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Seite: von 4

stardust3
Altmeister im Astrotreff


3228 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2019 :  23:17:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

versuche das Spiel mal mit Mizar und Alkor im gr. Wagen. Dort sind die Richtungen durchs Okular und real (Fernglas nehmen) sehr einfach zu interpretieren. Das Dumme ist halt der OAZ ist am Teleskop im 45 Grad Winkel angebracht zur Horizontalen (Wenn der Tubus horizontal ist. Der schräge Fangspiegel ebenso. Es ist wahnsinnig schwer das im Kopf zurecht zu drehen. Am besten man schaut sich das Ganza anhand einer guten Referenz an. Bei Karten ist die Basis immer parallel zu den "Breitenkreisen" der Himmelskoordinaten. Diese sind aber nur nach Süden hin = waagerecht. Nach Norosten, Nordwesten usw. laufen die Breitengrade (R.A.) leider im beliebigen Winkel.
Das macht es halt schwerer. Was sehr gut hilft ist z.B sich in Stellarium die Koordinatennetze einzublenden. Einmal die Himmelskoordinaten (90 Grad beim Polarstern, etwa 45 Grad geneigt im Norden). Dann die Azimutalen Koordinaten (90 Grad im Zenit). Dein Teleskop läuft nach den Azimutalen. Die Karten sind nach den Himmelskoordinaten gezeichnet.

Man muss einfach probieren, probieren. Und sich klar machen: durch das Okular ist es noch mal 180 Grad gedreht. Irgendwann fällt der Groschen. Im Zenit und zwischen Zenit und Polarstern ist es besonders tricky, da alles auf dem Kopf steht, von alleine. Sehr gut zu beobachten im Frühling an dem großen Wagen. Da halte ich die Karte dann "richtig rum" weil der Bär selbst um 180 grad gedreht ist ;-)...

Ist schon ne Nuss. Habt ihr ein Planetarium in Stuttgart?

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 11.08.2019 23:19:46 Uhr
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Gesarah
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2019 :  17:00:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hey Walter,

au wei, jetzt klingt es ja richtig kompliziert, ich dachte, es sei damit erledigt, dass das Bild um 180° gedreht ist (und zwar nicht gespiegelt, das musste ich mir auch erstmal klarmachen...) Stellarium habe ich mir heruntergeladen und das Koordinatennetz anzeigen lassen. Ich sehe schon, was du meinst, wie das Netz durch die Himmelswölbung "verzerrt" ist. Dazu sagt ja der Karkoschka zum Beispiel, dass die vergrößerten Ausschnittsbilder praktisch verzerrungsfrei sind. Klar, die zeigen ja auch einen sehr kleinen Ausschnitt, aber wenigstens muss man da nicht auch noch zusätzlich umdenken. Auf der größeren Ebene war genau das letztes Mal meine Schwierigkeit, dass auf Papier "links oben" mit sagen wir 45°-Winkel am Himmel dann aber nicht so funktioniert, sondern eben irgendwie diese Wölbung mit eingeplant werden muss. Das ist aber auch alles spannend, ich freue mich schon auf den Abend, an dem ich triumphierend auf dem Rasen sitze und es zum ersten Mal hinbekommen habe.
Jetzt lerne ich erstmal, meinem Sehzentrum beizubringen, ein Kopfüber-Bild mit einem Bild im Buch abzugleichen :D

Ein Planetarium haben wir irgendwo Richtung Stadtzentrum, ja. Spielst du auf die Nachthimmel-Projektion ab, die man sich da ansehen kann?

LG
Sarah

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3228 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2019 :  20:44:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

die Wölbung kommt dadurch, daß eine Innen-Halbkugel auf einem Flachbildschirm dargestellt werden soll und dann auch noch über 60 Grad Feld oder so. Da wölbt es sich schon enorm. Nein, mir ging es um die unterschiedlichen Koordinatennetze. Bei mir: ein mal "Äquatorial" das ist das blaue Netz. Nach dem sind die Karten aufgebaut.
Und zum anderen das "Azimutale", orange bei mir. Danach läuft Dein Dobson, denn er ist ja azimutal montiert.

Im Planetarium wird das alles anschaulicher, vor allem bei der schnellen Simulation einer Nacht und der Bildschirm ist eine Kuppel und nicht flach.

Geht auch mit Stellarium die Schnellsimulation (die Fast Forward Taste teils mehrmals clicken).

