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 Neu: noctutec Antireflex-Lack SL-94
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Seite: von 10

Starjunkie
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172 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  10:22:58 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Starjunkie's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo an alle,

ich möchte mich an dieser Stelle ausführlich äußern, damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Für die Wirkung eines so speziellen Lackes ist der richtige Auftrag wichtig. Der Lack ist stark pigmentiert und enthält spezielle Füllstoffe, welche für den Grad der Mattheit und der rauen Oberfläche verantwortlich sind.

Wenn man den Lack auf einem Untergrund aufträgt, der den eigentlichen Lack wegsaugt, bleiben nur die Füllstoffe auf der Oberfläche kleben. Der Lack selbst wird vom Karton absorbiert. Der verbleibende Rest ist zwar schwarz, kann aber seine Wirkung nicht entfalten.

Das zweite Problem ist, dass man so ein Produkt nur sehr schlecht mit bloßem Auge oder der Kamera beurteilen kann. Der dabei entstehende Eindruck ist rein subjektiv.

Warum ist das so?

Wenn wir den Lack betrachten oder ein Foto davon machen, wird die Lackoberfläche immer von radialen Lichtstrahlen getroffen. Radiale Lichtstrahlen treffen aus jedem Betrachtungswinkel in unterschiedlichen Winkeln auf das zu betrachtende Material. Bei linear einfallendem Licht, wie es aus dem Unendlichen kommt, ist das anders. Auch die Intensität des Lichtes spielt eine Rolle. Das Licht, welches uns nachts in Optiken Probleme bereitet, ist im Vergleich zum Tageslicht oder zu einer Lampe um ein Vielfaches schwächer.

Wie wird der Glanzgrad dann ermittelt?

Ich muss mich in diesem Fall auf die Lacktechniker und deren fachkundige Aussagen und Messungen verlassen. Ich versuche hier kurz wiederzugeben, was mir erklärt wurde. Glanzgradmessung wird nach DIN ISO 2813 durchgeführt. Laut dieser DIN wird lineares Licht unter Abschluss von Fremdlicht in einem definiertem Winkel auf die Lackoberfläche gerichtet. Wichtig dabei ist der Satzteil "lineares Licht"!

Je nachdem, ob es sich um einen hoch glänzenden, einen halb glänzenden oder um einen matten Lack handelt, schägt die DIN bestimmte Lichteinfallswinkel vor. Diese Winkel lauten für diese drei Anwendungen 85°,60° und 20° nach DIN ISO 2113.

In unserem Fall schlägt die DIN zunächst eine Messung in 85° Streiflicht vor. Fällt der ermittelte Wert des Glanzgrades (Glanzeinheit GE) kleiner als 10 aus, soll eine zweite Messung in 60° erfolgen, dann eine weitere Messung bei 20°.

Ein Lack über 70GE ist hochglänzend
Ein Lack über 10GE ist halbglänzend
Ein Lack unter 10GE ist matt

Unser SL-94 liegt bei 0,10 GE bei 20°, 0,77 GE bei 60° und 5,44 GE bei 85°.

Das sind hervorragende Werte. Der Lack ist extrem matt und reflektiert in allen Winkeln nur sehr sehr wenig.

Warum erscheint ein anderer Lack trotzdem dunkler?

Man kann einen schwarzen Lack extrem schwarz machen, indem man diesen besonders stark pigmentiert. Man kann den Lack matt machen, indem man spezielle Füllstoffe beigibt. Leider ist es aber nicht so, dass man einfach das beste Ergebnis erreicht, wenn man beides maximal beimischt. Beide Beigaben beeinflussen sich gegenseitig. Man muss sozusagen mit den Zutaten so lange experimentieren, bis man ein gutes Endergebnis hat,welches beide Eigenschaften vereint.

