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Gesarah
Senior im Astrotreff


238 Beiträge

Erstellt am: 03.12.2019 :  23:06:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll.
Es war SOOOO toll heute Abend! Ich mach es chronologisch, dann krieg' ich es auf die Reihe.
Also, gestern klarer Tag, aber wolkiger Abend. Hmpf.
Heute, klarer Tag. Spätnachmittag, immer noch. Früher Abend, immer noch. Vorsichtshalber das Teleskop mal raus. Ich fluche innerlich, ob ich angesichts dieser Eiseskälte von 5 Sekunden auf der Terrasse eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe.
21 Uhr, die Kinder schlafen: klarer Himmel. Los geht's. Ich muss verrückt sein. Aber heute müssen die Nebel dran glauben, ob sie wollen oder nicht.

Kaum sitze ich draußen und werfe einen prüfenden Blick in den Osthimmel: Wuuuusch, eine ausgedehnte, laaaange Sternschnuppe. Sie heißt mich wohl zu meinem Vorhaben willkommen und verspricht Erfolg. Bestimmt
Übrigens habe ich glaube ich in meinem Leben noch nicht so viele Sternschnuppen wie seit Anfang August gesehen. Mich wundert, wie oft eine (allein am Osthimmel!) entlangsaust, wenn ich abends draußen sitze. Es ist ja nicht, als würde ich an 5 von 7 Tagen für jeweils 10 Stunden draußen in den Himmel starren. Wie auch immer, ich erfreue mich daran.

1. Station Christmas-Tree-Sternhaufen. Endlich zu einer humanen Zeit hoch genug überm Horizont. Verratet ihr mir bitte, ob er das war oder nicht (ist meine Gartenskizze bei 60x):



2. Station: Eskimonebel. Also, da sind schonmal die 3 Sterne in einer "Wiege". Von dort aus einen kleinen Schwenk in Richtung der beiden nah beieinanderstehenden. Leere. Bestimmt nicht hoch genug vergrößert. Ich gehe von 30x auf 60x. Nichts. Nur diese doofen zwei Sterne da, aber das ist ja zu weit. Vielleicht ja mit 125x. Irgendwie ... sind das keine zwei Sterne. Ich dachte die ganze Zeit, ich wäre zu ... zum Fokussieren. Bin ich aber nicht. Das eine ist ganz klar ein Stern, das andere nicht. Seht selbst (auch ein Gartenkrakel mit Frostfingern). Klar war: Schaue ich den Bausch direkt an, wackelt und tanzt er und zeigt sich nicht. Schaue ich neben ihn, ist er ein leuchtendes Häufchen. Das war er, oder?



3. Station: Rosettenebel. Da ist tatsächlich ein schwacher Stern auf gerader Bahn zwischen Prokyon und Betelgeuse. Wenn das der nächste Stern an NGC 2238 ist (epsilon), bin ich ein Glückspilz. Mal ansteuern. Dann links herunter. Ja. Nach was suche ich eigentlich? Wie sieht das aus? Manchmal ist es ganz gut, wenn man es weiß, und manchmal auch nicht. Dann suche ich nämlich besonders aufmerksam nach allem, was irgendwie nach "Etwas" aussieht. Und da sind so 3x2 Sterne, die weit und breit das einzige "Etwas" zu sein scheinen. Kein Nebel in dem Sinne, aber naja. Habe eben mit Stellarium verglichen, ich glaube, ich habe einen Treffer gelandet. Da Karkoschka sagte, die Formation sei im Fernglas etwas besser noch als im Teleskop, habe ich einen Blick gewagt. Tatsächlich, ich konnte es auch im 7x50 sehen!
Meine Skizze dazu, bei 30x:



Soo, und dann die Königin aller Nebel: M42. Schon im Fernglas heute sichtbar. Ich starte mit 30x Vergrößerung und nehme Stift und Papier zur Hand, um eine Vergleichszeichnung mit 125x zu machen. Leuchtend hell, faszinierend wie jedes Mal. Ich fand es eben bei der Premiere einer Nebelzeichnung schwierig, mit dem Aquarellstift kein "Muster" in mein Nebelhäufchen zu krakeln, was ich ja aber doch ziemlich glamourös getan habe. Ähem.




