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 Bresser 70/700
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BR143
Neues Mitglied


3 Beiträge

Erstellt am: 03.07.2019 :  23:28:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo, leider sind die bestehenden Themen zum Bresser 70/700 schon im Archiv, deshalb ist es nicht möglich dort zu antworten.

Ich betreibe Astronomie nicht professionell, als Hobby würde ich es jetzt auch nicht bezeichnen - ich schaue gerne mal in den Himmel, das war´s. Deshalb bzw. wegen des günstigen Preises habe ich mich für das Bresser 70/700 entschieden. Das es nur für absolute Einsteigerzwecke taugen soll habe ich gelesen.

Nun bin ich aber doch mit einigen Punkten ziemlich unzufrieden. Bei den beiden mitglieferten Objektiven ist es z.B. so, dass das eine gerade mal so weit vergrößert wie mein Olympus 10x50 Fernglas (das war nebenbei gerade mal 10 EUR günstiger). Das andere scheint etwas mehr zu vergrößern, jedoch bekomme ich selbst mit Geduld und ruhigen Finger kein scharfes Bild. Es ist nicht mal ansatzweise scharf. Das kleine montierte Zielhilfenfernglas ist auch völlig sinnlos, da der Halter schief ist und es deswegen woanders hinschaut als das Teleskop selbst. Die Objektive werden irgendwie einfach nur eingesteckt, ohne irgendeinen Einrastpunkt - wie soll das mit der Lichtbrechnung da richtig funktionieren?!

Aktuell ist ja z.B. Jupiter sehr gut zu sehen. Mit Fernglas sehe ich eine scharf abgrenzte ockerfarbene Kugel mit kleinen Leuchtpunkten ringsum. Mit dem Teleskop sehe ich eine unscharfe weiße Masse. Das ist nun wirklich nicht Sinn der Sache.

Gibt es irgendeine Möglichkeit das Bresser mit Hausmitteln zu verbessern?

Grüße

Bearbeitet von: am:

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17196 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2019 :  23:55:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo "BR143" (?),

willkommen auf Astrotreff.

Du meinst dieses hier- https://www.bresser.de/Astronomie/Teleskope/BRESSER-Messier-AR-70-700-AZ-Teleskop.html

Mit dem 20mm Okular kommst du damit auf 35-fach, mit dem 9mm Okular auf 77-fache Vergrößerung, also schon deutlich mehr als die 10x deines Fernglas. Allerdings muss du den Fokus bei der höheren Vergrößerung auch genauer einstellen.
Zitat:
Die Objektive werden irgendwie einfach nur eingesteckt, ohne irgendeinen Einrastpunkt
Einen "Einrastpunkt" gibt es da nicht, die Okulare werden bis zum Anschlag eingesteckt und dann mit der seitlich an der Steckhülse befindlichen kleine Schraube durch leichtes Klemmen fixiert, das ist prinzipiell bei allen Teleskopen so gelöst.
Zitat:
Das kleine montierte Zielhilfenfernglas ist auch völlig sinnlos, da der Halter schief ist und es deswegen woanders hinschaut als das Teleskop selbst.
Da sollte eigentlich eine Verstellmöglichkeit vorhanden sein, um den Sucher zum Teleskop auszurichten. Das macht man am Besten tagsüber an einem möglicihst weit entfernten markanten Objekt- Kirchturm- oder Baumspitze, Laternenpfahl oder ähnlich. Das Teleskop darauf ausrichten, die markante Stelle mittig ins Blickfeld stellen und dann den Sucher mit Hilfe der Stellschrauben so verstellen, das die gleiche markante Stelle auch im Sucher mittig steht. Dazwischen ins Okular blicken, ob das Teleskop noch genau ausgerichtet ist.
Zitat:
Mit dem Teleskop sehe ich eine unscharfe weiße Masse. Das ist nun wirklich nicht Sinn der Sache.
Du hast dabei schon an den Stellrädern des Okularauszugs gedreht, um den Fokus richtig einzustellen? Nicht böse gemeint, aber das passierte schon vielen Einsteigern, das genau das nicht gemacht wurde.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1781 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2019 :  09:02:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin zusammen!

