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 Rotverschiebung und Plancksches Wirkungsquantum
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Seite: von 3

HektoPascal
Senior im Astrotreff

Deutschland
133 Beiträge

Erstellt am: 10.10.2019 :  21:54:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

wir haben uns heute in der Mittagspause aus irgendeinem grund, der mir nicht mehr einfällt ;D, über die expansion des Weltalls und der Rotverschiebung unterhalten.

Dabei ist folgende Frage bzgl. der Rotverschiebung aufgekommen die wir uns nicht beantworten konnten. Vll. kann mir ja hier einer eine Antwort dazu geben.

Über das Plancksche Wirkungsquantum erhält man die Energie eines Photons.

E=h*f

Die Energie eines Photons ist somit proportional zur Frequenz.

Jetzt wird ein Photon aus einer weit entfernten Galaxie ausgesendet. Dieses Photon hat eine bestimmte Wellenlänge bzw. Frequenz und somit eine über das Plancksches Wirkungsquantum definierte Energie.

Durch die Expansion des Weltalls kommt es auf dem weiten Weg zur Rotverschiebung. Das Photon besitzt also jetzt eine kleinere Frequenz und somit nach Planck auch eine kleinere Energie.

Wo ist diese Energie hin? Nach dem Energieerhaltungssatz müsste die Energie gleich bleiben?

Wahrscheinlich gibt es eine ganz einfache Lösung dafür? Ich bin gespannt. Wir konnten uns das jedenfalls nicht erklären.

Viele Grüße Pascal

Bearbeitet von: am:

Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10197 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2019 :  22:27:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Pascal,
das ist Arbeit, die das Photon an der kosmischen Expansion leistet. Die Energieerhaltung gilt bei genauer Betrachtung nur für abgeschlossene Systeme. Ein expandierendes Universum ist so gesehen nicht abgeschlossen, man kann Arbeit an ihm verrichten.

Die Expansionsrate ist deshalb auch nicht konstant. Es wird ja nicht nur von Photonen per Rotverschiebung Arbeit geleistet, sondern auch gegen die Gravitation der vorhandenen Massen/Energien (sofern sie aufeinander einwirken/sich sehen). Ist, als ob du eine Hantel anhebst; kostet auch Arbeit, die wieder frei wird, wenn du sie fallen lässt.

Man verfolgte früher die These, ob die Arbeit, welche in die kosmische Expansion gesteckt wird, ausreicht für eine ewige Expansion oder eine die sich asymtotisch gegen null bewegende Expansion oder ob das Universum am Ende wieder kontrahiert. Dann kamen aber Beobachtungen, die keiner dieser Linien folgte. Die Expansion verläuft in jüngerer Zeit schneller als nach diesen drei Varianten überhaupt vorstellbar ist. Man spricht seitdem von "beschleunigter Expansion" und erfand die "Dunkle Energie" als treibende Kraft. Diese "Dunkle Energie" scheint umso stärker, je größer das Universum ist; eine Art "negativer Druck".

Im Grunde nicht viel anders wie ein Dampfkolben einer Dampflok, wo der Dampf im Zylinder an Druck und Temperatur verliert und dabei den Kolben rausdrückt. Da vergrößert sich das Volumen des Zylinders, der selbst deshalb kein abgeschlossenes System ist. Allerdings kennt man da keinen negativen Druck, der umso größer ist, je mehr Volumen im Zylinder vorhanden ist.

Die kosmische Rotverschiebung kann man übrigens auch einfach kosmische Abkühlung nennen. Und das wird auch getan, wenn man die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung mit etwa 2,7 Kelvin angibt und davon ausgeht, dass sie ursprünglich mal bei ~3000 Kelvin lag. Das funktioniert deshalb so gut, weil die Strahlungs-/Frequenzverteilung ziemlich genau dem Muster einer thermischen Strahlungsquelle entspricht. (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_K%C3%B6rper)

Kalle - Alles wird gut !
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Bearbeitet von: Kalle66 am: 10.10.2019 22:50:01 Uhr
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Gesarah
Senior im Astrotreff


135 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  07:38:29 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Oh spannend, die erste Antwort! Ich habe das Thema neugierig beobachtet.
Kalle, deine Erklärung kann ich gut nachvollziehen, die Fakten zum Universum kannte ich so schon und du schlägst eine schlüssige Brücke für mich, wie diese Eigenschaften miteinander zusammenhängen.