Heute habe ich zum ersten Mal auf 125x vergrößert und, WOW, das habe ich nicht bereut. Ein Gigant! Ich bin sprachlos. Kurz vor 22 Uhr, letzte Amtshandlung:



Als wirklich allerletztes nochmal auf den Rücken legen und die Hyaden anschauen. BOAH, Leute, ich sag' es euch. Hätte ich heute das zeichnen wollen, niemals. VIEL zu viele Sterne im Vergleich zu sonst. Das muss ja ein Bombenhimmel sein heute Abend. Alles, alles voller funkelnder Sterne. Ich kann nicht aufhören, hinzustarren. Aber fast automatisch wandert die Hand etwas hoch, wieder ein lautes "WOOAAAH" die Plejaden, also nee, die wollte ich heute auch nicht zeichnen. Wahnsinn. Das ist SO schön! So, so, so viele mehr Sterne als sonst, wenn man nur einen Miniatur-Großen-Wagen sieht. Heute ist alles gefüllt und gespickt mit unzähligen hellen und schwächeren Sternen.

Hach. Ich bin beseelt. Jetzt kann ich reingehen und im Warmem aufräumen. Und übrigens: Alle Nachbarn hatten ihr Licht aus. Es sollte heute einfach sein :) Gute Nacht :))

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

Bearbeitet von: am:

BenN
Meister im Astrotreff

Deutschland
687 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  00:04:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BenN's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

Zitat:
Verratet ihr mir bitte, ob er das war oder nicht ... Das war er, oder? ... Und da sind so 3x2 Sterne, die weit und breit das einzige "Etwas" zu sein scheinen.


Dreimal ja zu 1-3, bei 3. ist das der helle Sternhaufen NGC 2244, der in den Rosettennebel eingebettet ist. Und sollte es sich doch mal ergeben, dass du den Stuttgarter Flughafen z.B. gegen ein dunkles Platzerl in der Schwäbischen Alb eintauschen kannst …
... wird auch der Rosettennebel schön rauskommen - besonders mit einem OIII-Filter .

Zitat:
VIEL zu viele Sterne im Vergleich zu sonst. Das muss ja ein Bombenhimmel sein heute Abend. Alles, alles voller funkelnder Sterne. Ich kann nicht aufhören, hinzustarren.



Servus
Ben

http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/index.html

Bearbeitet von: BenN am: 04.12.2019 00:05:28 Uhr
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mintaka
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
14796 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  10:05:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

es macht Spass deine Berichte zu lesen.
Zitat:
WOW, das habe ich nicht bereut. Ein Gigant!
Dabei musst du berücksichtigen, dass weder dein Standort gut ist und gestern auch der mit gut 40% illuminierte Mond den Himmel aufgehellt hat. Deine Zeichnung zeigt ja nur den zentralen Teil des Nebels mit dem Trapez, auf diesem Foto der beigefarbene Teil. Bei gutem Himmel geht visuell noch viel mehr. Dann ist der Nebel in der 9'er Goldkante fast formatfüllend!

Gruss & CS
Heinz

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3317 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  10:32:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

ja da stimmt, auch 200km NW-lich war der Himmel klar, aber mit dichtem Strahlungsnebel bis etwa 100m Höhe. Ich habe mein Geraffel leider nicht auf den Balkon gestellt, weil ich dachte das schmiert zu. Tat es aber nicht, es blieb so. Ein erstaunlich dunkler Himmel über der Nebelschicht, also höher als die Orion-Füße. In Stuttgart seid ihr ja per se 300m höher, wahrscheinlich nebelfrei. Der obere Himmel war schon erstaunlich transparent, da hast Du mal etwas "Landhimmel" geschnuppert.

Allerdings nur angeschnuppert, denn sonst hättest Du den Rosettennebel gesehen, hast Du eigentlich deinen OIII im Okular geschraubt gehabt? Der ist dringend nötig beim Rosettennebel. Und die schwächste Vergrößerung die geht. Und ein Tuch überm Kopf ;-).

