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 8"f/6-Standard-Dobson-Tuning
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1387 Beiträge

Erstellt am: 14.07.2019 :  11:42:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo liebe Sternfreunde,


ich möchte euch gern über die Modifizierung meines 8"f/6 Omegon Dobson berichten. Dieses ist ziemlich baugleich zum GSO Modell. Wer schon so ein Newton-Dobson hat wird sicherlich auch von der einen oder anderen Idee profitieren können. Vielleicht habt ihr noch weitere Tipps und Tricks, wie man diese günstigen Standard Dobsons tunen kann.


Ich habe mir die Tipps in den letzten Wochen zusammengesammelt und möchte sie hier mal zusammenfassen. Auch die 10" und 12" Volltuben sind ja ähnlich aufgebaut, sodass die Maßnahmen da auch übertragen werden können.





Bisherige Maßnahmen:

- Rollenlager für 8-16 Zoll Dobsonteleskope in Azimut
- Tubusauskleidung mit schwarzem Velours
- Schwärzung der Fangspiegelränder
- Lüfter saugend zur Zwangsbelüftung
- Tubus mit Sperrholzplatte verschlossen
- Verstärkte Gegendruckfedern für Hauptspiegelfassung
- Gummifüße am Tubusende
- Magnetisches Laufgewicht
- Zugfederstärke durch Schlüsselringe verringert
- langsamer Lüfterlauf mit 6 statt 12 Volt






Bemerkungen


Das Dobson sieht nach all diesen Maßnahmen immer noch recht serienmäßig aus. Ich hatte zwischenzeitlich auch eine Isolierung außen angebracht, das hat mir optisch aber nicht gefallen. Das Velours sollte schon recht gut isolieren. Außerdem ist eine Absaugung durch den Lüfter zusätzlich immer aktiv.


Das Auskleiden mit Velours ist sicherlich vielen bekannt. Ich habe mich auf die Schwärzung der Fangspiegelränder beschränkt, weil ich am Hauptspiegel einfach nicht herum malen wollte. Insgesamt ist jetzt beim Blick durch den OAZ nicht mehr viel (fast kein) Streulicht zu sehen.


Das Dobson bewegt sich jetzt sehr leichtgängig in Azimut und Höhe. Das Rolllager von astro-shop.de funktionieren sehr gut. Durch das Anbringen von Schlüsselringen zur Reduzierung der Federstärke in der Höhenverstellung ist die Bewegung in der Höhe leichtgängiger geworden. Alles in allem ist die Lagerung aber nicht zu leichtgängig wegen Wind. Bei Beobachtung in Azimutnähe wird das Gegengewicht nötig. Hier habe ich mir eins von Orion geleistet.


Damit ich nur noch die drei Justier-Schrauben an der Hauptspiegelfassung ohne die Konter-Schrauben nutzten muss, habe ich mir von TS die Gegendruckfedern gekauft. Diese sind etwas stärker als die vorhandenen Federn. Die weißen Konter-Schrauben werden dadurch überflüssig und wurden durch Gummifüße ersetzt.



Das Tubus-Ende ist mit einer Sperrholzplatte (3mm) verschlossen. Der Lüfter ist außen aufgeschraubt und saugt durch eine kreisförmige Öffnung. Die Gummifüße fixieren die Abdeckplatte und damit lässt sich der Tubus aufstellen, ohne dass er auf dem Lüfter steht.



Zur Verringerung der Federstärke habe ich jeweils einen Schlüsselring (25mm) an beiden Enden jeder Feder angebracht. Dadurch wird das Azimutlager leichtgängiger aber für mich nicht zu leichtgängig. Durch Variationen kann man die Federstärke so nach den eigenen Bedürfnissen einstellen.


Alle Änderung sind von mir noch nicht ausgiebig praktisch erprobt. Sicherlich hat der eine oder andere für die besprochenen Maßnahmen noch eine bessere Lösung auf Lager. Nur her damit! Ich gebe deshalb keine Gewähr auf Erfolg durch die hier angegebenen Änderungen am Dobson.




Schöne Grüße
Chris




EDIT: Liste mit weiteren Tuning-Ideen

- ICS Gleitlager-Set in Azimut einbauen
- Kunststoff-Gleitlager durch echtes Teflon ersetzen
- Tragegriff am Tubus als Gurtsystem anbauen







überzeugter Newton-Fan

Bearbeitet von: Christian_P am: 19.07.2019 13:43:30 Uhr

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17219 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  12:02:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Chris,

den Sinn von zwei deiner "Verbesserungen" kann ich nicht nachvollziehen

-Rollenlager für 8-16 Zoll Dobsonteleskope in Azimut

Typisch macht man genau das Gegenteil, wirft das Rollenlager raus und ersetzt es durch ein gut funktionierendes Gleitlager, idealerweise Ebony-Teflon

-Zugfederstärke durch Schlüsselringe verringert

Das macht nun offenbar bei dir die Laufgewichte nötig und ist kontraproduktiv. Bei Wechsel von einem schweren zu einem leichten Okular musst du nun das Gewicht verschieben. Beim Entnehmen aber wird sich der Tubus bereits verstellen. Wenn die Federn zusammen mit Teflonpads genug Anpressdruck erzeugen bliebt der Tubus dagegen in seiner Stellung.

