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 Problem mit Nachführung in Horizontnähe
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Albrist
Senior im Astrotreff

Schweiz
101 Beiträge

Erstellt am: 07.07.2019 :  15:17:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

ich versuchte kürzlich das erste mal eine Aufnahme in Horizontnähe zu machen (Skorpion). Mit meiner Ausrüstung (StarAdventurer, Zenithstar 61 Apo 360mm) was da aber gar nichts zu machen, bereits ab 10s Belichtungszeit ausgeprägte Strichspurenbildung. Wenn ich dann ein Objekt weiter weg vom Horizont anvisierte (ohne die Polausrichtung erneut anzupassen), waren die Strichspuren verschwunden und ich konnte wie gewohnt lange bis 120s belichten.
Ist es normal, dass Aufnahmen in Horizontnähe deutlich schwieriger nachzuführen sind?

Grüsse
Chris

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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3464 Beiträge

Erstellt  am: 08.07.2019 :  18:24:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Chris,


das koennte die Refraktion sein. War das aufgenommende Sternfeld gerade am auf- oder untergehen? Refraktion wird ja bei einer gleichfoermig nachfuehrenden Montierung nicht beruecksichtigt. Ich habe auch schon Aufnahmen gemacht, bei denen am oberen Bildrand die Nachfuehrung stimmte, waehrend sie unten refraktionsbedingt bereits verzogen war. Das war allerdings auf Film mit ca. 10min Belichtungszeit, aber mit Weitwinkel. Belichtest Du nun mit 360mm Brennweite, macht sich der Effekt deutlich schneller bemerkbar.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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Albrist
Senior im Astrotreff

Schweiz
101 Beiträge

Erstellt  am: 09.07.2019 :  21:05:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Juergen,

Das Sternbild Skorpion war gerade am aufgehen! Hmm ok spannend, aber das würde heissen dass diese Aufnahme ohne Nachführung mit Autoguiding in Dec und Asc nicht möglich ist?

Liebe Grüsse
Chris

Bearbeitet von: am:
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3464 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2019 :  11:21:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Chris,

das stimmt. Du solltest uebrigens sehen, dass Deine Striche in Horizontrichtung verlaufen, also beim aufgehenden Skorpion etwa in Richtung Suedosten. Denn die Refraktion erfolgt immer in die Richtung, die rechtwinklig auf dem Horizont steht.

Eine Eselei vergangener Tage, die hierzu lehrreicht ist: Ich habe vor einigen Jahren den Helixnebel durchs Teleskop abgelichtet, mit Autoguider. Das ist hier bei ca. 55 Grad noerdlicher Breite etwas sportlich, da NGC7293 ueber den Horizont kriecht und das Zeitfenster wegen des kurzen Tagbogens sehr kurz ist.

Nun dachte ich, es sei eine gute Idee, mit 200mm an der Zweitkamera, die per Kugelkopf auf der Gegengewichtsachste der EQ6 montiert war, noch ein Sternfeld im Schwan (Zenitnaehe) aufzunehmen. "It seemed to be a good idea at the time", wie der Englaender sagt. Die Helixnebelaufnahme mit 1340mm Brennweite wuerde dank Autoguider 1a nachgefuehrt. Das Sternfeld in Schwan zeigte Wuerstchen. War ja klar, da der Autoguider der Refraktion folgte, die das Sternfeld um den Helixnebel beeinflusste - aber nicht den Schwan. Aus diesem Grund (und aus Gruenden der Bildfelddrehung bei Aufstellungsfehlern) sollte ein Leitstern immer moeglichst nahe am fotografierten Objekt stehen.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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Albrist
Senior im Astrotreff

Schweiz
101 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  00:29:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: JSchmoll

Hi Chris,

das stimmt. Du solltest uebrigens sehen, dass Deine Striche in Horizontrichtung verlaufen, also beim aufgehenden Skorpion etwa in Richtung Suedosten. Denn die Refraktion erfolgt immer in die Richtung, die rechtwinklig auf dem Horizont steht.

Eine Eselei vergangener Tage, die hierzu lehrreicht ist: Ich habe vor einigen Jahren den Helixnebel durchs Teleskop abgelichtet, mit Autoguider. Das ist hier bei ca. 55 Grad noerdlicher Breite etwas sportlich, da NGC7293 ueber den Horizont kriecht und das Zeitfenster wegen des kurzen Tagbogens sehr kurz ist.

Nun dachte ich, es sei eine gute Idee, mit 200mm an der Zweitkamera, die per Kugelkopf auf der Gegengewichtsachste der EQ6 montiert war, noch ein Sternfeld im Schwan (Zenitnaehe) aufzunehmen. "It seemed to be a good idea at the time", wie der Englaender sagt. Die Helixnebelaufnahme mit 1340mm Brennweite wuerde dank Autoguider 1a nachgefuehrt. Das Sternfeld in Schwan zeigte Wuerstchen. War ja klar, da der Autoguider der Refraktion folgte, die das Sternfeld um den Helixnebel beeinflusste - aber nicht den Schwan. Aus diesem Grund (und aus Gruenden der Bildfelddrehung bei Aufstellungsfehlern) sollte ein Leitstern immer moeglichst nahe am fotografierten Objekt stehen.





Ok dann muss das bei mir wirkklich an der Refraktion gescheitert sein! Dementsprechend muss das Skorpion auf später vertagt werden ;) Vielen Dank für deine Hilfe!

Grüsse Chris

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