Bei M42 hat Dich wieder der Kernbereich begeistert. Aber er ist so viel größer, wenn der Himmel mal dunkel ist. Auch da - hast Du den OIII verwendet? Ich lese davon nichts.

Und beim Eskimo, ja der ist sehr leicht beim Suchen mit schwacher Vergrößerung mit einem Stern zu verwechseln. Man muss da ziemlich hoch (>150x) vergrößern. Und natürlich Nebelfilter und schwarzes Tuch für die Dunkeladaption verwenden.

Wie war Deine Dunkeladaption eigentlich? Mit der fällt und steht so was wie hoch vergrößerte PN, oder Rosettennebel, oder Außenbereiche/Schwingen des Orion Nebels. Auch unter städtischen Bedingungen - das merke ich am Balkon. Hier muss man aber auch diszipliniert sein. Also definitiv 10min oder länger unterm Tuch, oder im dunklen Hinterzimmer (Badezimmer ;-)) ausharren und bis zum Okular mit einem schwarzen Tuch blind tapsend ja in kein Licht blicken. Oder halt 10min+ überm Okular brüten... probiere es mal aus (oder beobachtest Du schon so)? Dann Tuch wieder weg, normale Beobachtungsbedingungen und dann noch mal schauen/beobachten.

Und natürlich vielen Dank für diesen ermunternden Bericht, vielleicht setzt sich das gute Wetter hier (sonnig jetzt, aber dunstig) bis Mitternacht fort, dann will ich auch mal wieder Flughafen-nahe Beobachtungen tätigen...

Ach so - Weihnachtshaufen, Ben siehst Du da einen? Ich nicht. Sarah, ist das vielleicht eine zu hohe Vergrößerung? Ausschnitt zu klein? Nur der Stamm mit unterer Tannenbasis? Eigentlich soll er ein schönes Dreieeck ergeben, mit Stamm. Aber bei sehr kleiner Vergrößerung und großem Feld, vielleicht auch ein Fernglasobjekt, denn dein 28mm Pseudoplössl ist vielleicht zu eng dazu.

CS,
Walter

PS: Deine Nebel sind sehr dunkel, insbesondere M42 als Übersicht, an meinem Bildschirm seh ich nur das kleine "L" in der Mitte. Kannst Du das noch etwas aufhellen? Der Nebel zieht sich eigentlich über das gesamte Feld hinweg, die schwächeren Partien, insbesondere "die Schwingen". Hast Du sie und ich sehe sie nur am Schirm nicht, oder hast du sie auch nicht gesehen und da ist gar nix gezeichnet?

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 04.12.2019 11:15:12 Uhr
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Gesarah
Senior im Astrotreff


238 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  12:11:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo ihr lieben,

der Filter war außer beim Weihnachtsbaum-Haufen dauerhaft eingeschraubt, ja. Er brachte mir neulich bei M42 auffallend mehr Details im Bild (er funktioniert also wohl doch ), daher war er natürlich in Verwendung.

Zur Dunkeladaption: Ich bringe direkt vorher meine Kinder ins Bett und liege da gute 20-30 Minuten im Stockfinsteren. Danach greife ich halb blind, unter Kapuze und allem Möglichen zusätzlich eingehüllt nach der Okularkiste und dann sitze ich auch schon draußen. Alle Lichter um den Garten herum waren ausnahmsweise aus. Das waren also vergleichsweise sehr gute Voraussetzungen für "große Augen" :))

Du, das mit den dunklen Bildern und "wo sind die Details?" geht mir manchmal so, weil ich am Laptop meist die dunkelste Helligkeitsstufe eingestellt habe. Wenn ich die erhöhe, nanu, dann tauchen plötzlich Planeten und dergleichen auf Fotos auf. Ist das bei dir auch so?
Gesehen habe ich aber tatsächlich nur den Kernbereich von M42, folglich auch nur ihn gezeichnet. Da kannst du noch so hell einstellen, da kommt nicht mehr