Beide Maßnahmen von dir sagen mir eines- du hast nicht verstanden, wie das ideal funktionieren soll. Es geht nicht darum, das der Tubus bzw. die Rockerbox sich möglichst leicht verstellen lassen soll.

Das Nachführen soll möglichst feinfühlig möglich sein, es darf aber ruhig ein klein wenig Kraftaufwand nötig sein. Dabei soll die Kraft für den Bewgungsbeginn (Losbrechkraft) möglichst nur wenig größer sein als die zur Bewegung nötigen.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3529 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  13:06:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

Meine erste Tuningmaßnahme damals am 8" f/6 GSO-Dobson war, die vorhandenen weißen Kunststoff-Gleitlager durch echtes Teflon zu ersetzen. Warum da nicht gleich richtiges Teflon verwendet wurde/wird, verstehe ich bis heute nicht.
Sogar mit den vorhandenen Gegenflächen funktionierte danach das Nachführen schon bedeutend besser.

Rollenlager wären auch mir viel zu leichtgängig. Und der Tubus sollte sowohl mit dem schwersten verwendeten Okular als auch ohne Okular jeweils noch im Gleichgewicht sein.

Das Gefrickel mit den drei zusätzlichen Arretierschrauben hat mich auch genervt. Die Tuningmaßnahme an der Hauptspiegelzelle finde ich daher sehr sinnvoll. Bei meinen Eigenbauten habe ich das dann gleich von Anfang an besser gelöst.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1387 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  14:31:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo, schon mal vielen Dank für Eure Antworten!


Hallo Stefan,

das Laufgewicht bzw. das magnetische Gewicht finde ich eine gute Lösung, um den Tubus überhaupt in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bekommen. Im Zenit war es selbst mit der starken Federspannung grenzwertig. Sobald ich z.B. den Sucher durch einen leichteren oder schwereren ersetzte, möchte ich einfach eine Ausgleichsmöglichkeit haben. Das gehört für mich an jeden Teleskop Tubus. Ich kann von dem Höhenlagern einfach nicht verlangen, dass diese jegliches Ungleichgewicht auffangen sollen. Das muss sich meiner Meinung nach in engeren Grenzen halten, zumindest bei diesen kleinen Höhenrädern.

Du hättest mal die Schwergängigkeit des Azimutlagers zu Anfang sehen sollen. Das war wirklich viel zu schwer. Mein Wunsch war es, diese Lagerung ebenfalls leichter zu machen. Martin schreibt ja schon, dass die Standard Kunstofflager da nicht so gut sind. Die laufen nur auf der Plattenbeschichtung. Das ist dann für mich einfach etwas zu grob und schwergängig gewesen. Natürlich hatte ich schon angedacht, von ICS das Ebony Star Lagerset zu bestellen. Das war mir dann aber doch etwas zu teuer. Da habe ich's erst mal mit dem Rollelager versucht, das 20 Euro kostete. Wenn man die Schraube im Azimutlager anzieht, erreicht man eigentlich gut den Zustand, den du beschreibst. Bei klein wenig Kraftaufwand setzt sich das Lager in Bewegung und der Druck dafür liegt nur geringfügig über dem Druck der dann noch nötig ist. Nun passten die Lager in Azimut nicht mehr zu der etwas leichteren Verstellung. Die Azimutlager waren auch viel zu schwer, weil hier eben auch jegliches Ungleichgewicht abgefangen werden soll. Deswegen die Federstärke Reduzierung, damit alles wieder einigermaßen stimmig ist. Beim Wechsel von 1.25" Okularen bewegt sich der Tube dann auch nicht.




bis dann
Chris


überzeugter Newton-Fan

Bearbeitet von: Christian_P am: 14.07.2019 14:40:24 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10201 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  17:00:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Meine erste Tuningmaßnahme war ein Tragegriff.



Der gleiche Griff ist Jahre später immer noch dran und tut seinen Dienst.

Kalle - Alles wird gut !
Meine Okulardatenbank im Astrotreff: hier
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1387 Beiträge

Erstellt  am: 19.07.2019 :  13:36:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kalle,

vielen Dank für deinen Tipp! Das ist eine sehr gute Idee. Ich hatte beim durchforsten der Goggle-Bildersuche auch schon so eine Art Tragegriff gesehen. Ich finde besonders gut, dass diese Lösung nicht permanent ist und man somit keine Löcher in den Tubus bohren muss.



Hi Martin,

auch dir nochmal vielen Dank für deine Tipps. Die Kunststoffpads durch richtiges Teflon zu ersetzen, hätte es bei mir vielleicht schon getan. Leider muss man die originalen abmachen, die angetakkert sind. Davor hatte ich gesträubt auch bzgl. des Ebony Star Gleitlager Sets. Das Rolllager hatte den Vorteil, dass man es einfach einlegen kann und ist fertig.




Zur besseren Übersicht werd ich oben im ersten Post eine Liste mit den weiteren Vorschlägen erstellen. So ist alles beisammen.



Schöne Grüße
Christian


überzeugter Newton-Fan

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