Die Praxis ist ja eher so. Du peilst mit dem Lichtpunktsucher durch ein "Visier" das wie auch immer schräg/gerade stehende Sternbild an, dort irgend einen hellen Stern. Der steht dann im Okular. Jetzt ist die Aufgabe herauszufinden wo geht es mit der R.A. entlang. Um die Karte danach vor Dir, quasi vor dem Okular auszurichten. Auf dem Tisch, nahe des Suchokulars (das 28mm). Das ist einfach, denn der Stern bewegt sich sichtbar. Genau entlang der R.A Linie (blaues Netz). Genau so richtest Du die Suchkarte mit dem Star-Hop Sternenpfad ein. Du hattest da ja ein Bild. eine Seite davor. Star Hüpfen machst Du ja im Okular - also 180 Grad verdreht.
Will sagen, das schräg ausgerichtete Buch/Karte musst Du jetzt um 180 Grad drehen. Jetzt erst vom Anfangsstern los hüpfen ;-).

Wie gesagt, trainiere an Alkor und Mizar, dem Reitersternchen am großen Bären, wenn Du gute Sicht auf ihn hast. Das wäre die Seite N10 im Karkoschka, der Ausschnitt mit M101, aber für das Training ist nur der Stern zeta (hell und doppelt) und 80(schwächer) von Belang. Bei M101 hast Du keine Chance fürchte ich, Stuttgart scheint zu hell.

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 12.08.2019 20:47:51 Uhr
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jochB
Meister im Astrotreff

Österreich
596 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2019 :  20:47:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

wie Walter schreibt probiere, probieren. Und mach dir nicht so viele gedanken was jetzt wo und wie ist. Gehe raus schau dir den Himmel an und drehe die Sternkarte so das sie zum Himmel passt. Meiner Meinung ist ein Dobson sehr intuitiv zu betreiben. Such dir einen mit freiem Auge sichtbaren Stern in unmitelbarer nähe von dem Objekt das du ansehen willst und suche dann in der Richtung wo sich das Objekt befinden soll. Ist es rechts davon schwenke das Teleskop nach rechts, ist es unten dann nach unten. Wenn du glaubst, du bist an der richtigen Stelle suche die Gegend mit dem Auge am Okular ab. Viele Objekte sind alleine beim drüberschwenken erkennbar und kein Starhop erforderlich. Zumindest mach ich das immer so. Finde ich nichts, wird natürlich eine genauere Sternkarte bemüht. Und entsprechend dem Bild durchs Teleskop abgeglichen und von Stern zu Stern an die richtige Stelle navigiert.

Wenn ich den Post von Walter lese frage ich mich wie ich bis jetzt überhaupt etwas am Himmel gefunden habe.

Walter nicht falsch verstehen, das was du schreibst stimmt schon alles aber verwirre doch die Sarah nicht so .

schöne Grüße,
Bernhard

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3228 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2019 :  20:49:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
OK ;-), bin selbst verwirrt ....

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: am:
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Gesarah
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2019 :  21:38:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Verwirrung, Klarheit, irgendwo dazwischen ich. Nee, Spaß, im Prinzip verstehe ich es, ohne die praktische Übung verzettelt man sich aber irgendwann.
Ach, deshalb hat mein Dobson eine Azimut-Skala an der Seite. Deren Nutzen erkenne ich zwar trotzdem nicht so recht, wo doch die Koordinaten in RA und Dekl. angegeben sind, aber dann blende ich mir dieses Koordinatennetz in Stellarium auch noch mit ein.

Ich probiere das mit Mizar und Alkor mal aus, wenn ich freie Sicht habe, dann bin ich sicher wieder einen Schritt weiter. Immerhin ist kn meinem Kopf das Geheimnis um Okularansicht und Kartenansicht gelüftet :)

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3228 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2019 :  09:38:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Ach, deshalb hat mein Dobson eine Azimut-Skala an der Seite. Deren Nutzen erkenne ich zwar trotzdem nicht so recht, wo doch die Koordinaten in RA und Dekl. angegeben sind, aber dann blende ich mir dieses Koordinatennetz in Stellarium auch noch mit ein.



Hallo Sarah,

das ging wahrscheinlich unter in der wirren Erklärung . Ich wollte Dir mit diesen beiden Koordinantennetzen nur zeigen, daß für viele Fälle gilt:

Wenn Du den Dobson nur um seinen Drehteller (horizontal) schubst/drehst, dann kannst Du Dich auf der Karte trotzdem schräg bewegen und nicht parallel zur Kartenkante. Oder beim reinen Hochschwenk geht es nicht immer sauber auf der Karte senkrecht hoch.

