hab ich gestern erst durch diesen Thread mitbekommen und promt gab es eine Wolkenlücke spät abends.
Tatsächlich erstaunlich abgeschwächt. Wegen der Farbe kann ich nix sagen, aber ich habe Vergleiche zu den hellen Nachbarsternen notiert. Ganz witzig, man muss einen ganzen Sektor des Himmels zum Vergleichen heranziehen.
Mal sehen wie es weiter geht (wahrscheinlich jetzt für einige Zeit stabil so...?)

Schöne Feiertage,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: am:
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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1813 Beiträge

Erstellt  am: 25.12.2019 :  18:15:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Hans!

> Mal eine praktische Frage

Na, die Frage ist wohl eher bisher hypothetischer Natur...

> Wie würde man ihn als SN am Nachthimmel mit bloßem Auge sehen?

...auch weiterhin als gleißendes, weißes und sternförmiges Objekt. Und ja, man würde die SN ohne Probleme am Taghimmel sehen können. Natürlich würde sie nachts Schatten werfen (das macht die Venus mit ihren max. -4m5 Helligkeit auch.)
Die "Vollmondhelligkeit" (-12m) als Punktlichtquelle ist aber schädlich für die Augen, ähnlich wie der kurze Blick in die Sonne.

Das letzte ähnliche Ereignsi war die SN 1006 im Sterbild Wolf (-7m5), damals von Mitteleuropa aus nicht sichtbar. "SN 1006 dürfte das hellste natürliche punktförmige Himmelsobjekt gewesen sein, welches in der überlieferten Geschichte der Menschheit zu sehen war." (Wikipedia)

Wer erinnert sich an die alte Quarks&Co-Sendung (WDR Fernsehen) zu dem Thema? Dort gab es eine fiktive "tagesschau-Sondersendung" zum "Beteigeuze SN-Ereignis". Natürlich sind auf diese gefakte Meldung so einige hereingefallen - der Bericht wurde Jahre später bei Quarks noch einmal gezeigt.
.

Bye 4 now, Micha

ehemals: Winnie's Heimatseite + Kometenseite
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd"

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Stiekelstack
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1013 Beiträge

Erstellt  am: 26.12.2019 :  11:09:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Winnie,

warum wären -12m als Punktlichtquelle schädlich für die Augen? Klar würde es zu einer "Übersteuerung" der Rezeptoren kommen, aber wäre das irreversbel schädlich? Ist bei der Sonne nicht die konzentrierte Wärmestrahlung das Problem?

Grüße,
Karl

PS: Ich frage aus Interesse, keinesfalls, weil ich es besser weiß (das ist definitiv nicht der Fall).

Bearbeitet von: am:
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Okke Dillen
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 26.12.2019 :  13:31:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Gestern Nacht gabs klaren Himmel, aber Weihnachtsfeier.... Immerhin, ein paar Blicke waren möglich. Nun, er ist noch da

Allerdings scheint er mir auf dem Helligkeitsniveau von Bellatrix angekommen zu sein, also dunkler als sonst gewohnt. (ja, er ist variabel, ok, aber liegt die Periode nicht so um 2070 Tage?)

Gruß
Okke



edit: nicht 2335 sondern 2070 Tage Periodendauer

Meine kleine Galerie auf Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Okke_Dillen/

Bearbeitet von: Okke Dillen am: 26.12.2019 15:52:53 Uhr
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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1813 Beiträge

Erstellt  am: 26.12.2019 :  15:26:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Karl!

> warum wären -12m als Punktlichtquelle schädlich für die Augen?

Kann ich dir nicht sagen, weiß ich auch nicht. Jedenfalls war die Warnung, direkt auf so eine Punktlichtquelle zu schauen, bei einem der letzten Berichte zu dem Thema gefallen.
Vielleicht ist es so: eine 3-W-Kühlschranklampe ist harmlos, ein 3-W-Laser nicht, wenn du in den Strahl schaust.

> Ist bei der Sonne nicht die konzentrierte Wärmestrahlung das Problem?

Eine äußerst hefige Blendung reicht auch, um ein Nachbild auf der Netzhaut zu erzeugen. Wo da der dauerhafte Schaden anfängt, ist die Frage.

Bye 4 now, Micha

ehemals: Winnie's Heimatseite + Kometenseite
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd"

Bearbeitet von: am:
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HHausHH
Meister im Astrotreff

Deutschland
422 Beiträge

Erstellt  am: 26.12.2019 :  17:28:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ja, der alte Orion hat wegen seiner verschieden starken Schultern den Asklepios aufgesucht und der hat ihm zu einer leichten Entgeuzung geraten.