Um ein Teleskop der "Messier"-Baureihe muß es sich nicht unbedingt handeln. Dieses besitzt auch einen Leuchtpunktsucher anstatt wie beschrieben einen kleinen opt. Sucher. Vielleicht haben wir's hier eher mit einem "Skylux" und blauen Tubus zu tun.
Bestimmt läßt sich unser unbenamter Fragesteller noch über das genaue Modell oder die Tubusfarbe aus.

Alles in Allem ist es aber so, daß diese Einsteiger-Teleskope mit recht guten Anleitungen geliefert werden. Dort steht ja neben der Bedienung mit Okularen und deren Fokussierung auch drin, wie man den Sucher "auf Linie" bringt. Ich denke, wer ein Fernglas am Jupiter scharf bekommt, sollte das auch mit einem Refraktor schaffen.

Über die Vergrößerungen wurde schon geschrieben. Allein schon 35fach mit dem 20-mm-Okular ist um einiges mehr drin als ein 10x50-FG bieten kann, logisch. Vielleicht sollte mit dem Üben der Scharfeinstellung gewartet werden, bis der Mond zu sehen ist, der jetzt wieder am Abendhimmel auftaucht. Das ist dann auch die Gelegenheit, den Sucher zu justieren.

Manche der heutigen Refraktoren lassen sich nicht mehr ohne den dazwischengeschalteten Zenitspiegel scharf bekommen, weil von Herstellerseite an Auszugsweg gespart wurde. Auch das sollte mal geprüft werden, u.U. auch am Tage an einem bekannten, weit entfernten Objekt.

Jupiter steht momentan auch nicht besonders hoch am Himmel. Das Teleskop vergrößert neben dem Planeten auch die horizontnahe Luftunruhe mit. Da sollte man sich nicht wundern, wenn das Abbild nicht so knackscharf wie im FG ist.

Vor allem macht mich diese Aussage hier stutzig:
> Die Objektive werden irgendwie einfach nur eingesteckt, ohne irgendeinen Einrastpunkt

Wie darf man das verstehen? Wenn nicht gerade am Auszug ein Teil fehlt, dann ist die Verwendung der Okulare eigentlich ziemlich selbsterklärend. (Zur Not hilft auch immer die Anleitung weiter!)

Soweit erstmal. Mal sehen, was noch für Hinweise kommen.
.

Bye 4 now, Micha

Winnie's Heimatseite + Kometenseite

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BR143
Neues Mitglied


3 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2019 :  11:13:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Es handelt sich tatsächlich um das blaue Skylux Teleskop. Entschuldigung für die Verwirrung.

An dem Okularauszug habe ich natürlich gedreht. Bei dem 20 mm Objektiv funktioniert das auch ganz Okay und man erkennt etwas. Bei dem 4 mm Objektiv jedoch habe ich überhaupt nichts scharf bekommen, immer nur so kurz davor das man dachte jetzt wird´s und dann war man aber schon wieder über den Punkt drüber (dabei wirklich nur ganz minimal leicht angedreht, weniger wäre gar nicht).

Das mit der Luftunruhe habe ich nicht bedacht, macht aber natürlich Sinn. Trotzdem seltsam das es dann beim Fernglas nicht so stark bzw. gar nicht ausgeprägt ist.

Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Bericht gelesen von jemanden der das Teleskop etwas umgebaut hat, jedoch ist der leider nicht mehr auffindbar. Deswegen war die Frage, ob irgendwelche bekannten Verbesserungstipps geläufig sind.

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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1781 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2019 :  12:09:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Namenloser!

> Es handelt sich tatsächlich um das blaue Skylux Teleskop.

Hab's doch geahnt...

> Bei dem 20 mm Objektiv funktioniert das auch ganz Okay und man erkennt etwas. Bei dem 4 mm Objektiv jedoch habe ich überhaupt nichts scharf bekommen

Ahja, da kommen wir langsam auf den Punkt. Das 4-mm-Okular (das beim Skylux eher einem 6er entspricht) ist im Grunde zu viel Vergrößerung für diese Teleskopgröße. Man kann es "mal" bei besten Bedingungen (vllt. am Doppelstern) nutzen, aber für Planeten so nah am Horizont wie Jupiter ist es schon zu viel an Vergrößerung.
Üblicherweise ist bei etwa 100fach in einer 70-mm-Optik Schluß, alles mehr an Vergrößerung zaubert keine weiteren Details mehr hervor, und schon gar nicht bei wabender Luft in einer Sommernacht so nah am Horizont.