Letzteres stimmt nur überein, wenn du Objekte Richtung Etwa-Süden oder Etwa-Norden suchst.

Aber vielleicht mach ich mir zu sehr einen Kopf, weil Dobsonauten (ich selbst habe ein parallaktisch aufgehängtes Teleskop, die Schwenkachsen stimmen immer mit dem blauen Koordinatensystem überein und damit mit jeder astronomischen Karte.) anders vorgehen:

Also mit Peiler sofort auf die Zielregion anhand Referenzsternen grob peilen. Dann ans 2" Übersichtsokular und dann vorsichtig hin und her rumrühren. Das klappt ganz gut bei großen Objekten die im Übersichtsokular schon flächig sind und hell. In anderen Fällen (etwas kniffligere Deepsky Objekte, oder Neptun und Uranus braucht man aber Star Hop und dann muss man die Geometrien verstehen.

Ist übrigens eine schöne Suchaufgabe für Dich im Herbst: Neptun und Uranus. Fang mit dem Uranus an. Mit dem Neptun beißt man sich etwas die Zähne aus .

Hier schon mal eine sehr gute Schweizer Seite zum Auffinden:
http://www.astronomie-basel.ch/
dann tiefer
http://www.astronomie-basel.ch/almanach.html
ganz unten die Karten zum Suchen und Finden von Uranus und Neptun.

Sind nur zwei kleine homöopathische Globuli, aber mit eigenen Augen gesehen!

Für den Saturn sind auch schön die schwächeren Monde als nur Titan eingezeichnet. Ein Sport ist es, sie ausfindig zu machen, wenn man sich am Ring satt gesehen hat. Mit 6" sollten sie gehen. Auch hier gilt: Im Okular 180 Grad verdreht wie auf der Karte ;-).

Und natürlich die Sternenbedeckungen durch den Mond. Am 24. August (morgentliche Nacht) gibt es eine gute (relativ heller Stern). Und am 27.

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 13.08.2019 09:46:42 Uhr
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Gesarah
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2019 :  21:24:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Walter,

okay, der Vergleich mit den beiden Koordinatennetzen in Stellarium zeigt den Unterschied echt deutlich.
Verstehe ich das also richtig, dass wenn du dein Teleskop schwenkst, den Linien von RA und Dekl. folgst, und wenn ich meinen Dobson schwenke, folge ich den anderen, azimutalen Linien?
Dann klingt die Vorgehensweise, die du beschreibst, schon einleuchtend, so habe ich es bisher auch gelesen und erklärt bekommen (Zielobjekt schonmal grob anpeilen und dann mit Sucher und kleiner Vergrößerung bzw. großem Sichtfeld herantasten).

Uranus und Neptun, ja da wurde mir vor ein paar Tagen auf Größenvergleichsfotos erstmal klar, nach was für Stecknadelköpfchen man da suchen geht. Wo im Buch noch steht, dass man sich auf eine schöne Grün- und Blaufärbung freuen kann ... öhm ja, erstmal überhaupt finden und als Planet identifizieren. Steht jetzt aber auf der gedanklichen To-Do-Liste für den Herbst dann, danke für den Link zum Auffinden, die Beschreibungen sind beide abgespeichert.
Tja, wolkentechnisch sieht es hier leider nach wie vor zu dicht aus, Perseiden konnten gestern mal glatt ausfallen, dann gehe ich jetzt halt Schlaf nachholen :)

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
Standort: Stuttgart Flughafen

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3228 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2019 :  22:13:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

ja genau, ich habe eine "äquatoriale" Montierung. Ich glaube Deine allererste Teleskopvorstellung ging in diese Richtung. Die ist entland dem blauen Koordinatennetz ausgerichtet. Dazu ist sie ja da.

Warum kein Dobson? Ja - lange Geschichte. Fakt ist, das hat Extra Geld gekostet (>600 Euro für die Montierung ganz ohne Teleskop). Aber daher habe ich mich wohl verstrickt beim Erklären von etwas was ich eigentlich anders mache. Einen Dobson hab ich nur leihweise bedient.

Uranus und Neptun waren für mich ein fast größeres Aha Erlebnis als Jupiter und Saturn. Einfach weil ich zwei Jahrzehnte nach meinen allerersten astronomischen Ausflügen, diese beiden äußeren Gasgiganten endlich selbst gesehen habe. Egal wie klein sie im Teleskop sind.