Gruß von Helmut
aus 53,4444 Nord und 10,0000 Ost

Bearbeitet von: HHausHH am: 26.12.2019 17:28:24 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3567 Beiträge

Erstellt  am: 26.12.2019 :  18:56:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,
man kann die Helligkeiten vergleichen und abschätzen, wie hoch die Gefährdung ist. Nehmen wir an...gleiche Wärmestrahlung pro Helligkeit wie die Sonne. Und Beteigeuze hat einen, szintilliationsbegrenzten Durchmesser von 1". Sonne= 27 mag. Vollmond 12 mag. Differenz 15 mag...etwa das Millionenfache. Auf die Fläche gesehen..harmlos. Aber der Mond hat 1800x1800 x pi/4 Bogensekunden. Dieses auf eine Bogensekunde gerechnet...da mich grade mathematische Unlust befällt...rechnet es selber aus

Bearbeitet von: AS-Fan am: 26.12.2019 18:57:56 Uhr
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HHausHH
Meister im Astrotreff

Deutschland
422 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  00:44:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Jetzt konnte ich Beteigeuze zum ersten Mal nach seinem Helligkeitsabfall selbst sehen. Der Stern ist zwar immer noch erkennbar heller als Bellatrix, aber trotzdem sieht Orion ungewohnt aus.

Gruß von Helmut
aus 53,4444 Nord und 10,0000 Ost

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3369 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  03:05:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: AS-Fan

...rechnet es selber aus



mal grob überschlagen.

Das Auge löst keine Bogensekunde auf, sondern eine Bogenminute.

Also 30x30*Pi/4 = ca. 2800 Quadrat-Bogenminuten.
Beteigeuze würde also die Helligkeit des Mondes aber auf einer Fläche erreichen die 2800 mal kleiner ist. Die Lichtstärke auf den Zäpfchen wäre demnach 2.800 mal stärker. Das ist schon bedenklich.

Die Lichtstärke der Sonne auch auf einem Quadratbogenminute übertragen wäre aber 1.000.000 stärker (der Faktor bleibt ja auch bei Normierung).

Damit wäre Beteigeuze 360 mal (1.000.000/2800) leuchtschwächer am Zäpfchen als die Sonne, aber das wäre mir persönlich schon zu gefährlich. Das wäre wie die Sonne durch ein ND2,3 Sonnenfilter zu betrachten - das soll man ja eher nicht! ND5 ist die sichere Filterwirkung wie wir alle wissen.

Will jemand gegenrechnen? ;-)

Gute Nacht,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 27.12.2019 03:17:28 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3567 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  05:39:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
So in etwa war auch meine Schätzung.

Gruß Armin

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philipp
Meister im Astrotreff

Austria
397 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  09:58:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche philipp's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Ja, dass Halbmondhelligkeit auf Punktgrösse für die Netzhaut ungesund ist, kann ich mir vorstellen, was ich mich dabei aber noch frage, ist ob und wie lange das tatsächlich punktförmig ist, da es wahrscheinlich jetzt schon Schalen mit durch Sternwinde abgetragenes Material gibt. Und in Falle der SN ja auch jede Menge Material rasch expandiert, das dann beleuchtet, bzw. zum Leuchten gebracht wird. Ev. Auch Lichtechos. Jedenfalls wäre dann mal für eine Zeit Schluss mit Deep Sky im Orion, und für die SN selbst bräuchte man vorerst wohl keine Nachführung, Belichtungszeiten wären wohl eher kurz.

Lg

Philipp

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http://salzgeber.at

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mag16
Meister im Astrotreff

Deutschland
425 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  10:43:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Insgesamt ein sehr spannendes Thema. Kann man bei einem Roten Überriesen dieser Größe (1000 facher Sonnendurchmesser) eigentlich "voraussagen", ob daraus ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch entsteht? Ich vermute das erste...

Viele Grüße,
Marco

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10417 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  11:59:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Marco,
bei der Frage kommt es auf dessen Masse an. Bei 20-facher Sonnenmasse, die Beteigeuze hat, dürfte er als Supernova enden. Und es dürfte am Ende ein Neutronenstern übrig bleiben. Auf jeden Fall ein Ereignis, worauf sich die Stellar-Physiker sicher freuen würden, denn damit könnten sie viele Details ihrer theoretischen Modelle überprüfen.

Kalle - Alles wird gut !
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Okke Dillen
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 27.12.2019 :  13:31:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke für eure Links! Habe grad auch noch einen interessanten Artikel von 2016 gefunden, hier: https://www.scinexx.de/news/kosmos/ist-beteigeuze-ein-kosmischer-kannibale/

Leider finde ich nur widersprüchliche Angaben zum Doppelsternfall. ZB einen Partnerstern geringer Masse, einen braunen Zwerg etwa, andere Quellen erwähnen nichts davon, und der Artikel spricht von einem verschluckten Partnerstern. Ja was denn nun?

Ich gebe zu von dem Gedanken infiziert zu sein, Beteigeuzes Abgang als Materialspender kommender Sterngenerationen (mit)dokumentieren zu dürfen Mit heute verfügbarem Instrumentarium, selbst unter uns Amateuren, dürfte das ein wahres Fest werden! Zumal wenn das im Artikel beschriebene Szenario eintrifft

Kann aber auch noch 100.000 Jahre dauern....

Gruß
Okke


PS: wer noch etwas mehr zu Roten Riesen erfahren möchte, wird hier kurz und knackig informiert (Gaßner): https://www.youtube.com/watch?v=yfsO-36j_nI

Meine kleine Galerie auf Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Okke_Dillen/

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