Viele Leute sind der Meinung, dass ein absolut dunkler Lack gleichzeitig auch der mit dem geringsten Reflexionsgrad ist. Genau das ist nicht der Fall. Einzig eine fundierte Messung nach DIN ISO 2113 bringt hier klare Ergebisse. Genau dazu wurde diese DIN gemacht.

Was also für das Auge als schwärzer erscheint, muss noch lange nicht weniger reflektieren.


Kann man so einen Lack noch besser machen?

Ganz klar, ja das geht! Man kann die Rezeptur noch weiter verbessern, indem man Nanopartikel beimischt. In unserem Fall wäre die Zugabe von Kohlenstoffnanoröhrchen ein Weg, den Lack noch weniger reflektiv zu bekommen.

Warum macht ihr von noctutec das dann nicht?

Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist der Preis. Die Zugabe von Nanoröhrchen würde den Preis vervielfachen. Wir gehen davon aus, dass kein privater Anwender bereit wäre einen so hohen Preis zu bezahlen. Der zweite Grund ist die Anwendung. Würden wir den Lack so bauen, könnte ihn niemand einfach mit dem Pinsel, der Farbrolle oder einer normalen Spritzpistole verarbeiten. Hierzu braucht es spezielle Verfahren.

Fazit aus all diesen Gesichtspunkten:

Wir haben mit SL-94 einen Lack geschaffen, der bezahlbar ist und trotzdem hervorragende Eigenschaften im Bezug auf Reflexion hat. Der Lack ist anwenderfreundlich und haftet auf nahezu jedem denkbaren Untergrund. Wenn jemand ein perfektes Ergebnis möchte und nicht selbst lackieren möchte oder kann, bieten wir den Service, Teile mit SL-94 zu beschichten. Das ist nicht teuer!

Abschließend:

Wir haben uns sehr lange und sehr intensiv mit dem Lack befasst. Unsere Aussagen sind absolut ehrlich und nachprüfbar. Das Prüfverfahren nach DIN ISO 2813 und die Messung mit dem Glanzgradmessgerät Elcometer 480 sind Stand der Technik. Es gibt Anbieter, die euch hier das Blaue vom Himmel erzählen. Einer behauptet sogar, sein Lack wäre mit Velours vergleichbar. Dazu veröffentlicht er ein Foto, bei dem über Bildbearbeitung der Eindruck entsteht, der Lack wäre absolut schwarz. Wir machen das nicht und haben es auch nicht nötig.

Wer einen SL-94 lack kauft und aufträgt, kann sich auf die Arbeit von fachkundigen Lackexperten verlassen. SL-94 ist sicher einer der besten Lacke in diesem sehr speziellem Segment. Wir haben alles denkbare unternommen um für euch ein sehr gutes Produkt zu schaffen, das man sich auch leisten kann.

SL-94 ist ein sehr guter Antireflexionslack für den Bereich Optik nach Stand der Technik entwickelt, produziert und geprüft.

Viele Grüße

Armin Erndt

noctutec

Bearbeitet von: Starjunkie am: 13.07.2019 10:56:53 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5299 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  12:00:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin,
danke für Dein Beispiel:
http://www.astrotreff.de/upload/18926/20190626/20190626114336.jpg
und für die Erklärung.
Dann liegt es offenbar an der Lackierung des Kartons, dass der Lack bei dem anderen Test so extrem spiegelt?
Wie oft sollte man den Karton lackieren um ein ähnliches Bild zu bekommen wie auf Deinem Bild bzw. welche Unterlage sollte man für den Lacktest verwenden?
Interessanterweise scheint die glatte Variante Deines Lacks auch in Deinem Vergleichsfoto weniger zu reflektieren. Das mag im Tubus wieder anders ausschauen. Mich würde der Vergleich auch mal reizen.
Als dritte Variante wär interessant Tafellack mit Sägemehl zu vermischen bzw. auf den nassen Taffelacj zu stauben und anschlißend festtrocknen zu lassen und dann nochmal mit Taffelack drüberzustreichen. Dann hätte man auch eine rauhe Oberfläche, die den Tafellack verbessert.
Schön beim noctutec Lack wär halt, dass er hoffentlich mit der Tafellack Sägemehl Variante mithalten kann ohne, dass man umherdreckeln muss.
Da es den Berger Lack nicht mehr gibt, wäre es eine Alternative, die auf Deinem Foto sogar besser ausschaut.
Ein guter Test wäre den Lack, die Lacke und Farben mal auf einem kleinen Streifen im Tubus zu streichen und dort getrocknet im streifenden Licht zu vergleichen.
Ich hätte einen Vixen 114/900 Tubus, dem ich mal einen neuen Innenastrich gönnen würde und dazu Tests im Tubus machen könnte.
Was meinst Du?
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 13.07.2019 12:03:33 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5299 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  12:17:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,
ist es das
https://www.amazon.com/Stuart-Semple-mattest-flattest
Wo hast Du es gekauft?

