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 Takahashi TS80
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asyx77
Senior im Astrotreff

Österreich
144 Beiträge

Erstellt am: 11.07.2019 :  21:19:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

Nach einer langen Reise ist es angekommen, dass Takahashi TS80. Wie schon in einem anderem Thread gepostet ist es ein 80mm F15 Triplet und wurde von Takahashi als Semiapochromat bezeichnet. Dieser Teleskoptyp (TS80) wurde 1970 von Takahashi vorgestellt und spielte hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Herstellers eine bedeutende Rolle. Die damals bedeutendsten Hersteller in Japan waren Nikon und Goto. Nikon hatte ein 80mm F15 Doublet im Angebot, Goto ebenfalls ein 80mm F15 Triplet. Takahashi gab keine Vergrößerungswerte an, sondern schrieb einfach dass es möglich sei mit dem TS80 Eta Orionis (1,7") zu trennen. Es lief auf einen Vergleichstest mit Nikon und Goto hinaus, welchen das TS80 für sich entscheiden konnte und damit einen Meilenstein in der Firmengeschichte setzte.
Ich habe das TS80 komplett inkl. umfangreichen Zubehör erworben, die Linsen sind klar und ohne Makel. Die Beobachtung in einer guten Nacht zeigte eindrucksvoll die hohe Qualität der Optik, es offenbarte mir einen "kalkweißen" Mond und bei Jupiter war selbst bei 200x im 6mm Abbe weit und breit kein Farbfehler zu sehen, zudem sehr feine Details aufgelöst wurden, was ich so von einem 3 Zöller nicht erwartet hätte. Das TS80 brauchte den direkten Vergleich mit meinem Celestron C102F (Vixen Flourit Optik) nicht zu scheuen, die etwas größere Öffnung beim C102F war allerdings wenn auch nur geringfügig aber doch merkbar. Den Eta Orionis werde ich versuchen im Spätherbst zu trennen, wenn uns das Sternbild wieder am Himmel beglückt. Die Montierung ist verhältnismässig schwer und sehr stabil auch hier gibts wirklich nichts auszusetzen und für den Sonnenprjektionsschirm gibts eine eigene Rohrschelle, das ist einfach Liebe im Detail made in Japan. Zum Lieferumfang gehörten ein Zenitprisma, ein Sonnenprisma, drei Orthookulare (7, 12.5 und 25mm) plus der Okularrevolver, sowie ein 9x40 Sucher und das erwähnte Sonnenprojektionsset. Das Teleskop selbst war in einer typischen Takahashi Holzkiste verpackt. Ein weiterer Vergleichtstest mit einem Zeiss AS80/1200 wird folgen.









Viele Grüße
Ernst Christian




Bearbeitet von: asyx77 am: 11.07.2019 22:22:50 Uhr

TakFan
Meister im Astrotreff

Deutschland
531 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  01:03:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Christian,

Ein echtes Schmuckstück. Herzlichen Glückwunsch dazu und Danke für den historischen Kontext. Klassiker zusammen mit der Geschichte dazu finde ich immer sehr spannend.

Gruss
Dirk

PS; Hat die Montierung einen eingebauten Polsucher?

TSA-120 / FS-60CB auf EM-200 FS2
FC-76D auf EM-200 B
16" Dobson f4,5
https://www.astrobin.com/users/TakFan/

Bearbeitet von: TakFan am: 12.07.2019 01:06:52 Uhr
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donadani
Meister im Astrotreff


711 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  06:23:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Schönes Gerät - danke für die Vorstellung!

Am Vergleichstest zum Zeiss AS bin ich auch sehr interessiert :)

Viele Grüße
Christoph

Bearbeitet von: am:
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hasebergen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3261 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  06:42:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hasebergen's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Morgen lieber Ernst-Christian,

da hast Du ja mal wieder ein echtes Sahnestück "angelandet". Wunderbares Gerät - klasse! Und auch von mir: Danke fürs Zeigen dieser Kostbarkeit.

Eta Orionis mit seinen ca. 1"7 Distanz "muss" der 80er locker machen, den sollte eigentlich ein guter ca 68mm-Refraktor hinbekommen.


Als wirklichen Härtetest für 80mm Öffnung möchte ich Dir (und allen 80er Usern ) den Doppelten pi Aquilae nahelegen. Dessen Komponenten stehen ca 1"42 Bogensekunden auseinander; also der stellt quasi das harte "Dawes-Kriterium" (112.5/80=1.4063) für 3.2 Zoll Öffnung dar. Pi Aql (ca 6te Größenklasse) steht etwas nördlich von Atair (alpha Aql) in einer weiten "Zweierkombi" und ist der ein kleines wenig hellere Part dieser weiten Zweierkombi.