Genau so spannend finde ich gerade diesen Beitrag über eine Wissenschaftlerin, die allerdings der Meinung ist, dass das einzelne Photon keine Energie verliert: http://www.schattenblick.net/infopool/natur/physik/npast132.html
Ihrer Erklärung kann ich leider gerade nicht folgen, ich versuche bei Google mal, noch mehr darüber herauszufinden.
LG
Sarah

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

Bearbeitet von: am:
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dkracht
Meister im Astrotreff

Deutschland
251 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  20:02:12 Uhr  Profil anzeigen  Besuche dkracht's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Pascal,
die Fragestellung nach der Energie eines Photons ist ja nicht so einfach.
Die Formel von Herrn Planck E = h * ny hat er im Zusammenhang mit der Strahlung eines schwarzen Körpers formuliert.
Gilt diese Formel unverändert auch für Photonen irgendwo in den Tiefen des Universums? Wie messe ich die Frequenz ny? In welchem Bezugssystem messe ich die Frequenz?
Ist diese Formel invariant für alle Inertialsysteme (Bezugssysteme)?
Die Frequenz einer elektromagnetischen Strahlung ny (oder f) ist ja Anzahl Schwingungen pro Sekunde - die Zeit (die Sekunden) vergehen aber in verschiedenen Bezugssystem unterschiedlich schnell.
Die Lichtgeschwindigkeit c ist ja eine Naturkonstante, aber Frequenz = c / Wellenlänge und Längenmessung und Zeitmessung unterliegen der Relativitätstheorie, soll heissen, sind in jedem Bezugssystem unterschiedlich.
Das muss man wohl ein bisschen genauer auseinandernehmen...
Clear Skies
Dietrich

Skywatcher HEQ5 Pro, Orion ED 80/600, Canon EOS 600D APS-C, Zeiss Jena Sonnar f/4 f=300mm, Takumar 135mm, Olympus 50mm, Sigma 24mm

Bearbeitet von: am:
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1072 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  21:16:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Pascal,

eine interessante Frage, klingt erstmal paradox, doch im Grunde ist es gar nicht eine speziell astronomische Frage und um sie zu beantworten muss man auch nicht auf die Expansion des Weltalls und ähnliche Dinge eingehen.

Eine Rotverschiebung - und man könnte denken daher auch einen Energieverlust - beobachtet man auch auf der Erde, wenn sich eine Lichtquelle von dem Beobachter weg bewegt. Doch die Energiehaltung ist eine Folge der Relativitätstheorie: Wenn man die Gesamtenergie des Emitters und des Photons betrachtet ist sie erhalten. Nimmt man als Emitter z.B. ein Atom das sich vom Beobachter weg bewegt, dann erfährt es bei der Emission des Photons einen Rückstoß und wenn man die Rückstoßenergie korrekt relativistisch berechnet, dann ist die Gesamtenergie als Summe der Energie des Photons (die kleiner ist als bei der Emission eines ruhenden Atoms) und der kinetischen Energie des bewegten Atoms die gleiche, wie die entsprechende Summe bei einem zum Beobachter ruhenden Atom und nicht rotverschobenen Photon.

Beste Grüße


Thomas

Bearbeitet von: am:
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CloeterianusMaximus
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
89 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  21:26:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß´ Dich, Pascal!

Schätze, Ihr seid da einem kleinen Denkfehler aufgesessen. Wie ich herauslese, geht Ihr von einer Variabilität des Photons in Bezug auf Frequenz und energetische Dichte aus, d.h. z.B. eine Änderung auf ein niedrigeres energetisches Niveau und Frequenzänderung Richtung Langwellig (Rot!) ist innerhalb der Definition des Photons möglich.

Das stimmt aber so nicht!

Diese Dinger sind ausgesprochen unflexibel. Sie werden definiert durch das jeweils geringstmögliche energetische Potenzial in Bezug auf eine bestimmte Frequenz und existieren auch nur innerhalb ihrer definierten "Bandbreite".

