Statistik
Besucher jetzt online : 125
Benutzer registriert : 21969
Gesamtanzahl Postings : 1082450
Besuchen Sie den Teleskop - Service …
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - der Teleskop-Selbstbau (ATM)
 Das Teleskop-Selbstbau Optikforum
 Defocus
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Vorherige Seite
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema
Seite: von 2

BeatK
Mitglied im Astrotreff

Schweiz
86 Beiträge

Erstellt  am: 09.07.2019 :  10:24:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Wolfram

Das ist ja schon vielversprechend.
Soll ich Dir doch mal Bilder vom grossen Yolo schicken, welches allerdings nicht interferometrisch gemessen wurde. Strehl ist gemäss WR Test über 0.94, aber nicht 1, also hat es kleine Aberrationen, vorab kleine Kollimationsfehler: Coma und Asti. Der Testaufbau in Autokollimation ist sowieso gemacht, mitsamt dem optischen Fenster, weil ich es habe revidieren müssen.
Die Daten: Oeffnung 204 mm, Brennweite 2388mm. Kamera Imaging Source sw mit 5,6 Mikron Pixeln, 8 Bit. Ich würde die rote Laserdiode nehmen, nicht die 9 Mikron Glasfaser mit Weisslicht. Die Laserdiode hat etwa 450 nm, den genauen Wert kann ich noch nachsehen, falls nötig. Ein AVI mit ca 100 oder mehr Bilder machen und in AS!2 "stakken", dann als FITS abspeichern. AS rechnet dann 16 Bit Grauwerte. Ich würde z.B. 4 Wellenlängen Defokus wählen.
Wäre das in Deinem Sinn, was bräuchtest Du noch und wohin soll ich Dir die Bilder mailen?

Mit Gruss,
Beat

BeatK: The Perfect Telescope is the Yolo Reflector

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

k_ruprecht
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2019 :  07:38:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

so jetzt hab ich mal mit Aberrator Bilder erzeugt: diverse Fehler in der Wellenfront eingestellt, dann 4 Bilder mit -2, -1, 1, 2 Waves Defokus gemacht, und diese durch meine Simualtion geschickt.
Ergebnis: kompletter Murks! Da kommt nicht ansatzweise das raus, was Aberrator als Wellenfront anzeigt.
Allerdings ist mir auch nicht klar, mit welchen Parametern Aberrator die Bilder erzeugt. Aus der Einstellung '5 pix/asec', D=100', 'f=10' bin ich auf 0.9696 um pro Pixel gekommen.. stimmt das ? Und welche Wellenlänge? Oder ist das ein Gemisch aus Wellenlängen ?

(==>)Guntram: danke.. aber das muss noch besser verifiziert werden, siehe oben die Aberrator-Ergebnisse..

(==>)Beat: oh, das wär super! Hat die Diode wirklich 450 nm, oder 650 nm ? (450 nm ist blau-violett) ? Obstruktion ist dann 0, weil Yolo, richtig ? Stacken etc. brauchst du eigentlich nicht, wenn die Aufnahmen in ruhiger Luft gemacht werden; sollte aber egal sein (AS!2 hab ich).
Mailen kannst du mir dahin: wstrepp at gmx punkt de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

BeatK
Mitglied im Astrotreff

Schweiz
86 Beiträge

Erstellt  am: 10.07.2019 :  20:18:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Wolfram

Habe heute Bilder mit dem Yolo 204 mm 1:12 in AK mit der Laserdiode (natürlich 650 nm) gemacht und Dir geschickt.
Es ist dabei schwierig, den Defokus genau zu erkennen. Hoffe, es sei gut genug getroffen. Auch ist es schwierig Artefakte ganz zu eliminieren. Mit kleinerer Oeffnung geht das natürlich alles besser. Du wirst die Resultate uns wohl zeigen und auch den WR Test, den ich gleichzeitig gemacht habe.

Erste Versuche an Vega habe ich mit dem 150 er Yolo gemacht. Zuerst WR Test, um einen Vergleich zu haben. Das ging problemlos und die Resultate gleichen denen vom Interferomtrie Test. Nun aber Bilder mit so wenig Defokus machen geht nicht einfach. Sie sind durch das Seeing enorm verformt. Einzelbilder gehen auf keinen Fall für eine Auswertung. Ich bin aber auch nicht sicher, ob 1000 oder so gut "gestakkt" werden können, weil sie schlecht definiert sind. Für weitere Experimente warte ich mal auf Deine Resultate von oben.