CS,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 13.08.2019 22:16:04 Uhr
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Gesarah
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  16:54:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Rückblick auf meine letzte klare Nacht gestern bei Vollmond:

Der Mond ist bis auf eine halbe Stunde immerhin hinterm Nachbarhaus geblieben, als er hervorkam, hab' ich den dunklen Angelschirm aufgespannt

Schneller gefunden habe ich M13, aber als Kugelhaufen würde ich den ohne Buch nicht erkennen, er war wieder eher ein nebliger großer Fleck. Ob das an dem fast vollen und gestern vollen Mond lag?
M31 habe ich auch im 7x50 Fernglas schnell gefunden, dieses Mal auch schnell im Teleskop, nachdem ich das mit den Entfernungen in Grad und dem auf Kopf stehenden Bild kapiert habe. Also das war auch letztes Mal Andromeda und nicht die kleine Nachbargalaxie, denn selbst im 2"-Okular mit 2,3° Sichtfeld war da weit und breit nur dieser putzig kleine (und anscheinend kläglich kleine) Kern zu sehen. Macht aber nix :)

An anderen Objekte, die in dem Beitrag zu Empfehlungen zur ersten Teleskopnacht genannt wurden, habe ich alle nicht gefunden (es waren glaub M2, M11, M27 und M57). aber ich hab es geschafft, von einem Eckpunkt der Leier zum anderen zu wandern, was letztes Mal nicht geklappt hat
Und den Vierfachstern neben Wega habe ich schnell gefunden, aber leider nicht trennen können (mehr als 750/6=125x Vergrößerung ging nicht und da war nur der eine von beiden mit etwas Fantasie als Doppelstern zu erkennen).

Dafür habe ich das Fernglas öfter benutzt und bin extrem begeistert davon, was man damit schon alles sehen kann, echt genial!

Planeten gingen leider nicht, die sehe ich vom Garten aus nicht. Auf den Acker kann ich immer nur dann, wenn jemand daheim bei den schlafenden Kindern ist :/

Auf die nächste wolkenlose Nacht!

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3517 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  18:08:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sarah,

das klingt doch schon mal gut! Ein bisschen Senf von mir ...

Mond - der Vollmond hellt den Nachthimmel naturgemaess auf, und Deepskyobjekte verlieren ihre Brillianz. Er kann sogar schwache Objekte unsichtbar machen, speziell fuer das noch ungeuebte Einsteigerauge. Deswegen ist der Mond bei Deepskybeobachtern auch alles Andere als beliebt.

M13: Der erscheint bei 150mm naturgemaess erstmal als ein milchiger Fleck. Ohne Mond ist der Kontrast hoeher, und Du kannst auch mal eine hoehere Vergroesserung wagen. Dann ganz akribisch scharfstellen (z.B. an einem der beiden Feldsterne, die praktischerweise M13 flankieren), und Du solltest Einzelsterne sehen koennen - oder zumindest eine etwas "griesige" Struktur.

M31: Diese Galaxie ist, obwohl sie so hell und nah ist, relativ strukturarm. Das liegt an ihrer Lage relativ zu uns. Bei Neumond solltest Du aber die zwei Staubbaender erkennen koennen, die vorm Kern herziehen. Auch sind dann die beiden Begleiter einfacher. Gerade bei der Andromedagalaxie gilt, dass ein dunkler Himmel die Trumpfkarte schlechthin ist. Dann zeigt sich die Scheibe komplett, waehrend ihre Auslaeufer bei Mond oder Stadtlicht im Himmelshintergrund ertrinken.

Epsilon Lyrae: Das sind zwei Sterne, die jeweils doppelt sind. Jedes der beiden eng liegenden Systeme kann mit 150mm getrennt werden (geht schon mit einem guten 60mm-Refraktor), aber die Sterne liegen wirklich sehr eng. In der Regel siehst Du zunaechst, dass jedes der Systeme in einer anderen Richtung laenglich erscheint. Dann, bei hoeherer Vergroesserung und mit nur einer Komponente im Blickfeld, solltest Du sie aufloesen koennen.

Sollte das nicht gehen, koennte Dein Teleskop dejustiert sein. Wenn Du einen hellen Stern in die Mitte stellst und defokussierst, sollte sich der Fangspiegelschatten genau in der Mitte abzeichnen. Ist das nicht der Fall, ist das System nicht justiert und bringt keine optimalen Ergebnisse. Dies zeigt sich insbesondere bei hohen Vergroesserugen. Das Justieren der Optik ist gewoehnungsbeduerftig, aber nach einiger Uebung Routine.