Salopp gesagt: Wenn Ihr nach baffzig Lichtjahren nur noch quietschrote Photonen seht, dann haben es die höherfrequenten Kollegen als solche halt auf Ihrer langen Reise durch Gravitation,elektromagnetische Wellen und sonstiges stellares Trallala einfach nicht überstanden!

Verreckta Composta Maxima quasi...


Beste Grüße
Markus

PS: Syntaxkorrektur!


Two Beer or not Two Beer... THIS is here the Question !

Bearbeitet von: CloeterianusMaximus am: 11.10.2019 23:11:23 Uhr
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Starbiker
Senior im Astrotreff

Deutschland
104 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  21:33:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
auch nicht ganz richtig, Markus. Hätten die blassfrequenten Photonen es auf ihrem kosmischen Hindernislauf geschafft, wären sie vor Anstrengung auch errötet!
Gruß
Udo

Dobson 10" Orion, Selbstbau Dobson 16" mit Spiegel von Astroreflekt

Bearbeitet von: am:
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CloeterianusMaximus
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
89 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  21:46:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Jetzt hast Du mich erwischt, Udo!

Hatte nach langer Uni-Abstinenz den Lauch/Looser/Blutdruck Faktor nicht mehr auf dem Schirm...

Schande über mich und meine Nachkommen! Werde der Sache stantepede ein Ende setzen und mich hintern Zug hängen...


VG Markus


Two Beer or not Two Beer... THIS is here the Question !

Bearbeitet von: CloeterianusMaximus am: 11.10.2019 21:48:02 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10197 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2019 :  22:54:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,
Photonen werden gemäß physikalischer Gesetze emittiert. Ob thermisch (Glühen) oder per Emission eindeutiger Linien von Wasserstoff und Co ist dabei fast egal. Linien haben den Vorteil, dass man per Spektralanalyse die besser messen kann. Die Hubble-Rotverschiebung (Frequenzänderung) tritt nicht bei der Emission auf und ist auch kein Dopplereffekt. Nach herrschender Lehre werden da auch keine unliebsamen Photonen aussortiert. Dann würde z.B. von einer Wasserstofflinie nicht viel übrig bleiben, da alle praktisch die gleiche Frequenz haben, wenn sie emittiert werden. So gesehen ein einfacher Test, die so eine These ausschließen kann: Man schaue sich das Spektrum an.

Die Hubble-Rotverschiebung hat folgende Ursache:
Die Photonen dehnen ihre Wellenlänge beim Durchfliegen des expandierenden Raums. Sprich die Wellenlänge expandiert mit dank Wellennatur des Lichts. Das ist die Besonderheit der Hubble-Rotverschiebung und ergibt auch mathematisch andere Werte als z.B. der Dopplereffekt. Die Emissionsquelle ruht dabei im Raum, so wie wir als Empfänger ebenfalls im Raum ruhen.

Minimale Eigenbewegungen spielen bei den Rotverschiebungsfaktoren weit entfernter Objekte (über kosmische Distanzen) praktisch keine Rolle, deshalb schreibe ich "ruhen". Sie sind um Größenordnungen kleiner. Die sind nur relevant in nächster Umgebung - sprich in einer Galaxis oder Galaxiengruppe etc. und zeigen, dass diese Systeme noch gravitativ aneinander gebunden sind, sich also um ihren Schwerpunkt umkreisen. Wären die Eigenbewegungen größer, würden diese Gebilde glatt auseinander fliegen.

Aus den Rotverschiebungsfaktoren kann man dann Fluchtbewegungen errechnen, nur dass sich der Expansionstheorie zufolge nichts im Raum bewegt (im Sinne einer Geschwindigkeit, die man via Relavtivitätstheorie berechnet). Über Helligkeitsvergleiche bestimmter astronomischer Ereignisse, speziell Supernovae vom Typ 1A, kann man zudem Entfernungen bestimmen/abschätzen. So ergibt sich ein Datensatz aus Entfernung/Rotverschiebungsfaktor, der aufzeigt, dass je weiter etwas entfernt ist, desto mehr rotverschoben ist es. Die Funktion ist nicht linear, weil die Expansion über die Zeit (seit dem Urknall) zunächst immer langsamer wurde (umgangssprachlich an Schwung verlor). Lange Entfernungen sind ja immer auch in Blick in die Vergangenheit. Allerdings verliert die Expansion weit weniger Schwung, als ursprünglich angedacht wurde. Und so kam man auf die "Dunkle Energie" als beschleunigenden Faktor. Wie es weiter geht wird dann die Physikforschung zeigen ...