Die kleinen "Stecklinge" heißen übrigens Okulare - das Objektiv ist vorne am Teleskop die große Linse.

Mit dem 4er (bzw. 6er) Okular ein scharfes Bild zu bekommen, braucht es auch etwas Fingerspitzengefühl, den genauen Fokus zu treffen. Das ist auch mit Übungssache. Von den mitgelieferten Billigokularen würde ich auch nicht allzuviel erwarten. Wenn man sich bspw. einen kleinen Satz Plössl-Okulare anschafft, dürfte die Abbildung gleich besser sein, gerade was die kurzen Okularbrennweiten um 6 mm angeht.

> Trotzdem seltsam das es dann beim Fernglas nicht so stark bzw. gar nicht ausgeprägt ist.

Nö, das ist nicht seltsam, das ist reine Physik. Ähnlich verhält es sich, wenn du ein Zeitungsfoto mit der Lupe betrachtest: das wird auch immer pixeliger und man erkennt kaum noch was abgebildet ist.

> Deswegen war die Frage, ob irgendwelche bekannten Verbesserungstipps geläufig sind.

Ja, den Skylux habe ich auch schon "umgebaut". Das waren aber eher Maßnahmen zur Kontrastverbesserung, sprich Schwärzen des Innentubus' und Entfernen der Innenblenden, Gib mal "skylux tuning" bei Google ein - da findest du die Umbauberichte. (Der Skylux wurde vor Jahren mit anderer Ausstattung bei Lidl verkauft, daher ist die Optik so weit verbreitet. Ich glaube, ich hatte selbst ein halbes Dutzend davon im Laufe der Zeit... )

Ansonsten würde ich dir raten, vielleicht noch 1-2 Okulare dazu anzuschaffen, vielleicht ein 12 mm Weitwinkel-Okular und ein ordentliches 6-7 mm Orthoskopisch. Darüber hinaus heiß es natürlich: Geduld bewahren - nicht alles mit dem Teleskop klappt am ersten Abend. Das kann ein paaar Nächte später oder im Herbst / Winter alles ganz anders aussehen.
.

Bye 4 now, Micha

Winnie's Heimatseite + Kometenseite

Bearbeitet von: winnie am: 04.07.2019 12:11:47 Uhr
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BR143
Neues Mitglied


3 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2019 :  22:08:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hilft mir weiter.

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Cancride183
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 20.07.2019 :  22:08:59 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hm, hatte am Anfang selbst dieses Skylux von Lidl. Bekam mit dem 4 mm aber noch ganz ordentliche Schärfe hin. Vielleicht mal auf den Mond drauf halten insbesonders auf den Terminator des Mondes und dann Mal hin und her drehen (intra und extrafokal) dann bekommt man mit dem Ding ein besseres Gefühl für den Schärfepunkt.

"Nur gucken nicht anfassen"

Bearbeitet von: am:
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dkracht
Meister im Astrotreff

Deutschland
251 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2019 :  18:47:33 Uhr  Profil anzeigen  Besuche dkracht's Homepage  Antwort mit Zitat
Hey BR143,
1) die Dinger, die man hinten hineinsteckt heissen "Okulare" - weil sie nahe am Auge sich befinden, wenn man beobachtet.
2) Scharfstellen - also "fokussieren" - ist auch für geübte Sternfreune nicht ganz so einfach. Üben am hellen Tage an weiter entfernten irdischen Objekten. Jedes Okular könnte einen anderen Scharf-Punkt haben. Üben: erst das Okular mit der längsten Brennweite (schwächste Vergrößerung), dann das nächst kürzere Okular usw. usw. usw.
3) Das Sucherfernrohr kann man bestimmt verschieden ausrichten, bis es parallel zum Hauptteleskop zeigt. Auch am Tage ausprobieren.
4) In der Nacht mit "richtigen" Sternen ist der Scharfpunkt (je Okular) etwas tiefer im Rohr (also zur Frontlinse hin) - wenige Millimeter.
Clear Skies
Dietrich

Skywatcher HEQ5 Pro, Orion ED 80/600, Canon EOS 600D APS-C, Zeiss Jena Sonnar f/4 f=300mm, Takumar 135mm, Olympus 50mm, Sigma 24mm

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