Mit Gruss,
Beat

BeatK: The Perfect Telescope is the Yolo Reflector

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

k_ruprecht
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2019 :  10:10:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Beat hat mir jetzt freundlicherweise 2 Aufnahmen von seinem grossen Yolo (s.o) geschickt, jeweils ein intra- und extra-fokales, mit künstl. Stern in Autokollimation. Er hatte selber auch schon eine Auswertung mit WinRoddier gemacht:


Die 2 Aufnahmen habe ich dann durch Defokus geschickt, und es ergaben sich relativ problemlos folgende Ergebnisse, zuerst mit fester Obstruktion (d.h. Obstruktion = 0):

Dann noch die Variante, wo die Pixel zur Obstruktion freigegeben sind:

--> wenn man die Wellenfront mit der WinRoddier-Analyse vergleicht, sieht man tatsächlich eine gute Übereinstimmung (abgesehen von der Farbskala); nur links unten auf ca. 7 Uhr passt es nicht ganz. Und es zeichnen sich am Rand 3 Halte-Klammern (oder so) ab, was die Qualität von Beats Aufnahmen beweist.
Auch Strehl, PV und RMS sind zumindest in derselben Grössenordnung, umgerechnet sind das:
PV = 0.3756 Waves = 244 nm (WinRoddier: 126.24 nm)
RMS = 0.0482 Waves = 31.3 nm (WinRoddier: 24.44 nm)

Da müsste eine Interferometer-Analyse zeigen, was besser passt. Aber für den Anfang gar nicht schlecht, das alles.

Grüsse,
Wolfram

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

BeatK
Mitglied im Astrotreff

Schweiz
86 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2019 :  18:50:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Wolfram

Das ist ja schon mal etwas. Ich traue meistens den weniger optimistischen Resultaten.

Nun habe ich bei guten Verhälntissen auch den Test mit dem 15 cm Yolo an Vega gemacht.Ich habe je 1000 Bilder aufgenommen und je 55% davon "gestakkt". Es ist das interferometrisch getestete Instrument mit Strehl 0.94: Dieser Wert infolge kleiner Kollimationsfehler, die ich noch nicht auskorrigiert habe. WinRoddier, zusammen mit den defocus Bildern gemacht, zeigt etwa dasselbe. Ich schicke die Aufnahmen und Protokolle per Mail.

Mit Gruss,
Beat

BeatK: The Perfect Telescope is the Yolo Reflector

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

k_ruprecht
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  08:21:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

jetzt hab ich ja von einigen hier gutes Material bekommen, danke dafür !
Darunter auch Aufnahmen am realen Stern (gestackt), und da gibt es eine interessante Sache: durch das Seeing sind diese Aufnahmen ja ein Stück weit 'geblurred', also die Details durch eine Art Tiefpassfilter weichgezeichnet. In der Simulation hab ich das noch nicht drin. Um das zu kompensieren, versucht er (der Computer..) anscheinend, diesen Blur durch Anpassung der Wellenfront, oder auch über die Einzelpixel-Obstruktion, nachzubilden. Das führt dann allerdings zu Artefakten. Ich überlege deshalb, diesen Blur 'anständig' in die Simulation einzubauen; mal gucken ob das funktioniert.
Grüsse,
Wolfram

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Cleo
Altmeister im Astrotreff


1370 Beiträge

Erstellt  am: 12.07.2019 :  09:02:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Wolfram,

sehr spannend, das alles...!

Mir ist noch aufgefallen, dass Deine "Obstruktionspünktchen" auch versuchen, die durch Dreck / Fusseln auf der Optik entstandenen Beugungsmuster nachzubilden. Ganz auffällig z.B. die gebogene Struktur im unteren linken Bildchen aus WinRoddier, die bei Dir als erhöhte Punktdichte aufscheint. Hab derzeit keine gute Idee, wie man diese "Dreckartefakte" richtig behandelt, zumal sie vermutlich nicht in der Pupille, sondern in einer anderen Ebene entstehen.