Das Problem mit der Gravitation ist, dass man damit die kosmischen Strukturen der Materie inkl. "Dunkle Materie" erklären können muss. Die Massen verteilen sich ähnlich einem 3D-Netzgebilde, mit großen Zwischenräumen (Voids), in denen die Materiedichte noch mal um Größenordnungen kleiner ist, wie zwischen Milchstraße und Andromeda. Das sind Überlegungen, die zum Feintuning des Urknalls und der ersten Zeit danach führen (z.B. Inflationsphase). Die gleiche "Dunkle Materie" passt auch ganz brauchbar zu den Rotationsgeschwindigkeiten von Galaxien. Also zwei völlig unterschiedliche physikalische Effekte, die damit erklärt werden.

Über die kosmische Strukturbildung wiederum forscht man weiter, wie man damit die Galaxienentstehung erklären kann, warum praktisch alle großen Galaxien ein Supermassives SL haben usw.. Ob zuerst Galaxien entstanden in denen Sonnen entstanden oder ob vielleicht zuerst einzelne Sonnen entstanden unabhängig von Galaxien usw. Andere forschen, ob man die Gravitationslehre insb. in der Fernwirkung modifizieren kann, so dass man ohne "Dunkle Materie" auskommt (MOND-Theorie = Modifizierte Newtonsche Dynamik).

Und klar ... so eine Theorie würde keine 24h überleben, wenn bekannte Erhaltungssätze wie Impuls-, Drehimpuls- oder Energieerhaltung nicht gewahrt würden. Dazu sind diese Erhaltungsgrößen zu oft bestätigt worden. Ganz zu schweigen, dass man dann im Beliebigen endet ..."Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt".

Kalle - Alles wird gut !
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Bearbeitet von: Kalle66 am: 11.10.2019 22:57:45 Uhr
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CloeterianusMaximus
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
89 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  00:27:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß´ Dich, Kalle!

Zitat:
Die Hubble-Rotverschiebung hat folgende Ursache:
Die Photonen dehnen ihre Wellenlänge beim Durchfliegen des expandierenden Raums. Sprich die Wellenlänge expandiert mit dank Wellennatur des Lichts. Das ist die Besonderheit der Hubble-Rotverschiebung und ergibt auch mathematisch andere Werte als z.B. der Dopplereffekt. Die Emissionsquelle ruht dabei im Raum, so wie wir als Empfänger ebenfalls im Raum ruhen.


Sorry, aber da denkst Du m.E. nach nicht weit genug.

Natürlich ändern hochfrequente Photonen beim Durchfliegen eines expandierenden Raumes durch "Zwang" von aussen ihre Wellenlänge.

Allerdings ist dies kein temporärer oder gar evolutionärer Effekt, sondern führt durch die Instabilisierung des Energieniveau/Frequenz-Gleichgewichtes zur Vernichtung des Photons in seiner ursprünglichen Energie/Frequenz-Struktur.

Und das bis hin zu einem Maß der Expansion des Raumes, welches keinerlei Einfluss mehr hat auf die Frequenz des durchquerenden Photons ab einen gewissen Schwellenwert.

Und aus diesem Schwellenwert der unbeeinflussten Eigenfrequenz des durchsausenden Photons erklärt sich z.B. auch selbstredend die von Dir angeführte Hubble-Verschiebung!

Ergo: In Ihrer ursprünglichen Form schaffen es die eher chilligen, lahmarschigen, niederfrequenten Photonen, an ihr weitgestecktes Ziel zu kommen, ohne das ihnen der expandierende Raum über Gebühr auf den Sack geht, wohingehend die hochfrequenten "Rennpferde" sich in irgendeiner anderen Form um ihren "energetischen Verbleib" zu kümmern haben!

