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 Stephans Quintett (oder doch ein Sextett ?)
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Lars73
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt am: 07.11.2019 :  22:16:26 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Abend zusammen,

Stephans Quintett und NGC 7331 liegen ja so dicht beieinander, daß man sie bei Brennweiten bis etwa 1.000 mm gut zusammen in das Bildfeld der ASI1600mmc bekommt.

Die klaren Nächte am 30. und 31.10. waren vom Mond ungestört und so nutzte ich die Gelegenheit für dieses Motiv. Bei der Bearbeitung bekam ich den Eindruck, daß eine getrennte Darstellung der großen Spiralgalaxie und des Quartetts sinnvoll ist. Das Ergebnis zu NGC 7331 inkl. der sie begleitenden Zwerggalaxien ist beim Thema Objekt des Monats November eingestellt.

Während der jetzigen Aufnahmeserien hatte ich noch gar nicht im Sinn, die Daten aus dem ersten Anlauf ein Jahr zuvor zu sichten und für das neue Bild zu verwerten. Dies ergab sich erst bei der Erstellung des Luminanzkanals. Zum Glück hatte ich 2018 den Bildausschnitt fast identisch gewählt. Problematisch war nur, daß die Summenbilder mit dem unangenehmen "walking pattern noise" behaftet sind - mit dem Thema Dithering hatte ich mich damals noch nicht befasst.

Deswegen bin ich bei der Kombination sehr vorsichtig vorgegangen. Nach der Anpassung der Größe - die Brennweite war 2018 etwas anders - und dem Ausrichten habe ich mir für jeden Kanal genau angeschaut, bei welcher Zumischung der 2018er Summenbilder das Rauschen minimal wird. Die Werte waren 45 % (L), 35 % (G) und 25 % (R und B).
Für die Luminanz flossen 103 x 90 s vom 30.10.2019 sowie 133 x 60 s vom 13.10.2018 ein, außerdem die Luminanz der Farbkanäle (gesamt 110 x 90 s) vom 31.10.2019, welche mit 20 % gegenüber der Summe der L-Belichtungen gewichtet wurde.
Die fertigen Farbkanäle enthalten aus 2018 (RGB = 32 / 30 / 29 x 60 s =) 91 min und aus 2019 (40 / 30 / 40 x 60s =) 110 min. Insgesamt sind es knapp 10 Stunden Belichtungszeit.

Für mein erstes LRGB-Galaxienbild ohne Kurzzeitbelichtung und dafür mit Dithering bin ich vom Ergebnis ganz angetan, auch wenn diese schwachen Vertreter für die geringe Öffnung nicht so einfach sind.

Die Auflösung ist hier 75%:


Zu Stephans Quintett ist allenthalben nachzulesen, daß sich die Galaxie NGC 7320 in ca. 35 Mio Lichtjahren Entferung befindet und daher räumlich nicht zu den anderen gehört, die etwa 300 Mio Lichtjahre entfernt sind. Interessant sind zu dieser Frage die Erläuterungen von Peter Riepe zum AdW der 52. Woche 2014 im Nachbarforum:
https://www.astronomie.de/neuigkeiten//52-woche-ngc7331-stephans-quintett-und-hintergrundgalaxien/

Er verweist auf neuere Messungen der Rotverschiebung von NGC 7320. Zitat:
"In einer Publikation von Woods D.F., Geller M. und Barton E.J. (2006) wurden für 345 Galaxien in Paaren die Rotverschiebungen gemessen. Und wie in der Datenbank SIMBAD zu lesen, wurden für NGC 7320 jetzt 5779 km/s gemessen. Damit steht diese Galaxie nun doch in Stephans Quintett! "

Zwischenzeitlich wurde ja das Quintett mit NGC 7320 C "aufgefüllt", damit es weiterhin fünf Galaxien sind. Mit NGC 7320 wäre es nun ein Sextett.

Gruß Lars Stephan

www.sternwarte-usedom.de
https://www.astrobin.com/users/LarsSt/

Bearbeitet von: Lars73 am: 07.11.2019 22:43:29 Uhr

Reinhard Fu
Mitglied im Astrotreff

Österreich
38 Beiträge

Erstellt  am: 08.11.2019 :  14:25:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Reinhard Fu's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Lars

An dieses anspruchsvolle Ziel habe ich mich bis jetzt noch nicht herangetraut.
Mir gefällt das Ergebnis recht gut und auch die Gezeitenschweife kommen schön zur Geltung.
Die Info rundet das Ganze noch ab - gefällt mir!

cs wünscht

Reinhard

Bearbeitet von: am:
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Starlightfriend
Meister im Astrotreff


473 Beiträge

Erstellt  am: 09.11.2019 :  08:32:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Starlightfriend's Homepage  Antwort mit Zitat
Moin Lars,

ja, es macht Sinn alte Daten ggf. wiederzuverwenden, wenn sich die Gelegenheit bietet... Mit Deiner Brennweite hast Die da ein schönes Ergebnis erzielt. Stephans Quintett ist ja eher etwas für lange Brennweiten, dennoch sind da schon ein paar Details erkennbar, und darauf kommt es an. Die Aufnahme ist auch schon tief, ein paar kleine Galaxien befinden sich im Hintergrund. Auch die Farben kommen gut rüber, auffällig ist das Blau von NGC 7320, wie es sein soll.

CS
Peter

Clear Skies
Peter

https://www.pixlimit.com

ASI294MC pro
C11 RASA F/2.2
Skywatcher NEQ6

Bearbeitet von: am:
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Lars73
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt  am: 10.11.2019 :  17:08:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Reinhard, hallo Peter, vielen Dank für eure Kommentare!

Wie schon bei NGC7331 habe ich mir das Luminanzbild nochmal gesondert vorgenommen. Die Gezeitenschweife auf der östlichen Seite und der diffuse Verlauf nach Westen hin sind darin etwas besser darzustellen. Mit dem CDS-Portal ließ sich die Grenzgröße auf mindestens 21,5 mag bestimmen, d.h. Sterne dieser g-Helligkeit sind noch sicher erkennbar:




Eine Ergänzung zu NGC7320:
Schon beim AdW der 45. Woche 2008 wurden Hinweise auf den Gezeitenschweif dieser Galaxie erwähnt, aber noch ein Aufenthalt der Galaxie im Vordergrund angenommen, da ansonsten darin mit dem HST keine Einzelsterne hätten beobachtet werden können:

https://www.astronomie.de/neuigkeiten//45-woche-stephans-quintett-komplizierter-als-vermutet/

Eine neuere aufschlussreiche Aufnahme mit dem kanadisch-französischen 3,6 m - Teleskop auf Hawai hat D. Fischer im Januar 2018 hier vorgestellt:

https://abenteuer-astronomie.de/quintett-und-co-wenn-es-auch-neben-galaxien-glimmt/

(Link zur Originalarbeit: https://arxiv.org/pdf/1712.07145.pdf)

Das Bild vermittelt m.E. überzeugend den Eindruck, daß NGC7320 in das dynamische Geschehen eingebunden ist - der Gezeitenschweif verläuft in Richtung NGC 7320c. Gleichwohl wird der Zusammenhang in dieser Arbeit nicht hergestellt, da von einer viel geringeren Entfernung ausgegangen wird.

Gruß Lars

www.sternwarte-usedom.de
https://www.astrobin.com/users/LarsSt/

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