Danke für die Erleuchtung, dass der Eskimo 150x verlangt. Ich habe die Wahl zwischen 125x und 166x, was ich beides ausgetestet habe. Brachte ähnliche Ergebnisse. Und beim Weihnachtsbaum, mh, ja. Keine Ahnung. Muss ich nochmal mit meinem 2''-Okular testen, ich hatte das olle Kellner 25mm drin mit atemberaubenden 42° ... (ich fürchte, noch ein ganzes Jahr halte ich es mit den beiden Kellnern nicht mehr aus). Vielleicht hat deshalb nicht alles hineingepasst. Ich analysiere mal ein fertiges Foto und meine Zeichnung, vielleicht finde ich ja heraus, ob es zumindest ein Teil vom Ganzen war :)

EDIT: Der Weihnachtsbaum hat 11' Länge und Breite. Also 0,18°. Mein Kellner mit der Barlow hat die Hälfte von 1,42°, also 0,7° Sichtfeld. Müsste das Sternbild dann nicht komplett hineinpassen?

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

Bearbeitet von: Gesarah am: 04.12.2019 12:19:02 Uhr
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BenN
Meister im Astrotreff

Deutschland
687 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  13:15:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BenN's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Walter,

Zitat:
Ach so - Weihnachtshaufen, Ben siehst Du da einen? Ich nicht. Sarah, ist das vielleicht eine zu hohe Vergrößerung?


Ich denke, der Weihnachtsbaum ist auf der Zeichnung von Sarah schon ganz drauf - in gleicher Orientierung wie auf dem folgenden Bild, "eine auf dem Kopf stehende Fichte":

https://www.astronomie.de/neuigkeiten/11-woche-ein-weihnachtsbaum-im-einhorn/

Im Text ist noch ein Hinweis auf den "Konusnebel" im Bild, der ist visuell wirklich sehr schwierig, da ist der Pferdekopf vergleichsweise ziemlich einfach.

Servus
Ben

http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/index.html

Bearbeitet von: am:
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Gesarah
Senior im Astrotreff


238 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  13:59:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich habe auch nochmal ein fertiges Foto mot meiner Skizze verglichen und erkenne die einzelnen Sterne. Ich habe die Proportionen und die Anordnung nicht wirklich sauber zu Papier gebracht, aber es ist wirklich der ganze Baum drauf. Auf dem weißen Papier erkenne ich die "Parallelen" besser als auf dem Negativ.

Okay, Mission für heute nach dem Stammtisch: nochmal ordentlich malen

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Bearbeitet von: Gesarah am: 04.12.2019 14:00:13 Uhr
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j.gardavsky
Senior im Astrotreff

Deutschland
138 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  18:01:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

echt gute Skizzen, und Du bist auf dem richtigen Weg zum Erfolg!

LG,
Jiri

JG
6" F/5 achro Sky-Watcher
Okulare: Baader, Docter, Leica, Pentax, Tele Vue, Zeiss, ...
Leica APO Televid 82mm
Ferngläser: Docter, Leica, Nikon Astroluxe, Swarovski,Zeiss, TS(BA8, FB)
Backyard in Erlanger Oberland


Bearbeitet von: am:
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Marcus_S
Senior im Astrotreff

Deutschland
154 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2019 :  23:08:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Sarah,

dankeschön für auch diesen schönen Bericht. Und den auch noch mit noch mehr Skizzen! Ich finde Deinen Biß, auch unter widrigen Bedingungen zu beobachten, dabei viel Freude zu haben und diese auch noch mitzuteilen, angenehm ansteckend.

Und der Rosettennebel könnte vielleicht eventuell möglicherweise sogar von Deinem Standort gehen - zumindest, wenn man weiß, wie der aussehen soll. Ich habe das letztes Jahr mal spaßeshalber von meinem Südbalkon über die Stadt hinweg bei 18 Lichtverschmutzungseinheiten (Lightpollutionmap, VIRS 2019) mit dem 72 mm Refraktörchen probiert. Nach wirklich langem Gucken unter dem Lichtschutztuch mit OIII-Filter konnte ich dann mit Mühe einen Hauch einer Andeutung des riesigen Nebelkringels um den Sternhaufen sehen. Auf dem Acker sieht der dann aber schon anders aus...
Aber wie Walter schon schrieb: das Ding ist monströs groß und ich finde den nicht ganz leicht zu erkennen, wenn man die Ränder des Nebels nicht zur Orientierung mit im Gesichtsfeld hat. Vielleicht reicht ja das Gesichtsfeld auch nur knapp und dann könnte es lohnen, den Sternhaufen mal an den Rand des GF zu nehmen um so auch "etwas weiter außen" gucken zu können. Und wenn da dann ein Hauch von Nebel um den Sternhaufen erahnbar ist, einmal um den Haufen herumschubsen.