Hallo Armin,
das wäre auch ein interessanter Kandidat um Vergleichstests zu machen.
Natürlich hoffe ich, dass Euer Noctutec noch etwas besser oder mindestens gleich gut ist.
Die Reflexionsmessung nach Eurer Methode wäre interessant aber auch ein leicht nachvollziehbarer Test in einem Teleskoptubus eines 114 f/8 oder ähnlich.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  16:02:44 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo, direkt in UK bestellt, ist aber durch VK und PayPal Umtauschkurs schon ein stolzer Preis ...

„Mattierung“ funktioniert ja primär über Streuung des auftreffenden Lichts, so dass es unter die Wahrnehmungsschwelle von CCD, CMOS, Auge ... gerät. Mit einem, etwas hinkenden Vergleich, könnte man behaupten, dass das so ähnlich ist, wie bei geraden und gekrümmten Fangspiegelstreben. Die Menge der gestreuten, gebeugten Lichtenergie ist in beiden Fällen im Wesentlichen gleich, bei geradlinigen Streben sieht man deren Spikes (bei den anderen nicht), weil sich die Energie auf einem kleineren Raum konzentriert.

Insofern ist eine Bestimmung wieviel Streulicht messbar entsteht, ein starkes Argument. Bei dem hier erwähnten Verfahren habe ich aber keine Ahnung ob „nur“ das Licht gemessen wird, das sich im Austrittswinkel wiederfindet oder der gesamte „Halo“. Also definierter Lichteintritt ist z.B. im Winkel von 25° auf die Testoberfläche (= Eintrittswinkel), die Messung erfolgt dann „nur“ bei 25° im Austrittswinkel. Bei einer Reflexion müsste dann ja in diesem Winkel das Licht wieder „rauskommen“.
Wie man es dreht und wendet ist das ein sehr komplexes Thema und – das sollte man sich bei dieser Thematik auch verdeutlichen – es geht hier nicht darum, ob erst dadurch ein Teleskop funktioniert oder nicht. Jeder, der einen Tubus und eine Blendrohr jenseits von hellgrau hat, hat in diesem Bereich schon 99% von dem gemacht, was nötig und gut ist.

Die Farbe um die es hier geht habe ich nicht ausprobiert. Vielleicht macht ja jemand mal einen solchen „Test“. Aber, wie oben schon geschrieben, bleibt das ein sehr subjektives Ergebnis und wenn man versucht es fotografisch abzubilden, kommt noch eine Variable hinzu.