Tja, thats the way it is!

Beste Grüße und CS!
Markus


Two Beer or not Two Beer... THIS is here the Question !

Bearbeitet von: am:
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1072 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  08:07:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Pascal, und alle die hier mitlesen...

ich versuchen nochmal klar zu stellen:

Wie gesagt, die Frage zur Energieerhaltung bei der Rotverschiebung und das oben skizzierte Paradox ist gar nicht eine speziell astronomische Frage. Eine Rotverschiebung kann durch einen Dopplereffekt (siehe oben), aber auch durch ein Gravitationsfeld verursacht werden.

Beides lässt im Rahmen der Relativitätstheorie und im Einklang mit Energiehaltung – erklären. Beim Dopplereffekt muss man die Energieänderung des Emitters des Lichtes relativistisch korrekt berücksichtigen (siehe oben). Im zweiten Fall, wenn das Licht auf dem Weg zum Beobachter ein starkes Gravitationsfeld durchläuft, ist der Vorgang ganz analog zu einem Ball, der auf der Erde nach oben geworfen wird, er verliert Energie. Beide Aspekte der Rot/Blauverschiebung sind durch Laborexperimente auf der Erde extrem gut abgesichert und sehr gut verstanden. Meinungen wie in Kalle's Rundumschlag die nach Wiki-Texten klingen, dass die kosmologische Rotverschiebung etwas ganz anderes sei, da bin ich äußerst skeptisch, das halte für ein reines Interpretations – oder eher ein sprachliches Problem:

Wo ist der Unterschied, zwischen „das Universum dehnt sich kontinuierlich aus, der Raum expandiert (wie ein Luftballon) und die Galaxien (als Punkte auf der Oberfläche des Luftballons) befinden sich dort in Ruhe“ (aber de facto von außen betrachtet nimmt ihr Abstand natürlich zu) zu dem Bild ohne Luftballon, wo ich nur sehe, dass der Abstand der Galaxien mit der Zeit größer wird, was bedeutet, sie bewegen sich zu einander, d.h. sie unterscheiden sich in beiden Fällen in ihrer Geschwindigkeit (also Dopplereffekt...)? Wer meint, dass sei keine Frage der Interpretation oder der Sprache, der müsste ein Experiment vorschlagen wie man die beiden Modelle unterscheiden kann!

Deshalb nochmal, der Schlüssel zum Verständnis des scheinbaren Paradox liegt in der Relativitätstheorie. Im Falle des Dopplereffektes kann man sich dies auch sofort plausibel machen: Wenn die Lichtgeschwindigkeit gegen unendlich geht, d.h. relativische Effekte gegen null gehen, gibt es keine Rotverschiebung und auch kein Paradox.

Beste Grüße

Thomas

Bearbeitet von: am:
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17196 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  10:45:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Markus,
Zitat:
In Ihrer ursprünglichen Form schaffen es die eher chilligen, lahmarschigen, niederfrequenten Photonen, an ihr weitgestecktes Ziel zu kommen, ohne das ihnen der expandierende Raum über Gebühr auf den Sack geht, wohingehend die hochfrequenten "Rennpferde" sich in irgendeiner anderen Form um ihren "energetischen Verbleib" zu kümmern haben
Da hast du den Satz von Kalle nicht verstanden. Wenn deine Aussage stimmen würde, dürften die Spektren der weit entfernten Objekte nur die "chilligen, lahmarschigen, niederfrequenten" Lichtanteile enhalten. Und das ist halt nicht der Fall, das komplette Spektrum ist rotverschoben.
Zitat:
Ob thermisch (Glühen) oder per Emission eindeutiger Linien von Wasserstoff und Co ist dabei fast egal. Linien haben den Vorteil, dass man per Spektralanalyse die besser messen kann.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: stefan-h am: 12.10.2019 10:45:44 Uhr
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CloeterianusMaximus
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
89 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  14:05:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß´ Dich, Stefan!