Viele Grüße von

Marcus

Bearbeitet von: am:
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Gesarah
Senior im Astrotreff


238 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  10:01:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Marcus,

na deine Beschreibung merke ich mir definitiv mal und probiere es auch mal aus, sobald es sich wieder ergibt, danke für die Optimismus-Streuung :)

Gestern saß ich nach dem Astrostammtisch noch eine halbe Stunde draußen, ich hatte vorher schon alles rausgetragen und vorbereitet.
Als erstes habe ich wieder den Weihnachtsbaum angesteuert, ging sehr flott dieses Mal. Interessant ist, dass er außer ein paar mehr Sternlein nicht wirklich anders aussah als gestern. Irgendwie fehlen da die zwei hellen Sterne rechts. Schaut mal:


Anhand dieses Fotos: http://www.nightskyinfo.com/cms/img/archive-img/ngc2264_open_cluster/ngc2264.jpg habe ich meine Gartenkrakelei verglichen, hier mal in die selbe Richtung gedreht:



Ich erkenne, dass ich unten den hellen Stern getroffen, aber zu klein gemalt habe. Die paar Zweiersterne obendrüber passen zum Foto und Stellarium. Links obendrüber die drei sind in falscher Proportion vorhanden. Ganz oben der auch, irgendwie halt zu weit links. Nur rechts, da fehlt was.
Ich muss ein drittes Mal ran, hoffentlich heute Abend!

Als nächstes war M35 an der Reihe, eine Premiere.
Haaaach, wunderschön. Füllte das ganze Bild bei 30x Vergrößerung und 1,9° Sichtfeld. Ungewohnt viele Sterne auf einem Haufen und alle Zwischenräume mit schwachem Flirren (ganz schwacher Sterne in unglaublicher Anzahl?) gefüllt. Gerade bei Stellarium sehe ich, dass direkt daneben NGC 2158 ist, den es im Karkoschka nicht gibt. Sieht aber auch spannend aus. Hoffentlich auch heute Abend ein Kandidat!

Dann habe ich Alpha und Zeta in den Zwillingen angeschaut, Doppelsterne. Zeta war ein heller und mit gutem Abstand ein dunklerer (60x). Alpha war ein tolles Paradeexemplar finde ich, bei 60x schon getrennt und sooo schön dicht aneinander.

Interessant war dann folgende Beobachtung an M42: Gestern waren trotz etwas mehr Mond als vorgestern mehr Strukturen zu erkennen. Obwohl ich nichtmal großartig an Dunkeladaption gedacht hab bei Doppelsternen und Sternhaufen zuvor.

Und weil endlich mal wieder der Mond über den Dächern stand, habe ich mir den auch mal wieder angeschaut. Das letzte Mal ist wirklich lange her.
Die eine Hälfte war schön wegen all der kleinen Krater nebeneinander, und die andere Hälfte, naja, ich sage mal: "I see faces." Einen Fischmund, oder so. Und zwei weiße Punkte im Nichts, ziemlich cool:



Dann habe ich zusammengepackt, und kaum war ich im Wohnzimmer, machte es in Nachbars Wohnung "Blingggg" und die Flutbeleuchtung war wieder an. Hah! Gerade rechtzeitig den Abschluss vollführt.

Ach, und das ziemlich Beste kommt noch: Beim Stammtisch habe ich von einem magischen (=dunklen) Ort auf der Schwäbischen Alb erfahren, den ich dann nächstes Frühjahr in Begleitung gerne mal ansteuern möchte. Einen konkreten Ort zu kennen, steigert meine Motivation ja schon, das bei wärmeren Temperaturen mal spontan auszuprobieren!