Was mich persönlich überrascht hat ist, dass Kanten und Strukturen durch das Black 2.0 stark zurückgenommen werden. Im von mir oben verlinkten Beispiel hatten alle Unterlagen einen großen Falz und ein stark nach links/rechts gewelltes Papier (das Papier war übrigens beschichtet, damit der obige Effekt, dass die Trägersubstanz aufgesaugt wird, statt abzutrocknen nicht passiert). Bei dem Foto mit Blitzlicht sieht man die starke Kante, die drin ist, bei einer Farbe ja sehr deutlich. Bei Black 2.0 bleibt sie stark zurückgenommen.
Interessanterweise wirkt die Farbe tatsächlich in bestimmten Situationen grau statt schwarz, hier eine entsprechend kritische Rezension:
https://www.amazon.com/gp/customer-reviews/RSDT9LY9EHFMF/ref=cm_cr_getr_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B0758GKKGZ
Vielleicht hat es irgendwas mit dem in dem oben geschriebenen zu tun, dass schwarz, schwärzer, am schwärzesten ... nicht unbedingt mit dem Reflexionsgrad grad einhergehen muss. Aber ... ehrlicherweise ... keine Ahnung.

Grundsätzlich braucht, meiner Meinung nach, eine stark mattierende Oberfläche eine dreidimensionale Struktur, weswegen ich gerne sprühe (wenn es irgendwie möglich ist), es also das Zeug in Dosen gibt und die Oberfläche einen gleichmäßigen Sprühauftrag ermöglicht. Das funktioniert in Tuben natürlich nicht, weswegen ich hier gerollt habe. Das Abtrocknen, Verdunsten der Trägersubstanz schafft ja dann auch so etwas wie eine dreidimensionale Struktur. Ob Sand, Holzspäne oder irgendwas anderes eine effektive Mattierung befördern, wage ich eher zu bezweifeln. Im großen Maßstab wird die Fläche sicher dunkler erscheinen, aber ob solche groben Strukturen (in Relation zu Photonen und Wellenlängen), auch auf dieser Mikroebene effektiv wirken? Beruhigter wäre ich, wenn ich wüsste, dass sich diese Strukturen, mit einer Art Selbstähnlichkeit, in immer kleiner werdenden Maßstäben, dann immer wieder wiederholen.

Nanoröhren wären insofern „perfekt“, weil die ja (wenn ich das richtig nachvollziehe) das Licht in ihrer Struktur „einschließen“ und „schlucken“, da sich durch Reflexion, Brechung und Energieabgabe innerhalb der Röhren, die Wellenlänge ins Infrarote (und jenseits davon) verschoben hat. Ich denke aber, dass sich solche Komponenten im Amateurbereich nicht wirklich fach- und sachgerecht aufbringen lassen (von den Kosten mal ganz abgesehen).

Insofern: „Viele Wege führen nach Rom“, na ja, im Astrobereich eher: „Viele Wege führen ins schwarze Loch ...“



Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 13.07.2019 16:13:43 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3408 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  16:34:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
bei der Velourfolie gibt es ja ganz viele, kleine Erhebungen. Diese wirken wie Miniblenden. Eine Miniblende liegt im Schatten der vorigen. Dadurch wird das Licht immer weniger und der gute Effekt kommt dadurch zustande. In einem Fernrohrtubus reichen eigentlich wenige genauestens placierte Blenden. Sie müssen ebenfalls genau im Schatten der vorigen liegen und es darf kein Stück Innenrohr direktes Licht bekommen bzw. nicht im Blendenschatten liegen.
Ich hab mein 100 mm Rohr mit nur zwei Blenden und schwarzer Folie ausgestattet. Fazit...pechschwarze Röhre!
Ich behaupte mal, daß raue Farbe mit vielen kleinen Schattenwerferhebungen am effektivsten ist.
Nur die reine Farbschwarzwirkung wird wohl nie so effektiv sein, wie schattenwerfende Mini-Mikroblenden.
Ein Stück Kohlenstoff in Form eines Brikettstücks ist bei nur ca.4% Reflexion im Sonnenlicht strahlend hell.
Das wird bei 0,5-1% Reflektivität nicht viel anders sein ohne Blendeneinfluß.
Trotzdem ist die Entwicklung guter schwarzer Farbe sehr zu begrüßen.
Aber der letztendliche Vergleichstest müßte in einem Tubus erfolgen.