M57 ist einfach zu finden: Genau zwischen den unteren beiden Sternen der Raute der Leier. Er zeigt sich bei niedriger Vergroesserung als milchiger, unscharfer Stern. Etwas hoeher vergroessert sinkt der Himmelshintergrund und die Ringnatur wird erkennbar.

M27 ist deutlich groesser als M57 und hat eine geringere Flaechenhelligkeit. So kann man ihn gerade bei Vollmond gern uebersehen.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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Gesarah
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118 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  18:30:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

danke für deine jeweiligen Infos zu den Objekten!
Wie kann es sein, dass ich M57 so überhaupt gar nicht gesehen habe? Ich hatte beide Ecksterne zusammen im Bild, da war nix dazwischen. Höher vergrößert und zwischen beiden hin und her, da war auch nix. Ich war schon so siegessicher Kann dieser Nebel auch im Vollmondlicht "ertrunken" sein?

Die Position des Fangspiegels beim Defokussieren schaue ich mir mal an, ich hoffe, dass mein neues Teleskop nicht schon nach 8 Tagen dejustiert ist Ich wollte mich vor dieser Aufgabe gerne noch drücken. Dann probiere ich mal, nur einen Stern ins Visier zu nehmen.

In der Nacht, als ich bei der Sternwarte war, waren beide zusammen zu sehen und sogar als jeweils zwei doppelte zu erkennen, deshalb dachte ich, dass das wohl so möglich ist. Aber ähm ja, die haben dort halt schon einen gigantischen Refraktor stehen gehabt ...
Wie schön, dass Vollmond jetzt abgehakt ist und es wieder Richtung Neumond geht *g*

LG
Sarah

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3517 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  19:11:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Sarah,

dass ein nagelneues Teleskop erstmal dejustiert ist, kann gut sein. Schliesslich musste es den ganzen Weg aus China (wo es in der Fabrik hoffentlich zumindest grobjustiert wurde) ueber den Grosshaendler und den Einzelhaendler zu Dir finden. Und generell kann sich ein Newton auch ueber die Monate durch Stoesse beim Transport oder bei der Benutzung dejustieren. Das ist wie bei der Gitarre, wo man vor jedem Spiel erstmal testen muss, ob sie nicht verstimmt sein koennte.

M57 ist eigentlich ganz einfach. Traditionell vertue ich mich schon mal mit den zwei Sternen, weil da in dem Feld noch ein paar andere helle Sterne liegen. Aber wenn es die beiden richtigen Sterne sind (das suedlichere Paar des Parallelogramms, also weiter weg von Vega), dann sollte man den unscharfen Kringel matt schimmern sehen. Wenn Du ihn einmal gesehen hast und weisst, wie er in Deinem Teleskop aussieht, dann wird er sich in Zukunft leichter wiederfinden lassen.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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Gesarah
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  20:46:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Mein Händler (Fernrohrland bei Stuttgart) hat mir das Teleskop einmal komplett durchjustiert, bevor ich es abgeholt habe. Seitdem ist es einmal eine halbe Stunde Auto zu mir nach Hause gefahren und wurde ein paar Male durch die Gegend getragen. Ich achte trotzdem mal darauf, wo das Fangspiegelbild dann auftaucht.

Also wenn M57 so einfach ist - es sieht ja auch auf den Suchkarten so simpel aus, weswegen ich mir überhaupt erst so sicher war, das auf keinen Fall übersehen zu können - dann muss ich was falsch gemacht haben. Oder der Nebel verschwindet im hellen Mondhimmel tatsächlich. So oder so, irgendwann in den nächsten drei Wochen werde ich wohl herausfinden, woran es lag

Ausrüstung: Bresser Messier 150/750 Dobson, 7x50 Fernglas
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Grafzahl66
Meister im Astrotreff

Deutschland
527 Beiträge

Erstellt  am: 15.08.2019 :  21:04:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielleicht ist M57 in Deiner Vorstellung auch deutlich größer als in der Realität. Der Ringnebel ist zwar (für einen Nebel) recht hell und auch markant, aber nicht besonders groß...

Gruß Horst

16" Dobson Taurus T400 pp, 15x70 Celestron Skymaster auf Martinimontierung, Omegon Porrostar 10x50, Revue 7x50, VisionKing 5x25, Lunt Sunoculars 8x32

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