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Standort: Stuttgart Flughafen

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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1426 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  10:36:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,
Zitat:
Ach, und das ziemlich Beste kommt noch: Beim Stammtisch habe ich von einem magischen (=dunklen) Ort auf der Schwäbischen Alb erfahren, den ich dann nächstes Frühjahr in Begleitung gerne mal ansteuern möchte. Einen konkreten Ort zu kennen, steigert meine Motivation ja schon, das bei wärmeren Temperaturen mal spontan auszuprobieren!

Einen besseren Standort als Deinen jetzigen zu finden, dürfte nicht allzu schwierig sein . Ist halt gefährlich - stell Dich darauf ein, dass Du ziemlich schnell außer Mond und Planeten gar nichts mehr vom Garten aus beobachten willst.

Viele Grüße,

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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C.Hay
Senior im Astrotreff


201 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  12:23:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche C.Hay's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Cleo

Einen besseren Standort als Deinen jetzigen zu finden, dürfte nicht allzu schwierig sein . Ist halt gefährlich - stell Dich darauf ein, dass Du ziemlich schnell außer Mond und Planeten gar nichts mehr vom Garten aus beobachten willst.


Doppelsterne und Veränderliche nicht zu vergessen! Das können gute Ersatzdrogen sein, wenn die faint fuzzies absaufen. Dynamisch und farbig.

Schön sind Deine Berichte, Sarah. Gruss, Christopher


Freunde der Nacht - BAfK Beobachteratlas für Kurzentschlossene


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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1426 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  12:46:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Richtig, Christopher. Und Kleinplaneten, die habe ich auch eine ganze Zeitlang vom Garten aus gejagt. Achtung, gelten nur als beobachtet, wenn man die Veränderung der Position an zwei verschiedenen Abenden gesehen hat !

Viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4291 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  13:32:48 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Auch rote und rötliche Kohlenstoffsterne können ein lohnendes Beobachtungsziel sein.
Jetzt im Winter "R Lepus" (Hinds Purpurstern) der im Teleskop orange oder auch deutlich rot ist. Im gleichen Sternbild ist auch Gliese 229, ein roter Zwerg, den ich selbst aber noch nicht beobachtet habe.

RT Ori habe ich in einem intensiven rot gesehen.

Ich habe schon ein paar rote und rötliche Sterne beobachtet. Für mich sind die roten und orangen Sterne immer wieder ein schönes Ziel am Himmel.

Viele Grüße
Gerd

corcaroli.de - Deep Sky und die Beobachtung der Sonne.

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Gesarah
Senior im Astrotreff


238 Beiträge

Erstellt  am: 05.12.2019 :  14:15:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ihr werdet lachen:
Inzwischen weiß ich, in welcher Mondphase wir sind, auswendig.
Und an Abenden wie gestern hallen eure Worte in meinen Ohren: "Sarah, lass die Nebel, der Mond, der Mond .... Nimm stattdessen Doppelsterne, Karbonsterne und Planeten." Okay, die Planeten fallen uhrzeit- und häuserzeilensichtbedingt leider weg (heute Abend geht es aber wieder ins Feld für Saturn und Jupiter).
Einen roten Stern zwischen Orion und Stier sieht man irgendwie immer schon mit bloßem Auge, ich habe ihn noch nicht angesteuert. Es kann eigentlich nur 119 Tau sein, der ist auch noch 4,3 mag hell, also bei mir sichtbar (Yay!).
Lepus ist vom Garten aus leider nicht sichtbar. Direkt unterm Orion kommen die Häuser. Da er nachts auch noch weiter nach Süden wandert, ist aus die Maus. Wird aber zumindest mal notiert, damit ich es weiß.
Heute Abend - so der Himmel es nochmal zulässt - stehen ein drittes mal Weihnachtsbaum und dann wirklich ein paar rote im Programm. Eine lange Liste habe ich im Karkoschka liegen, bestimmt 10 Aufsuchkarten erstellt, wäre heute wohl ein guter Zeitpunkt :)


Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

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