Gruß Armin

Bearbeitet von: AS-Fan am: 13.07.2019 16:38:05 Uhr
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  19:00:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Ein paar Backgroundinfos zu „Schwarz“ und was in der Kunstszene dahinter, abgeht. Wir Astronomen sind da mit unserem Wunsch nach „Schwarz“ eher die Zaungäste.

https://www.welt.de/kultur/kunst/article188281781/Streit-um-das-schwaerzeste-Schwarz-Kuenstler-gegen-Anish-Kapoor.html

(==>)Armin: Für Refraktoren stimme ich dir zu. Mindestens mal die halbe Miete (also dann eher fast die ganze Miete) hängt wohl an der präzisen Berechnung und Platzierung von Blenden im Linsentubus. Aber bei Systemen die blendenfrei sein müssen hilft das nicht weiter.
Bei katadioptrischen Systemen kann / könnte man sich mit einem geschickten Design des Blendrohres effektiv behelfen. Zumindest hat deswegen das TAL-250K (und seine kleineren Verwandten) eine Art zusätzliches Blendensystem am Blendrohr selbst. Zumindest hat mir das Yuri Klevtsov mal versucht so zu erklären, als ich nicht schlau daraus wurde, was das für ein Zeug sei ...

PS: Sieht man hier auch
https://forum-stellarum.de/showthread.php?tid=3720&page=2

Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 13.07.2019 19:37:36 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3408 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  20:15:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,
ja eben deswegen braucht man bei Fernrohren, in denen man keine Blenden einsetzen kann, eine sehr raue Oberfläche die ähnlich der Velourfolie, ganz viele Miniblenden hat.
Und da ist natürlich ein Vergleich sinnvoll. Am einfachsten mit einem Tubus in den nebeneinander ein Stück Folie und die Farbe, evtl. auch noch ein Teil mit.anderen Farben (Schultafel, Berger), eingebracht wird.

Schwarze Grüße
Armin

Bearbeitet von: am:
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5299 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  20:38:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin,
das Thema interessiert mich. Ich werde auch mal Farbversuche im Tubus mit verschiedenen Farben machen.
Ein bisserl Bergerfarbe müsst ich noch haben, wenn die noch etwas ist.
schauen wir mal, wann ich welche Farben bekomme.
Die raue Oberfläche streut das Streulicht besser, dass dann im Tubus idealerweise zum großen Teil absorbiert wird.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  21:14:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Ja, ich glaube auch dass in einem Newton Tubus eine vor allem möglichst stark zerstreuende Oberfläche / Struktur die Wirkung ausmacht.

Nach meinem Verständnis begrenzen Blenden ein sich fokussierendes Lichtbündel indem sie Lichtstrahlen, die das Bündel knapp streifend verlassen würden, abblenden. In einem Newton-Tubus, würde ein solcher (oben beschriebener) „Blendeneffekt“ am Tubusrand nur das in den Tubus einfallende parallel gerichtete Licht, dass der Newton vom Himmel einsammelt, abblenden. Deswegen auch mein Gedanke, dass, je stärker die Struktur auch im Mikrobereich (und nicht nur auf der Makroebene) ist, desto stärker wird auch das wirr einfallende Streulicht an der Tubuswand „zerstreut“ und desto effektiver wird das sein.

(==>) Niklo: Damit das Hand und Fuß bekommt, also in dem Fall „Schwarz und Grau“ wird - soll ich Dir mal rund 20ml von Black 2.0 zukommen lassen (für ein Experiment ist‘s wohl zu teuer das aus UK zu ordern)? —> wenn, dann PM mit Adresse an mich. Black 3.0 ist ja schon in der Pipeline ...

Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 13.07.2019 22:58:36 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5299 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2019 :  22:48:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,
danke für das nette Angebot. Das ist ja echt super. Dann kann ich den Test am 114/900 Tubus auch mit der Black 2.0 aus England machen ohne gleich eine größere Menge kaufen zu müssen. Ich schick Dir meine Privatadresse.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 13.07.2019 23:00:10 Uhr
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1059 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  17:40:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Andreas-TAL

Hier ein Beitrag meinerseits über die Anwendung von "Black 2.0" (wurde oben schon einmal erwähnt).
Ist aktuell (und das mit Abstand) Matteste was mir bisher über den Weg gelaufen ist, inkl. der "Astrofarbe" von Berger, die ich (wenn überhaupt) nur kleinflächig verwendet habe.
Ist natürlich alles subjektiv, für mich aber sehr überzeugend (auch in der Praxis). Aber das steht alles hier, inkl. Bilder:
https://forum-stellarum.de/showthread.php?tid=3720&pid=44899#pid44899
Andreas-TAL




Hallo Andreas,

einen Bild-Vergleich zwischen dem Black 2.0 und der Astro Berger Farbe habe ich unter dem Link nicht gefunden, falls ich etwas übersehen habe bitte um einen Hinweis auf das Bild oder den Beitrag.


beste Grüße

Thomas




Bearbeitet von: am:
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Andreas-TAL
Senior im Astrotreff


118 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  18:14:38 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Andreas-TAL's Homepage  Antwort mit Zitat
Du findest nichts weil nichts da ist, sorry. Vielleicht war das oben missverständlich formuliert.
Zitat hinter dem Link dort:
„Die oft in dem Zusammenhang genannter Berger Astrofarbe verwende ich nicht mehr“

Die drei Farben waren Black2.0, Krylon Camouflage Ultra Flat und Tetenal Kameralack. Wie geschrieben verwende ich diese Berger-Farbe nicht mehr. Ich hätte auch nicht mehr genug, um einen kompletten Tubus inklusive Blendrohr damit auszumalen. Ich fand es von daher auch doppelt unsinnig etwas zu testen, was ich gar nicht mehr anwenden kann und von meinen Prioritäten vorher schon ausgeschlossen habe.

ABER: Es etwas in der Pipeline ... ich bin gerade dabei ein neues Testfeld zu lackieren, dafür reicht die Berger Farbe dann noch. Vielleicht kann ich morgen schon was dazu einstellen, bzw. verlinken. Muss nur die Berger-Farbe noch finden ... aber irgendwo ist die schon.


Bearbeitet von: Andreas-TAL am: 14.07.2019 19:08:01 Uhr
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1059 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  19:26:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Niklo



….
Dann liegt es offenbar an der Lackierung des Kartons, dass der Lack bei dem anderen Test so extrem spiegelt?
Wie oft sollte man den Karton lackieren um ein ähnliches Bild zu bekommen wie auf Deinem Bild bzw. welche Unterlage sollte man für den Lacktest verwenden?
Interessanterweise scheint die glatte Variante Deines Lacks auch in Deinem Vergleichsfoto weniger zu reflektieren. Das mag im Tubus wieder anders ausschauen. Mich würde der Vergleich auch mal reizen.
....
Ein guter Test wäre den Lack, die Lacke und Farben mal auf einem kleinen Streifen im Tubus zu streichen und dort getrocknet im streifenden Licht zu vergleichen.

Roland



Hallo Roland,

es liegt nicht daran, dass der Lack in den Bildern die ich oben gepostet hatte auf einer ungünstigen Unterlage aufgetragen war (ich hatte auch bereits geschrieben, dass sich auf Alu ein ähnlicher Effekt zeigt). Hier ein weiteres Foto, diesmal auch mit Alu als Unterlage. Wie gehabt links der Noctutec Lack, unten Karton, obendrauf ein Alublech als Unterlage, in der Mitte Berger Astrofarbe, rechts mattschwarzer Karton, als Unterlage Velour. Das Foto wurde Richtung Fenster aufgenommen.