Ich konnte den tatsächlich in einem 80/910er Tasco Refraktor mal trennen (im 5er Okular) das geht also mit 80mm: vorgestern habe ich ihn mit meinem Tasco-10-K (80/1200) probiert; ging nicht sauber; war länglich. Dies kann aber auch seeingbedingt sein. Auf jeden Fall markiert dieser DS einen echten Tester für 80mm Öffnung ...

Viel Spass beim Trennen (ich gehe davon aus, das der Tak den "machen" wird ), Hannes

Diverses klassisches Zeugs - Klassikerseite: http://amateurastronomie.com/index.htm - Bereich Klassiker

--> 07-2019: Erstellung eines Einsteigerbüchleins: Was ist zu bedenken beim Einstieg - welches Teleskop ist wirklich ein "Einstiegsgerät" etc.

Facebook - Gruppe Klassische Teleskope https://www.facebook.com/groups/1101191130018058/

Bearbeitet von: am:
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1387 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  10:35:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat

Hallo Ernst Christian,


Glückwunsch zu dem tollen Klassiker!



Das Teleskop erinnert mich sehr an meinen Vixen NP80L. Von der Auslegung haben die Entwickler/Hersteller das beim Vixen recht ähnlich gemacht (die Optik natürlich ausgenommen). Schöner Okular-Revolver! Das sieht man auch nicht so oft. Ist das eine Gegengewichts-Stange oder für Sonnenprojektions-Schirm (edit: ach für den Schirm, ok)?


Na dann auf gute Bilder unterm Sternenhimmel.



Schöne Grüße
Christian

überzeugter Newton-Fan

Bearbeitet von: Christian_P am: 12.07.2019 11:07:26 Uhr
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asyx77
Senior im Astrotreff

Österreich
144 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  11:51:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

Herzlichen Dank für eure Glückwünsche, ich habe lange nach einem TS80 mit kompletter Ausstattung gesucht, irgendwann wurde ich dann doch fündig.

Hannes, Danke Dir für den Tip mit pi Aquilae, das klingt sehr spannend, den Eta Orionis werde ich natürlich auch aufgrund der Geschichte, welche mir ein japanischer Takahashispezialist und Sternfreund erzählte, ausprobieren.

Christian, die Stange welche an der Rohrschelle befestigt ist dient zur Aufnahme von den zwei Projektionsschirmen.
Den Vixen NP80L kenne ich, der hat mich schon als Jugendlicher fasziniert und verfügt über eine sehr gute Abbildungsqualität, es war dann ein Vixen 102M, der mir seinerzeit nach Jahren astronomischer Abstinenz wieder die Faszination dieses Hobbies offenbarte.

Viele Grüße
Ernst Christian


Bearbeitet von: asyx77 am: 16.07.2019 21:07:52 Uhr
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Christian_P
Altmeister im Astrotreff


1387 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  12:34:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Ernst Christian,

der eine Schirm dient zur Abschattung. Achso. Schön gelöst.





Ist etwas mehr über das Objektiv bekannt, bzgl. Objektiv-Konstruktion und verwendeten Gläsern? Jedenfalls glaube ich, dass dieser Triplet (Dreilinser) schon ein ziemlich gut korrigiertes Bild liefert. Auch der Farbfehler wird - wie du ja schreibst - nicht wirklich sichtbar sein. Dass der TS80 als Semi-Apochromat bezeichnet wird, ist aus heutiger Sicht ziemliches Understatement.

Der AS-Typ ist ja ein Doublet (Zweilinser) und wird bei Astrooptik U.Laux als "verbesserter Achromat" bezeichnet. Nach den Spot-Diagrammen zu Urteilen, zeigt dieser noch einen vergleichsweise deutlichen Farblängsfehler. Auch die Linsengeometrie ist im AS deutlich angespannt realisiert. Hier muss sogar eine Fläche retuschiert werden.



Schöne Grüße
Chris

überzeugter Newton-Fan

Bearbeitet von: Christian_P am: 13.07.2019 12:36:28 Uhr
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asyx77
Senior im Astrotreff

Österreich
144 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  18:07:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Chris,

Die Glassorten vom TS80 Objektiv kenne ich leider nicht, das Objektiv ist hervorragend korrigiert und die Kontrastleistung ist wirklich ausgezeichnet, es steht diesbezüglich dem Vixen Flourit Objektiv
in meinem Ermessen um nix nach. Ich habe hier schon einmal einen Vergleichstest zwischen dem TS65 (65mm Triplet F15) und dem Zeiss AS63 gepostet, das Tak TS65 hatte in Summe gesehen die um einen Tick bessere Abbildung.

Viele Grüße
Ernst Christian

Bearbeitet von: asyx77 am: 16.07.2019 21:07:30 Uhr
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