Viele Grüße

Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 12.07.2019 09:04:23 Uhr
Zum Anfang der Seite

k_ruprecht
Mitglied im Astrotreff


44 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2019 :  07:27:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

die letzten Tage habe ich weiter experimentiert zum Thema Seeing und das dadurch verursachte 'Seeing-Blur'. Beat hatte 2 Aufnahmen mit seinem 150 mm-Yolo gemacht, an Vega auf eine BW-Kamera, ohne Filter (Weisslicht). Eine Aufnahme extrafokal, eine intrafokal, beide gestackt aus 55% von 1000 Bildern. Als mittlere Wellenlänge habe ich Grün (550 nm) benutzt. Hier erstmal das Ergebnis von Defokus, ohne alles


Hier der Vergleich mit dem WinRoddier-Ergebnis

--> das scheint ganz ordentlich zusammenzupassen, insgesamt. Zum Strehl sagt Defocus 0.88, WinRoddier 0.92.

Dann dasselbe, mit der Einzelpixel-Obstruktion an

--> die Wellenfront ist ähnlich, und sieht angenehm 'Artefakt-los' aus. Am Rand entsteht so eine Art O=bstruktions-Saum, der offensichtlich eine gewisse Glättung der Bilder bewirkt. Aber leider kann man das nicht wirklich benutzen, denn das Teleskop ist in der Realität ja ohne Obstruktion..

Daher habe ich dann verschiedene Glättungsfilter eingebaut, um das Seeing-Blur nachzubilden, und so eine bessere Übereinstimmung hinzubekommen. Um es vorweg zu sagen: schlecht hat es nicht funktioniert, aber ein eindeutiges Prädikat 'Super!' kann man auch noch nicht vergeben.
Hier also mit einem einfachen gaussförmigen Filter


und hier mit einem 'Doppel-Gauss', wie in https://www.astro.princeton.edu/~gk/AST542/cristobal.pdf beschrieben


Insgesamt zeigen alle Varianten eine ähnliche Wellenfront, aber die Strehls variieren schon ein bisschen. Bei anderen Tests auch zwischen den beiden Gauss-Varianten.
Ein Problem beim Einbau des Glättungsfilters: wenn man da einen falschen Ansatz nimmt, d.h. wenn das reale Seeing eine andere Glättung verursacht als der Ansatz in der Simulation, dann versucht die Simulation durch Änderungen der Wellenfront trotzdem ein gutes Matching hinzubekommen. So entstehen dann gewisse Artefakte; ich hatte auch den Eindruck, dass unter dem 'Deckmäntelchen' des Glättungsfilters dann teilweise etwas schärfere Buckel in die Wellenfront eingebaut werden.
Naja, ich werde weiter experimentieren. Aber immerhin scheint es so, dass man mit einer schnellen Aufnahme am realen Stern Ergebnisse bekommt, die zumindest als Indikator taugen.

Beat hatte noch Aufnahmen mit Grünfilter gemacht, die im Vergleich zur Weisslicht-Aufnahme etwas konturierter erscheinen; das muss ich aber noch mal durchnudeln und genau angucken..

Grüsse,

Wolfram

Bearbeitet von: k_ruprecht am: 30.07.2019 07:29:30 Uhr
Zum Anfang der Seite

BeatK
Mitglied im Astrotreff

Schweiz
86 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2019 :  19:13:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Wolfram

Danke für Deinen interessanten Bericht über die Auswertung meiner Aufnahmen.

Der ultimative Test eines Teleskops soll wenn möglich am Stern erfolgen. Wenn wir zwei unabhängige Tests hätten, wäre das ein grosser Vorteil. Defocus scheint ein guter Kandidat zu sein. Win Roddier ist valabel, hat aber seine Tücken oder Schwächen. Zuverlässig scheint mit die Messung der sphärischen Aberration, was meines Erachtens das Wichtigste ist. WR scheint aber mehr oder weniger Mühe zu haben mit der Zuordnung zu den Zernike Koeffizienten von Koma und Asti.(Diese lassen sich Allerdings recht gut am Okular erkennen und sollen wenn immer möglich weg justiert werden.)
Wenn das Bild im Okular mit dem von WR errechneten übereinstimmt, kann man sich aber wahrscheinlich auf den Strehl Wert verlassen.
Aus der französischen Anleitung von WR ergibt sich, dass Asti anders und whs. weniger genau errechnet wird als die übrigen Koeffizienten. WR braucht einen Defokus von mehr als 20 Wellenlängen. Da könnte Dein Test empfindlicher sein, weil der Asti bei wenigen Wellenlängen Defokus prominenter erscheint.

Wir sind gespannt auf Deine weitere Arbeit!

Gruss, Beat

BeatK: The Perfect Telescope is the Yolo Reflector

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite
Seite: von 2 Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
Vorherige Seite
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.44 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?