Welcher Lack der beste ist hängt von der Anwendung bzw. dem Lichteinfall ab,hier die identischen Proben bei identischem Licht in die Gegenrichtung, zur Zimmerwand fotografiert:



diesmal der Nocutec Lack rechts, Berger wieder in der Mitte, links der matte Karton.


Und der Vollständigkeit halber noch ein Bild, hier kommt helles Licht aus dem Fenster von links, eine Situation die im Teleskop wohl nie auftritt:



Wie gehabt links der Noctutec Lack, unten Karton, obendrauf ein Alublech als Unterlage; In der Mitte Berger Astrofarbe, rechts mattschwarzer Karton, als Unterlage Velour, bei Beleuchtung mit hellem Licht von links (ich habe die Velour Unterlage im Vergleich zu den anderen Fotos um 90 Grad gedreht). Hier schneidet der Nocutuc Lack sogar besser als Velour ab, das ist zu erwarten, da die Oberfläche glatter ist.

Ich denke im Teleskop benötigt man schwarzen Mattlack in erster Linie, wie du auch schon schriebst wenn man keine geeigneten Streulichtblenden einsetzen kann (sehr großes Gesichtsfeld, Newton) oder in der Nähe der Fokalebene (Okularauszug, Umkehr/Zenit-prismen etc.). Unter diesen Bedingungen blickt man – meist bei sehr streifenden Einfall - in Richtung der Lichtquelle, also analog wie bei den Fotos Richtung Fenster, hier ist dann der matteste Lack am geeigneten.

Hier ein entsprechendes Foto ( ca. 10 Grad streifender Einfallswinkel)



Wie gehabt, links der Noctutec Lack, in der Mitte Berger Astrofarbe, rechts mattschwarzer Karton, als Unterlage Velour.

Ich würde gerne wissen welchen Lack die Hersteller von Ferngläser verwenden (Nextrel Velvet?), denn hier ist die Situation wegen des großen Gesichtsfeldes besonders kritisch.


Beste Grüße

Thomas



Bearbeitet von: TGM am: 14.07.2019 19:42:42 Uhr
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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4166 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  19:39:05 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

Wenn ich deine Fotos richtig interpretiere, reflektiert der noctutec Lack am meisten, gerade beim streifenden Lichteinfall. Auf deinen Fotos glänzt der Lack während das darunter liegende Velours sehr dunkel erscheint.


Roland plant einen Tubus mit verschiedenen Farben und der Folie zu lackieren bzw. auszukleiden. Auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt.

Viele Grüße
Gerd

Bearbeitet von: am:
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TGM
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1059 Beiträge

Erstellt  am: 14.07.2019 :  20:18:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd,

nachdem ich die verschidenen Fotos gemacht habe und auch die Fotos ganz zu Beginn, der Vergleich der beiden Noctutec Lacke, glatt und matt, mit der Berger Farbe angeschaut habe bin ich etwas vorsichtig geworden.

Die Fotos direkt gegegen ein helles Fenster sind ein sehr harter Test, ich bin ebenfalls gespannt, was bei Rolands Test mit dem Tubus heraus kommt.

Unter dem Strich scheint allerdings klar zu sein, dass die Berger Farbe sehr gut war, bei sehr streifendem Einfall fast auf dem Niveau von Velour.

Mich wundert an der Noctutc Farbe die Konsistenz, die Oberfläche ist schon ziemlich rau, dort finden sich viele sehr kleine Kügelchen die allerdings nur einen kleinen Teil der Fläche ausmachen. Wenn deren Konzentration höher wäre, die ganze Oberfäche bedeckt wäre, würde die Farbe bei sehr streifenden Einfall deutlich besser sein.


Doch natürlich ist es möglich, dass ich bei den Tests etwas übersehen habe, ungünstige Parameter gewählt habe, deshalb bin ich auf andere Vergleiche gespannt


beste Grüße

Thomas



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