Zitat:
Original erstellt von: stefan-h

Hallo Markus,
Zitat:
In Ihrer ursprünglichen Form schaffen es die eher chilligen, lahmarschigen, niederfrequenten Photonen, an ihr weitgestecktes Ziel zu kommen, ohne das ihnen der expandierende Raum über Gebühr auf den Sack geht, wohingehend die hochfrequenten "Rennpferde" sich in irgendeiner anderen Form um ihren "energetischen Verbleib" zu kümmern haben
Da hast du den Satz von Kalle nicht verstanden. Wenn deine Aussage stimmen würde, dürften die Spektren der weit entfernten Objekte nur die "chilligen, lahmarschigen, niederfrequenten" Lichtanteile enhalten. Und das ist halt nicht der Fall, das komplette Spektrum ist rotverschoben.


Da hast Du heute morgen beim Lesen wohl Deinen ersten Kaffee noch nicht genossen. Das halte ich Dir zumindest zugute, denn anders ist die Schwarz-Weiß-Intepretation meiner Worte durch Dich kaum nachvollziehbar.
Im einzelen: Nirgendwo habe ich erwähnt, das NUR die langwelligen Photonen ankommen und ALLE eher kurzwelligen unterwegs zu einer neuen Stufe des Seins finden!

Zur Causa "Rotverschiebung": Dir ist schon klar, das dieser Begriff lediglich einen dezenten Überhang langwelliger Strahlung gegenüber einem exakt definierten Ursprungsspektrum (z.B. junge Sonne bei der Wasserstoff-Fusion) beinhaltet ?

Oder anders: Da sich Strahlungen vom Ursprungsort einer Strahlungsquelle zumindest dreidimensionel im Raum ausbreitet, liegt es auf der Hand, das lange nicht alle auf Ihrem Weg in den Bereich stellarer "Störfelder" kommen, welche ihren aktuellen Status ändern könnten.

Oder etwas griffiger: Das quantitative Ungleichgewicht sowohl der roten, chilligen Lahmärsche als auch der blauen, kurtzatmigen Rennpferde im Reich der Photonen gegenüber dem definierten Ursprungsspektrum ist eher homöopatischer Natur, aber messbar!

So, und für den Fall, das Du Deinen Kaffee immer noch nicht intus hast, habe ich Dir zuliebe auch extra langsam getippt!

Beste Grüße und CS
Markus


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Bearbeitet von: CloeterianusMaximus am: 12.10.2019 14:23:12 Uhr
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Kalle66
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10197 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  19:15:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Thomas,
vielleicht hilft Dir dieser Handout weiter ...
https://www.physik.uni-bielefeld.de/~yorks/pro13/lietz.pdf

Kalle - Alles wird gut !
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Bearbeitet von: am:
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CloeterianusMaximus
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
89 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  22:03:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß´ Euch!

Kleiner Nachtrag:
Habe mir vor Urzeiten (so etwa 2007) beim Max-Plank-Institut für Radioastronomie mal den quasi Vorläufer des anhängenden Tutorials besorgt, um meinen beiden Zwergen (damals 7 und 8 Jahre) edukativ die Komplexität des Universums näherzubringen (unter vielem anderen natürlich, ist klar...).

Dieses war recht informativ und unterhaltsam. Die Jungs haben es auf Anhieb geschnallt,fanden es prima und es machte ihnen Lust auf wesemtlich mehr!

Und deren alter Sack war davon verständlicherweise mächtig begeistert!

Insofern halte ich es für nicht ganz dumm, Euch das folgende nicht vorzuenthalten:
https://www.mpifr-bonn.mpg.de/364580/anna_adamek

Klar, ich weiß natürlich, das dieses eher die Basic´s für "wirklich Wissen wollende" sind und nicht für diese Typen, welche sich aufgrund irgendwelcher "Tralala-Inputs" profilieren möchten, mhhh...

So, whatever, macht was draus...

Beste Grüße
Markus


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Kalle66
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10197 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2019 :  00:19:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Markus,
lass dir das mit der Rotverschiebung von Deinen Kiddies erklären. Offensichtlich hast du Deinen Link selbst noch nicht gelesen/verstanden. Mit Deiner Pferdchen-Physik kann ich nichts anfangen. Das wäre eher was für ein Eculeologie-Forum.

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